Indiana Tribüne, Volume 25, Number 107, Indianapolis, Marion County, 5 January 1902 — Page 6
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lmWge dMll) ZMtschlmh. An der sranzaststt?en Grenze.
(Copyright I90I by V Kein Kulturland der Welt hat Zz viele Grenzen, als das mitten in Eurc?a belegene Tutschland. Da gehtö hinüber nach Belgien und Hollan , nach dem durch Zollanschluß verbukSeiten Luxemburg, nach der Schwek und auf so vielen Pfaden nach Oeste ich aber diese Landesgrenzen sich doch nicht ganz Kulturgrcnzcn, d Ueberqana ersolat satt purios, in waren nickt die Zollbeamten, weid uns mebr oder weniqer derb daran innern, daß wir vaterländischen Bzfctrt verlassen, wir Würden's kaum brrnerken. Denn deuticye Sprache uiid deutsches Volksthum begleitet uns nclh eine gute Strecke weit, sogar nach Vt'zien hinein und nach dem noch mejr stammverwandten Holland. In dir Schweiz und in Oesterreich aber bleiht man noch lange auf deutschvolklichen Voden. So ist die Grenze fast gaz verwischt, nur die Uniformen und in. sere Börse verweisen uns auf die Freude. Die Börse, weil im Landed's Guldens fast alles theurer ist, als n Deutschland, während in der noch Franken rechnenden Schweiz in dn kleinen Ausgaben sich sogar Erspar nisse zeigen. Ganz anders sind )it Grenzüberschreitungen nach Dän:mttk f,iit, namentlich aber nach Rußland ujd nach Frankreich. Da sind die Schratken wirklicke Völkerfcheiden. da melkt man den Uebergang auf Schritt uld Tritt. Am stärksteu meldet sich kr i Münft-, Nulturunterschied natürlich an 1er russischen Grenze. Dort ist auch dm gebildeten Deutschen die Sprahe fremd. Dort herrscht er Paßzwckg und eine scharfe polizeiliche UeberMchung der Passanten findet statt, fia wird der Reisende ängstlich, zum anbesten wachsam und vorsichtig. An! er Vogesengrenze kommt dies Geshl nicht auf, obschon die Herrn Nachbvn "fca drüben den Deutschen weit wen! wohlwollen, als die stumpfsinnkn Russen. Die herrliche Natur, fttfie tin umgibt, schlägt eine grüne, sorijc Brücke der Freude hinüber 's rvälsche Land, die Paßschwierigker:n von ehemals haben aufgehört und.)ie kannte Höflichkeit der Franzlen 'hilft spielend hinweg über das Anärauen, das bei den sogenannten 4 p feinden noch vorhanden. 8 Wir befinden uns in m la Schlui t niem echte:? Gebirgspässe, zug!kÄ uohl die interessanteste, jedenfalls e rn Naturschonheiten reichste Grenz c -tion in Deutschland. Das deut 1 e 'Wort Schlucht" haben die Franzj m nicht übersetzen können und so aus ktdeutschen Zeiten beibehalten, wie sie ich ja überhaupt um die Sprache im-l-. saß. während ihrer fast zweihund t jährigen Herrschaft gar nicht gek!.jlinert haben. Die Sprache hätte wv- ? , ii nPl '
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Cchlucht-Grenze mit bcv-n rend der langen Zeit und währenönzux Periode französischen Aufschwujzs und deutschvolklichen Niedergangs,vhne große Schwierigkeit mit .Straps und Stiel ausgerottet werden könen und die Bevölkerung hätte wahrscrinlich dabei mit geholfen. Es ist j P$ nicht dazu gekommen. Der Äme Schlucht stammt von der unge?uer tiefen, von schroffen Felsen gebiteten Schlucht, welche sich längs der Kstsiraße hinzieht. Die Grenzstationsgt 11L Meter hoch aus dem Bergrzltn. cvclcher lanaaestreckt viele Sktden rtiii den Kamm der Voaesen inttu caz.i . m c . v J... ftr. I rt.iuyiu3 vvn jtoio nacy ?uo, UN, die Grenze bildet. Der zweite !e Berg der Vogesen, das Hoheneck.1 st nur eine knappe Stunde von dl U Grenzstation entfernt und auchmr 150 Meter yöhcr, als diese. 5s. . e Eisenbahn kommt hier in diese höen Äegioncn des Grenzgeöirges hina fI 1 i ' 4 1 CTV, Z 0M nS Vs3 sC.n. , ?druben in Deutschland verlasse .'.id r w Frankreich 'wiederfind i ciV6H UiiV UU3 lilliC- IVÜ.I -zir
