Indiana Tribüne, Volume 25, Number 106, Indianapolis, Marion County, 4 January 1902 — Page 7

Jndiana Tribnnc. 4. Januar 1902,

i t' Cl Mumm von I i n ti 3 n a n n IIQ IlU2&ulby liö. Laudvirthschaftliche Geräthe u.Waocn LamontiLÜoren. 6. ?. Kattaa A Söhn. 464 Eedar Str. ücste.cranschläge werden we. 3nicrData (Wholcsale). Xaaictt ACo, 18 West Geo.gia Tt. Schnittvanrcn. . Hibden. Kolle? 6 Co. 155 S. aKctlMan Str. Eisen- und LlcchVüarcü, Gevchre. Scijr.an & Earcy Ge, 111 115 c. Aerid. Lcdcr, Treibriemen, ackmateria!. Hide. Luther c Beltwz Eo, 227 S. Neridlan st?. Tsyler & r.ü, 247 Meridian Slr. ' Vanlzolz. G-cbunr, .en??, Leorgia Str. . 'Ki'ZhltÜ vii'JiiU Xanner ä uUiM. 21 lirif-S St?. Ütc, Handschuh: ctt. fcer.fctiffon, Leflk? & Co.. 131 S. 3er;fc:an. Giftn' urj fckbcfcacrtu. onncgut tarfcware Co.. 120124 Ost29ashmat.-n St?. Criscu unb Stafcl. h?UidLy.'W. I. & Co., 107 S. Meridian. Svulc rnd piewsarcn. JKafcer, Charles & Co.. 29 W. W-Zbinzton. Druggist (Wholcssle). IndianapcliS Trug So,. 21 D. Ms?tz!d. TrNft-ComPagilicn. Jndiana Trust C?. & afeiy Vault. Cafc Teyvslt Vcults. Jletchers Safe 'epesit. 30 Ost Washington. Boxrs $5.0) und aufwärts. Banken. Tie Capital Naticnal Stoss. 28 6. Meridian Str. 871. B. WilZon. Präs. W. T. Churchman. aistrer. CroccrS (WholcscZe). Vrinleyer. Kühn & Co., 211 S. Meridian Str. Jce Creeu. Dhe R. W. Furirace Co.. 131 Alabama Str. Farben und Eisenvaaren. uilders Suppl? Co., 342 Ost Washington. i Tttschmaschmen. Nichols Shcpard Co.. 42 KrntuZy Ave. Advokaten. Sanrti, Swttn, Baberger & Feiöleman, deutsche Advvkaten. jtti.417. ' 70 Stevenson Gebäude PisnoZ und Orgeln 5?ülschr.er Music Co.. 128 Pennsylvania Str. Alles rscht blitzblank in Küche und Haus zu heben, erfüllt jede gute Hausfrau mit gerechtem Sto!z. Das beste Mitte!, lle Mc taltaaaren in kürzester Zeit und für die längste Dauer blitzblank undglän Uind wie einen Spiegel zu machen, 'ist die ü. 8. 5IETAL POLISil TASTE, tlc ron der alibclan:iten u. bewahrten Firma . ' m t wm, Vlo.ZiO Zt Washington Ttratze, Indianapolis, Ind.. hergestellt wird. Für Castttirthe ist das altbewährte Putzmitte! ,cn derselben Firma herzes:ellt, zum Pu,cn uer Lar-irtures etc. einfach unentbehrlich ftad wer es einmal gebraucht hat, wird es kets friedet holen. Bar Keeper's Fr'end", 'ak- Unentbehrliche, t uverau in potyelcn lu haben. cisacÄ u::d der grosze Nordwesten ria )) (QZ??;? ivnu lLl

m mi

rMOT V, bMOKWUM ! iUWMRÄM 'MZWZkMM

Ulaska-Sawaii-PdillHviae Inseln. Vier tägliche Schnellzüge nach Chicago. tr- 3?cn Irr Tlenon 47. Str. Stcticn, Ckiicag?. sind'j nur 5 Minute mittelst e!e!rri!cher dar ach den Union Biehdöfen Einzige Linie nach rrencd IZck Lpi-in??, ln bem Oranne Counky Heckland. ffainilien-Lotel vnter neuer eschiinileitunq. 'Lluto, Ärviririne u,d Boles Queller. Be?ieS inerilwasser der Welt. Zwei üge täglich via Greenrattle. - TiSet-Oisicen : Union Starion, Msfjachusttt? Ave. und 22 titt Washington Strebe. S,'. P. A l ? , Tiftr,kt SaT. ttgent. 3r.bianareIiS, Ind. S. H. VikDoel. E.H.Rock well. Präs. und &:ru T!l,r. Betriet ileiter 5? r a n k N e e d. . Sen. Pass. Ä.2k.it. Tdicas. Jll.

ojfrr'SStc Dovsschönheit.

