Indiana Tribüne, Volume 25, Number 107, Indianapolis, Marion County, 5 January 1902 — Page 2

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1 V-, z ' n I. Mdlaita rZVune,onnZag, S. Januar 1902.

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Ter erste Büjtt

Von Grnfl Kleim. Zxauxm ließ Annita das B LNdköpfchen hängen. . Wenn Du nicht hingehst. Maa." sagte sie, indem sie schmollend j die rothen Lippen übereinanderschob, dann freut mich das ganze Kränzchen nicht. Dann bleib ich lieber zu Huse. Wahrhaftig, das thue' ich." li Aber Kind, Du weißt doch, d ge- - rade am selben Abend der off ui Commerzienraths ist. Ich kannvoch da nicht absagen umLein 2nnz5 stunden - Kränzchen! Siehst Du " denn das nicht ein, Kind?" Annita schwieg und ließ ihrHenma darüber im Unklaren, ob sie )&H insah oder nicht. Aber über ibF er txt Wangen begannen große dH toitftxt zu rollen. A S3' Wie Du kindisch bist. A 0ÜTagtt ZZrau Warner, .so kindischstes denn nicht einerlei, sb ich Dich hinbe.leite oder Tante Marie, die Dlch!doch bis jetzt immer beschützt hat?" j Nein", rief der Backfisch Hftig; nein Mama, das ist nicht tiütl Die Tante Marie ist ja ganz lieft und nett, aber siehst Du sie ist ebev och nicht meine Mama. Du wHch nie mit mir dort und und Annita sprang auf und lief un.' den Tisch herum, um die Arme um ihre Mutter zu schlingen dann will ich Dir etwas sagen, Mama. jAlle Mädchen kommen immer mit Zhn Mamas hin und thun so ungeheuer stolz mit ihnen. Nur ich komm1 mt meiner alten, dicken Tante angkjückt. mit der ich doch wahrlich keinen machen kann. Und ich habe doözZ eine so schöne und junge Mama! Du hüu dest alle, alle dort aus stechen." Lächelnd strich die schöne Fraur das Goldhaar ihres Kindes. m&t sollte sie der kleinen Eifrigen arjeinandersetzen, daß sie zu dem fan Tanzstunden - Kränzchen nicht wollte, nicht, gehen konnte, geradil sie noch so schön und so jung toovj Sag einmal, Kind." fragt.? jjC( wie sind denn die Mamas dortig iti schaffen?Wie? O Mama, die müßte ftch alle unter die Bänke verkriechen vor Dir! Alle sind so alt, so rechte Nallmamas." Und wie stellst Du Dir vor, Jni, daß ich unter dieser Gesellschaft ..fin sollte?- ,' . Das war mit einem Ton gesprochen. der nicht mißzuverstehen wa Err j rjc i. vr nl ... - icgiccrcn cyauie annua zu oer VZutter c .. i. ....... o!ku. - c . uu, uui ucicu rissen ?s iuii verhaltenem Spotte zu zucken W Langsam löste sie ihre Arme ba von gann. t dem Halse derselben und ging mtt itm Kövsckn an? rhun Nkak an esenkcy yade mich so daraus gefreut," fing sie nach einerWeile von neuA an, wirklich, mehr als auf das Ämen selbst. Der Otto BredenkaM L mich schon so oft nach Dir gefra' - Ich werde fchon noch - einmi-l , AM)?n7 KM'ÄÄ Äeöeuckamp vorgestellt zu werden ' In Annitas blauen Augen Begann es zu funkeln. Die Mama va: bei auch zu schrecklich. WaS harke ihr Otto Bredenkamp gethan, daß sie in solch höhnischem Tone von ihm s ?rach? Du brauchst Dich nicht übe : ihn lustiq zu machen,- erwiderte sie; er ist ein sehr lie netter Junge, der pri irrns omniurn auf dem Gymnasium. Er hat versprochen, daß auch er seine . Mama mitbringen würde, und da könntet Ihr miteinander bekannt werden und und wenn Du aber nicht willst. Mama!" j? . Und plötzlich hing sie wieder an der Mutter Halse. jj Mama, liebe, süße, gute Mama, sag Ja", komm mit mir! Lcß den dummen Ball bei Commerzieiraths! Otto Bredenkamp wird mit M tanzen. Und ein Lieutenant komi t auch, ein wirklicher Lieutenant, der Bruder . r i i - r v -iuu. ück. von Martha Terheim. Sie toi&x tUt mit Dir tanzen, alle. -Du wl-' IDich aewiß nicht lanaweilen. ??rl!Bredenkamp soll auch eine sehr lieÄwürdige Dame sein. Ich bitti'Dick. komm, bitte! ?ie Nlauauaen blickten so m. i h sieblick flebend drein, der rott'.Mund stieß das alles so lockend und j ß heraus es war schwer, da zu widerstehen. ; Ich will mir's überlegen 'gegnete Frau Dr. Werner. D ; jetzt geh schlafen. Anni." I Gehorsam und danroar ru ) diese der Mutter die Hand und an Aimmer hinüber. Nach lanc hörte man ihr fröhliches Sin itforSrknfltrt in ihr Jett n derw V vj 7?rau Dr. Werner aber tratjor den großen Toiletten - Spiegel, t sollk ihr die Antwort sagen, ob sie Pf den Aall oder daö Kränzchen cttd soLte. Er rieth: Nein", er ItÜU den Ball. Prüfend betrachiete sie i ' Bild, das er ihr strahlend zurückgab. Nein, nein, sie gehörte noch nicht in q Kategorie der Ballmütter, gehörte nih nicht 'an die Wände des Saales', ui , dort mit anderen Leidensgefährtinn gegenseitige Lobpreisungen ' ütt die Töckter auszutauschen oder zu Irrten. bis der eine oder der andere d! Her-' ren- die Gnade hatte, sie af eine Ehrenrunde herumzuschwenkennd ihr , dabei die Füße platt zu treten Nein.' sie brauchte sich noch ' nicht ra der secundären Rolle der Garde - Äme zu begnügen. Wie hatte neäich der Rittmeister von Falk gesagt? Gnädige Frau, bei Ihnen findet man seine Jugend und seine Thorheit wieder!" Und dabei hatte er sie so heis fö bewundernd angesehen! Jetzt u: ) stiez lhr das Blut in die Wangen, t .in sie an diesen Blick dachte. '. V:, Nachdem sie d sst, ' z,? i"flcno am Bette .Zörez U . - I f J- I

