Indiana Tribüne, Volume 25, Number 113, Indianapolis, Marion County, 12 January 1902 — Page 6
Jndiana TrNnwe,onniag, 12. Jauuär 1902.
Slmfztze buch ZelWulh. . Im Thale der Bovc. -4 (Copyright 1901 1T Wrn. Kaufmann) (No. 44). '
Die 39ot ist nicht allein der mäch-, tigste der vielen kleinen auf dem Prockenfelde entspringenden Gebirgss üsse, sondern ihr Lauf bietet uns au. die schönsten, abwechslungsreichsten 1 indzchaften dar und ihr Durchbruch i urch die gewaltigen Granitfelsen zw'Ichen Treseburg u.Thale erschließt ein Pild. welchem sogar das Riesengebirge kund selbst der Wasgenwald nichts zur Seite &u stellen vermögen. Diese Harzendschaft trägt wahrhast alpinen Chtrakter. s ist das Prunk- und Prach stück des ganzen Harzes, wie überhäuft aller deutscher Gebirgsgegenden. Diese Gegend besitzt außerdem noch den besonderen Vorzug der bequemen Zugänglichkeit, derartig, daß man - von Berlin und sogar von Hamburg aus die Strecke bequem hin und zurück in inemTage durchwandern und noch am selben Abende wieder zu Hause eintreffen kann. Leider hat diese Zugänglichseit auch ihre großen Schattenseiten. Es gibt Tage, wo dieser wunderbare dreistündige Spaziergang so belebt ist, .wie der Vürgersteig der lebhaften Geschäftsstraßen einerGroßstadt, wo man vor lauter Menschen so gut wie nichts r&-tri :' . v von der herrlichen Natur wahrnehnen kann und wo man beständig gestört wird durch den wüsten Lärm der Tausende von Passanten. Die Bode entspringt aus mehreren Quellbächen, unter welchen die kalte und die warme Bode die bedeutendsten sind, ungefähr 1000 Meter hoch auf dem Brockenfelde und plätschert dann, die kalte Bode über Schierke ujtb Elend, die warme Bode über Braunläge, den Brocken abwärts nach dem Hüttenorte Königshof, wo sich beide Bäche vereinigen. Auch in jener $egend erschließt dasFlüßchen prachtvolle Landschaftsbilder, so namentlich in dem von finsierbewaldeten. felsstarrenden Bergen umrahmten Thale, in welVodethor. chem die in Goethe's Faust genannten Ortschaften Schierke und Elend liegen. Der Pfad zwischen diesen beiden ehemals so elenden, jetzt zu protzigenSommerfrischen herausgewachsenen Dorfchen führt stets an der rauschenden Bode hin, welche hier an moosbewachsenen Felsen vorüberschäumt, bald in lieblichen Fällen gurgelnd und sprudelnd ihren Weg zieht, bald friedlicher zwischen blumenbesäten Wiesen ein breiteres Bett sucht, in welchen wir die vielen Forellen blitzschnell voruberhu
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Fußweg im Bodethale.
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Quedlinburg.
schen sehen. Ueber uns breiten starke Buchen ihr grünes Dach, kräftiger arzgeruch entströmt dem Tannendunkel der Waldeshalden, Schmetterline schwirren von Blume zu Blume, in der Ferne lockt ein Kuckuck, und die Waldvöglein begleiten uns mit fröhlichem Gezwitscher. So kann man h:?r im oberen Bodethal stundenlang wandern, weit über das noch hochgelegene Elend hinaus, bis nach Rübeland, wo sich ein weiteres Thal öffnet. Wir kommen da vorüber an den sog. Kartoffelsteinen, den wackeren Männern gesetzt, welche in dieser Gegend zuerst in TVirffffiTrrnh hie ctrrr fassen nt,fsNZs M.-.., ,.. ..r , (j ttn und pflegten und d es auch der?) -ri : t " rci-s-. ' r v r . ru . ' jianucn, igir, vziviz uuj viezeln.
