Indiana Tribüne, Volume 25, Number 113, Indianapolis, Marion County, 11 January 1902 — Page 7

Indium Tribune 11. Januar IM! 5Z.

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Die Dovffchönheit.

Von B. M. Croker. (Fortfttzung.) XXXVIII. Kapitel. Vielleicht.Es war die zweite Woche, des April, und die Rwiera entfaltete ihren höchsten Glanz. Das Wetter war tadellos, der Himmel schimmerte in sanftem kisenblau, die Vlumen blühten in mehr als gewohnter Ueppigkeit, gekrönte Häupter uo) berühmte Namen waren fast so häufig wie lit Primeln, und jeder Gasthos war bis unter dem Dach mit Menschen gefüllt. Fräulein Serle und ihre Begleiterin halten die nähere Umgebung Mentones nun so ziemlich erschöpft, und man machte sich eines Nachmittags in großer Gesellschaft, allerdings auch schon zum zweiten Mal. nach der Annunciata auf, Fußaänacr un) Reiter gemischt. Fräulein Serle l aus ihrem lang;! vertraut acwzrdeen Escl hatte dieses Mal einen englischen.! T.'t ... r i -. ' r oei'iiiäyen zum ieiciiämann, an Vi&t), iie zu Fuß ging, schloß sich ein flr:t?r russischer Offizier der tzmu lichen Earre an, und- Hauptmann SÜn loch fiel einer lebhaften, gescheiöten jur. gen 2Imerifaneiin zu. die sich lebhast f":? Jntic.-? inter:sfi?te, und zwar besonders für das Kriegs- und Liebesglück der dortigen Offiziere. Der Aufs::?g führte A.-.fanzs einen schmalen Fußweg zwischen h.'hen Mauern entlan'Z, ubcr d'..' Orangcn- un) Sitron:nöäume einander zunickten, dann ging es einen steilen gepflasterten Stationenweg hinan. Er.ölich wurde der Gipfel erreicht, und man genoß von der 2erraffe der Annunciatakopelle auZ den hüösch?n Blick in zn?ei tief eingeschnitte.ie Thäler. Die Gesellschaft ließ sich theils in siiller Betrachtung auf den Stufen nieder, tjeils zerstreute sie sich, um wilde Blumen zu pflücken, wobei der Zufall Pegzy und Kinloch zusammcnführte. Nach langem Umherllcttern stiegen sie in der angeregten Stimmung gesunder körperliche? Anstrengung wieder thalabwärts, und Kinloch bemerkte Plölich: Also Fräulein Nancy Belt hat sich verheirathet?" Ja. letzte Woche mit Herrn Potts. Sie haben in Bridaefort ein eigenes Geschäft gekäust." Da müssen sie sich viel erspart haben, in Barminster." So sehr theuer war es nicht, und Freunde haben ihnen geholfen" Peggys eigene Ersparnisse steckten in Madame Potts' Prööic-Salcn" und ich in überzeugt, daß Nan gu:e Geschäfte machen wird. Sie wird die ganze Kundschaf! aus Barton bekommen und den Geschmack der Frauen, schon heranbilden. Ihre Tante und ich sind natürlich auch ihre Kunden!" Sie wollen sich Kleider und Hüte in einem Nest wie Bridgefcrt anschaffen?" Jawohl, wenn auch vielleicht nicht gerade die erste Garnitur." erwiderte Peggy lächelnd. Da möchte ich auch mein Scher slein dazu beitragen, aber zu ferrigen Anzügen aus Bridgefort kann ich mich nicht entschließen!" Schicken Sie ein schönes Hochzeit--geschcnk; ich gebe Ihnen gern die Adresse!" schlug Peggy vorl Herr Whiting könnte auch etwas beisteuern, cr war immer Nans besonderer Verehrer." Wird er gewiß mit Vergnügen thun, er soll aber nur ein selbständiges Geschenk schicken. Uebrigens habe ich i$n heute noch gar nicht zu Gesicht bekommen. Diese Klctterpariie wäre ihm heilsam gewesen; er wird nachgerade feit und träge!" Wahrscheinlich hat er sich nicht von Monte Carlo losreißen können." Ich sehe nichts von unserer Gesellschaft," bemerkte Kinloch, rückwärts blickend. Wollen wir uns nicht ein wenig setzen und auf sie warten? Cs ist. ja Sünd' und Schande, an diesem herrlichen Abend im Wettrenntempo heimzulausen." Peggy war ganz damit einverstan den. und ließ sich, auf einem breiten Steinmäuerchen nieder, das einerseits den Ueberblick über einen gewunkenen staffelartigen Pflasterweg .bot. den schwer bcladene Maulthiere langsa..r emporstiegen. Gerade ihr gegenüber stand, an eine Bergnase angeklebt, ein Häuschen mit rothem Ziegeldach. Der Mclonengarten war mit Drahtnetz ein gezäunt, die Eingangsthüre bildete ein alter Fensterrahmen, der Giebel war aus Kistenholz gezimmert, . aber daö armselige Gebäude sah doch blank und lustig aus. und seine Besitzerin, ein dunkeläugiges junges Weib mit blitzenden Zähnen, scheuerte ihre Töpse und Pfannen unter fröhlichem Singen. Unmittelbar unter Peggys luftigem' ?ltz lag ein Orangenwald. über den hinweg man Menione, die Zackenlinie der Küste und' fern am Horizont wie eine kleine Wolke Korsika sehen konnte. Das Meer schimmerte wie ein Edelstein, von Smaragdgrün sich zu Saphirblau abtönend. . Wunderbar!" sagtePeggy mit einem tiefen Athemzug. Wunderbar!" wiederholte ihr Begleiter, der hochausgerichtet vor ihr stand. Und übermoraen roerde. ich