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ne Gastwirthschaft, und es ist selbstverständlich, daß sich die Deutschen sofort in der französischen Kneipe festsetzen, während die Herren Franzosen drüben an der anderen Seite der Straße am Bock" und an den für sie so guten und billigen deutschen Cigarren sich ben. Jede Nation besitzt hier außerdem ein Postamt, und der Handel mit Ansichtspostkarten, welche die Deutschen mit französischen, die Franzosen mit deutschen Marken beklebt in die Welt hinausschicken, blüht hier in großartiger Weise. Deutschland hat hier an der großen Straße statt des sonst üblichen Grenzsteins auf mächtigem Eisenpfahl den Reichsadler aufgerichtet, die Franzosen schmücken ihre Grenze mit Flaggen. Es sitzt sich schön in der französischen Grenzkneipe beim guten billigen Nothwein oder dem vorzüglichen Kaffee und dabei kann man den überaus lebhaften Grenzverkehr beobachten. Unter den französisehen Passanten sind viele Pariser, denn die schönen Badeorte Longemer und Görardmer liegen nur einige Stunden thalwärts von hier und diese Orte haben starken Besuch aus Paris. So kommen viele zur Grenze. Gern mögen sie ja nicht kommen, aber die liebe Neugier besiegt ja so oft das betrübte Herz, und so kommen sie zu Wagen und zu Rad, auf dem modernen töf-töf und per Omnibus und auch bescheiden auf Schusters Rappen. Vor Okxr - Clsaß. dem Reichsadler machen sie erst halt uno ecyauen ncy oen icywarzcn o- ' gel, der so scharfe Krallen hat. recht . t.rjt t f . . r f . m : lange; meist zögernd überschreiten sie dann die Grenze, um sich nach dem eine halbe Stunde von hier belegenen deutsehen Hotel Altenberg zu begeben, das für Pariser Börsen weit besser eingerichtet ist. als für die bescheidenen Anspräche der mit dem Rucksack antretenden deutschen Touristen. Der Zufall begünstigte mich, als ich diesen Verkehr beobachtete. Ein ganzes Regiment französischer Infanterie marschirte waffenlos auf und machte vor der Grenze halt. Die kleinen schweiß- und staubbedeckten Franzosen machten keinen besonders schneidigen Eindruck. Ihr Oberst stellte sich an dem Grenzpfahle auf und erklärte den Leuten den Verlauf der Grenze, so daß die Soldaten bei den darauf folgenden Manövern die Völkerscheide beachten konnten. Während dieser Belehrung war einer der französischen Soldaten aus Unvorsichtigkeit über die Grenze getreten. Der Oberst hatte es bemerkt und sofort erfolgte die Strafe, ein recht strammer Hieb mit dem Stocke der Officiers, (die meisten Officiere tragen handfeste Bergstöcke.) Der Geprügelte lief davon, und da die franzosische Seite ganz mit Soldaten vollgev im&$ wwwtr und französischen Beamten. pfropft war, so rannte er auf deutsches Gebiet, der Oberst hinter ihm her und so bekam der arme Kerl noch zwei schallende Ohrfeigen und zwar in Deutschland. Wäre eine solcke GrenzÜberschreitung