Indiana Tribüne, Volume 25, Number 113, Indianapolis, Marion County, 12 January 1902 — Page 3
JndZanärlbune, Sönnkag, 12. Janltar 1902.
Gräfin Ceszeö. Koinan von Heinrich Lee.
(6. Fortsetzung.) Die Vorstellung hatte noch nicht öe--Gönnen. Sisi war ganz still geworden. und Kenn Misko sie etwas fragte, so gab sie zerstreute Antworten. Zum rsten Male seit so langer Zeit glänzten sie wieder die alten Lichter.Aänke, Säulcn. Wände und unten der kreis?unde Raum an, denn diese Dinge, genau bis auf den 2irchmeftei der Manege, über den Sisss Blick mit Kennermiene nun hinweg flog, waren sich überall in einem Geschäftgleich. Zum ersten Mal zog sie wieder diesen Duft in die Nase, gemischt aus Stallgeruch, den imprägnirten Deco- ' Nationen und dem warmen Athem der Menge. Aber zum ersten Mal faß sie selber hier, hier unter der Menge, statt dort hinter der Garderobe auf ihr Zeichen zu warten, und sie kam sich Plötzlich wie verstoßen vor. Die Musik begann, es war schlechte, kunst7ose Circusmusik, ein Galopp mit -scharfen Rhythmen, schrill und ohne Modulation, aber in Sisi'S Ohren klang er schöner als die kunstvollste Opern- oder Concertmusik. Dann kam die erste Nummer, eine Tänzerin auf dem Drahtseil, der die Herren, weil sie nicht besonders hübsch war, nur eine sehr getheilte Aufmerksamkeit schenkten, aber Sisi wandte nicht das Auge von ihr ab. Nicht Sehnsucht, nicht Neid kam über sie, nur eine ungeheure Eifersucht. Endlich war die Nummer vorüber, das Publikum applaudirte, die Künstlerin hüpfie davon, und einer von der Stallineisterschaar, die hinter der Piste stand, riß vor ihr die Thüre auf. In diesem Augenblick stieß Sisi einen leisen Schrei aus. Was ist Dir?" fragte Misko, indem er sich zu ihr beugte. Nichts nichts erwiderte Sisi. Während der folgenden Nummer begab sich Misko, weilSisi ihr Opernlas vermißte, das er in seinem Ueberzieher hatte, hinaus nach der Garderobe.' Siehst Du ihn?- flüsterte Sisi hastig Camilla zu. Ja," erwiderte Camilla. Auch Camilla hatte Leonard sofort erkannt. Auf Sisi's Gesicht malte sich Furcht -und Entsetzen. Wir wollen fort sagte sie Misko soll gleich mit uns gehen Du bist verdreht antworteteFrau Camilla gelassen. Sie sah seltsam zu--frieden aus. Doch, ich sage es ihm' Und Sisi stand heftig auf. Was willst Du ihm sagen?" sprach Frau Camilla streng. Daß Du in Leonard vernarrt gewesen bist, und daß Du blos deshalb mit einem Mal fort willst, weil Du Dich vor ihm fürchtest? Wie?" Camilla hatte recht. Sie mußten bleiben. Misko kam zurück, er reichte Sisi das Glas, von dem Vorgefallenen aber merkte er nichts. Wohl glitten auch seine Augen gelegentlich auf die Stallmeisterschaar, aber kein bekanntes Gesicht darunter fiel ihm auf. Den ganzen Abend hingen Sisis Augen an Leonard. Erst hatte sie Furcht, daß auch er sie erkennen wllrde, aber sie ließ den Schleier über ihr Gesicht fallen. Zu Misko sagte sie, daß das Licht sie blende. - Wie Leonard sich verändert hatte. Er hatte etwas Gewöhnliches bekommen. Sisi fühlte es. Er gefiel ihr gar nicht mehr. Nein sie wollte ihn niemals wiedersehen. Die Vorstellung war zu Ende. Im Wagen, in dem man nach dem Hotel fuhr, war Sisi eigenthümlich schweigsam. Misko konnte bei dem Dunkel ihr Gesicht nicht sehen. Er schrieb ihre Schweigsamkeit dem Eindrucke des Abends zu, und darum schwieg er selbst. Du sollst so oft hin, Sisi, wie Du willst sagte er endlich. Da fühlte er seine Hand von ihr - umklammert. Niemals, niemals will ich wieder hin Camilla saß auf dem Rücksitz und sprach kein Wort. In den nächsten Tagen fühlte sich Sisi zufrieden und glücklich. Sie fing an, in ihren Gedanken Leonard mit Misko zu vergleichen, und Leonard verlor bei diesem Vergleiche immer mehr. Erst jetzt erkannte sie, wie herzlos, roh und geizig er oft gewesen iwar. Auch Misko gewahrte eine Veränderung an ihr. Alle schlimmen Folgen hatte er von jenem Abend befürchtet und daß mit einem Male die alte Sehnsucht in ihr erwachen würde. Die Probe auf sein Exempel war dieser "Abend gewesen. Die Probe war bestanden. Durfte er feinem Glücke nun endlich trauen ? Camilla war in diesen Tagen einige Male abwesend. Sie sagte, daß sie Besorgungen und' Einkäufe zu machen hatte, obwohl sie sonst solche mit Sisi immer gemeinsam erledigte. Aber sie erklärte es Sisi so, daß Sisi sich nicht zu wundern brauchte' und die beiden jungen Eheleute ' verlebten wieder Stunden mit einander wie in den schönen Tagen von Venedig. , In einer solchen glücklichen Stunde draußen fiel der Schnee, und in dem zugigen schwarzen Marmor - Kamin ihres Hotelzimmers brannte ein schlechtes Feuer sagt Misko: Sisi, ich d.nke an die Heimath und Wie gemüthlich es wir jeZt zu Hause ' Mten. Wollen wir heim?" Ja, auch Sisi sehnte sich heim. Feim!" FMher. hatte sie das Wort nicht .mdm. Wim haiit sie il rst et "7 - Ur-
.Bereiten Sie die Sachen meiner Frau zur Abreise vor befahl Misko, als Camilla zurückkam wir reisen nach Hause lassen und Misko war mit Camilla allein. Was ist?- fragte Camilla, als hörte sie nicht recht. Wir reisen nach Hause wiederholte Misko mit erhobener Stimme. Nach .Hause nach Zombkowi kowa?