mich von all' dieser rUchlert losreißen müssen!" ... Sie müssen wohl nach London?" Ja, dienstlich." Und wann werden wir Sie wiederse'n?" Das." erwiderte er. sich neben sie setzend, hängt von Ihnen ab." Sie wandte ihr Gesicht ab. so daß ihr reines schönes Profil sich wie eine Kamee von der blauen Luft abhob. Mit zuckenden Mundwinkeln rief sie: Sind Sie denn noch immer derselben Meinung?" Gewiß immer. Und Sie? Fürchtcn Sie sich immer noch vor der Liebe?" Nein." .versetzte sie ganz leise, aber Sie müssen nicht eine Frau wie mich hcirathen." Wenn sie Ihnen nicht auf ein Haar gleicht, so werde ich als Hagestolz s!erden. ..." Peggy erröthete heiß. Was würden JhreBerwandten dazu sagen?" ' Sie wissen ja selbst, wie lieb Sie der Tante sind!" . . Ab sie hat so wenig Weltklugheit,

-ist so ganz verschieden von anderen Men,ch:n. daß sie keinen Maßstab aogibt!" Und Kathleen Hesketh die. nebenbei bemerkt, heute von Bombay ab--segelt ist die auch nicht maßgebend? Usöcrhaupt, weshalb wollen Sie nur an andere Leute denlen. und nicht an mich?" Ich .denke ja an Sie. die Rücksicht auf Sie und wäre es nicht zu bald. zu plötzlich ' Wenn ich warten soll, will ich warten." Und wenn Sie zwanzig Jahre warten, so bleibt -das Eine gleich ich passe nicht für Sie!" Meinen Sie nicht, daß ich das am besten beurtheilen kann?" Sie gab keine 2lntwort. sondern schaute unverwandt auf die See hinaus, während sein Blick an ihrem sei nen Profil hing. Mit der Zeit kommt Alles, sagt man. Wird nicht auch die Erfüllung meines Sehnens kommen, Peggy?" Keine Antwort. Peggy!" flüsterte er eindringlich. Ganz langsam wandte sie ihm das erblaßte Gesichtchen zu und stammelte leise: Vielleicht!" Geben Sie mir die Hand darauf," bat er. Sie that es zaghaft, unschlüssig. Er ergriff ihre Hand, stand auf. nahm den Hut ab und führte sie an die Lippen. Ein breitschulteriger Kapuzinermönch mit weißer Kordel und derben Sandalen kam gerade schwerfällig die Stufen herunter, und als er des Paars ansichtig wurde, ging er noch langsamer, als zuvor. Es' war auch wirklich ein hübsches Bild, das sich vom tiefblauen Himmel abhob: der große militärisch aussehende Mann, der sich über die Hand des schlanken Mädch-cns in weißem Kleid beugte. Es lag eine solche Ritterlichleit. fast Anbetung in der Bewegung so konnte man einer Fürstin ja, selbst einer Heiligen die Hand küssen: Seine schwarzen Aeuglein zwinkerten lustig, als er jetzt näher kam. Kinloch sah ihn gelassen an und setzte ruhig den Hut wieder auf, während Peggy ihn gar nicht bemerkte. Im Vorübergehen hob der heilige Vater unwillkürlich die Hand gegen sie. War es ein Gruß, oder war es ein Segen? . ' Seltsam, daß Hauptmann Kinloch eine volle Stunde lang nicht auf den Gedanken kam. daß ihre Gesellschaft längst auf einem anderen Wege nach Hause zurückgekehrt war. XXXIX. Kapitel. Alte Rechte. Unter den Vielen aus aller Herren Ländern, die der strenge nordische Winter arf die Riviera getrieben hatte, befand sich auch Herr Whiting. Das englische Klima hatte indeß keine besonderen Anstrengungen zu machen gebraucht, um ihn zu vertreiben, kam er doch jedes Jahr nach Monte Carlo, und bewohnte im selben Gasthof immer dasselbe Zimmer. Natürlich hatte er die Bekannten öfters getroffen, sowohl Kinloch als Fräulein Serle, mit der er sogar verwandt war.' In Fräulein Serles hübscher Gesellschafterin, einem Fränlein Hayes, hatte er zu seinem höchsten Erstaunen Peggy Summerhayes aus Nieder-Barton und Frau Goring aus Dudlin erkannt. Was sollte das heißen? Whiting mußte die- . ser Sache auf den Grund kommen, und seine Wißbegierde wurde schließlich so lästig, daß ihm Kinloch, mit Peggys Zustimmung, den Fall klar gemacht hatte. " , . Nachdem er Alles erfahren hatte. lebnte sich Whiting schnappend wie ein Fisch im Lehnstuhl zurück und fand cxf nach geraumer Zeit die Sprache wieder Es kann ja zufällig wahr sein sagte er endlich.- aber' diesem Goring traue ich nicht über den Weq. Er war immer ein Lügner und nie um kühne Ausreden verlegen. Ist die Geschichte untersucht worden?" Bis jetzt nicht, ich habe aber nunmehr Auftrag gegeben, ohne Rücksicht auf die Kosten Nachforschungen anzustellen." Und das Ergebniß?" Kann derzeit nach noch nicht da sein Hätte ich das Mädel doch selbst geheirathet," platzte Whiting nach einer ' Weile lo. .oder Sie! Wesbalb in

