Indiana Tribüne, Volume 25, Number 104, Indianapolis, Marion County, 2 January 1902 — Page 4

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Jttdiana Tribüne. , Erscheint Täglich und Sonntag.

' Heiaukgkgeden von der tkibune Publishing co. Indianapolis, Ind. OZflee : 13 Süd Alabama Straße, el. 1171. Tage und Sonntagsblatt nur 10c per Woche. 9! einzige achtseltige derratische iendbkaN Hn &ate anbiona Kit einer rösere - T! irgendkme andere deutsche Ztitung. . 9 t c I i e 1 1 e ft e Ctaan Irt Teutsch und nlln deutsch-amerikanische Bneine und OrganiZatioaen. 8 evvPnliirSeund bkdkutentk deutscbedemo KatNche Leituvz der Etadt nnt bei Staate Ja. fciana. Il zeigen finden durch die.T:'Süne- dieweiteke erdreituug und haben anerkenntden bköenrfelz. und des sorgfältig gewählten Inhalts allgemein beliebt. c 3 Eonnta gSblatt kostet nur 5 Gent?, mit dem Abendblatt zusammen! Cents per Woche, r?m Trüger in'd HauS gestellt oder per Post versandt. Entfjii at Indianapolis P. O. aa Becowl clai cnaW matter. Donnerstag, den 2. Januar 1902 Das polnische Nationalmuseum. Unter den Staaten des europäischen Kontinents war und ist die Schweiz von jeher der Zufluchtsort der Werfolgten. Die Zahl jener Männer, welche kurze oder lange Zeit hindurch die schützende Gastfreundschaft der Eidgenossenschäft in Anspruch genommen, ist eine erstaunlich große. In den Revoutionsjahien nahm die Eidgenossenschaft die deutschen Flüchtlinge aus dem badffchen Aufstand, darunier 'Georg Herwegh und Moritz Hartmann, dann Richard Wagner, Gottstieb Kinkel, überdies Mazzini un namentlich auch viele Polen gastlich auf. Es wird daher sehr begreiflich erscheinen, wenn eine zu wiederholten Zeiten bedrängt gewesene und verfolgte Nation wie die letztgenannte sich dieses Land der Freiheit erwählte, um den Kämpfein für ihre Selbständigkeit ein bleibendes Denkmal zu setzen, wie die5 durch die Errichtung des polnischen Nationalmuseums zu Rapperswyl geschah. Diese am Zürcher See malerisch gelegene Stadt bietet unter vielem Interessanten auch das aus dem Mttelalter stammende, einst im Besitze Oesterreichs gestandeneSchloß und die nun darin untergebrachten Sammlungen, welche die polnische Geschichte 5n anschaulicher Weise illustriren. Das Schloß wurde von der Stadt vermöge eines alle 90 Jahre zu erneuernden Contractes auf immerwährende Zeit gemiethet und das Museum im Jahre 1870 eröffnet. 2r eigentliche Grunder desselben war Graf Plater, welcher dem Unternehmen einen großen Theil seines Vermögens widmete und jährelang in Rapperswyl gelebt hat. Die Gemäldegallerie enthält nicht nur Werke polnischer Maler, sondern auch hervorragende classische Meisterwerke, die vaterländischer Sinn hierher gestiftet hat. Man steht da Originalbilder von Lukas Eranach, Rubens. Van Dyk, Murillo, Pousstn, Boucher und selten schöne Porzellanmalereien von Watteau. Als ein besonderes Heiligthum wird das Zimmer Kosciuszko's betrachtet, in welchem nicht nur sein Sterbebett, sein Sterbehemd, sondern auch eine Menge anderer Andenken, Büsten und Bilder von ihm ausgestellt sind. An ixn königlichen ' Hof vonPolen erinnert eine Reihe zum Theil kostbarer Gebrauchs gegenftände. wie eingelegte und