.Ja Sisi hatte gerade das Zimmer verWer sagt das?" .Ich.Und Misko schlug einen Ton an, wie ihn Frau Camilla noch nicht von ihm bisher zu hören bekommen. Das wollen wir sehen schrie Camilla. Der ganze, in ihm gegen dieses Weib aufgespeicherte Zorn machte sich jetzt mit einem Male Luft. Rücksichten waren nun nicht mehr von Nöthen. Wenn es Ihnen nicht paßt so kam es von seinen Lippen dann bleiben Sie, wo Sie wollen! Berstehen Sie mich? Sisi bedarf Ihrer nicht mehr. Nennen Sie mir die Summe, die Sie haben wollen, und dann gehen Sie!" Misko verlief das Zimmer. Frau Camilla war allein. Wuth und Haß verzerrten ihre Züge, dann aber trat ein höhnisches Lachein der Befriedigung daraus. Nun ist es gut!" murmelte sie. Natürlich bereute Misko wieder seine Heftigkeit. Ich habe mit Camilla Streit gehabt sprach er bald darauf zu Sisi sag' ihr, es thut mir leid." Sisi erschrak. Sich von. Camilla trennen! Was sollte aus Camilla werden? Nein nein! Das war nicht möglich. Saoe lbr also beiamtlate sie Misko, es thut mir lei Ich bin nicht, wie Du denkst erwiderte Camilla, als Sisi zu ihr stürzte, mit einer Sanftmuth und Demuth, die Sisi in Erstaunen setzte er hat Dich zu lieb, darum mochte er Dich ganz allein haben und mich los sein. Ich trage ihm nichts mehr nach, und wenn er und Du es so wollen. dann bleibe ich wieder. Siehst Du, ich habe ihn gereizt, er hat mir von der Abreise gesprochen, und darin habe ich mich im ersten Augenblick nicht finden können. Nun aber soll alles so sem, wie Du, wie er es haben will. Sag' auch Du ihm von mir, daß es mir leid thut. Ueberhaupt, ich will nun mit ihm Frieden halten. Das wirst Du sehen." Hätte Sisi einen klugen Kopf gehabt, so hätte diese Rede Camillas sie gewiß sehr mißtrauisck gemacht. So aber verwandelte sich ihr anfänglich großes Erstaunen in die hellste Fruede. Ja, Camilla, ja," rief sie, und sie überhäufte sie mit Liebkosungen und Schmeichelworten. Nun war auch der kleinste Schatten von ihrem Zufammensein gewichen. Auch Misko war von der leichten Capitulation, zu der sich Frau Camilla herbeiließ, befremdet, aber die bevorstehende Heimkehr mit allen ihren Geschäftigkeiten, die Freude, mit Sisi bald wieder auf dem geliebten alten Boden zu sein, drängte alles andere in den Hintergrund. Als bekannter polnischer Magnat hatte .sich Misko der Aufmerksamkeit seiner mannigfachen in Paris weilenden Landsleute nicht ganz entziehen können. Namentlich wurde er von vielen Betteleien in Anspruch genommen. Mit dem menschlichen Jnteresse, das er für die Ueberbleibsel seines untergegangenen Vaterlandes hatte, verband sich das historische. So war ihm unlängst die Kunde geworden, daß auf einem Schlosse in der Umgegend von Paris eine von der Emigration herrührende, werthvolle polnische Bibliothek zur Versteigerung kommen sollte. Der Tag der Versteigerung stand gerade vor der Thür, Misko wollte diesen Tag noch abwarten, am nächsten sollte die Abreise erfolgen. Wann wirst Du wieder bei mir sein?" fragte Sisi, als Misko sich um die Mittagsstunde von ihr trennte. Misko wußte es nicht genau. Jedenfalls kaum vor dem späten Abend. Als er sie zum Abschied in seine Arme schloß, schmiegte Sisi sich fester an ihn. Bleib hier." sagte sie plötzlich mit Angst mir ist so bange." Was hast Du?" Ich weiß es nicht Er drückte sie noch einmal an sich, dann ging er. Sechstes- Capitel. Es war am frühen Nachmittag. Sisi hatte ihr Schläfchen gemacht, und nun lag sie wieder in ihrer Lieblingsposition, die Hände unter dem Kopf gefaltet, auf dem Sopha '. und starrte mit weit geöffneten Augen zur Decke. Camilla saß am Fenster und war ausnahmsweise mit irgend einer wciblichen Handarbeit beschäftigt. Es war genau so, wie zu der Zeit, als Sisi noch unverheiratet gewesen und sie von einem Hotelzimmer ins andere reisten. Noch immer rieselten vor den Fenstern die Flocken herniede?, im Kamin hatte der Kellner frische Kohlen aufgelegt, und gedämpft scholl der Lärm des Boulevards herauf. Sisi gähnte laut. Wie langweilig eS ist, wenn Misko nicht da ist," sagte sie. : 1 Frau Camilla erwiderte nichts. Camilla," begann Sisi von neuem, Du bist vorhin wieder fort gewesen. Vorhin, als ich schlief. Wo bist Dü gewesen?" Rathe mal sagte Camilla. Ich weiß es nicht." .In einem Cafö bin ich 'gewesen , In was für einem Caf6?"