Seitens eines deutschen ivoivaten vorgekommen, so hatte man den Betreffenden mit drei Taaen Arrest bestraft und hinterher hätte er im (peyölmen wohl noch von seinem Unterofficier einige Ohrfeigen davonaetragen, denn öffentlich darf in der deutschen Atmee ja nicht geprügelt werden. Mir bat Zene französlsckie N?strfnn .gar nicht so sehr mißfallen. Jedensaus war oie acye oamu abgethan und für die Zeugen war die Prügelei gleichsam ein Anschauungsunterricht. Sie werden sich in Folge dieier Ezecution die Grenze besser gemerkt haden. Die Franzosen marschirten nach der Belehrung zurück,' um ihre Waffen 'zu holen und verschwanden dann in den Waldern, verfolgt von e: nem alten Weibe, das mit einer Schür ze voll geschmuggelten deutschen Cigar
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ren den Truppen nachlief. Im Vorjahre traf es sich einmal, daß an eben dieser Stelle deutsche und französische Truppen sich begegneten. Sie marschirten dann eine ganze Strecke neben einander her, immer unmittelbar an der Grenze sich haltend, bis jede Truppe auf ihrem Manöverfelde angelangt war.
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Cr 'ÄfJitr. V fit-" i . ctädü. "SW Am Waldsee Retournmer. In den französischen Läden an der Grenze liegen viele Ansichtspostkarten aus, welche derartige Grenzmanövcr schildern. Diese Karten deuten sammtlich auf die Revanchegelüste hin. Ich habe ein paar von diesen Bildchen hier beigefügt. Auf deutscher Seite gibt es natürlich nichts Derartiges. Man hängt da nicht einmal eine Fahne heraus. Wunderbar schön ist die Umgebung dieser Grenzstation. Von allen Seiten ist sie umringt von Bergwald. Auch das belebende Element des Wassers, welches sonst in den Vogesen sehr mangelt, ist hier vorhanden, denn es entspringen auf diesem Höhenrücken nicht weniger als fünf Flüsse, darunter die Meurthe, die Moselotte, und tief unten im Thal auf der französischen Grenze finden wir drei ungemein lieblich gelegene Seen, umrauscht von thurmhohen Edeltannen. Auf der deutschen Seite der Schlucht trägt die Landschaft ganz den Charakter des Hochgebirgs. Felswände stürzen an achthundert Fuß tief steil ab, neben der Straße thürmen sich die Felsen zu ungeheuerlichen Gebilden, ja die Landstraße selbst muß sich in Tunnels unter diesen Felsmassen hindurch winden. Und neben diesen unheimlichen Steincolossen finden wir wieder die lieblichsten Waldbilder. Wo fcje Thalwände nicht ganz senkrecht abfallen, da hat stets die Tanne Wurzel gefaßt und so ist das Gesammtbild abwechslungsreich; neben den eisengrauenWänden das herrliche Schwarzgrün der Hochlandtanne, welche zuweilen die Thalwände zu beiden Seiten und die Thalsohle völlig bedeckt. Keine Spur von Leben in der ungeheuren Schlucht, keine menschliche Siedelung, nicht einmal ein Weg zu erblicken, rings das tiefste Schweigen. Nur ein fernes Rauschen klingt zu uns empor, langsam anschwellend und dann wie sanft ersterbend: die melancholischeMusik des Höhenwindes, der in den Wipfeln der unzähligen Baumriefen spielt. Eulzmatt mit Blick auf Hochgebirge. Ich kenne im deutschen Vaterlande keine Landstraße, welche ein so wundervolles Wandern gestattet, als diese von Münster über das Hochgebirg nach Frankreich hineinführende Kaisersiraße, die diesen Namen nicht blos deshalb