geschnitzte Möbel von August dem Starken, eine Reisecassette des Königs Stanislaus Leszczynski. werthvolle Schmucksachen. Tosen, Nippes usw. Ein eigenes Zimmer ist dem Andenken des Astronomen Kopernikus geweiht, welchen die Polen, weil er in Thorn zur, Zeit geboren wurde, als diese Stadt zu ihrem KLniqreiche gehörte, den Ihrigen beizählten. Neben der Wissenschaft zollen der Errichter und Verwalter des Museums auch der Dichtung, und zwar der na- . tionalen, den ihr gebührenden Tribut der Verehrung, vor allem dem Genius Mickiewicz. In ähnlicher Weise wird . die Erinnerung an den Dichter Kraszewski gepflegt, und auch der noch lebende, von seinen Landsleuten wie von anderen Nationen gefeierte Sienkiewicz wird in dieser nationalen Ruhmeshalle geehrt. In der Mustk concentrirt steh die Verehrung auf Chopin. Fast will es scheinen, als genügte es den Polen nicht, ihre eigenen Helden und Geisteshercen hier zu feiern, denn sie gehen so weit, auch alle ' jene in ihren Cultus mit einzuschließen. die ihre Sympathien für die Nation in irgend einer Weise bethätigten. Außer Andenken an General Vem sin- " den wir in dem den Freunden Polens gewährten Raume auch solche an Garibaldi, an Verdi, der dieUeberführung dxs Herzens KoSciuszko's vermittelt hatte, sowie Bildnisse anderer Volksmänner. die sich einst für die Sache Polens .Ee&eißert haben. - ' Frank S tratmann. Vienna Vufsct, 210212 O. Wabash Str. Besten Getränke und (Zigarren, feinster Lunch. Aufmerksalne Bedienung.

a S nnt ag blatt irr Tribüne- , da dMiqöe und leöe deutsche Fainilientlatt xreben KarmatS im Staate und weaen keiner Reickdattissrst

Attslalld Depeschen. Alls den: dmlschm

m eich. Der Ncujahrscmpfang im Schlost zu Berlin. - Kaiser Wilhelm wünscht, Daß die Tochter des prnsidenten . ; NooskMlt ; ' m ' , ,. ''. Seine in den Ver. Staaten im Bau begriffene Jacht taufen solle. ' , , Besserung der virthschastlichen Lage in , Teutschland. Vom Krieg in Eüdasrika. Die Nationalwahl in Cube. Egrada Palma ohne Zweifel zum Prä sidcnttn gewählt. Aus. dem Deutschen Reich. V c r l i n , 2. Jan. Herr Koch, der Präsident der Rcichsbank. ist dcr Ansicht. daß die Geschäftslage in Deutschland sich thatsächlich bessert und die Aussichten für das neue Jahr wieder ziemlich günstige seien. Er giebt aber zu. daß im Kohlcnmarkt und in dcr Eisenindustrie die Besserung noch kaum bemerkbar sei, und am wenigsten von einer solchen in Schlesien, Westphalcn und der Rhcinprovinz zu be merken wäre, wo die Ucbcrproduktion am größten war. Die Ausfuhr nach den Ver. Staaten vom Berliner Konsulardistrikt aus war im Jahre 1901 die größte, die bisher verzeichnet worden. Sie belicf sich im Ganzen auf 30.723.008 Mark, gcgen 28.044.591 Mark im letzten Jahr. Die Zunahme entfällt fast ganz auf das letzte Quartal, in dem sich die Ausfuhr auf 7.963.300 Mark belief. c,egen 5,930,263 Mark im letzten Quartal des Jahres 1900. Die Neujahrs - Feier in Berlin. I e r l i n. 2. an. Mit dem neuen Jahr hat auch der Hof die Trauer abgelegt, und in den vornehmen Kreisen sreut. man sich bereits auf die üblicken Hoffestlichkeiten, die mehrere Jahre hintereinander ausfallen mußten, da iq der Hos immer wegen des emen oder anderen