Von I. M. Crokcr. (For!feh'.!Ng.) ".Fräulein Hay?s!" rief Her? N'xon. ihr Lorgesetcr. Sie vergessen sich! Sie setzen mich !n Erstaunen!" Ich kann entschieden nicht glauben, daß diese alte Dame das ist. was die Herren annehmen." erklärte Peggy, kühn hinter dem Ladentisch vortretend. Sie ist ja so alt so allein." Sie wollen fagen. daß sie keine Mitschuldigen hat." entgegnete Sharples. Das kann sein, aber das Alter ist Maske. Sie kommen jetzt mit uns vorwärts!" Zitternd wie Espenlaub, mit zuckenden. Lippen stand das Dämchen auf, klammerte sich aber fest an Pegiys Arm. geruhigen Sie sich nur ja, ja, ich r?ill mitgehen," sagta Pezzy, wie man ein Kind beschwichtigt, un? der kleine Zug setzte sich in Bewegung. ' Voran Herr Sharples, ganz Wurde und Wichtigkeit, die alie Ledcriasche in der Hand, dann die zitternde alte rau am Arm des Ladenfräuleins" uns hinterdrein Herr Nizon mit dei Geschäftsführer. Was ist geschahen? WaS hat das zu bedeuten?" fragte man, wo sie vordeikamen. Ach. nur ein altes Weib, das gemaust hat! Die Sorte kennt man ja," hieß es. Im Komptor angelangt, sank die Verdächtigte auf einen Stuhl. Ihre Tasche wurde geöffnet und der Inhalt pünktlich auf dem Tisch ausgebreitet. Erst kam ein Pfereschwamm. dann ein gestricktes Tuch, dann folgt: ein feines Spitzenhäubchen. eingewickelt. ab:rjämmerlich zerknüllt. einPaar Handschuhe für einen Diener, ein Photographierahmen, ein Flanellhemd, ein Stück Besatz, eine zierlich: Gartenschaufel, 5we: Spiele Karten und ein Fläschchen mit Vaseline Das Merkwürdige aber war, daß all' diese Gegenstände bezahlt waren Grey & Lavenders abgestempelte Kcupons fanden sich, aufgerollt und zerknittert, zu jedem einzelnen vor. Das ganze Sammelsurium enthielt nichts, was nicht rechtmäßiges erworbencs Eigenthum gewesm wär:! Mittlerweile saß die alte Dame still auf ihrem Stuhl, hielt Pggys Hand fest und schluchzte von Zeit zu Zeit herzbrechend. Sharples' Ausdruck sittlicher Entrüstung machte einem gewissen Unbehagen Platz. Vielleicht können wir uns daran genügen lassen, wenn. Sie uns Ihre Adresse angeben," sagte er ein gutes Theil höflicher. So. damit wollen Sie sich gütigst begnügen?" fuhr die Frau heftig auf ihn los. Vor Hunderten von Mensehen des Diebstahls geziehen, mit der Polizei bedroht und durchsucht zu werden, das kann man wohl auch genügeno nennen! Indeß, ich bin Fräulein Sophie Fräulein Serie Lou Serlewood Park bei Loosegrcn." Uno bitte, womit bestätigen Si diese Angabe?" Hier ist mein Name!" Ohne Rücksicht auf Herrn Sharples' Anstandsgefühl hob sie ihren Kleiderrock hoch auf, enthüllte einen fchwarzseidenen Unterrock und eine ungeheure leinene Rocktasche. Diese schien an Fassungskraft dem Leersack nahe zu kommen unv ebenso mannigfaltigen Inhalt zu bergen: drei große, frische Taschentücher, eine Brille, eine Schachtel mit Lakritzcn. zwei stattliche Schlüsselbunde kamen heraus, und dann ein Brief, der deutlich an: Fräulein Serle. Serlewood Park. Station Goosegren" überschrieben war. Herr Sharples sah den Geschäftsführer an. rer sehr geknickt aussah und verlegen mit seiner Uhrkette spielte, dann Herrn Nircn und schließlich Fräulein Hayes zum eisten Mal im Leben schien sein Selbstgefühl in's Wanken zu kommen! Ich fürchte allerdings, daß hier ein Irrthum vorliegen muß," begann er unsicher, und spreche Ihnen mein lebhastcs Bedauern darüber aus! Wir haben schon sehr üble Erfahrungen dieser Art gemacht und bedeutende Verluste erlitten und Sie haben sich ja selbst von dem Spitzentuch in Ihrem Mantel überzeugt. Wenn ich die Ehre gehabt hätte,, Sie zu kennen eine Dame in Ihrer Lebensstellung äd rouroe iaz ;a nie.... Rein, wenn ich eine arme, alte Frau wäre, die kein Gut besitzt, würden Sie mich in's Gefängniß geliefert haben!" rief Fräulein Serle entrüstet. Es thut mir ganz außerordentlich leid ich bitte sehr um Verzeihung, und toenn es irgend in meiner Macht stunde, das Unrecht gut zu machen, wäre ich zu Allem bereit...." Die Aufregung und ihre Folgen können Sie mir nicht abnehmen ich bin -kaum im Stand, mich auf den Füßen zu halten! Es war seh thöricht von mir. allein hierher zu reisen meine Jungfer war auch sehr dagegen. Bitte, gestatten Sie. daß dieses junge Mädchen, die Einzige, die mich nicht für eine Diebin hielt, mich nach Hause bringt!" Mit Vergnügen, gnädiges Fraulein; sie steht ganz zu Ihrer Verfügung." versicherte der Geschäftsfüh rer, während Sharples wie ein begosse Ltt Pudel dastand. Sie .werden an