Mannes verseufzt, sollte sie jetzt schon, nach den wenigen Jahren, da sie nach seinem Tode ihre Freiheit wieder hatte, auf all diese süßen, prickelnden Freuden und Triumphe verzichten? Nicht mehr sich heiße Worte in die Ohren flüstern lassen, nicht mehr die begehrenden Blicke, die das Blut so wonnig durcheinanderwirbelten, auf sich fühlen? Nein, nein. Und gerade auf den Ball bei dem Commerzienrath konnte sie nicht verzichten. Der schöne Rittmeister kam ja nur ihretwegen hin Und wie sollte sie sich dann vor ihm entschuldigen? Ich war Ballmutter!" Nein, tausendmal nein. Sie konnte nicht. Annita mußte das einsehen! Am nächsten Tag war große Berathung im Hause Werner. Die Schrei, denn war da! Annita sollte ein ganz neues, weißes Tüllkleidchen bekommen und das Granseidene ihrer Mama, ein bischen aufgefrischt werden. Probiren Sie es einmal un, gnädige Frau!" sagte die Schneiderin. Der Rock war übergeworfn, ab s weh! die Taille aina nicht zu.

Gnädige Frau sind in diesem Jahre stärker geworden. Mindestens fünf Zentimeter." , Unsinn! Sie irren sich. Ich bin nur nicht geschnürt." . Das Corsett wurde zusammengezogen umsonst. Die Taille klaffte noch imer ein gutes Stück. ' Wir müssen einen Einsatz machen, gnädige Frau." Bon welcher Farbe?" Nun rosa, denke ich. Oder sollten gnädige Frau Heliotrop vorziehen?" Frau Dr. Werner antwortete nicht gleich. . Beinahe ängstlich flog ihr Blick nach Annita hinüber, die aus der Ferne ihre schöne Mama bewunderte. Mit Rosa entschied sie sich für den Ball. mit. Heliotrop für das Kränzchen. Die Worte d:s Rittmeisters klangen ihr durchs Ohr: Gnädige Frau, bei Ihnen findet man seine Jugend und seine Thorheit wieder." Heliotrop macht ja zu alt." sagte sie langsam und zögernd, ich kann doch auf den Ball bei Commerzienraths nicht. " Mit großen, erschreckten Augen fuhr Annita auf sie los. Mama, Du hast doch versprochen, daß Du mit mir auf das Kränzchen gehst?- rief sie. Nein. Kind," erwiderte Frau Werner ruhig, ohne sie aber anzusehen, nein, ich habe es mir überlegt." Dann brauche ich das Kleid nicht," brach Annita aus und lief hinaus. Frau Dr. Werner zuckte die Achseln. Sie ist so eigensinnig," sagte sie zu der erstauntenSchneiderin, sie will mich partout als Ballmutter mitschleppen. - Also wir nehmen Rosa. Oder glauben Sie nicht cröme?" Die beiden Frauen vertieften sich nun in die Discussion, ob der Einsatz rosa oder cröme, ob gerade oder schief sein sollte. . Plötzlich horchte Frau Dr. Werner auf. Sie hörte nebenan im Zimmer die Stimme ihrer Annita. Und dazu eine zweite, die frische eines jungen Mannes. Aha. Otto Bredenkamp, der einladen kam! Sie horchte, lächelnd. Nein," hörte sie Annita sagen, es thut mir sehr leid, nicht kommen zu können. Mama ist gerade an diesem Abend verhindert " Frau Dr. Werner lächelte nicht mehr. Wissen Sie," sagte sie zur Schneiderin, ich werde es mir bis morgen überlegen . . . ." Am nächsten Morgen trat sie wieder vor den Spiegel. Es war trübes Wetter, und am Himmel zogen schwere Schneewolken dahin. Sie zündete eine Kerze an, um deutlicher zu sehen. Ganz nahe hielt sie die Kerze an ihr Gesicht Sah sie recht? Da am Auge eine kleine Falte! Und noch eine! Klein waren , sie, ganz klein, aber sie waren da die Vorboten, diese untrügliche!? Vorboten. Jetzt fehlt nur noch, daß ich schon graue Haare habe," sagte die schöne' Frau und schob das üppige Haar an den Schläfen auldraifr-e? Leise fch:i.wiic es durch das satte Brauz cvr von silbernen Fäden. Mit jariT Händen riß sie ein Haar aus, ctx zweites, ein drittes sie wollten nicht alle werden, die grauen Haare. Da trat sie tief aufathmend vom Spiegel zurück. Draußen hatte die Sonne einige Male vergebens versucht, des dichte Gewölk zu durchbrechen. Nun beganneu sie herunterzutr-zllen, die großen, weißen Flocken der erste Schnee. Der Winter war da, und mit ihm das Ende der sonnigen, warmen, heiteren Tage. Erst wenn er vorüber, kamen sie wieder, kam der Frühling . . . Aber ein anderer Frühling, ein neuer, emporblühender! Die Schneiderin trat ein. ' 'Ich wähle Heliotrop," sagte die schöne Frau.' . Da fühlte sie sich von hinten von zwei weichen, zarten Armen umschlungen, und eine süße Stimme flüsterte dankerfüllt: Du liebe. Du süße Mama!" . Das war der andere Frühling. Und auf ihrem Haupte lag der erste Schnee. Da neigte die schöne Frau das Haupt und weinte. V Vorsichtig. Frau: Nun, Mannchen, wie gefällt Dir denn unsere neue Köchin?" Mann: Nach Dir Weiberl. fehr gut." TreffendeBezeichnung. A.: Meine Verwandten bemühen sich jetzt gemeinsam, mir eine reiche Frau zU besorgen!" B.: Also quasi t?chuldentilgungs -Kommission!",