biete weitbekannt ZU machen und zur
raschen Verbreitung dieser segenspendenden Kulturpflanze beizutragen. Auf diesem Wege kommen wir auch vorüber an Bodfeld, der alten Jagd Pfalz des Kaisers Heinrich III., welcher hier in den Armen eines Papstes starb. Rübeland ist ein größerer, langgestreckter Ort und die Bade findet hier viel Arbeit. Denn sie muß eine große Anzahl Mühlen treiben. Hier wird nicht allein' derBergbau noch energisch betrieben, sondern es haben sich auch Jndustrieen in dem früher so stillen Thale niedergelassen. Die hauptsächlichste Attraktion Rübelands besteht jedoch in den beiden gewaltigen Höhlen, der altbekannten Baumannshöhle und der erst im Jahre 1866 entdeckten Hermannshöhle. Letztere besitzt nicht die hochgewölbten Säle und Kammern der Baumannshöhle, jedoch hat sie dafür reinere und schönere Tropfsieingebilde aufzuweisen. Den Harzbesuchern ist jedoch besonders die Besichtigung der Baumannshöhle anzurathen, eben wegen ihrer prächtigen, hochragenden, breiten und den Höhlencharacter so recht offenbarenden Räume. Dem Nichtkenner wird es wenig ausmachen, daß die Tropfsteinbildungen der Hermannshöhle noch zarter und zierlicher sind. Er sieht in der Baumannshohle von diesen wunderbaren Bildungen der Natur genug und übergenug. Vielfach erinnert die Baumannshohle an die berühmte Mammouih Cave in Kentucky, wenn sie auch weit weniger umfangreich ist und des die amerikamscheHöhle in so bemerkenswerther Weise auszeichnenden unterirdischen Stromes, (des Green River, welcher sogar eine ausgedehnte unterirdische Kahnfahrt gestattet) entbehrt. Aber an schauerli chen Schlünden und Abgründen, an weiten, wie vom Baumeister künstlich qew'ölbt erscheinenden Hallen ist die Baumanns Höhle sehr reich. Die Höhle wird viel von Schulen besucht, wo gäbe es auch einen lehrreicheren Anschauungs - Unterricht, als solch ein Höhlenbesuch darbietet, wenn derselbe unter der Führung eines wirklichen Kenners und Freundes der Natur ausgeführt wird. Hier kann man die Natur in iyrer Werkstatt belauschen, in ein paar Stunden Eindrücke gewinnen, welche belehrender sind, als das, was viele Stunden Schul- undBllcherfleißes einbringen können. Hinter Rübeland wird unsere freundliche Bode, welche inzwischen auch die Rappbode aufgenommen hat, ein ziemlich breites wasserreiches Rinnsal, welches von prächtigen Bergwiesen eingefaßt, durch eine heitere Hochlandslandfchaft plätschert. Hier sind wir in dem Gebiete der Harzer Mischwälder, wo das freundliche Grün der Buche ebenbürtig neben dem Schwarzgrün der Tannen erscheint und wo hie und da auch eine mächtige Eiche, oder iaoHI gar eine Eibe, der Sagenbaum der deutschen Vorzeit) sich behauptet. Es wandert sich hier sogar auf der Landstraße wunderschön, dcnn dieselbe ist meistens ganz staubfrei und die blauen Vasaltsteine ihres Oberbaus sind zu fester Decke eingestampft. Die Bäume am Straßenrande werden sorgfältig gepflegt, so daß sie selbst am Mittag noch schattenspendend wirken.Nebenher , hüpft unsere Bode im steinigen Felsenbett dahin, zuweilen von gewaltigen Bäumen umkränzt, in deren Schatten wir dem Spiel der Forellen zuschauen. Es begegnen uns Radler. Wie habe ich sie beneidet und wie bedauert, daß ich mein Rad daheim gelassen hatte. Hier in dieser herrlichen Natur auf dieser wunderbar gehaltenen Straße in der Abendkühle oder am Frühmorgen dahin zu radeln, es muß ein seltener Genuß sein. Aber auch der Wandersmann kommt zu seinen! Recht. Da biegt ein Fußpfad von der Landstraße ab. Er führt über die Berge hinweg nach Altenbraak. Und ich komme nach diesem alten lieben Neste, das Gott sei Dank, noch immer nicht als Sommerfrische für den Großstädter ausgebeu tet wird, weit rascher und jedenfalls ebenso genußreich, als der oben benei-