Frauen HayeZ c;r.e gewänne uno zuvorkommende Begleitcrin finden es gereicht der Firnia zur Freude, sie Ihnen zur Verfügung zu stellen! Fräulein Hayes. bitte, kleiden Sie sich rasch an. Fräulein Serle wartet! KönI'.en wir scnst N2ch etlras für Sie thun?" Ja, die Sachen wieder in die Tasche legen, genau so. wie sie drin waren!" . Das hieß also das Spitzenhäubchen zu Unterst und die Gartenschaufel oben drauf legen. Herr Sharples unterzog sich dieser dem Fachmann widerstrebenden Aufgabe mit Geduld, und' kaum hatt: er sie erledigt, so erschien Peggy. Vitte, rufen Sie mir einen Wagen," befahl Fräulein Serle. und jetzt folgten die 5zerren in Ehrfurcht der reichen Dame. Sharples mit der Ledertasche, als ob es die Bundeslade wäre. Kein gkringerer als der Geschäftsführer selbst hob das alte Fräulein in den stattlichen Landauer. Machen. Sie Alles wieder gut!" flüsterte er Peggy zu. als der Wagen sich in Bewegung setzte, worin Fräulein Serle eine Angestellte gewissermaßen als Geisel mitführte. Es geschieht mir, recht." sagte die alt: Dame, die nach der Aufwallung von Würde wieder ganz zusammengebrochen war, eins der großen Taschentücher entfaltet hatte, um ihre reichlich strömenden, Thränen zu trocknen, und Peq.ay.s Hano keinen Auaenölick lo5 ließ. Darling bat mich, nicht zu gehen, und sie hat solchen Schnupfen, daß ich sie nicht hätte mitnehmen dürfen, aber diese Anzeigen lockten mich unwiderstehlich ich mußte den Ausverkauf sehen! O Gott, wenn ich Darling erzähle, daß man mich fast auf die Polizei gebracht hat! Geschieht Ihnen recht, wird sie sagen!" XXX. Kapitel. Fräulein Serle wird ungehorsam. Yoxby heißt die Station." sagte Fräulein Serle. als sie, immer noch leise schluchzend, am Bahnhof ausstieg. Da, bezahlen Sie den Kutscher, und nehmen Sie eine Fahrkarte für sich, erste Klasse." Damit überreichte sie Peggy einen umfangreichen gehäkelten Geldbeutel mit zwei silbernen Ringen. Sie hatten noch längere Zeit auf den Abgang des Zuges zu warten, und während des Aufenthalts im Bahnhof fand die alte Dame ihr Gleichgewicht wieder, ja, Peggy wunderte sich, im Stillen darüber, wie heißhungrig sie jeden kleinsten Eindruck in sich aufnahm. Der Automat, eine ausfallend gekleidete Dame, ein wohlfrisirter Pudel mit Bändern und Glöckchen waren für sie große Sehenswürdigkeiten. Endlich ging der Zug ab. ein Zug, der sich Zeit ließ, an jeder Haltestelle anhielt und die beiden Damen nach Verlauf einer Stunde auf dem sehr bescheidenen Lahnsteig von Nozby absetzte. Der Stationsvorstand selbst kam an den Wagen, hob Fräulein Serle heraus und geleitete sie mit wahrer Ehrfurcht an ihren Wagen, eine Art von Arche Noah mit dunkelblauem Ver-