Trude. ?on Paul Ernst

In einer alten kleinen Stadt stand ein Häuschen, vor dem war ein hoher Tritt mit eisernem Geländer und blanken Messingkugeln; dahinter zog sich ein großer Garten mit schönen Obstbäumen den Berg hinauf,' wo oben ein DörrhäuZchen stand; von hier aus sah man über die unregelmäßigen Bäume und über das Städtchen mit den rothen Dächern und runden Bäumen dazwischen und einer ganz hohen Pappelallee und über einen Fluß, der in der Sonne blitzte, ein grünes Wie senthal und einen sich gerade dehnenden Vergzug mit dunklem Wald. In dem Häuschen lebte ein freundlichcs altes Ehepaar mit einem TLchterchen. Die beiden Alten hatten sich erst recht spät geheirathet. nachdem sie dreißig Jahre lang heimlich verlobt gewesen waren, denn die Eltern des Mannes wollten bei ihren Lebzeiten ihre Einwilligung zu dr Ehe Nicht geben. So erzogen sie in ihrem Alter noch das zarte Kindchen, das wohl kaum achtzehn Jahre alt sein kcnnte; e2 sah aber viel jünger aus nach seiner Fiaur. nach dem Gen.cht vielleicht em wlnig älter. Es war ein blasses und ; schüchternes Wesen, das keine Freundin hztte. zu der es in der Dämmerstunde hinüberhuschte, sondern es lebte ganz allein mit den Eltern. Der Mann war em frommer Hdnxrksmeister gewesen, hatte aber jetzt, bei seinen Jahren, die Thätigkeit aufgegeben und saß still am Fenster, in dem Myrthen und Geranien standen. Er freute sich am meisten über eine Sammlung von schönen alten Gulden und Thalern, die noch sein Großvater zusammengebracht hatte.' Am Sonntag Nachmittag kramte er sie aus aus den runden Tisch, putzte sie auch wohl mit Kreide und Branntwein und erklärte dem neugierigen Töchterchen allerhand Erbauliches" was auf den alten Stücken geprägt war: bei den Vilaerthalern. daß wir durch diese Welt wandern müssen und endlich in das himmlische Reich gelangen, wie ein Pilgrim fürbaß geht und Abends an seinen Ort kommt; der Glockenthaler mahnte uns an den Sonntag, wo die Kirchenglocken uns rufen, Gottes Wort anzuhören, und wir dürften da nicht an neue Kleider denken oder andern weltlichen Putz; und der' Wildemannsgulden zeigte uns, wie die Menschen beschaffen waren in den heidnischen Zeiten, ehe ihnen das Christenthum gepredigt wurde, wie sie sich da gar nicht schämten, sondern ganz nackt herumgingen und nur einen Lendenschurz trugen. Während solcher Reden setzte dann das Mütterchen den Kaffee in einer braunen Kanne auf den Tisch, indem sie andächtig und oft mit einem frommen Thrälein im Auge den Erklärungen lauschte. Nun hatten die Nachbarsleute einen Sohn, der zählte damals wohl zwan-. zig Jahre und besuchte seit zwei Semestern die Universität. Dieser war immer ein stiller und kluger Knabe geWesen, der hinter den Büchern gesessen hatte, und desbalb hatten die Eltern auch gemeint, es-sei gut, wenn sie ihn das kleine Vermögen verstudiren ließen, und vielleicht bekomme er auch' Stipendien und könne Stunden geben. Er. hatte eine herzliche Freundschaft zu der kleinen Trude (denn so hieß das Mädchen) und nicht nur in der ersten Kindheit, sondern auch später, in der Zeit, wo die Knaben hochmüthig werden und mit dcnMädchen nicht spielen wollen, und noch später, wo sie verlegen sind und in der Tanzstunde nicht wissen, was sie mit ihnen reden sollen. Wenn er jetzt in den Ferien zu Hause war, so erzählte er ihr vieles von der Universität und von einem Professor, der ihn zu einem Theeabend eingeladen hatte, und besonders von der Wissenschaft, wie die das Höchste sei, was es gebe, und ein Mensch sei nur glücklich, wenn er sich ihr ganz widme, und seine Eltern möchten wohl, daß er Lehrer werden solle, aber er wollte ein Soldat der Wissenschaft" werden (das war sein Lieblingsausdruck: Soldat der Wisfenschaft); er wisse auch schon eine Aufgabe, denn man müsse sich auf etwas Besonderes beschränken, und das Herumschweifen tauge nichts; nämlich, er wolle mitarbeiten an dem Neudruck eines alten Schriftstellers, den Trude nicht kannte. Zwar wisse er, daß man große Opser bringen müsse für solchen Zweck des Lebens, denn zum Beispiel werde er mit diesen Arbeiten kaum so viel verdienen, daß er selbst leben . könne, und er werde deshalb nie eine Familie zu begründen vermögen; aber gern verzichte er auf solches alles, wenn er nur zu dieser Thätigkeit gelangen könne. Die kleine Trude bedachte sich derartige Reden lange. Und als sie eines Abends wieder mit ihm zusammen im Garten saß, sprach sie zu ihm. daß sie das sehr gut finde, daß er sich nicht verheirathen wolle, und sie selbst wolle sich auch nicht verheirathen. Und als sie so sprach, wurde sie sehr verlegen und schämte sich. Aber nach kaum zwei Jahren, wie derStudent seine Universitätszeit eben beendete, kam die Nachricht nachHause. daß er sich verlobt habe. , Seine Eltern waren recht böse, denn sie hätten eine andere Braut lieber gemocht; diese war nur die Tochter seiner Wirthsleute, bei denen er gewohnt; es batte auch Niemand vorher von seiner Absicht gewußt, und tote gefragt wurde, sagte er, es' sei sehr schnell gekommen für. sie beide. Diese neue Braut war aber recht hochmüthig. rüapfte die Nase über die niedrigen Ctübchen der Eltern und ließ sich von' der Mutter in Allem bedienen, statt, ihr behilflich zu sein, also, daß man merkte, sie -wolle etwas Besonderes,