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dete Radle?, der einen weiten Umweg zu machen hat. Den Wald von Altenbraak werde ich nie vergesse!?, sein Frieden und seine grüne Herrlichkeit haften fest in der Erinnerung. In der Abendkühle kamen wir nach Altenbraak. Das
4 ' ' ..? Wl"" - - ? ' r -r - itmKu iK& Xh2r i4JiiU4ny ' WÜ,x-. V -JTf Die Schloßkirche zu l)redlindu?g. ist ein armseliges Harzdörscheix das so oft abgebrannt ist und dessen Bewohner sich kümmerlich dadurch ernähren, daß sie stundenweit von ihrer Wohnung auf Arbeit in den Bergwerken und den Industrien der Umgegend gehen. Hier trafen wir auch unsere liebliche Bode wieder an. Sie rauschte vorüber an einem freundlichen Gasthof aus der a l t e n Zeit, wo ein köstlich Gericht echterBergforellen unserer wartete und wo man bei Waldesrauschen und dem melodischen Plätschern des Flüßchens den Schlaf des gerechten Wandersmannes thun konnte. Ich kann dies liebe Harznest Altenbraak gar nicht genug denen empfehlen, welche im Gebirge, die Nerven pflegen wollen. Hier ist noch rechte Ruhe und Behaglichkeit zu finden und hier wirkt die Natur noch rein und unvermittelt auf uns ein. Wunderbare Wälder umfangen uns hier, Harzduft sprüht uns entgegen und die alte liebe Bode singt uns in den Schlaf. Da sind die Waldivege noch nicht ausgetreten, da gibt's noch nicht auf jede zehn Schritt eine Bank mit den unvermeidlichen aufgeputzten Sommerdamen, welche aus dem Französischen übersetzte Romane lesen und so furchtbar unschuldig und blöde thun, wenn sie den Tritt eines Wandersmannes hören; da ist der Wald noch nicht überstreut mit Staniol und ZcitungsPapier und der Automat, der Ansichts7lIWWSÄ1s s inA - Holzmarkt, Halierstadt. postkartenteufel und der professionelle Bettelmann haben sich noch nicht eingenistet in dieser freundlichen Waldinsel. Freilich lange wird es wohl auch nicht dauern, bis diesesJdyll entdeckt" wird für die Hotelindustrie, welche die sch'insten Punkte des Harzes so ungenießbar gemacht hat. Von Altenbraak bis nach Treseburg wandert man ja nur änderthalb Stunden und in Treseburg, am Eingang der herrlichsten Punkte des Bodethales. ist man ja schon im wohlfrisirten und pomadisirten OberkellnerParadies, wo man mindestens vzer geldgierige Angestellte abzulohnen hat, wenn man Morgens das Hotel verläßt. Bei Treseburg beginnt der Kampf dez Bode mit den Granitmassen derjenigen Haupiberge, welche hier das Gebirgsthal trennen von der großen norddeutschen Tiefebene. Durch diese Berge mußte sich unser Fluß einen Weg graben um zur Ruhe und in die (Fernrode. Ebt.ne zu gelangen. Der Weg ist eng uno steil. 'Senkrecht steigen die Felsen zu beiden Seiten empor, sie lassen nur Raum genug für den Fluß, und unser Fußpfad führt deshalb an der rechten Bergeshalde hinauf, durch den herrlichsten Laubwald. Die Bode sehen wir lange Strecken gar nicht mehr, aber ihr Rauschen begleitet uns. 2ann und TeufelSbrülke im Bodetha mann tritt unser Pfad in einen Felsvorsprung, unmittelbar über dem