Todesfalles in Trauer befand.' Diesmal ama es am Neuiabrstaa in Berlin recht-lebhaft her. - Am Vormittag fand in der Kapelle des königlichem Schlosses ein Gottesdienst statt, dem die ganze kaiserliche .Familie, dcr Reichskanzler, Graf. Bulow ' und an-dere-Würdenträger beiwohnten. Später wohnte' der Kaiser der Cercmonie des Annagelns der Fahnen für verschiedene neue Truppenkorper -ba und er empfing darauf im Schloß die auswärtigen Diplomaten. Am Naömittag erwiderte der Kaiser die Lesuche der Botschafter. Der Kaiser wurde auf den Stranen von dem Volk allgemein sehr herzlich Zu demNeuiahrsempfana im Scklon werden von Diplomaten nur die Botschafter, aber keine Gesandten einizeladen. Diesmal schien der Kaiser in besonders guter Laune zu sein. Er unterhielt stch mit jedem der,ccht Vstschafter in dessen eigener Sprache, ausgenommen Mit dem türkischen, und selbst an Kiesen richtete er ein paar Worte in türkisch. In seiner Unterreduna mit dem Votschafter White nahm der Kaiser aus die Botschaft des Präsidenten Roosevelt an den Kongreß Bezug. Er svracb sick, sehr lobend darüber aus und sagte, daß Herr Roosevelt offenbar genau wl e was er wolle und deutl xä aac was er wolle; daß er sagt, was er meint und meint, was er sagt. Der Kaiser dankte für die . kürzlich bon öerrn Wbite übermittelt? fV sckaftlichcn Grüße und persönlichen lLmawunjche seitens des Präsidenten Roosevelt. und drückte sich in der schmeichelhaftesten Weise über die Ver. Staaten aus. Er sprach namentlich über die großen Fortschritte welche die Ver. Staaten im Schiffbau gemacht, und drückte Befriedigung darüber aus, daß beim Beginn des neuen Jahres die Beziehungen zwischen Deutschland und den Ver. Staaten so durchaus freundschaftlicher Art seien. Dcr Kaiser sprach dann über seine neue Yacht, die in den Ver. Staaten gebaut wird, und als er Herrn White beauftragte dem Präsidenten Roosevelt seine persönlichen Glückwünsche zum neuen Jahr zu übermitteln, ersuchte er auch darum, daß bei dem Stapellauf der Yacht der Tochter des Präsidenten Roosevelt gestattet werde. die Taufe an dem Fahrzeuge zu vollziehen. Der Krieg in Südafrika. L o n d o n . 2. Ion. Die ZeitungsKorrespondenten in Pretoria erklären übereinstimmend, daß zur Fortsetzung des Krieges unbedingt mehr frische Truppen nöthig seien. Lord Kitchencr hat aus den Artilleristen, deren Geschütze nach England zurückgeschickt wo? sind oder zurückgeschickt werden, drki

Korps berittener Infanterie. i 1500 Mann stark, gebildet. Die unabhängigen, uncsfizicllen Lc richte über den Angriff De Weis auf das Lage? des Obersten Firman am 21. Dezember enthalten nur wenige nzv.t Einzelheiten, ausgenommen, daß die Truppen De Mets, wie bei Majuba. die Stiefel ausgezogen, dann geräuschlos den Abhang erklettert und die schlafenden Engländer vollständig überrascht hatten. Der furchtbare Kampf dauerte kcum eine halbe Stunde. Drei weitere britische Offiziere sind den Wunden erlegen, die sie in diesem Gefecht erhaltn hatten, sodaß im Gnzen neun Offiziere getödtet wurden. Der Plan, der Regierung zur V:siedelunz des Oranjc-Staates wird be-' reits zur Durchführung gebracht. - Be?nahe hundert Männer, meistens auszediente