Indiana Tribüne, Volume 24, Number 283, Indianapolis, Marion County, 30 June 1901 — Page 2
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dvzm & Jndiana Tribüne, Sonntag, 30. Jnni 1901.
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:epp und Pepp den Hims
mel finden. ENzze rou Crnft Zahn. Pepp ist noch, der Sepp ist bald kg. Kino: der Pepp ha: die er:r Leog wohl die letzien Hosen Z k AUti Xi KClCi Ist IX!. uucuc u usi iuu' uisung. jener oer jungue; ziviinen stehen der Joses und der 3epp ist der Urgroßvater, der i Großvater, der Josi der Vader Pepp der Bub. Vom Aelteooin ungnrn oier orcr ip es glauven. daß sie noch am Ledenn der pp ist ein uoerzelGeist und Körper verer Mann, und der Pepp. der n blauen Äugen aus einem schmalen und farblosen Gescheint an einem so dünnen dlein zu hängen, daß seine die eine rauhe Frau ist, zu dem im außen: eut ooer morgen, t er doch, der Bub!" Kide aber leben sie noch immer, lig- und der fünfjährige, und er haben lernen müssen, den osef, der vermal in. der &u Uie sich findet, aus vier Arndern. Der Alle und der ein schweres Leben, aber sie seine Schwere kaum, denn ähne sich an steintMrs, trogewöhnt haben, kauen und die zähen Widerwärtigkeit bens hinunter, ist in der Hütte seines Enigristen, jedem im Wege. n, der yocygewacysene. nocy Mann, stößt ihn; der Josi, der rm, ttoizt ihn. und dessen tfrau mX 1 1 jv -4a A r ,- U A r S l j i i t ycui iiiii Cii tui iijn yiui -uv us. So itieblt er sich stets, wenn das tter nicht allzu ungastlich ist, -am hen Morgen in's Freie und schleicht nur zu den Mahlzeiten scheu an den ch und des Nachts auf seinen mit lern Stroh gefüllten Bettsack unter l Huttendach. pp, der Bub, holt dagegen sich Püffe draußen in der Gasse. Er unscheinbar und klein, um daim Wege zu sein; die starken, lanMenschen stolpern wohl einmal ihn oder schieben ihn mit einem a Sckiuh beiseite, aber zuleide ihm nicht viel. Dafür hat er sse unter denDorfkindern sein Er ist ein Kind wie ein andedabei sein, wenn die anderen nd laust hinten nach, wenn sehen ist. Die Stoskdorfer der haben eine hämische ran, das schmale, unbäurisch t zucken, die bleichen Lippen iernen theilen zu sehen und lichen Ton zu hören, der so au r kleinen run yerhat ein seltsames Weinen, tin kurzer Aufschrei: einen glitzer?es in seinen Augen , aber verschwinden einbar nach innen zurück, )xti verstummt und zuritend die Züge zu ihrer chren. Dieses Weinen zu nft. zerrt, stößt, schlägt der lfer Nachwuchs an dem Pepp so daß selbst seine Mutter lal aus der Hütte aefahren 'r Mannesfaust nach ihn' mit den ärgerlichen aus zWWMrziebt: ..Bleib immer uo. w wenn sie dir lassen aber nimmt sich der Uran. In dessen schläfrig nst hat der Zorn noch Quälereien, mit denen ,m kleinen Pepp das Leben aber es ist ein kleiner. rn. des Alten Wesen hat keit verloren. Der Sepv mit einem quiekenden unter die Dorfjugend. Rügen, die wie zwei einichlein in seinem Kopfe :bt an. mit den dürren knoch:qen Händen blindzu schlagen. ix nuten sich, m den ereicy zu kommen; in einem lmstehend, lassen sie einen ider Worte undGelächters :n ergehen, und so ist es lcherliches Aussehen als das den Pepp eine n Kameraden rettet. ausgetobt hat,' pflegt Meworden, die Augen dann des Urenkels fnt und läuft mit ihm Es