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Flüßchen und da sehen wir dann den schäumenden Strom, wie er sich den Weg sucht in seinem vielgewundenen Felsenbett, wie er stürzt und springt, schäumt und sprudelt. Seine glattgeschliffenen Granitwände zeigen uns,
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Zk&irtirVji Grabstat ' Heinrich? des Ersten. was er kann und was er leisten muß. wenn das Hochwasser seinBett schwellt. Diese kurzen Blicke aus dem tiefsten Waldesschatten hinab in das Felsengewirr des Bodebettes, hinüber nach den, von sturmverzerrten Tannenruinen gekrönten Felsen der anderen Seite gehören, zu dem Schönsien, was ein Bodethalspaziergang bieten kann. Auf und abwärts geht es auf stets schatti gem Waldpfade vorüber an phantastischenBaumgestalten, die zwischen übermoosten Felsgebilden ihr Dasein er Schloß Ballenftedt a. H. kämpft Habens immer mehr verengt sich das schluchtartige Thal der Bode, welches mit mancher hochberühmten Klamm .des Hochgebirges den Vergleich nicht zu scheuen braucht, aber jede derselben übertrifft an Lieblichkeit und Anmuth ihrer Waldbilder. Dort, wo die Bode das Granitgewirr des Rambergs überwältigen muß, treten im Walde selbst schroffe Felsklippen inmitten der Buchenhänge auf, bis sich, von den Gewitterklippen abwärts, ihr Charakter bis zur Wildheit steigert. Immer gemischter wird die Baumgesellschast. Zur Tanne und Buche gesellt sich die Linde, der Ahsrn, dieEsche und Ulme und der König des deutschen Waldes, die Eiche. Und nun kommen wir. wieder an einen Ausblick auf unferen Fluß an der Stelle, wo sich derselbe leidenschaftlich aufgeregt zum tosenden Kessel sammelt, und wo wir die sogenannteTeufelsbrücke überschreitend an diegegenüberliegendeSeiie gelangen und dort das wilde Strombild in feiner' ganzen Schönheit in uns aufnehmen können. Hinter dem Bodekessel wird das Thal zur engen, tiefen Schlucht, durch welche die jetzt Tiefwasser führende Bode mit rasender Schnelligkeit saust, die Felswände sind Walpurgishalle auf dem tzexentanzplatz. vom Pfade aus gar nicht mehr zu übersehen, und nur wenn wir am Hange des Berges emporklettern, gewinnen wir einen Ueberblick über dieses Meer von in den verwegensten Formen aufsteigenden Klippen. Noch eine kurze Strecke weiter und rechts und links siehen die beiden gewaltigen Ausgangsthore des-Bodethales, die Roßtrappe und der Heze'ntanzplatz. Diese beiden, einander .gegenüber liegenden Felsen bilden die Glanzpunkte aller Schönheiten des Bodethales, ' Alexisiad. wie des ganzen Harzes. Die Landschaft' ist hier ganz den Alpen ähnlich. Die Felsenwände fallen über 200 Meter senkrecht in das Bodethal hinab, all die phantastischen Felsgebilde, welche wir auf unserem Wege durch das Flußtbal erschaut haben, erscheinen wie Spielereien, verglichen mit den ungeheuren Granitmassen dieser beiden Thorwächter. Findet ja die Sonne noch kaum den Weg zur Thalsohle, so schroff und steil sind die Wände, so tief die Schlucht. Das Wunderbarste aber sind die Contraste, welche man dort oben wahrnimmt. Ein Viertelstündchcn weiter thalabwärts von dieser Alpenlandschaft und das offene Land breitet sich vor dem entzückten Auge aus und die Höhen selbst sind von herrlichen Laub- und Nadelwaldungen bestanden. So vereinigt sich hier alles Schöne, was