aller Welt haben denn Sie es mcht gethan? Sie waren ja der Entdecker!" Nur, daß ich für Fräulein Summerhayes. damals gar nicht vorhanden

war!" . Sie haben ihr dann wohl die angenehme Stellung bei Ihrer Tante verschafft?" bemerkte Whiting nach abermaligem stillem Nachdenken. Durchaus nicht! So wenig als Sie! $ch war vielmehr auf's Höchste überrascht, in der Gesellschafterin meiner Tante eine Bekannte zu entdecken." Hm! Ein überaus freundlicher Einfall des Schicksals!" Wieso?" Mir hat's nie im Leben so unter die Arme gegriffen!" Ich bin immer noch im Dunkeln über Ihre Meinung." Im Dunkeln mögen Sie ja sein, aber wenn ich nicht geradezu- ein Schafskopf bin, so lieben Sie Peggy sagen wir vorläufig einmal Sum-' merhayes?" . Ja. das gebe ich zu," gestand Kmloch offen. Und zwar ist's eine alte Geschichte Sie brauchen sich nicht darüber zu schämen." ' Nein, dazu sehe ich auch keinen Grund!" Und sie wird hoffentlich so glücklich ausgehen, wie alle Märchen: und sie lebten noch viele Jahre herrlich und in Freuden." Sehr freundlich; über den Ausgang bin ich aber vorderhand noch sehr im Unklaren." Warum ziehen Sie nick! mit Ihrer Gesellschaft nachMonteEarlo hinüber? Ich möchte Sie gern unter den Augen haben." Zu Monte Carlo gehört ein Monte Christo, und ich bin kein reich Mann." Nein, nur verliebt sind Sie!" Dieses Gespräch hatte kurz nsch'Kinlochs Ankunft an der Riviera stattgefunden. ' Jetzt, am Tag vor seiner Abreise, fand in Monte Carlo ein Blumenfest statt, dem Kinloch sammt Tante und Peggy. sowie halb Mentone beiwohnte. Fräulein Serle war mit einer gleichgestimmten Seele in's Nachmitlagskonzert im Kasino gegangen, während ihr Neffe. Peggy und Whiting vorzogen, im Freien zu bleiben. Es war ein sonniger, herzbefreiender Tag, die Luft selbst schien von Musik zu schwirren. Äuf der herrlichen Terrasse hin und her gehend, entdeckte das Kleeblatt manche bekannte Erscheinung, da England im Frühjahr bekanntlich an der Riviera zu suchen ist. Berühmte Politiker. Schriftsteller. Schauspieler und sogar Frau Catchpool! Sie wanderte mit einer umfangreichen alten Dame in blauem Sammtkragen auf und ab und erregte die allgemeine Bewuüderung durch einen Hut aus üppigen Fliederzweigen, der ihr weißgetünchtes Gesicht und das lohfarbene Haar umrahmte. Peggy ging in eifrigem Gespräch mit Whiting zwischen ihren beiden Rittern, und sah so entzückend frisch, belebt und anmuthig aus, daß ihr alle Blicke folgten. ' Whiting nahm den Beifall, den seine" Dame fand, mit Schmunzeln wahr, und erinnerte sich dabei eines ähnlichen Spazieraangs beim Forestersest in Mittel-Barton. Damals hatten Milchmädchen und Bau;?n seine Begletterin offenen Mundes angestarrt, heute erregte sie die Bewunderung von Fürsten und Botschaftern! Im nächsten Monat gehe ich wieder nach Nieder-Barton," bemerkte er. Ein etwas anderes Gemälde!" . Allerdings! Wird's Ihnen nicht etwas