In einem Cas6, wo ich Leonard getroffen habe." Sisi reckte sich auf. Sie sah nicht mehr zur Decke, sie sah jetzt auf Camilla, aber Frau Camilla führte ihre Nadel ruhig weiter. Was sagst Du Leonard?" c r$a. Getroffen hast Du ihn?" C' M a. Kein überflüssiges Wort wollte sich von Camilla's Lippen ringen. Sisi wurde ungeduldig. Erzähle doch." sagte sie. Was soll ich Dir erzählen eS geht ihm schlecht, viel schlechter noch, als man gedacht hat. Ich bin ihm zufällig auf der Straße begegnet. Da bat er. bevor wir abreisen, daß er mich noch einmal sprechen könnte natürlich Deinethalben."
Meinethalben?" a. Frau Camilla nähte weiter. Oder war es eine Stickerei, was sie auf dem Schooße hatte? ' Von Sisis Knieen war die Decke abgeglitten, aber sie merkte es nicht. Was will er von mir?" Von Dir will er überhaupt nichts. An Dich wagt er sich gar nicht heran. yiur erzählen mußte ich ihm von Dir. Er hat eben Unglück gehabt. Auch sein damaliges plötzliches Verschwinden hat er mir erklärt. Seine Mutter war todtkrank, sie wollte ihn vor ihrem Tode noch einmal sehen. Er bekam aber keinen Urlaub, darum ist er contractbrüchig geworden, und uns wollte er in den Contractbruch nicht mit hineinziehen. Das war die ganze Geschichte." In Sisis Augen standen zweiThränen. Seine Mutter? Ja Und sie ist gestorben?" Selbstverständlich." Sisi stand auf. Was hat er Dich über mich gefragt?" Nun, wie es Dir geht, wie Dir das Verheirathetsein gefällt." Er weiß also, daß ich verheiratbet bin?" Ich habe es ihm gesagt. Du kannst Dir denken, wie überrascht. er war." War er böse?" Böse? Das sollte er sich erlauben. Sein einziger Wunsch war. Dich noch einmal in seinem Leben zu sehen. Ich habe ihm natürlich erklärt, daß das nicht möglich ist, denn morgen reisen wir ab. Im Kamin summte das Feuer, auf dem Simse darüber tickte die kleine, in einem geloen eoersutteral steckende Reiseuhr, und allgemach wurde es dunkler und dunkler. Sisi stand jetzt Camilla, die immer noch, trotz der anbrechenden Dämmerung, eifrig mit ihrer Arbeit beschäftigt war, gegenüber. Das ist das Einzige, was er will sagte sie, nur mich sehen?" Das einzige!" . Schlecht, sagst Du. geht es ihm?" Sehr schlecht! Seitoem er damals Dich verlassen hat. hat er Unglück." Sisis Herz wurde von einem, überquellenden Mitleid erfüllt. Und nur sehen" wollte er sie. Wenn sie auch Mis kos Frau war, das war keine Sünde. Aber wo und wie? Wenn Misko dagewesen wäre, dann wäre man eben heute Abend noch einmal in den Circus gegangen, Misko hätte alles erfahren dürfen, er wäre gewiß nicht darüber böse gewesen, und sie hätte Leonard aus der Loge mit dem Taschentuche zugewinkt. Aber Misko kam vielleicht erst, wenn es längst Nacht und zu spät war. Camilla zu ihm hinschicken und ihn herkommen lassen? Nein, das paßte sich nicht. Ich habe ihm gesagt, daß es nicht möglich ist." bemerkte Camilla, als hätte sie Sisis Gedanken ganz genau errathen wir wollen nicht mehr von ihm sprechen Sisi fühlte sich sehr traurig. Plötzlich stand Camilla auf. Meine Medicin," rief sie. jetzt hab' ich keine Medicin mehr, und morgen ist dazu keine Zeit. Ich will doch schnell in die Apotheke." Es war die Medicin, die ihr ein Arzt hier in Paris für ihr Asthma verschrieben hatte. Dann will ich mit Dir gehen sagte Sisi. Sie fürchtete sich, in einer fremden Stadt allein im Hotel zu bleiben, und das wußte Camilla. ' So mach' schnell! Zieh' Dich an!", Camilla eilte in ihr Zimmer. Aber für den kurzen Gang dauerte ihre Toileite merkwürdig lange. Endlich war sie fertig. Sie hatte ihre Pelzsachen angelegt. Auch Sisi hieß sie ihre Pelzsachen anlegen; sie brachte sie ihr selbst aus dem Schrank, und außerdem nahm sie noch ein Tuch mit. , Sisi lachte. Aber Camilla, das ist