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der Wanderer im Gebirge aufsuchen
will, zu emem stimmungsvollen Gesammtbilde: Die herrlichstenHochwaldvartien. die schroffsten Steilwände, der in der jähen Tiefe schäumende Fluß und das liebliche Lands chastsbild, welches die von unzähliqen Dörfern und Städten bedeckte blühende Ebene bietet. Die Saaen. welche sich an die beiden Thorwächter knüpfen, sind in den Namen derselben enthalten. Der wilde Böhmenkönig Bodo erblickt eine wunderschöne Prinzessin aus dem Geschlecht der Riesen, welche ehemals die Gegend bewohnten. Er jagt ihr nach, und überbolt sie auf dem jetzizenHerentanzplatz. Aber die Verfolgte spornt ihr Rvsenroß und setzt in gewaltigem Sprunge über die Schlucht hinweg nach der Roßtrappe. wo sich die Trappe", der Huf des Rosses, tief in den Felsen eingräbt. Der Verfolger aber stürzt in die jähe Tiefe. Der Hexentanzplatz ist noch um achtzig Meter höher als die Roßtrappe, er bietet auch die umfassendereAussicht.' Falkenftein. Die Wege vom Bodethal hinauf sind bequem und mit vielen Ruhebänken ausgestattet. Leider kommt man in Folge der Fremdenindustrie selten zu einem reinen Naturgenuß. An den schönsten Stellen haben sich Pistolenschützen, Händler, Musikanten und professionelle Bettler aufgepflanzt. An Sonn- und Festtagen ist der Fremdenverkehr hier so stark, daß der Naturfreund um das Beste betrogen wird. Thale, am Ausgang des Bodethals, ist eine Hotelstadt und weiter nichts. Einige der Hotels liegen schon im Bodethal. so das prachtvolle Etablissement Zehnpfund" mit wunderschönen Hexentanzplatz. Parkanlagen und der Waldkatti". Von dem letzteren Hotel, bis zum Aufstieg nach den beiden Felsen r?iht sich Kneipe an Kneipe, es ist der reine Jahrmarkt. Ein zweites Wunderthal des Harzes ist das Selkethal, das sich südlich vom Lauf der Bode entwickelt und bei Lindenberg einen großartigen Bergbauund Hüttenbetrieb erschließt. Diese Gegend bietet dem Wanderer wenig, aber die liebliche Selke führt uns bald 'nach Alexisbad, Harzgerode und nach Mägdesprung und da kommt der Naturfreund auf seine Rechnung. Wir wandern im Anhalter Ländchen, und hier ist Vieles abgesperrt, wa5 uns interessirt. Doch der Herzog von Anhalt kann nicht Alles absperren, die herrlichen Laubwälder, die prächtigen NaturParks, die schönen ölumenbesprenkelten Auen bleiben unö offen. Hier liegt die Ruine der Burg Anhalt, natürlich abgesperrt. Hier liegt auch der herrliche Falkenstein, eine der wenigen alten Burgen Deutschlands, welche nicht zer, stört worden sind, und welche noch heute bewohnt werden. Was wir da sehen. Blick auf Hexentanzplatz und Roßtrappe. vorausgesetzt, daß wir hineinkommen, wirkt düster und unbehaglich. Das Schönste bleibt der wundervolle Ausblick von den hohe Wartthürmen auf das Wäldermeer da unten und auf das schöne Tiefland bis nach Aschersleben hinaus. Eine wunderschöne Harzstadt ist Blankenburg, am besten auf herrlichen Fußpfaden in einigen Stunden von der Roßtrappe aus zu erreichen. Das Städtchen liegt am Fuße seinesSchloßberges, welchen die altberühmte Burg Höhlenwohnurg in Langenftein. krönt. Diese schloßartige Burg besitzt eine rnche Geschichte, deren Faden sich von Hier aus bis 'iach den Thronen von Petersburg und pans spinnen. Es besitzt auch eine prachtvolle Gemälde-