langweilig vorkommen?" Langeweile kenne ich nicht! Ich bin mir selbst genug! Ein paar Bissen zu essen und philosophische Weltanschauung sind im Grund Alles, was der Mensch braucht." Nur müssen die paar Bissen" von einem französischen Koch zubereitet sein," schaltete Kinloch lächelnd ein. . Womit unsere gute Frau Banner leider nicht wetteifern kann!" gab Whiting seufzend zu. Dort geht die Herzogin von Pantaheria eine verzweifelte Spielerin. Und wen haben wir denn da?" konnte er gerade noch ausrufen, als Frau Catchpool auf sie zugestürzt kam. Nein, Peggy!" rief sie mit der ihr eigenen Unverfrorenheit. Wer das gedacht hätte daß wir uns gerade in diesem Sündenpfuhl wieder treffen würden!" Sachkundig überflog ihr Blick Peggys schicken Anzug und das duftige Pariser Hütchen. "Bitte, setzen Sie doch kein so frostiges Gesicht' auf! Sie wissen ja doch, daß ich S i e immer gern hatte? Und, was seh' ich" sie riß die Augen weit euf Hauptmann Kinloch! Mit Ruhm und Wunden bedeckt! Ein Mann, der mich nie leiden mochte. Aber Peggy. ich finde, daß es wirklich höchste Zeit jur mich ist, meinen Dienst miedet anzutreten als Ehrendame nämlich." Aber, gnädige Frau," wandte Whiting mit einer ganz ausgesuchten Verbeugung ein, Sie werden mich doch nicht um's Amt bringen wollen? Ich eigne mich ausgezeichnet für. diesen Posten als alter bewährter Freund der jungen Dame!" Alt? Das will ich nicht bestreiten," war die herzlose Antwort, aber bewährt, das müßte mir erst Jemand bezeugen! Kommen Sie mit mir in den Spielsaal, Peggy zur Erinnerung an alte Zeiten? Ja. so. Sie haben, ja f nie gespielt. Ich gewann gestern Abend ' achtzig Napoleons nach Tisch hab? ich immer Glück." .

D, Frau Cätchpool, rönnen Sie mir nicht sagen, wo mein Papa ist?" fragte da ein großes blondes Mädchen, ganz athemlos vom Laufen.- Ich suche ihn überall!" ' Gestern traf ich i h nund da suchte er Sie sollte er Sie seither nicht gefunden haben? Warum führen Sie ihn denn nicht am Strick?" , Ohne sich an die ungezogene Antwort zu kehren, eilte die. junge Dame weiter. Wo wohnen Sie denn, Peg?" , In Mentone, Hotel zu den Vier Winden." Und ich hier im Hotel de Paris, mit Lady Barbarossa. Gussie ist. wie Sie sich denken, können, verheirathet sie leben schon wie Hund und Katze! Aber Lady B. wartet, und ich muß mich beeilen! ' Schreiben Sie mir ein paar Zeilen und bestimmen Sie selbst den Tag, walin Sie herüber kommen wollen und, mit mir. essen, nachher gehen wir dann die Spielsäle und amüsiren uns ein wenig. Bringen Sie nur Ihre Zahnbürste mit ich behalte Sie doch über Nacht. Jetzt aber muß es geschieden sein. Auf Wiedersehen, Peg!" Herr Whiting, der sich die Dame in dem selbst für Monte Carlo auffallenden Anzug und mit dem selbst für Monte Carlo stark gefärbten Haar die ganze Zeit besehen hatte, ohne in's Klare zu kommen, zu welcher Gesellschaftsschicht er sie zu. rechnen habe,