Fortlaufen bringt. süchtige Jugend sie nicht :ei ungleichen Menschen Dorfe hinaus, und sie und planlos irgend woist mehr ein Dahin'.eine scvaut den Himi Boden an, der Pepp rieben geworden, leis Alte schwankt fürbaß anz und läßt den igode hm- und hereinander zufrieden nnwandern, bis sie lathewohl irgendwo luszuruhen. Und Irathewohl bleiben lan und zu Boden l sitzen, bis ihr Masannt. Wenn der 'uchen sie den Heimkleine Pevv bat auf tgtn nach und nach. aus einer kindischen tx den Himmel suchen, lieb für die große, unfdie sich blau oder grau bekommen. mit f ' jC fC tuz ane moguaH iHimmelsgewölbe scharf IC31 iaj xcc U(uuu nach seine; Weise zu-
recht. So fährt er manchmal jäh mit dem kleinen Arm in die Höhe: Siehst. Aetti" er gibt dem Urgroßvater den volksgewohnten Vaternamen siehst die Wolke dort, dort fährt der Herrgott spazieren." Dann staunt er andächtig einer weißen, gleitenden Wolke nach, die für ihn der Wagen ist, in dem uz prächtige Himmelsvater hsch über seinem Reich, der Erde, auf diese herabblickend, oorüberfährt. Besonders gern hat der Pepp die Sterne. Er sitzt oft bis in die Nacht hinein auf der schmalen Holzbank am Hau und staunt die flirrenden Himmelslichter an, und der Sepp leistet ihm Gesellschaft. Jetzt ist wieder ins angezündet." zählt der Bub. und jetzt wieder eins" und er sieht mit seinem inneren Auge kleine Engel zwischen den Ster nen gehen und immer neue anzünden. Eine Frage, die der Pepp häufig an den Alten an seiner Seite richtet und die ihn viel beschäftigt, ist, ob der Aetti und er selbst auch Engel würden. Der Sepp ist die Frage aus klaren Tagen noch gewöant, nickt und lacht dazu. Aber sterben muß man zuerst," pflegt der Bub dann jewelen nachdenklich halb zu sich selbst, halb zu dem Alten zu flüstern; und das Sterben macht ihm Bedenken, es will ihntz weder als etwas Fröhliches, noch etwas Herbeizuwünschendes erscheinen. Es ist Winter im Dorf; der Winter ist eine harte Zeit für die Bergbauern! Was wissen die Thalleute davon ? Die Wettergewalten springen mit dem Bergvolk anders um, als mit den Handschuhtragenden Thalmenschen, im Tyal wirft der Wind zum Schlimmsten ein Kamin um. wirbelt der Schnee sein säuberlich um pelzvermummte Gestalten und stieben Lawinchen von den Dächern, die keinen Vogel begrüben; im Thal trägt das Wetter selbst Handschuhe. Im Gebirge rast der Sturm gleich einem entfesselten Niesen, reißt die hundertjährigen Tannen von den
Felsen und rüttelt an den ewigen Burgen Gottes, den Felswänden. Und der 2ünct fällt tage- und tagelang und deckt die Hütten ein, als wäre alles Lebendige zu begraben. Die Lawinen sind die Raubthiere des Gebirges; kein Jahr vergeht, daß sie nicht Lücken in die dünnen Menschenreihen rissen. Dennoch ertragen sie im Gebirge den harten Winter leicht; denn dieMenschen sind selbst hart, und ihr Frost muß rauh sein, daß es sie friert. Aber der Winter nimmt allen Verdienst weg, alle Arbeit muß ruhen; das schmale Geld ist bald aufgezehrt, und der Hunger macht mürrisch. Die Armen von Stockdorf schneiden trübe Gesichter; denn der Winter bat schon zu lange gedauert, Kasten und Truhen sind leer. In der Sigristhütte i ist nie ein recht fröhlicher Friede; jetzt in der rauhen, unwutyuchen Zelt ist erst recht Krieg drinnen. Es