gerade, als wenn wir verreisen wollten." Zuletzt schloß Camilla noch einen Koffer auf und entnahm eine kleine, stählerne Cassette daraus. Mein Schmuckkasten!" rief Sisi verwundert. Er ist ohne Aufsicht in einem Hotel nicht sicher," sagte Camilla, nun komm'!" Dann verließen beide Damen das Hotel. Der Schnee hatte über die Boulevards unten sein blendend weißes Tuch gebreitet, und mit seinem Glänze wetteiferte derjenige der Laternen, der Cafös, der Kioske und der großenMagazme mit ihren strahlenden Schaufenstern. Dichte Menschenmassen drängten sich darüber, und auf dem Fahrdamm rollten in unübersehbaren Neihen die Equipagen, Fiaker mit ' ..c ...rttf ... l. ?? turnen, mngenoenMoOllM uno uoer laden, mit ctti starken Pferden - be spannte Omnibusse. Meistens waren es Schimmel. Noch niemals hatte
Sisi so viel Schimmel gesehen w;e hier in Paris. Noch immer rieselten die Flocken und fingen sich in den dürren Aesien der an den Trottoirs entlang gepflanzten Akazien und Plata-nen.
Je weiter man auf den Boulevards nach Osten kommt, desto mehr verliert sich ihre Eleganz, desto volksthümlicher werden sie. Der Boden steigt allmahlich an, und mit einem Male sieht man auf dem Fahrdamm ein dunkles, großes, dickes Thor die Porte St. Martin. In der Nähe dieses Thores liegt, seine Front dem Boulevard zu gewendet, das Caf6 Mazarin. Es befindet sich in einem Eckhause, an dem vorbei man in eine enge, dunkle, wenig belebte, mit alten, hohen, sechsund siebenstöckigen Häusern besetzte Seitenstraße kommt. Das ist hier das alte Paris. In dem an das Eckhaus stoßenden Nachbarhause in dieser Straße sieht man einen kleinen Laden, -hinter dessen Scheiben zwei große und Abends beleuchtete, bunte Glaskugeln glänzen und daran ein Schild mit der Aufschrift Pharmacie". Zwischen den beiden Häusern befindet sich ein auf die Straße führender. von einem Holzgitter abgeschlössen Hof, der zu dem Eckhause und dem ilatG gebort und über dem die Aufschrift steht: Entrtfe des Artistcs" Unter den Artisten, die nach Paris kommen, ist das Caf6 Mazarin wohlbekannt. Was zum Bau gehört, das findet sich hier zusammen ausgenommen natürlich die großen Koryphäen. die sich zu gut dazu dünken. Inhaber des Caf6 Mazarin ist Monsteur ustgnan. ein bekannter früherer Clown, der sich vom Geschäft zurückgezogen, jedoch ihm immer noch seine Anhänglichkeit bewahrt hat. In einem mäßig großen, an den Wänden überall mit bunten Lithographien beklebten Hlnterzimmer findet der Artist hier feine Fachblätter; die Agenten kommen hierher, Händler, welche Pferde, dressirte Thiere, Juwelen und sonstige Requisiten kaufen und verkaufen, und was sonst noch mit derKunst Fühlung sucht. Ambelebtesten ist dieses Hinterzimmer in den späten Nachmittagsstunden, kurz vor der Zeit, wenn die Vorstellungen beginnen. An das Hinterzimmer stößt noch ein anderes. kleineres. in dem er an manchen Abenden intime Fest gibt, wobei der Champagner eifrig fließt, und das in den dunklen, engen Hof mündet. Es darf nicht verschwiegen werden, daß dieses kleine, versteckte Zimmer Monsieur Lusignan schon einmal mit der Polizei zu schaffen gemacht hat und ihn bei dieser Gelegenheit sogar fast um seine Concession gebracht hatte. Es war trotz der schon hereingebrochenen Dunkelheit des Wintertages noch früh am Tage, und in dem ganzen Hmterzimmer befand sich erst ein einziger Gast. Es war Leonard. Er stand am Fenster und sah mit gespannter Miene auf die Straße hinaus. Neben ihm. auf einem der kleinen Marmortischchen, stand ein großes Spitzglas mit einer gelblichgrünen, trüben Flüssigkeit und eine Wasserkaraffe Absinth aber das Glas war noch unberührt. Er wartete. Auf zwei Frauen wartete er. Gleich an dem jenem Abend folgenden Morgen hatte er ein Briefchen