deck und geld lackirtem Wagenkasten E:n Paar uralter Rosse und ein ehrwürdiger Kutscher mit langem, weißem Bart standen ganz im Einklang mit dieser Kutsche, weniger der flinke junge Diener, der den Schlag aufriß. Mit der Geschwindigkeit eines mäßigen Fußgängers, hoch tretend und sich gewaltig in die Brust werfend, führten die Rosse ihre Herrin dahin. Die Gegend war freundlich und der JuliNachmittag klar und warm. Peggy sah mit Entzücken wieder einmal grüne Hecken, und sog mit Wärme die reine, würzige Luft in. die den alten Rumpelkasten durchströmte, Heu- und Geißblattdüfte herzu tragend. Wie anders, als im Laden! Die ganze Landschaft machte den Eindruck weltentrückter Stille; man fuhr an Bauernhöfen und kleinen Tagl'öhnerhäuschen vorbei, und nur an einem einzigen Herrenhaus, das aber seine Fensterläden gegen neugierige Blicke verschlossen hatte. Das 'ist Yozby Hall, das den Giffards gehört meinen nächsten Nachbarn, die aber selten auf dem Land sind," bemerkte die alte Dame. Und hier kommt Serlewood." Als der Wagen vor einem feierlichen Parkthor, mit Pförtnerhaus zu beiden Seiten, hielt, kam eine alte Frau herausgehumpelt, um die Herrfchaft mit tiefen Knicksen zu begrüßen, wofür ihr ein. herablassendes Nicken der Federkiele auf dem alen 'Hut zu Theil würde. Jetzt rollte das Gefährt wohl zehn Minuten lang durch einen Park, wo überall schönes Bauholz geschichtet lag, und dann kam ein gradliniger Bau mit großer säulengetragener Altane in Sicht. Mit einigem Befremden gewahrte Peggy rechts und links vom Weg ganze Reihen von Tellern und Untertassen. Das ist für die im Freien lebenden Katzen," beantwortete Fräulein Serle ihre stumme Frage, denn die Dienstboten wollen nur eine bestimmte Anzahl im Haus haben. Die Haushälterin hat drei, Darling und das Zimmermädchen haben je zwei, ich persönlich eigentlich keine. Der Parkhüter hat immer etwas auszusetzen an den Katzen, weil sie schreckliche Wilderer seien, da aber Niemand hier jagt, sehe ich nicht ein, was das schaden soll, und nun, meine Liebe, steigen Sie, bitte, schnell aus. Pulsifor kann nicht lange unter der offenen ! Thüre stehen!" 1 .pulsifor rrar rmuthlich . der ehr