trennte sich jetzt meuchlings von seiner Gesellschaft. Er amüsirte" sich leider auch gern und spürte einen Zug des Herzens nach den Ärente-et-Quarante-Tischen. Sie waren sämmtlich dicht besetzt und von einer dreifachen Mauer von Zuschauern umgeben. Endlich gelangte er zu seinem Lieblingstisch, stellte sich hinter der Zuschauerreihe aus die Zehen und arbeitete sich behutsam in den Kreis hinein bis dicht hinter den Stuhl einer Dame. Sie stützte beide Ellenbogen aus das grüne Tuch, und vor ihr lag ein Haufen Goldstücke; ein juwelenbesetzter Bleistift glitzerte in ihrer weiß behandschuhten Rechten. Als Whiting sich vorbeugte, um seinen Einsatz auf den Tisch zu legen, bemerkte er, daß sie stark geschminkt war. Diese war eine Französin und ganz erstaunlich gekleidet; sie trug einen goldenen Gürtel mit funkelnden Edelsteinen um den Leib, eine Diamantenkette um den Hals und auf dem Kopf ein wahres Gebäude von blauen und fliederfarbigen Federn. Ja, sie war offenbar eine wirkliche Französin, aber ihr Begleiter, ein dicklicher Herr mit aufgedunsenem, fleckigem Gesicht, der den Arm in der Schlinge trug, sah aus wie ein. Engländer und erinnerte Whiting an irgend Jemand. Er sah noch einmal genauer nach ihm hin, und ließ fast seinen Einsatz fallen, als er Goring erkannte! Ja, er war's, der leibhaftige Charlie Goring, aber so furchtbar verändert, daß man wirklich zwei Mal hinsehen mußte: sein Gesicht roth und, gedunsen, die Augenlider geschwollen, der Ausdruck verroht sollte er sich zu seinen anderen Lasiern auch noch das Trinken beigelegt haben? Er und die Dame, es war ein Fräulein Zo-Zo von einer Spezialitätenbühne, standen offenbar auf sehr vertrautem Fuß. denn sie langte gelegentlich nach sei.-.em Geld hinüber, und nahm ihm lachend oder mit einem kecken Witz etwas weg. Und das Paar draußen? Wenn sie einander begegneten! Whiting ließ das Spiel im Stich und bahnte sich einen Weg in's Freie, um Kinloch zu warnen, allein er traf weder ihn noch Peggy auf der Terrasse. So mußte er sie denn

ihrem Schicksal überlassen, tröstete sich indeß damit, daß Goring ja doch bis zum Morgengrauen im Spielsaal bleiben werde. Kinloch war indessen mit Peggy nach dem Platz vor dem Kasino gegangen, wo die Musik spielte und man an runden Tischchen vor den Kaffeehäusern auf der Straße saß. Tante Sophie mit ihrer Begleiterin wird jetzt bald kommen, und ich habe den beiden Damen einen Thee im Caf6 de Paris versprochen," sagte Klnloch. .Sie finden es ungeheuer pikant, einmal auf der Straße zu sitzen. Wir müssen uns gleich einen Tisch sichern, denn gegen fünf'Uhr strömt Alles hierher." Als sie nach einigem Suchen einen passenden Tisch gefunden hatten, bestellte Kinloch Thee, Obst und Gefrörenes, indeß Peggy sich, langsam die Handschuhe abstreifend, die fröhliche Menschenmenge ansah. Wollen Sie nicht lieber Ihre Tante am Kasino abholen?" fragte sie Im Gedränge findet sie nie ihren Weg," Freilich, aber ich , lasse Sie nicht gern allein hier, und wenn wir Beide gehen, kommen wir um unseren Tisch." Und wenn Sie den Tisch hüten, und ich die alten Damen abhole, verlieren wir uns vielleicht Alle das ist so ein Fall wie das 'Uebersetzen von Wolf, Geißlein und Kohlkopf! Soll ich den Wolf oder den Kohlkops vorstellen?" fragte sie lachend. , Beim Klang ihrer Stimme drehte sich eine Dame mit leuchtendem Haar und einem Federnthurm nach ihr um, sah sie an und sagte dann ganz laut zu dem Herrn, der neben ihr saß: Das ist die junge Dame, die der Erzherzog so wunderschön findet! Scheint ihr Mann zu sein, der Herr daneben." Plötzlich hörte man einen Stuhl rücken, Peggy sah auf, und Goring stand tox be, (Fortsetzung folgt.)

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