bekommen. Der Brief war von Camilla und am Tage darauf hatte er die erste Zusammenkunft mit ihr. Sisi hier in Paris und mit ih rem Mann. Ihr Mann! Nicht daß dieser Umstand Sisi verheirathet! ihn etwa eifersüchtig machte, aber wenn Sisi jetzt frei gewesen wäre, nicht verheirathet dann war er gerettet. Camilla, mit der er früher immer Streit gehabt hatte, wünschte jetzt nichts Anderes als er selbst: Daß Sisi wieder frei war, daß dieses Leben mit ihrem Manne, das sie langweilte und außerdem haßte sie diesen Mann ein Ende nähme, lieber heute, als morgen! Nur über den Weg dazu war sie sich noch nicht klar. Sisi liebte ihren Mann, obwohl sie damals in ihn ja, in ihn, Leonard selbst verliebt gewesen war.. Und davon hatte er nichts gewußt. Jetzt nannte er sich einen Dummkopf. Wie vom Himmel fiel sie herab, ihm in den Schooß gerade jetzt, wo er so oft an sie dachte, wo sie ihm so nützlich sein konnte. Eine Kraft wie Sisi war immer gesucht. Wenn er sich wieder mit ihr zusammenthat, dann war er , aus seinem Elend heraus. Nur ihr Mann stand im Wege. Das war das Einzige. Was also hatte Camilla von ihm gewollt ? Sie wußte es selbst nicht. Tag für Tag kam sie zu ihm gelaufen und beklagte ihr Unglück. Als ob er oder sie ihm dadurch hätte helfen können. Heute aber, heute sollte es sich entscheiden. - .. Wieder war sie zu ihm gekommen vorhin, kaum vor zwei Stunden. Slsis Mann hatte ihr irgend etwas Böses angetban, er verreiste heute, und sie war mit Sist allein. Wnn es heute nicht gelang, gelang es nie, denn morgen sollte Sisi mit ihrem Manne
wieder nach Hause reisen. Aber was sollte geschehen? Wie stellte sich das Camilla vor? , Camilla .hatte einen Plan sie hatte ihn darin eingeweiht, und er brauchte ihn nur Wort für Wort zu befolgen. Auch einen Handkoffer hatke sie mitgebracht, den sie ihm zurAuföewahrung übergab und der nun drin, unter, einem Tisch versteckt, zusammen mit. seinem eigenen in dem klein Zimmer stand. Leonard wartete noch immer. Endlich bog in die Straße . vom " i .
Boulevard her ein Fiaker ein. " Vor
dem Nebenhause, vor der Apotheke hielt er an. Zwei Damen stiegen aus. , Sie ist es!" murmelte Leonard. Dann nahm er seinen Paletot und Hu, Die Damen gingen m die Apotheke hinein. Als Sisi mit Camilla im Wagen saß, den diese des Schneewetters wegen angerufen hatte, fragte sie sich, warum Camilla nicht in die erste beste, nächste Apotheke ging, ja warum sie nicht iemand von der Dienerschaft im Hotel geschickt hatte. Der Wagen soll halten," sagte Sisi plötzlich während der Fahrt ich will aussteigen, Du hast etwas mit mir vor." Frau Camilla raisonnirte. Was das wieder für ein nichtsnutziger Unsinn war. Es hätte auch nicht viel gefehlt, so hätte sie darauf bestanden, daß Sist sie allein weiter fahren ließ. Von nun an verhielt sich Sisi ruhig und es war wirklich nur eine ganz gewöhmiche Apotheke, in der sie sich nun mit Camilla befand. Camitla bekam ihre Medicin, und man trat wieder auf die Straße. Das Schneewetter hatte aufgehört, und Camilla fand, daß man nach dem Hotel zu Fuß zurückkehren konnte. ' Plötzlich entschlüpfte Sisis Lippen ein leiser Schrei. Leonard." Die Gestalt eines Herrn, war vor ihnen auf dem Trottoir aufgetaucht. Sisi!" rief er und Leonard blieb stehen. Und Sisi dachte nicht mehr daran,' ob es ein Zufall war, oder ob ihr Camilla eine Falle gestellt hatte. Er reichte ihr seine Hand, und willenlos legte sie die ihre hinein. Hier auf der Straße," mischte sich jetzt Camilla hinein können wir doch nicht stehen. bleiben. Gleich wird's wieder zu schneien anfangen, und dann erkältet man sich noch. Hier ist ein Caf6, da gehen wir hinein." Willst Du, Sisi?" bat er Morgen bist Du nicht mehr da. und dann treffen wir uns vielleicht