Ieomen. haben sich mit Hilfe der Regierung, die inn Werbaugeräthschaften geliefert und Geld vorzestlllkt hat. in dem Staat angesiedelt. DieNationalwahl inCuba. H a v a n a , 2. Jan. Alle Anzeichen deuten darauf hin. daß das ganze Pal-ma-Tickct erwählt worden ist, und daß Thomas Estrada Palma, der Kandidat der National-Partei für das Präsidentenamt in Cüba, das einstimmige Votum des Wahlkollegiums erhalten wird. . Die Anhänger des demokratischen Kandidaten. General Vartholomco Maso, hatten nicht nur ihre Kandida-

ten zurückgezogen, sondern sich überbaupt geweigert zu stimmen. DaZ Votum war auf dcr ganzen Insel un erwartet klein. Es war dies vielleicht -eine Folge des Bewußtseins, daß Herr Estrada Palma doch gewählt werden würde, besonders nachdem Bartholomeo Maco den Kampf ganz aufgegeben hatte. 2a Lucha" behauptet aber, daß das schwache Votum als ein Protest seitens des kubanischen Volkes gegen das Aufdrangen von Kandidaten seitens der amerikanischen Regierung zu betrachten sei. . . Das neue Jahr in Frankreich. P a r i s. 2. Jan. Das Wetter diesmal am Neujahrstage in Paris und im ganzen nördlichen Frankreich war feucht und recht unangenehm. Dies beeinträchtigte aber in keiner? Weise die vielen Festlichkeiten, die glänzender als je veranstaltet wurden. Der Präsident Loubet empfing am Vormittag wie üblich die Besuche der Mitglieder des Kabinets und des Prä-'' sidenten des Senats und der Depütirtenkammer. Im Hof des Elysee Palastes waren republikanische Garden zn Pferde aufgestellt, welche den Ankommenden militärische Ehren erwiesen. ' Später am Tage erwiderte der Präsiden.t, von einer Kürassier-Abtheilung' eskortirt, die Besuche. . Er wurde überall von der Bevölkerung in derherzlichsten Weise empfangen. ' Während des Tages traf auch im Elysee eine Gratulationsdepesche von dein Kaiser und der Kaiserin von Rußland ein, die sofort von dem Präsiden? ten Loubet beantwortet wurde. -. ' V. General Andr6. dcr Kriegsminister, schickte auch eine Depesche an den russischen Kriegsminister, General Kourapatkine. in welcher die französische Armee der russischen Armee und dem russischen Kaiserpaar ihreGlückwünsche darbrachte. Am Nachmittag fand in der hiesigen amerikanischen Votschaft ein glänzender Empfang statt, an dem sich fast die ganze amerikanische Kolonie betheiligte. Depeschen. Die Mörder Hawkins' ver haftet. Lexington. Ky.. 2. Jan. William Mosby. ein Neger, der in Nicholasville. Ky. auf die Anklage hin verhaftet wurde, zusammen mit Anderen am Abend des 7. Dez. Jesse N. HawZins, einen prominenten Kaufmann, ermordet und beraubt zu haben, wurde in der Nackt zum Mittwoch, um Mitternccht hierher ins Gefängniß gebracht. Mosby hat ein Geständniß abaelegt und als Mitschuldige zwei Weiße. Bert Azline und Jim Ratclifse. genannt. Er behauptet' daß einer der b.iden Weißen, wahrscheinlich Ratclisfe. den Schuß abgefeuert habe, der HawlinS getödtet. Als Axline am Mittwoch konfrontirt wurde, soll er ausgerufen haben: Mein Gott, jetzt wissen sie-alles!" Die Ermordung Hawkins' hatte groß: Aufregung verursacht und das Geld für die Bezahlung der Pinkerton Detektivs, die die Verhaftung vorge nommen hatten, war in einer MassenVersammlung von