vorstellen, das ihr aber nicht gelang. Die kleine Trude verblühte sehr

schnell und saß mit einem winzigen spitzen Gesichichen am Fenster mit ih- i rer Näharbeit, indeß die beiden Eltern langsam älter wurden. Da kam, wenige Jahre nach jener Verlobung, der junge Candidat als Lehrer in seine Heimathsstadt; er machte Hochzeit und zog in das Häuschen seiner, Eltern, die gestorben waren. Aber die Ehe war nicht glücklich, denn beide Gatten machten keine freundlichen Gesichter, sondern sahen niedergeschlagen und ärgerlich aus. Eines Tages, als Trude allein in ihrem Garten saß bei dem Dörrhäuschen und weit hinuusblickte über den blinkenden Fluß bis zu der gerade sich dehnenden Bergwand gegenüber, trat ihr Freund durch das Pförtchen, kam herauf und setzte sich zu ihr. Er wollte mit einem Scherz seine Rede beginnen, aber das Wort stockte ihm in der Kehle, und plötzlich fing er ganz herzbrechend an zu weinen und" legte seinen Kopf auf ihre Schulter.Erst war ihr, als wolle ihr das Herz still stehen vor, Schreck und Verlegenheit, aber dann streichelte sie sein Haar, und wie er schluchzte, streichelte sie immer sein Haar. Zuletzt hob er sein Gesicht zu ihrer Schulter und legte den Kopf zurück gegen die Lehne der Bank, hielt die Hand vor die Augen aus Scham. Da küßte sie ihn leife auf die Stirn mit kühlen Lippen und ging fort, mit leisen Schritten, und indem sie ihr Kleidchen hochhob, um nicht zu rascheln. Von dieser Zeit vurde'sie - sehr krank, und endlich mußte sie sich m' Bett legen. Nebenan die Eheleute erwarteten ein Kindchen, und es war abcemacht, daß sie Pathe werden sollte. Deshalb hatte sie angefangen an einem Taufkleidchen zu sticken. Sie saß aufrecht in ihrem Bett und hatte ein glückliches Gesicht, wenn sie an dem Kleidchen arbeitete. Als das Kleidchen fertig war, ließ sie den jungen Oberlehrer rufen, und ihre Eltern mußten aus dem Aimmer gehen, weil sie mit ihm allein reden wollt. Dann sprach sie zu ihm, daß sie von d.em, was sie jetzt sagen wolle, nie etwas würde erzählt haben, aber jetzt müsse sie bald sterben, und da schäme sie sich nicht mehr, denn etwas Unrechtes sei es ja nicht. Sie habe ihn von Kindheit an lieb gehabt, weil er immer so still und bescheiden gewesen sei und nicht wie die anderen, und hätte nie anders gedacht, als sie würden sich einmal heirathen, und seine seligen Eltern hätten das auch gern gehabt, das habe sie wohl gemerkt, weil seine Mutter immer so lieb zu ihr geWesen sei. Als er ihr damals gesagt habe, daß er nicht heirathen könne, sei sie zuerst sehr traurig gewesen, dann aber habe sie sich gefaßt und gemeint, daß einem Menschen doch nicht 1 alles Glück beschicken sei, und es sei doch auch jetzt schon so schön und gut, daß man es sich gar nicht schöner wünschte, wenn man nicht wüßte, daß eine rechte Ehe doch das Höchste sei; auch wisse man nicht, wozu alles gut ist. denn so sehr kräftig sei sie doch nie gewesen, und das ehelose Leben vielleicht besser für sie. Und auch als er sich verlobt habe, sei sie noch ganz gefaßt gewesen, zwar recht traurig, aber sie hätte sich gedacht, sein ältestes Kind solle ihr Pathchen werden und oft bei ihr spielen, und sie wolle ihm dann später einmal ihr Vermögen vermachen, denn sie habe nicht gemeint, daß sie so früh sterben werde. Aber als sie gemerkt, daß er so unglücklich sei, da sei sie ganz untröstlich geworden