im ganzen Leben nicht mehr wieder. Komm'!" Er bat sie. Ihr Her? war er gewesen. Immer hatte er ihr zu befehlen gehabt. Daß er sie wie früher mit ihrem Vornamen und Du" anredete, das erschien ihr nur ganz felbstverständlich. Komm!" sagte er noch einmal, und bei diesem zweiten Male klang sein Ton fast so streng und kurz wie früher. Camilla ging voran und sie folgte diesem Ton. Das Hinterzimmer war nicht mehr leer. Eben traten durch die vordere Thür geräuschvoll einige Herren ein. Herren mit eleganten, langen Paletots und glänzendem Cylinderhut, denen eine junge, mit auffallender Eleganz gekleidete Dame folgte. . Hier werden wir gestört. Wir wollen dort hinein." sagte Leonard, und er öffnete das kleine Nebenzimmer. Dann rief er den Kellner. Ich will fort," widersetzte sich Sisi mit Angst. Erst werden wir ine Tasse Kaffee trinken," warf Frau Camilla ein Der Kellner brachte den Kaffee. Frau Camilla aber zog unvermerkt, während Leonard auf Sisi einsprach, eine kleine Dose aus der Tasche, streute mit Blitzesschnelle davon etwas in die eine Tasse hinein und stellte diese dann vor Sisi hin. Dann schloß sie die Thür. So." sagte sie jetzt sind wir ungestört." Nun saßen sie wieder zusammen wie früher. Leonard fing jetzt an, Geschichten zu erzählen, erst von dem .Pech, das ihn jetzt verfolgte, dann von einer großen, neuen Idee, die er hatte. Es handelte sich dabei nur um eine Partnerin, die er noch brauchte. Den Brückensprung" wollte er die neue Nummer taufen. Ueber den Pistenrand sollte, so und so viel Meter hoch, eine Brücke gebaut werden, seine Partnerin sollte ihm auf der Schulter stehen, im Sprung die Brücke nehmen und wieder auf seiner Schulter landen. Unzweifelhaft würde diese Nummer, die auch noch mit gewissen glänzenden elektrischen Lichteffecten ausgestattet werden sollte, großen Effect machen, und die Directoren würden sie auch gründlich bezahlen. Immer war Leonard für Sisi ein Gegenstand der Bewunderung gewesen. Wenn er vo.i den neuen Nummern sprach, die er ersann, so erschien er ihr als der klügste Mensch der Welt. Die alte Bewunderung in ihr regte sich jetzt von neuem. Leonard sprach so sachlich und so unbefangen, ganz nur mit seinem künstlerischen Object beschäftigt, daß Sisi allmah lich ihre anfängliche Scheu verlor. . Der Kaffee wird kalt." bemerkte Camilla und führte ihre Tasse zum Mund. Sisi nahm hastig einen Schluck. Der Kaffee ist so bitter." sagte sie. Dann nimm noch Zucker! Camilla warf ihr zwei, drei Stück Zucker noch hinein. Vielleicht auch noch mehr. . v Was Sisi an der neuen Nummer Leonards am meisten interessirte, war enorme Hohe , die der Sprung hatte, und die Schwierigkeit, die Leonard als der Untermann" selber bei der Nummer hatte. Aber und darüber freute sie ficfc iefct die Vartneim sehne ihm. Warum lachst Du?" fragte Leo nard. I , I , 1-0- I Nun ka'nnst Du die Nummer' doch nicht machen, erwiderte Sisi. Warum nicht? 1 . . Weil Du, leine Partnerin; dazu
hast V .Ich werde schon eine finden ,
Und gleichmüthig nippte Leonard von seinem Kaffee. Keine wirst Du finden rief Sisi erregt einen Sprung von über zirei und einen halben Meter!" Eine glühende Eifersucht regte sich plötzlich in ihr. Als Springerin das hatte ihr Leonard ja selbst einmal gesagt that es ihr keine Andere nach. Einen Sprung von solcher Höhe, von Schulter auf Schulter, 4f dem Panneau und in der Bewegung, den brachte nur eine Einzige fertig das war sie selbst. Deinen Kaffee sollst Du trinken." mahnte noch einmal Frau Camilla. Ohne zu schmecken, ob er süß oder bitter war, goß Sisi den Rest in ihre Kehle. Ich werde mir eine neue Elevin nehmen." sagte Leonard dann wollen wir einmal sehen, ob ich die Nummer mache oder nicht." Er sprach das mit so festem Vertrauen, mit einer so bestimmtenUeberzeugung. daß dieses dunkle, brennende Gefühl in -Sisi wuchs .und