Bürgern aufgebracht worden. Mayor Seth Low tritt sein A m a n. ' New Y o r k , 2. Jan. Seth Low. d?r Zrühere Mayor von Brocklyn und bis zu seiner Nomination für das Amt des Mayors von Groß New York, Präsident der Columbia-Universität. trat am Mittwoch sein Amt als Mayor von New York an. Gleichzeitig wurden auch fast die sämmtlichen County- und städtischen Aemter, die sich bisher in den Händen von Demokraten befunden harten. an die im November von den Fusionisten erwählten mutn Beamten übergeben. Die prominentesten dieser Beamten sind: der Distrikt-Anwalt. d:r Komptroller, die Präsidenten der Borcuahs. der Sheriff, der Countv-Rc-

gistrar und der County-Clerk. ' Alle Uese erwähltcn Beamten, mit Ausnah nie der Präsidenten don Bronr und Queens County, wo die Demokraten erfolgreich waren, sind Republikaner. Bon ten ernannten Beamten traten ab: der Polizei-Kommissär Michael C. Murphy. zu dessen Nachfolger John N. Partridge ernannt wurde, und der Korpcrationsanwalt John Whalen. an dessen Stelle George L. Rives ernannt wurde. Von -35 Distrikt -Führern von Tammany Hall, die alle im öffentlichen Dienst angestellt waren, haben heute 18 ihre Stellen verloren. , ' ' Der srühere .Polizeichef Devery. der seine .Stelle verlor, als im letzten Winrer das Amt abschafft und dafür das Amt eines Polizeikommissärs geschaffen wurde, und. seitdem Hilfs-Polizek-kvmmissär unter Murphy war. rsuchte während des Tages den Kommissär Partridge um eine Anstellung in der reaulärcnPolizei. ' . . , Tod nnterdenRädern. Wabash. Ind.. 2. Jan. Ein Fuhrwerk, in dem .sich Jacob Trick, seme Tochter. Frl. Fannie Trick, und eine Frau Kelly befanden, wurde am Mittwoch, nördlich von Wabafh. von eincm Zug der Big Four Eisenbahn überfahren. Frl. Trick wurde getödtet. ihr Vater tödtlich und Frau Kelly ziemlich schwer verletzt. Mord im ersten Grade. . Oxford, Miss., 2. Jan. Orlando Lestcr, der Neger, der dcr Mitschuld an der Ermordung dcr beiden Montgomcrys angeklagt war, ist am Mittwoch des Mordes im ersten Grade schuldig befunden worden. Schisssnachrichten.

New York, 1. Jan. Angekommen: Trave" von Genua und Neapel. Zeeland" von Antwerpen. Queenstown.1. Jan. Angekommen: Ultonia" von Boston, nach ' Liverpool bestimmt. P lymouth. 1. Jan. Angekornmen: Pretoria" von New Fort, nach Hamburg bestimmt. . London, 1. Jan. Angekommen: Mesaba" von New York. Marquett von New York. Southampton.l. Jan. Ängekommen: Philadelphia" von NewYork. Bremen. 1. Jan. .Abgegangen: Kaiserin Maria Theresia" nach Nen York.' St. John. N. B.. 1. Jan. AngeGemmen: Siberian" von Glasgow unl . Liverpool. Telegraphische Notizen. iyi'r;..,, , 1. Januar. Yr .' Milton Gorton und Frau, zwei alte. Leute, sind' in der 'Nacht zum Mittwoch in ihrer Wohnung bei Litchfield. Minn., die in Flammen gerathen war, Lebendig verbrannt. Nur dei Knechts Frank Addy. entkam aus derc Haus' .. . Lieutenant James F. Bevin vom 8. Artillerie Regiment, hat sich im Fort Canby. Mich., erschossen. Er war 4C Jahre alt und hatte sich vom Gemeinen zum Offizier heraufgearbeitet. Wa ihn zum Selbstmord getrieben, ist, nicht bekannt. . ' G a t t e n m o r d. Folgender nahezu unglaubliche Fall wird aus Petersbürg berichtet : In Chesron ermordete die Kaufmannsfrau Rifka Klimbail ihren Mann, weil dieser erklärte, das von ihr gewünschte Kleid nicht kaufen zu können. Das Ehepaar war gerade mit den Vorbereitungen zur Abreise nach Odessa beschäftigt, als die Dewohnerschaft des Hauses durch einen markerschütternden Schrei, der aus derWohnung Klimbail's drang, aufgeschreckt wurde. Man fand den Ehemann mit einer Stichwunde in der Herzgegend, im Blute schwimmend, ermordet vor. Die Mörderin schien in einer Ohnmacht befangen. Als sie verhaftet wurde, gestand die Gattenmörderin, daß die von ihrem Manne im letzten Augenblick vor der Reise gegebene Erklärung, da' Kleid sei von ihm gar nicht bestellt worden. sie in sinnlose Wuth versetzt habe. Sie habe zu einem Brotmesser zegriffen und mit diesem den Todesstoß geführt. Ein sonderbares Duell". In Budapest waren ein Stubenmädchen und eine Köchin in heftiger Liebe zu einem und demselben Husarenkorporal entbrannt, der seinerseits beiden herzlich zugethan war. was jedoch keineswegs nach dem Geschmack der zwei Mädchen war. Da jede von ihnen sich des ausschließlichen Besitzes des Geliebten erfreuen wollte, beschlossen sie. die Angelegenheit auf ritterlichem" Wege zu erledigen; die unterliegende Partei sollte auf den schneidigen Marssehn verzichten. Das Duell fand am frühen Morgen auf der äußeren Kerepeser Straße statt ; als Waffen dienten Kochlöffel. Tranchirmesser. Reibeisen und sonstige Küchenrequisiten. Auch Sekundanten Freundinnen der beiden heißblütigen Ungarinnen waren zur Stelle. Vorsorglich hatte man schon bei Beginn des Zweikampfes an die Freiwillige Rettungsgesellschaft telcphonirt. deren Anwesenheit thatsächlich nöthig war, denn sie fand bei ihrer Ankunft die beiden Rivalinnen aus zahlreichen Wunden blutend vor und mußte sie in ein Krankenhaus transPortiren. .

Di e Sp i tz e n m a m a- von Brüssel. Frau L. Daimeries - Ptitsean ist im Alter von 77 Jahren nach einer langen Krankheit gestorben. Frau Daimeries - Petitjean war seit Jahren Sachverständige der Regieruna. der Stadt Brüssel, des Capitels der Cathedrale .von Ct. Gudule, des Hauses Arenbcrg u. s. w. Von ihr rührt ein wissenschaftlicher Bericht über die Geschichte der Spitze her. der seines Gleichen sucht. Keinerlei wichtige Unternehmung auf dem Spitzengebiet ging in Belgien oder im Auslande vor sich ohne den Rath und das Gutachten der . Spitzenmama", . die sich , in unglaublicher Weise über die Spitze ." auskannte. - Alle fürstlichen Familien' der Welt "r fast, möchte man sagen, beriethen ..sich - mit Frau Daimeries - Petitjean, wenn es der Spitzen zu Hochzeitsgeschenken und Tauffeierlichkeiten bedürfte. Sie lei-, tete die Spitzenabtheilung dr Brüsseler Ausstellung von 1880, sie organi su.'e die Spitzenausstellunq d.'s Hotels Ravenstein zu Brüssel im Jahre 1895, sie überwachte und ordnete die Spitzenabtheilungen der Ausstellungen zu Petersburg und Chicago. E i n' k ü n st l i che s G e b i ß gehört für den. der es sich zulegen muß. sck,on an sich nicht zu den Annehmlichleiten des Lebens. Wenn aer dieic