essen zu viele Mäuler an des Sigristen Schüssel, und wie es bei den Schafen und Ziegen, die zur Lecke drängen, geht die Starken verdrängen die Schwachen. Die Schwachen in der Sigristhütt. sind der Sepp und der Pepp. Der Josi, der Sigrist, reckt die zähen Arme, hat ein hochrothes Gesicht und flucht: Da kannst dich abschinden den Sommer über, und im Winter nimmt einem das unnütze Volk den Bissen vor dem Munde weg!" ..Daß der Alte nicht sterben kann." brummt die Sigristin und meint den Sepp. Daß dein halbtodt r Bub noch alleweil lebt," knurrt der Josef, der Großvater, und meint den Pepp. Vielleicht sagt er es aus einem Zorngefühl heraus, weil er merkt, daß die Reihe des Uebrigseins eines Tages auch an ihn kommen wird. So haben der Sepp und der Bub keine leichte Zeit; denn bei der Mißgunst ist übel zu Gast sein. Die beiden suchen ihr armseliges bischen Frieden im Freien, so oft es angeht. Und als eine Reihe glanzhellerTaqe kommt, entlaufen sie täglich dem Unfrieden der Hütte und dem Unfrieden der Gasse und streifen, Hand in Hand, irgendwo bergan oder bergab; hinter ihnen lachen und spotten die Dörfler. Ein glanzhcller Tag liegt im Sterben. In der Sigristenhülte geht die Abendmahlzeit zu Ende. Der Sigrist und die Seinen sitzen noch um den runden Tisch mit der rohen, schmierigen Platte und haben die letzten Bissen zwischen den Zähnen. Sie sitzen so dicht gedrängt, der Sigrist. sein Weib, sein Vater, und die fünf Kinder, daß es kaum zu glauben ist, wie zu Zeiten der Sepp und der Pepp auch noch Raum haben, die jetzt auf der Ofendank hocken und den Anderen beim Essen zusehen dürfen. Tu iist zu Mittag zu viel gefuttert," hat die Sigristin den alten Sepp angefahren, als er sich hat zu Tisch setzen wollen. Da hat sich der Alte, in sich hineinflennend, auf die Ofenbank getrollt. Auch der Pepp hat irgendwie seines Vaters Mißfallen erreat. als er kaum zweimal den Löffel voll Mais zum Munde geführt latt. Weil ihm der Löffel aus der Hand geschlagen und die gemeinsame Schüssel weggerückt worden ist, hat er sich zu dem Aetti hingestohlen. Nun hocken sie zusammengelauert wie Hübner bei schlechtem Wetter da; keinem reichen die Füße von der Bank zum Boden. Plötzlich schallt von der Gasse herein dem Pepp das Jubeln und Lachen der Torftinder in dir Ohren. Die Gasse fällt steil ab, und auf ihr tummelt sich bei Zunachten der Stockdorfer Nachwuchs auf Schlitten. Das Herz klopft dem Bub, das bischen Freude lockt ihn aus der dumpfen Luft der Stube. Einen Augenblick später ist er unvermerkt durch die Thür entwischt und zieht unter der Hüttentreppe lxnSchlit-
ten hervor, den in einer guten Stunde der Sigrist zurechtgezimmert hat. Der Sepp. als er den Platz auf der Bank neben sich leer sieht, fährt aus seinem halb blödsinnigen Vorsichniederstaunen auf und folgt dem Buben. Es kommt gerade recht, um draußen seinen ersten Wehschrei zu hören. Tie Torfkinder sind an ihm; der Pepp bat anstatt seiner kleinen Freude föne große Plage gefunden. Eine Weile bleibt der Alte beiseite stehen; als aber das Necken der Kinder, zu denen auch des Sigristen übrige Jugend ae stoßen ist, zu bunt wird, fährt er in seiner alten Weise dazwischen und holt den ioeinenden Buben heraus. Einen Augenblick stehen die beiden in der