würdige auzi)osmc'.iler. öer auf d"en Siufen der Terrasse stand, ein vertrocknetes Männchen mit langen silberweißen Haaren und breiter, schwarzer Halsbinde. Er empfing seine Gebieterin mit Würde und Anstand, als er aber sah, daß die Begleiterin auch Miene machte, in's Haus zu treten, starrte er Fräulein Serle an, al5 ob sie ihm zumuthen wollte, einen lebenden Gorilla oder ein Känguruh einzulassen, und wurde vom Wirbel bis zur Zehe eitel Ablehnung. Plötzlich entsann er sich jedoch seiner Dienerpflicht. schlurkte durch die breite, mit Fliesen belegte Halle, und riß die Thüre zum Empfangszimmer auf, einem großen, halbdunkeln Gemach mit abgeschossenen Wandbchängen, verblaßten Teppichen. Fußbänken und Kaminschirmen, dessen vier Glasthüren auf einen im Rokokostyl angelegten, jetzt sehr verwilderten Garten hinausgingen. Ich fürchte, ich bin etwas zu spät daran. Pulsifor." sagte die SchloßHerrin entschuldigend. Ja, Fräulein Sophie." erwiderte er, eine Taschenuhr im Umfang einer stattlichen Zwiebel hauszieh:nd. Es ist noch zehn Minuten bis sechs Uhr;' in fünf Minuten wird angerichtet wer-, "N " "Sein Blick streifte Peggy mit dem deutlichen Ausdruck: Beeile Dich also, fortzukommen." Diese junge Dame wird hier speisen ja auch über Nacht bleiben, Pulsifor," verkündete Fräulein Serle, halb furchtsam, halb würdevoll. Meine Liebe wie war doch Ihr Name?" Hayes Margaret Hayes." . Pulsifor schien zur Salzsäule erstarrt zu sein. Endlich fand er nach kurzem, scharfem Hüsteln die Sprache wieder. Fräulein Sophie darf ich bitten einen Augenblick in der Halle?" O gewiß, gewiß," versicherte sie. sichtlich erschreckend, und eilte zur Thür hinaus, die er langsam hinter ihr und sich schloß. Nach kurzer Zeit ging sie aber wieder auf, und das geröthete Antlitz der alten Dame wurde sichtbar. Wir speisen erst um halb sieben Uhr," rief sie Peggy zu. Ich habe das Essen aufschieben lassen, so haben wir noch Zeit, uns bereit zu machen." Während Pulsifor. hüstelnd und etwas von im Bett ermordet werden" vor sich hinbrummend, davonschlurlte, führte Fräulein Serle ihren Gast eine monumentale, sanft ansteigende, eichene Treppe hinauf in ihr eigenes Zimmer, wo ein altes Weibchen, ganz in wollene Tücher eingemummt, der Herrin harrte. Darling, diese junge Dame wird hier übernachten." Darlings Gesicht drückte maßloses Staunen und maßlose Mißbilligung aus. Seit zwanzig Jahren hatte Serlewood keinen Gast mehr beherbergt, und nun hatte ihr Fräulein, die ja so unbesonnen und urtheilslos war, eine landfremde Person aufgelesen, die eine Diebin, eine Erbschleicherin, eine Komödiantin sein konnte.- Sie maß Peggy mit feindseligem Blick vom Scheitel bis zur Sohle, sagte aber kein Wort, was für Fräulein Serle von übelster Vorbedeutung war. Wenn Darling schwieg, so konnte sie sich auf kalte, lieblose Behandlung, scharfe Bemerkungen über was der selige Vater dazu gesagt haben würde" gefaßt