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sammluna und ist überhaupt reich an
Kunstwerken .und Denkwürdigkeiten. Das jetzigeSchloß wurde im 16. Jahrhundert auf den Trümmern einer Burg Mägdesprung. erbaut, welche schon in den Kämpfen Heinrichs des Löwen mit Friedrich Barbarossa zerstört worden ist. Bei Blankenbura liegt auch der R e - g e n st e i n, ein merkwürdiger Sandsteincoloß. welcher im Mittelalter zu einer gewaltigen Festung ausgebaut wurde, indem man die Felsen aushohlte. Der Ursprung der Befestigungen datirt auf das Jahr 1090 zurück. Juliüs Wolff hat die bluttriefende Geschichte des Regensteins poetisch verklärt. Die letzte Belagerung hat das Felsennest im siebenjährigen Kriege erlebt. Die Franzosen eroberten die Beste damals, mußten sie aber bald wieder an Preußen abtreten. Auch das ehemalige KlosierMichaelstem. eine halbe Stunde vom Regenstein lieblich eingebettet in Laubwald, Fischteichen und Waldwiesen, ist wohl eines Besuches werth, da noch viel von den Rui Marktplatz, Harzgerode. nen des Klosters erkalten ist. Ungefähr auf der Mitte des Weges zwischen Blankenburg und Thale liegen die beiden vielbesuchten Sommerfrischen und Hotelcolonien Gernrode und Suderode und auch nach dem herrlichen Ballenstedt hat man von Blankenburg aus nicht weit. Schloß Ballenstedt ist die Stammburg der Askanier undAlbrecht der Bär- liegt dort begraben. Ein wundervoller Park umgibt das Schloß, aber die schönsten Theile desselben sammt dem Schlosse sind vom Anhalter Herzog gesperrt. Gernrode besitzt in seiner Stiftskirche, einem romanischen Bau aus dem 10. Jahrhundert, ein Prachtstück ersten Ranges. In diesem Theile des Harzes gibt es heute noch Troglodyten (Höhlenbewohner) und zwar in dem Dorfe Langenstein, welches unweit Blankenburg liegt. Freilich haben die dortigen Höhlenbewohner e? vortrefflich verstanden, sich mit der Neuzeit abzufinden. Die Klüfte in dem Sandstein der Felsen sind weiter ausgehöhlt worden und dann zu Wohnzwecken benutzbar gemacht, indem man vor der -Höhle" hüttenartige Anbauten errichtete. 'mmmmm Blankenburg. Die beiden Städte Quedlinburg und Halberstadt liegen in unmittelbarer Nähe dieses Theils des Harzes, von den Aussichtspunkten desselben sieht man fast in die Straßen hinein. Zu Quedlinburg wurde Klopstock geboren. Heute ist Qu. eine blühende Gartenstadt von 30.000 Einwohnern. Ein herrliches Bauwerk ist die Schloßkirche, in welcher der Erbauer derselben, König Heinrich I., begraben liegt. Halberstadt ist eine der ältesten Städte Norddeutschlands und seine Straßen tragen zum Theil auch heute noch mittelalterliches Gepräge. Schon im Jahre 804 wurde Halberstadt Bischofssitz. Dom und Rathhaus sind Vauersfrau und Cchaser im Harz. wahre Prachtbauten und gehören mit zum Schönsten, was uns die Vorzeit hinterlassen hat. Hier wirkte Vater Gleim und die von ihm begründete Dichterschule nahm von Halberstadt ihren Ausgang. Heute ist H. eine mächtig aufstrebende Handels- und Jndustriestadt von ungefähr 40.000 Einwohnern geworden.
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