Gasse, der Bub schluchzt und streicht mit der frosirauhen kleinen Hand die Thränen weg. dann lenkt der Sepp zur Hüttenbank hinüber. Komm, zusehen," murmelt er. Tann klettern sie auf die Bank, auf der noch eine dünne Schneekruste klebt, und sitzen eine lange Weile still mit hängenden Beinen dort. Ter Alte in kurzer, zertragencr Hose und enger, kurzärmeliger Jacke sieht aus wie ein Kind, und der Bub, der einen viel zu weiten und langärmeligen Rock seines älteren Bruders trägt, könnte just ebensowohl ein verschrumpfter Alter sein. Vor ihnen tollen die Kinder: aber als die Gasse dunkler wird, lichtet sich die Schaar, und es beginnt um die Zwei auf der Hüttenbank stiller zu werden. Die Nachtkälte wächst, aber der HiinTnel steht voll warmleuchtender Sterne, an denen der Pepp die Augen hängen hat. Die beiden vergessen ganz das Heimgehen. Plötzlich fährt das Kind wie aus einem Traume auf. Lug die Straße dort, Aetti!" flüstert es. Ah," nickt der Alte. Sein Geist schläft, und sein Leib ist nicht mehr weit vom Schlafen. Ter Bub staunt in den Himmel hinauf und hat gedankenvoll einen Finger an seinem Munde liegen. Gelt, Aetti," beginnt er nach einer Weile wieder, wenn wir da hinauf wollen, müssen wir sterben?" Ter Sepp nickt, vielleicht aber ist es auch im Schlaf geschehen. Aber da ist doch eine Straße," fährt der Bub fort, und einen Augenblick später: Gerade in den Himmel hinein geht die Straße." Ter Kleine ist erregt, er ergreift den dürren Arm des Alten, so daß der mit einer taumelnden Bewegung auffährt. Gerade in den Himmel hinein geht die Straße," wiederholt der Bub und weist hinauf, wo die Milchstraße von Sternen durchwoben fahlweiß sich vom nach' tiefen Himmel abhebt. Vom Wmterberg geht sie aus, siehst, gerade vom Winterberg dort," eifert der Pepp, und seine Hand zeigt auf einen dunklen Berg, dessen höchste Tannen sich scharf gegen den Himmel zeichnen. Zwischen
diesen Tannen hinab leitet die Straße. Ja, ja." murmelt der Sepp; seine Unterlippe hängt ihm vor Staunen herab. Sein schwacher Verstand macht sich langsam zu eigen, was der Bub ihm vorplaudert. Tann müssen wir nicht sterben." sagt der Pepp plötzlich und mit leisem Lachen; es klingt beinahe wie ein fröhliches Vogelzirpen. Da vom Berge kann einer gerade in den Himmel hinübersteigen." ..Ja, ja," stammelt der staunende Sepp, er reißt die fast lichtlosen Augen weit auf und murmelt noch einmal: ..Ja. ja, beim Eid, das kann einer." Ter Pepp aber steht schon im Schnee neben der Bank und faßt nach des Alten Hand: Komm, Aetti, wir geben in den Himmel." Der Scpp sieht sich noch einmal um, denn nimmt er, halb im Banne der Worte, die der Bub gesagt hat, halb aus alter Gewohnheit die Hand des lindes und macht sich mit ihm auf den Weg dorfaus. Ringsum ist es still geworden. Oben an der Gasse steht noch ein Dorfbub. der sich anschickt, seinen Schlitten heimzuziehen. Ter Pepp drängt sich an ihn. Du, der Aetti und ich gehen in den Himmel," raunt er ihm zu. Tann trollen sich die beiden; der Bub aber lacht laut auf und geht feiner Wege. Es dauert nicht lange, bis das Dorf hinten den zwei Himmelssuchern liegt. Sie schreiten über einen hartgefrorenen Weg thalein. der dunkel vor ihnen aufragenden Bergwand zu. Ter Schnee knirscht unter ihren turzen