machen sie durste za nur an die schwarzen Strümpfe denken! Als Fräulein Sophie sich unterfangen hatte, von weißen zu schwarzen Strümpfen überzugehen, hatte Darling wochenlang kein freundliches Wort mit ihr gesprachen! Machen Sie das eichene Zimmer neben diesem sür Fräulein Hayes zurecht," fuhr das alte Fräulein, allen Muth zusammenraffend, fort, und sorgen Sie auch für Kamm, Bürste, Morgenschuhe. Dann legen Sie dem Fräulein auch eins von meinen NachtHemden zurecht! Ich kleide mich immer um zu Tisch, meine Liebe," fuhr sie, gegen Peggy gewendet, fort, da Sie aber .nicht in der Lage sind, es auch zu thun, erwarten Sie mich vielleicht unten im Salon ich brauche nicht lange." Peggy that, wie ihr geheißen wurde, besah sich alle Herrlichkeiten des dämmerigen Raumes, Herrlichkeiten aus vergangener Zeit, und wunderte sich, daß in all' diesen Blumenvasen und Schalen auch nicht eine einzige Blume war. Sobald das Gong erklang, rauschte Fräulein Serle in violettem Sammt mit langer Schleppe, rosig schimmerndem Schmuck von Topasen und einem Elfenbeinfächer in der Hand zur Thüre herein. So, mein Kind, jetzt gehen wir hinüber ich werde Sie führen!" Das merkwürdige Paar betrat ein saalartiges Speisezimmer, worin der mit reichem Silbergeschirr beladene Eßtisch den einzigen hellen Fleck bildete,' und wurde von dem ehrwürdigen Herrn Pulsifor und einem etwas jüna,eren Gehilfen bedient. Die Mahlzeit entsprach den Bedürfnissen und Gepflogenheiten alter Leute, und bestand eigentlich aus Krankenkost, die in lautlosem Schweigen verzehrt wurde, bis Herr Pulsifor nach dem Sagopudding beiden Damen ein kleines' Glas Portwein vorsetzte und sich zurückzog. Wir sind sehr altmodische Leute, wie Sie sehen," fing Fräulein Serle zu i plaudern an Alles geschieht zur selben Stunde wie be! meinen Eltern, die j meisten von den Leuten waren sogar noch in idrem Dienst. Pulsifor It über

achtzig Fayre all uno mem utjcyer nicht viel jünger; ich mußte seinen Enkel als Groom anstellen, damit er ihm ljilfi, auf den Bock hinauf und herunter zu klettern." Ein wundervolles altes Haus! Sie hängen wohl sehr daran, gnädiges Fräulein?" Gewiß, meine Liebe, und ich erhalte es genau wie zu meines Vaters Zeiten, der vor zwölf Jahren in hohem Alter starb. Wollen wir jetzt in den Salon gehen?" Fräulein Serle zog dort die dichten Vorhänge auf. und Peggy rief, hinausblickend: Was für ein lieber alter Garten!" Was möchten Sie jetzt beginnen?" fragte das alte Fräulein. Ich lege in der Regel Patience, bis der Thee kommt das ist um acht Uhr. Um neun Uhr halten wir die Abendandacht, und Punkt zehn Uhr gehen wir zu Bett." Ich möchte an diesem schönen Abend am liebsten in den Garten gehen, oder wäre Ihnen das zu ermüdend?" In den Garten nach Tisch! Aber, Kind, denken Sie doch nur an den Thau! So etwas thue ich nie!" ' Es ist aber ganz trocken, und wir brauchen ja nicht durch's Gras zu