und habe sich auch Vorwürfe gemacht, denn das sei ihr gleich anfangs bewußt gewesen, daß seine jetzige Frau mehr Schuld an der Verlobung gehabt wie er; und vielleicht, wenn sie sich nicht so geschämt hätte und hätte ihm etwas gesagt, so wäre alles anders geworden. Jetzt sei das nun nicht zu ändern, und vielleicht habe es Gott so gewollt. Und darum bitte sie ihn nun. er möge Geduld haben mit seinem Weibe, denn es möchte alles nur schlimmer werken durch Ungeduldigkeit. Sie wisse wohl, daß solcher Rath nicht viel werth sei; aber sie habe sich überlegt, wie sie ihm helfen könne, und da sei ihr nichts Weiteres eingefallen, wie dieses Wenige. Nach diesen Worten entließ sie ihn. Und als der Mann nach Hause ging, bedachte er, daß er noch nicht dreißig Jahre alt war. und das Leben, das er noch vor sich hatte, ersähen ihm plötzlich als ein langer, langer Gang in einem Dunkel, das ihm Schmerz in der Seele machte. Auf dem Submissionswege. Humoreske von Ma? Wundttc. Ich will nicht hoffen, daß Ihnen der Krähwintler Telegraph" noch unbekannt ist. Das wäre unverzeihlich. Der Krähwinkler Telegraphist nämlich die Zeitung, die weitschauend und unternehmungskühn genug war, mich als Spezial - Lerichterstatter und Interviewer zu engzgiren. Dieses Blatt erscheint, um dem Leser immer nur das sUrr.tnrft , hMn von morgens sechs Uhr an. alle zwei Stunden. Die Einrichtung, den Krähwinkler Telegraph" aucy Nacbts alle drei Stunden erscheinen und den Abonennten durch Ezpreßöoten sofort nach Erscheinen zustellen zu lassen, haben sich unsere p. t. Abonnenten leider verbeten. Dieses Blatt nun gab .ir den Auftrag, mich an den Hos irgend eines asiatischen Königreiches zu degeben, das gerade in Begriff stand, das alte, fadenscheinige Gewand angestammte? Cultur abzulegen und dafür das neuzewaschene Hemd europäischer Civilisation überzustreifen. Bei diesem denkwürdigen Momenr des WäscheWechsels sollte ich nun zugegen sein, M .den wissensbegierittä Lesern Ui

Weltblattes Krähtvmkler Telegraph" den interessanten Prozeß in Wort und Momentphotographien zu Gemüthe ?U fahren. Ich ging, ich eilte, vielmehr ich flog dorthin. Als findiger und windiger Journalist ließ ich mich von einem lenkbaren Luftballon an das 3.1 meiner Wünsche befördern. Zwar führte der lenkbare Aerosiaj mit bemerkenswerthem Eigensinn mich nach dem Westen, während ich dem Steuer begreiflich zu machen suchte, daß meine Wün sche nach Osten gerichtet sind. Was half's? Als cmschlägiger Kopf und praktischer Mensch, der auch widrige Winde sich dienstbar zu machen versteht, ließ ich mich einfach nach Westen treiben. Die Crd ist rund, kalkulirte ich; demgemäß muß ich ja von der entgegengesetzten Seite ebenso gut ans Ziel kommen können. Und die Sache stimmte. Ich kam wirklich an den Hof und machte mich zu meinem Interview bereit. ' Aber wen sollte ich zuerst inte?viewen? Welche? Persönlichkeit mußte ich für die gegenwärtige s5ultu?epoche die größte Wichtigkeit ' beimessen? Ich sann lange nach. Endlich verfiel ich auf den Kriegsminister. Auf keinem Gebiete menschlichen Schaffens und Denkens herrscht ein so ungeheurer Fortschritt, eine derartig rapid: Entwicklung, daß eine Erfindung, die heute eingeführt wurde, morgen als absolut unzulänglich wieder veraltet und fast vergessen ist, wie in Heeresund Kriegsangelegenheiten. So wird mich also ein Interview bei dem