führt, weil ein Kaiser sie zum Theil erbaute. Das war Napoleon III. und die Straße ist seine beste Hinterlassenschaft im Elsaß. Freilich ist sie ja eigentlich ein deutsches Werk, so weit sie 'jetzt deutsches Gebiet berührt, aber zu Napoleons Zeit wurde sie von den deutschen Bewohnern des Münsterthals gebaut bis an die Provinzgrenze des Elsaß, bis an die Schlucht. Der eigentliche Erbauer war der Großindustrielle Hartmann in Münster. Das ist so eine, Art von Rockefeller des Münsterthals, jedoch ist er nicht so gierig wie der amerikanische Millionär, der übrigens nach der Behauptung meines Freundes , Schierenberg in Wiesbaden ebenfalls deutscher Abkunft ist. Schierenberg weist nämlich nach, daß der Name Rockefeller häufig im hessischen Taunus vorkommt. Der Urahne des jetzigen Krösus gehörte den unglücklichen Pfälzern an, welche die Königin Anna im Schreckensjahre 1709 in London versammelte. Von diesen wurden mehrere tausend nach Irland geschickt, um einestheils die Leineweber Industrie dort zu stärken 1" KSriTt- 1"-. t.;. . iti ELPn iLCJ Lj niLTOin, r & tisffiPww&FrzF l'ZiULÄi2 frWW? '$&S&M&$$$ Hotel Altenberg. und andererseits das protestantische Element in Irland zu heben. . Jene Ansiedler verloren im Laufe der Zeit ihre Nationalltat und wurden Jrlän der. Der spätere Auswandererstrom brachte viele von ihnen nach Amerika, unter Anderen auch die Rockefellers,
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die sich jetzt als schottisch-irischer Abkunft betrachten, aber ebenso sehr deutscher Herkunft sind, wie die Milliardärs Astor. Das nebenher. Die Hartmanns im elsässischen Münsterthal besitzen seit Generationen dort die großartigen Spinnereien.' Zu Napoleon III. Zeiten war der damalige (kürzlich verstorbene) Chef der Firma bei dem Franzosenkaiser sehr angesehen und Napoleon hat die Hartmann'sche Villa in der Schlucht dreimal besucht. Dabei hat Hartmann den Kaiser veranlaßt, die Kunststraße nach dem
eigentlichen Frankreich hinein weiter zu fuhren, welche Hartmann, und die Gemeinden des Münsierthals schon bis zur Schlucht gebaut hatten. Jener Hartmann hat auch das herrliche Hotel Altenoerg mit ungeheurem Kostenaufwand vor ungefähr zehn Jahren auf deutschem Gebiet gebaut und es im Testament der Gemeinde Münster vermacht. Dies Hotel ist ein wunderbarer Bau, dem unser Bildchen leider wenig Gerechtigkeit zu Theil werden läßt. Es liegt elshundert Meter hoch, angeklebt unter dem Gipfel des mächtigen Altenbergs, welcher das Münsterthal vollständig beherrscht. Die Ausblicke, welche man von jenem Hotel auf dies herrlich angebaute mit Dörfern und Städtchen übersäte Thal genießt, sind unbeschreiblich schön. Man sieht von Die Grenzkneipen, dieser Höhe fast bis in die Rheinebene hinein, in grauer Ferne grüßt Colmar herüber, die Seiten des Thals sind bekränzt von den hohen dichtbewaldeten Vogesenbergen, durch welche sich die schöne Fahrstraße hinaufwindet. Und wenn der Abend seine Schatten über das Thal geworfen hat. dann erscheint dasselbe wie ein ungeheurer See, in welchem sich die ewigen Sterne spiegeln. Dieser Eindruck wird hervorgerufen durch die vielen Lichter, welche in den Hütten und Häusern angezündet werden. Eine Fahrt in der Abendkühle auf jener Landstraße gehört zu dem Genußreichsten, was dem Touristen bescheert