gehen. Ich habe Gärten so gern und bin so lanf: in keinem gewesen." So gehen S:e denn in Gottes Namen. aber 'meine Gummischuhe müssen Sie anziehen und ein warmes Tuch umlegen." O bitte, bitte, lassen S:e Mich gehen. wie ich bin." Nein, Kind, ich kann auch entschieden sein obne Gummischuhe kein Garten!" rief Fräulein Serle. eine alte Klingelschnur in Bewegung setzend. Das Gewachshaus wird leider ge-. schlössen sein, Simnons nimmt den Schlüssel immer mit. Der Garten selbst ist nicht mehr so gul gehalten wie früher; Simnons sagt, er habe keine Zeit dazu." Er ist wohl auch schon sehr alt?" Nein, kaum Fünfzig, erst seit sechs fahren hier. Darling, bitte, meine Gummischuhe!" Sie wollen hinausgehen, raulein Sophie?" fragte die vermummte Gestalt. die unter der Thüre erschienen war, halb entsetzt, halb empört. Nein, die junge Dame braucht sie." Peggy bekam also bequeme Gummischuhe und einen Kragen mit Kapuze und durfte dann ungestört umher wandeln. Die Gewächshäuser waren schön im' Stande, der Reife nahe Pfirsiche. Trauben und Tomaten schimmerten durch die Glasscheiben, der Garten aber war bis auf die Spargelbeete in trauriaer Verfassung. Gleichwohl freute lich Peggy der Rosen und des Lavendels, die sie wie alte Freunde grüßten. Plötzlich unterbrach eine schrill tönende Glocke das andächtige Schweigen des Sommerabends, und Peggy eiUe dem Haus zu, weil sie das Zeichen zum Thee darin vermuthete, sah aber mit einem Mal mindestens zwanzig Katzen aus allen Richtungen herbeikommen, um sich über ihre gefüllten Schüsselchen herzumachen. Das alte Fräulein war noch in ihre Patience vertieft, als Peggy wieder eintrat, und als sie damit fertig war. spielten sii Tricktrack bis zur Theestunde. Nachdem sie Thee getrunker. hatten einen sehr feierlichen Thee in pomphaftem Silber aufgetragen ordnete Pulsifor die Stühle in Reih und Glied und schob ein Tischchen mit Bibel und Gebetbuch vor die Herrin. Meine Liebe, würden Sie nicht so gut sein, an meiner Stelle zu lesen? Ich weiß nicht, was es ist, aber mit dieser Brille sehe ich gar nichts!" Peggy schlug gehorsam die Bibel auf, fühlte sich aber etwas befangen, als sie eine endlose Schaar von Dienstboten, einen wahren Hofstaat von Greisen, in's Zimmer treten sah. Mit etwas unsicherer Stimme fing sie an. gewann aber bald die Ruhe wieder und trug das Kapitel aus der Bibel gut und eindrucksvoll vor.' Dann kamen die Abendgebete aus einem großen, alten Gebetbuch in Schweinsleder, doch' plötzlich wurde sie mit Schrecken inne, daß sie laut und andächtig für König Georg und Königin Charlotte betete, und sie verhaspelte sich etwas bei dem Versuch, Königin Viktoria wieder in ihre Rechte einzusetzen. Endlich war die Andacht erledigt, und die Leute standen auf. wobei Pulsifor förmlich aufgehoben werden mußte. Sobald er wieder stand, räumte er die Bücher weg, und zog an der Spitze seiner Heerschaar ab. (Fortsetzung folgt.) Die gü'fen, alten Schoppenstädter würden sich verlnuthlich den Bauch halten vor Lachen, wenn sie von der Dummheit der Contraktoren und Behörden erführen, die das neue aroße Hospital auf Ellis Island ge baut. resp, die Aufsicht über den Bau geführt haben. Ihre eigene sprichwörtliche Dummheit wird dadurch ganz und gar in den Schatten gestellt. Mit großen Kosten ist das neue Gebäude fertig gestellt worden, und jetzt, nachdem Jahre lang daran gebaut, jetzt, wo der Bau beinahe fertiq. stellt ist. ist es den klugen Baumeistern und Behörden erst auf- und eingefallen, daß keine Vorkehrungen getroffen sind, das Gebäude bei Nacht zu erleuchten. Jetzt müssen .die Mauern, Fußböden und Zimmerdecken alle wieder aufgerissen werden, um die elektrischen Drahte zu legen.

--j Ntltlo::.