Kriegsminister am besten über den geistigen Stand und die intellektuelle Regsamkeit dieser asiatischen Nation aufklären, sagte ich mir. Der Kriegsminister kam mir entgegen und umarmte mich. Natürlich hatten ihm die Zeitungen längst die Ankunft des Spezial - Berichterstatters' vom Krähwinkler Telegraph" angekündigt. Dieser Empfang brachte mir eine sehr gute Meinung von dem Culturstaaie deS Volkes im allgemeinen und den militärischen Fähigleiten des Kriegsministers im besonderen bei. . Sie kommen gerade zur rechten Zeit," rief mir der Chef des gesammten Militärwesens zu. Zu rechter Zeit? Selbstverständlich, mein Herr! Ich komme immer zur rechten Zeit," bemerkte ich ein wenig von oben herab. Ohne Frage. Aber 'Sie treffen einen hochpolitischen ' Moment Sie wissen bereits . . . Freilich, freilich! Ich bin genau orientirt," wandte ich ein, getreu mei-, nem Prinzip, daß ein Journalist alles wissen müsse, konnte mich aber doch nicht enthalten, hinzuzufügen: Was ist denn los?" Der Krieg . . ." Aha, der Krieg... ganz recht! Mit wem denn?" Denken .Sie nur unser Nachbarreich wie die Menschen noch so weit in der Cultur zurück sein können! Die unruhigen Grenzbewohner pflegen, wie es scheint, zu ihrem Privatvergnügen zuweilen Cinfälle in unser Gebiet zu machen. Da ist es denn neulich zu bewaffneten Zusammenstößen gekommen. Wir haben die ssorderung auf Schadenersatz gestellt. Im Prinzip sind unsere Nachbarn dazu auch bereit; aber sie wollen die 'Enschädigung nur zahlen für dreihundert Köpfe, sechshundertundein Arme und ebensoviel Beine, die sie uns wieder zur Verfügung stellen. Wir aber verlangen die Entschädigung für dreihundertundein Köpfe und die entsprechende Anzahl Arme und Mne." Da ist vielleicht jemand bei den Gefallencn gewesen, der den Kopf schon vorher verloren hatte?" Das ist bei uns nicht möglich. Hier hat jeder auf seinen Kopf acht zu geben." Vielleicht stellen Sie ihm da noch, den fehlenden Kopf zur Verfügung?" Die Leute wollen einmal nicht mehr zahlen. Kurz und gut, der Krieg ist beschlossene Sache." So verfügen Sie ganz gewiß über ein schlagfertiges Heer?" Ganz und gar nicyk. Ättr naoen überhaupt kein Heer." Nanu?" Das ist doch se:bstbrständlich. Wenn die Völker so weit in der Cultur fortgeschritten sind, dann will überHaupt niemand mehr Soldat sein." Ja, aber ... wie können Sie denn da einen Krieg führen wollen?" Mein Gott ... wir Haben's ja doch dazu!" , Geld? Nun, aber Soldaten gehören doch auch dazu..." Na hören Sie . . . Sie scheinen mir da hinten im alten Europa noch weit zurück zu sein. Wir vergeben unsere Kriegführung einfach im Eubmissionswege." Ich sprang auf. Im Sub miss-ions Wege?" Na ja! Ganz einfach. Wie wir früher unsere Kasernenbauten, unsere Waffen-, Uniformen-, Conserren-, Commißbrotlieferungen im Submissionswege vergaben, so sind wir jetzt noch einen Schritt weiter gegangen und vergeben die! ganze Kriegführung gleich einem großartigen Unternehmen an den. der bei billigster Berechnung die solidesten Leistungen in Aussicht stellt." - Ich konnte Mich immer - noch nicht fassen.' .Krieg auf Submission! Krieg auf Submift icn!" murmelte ich fortwährend vor mich hin. Ich glaubte, meine Denkmaschine sei völlig aus dem Leim gegangen. Sehen Sie," fuhr der ingeniöse Kriegs minister fort, man hat während der Friedenszeiten 'keine Ausgaben, das Volk geht seiner Beschästigung nach, man hat keinen Aetger, keine Mühen, man ist so frank und frei wie ein umziehender Student, kümmert r r. . mm