werden kann. Stets ruht der Blick auf den lieblichen Thalbildern. bis uns die Pracht des HochWaldes umfängt, die uns nicht wieder verläßt, bis wir vor dem Berghotel halten. Hier verbringt der-englische Premierminister Lord Salisbury jeden Frühling seine Ferien. Diß es in dem nur auf,kurze Sommermonate beschränkten Hotel Altenberg nicht billig sein kann, versteht sich von selbst, aber wer inmitten dieser herrlichen Landschaft einige Tage verträumen kann, wird unvergeßliche Eindrücke davontragen. Von'Altenberg bringt uns eine halbstllndige Waldpromenade auf den Kamm des Wasgenwaldes und hier bietet sich eine Wanderung dar. gegen welche ich nichts eintauschen möchte, was den Alpen nachgerühmt wird. Wir stehen hier auf dem Rücken des Gebirges in einer Höhe-von ungefähr 1250 Metern. Der Wald kann in dem Höhenwind, der beständig über diesen Kamm hinweggeht, nicht gedeihen, aber nur fünfzig Meter tiefer reckt er sich auf beiden Seiten der Höhe in seiner ganzen Pracht und Herrlichkeit empor. :&i-m Holzschlltt'er in den Vogesen. Der Boden ist mit kurznarbigem Gras bedeckt, von der Sommersonne oft versengt, dazwischen blühende Erica und das Gestrüpp der Heidelbeeren. Der Weg ist nur angedeutet, die Grenzsteine bezeichnen ihn zumeist, links und rechts derselben die Fußspuren der deutschen und französischen Wächter, welch Letztere sich begegnen und über der schmalen Grasspur zwischen den Grenzsteinen sich die Hand reichen. Da kommt auch einer derselben, ein deutscher Gensdarm, die Pickelhaube in der Hand, der Vorschrift gemäß ohne Bergstock. Um den Leib noch immer den breiten weiß gestrichenen Lederriemen. an dem der wohl nie gebrauchte Säbel hängt, die tadellose Uniform bis oben hin zugeknöpft. Wie viel leichter und bequemer sind die französischen Wächter ausgerüstet! Wenn doch einmal einer der Herren vom grünen Tisch in Berlin in einer solchen tadellos deutschen Paradeuniform 14 Tage lang Grenzdienst leisten und Entfernungen, die oft 45 englische Meileyim lge betragen, über Berg und Thal ohne Stock und mit der Pi-
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ckclhaube zurücklegen müßte! Da würden Helm und Säbel und Lederzeug bald genug verschwinden und einer vernünftigeren Bekleidung Platz machen. Es ist so wundervoll still und erhaben schön auf dieser Höhe. Man merkt es gar nicht, daß die Sonne mitleidslos auf diesen Pfaden brütet, der Höhenwind hebt die Wirkung auf. Es ist ein Wandern, wie auf den Himmelswolken, über uns der blaue Himmel,' unten die Welt mit ihrem Freud und Leid. Ohne jede Beschränkung schweift das Auge in die blaue Ferne nach Frankreich hinein, ein Bild unvergleichlicher Lieblichkeit aufschließend. Nach dorthin fällt das Gebirge in sanften Wellen gemächlich ab, in den Thälern, zwischen den waldigen Hohen tauchen betriebsame Städte auf, im Duft der Ferne leis umwölkt höhere Gebirge. Dazwischen die herrlichen Waldseen der französischen Seite, darunter jener wunderliebliche kleine Lac' de Rctournemer von dessen köstlicher Waldescoulisse unser Bildchen nur eine Ahnung bringen kann. Rechts auf deutscher Seite fällt der Abhang mehrere hundert Fuß tief senkrecht in's Thal. Da unten ein Meer von Tannen, umrahmt von den wunderlichsten Felsgebilden, darüber die höheren Vogesenoerge. in weiter Ferne, nur ein