" Eine Novellenleser In einem neuerlichen Aufsatze der Review of Reviews" wird an der .fvmh tmh.nfrtttffr Qiiftfrr hslrrriif fcm gewiesen, wie gewaltig sich bei uns der Verkauf erzählender Bücher in den letzten sunf Jahren vermehrt hat, und d Amerikaner als Novellenleser heute an der Spitze der Nationen marschiren.' Und das trotz der reichlichen erzählen-? den Kost, welche auch die Tages- und. Wochenpresse bietet! Besonders auffallend erscheint dieser Novellenhunger, wenn man' ihn mit' dem Begehr nach Büchern sonstiger Gattungen, Lebensbeschreibungen, wissenschaftlichen Schriften. Reisewerkcn 1 u. s. w., vergleicht. Denn wie wchlunterrichtete amerikanische Verleger rerrXt.M V! Hs)ftiJFt?v,AA r r( K?rfr IUIU, tUi Ult jmtllUt UUvy Vllki anderen Gattungen' von Büchern in i den letzten fünf Jahren bei uns so gutwie gar nicht zugenommen. Die ? Bevorzugung der Novcllcnbücher er-! scheint im Büchermarkt sogar noch ein , seitiger, als in den öffentli5'-:n Biblio-' thcken. deren Berichte ja auch schon ge-' nug über diesen Gegenstand zu sagen gehabt haben! Nirgends sonstwo in der Welt exiflirt derzeit eine solche Hochsluth erzählender Werke, und wird dieselbe so begierig aufgesaugt. Das jetzt zu Ende . gehende Jahr hat uns niindestens sechs Novellen mit einer Verbreitung von je 150,000 Exemplaren gebracht, drei weitere mit je 100.000. ungefähr zwanzig mit. je 60.000 (was früher schon als eine phänomenale Eireulation galt), und dann noch etwa ein' Halbhundert mit je 20,000 bis 30,000. Rechnet man dazu noch die 800 oder mehr Novellen mit nur normaler" ; Verbreitung, so ergibt sich eine Novellen - Production von beiläufig drei Millionen Bänden in diesem kurzen Zeitraum. Von der Zahl der thatsächliehen Novellenleser gibt dies aber noch lange keine hinreichende Vorstellung; man denke allein an das BibliothekenPublikum unserer Tage! Und diese Nachfrage wächst noch be- -ständig, und vom heurigen FeiertagsGeschäft in erzählenden Büchern läßt sich bereits sagen, daß es ein enormes ist. Man hört von Zeit zu Zeit aus Lehrer- und anderen Kreisen klagen, daß das Interesse unserer jungen Welt an den wirklich werthvollen, klassischen Erzählungen immer mehr abnehme. Aber zu einem großen Theil findet diese Klage bei näherem Zuschauen keine Begründung. Natürlich wird Sensationsschund in Hülle und Fülle verschlungen. aber auch der Begehr nach klassischen Erzählungen mbH ligen Ausaaben ist anhaltend ein gewaltiger. Walter Scott, Dickens, Eliot. Thackeray, Cooper und Andere namentlich aber Cooper rn den Einzelbänden sind große Lieblinge unseres geschichtenlesenden Publikums geblieben. Die im laufenden Jahre bei uns verkauften Dickens-Bände werden allein aus 200.000 bis 250.000 geschätzt. Aber freilich: billig muß auch das Gute sein, sonst findet es sehr wenig Anklang. Die Bewilligung aller dieser Bücher hat mehr als alles Andere zu: enormen Zunahme der Nachfrage beigetragen. kann indessen den Reiz von Lüchern anderer Gattungen auch nicht viel erhöhen! Landkarten für Wassersncher. In großen Theilen der Ver. Staa ten, vor Allem auf den Prairin und in dem halbdürren Westen, ist es von großem Werth, möglichst genau zu wisfen, in welchen Richtungen das, zur Anlegung von Brunnen verfügbare Wasser zu finden ist, und vor Mem, wie tief es unter den Gesteinschichten liegt. Es dürfte daher vielseits mit Befriedigung begrüßt werden, daß in neuester Zeit unser Vermessungsdienst auch geologische Karten herausgibt, welche die Wasserlinien" mit aller nöthigen und erhältlichen Auskunft zeigen. Theile von Colorado waren unter den ersten, von welchen man solch: Wasser - Landkarten herstellte. Und bald werden Karten großer T'heil: von Nord- und Süd-Dakota, Wyoming u. s. w. mit derselben Neuerung ausgestattet erscheinen. Die tüchtigsten Geologen, deren Diensie man erhalten konnte, haben nach gründlichem, Studium der betreffenden UntergrundFormationen speciell zu dem vorliegenden Zweck die Auskunft geliefert, welche für die Anbringung der Was serlinien auf den Karten maßgebend war. Gelegentliche Verbesserungen und Vermehrungen sind natürlich nicht ausgeschlossen und werden hoffentlich noch zahlreich erfolgen; denn es gib: auf diesem Gebiet noch gar Manches zu erforschen und festzustellen. Die Karten zeigen sowohl die Tiefe der oberen wie der unteren Grenze der als wasserhaltig befundenen Eesteinschichten. Es braucht . kaum hervorgehoben werden, wie nützlich solche Auskunft nicht allein für die Landbau-Bevölke rung direct, fondern auch für die Städte und Towns sein kann, die das Bedürfniß nach einer öffentlichen Wasser-Zufuhr haben, welche die nothwendigen Qualitäten des Trinkwassers besitzt.. Obwohl die besagten Publicationen auch schon früher nicht zu der unnützesten öffentlichen Litera tnr gehörten, dürften die neuen Wassparten ihren Werth noch beträchtlich erhöhen, '