ncy um N!ls....- . . ',

Aber-. Verehrtest, der Krieg ist doch nicht bloß ein Geschäft, sonoern eine Kunst." Zweifellos, wie jedes Geschäft." sagte der Kriegsminister seelenruhig. Und man braucht Strategen dazu, große Geister. . . denken Sie an Friedrich den Großen, apoleon, Moltke . ." Pah große Geister giebt's genug, man muß sie nur finden. Und man findet sie, wenn man mit einigen Händen voll Gold die Winkel ableuchtet. Aber das ist schließlich die Sach: der entreprenirenden Firma. Gewöhnlich wird eine Preisconcurrenz für Ausstellung des besten, am sich:rsten zum Ziele führenden Feldzugsplanes mit den geringsten Kosten ausgeschrieben. Höchstens daß unsere Regierung einen Delegirtcn in der Prüfungscommission für das Concurrenzausschreibcn hat. Wie die Firma zum Ziele kommt, geht uns nichts an. Wir geben ihr die Kriegführung in Submission. Sie hat dafür zu sorgen, daß unseren Forderungen und Ansprüchen genügd wird etwawir verlangen zehn groß: siegreiche Schlachten, zwanzig siegreichc Gefechte, fünf befriedigende Belagerungen und Bombardements, zehntausend Gefangene und so weiter, geken der Firma meinetwegen sechs Monate Ziel bis zur Erledigung des Auftrages und zahlen unser Geld oder vielmehr, wir lassen es, wie die Gerichts kosten bei einem Prozesse, vom Gegner bezahlen. Was haben wir da auszustehen?" Wenn aber die Firma den Krieg verliert?" Die Concurrenz ist auch bereits auf diesem Gebiete groß, und die Firmen halten auf solide, zuverlässige Arbeit. Nun, und wenn sie doch Pech hat. dann trägt sie die Kosten und hat zudem an uns noch Conventionalstrafe zu zahlen, ebenso für jeden Tag. den sich .der Krieg über die festgesetzte Frist in die Länge zieht." Üngemein praktisch!" Ich konnte mich nicht enthalten, dem Kriegsminister ohne Heer und Krieg dieses Zugeständniß zu machen. Dieser Entwicklungsgang ist durchaus naturgemäß," fuhr er fort. Diefe kostspieligen Geschütze, die furchtbaren Befestigungswerke, diese Kriegsschiffe, der ganze Drill ... das ist alles nur für den einen Fall eines Krieges, der vielleicht in einem ganzen Menschenalter einmal eintritt. Das ist eine ungeheure Kosten- und Materialverschwendung. Die Firma dagegen hat ihr Material fortwährend im

Gebrauch momentan fuhrt die Firma, d uns zumeist bedient, den Krieg gegen Chipan und weiter gegen Iana in General - Enterprise. Sehen Sie da bleibt die Firma stetig im Handwerk, die praktische Umsicht steigt und das ganze Kriegsmaterial wird auf die denkbar mögliche Weise ausgenützt." Der Krieg in General EnterPrise! Smart!" murmelte ich. Plötzlich fiel mein Kopf auf den Schreibtisch. Ich erwachte. Der Kriegsmiu'Zster war fort. Ich saß wieder im Redaktionszimmer und starrte verwundert umher. Vor mir lag ein Plakat. In Riesenlettern stand da: PreisgeZrönie Unternehmer für Kriegsfeuerwerk! Das Bombardement auf Taku! Ausgeführt von der Firma so und so!" Sollte das meine Phantasie inspirirt haben? Der Tchnurrbart in der Ehe. In einem Wirthshause zu Marienbürg hatte sich kürzlich ein Herr, der sich eines ungewöhnlich stattlichen Schnurrbartes erfreut, verpflichtet, diesen für 100 Mark zu opfern und sich am nächsten Abend ohne Schnurrbart einzufinden. Die Gesellschaft war bereits erwartungsvoll versammelt, aber der Besitzer des verwetteten Schnurrbartes blieb aus. Nachdem die Stammgäste eine halbe Stunde vergeblich auf ihn gewartet hatten, brachte endlich ein Bote einen Brief, dessen Aufschrift eine Damenhand verrieth. Der Inhalt lautete: Meine -Herren! In einer AnWandlung unerklärlichen Leichtsinns hat mein Gatte sich gestern Abend Ihnen gegenüber verpflichtet, gegen Zahlung von 100 Mark für einen wohlthätigen Zweck seinen schönen Schnurrbart zu opfern, und Sie waren grausam genug, diesen Vorschlag anzunehnun. Da ich nun aber nicht Lust habe, unter den wohlthätigen Anwandlungen meines Gatten zu leiden, scusehe ich mich zu der Erklärung veranlaßt, daß mein Mann und ich bei unserer Verheirathung die Gütergemeinschaft nicht ausgeschlossen haben. Infolge dessen ist s e i n Schnurrbart m ein Schnurrbart; er hatte kein freies Verfügungsrecht darüber, und Ihre mit nur einem berechtigten Theile eingegangene Wette ist daher null und nichtig! Sollten Sie die Berechtigung meines Einspruches anzweifeln, so sieht Ihnen das Beschreiten des Klageweges frei. Hochachterd..... Nachschrift: Mein Mann kann heute nicht bei Ihnen erscheinen, da ich einstweilen den Hausschlllssel in Verwahrung genommen habe. D.O." In der Rage. Herr (im Kleidergeschäft): Die Hose ist mir ja viel zu groß!" Verkäufer: Macht nichts, der Stoff geht stark ein!" Neuester Milderung sg r u n d. Richter: Sie sind beschuldigt, in verschiedenen Villen eingebrochen zu sein und dort werthvolle Gegenstände geraubt zu haben. Was können Sie zu Ihrer Vertheidigung vorbringen?" Angeklagter: I' bitt'. Kuer Gnaden, die Vill'n, wo wir ein'broch'n sind, war'n alle gegen Einbruchsdiebstahl versichert, und .da ist ja den Leuten doch Alles wieder ersetzt vordnl