links die deutsche. dunkler Streifen am Himmel, der Schwarzwald. Ist es ganz klar, so erblicken wir von hier aus auch die ganze Kette der Schweizer Alpen, vom Säntis bis zumMontblanc, und in ihrer Mitte den schönsten aller Berge der Welt, die herrliche Jungfrau. W. tt! -ft1 Tie Schluchtstraße an der Grenze. Aber auch die nächste Nähe bietet viel Schönes hier oben. .Unser Pfad geht in gelinden Wallungen auf und ab. bleibt aber in de: Hauptsache auf der gleichen Höhe. Aus den Kämmen dieses Kammes, auf den höchsten Er Hebungen dieses in sanften Wellen stundenweit fortschreitenden Gebirgswalls, hat das Wasser vom Felsuntergründ die Erde hinweggespült und das Urgestein tritt da in phantastisch aufgebauten Felsmassen zu Tage. Da gibt es an.ch geschützte Stellen, wo die Feuchtigkeit sich lange erhält und wo eine herrliche Alpenflora erblüht. Dort reckt sich zwischen den ummoosien Steinen der blauglockige Fingerhut empor, da blüht die hochstengliche gelbe Armka, umschwirrt von zahllosen Schmetterlingen. In der Ferne klingen die Glocken einer im Wald verborgenen Heerde, einer der vielen Melkereien zugehörig, deren steinbeschwerte Dächer, umringt von hellgrünen Matten, aus dem Dunkel 'des Tannenwaldes hervorschimmern. So' wandert man stundenlang auf dieser Höhe stets im Angesicht eines ewig wechselnden Landschaftsgemäldes von entzückender Schönheit.' Aber auch der schönste Weg muß sein Ziel haben. Das unsrige ist der weiße See, der letzte der drei größeren Seen, welche als Ueberreste der Eiszeit, auf deutschem Boden, ungefähr 800 Fuß unterhalb des Vogesenkammes gelagert ' sind. Sie dienen jetzt als Stauwasser der in den Thälern entwickelten Jndustrie und ihre Abflüsse treiben die Fabriken der elsässischen Schlotjunker Schlumberger, Dolfuß, Hartmann u. s. w. Der weiße See liegt noch 1054 Meter hoch. Ueber ihm steigt eine finstere, graue Felswand 800 Fuß hoch zum Kamme empor, die weißgrauen Franz. Vorposten an der Grenze. Felsen spiegeln sich in dem stillen tiesen Wasser, daher der Name weißer See. zum Unterschied von dem durch einen Felsgrat von ihm getrennten schwarzen See. dessen Ufer ehemals von schwarz'grauen Tannen umstanden waren, wel- ! ;ff7&vtt4 ifr WiTX im nnrr, v:. jderspiegelten. Jetzt sind die Tannen UJt tlV UJiwutg iit tut -CUUI1VV lUlt
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verschwunden und auch der schwarze See ist in Wirklichkeit ein weißer Stt geworden. Der dritte ist der kleine und liebliche Darensce, auch grüner See genannt, von den vielen Wasserpflanzen, welche er darbietet. Wer den Königssee im bairischen Oberland kennt, der kann sich auch ein Bild von
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MMM ! PMM ffi&M m if i s IMw 1 vmklJk mmLLJ;mp Trachten im Münsterthale. diesen Vogesen - Seen machen. Wie Todesschweigcn liegt es hier aus der Natur, wie fluj:ges Blei in emem xitsenhaften Schmelztieqel liegt der wei ße See inmitten der Felsenwelt, welch: ihn umstarrt. Wemg bevölkert ist diese Gegend. Nur selten steigt eine Rauchsaule em por, die un an die in den Hochvogesen betriebene Käseindustrie inahnt. Der 9Nünsterkäse ist ja weltberühmt gcnz?r den. Auch Schlreizerkäse wird nz mentlich im Munsterthale massenhaft bereitet. Die Melker und Käsebereiter dieser Geaend führen ein