Schritten, aber der Weg ist hell und leicht zu finden. Die zwei kleinen dunklen Gestalten ncbmen sich drollia aus in der aewalti gen weißen Thalmulde und auf dem schimmernden Weg. Ihre kurzen Beine stampfen eifrig fürbaß, ihre kleine Hqt sticht seltsam wider die große Ruhe rings um sie ab. Eine Zeitlang sind sie gewandert; da hebt ihr Weg zu leuchten an. Weiße Schalen liegen ihnen zu Füßen, weiße Blitze huschen vor ihnen über den stillen Weg, und die Nacht wird immer heller; es ist, als drängten die Felsen der Berge hervor, und die Tannen reckten I sich, und die Schneelehnen wollten sich wölben, so nahe und scharf und hell .st alles. Hinter den zwei Himmelsuchern leucbtet hoch und groß der Mond. Siehst du Straße da oben, Aetti." sagt der Pepp. Er sagt es alle Augenblicke und weist nach dem Himmel, sein Blick irrt kaum je vom Ziel ab. Der Alte hlickt jedesmal hinauf, er ist jetzt wach und eifrig, der Plan hat ihn völlig eingenommen. Seine Hast ist so groß wie die des Buben. Kalt ist es." sagt der Pepp einmal, aber er steigt nur fleißiger weiter. Der Weg füyrt jetzt steil bergan, einemWald zu. dem Winterbergwald. .Jetzt ftnd wir schon da flüstert
der Bub. und sie thun die ersten Schritte den Winterberg hinan mit einem Eifer, als wollten sie in einem Zuge bis zum Gipfel hinaufstürmen. Eine Strecke weit haben sie noch den von Holzern zurechtgestmpften Weg unter den Füßen; dann aber hört dieser plötzlich auf, und da? Steigen wird mühsam. Der Schnee öricht unter ihrer Last ein, sie klimmen mühsam von Tanne zu Tanne aufwärts, und der Athem wird ihnen kurz. Aber der blauschwarze Himmel schimmert durch die verschneiten Baumkronen hernieder, und die sternenourchwobene Straße leuchtet herab und senkt sich gegen den Berg, als liefe sie mit dessen Gipfel zusammen. Siehst, siehst," jubelt oer kleine Pepp. Und der Alte stottert ein schläfriges Ja, ja." Sein Efer läßt nach; die Müdigkeit überkommt ihn. Kurz nachher bleibt der Bub an einer ebenen Stelle am Berge stehen. Es ist ein wenig weit. Aetti." sagt er halb ängstlich. Da sitzt der Aetti neben ihm im Schnee und nickt. Hast recht, absitzen können wir ein wenig," sagt der Pepp und läßt sich neben dem Gefährten nieder; er stößt
ein wohliges Ah" aus und lehnt den Kops an des Alten Arm. Dann bebt er die Augen wieder gen Himmel, eine hohe Tanne breitet ihre Wipfel über ihn; die dunklen Aeste hängen unter schwerer Schneelast herab. Es sieht aus, als wüchse wunderbar weiße Schafwolle auf dem Baum, denkt der Pepp. Dabei wird auch ihm der Kopf schwer und kommt ins Nicken; aber das Verlangen nach dem Himmel hält ihn noch wach. Aetti!" Er legt die Hand wieder in die des Alten, der wahrhaftig die Augen geschlössen hält und schläft. Der Bub lächelt halb über das drollige Gesicht, das der Urgroßvater schneidet; dann reißt er ein wenig mühsam die eigenen Lider auf und blickt in die Tanne hinauf. Auf der weißen Wolle der Aeste brennen leise Feuerlein in wunderbar silberigem Glanz, sie sind schöner als alle Kerzen, die der Vater daheim in der Kirche anzündet. Und jetzt dort ei, dort reicht die Straße hera. zwischeu den Feuern hindurch und dein Pepp vor die Füße die Himmelstraße! Aetti." sagt der Pepp. Er redet ganz leise, wie aus einem Traum heraus, und dann wieder und noch verträumter: Jetzt sind wir da, Aetti, komn.et jetzt." Und der Pepp sieht sich und den Urgroßoater auf der Himmelstr.