wuchs. Eine neue?" stieß sie hervor. Gewiß, ich war eben ein Narr, ich dachte nur immer an Dich, ich hätte nicht so lange wanVn sollen." Das wirst Du nicht!" Schon morgen werde ich's, schon heute." ' Slsi's Augen füllten sich mit 2!)t5nen. Ich bitte Dich, thu's nicht!" Plötzlich hielt sie inne. In ihrem Kopfe fühlte sie t'xr.iu Druck, gleichzeitig kam mit aller C?walt eine ungeheure Mattigkeit und Müdigkeit über sie. Auch die Zunge gehorchte ihr nicht mehr. Sie wollte noch etwas sagen und konnte es nicht. Vor ihren Blicken wurde es dunkel, und plötzlich sank sie mit geschlossenen Augen in ihren Stuhl zurück. Es hat gewirkt, sagte Camilla. Leonard sprang auf. Was haben Sie mit ihr gemacht?" Ein Schlafpulver habe ich ihr gegeben." Dann gab sie ihm den Auftraa. einen Wagen zu holen. Der Wagen kam, und bnde trugen die Schlafende fc'irch den dunklen Hof im. i. - in oen Auagcn yinein. Betroffen fragte der Gareon, als er sein Geld vom Tische nahm, ob Madame e:n Unglück zugestoßen wäre, aber Camilla beruhigte ihn schnell. Madame" hatte nur einen ihrer gewöhnlichen Ohnmachtsanfälle, und deshalb .mußte man sie nach Hause schaffen. Nach dem Nord - Bahnhos!" nef Camilla dem Kutscher zu. Das übrige Gepäck befand sich aus dem Rücksitz und auf dem Bock Leonard hatte das seinige schon vorausgeschickt. Nur die kostbare, in einer Ledertasche steckende Cassette hielt sie in der Hand. Eine Stunde später dampfte von dem Nord - Bahnhof der Kölner Zug ab. Sisi war noch immer wie todt. Das Pulver besaß Frau Camilla noch von ihrer Kllnstlerzeit her, und es knüpfte sich, eine abenteuerliche Geschichte daran, die zu erzählen hier nicht der Platz ist. Mit Hilfe . von einigen Trinkgeldern war es gelungen, Sisi ohne Aufsehen in den Schlafwagen zu bringen. In hm Bette über ihr ruhte Frau Camilla. Leonard schlief in dem Abtheil nebenan. Ein Alp quälte ihn. Daß er seiner Direction wieder ein mal durchging, das machte ihm kein? Schmerzen; auch seme Gage hatte er. denn zufällig war gestern der Fünfzehnte gewesen. Aber daß er sich nicht wenigstens einen anständigen Vor schuß schnell vorher hatte auszahlen lassen, das war es, was ihm bis in seine Träume hinein tiefen Kummer machte. Spät am Abend kehrte Misko zu ruck. Der Salon, das Schlafzimmer, auch das Cammas alles war dun kel. Er klingelte. Ein Kellner kam heraufgestürzt. Wo ist meine Frau?" Der Kellner wußte es nicht, wohl aber der Portler. Madame sind ausgegangen mit Demoiselle." Wohin?" . Das konnte der Portier nicht sagen. Misko wartete. Er wartete die aanze Nacht. Am nächsten Tage, obne daß er geschlafen hatte, durchstreifte er ganz Paris, er ging zur Polizei, er setzte alle Detectlvinstitute rn Bewegung. Am dritten Tage meldete sich ein Gepäckträger vom Nordbahnhof. Bon den beschriebenen beiden Damen hatte er zusammen mit einem College der einen das Gepäck besorgt; die Dame war noch mit einer anderen, die aber verschleiert war und krank zu sein schien, in den Zug eingestiegen, der nach Deutschland ging. Nach Deutschland! Und Misko warf sich m den nachsien Zug. Siebentes Capitel. Dreißig Stunden lang hatte Sisi geschlafen. Als sie die Augen aufschlug, lag sie auf dem Bett eines Berliner Hotelzimmers nur mit Mühe war es überhaupt - gelungen, da man die Schlafende überall für eine ' Kranke hielt, ein solches Zimmer zu erhalten und verwundert, noch, schlaftrunken und traumumfangen, sah sie, sich vm. Neben ihr auf einem Stuhle sa 5amilla. Wo bin ich?" fragte Sisi. ; Wir sind in Berlin." . Sie glaubte noch zu träumen. .Nber nein sie war ganz wach. v. (Fortsetzung folt.).
I Für die Küche. Saurer Schweinebraten.