falschen. Zähne noch .einmal falsch sind, dann muß wirklich Ecduld dazu gehören, sie zu tragen. In Genua nurde ein Zahnkünstler rerbafiet. der mit ungeheure? Reklame die .dauerhaftesten und kunstvollsten Gebisse" für den Spottpreis von nur acht Mark ausbot und. natürlich entsprechenden Zulauf erhielt. Nachdem er Hunderte von Kundinnen und Kunden glücklich hineingelegt, hatte, stellte sich heraus, daß diese Prachtzähne sich beim Genuß von heiße? Suppe peu a peu" wie weiche Butter auflösten und dabei diese entsprechend färbten und verunreinigten. Der Schlaukopf hatte nämlich einen Fabrikanten gefunden, der für geringen Preis solck Gebisse einfach aus kunstvoll gepreßtem und leicht mit eine? Glasur überzogenem Papier herstellte, Daß ein ganzer Per sonenzug um einen Pfennig halten bleibt, dürfte trotz Ben Akiba neu sein. Auf der Station Wandsbeck wollte eine in dem Zuge nach Hamburg befindliche Ahrensburger Dame eine Rückfahrkarte nach Hamburg lösen. Da sie aber neben Goldgeld nur 20 Pfennig kleines Geld bei sich führte, die Zeit auch knapp wurde, weil sie fchon auf Abfertigung am Schalter gewartet hatte, forderte sie eine einfache Fahrkarte nach Hamburg, die 20 Pfennig kostet. In der Eile versah sie sich aber, zählte nur 19 Pfennig hin und nahm dann ihren Platz im Zuge wieder ein. Inzwischen aber hatte der Schalterbeamte die der Bahn drohende Unterbilanz von 1 Pfennig wahrgenommen, und nun wurden schleunigst Maßregeln getroffen, um den Verlust abzuwehren. Der Zug mußte so lange .halten, bis die Abtheilungen durchgesucht und die Dame, die das Versehen begangen hatte, aufgefunden fttfr. Nachdem die Tahnvcrwaltung unter dem Auswechseln mehr oder weniger angenehmer Redensarien zu ihrem Recht gekommen war, trat der Zug seine Weiterfahrt an. . Ein Fall, wie er vielleicht noch nicht dagewesen ist, ereignete sich dieser Tage an der Budapester Universität. . Vor - einer PrüfungsCommission der philosophischen Fakultät, welche unter dem Vorsitze Karl Hofers aus ' den Censoren Bernhard Alexander und Ernst Finaczy bestand, legte ein junger Candidat Namens Victor L. die Professorenprüfung ab. Unter den Censoren erregte es förinliche Ecnsternation, daß der Candidat von einem Arzte und einem Wärter der Irrenanstalt im Leopoldifelde in den Prüfungssaal ' begleitet wurde. Der Arzt theilte den Censoren mit. daß Victor L., der früher an einem Progymnasium Supplent war, durch angestrengtes Studium geisteskrank geworden sei und gegenwärtig in der Irrenanstalt gepflegt werde. Der junge Mann, die einzige Stütze feiner armen Mutter, äußerte auch in dem trcurigen Hause, dessen Insasse er jetzt ist, in einemfort den Wunsch, die Professorenprüfung abzulegen, und dies wurde ihm endlich durch denChcfarzt gestattet. Victor L. bestand die Prüfung aufs glänzendste und wurdz ihm das Prosessorsdiplom auf der Stelle ausgefolgt. Dann begleiteten ihn der Arzt und der Wärter ins Jrrenhaus zurück. Keine andere Medizin fnrirt LungenLeiden so rasch und sicher wie der berühmte Dr. Bull'S chttstcn Syrnp, er ist daS beste Mittel gc flenHals-Bräunc, Bronchitis, Eroup, Brustschmerzen, Engbrüstigkeit, Lungcnsucht und öungcn Entzündung. SuftmSynlp Heilt sofort alle Brust, Hals- und LungenLeiden und Uhet nur 25 Cents die 5!e'c5e,

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