Nach dem Ball. LZcn Bernhard Hoff. ' ' , Er kam heim vom Ball. Rose und Maiblume hingen verwelkt im Knopf loch, die Brust des Hemdes war tz knittert, sein Kopf etwas schwer von Melodien und Wein. Es war hell im Zimmer, dieLampe brannte ruhig. Er warf sich in den Lehnstuhl undsireckte die Beine von sich zündete sich eine Eigarette an und ließ sie lose zwischen den Lippen hängen. Und gedankenlos, gesättigt von dem WohlbeHagen des Zimmers, folgte er den feinen Ringen des blauen Rauches, die er schlaftrunken ausstieß, mit seinen Blicken. Ganz gewiß sie tanzt: wunderbar schön. Die schlanken formen ihres Körpers schmiegten sich in seinen Arm, und ihr 5ileid ttxinrcth fiel o enganschließend an ihrer Fizur hernieder, jede Form verrathend Wann war es doch, daß sie sich zum ersten Mal gesehen hatten? Auf dem Lande, an einem Sonntage, zu Mittag bei ihren Eltern. Sie wohnten damals auf dem Lande. Nach Tisch ging er dann in den Garten, und als er auf den. Hügel kam, traf er sie dort. Sie setzten sich auf eine Bank unter dem Gebüsch er meinte noch der: Flied.'rduft zu spüren, in diesem Augenblick, wo er daran dachte und sie fingen an, ganz gleichgiltig, wie Freunde, miteinander zu sprechen. Aber dann es war so hciß; sie satz da und wehte sich müde mit dem Fächer Kühlung zu. und er gewahrte die rosige Haut hinter den seidenen Handschuhen: und sie hörten auf, zu sprechen. Einen Augenblick gaben sie sich dem Schweigen hin, und sie fühlte ganz deutlich, daß er auf ihren Arm blickte. Und plötzlich wurden sie Beide verlegen und sie erhoben sich. Aber keins von. ihnen wußte sich eines Anderen, als ei nes starken Fliederduftes und eines langen Schweigens zu erinnern. Aber als sie vom Hügel dicht nebeneinander hinabstiegen, denn der Weg' war ganz schmal, waren sie nicht mehr fremd gegen einander. Er stieß den Rauch aus. Sieh, wie die Ringe sich lösen und sich gleich einem Schleier über Leda mit dem Schwan auf dem kleinen Tische legen.

Das Schönste an ihr ist die Art und Weise, wie sie den Kopf auf ihren weißen Schultern trägt, und dann ihr Gruß. Als sie ihn heute Abend begrüßte, war es ein Durchbruch des Lenzes, wenn die Sonne durch die Wolken strahlt. Bei Tisch erhob sie einmal ihr Glas und trank ihm zu. Weshalb wohl? . Wenn sie lächelte, zeigte sie eine Perlenreihe von Zähnen ohne Tadel. Sie saß oft mit einem stillen Lächeln und gekräuselten Lippen da. wenn er sprach. Und wie merkwürdig sie ihren Kopf abwandte, und wie gut man doch merkte, daß sie genau zuhörte. Als er mitten im Eotillonwirbek leise zu ihr sagten Meinen Sie nicht, daß dies doch Alles recht zwecklos all' dies?" Sie hob den Blick zu ihm und fragte strahlend: Was denn?" Da verdrossen ihn seine Worte, und um allem Weiteren zu entgehen, antwortetc er: Eine Frage wie die meinige zu thun." Aber hernach, als sie in der Ecke bei dem Springbrunnur saßen, sagte sie plötzlich ganz betrübt: Ich weiß sehr gut. daß Sie nicht glücklich sind aber weshalb ist Ihnen das Leben so schwer?" Weshalb? Vielleicht weil ich ein einsamer Mensch bin " Aber sie sah still vor sich hin. Und weshalb wollen Sie es sein?" flüsterte sie nach einer Weile und erröthete dabei. Dann stockte sie wieder, und auch er fchwieg. Er streckte sich im Stuhle, und während er den Eigarettenstumpf fortschleuderte, murmelte er: Sollte es nicht jetzt bald an der Zeit sein, ihr zu sagen, daß sie doch nie im Stande sein wird, mich glücklicher zu machen?" Sein Kopf sank auf die Brust herab und seine Stirn war schwer. Kindermund. Vater: Hast Tu auch Mama gefrai, ob Du den Apfel nehmt darfst?" Karlchen: Ja. Papa!" Vater: Ist es auch wahr? Ich werde Mama 'mal fragen, und sagt sie, daß Du sie nicht gefragt, so bekommst Du Prügel, weil Du mich belogen hast. Also, hast Du Mama gesragt?" Karlchen: Ja,' Papa! (Nach läilg;gerer Pause): Aber sie sagte nein!" , Tante: Karlchen, das weißt Tu doch, daß die Katzen im Dunkeln sehen können?" Karlchen: Das kann meine Schwester Anna auch; denn als sie gestern mit Herrn Berger im dunklen Hausflur stand, sagte sie zu ihm: Sie haben sich ja heute nicht rasiren lassen!" DerRenommist. A.: Bei meiner Hochzeit haben wir über 50 Flaschen Champagner getrunken!" B: Ach, soviel sind bei der meinigen allein verschüttet worden!" Verunglückte Empfehlung. Bierhuber: Ist die Mcdizin schwer zu nehmen?" Arzt: Im ' Gegentheil! Die fließt durch die Kehle Wie Wasser." Im Eifer. Kunde: Verdeckt ' die Hose auch meine O-Beine?" Schneider (eifrig): Mehr als das! Sie fehen aus, als wenn Sie 5Bew.h Men!- r )

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