einsames und sehr bescheidenes Leoen. Ihre Haupt Nahrung bildet der sog. Zieger, durch nochmaliges Nochen des nach der Siat gewinnung bleibenden Ruckstandes tz langt. Geprügelter Zieger mit Milch soll ein überaus erfrischendes und nahrhaftes Essen sein. Die Bevölke. rung dieser abgelegenen Gegend um die Seen ist romanischer Abstammung und ihre Sprache wird auch von Franzosen sehr schwer verstanden. In neuerer Zeit wird jedoch auch dieser weltfremde Grenzdistrikt immer mehr verdeutscht. Im Winter sind die Grenzbewohner meistens auf die Arbeit im Walde an gewiesen. Das Holz wird in Schlit' ten auf gebahnten mit Holzschienen versehenen Straßen heruntergebracht. tint ungeheuer gefährliche und anstrengende Arbeit. Wieder hinunter in's Thal über Urbeis nach dem berühmten Wallfabrtsort Drei Aehren". der jetzt wesentlich eine Hotel - Colonie geworden ist. Noch einen Blick auf die Grenze, ehe wir von ihr Abschied nehmen. Da schimmern noch die letzten Steine mit dem D c wjj c - X- i cm . uno oem 55 aus leoer elle. Äcichem Deutschen wird das Herz bei diesem Anblick nicht krtiger pochen: wer wird nicht Derer gern gedenken, deren Thaten diese Steine hierher gepflanzt haben? Wir haben ja soeben ein gutes Stuck des wiedergewann nenen altdeutschen Landes durchwandert, wir haben uns an tausend Zeichen erfreut, daß es doch immer deutsch geblieben ist im Herzen und im Ge muthe. wir haben tausende von stei nernen Zeugen gesehen, welche uns er zählen von ihrer Zugehörigkeit zu un?, und andere, welche uns in ihren Trümmern melden, wie man sie einst geraubt und dann geschändet hat. Und deshalb wollen wir uns an dieser Stelle freuen. nicht des Eroberten, sondern des Wie dererworbenen. Ta liegt die Grenze. Herrlich schöne Thallandschaften schließt unser Weg auf. Immer mehr verschwindet die Tanne, Buchengrün umfänqt uns und auch die Elche macht wieder ihr Recht geltend. Wundervolle, breitästige, kernige Exemplare sind darunter. Eichen, welche Hunderte von Jahren alt sind, unter deren Blatterdach noch Bär und Wols ihrer Beute einst nachgingen. Eichen, deren Nachbarn das Bauholz lieferten sowohl zu den prachtvollen Renaissancebauten in Straßburg und Colmar als zu den Gerüsten und zu den Galgen einer rauhen und wilden Zeit. In Ruffach, einem der Vogesenstädtchen in unserer Nähe, stand em solcher Galgen aus Elchenholz und da sich die alten Russa cher. nach ihrer Chronik, sehr durch Judenverfolgungen .ausgezeichnet haben. so wird er wohl oft genug die Opfer einer Zeit der grauenvollsten Vorurtheile getragen haben. Die Ruf-. facher waren sogar stolz aus ihren Galgen. Als eine Nachvarqemelnve ern : um die Vergünstigung bat. einen Dieb an diesem Galgen aufzuhängen, da lltten das die Ruffacher nicht unter der. laut der Chronik, gebuchten Begrün dung: .Diesen Galgen haben wir für uns und unsere Kmder errichtet!! Hinweg mit diesen in dem Ge wände des unfreiwilligen HumorS noch genießbaren Erinnerungen. Freuen wir uns der besseren und hmnaneren Zeiten, deren Kinder wir und wenn wir im Elsaß ach 7och oftmals den - Spuren der Verkoälschuna begeqnm, vertrauen wir ruhig der Kraft des Kampfers, dessen Wasfemdie MlnuteR
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smd, und der unüberwindlich ist
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