Bon einem Stück Rippespeer oder von der Keule schneidet man alles Fett,b und legt den Braten etwa 3 Stunden m Effig. Dann nimmt man ihn ber aus, krät ihn ganz kurz in Butter, wenn man es wünscht, unter Beziehen, von etwas saurer Sabne, und gibt, ihn als sehr schmackbaftes Geriet ril irgend welchen Beilagen. Kaseauflauf. 'Drei Löffel Mebl werden mit her rr'Mhnifrt sIt, Milchzu einem zarten Tciglein derrührt.! Nach und nach schlägt' man suns iiier yinem und rührt 5 Unzen gerieltnen guten Käse darunter. Sodanniwird die Masse noch mit zwei bis zpei und einer halben Tasse beider Mi! verdünnt, sebr Ut aesalzen und h eine gut gebutterte Auflaufformlgegossen. In zwania bis drei ßig Minuten ist die Speise in heißem OferZ fertig und muß sofort seroirt werttn. Li)rzüaliche Grieskl'öne. Ein Volkes Pfund feinster weißerGries wirdkn einem Pint kochender Milch, in die lian ein Stückchen Butter und et was iBah aeacden bat. abaerübrt. bis ih vom Topfe löst. In die etwas erkaZete Masse rübrt man nacb und nach fünf ganze Eier, sticht mit einem in xktt getauchten Löffel etwa eidicke Klöjk ab und backt sie in schwimmendcmrchwemeschmalz goldbraun und bestieut sie mit Zucker. Die Klöße sind zu cekochtem Obst als Hauptgericht, odeÄ als Nachtisch mit emer Wemsauce ode mit eingemachten Früchten zu ge ben C ulasch aus Rindsniere. Ein: mittlere Nindsniere wird in Boiillon weich gekocht, der sie einen sehr guten Geschmack gibt und soll in diestr erkalten. Am nächsten Tage scheidet man die Niere mit dem Fett in f ine Scheiben, schneidet auch etwas gut Speck feinblätterig und läßt dant ein Stück Butter mit Zwiebelrin gen rraun schmoren. Endlich thut man die iiere und den Speck sowie $ Unze Lielja's Fleischextract in die Butter, schwankt Alles gut durch und servirt eZ. wen es ordentlich aufgebraten ist. Mai kann jede Art von Kartoffeln, auch Klöß? und Maccaroni dazu reiS, ammelko telett. Ein schönes derbes Stück Han melfleisch wird geh utet. die Knochen ausgelöst, sodar i das derbe Fleisch sammt demFett fen gewiegt und gehackt, mit Kümmel, etw ls gewiegten Kapern, Salz und Mlstrich abgeschmeckt. Man legt sodam auf drei Pfund Fleisch 1$ Unzen Buer. Vt Unzen geriebene Semmel, drefEßlösfel voll Milch und ein ganzes Ei,!brennt diese Masse auf dem Feuer ab, jo daß sie sich von der Kasserolle ab. löst rührt dieselbe fodann zu dem Fll sch, formt kleine Koteletts rn belie bic r Form aus derselben, steckt in ein jed s ein Rippchen, garnirt sie und bratet it kurz vor dem Anrichten in Butter jBlume-nkohl - Sahnen f up p e (englisch.) Man wäscht und put den Blumenkohl, kocht ihn in Sazwasser, bis er weich ist, gießt ihn ab reibt das übrige, nachdem man einge Röschen zurückbehalten hat, duich ein Sieb. Dann nimmt man em Pint von dem Blunienkohlwasser, qu rlt in dieses zwei Unzen Tapioka. koht, bis es dick und klar ist. Nun fütt man ein Pint Milch hinzu, einen Tieelöffel Zucker, etwas geriebene Mskatnuß und Salz und Pfeffer und d-jt durchgeriebenen Blumenkohl? w nn die Supe kocht, fügt man noch etDas süße Sahne und die Blumen kchlröschen hinzu. Nach' nochmaliger Aufkochen kann die Suppe servirt werden. Kaldsdrieöch enr a g o u t. Ein schönes Kalbsbrieschen wird in lacht gesalzenem Wasser zehn Minuten gekocht, von der Gurgel befreit, dann iii kaltem Wasser abgekühlt. Jnzwi-. scheu läßt man ca. zwei Unzen Butter nkt einem Kochlöffel Mehl blaßgelb anrösten, rührt mit der Brühe, worin dds Brieschen gekocht wurde, eine gebundene Sauce, würzt sie angenehm mit Citronensaft, weißem Pfeffer, geri'ebener Muskatnuß und etwas noch nöthigem Salz, läßt sie aufsieden, passirt sie und legt das quer in schöne Scheiben verschnittene Brieschen ein. Man läßt es noch einmal . aufkochen. Etwas Weißwein verfeinert das Ra gout. Saurer Rinderbraten auf Wildpretart. Ein dickes großes Stuck Rindfleisch aus derKeule oder vom Schwanzstück wird geklopft, in ein Kasserol gelegt, mit grobgestoßenem Gewürz eingerieben, mit gefchnittenen Zwiebeln und Lorbeerblatt belegt, mit sehr mildem rohen Essig übergössen und darin 3 4 Tage marinirt und täglich gewendet. Bor der Zubereitung wird er abgetrocknet, gealzen, in eine passende Pfanne gelegt, n heißer Butter auf beiden Seiten gezräunt. einige Wacholderbeeren und etwas geschnittene Möhre hinzugefügt, ann bestreicht man ihn mit fettem auren Rahm und schüttet allm'älig in -eichliches halbes Pint Rahm an die -auce. Sollte dieselbe zu dick werden, o gießt man etwas heißes Wasser oder Mm Fleischbrühe zu und dämpft den Jraten so lange, bis er vollständig veich' ist. Die Sauce wird, wenn nöhig mit Mehl verdickt und der Rand mit etwas kochendem Wasser losgeZocht. Man giebt gewohnlich Sal bfc Kartoffeln zu dem Braten. "Die erfahrene Schwest e r. Ich weiß nicht. Liji. was Du gegen Charlie hast. Erst gestern hat er mir ewige Liebe und TU5 geschworen. Hör' mir auf. ltt Ewigkeit kenn' ich. Mrten wir ab. ob stk öiö inclusive oder exclusive Weihnc ten dara wird. .
)"