-'f'.e stehen, ganz sicher, ganz fest! Was da für ein herrliches Schreiten ist, lveich und mühelos! Hei, jetzt stoffcln sie beide hinauf hei, wie fröhlich Hand in Hand hinauf und hinauf und geradeswegs in den Himmel hinein. . . . Die Stockdorfer suchen zwei Verlorene. Der Siegrift ist wild nach ihnen aus; sein rauhes Weib hält Jammern für nöthiger: Wenn ihnen nur nichts geschehen ist, dem alten Sepp und dem Buben!" Dorfum und -ein sind sie nicht zu finden. Ein Dorfbub will sie zuletzt gesehen haben. Der erzählt lachend, der Pepp hätte geredet, er und der Alte wollten in den Himmel gehen, ja, ja, in den Himmel! Die Stockdorfer suchen und snchen; sie finden die Verlorenen nicht. Sie sollen warten bis m den Sommer und ai Wrntcroerg holzen gehen; bort ist eine Stelle, wo zwei in den H'mmel gestiegen sind und doch noch auf Erden schlafen. V li Miir UUUllUllli
Von Anna Lüdecke. Ein Geschöpf voll vulkanischer Leidenjchast, ganz Feuer und Leben, mit dunklen, glühenden Augen und radenschwarzem Haargelock, in Wuchs und Haltung von geschmeidiger Grazie, wenig zur Reflexion geneigt, rea'am, ab:r ohne Tiefe, in den niederen-?tän-den unter munterem Scherz und G?fang leicht und lässig arbeitend, in den höheren Gesellschaftsschichten ansschließlich einem lässigen dolc.' far niente ergeben, schr schön, sehr poetisch, aber ein wenig gefährlich -- das ist unsere typische Vorstellung vn. der Jlalienerin. So wurde sie uns noch bis vor Kurzem in unseren deutschen Romanen geschildert, so stellte die neuere Kunst sie vielfach dar. Wie sehr aber weicht diese Vorstellung von der Wirklichkeit ab. wie wenig entspricht sie dem lahren Wesen der italienischen Frau. Wie anders finden wir diese an Gemüth und Eharaiter, wenn wir sie in ihrem Vaterlande kennen lernen, wie anders beschreiben die Schriftsteller ihrer eigenen Nation, alle diejenigen, welche ihr Denken und Empfinden ergründet, ihr Thun und Handeln beobachtet haben, ihr Jnneres, ihr ganzes Sein, ihre Eigenart. Es gibt vor allen Dingen keinen einheitlichen Typus der Italienerin. Die des Nordens ist durchschnittlich ruhiger, gediegener, von größerer Festigkeit und Seelentiefe, als ihre heißblütigere, lebensfrohere Schwester im sonnigen Süden. Und die kraftvolle Mtur der mit schnellem Fassungsvermögen und reichen Geistesgaben ausgestatteten Römerin unterscheidet sich wesentlich von der weicher angelegten, der anmuthigen Venetianerin, während diese wieder nach verschiedenen Richtungen von der lebhaften, zu rascher Initiative geneigten Florentinerin abweicht. Auch hinsichtlich der äußcren Erscheinung waltet eine gewisse Mannigfaltigkeit. Im Norden, wo sich die Bevölkerung in früherenJahrHunderten theilweise mit germanischen Elementen vermischte, herrscht hier und da die blonde Frauenschiinhelt vor, deren zartes Inkarnat und golden oder röthlich schimmerndes Haar
noch heute bisweilen an die herrlichen Meisterwerke der venetianischenSchule gemahnen. Die Römerin ist meist brünett, von kräftiger Gestalt und elastischer Harmonie in allen Bewegungen. Den höchsten Liebreiz aber besitzt die Italienerin des Südens mit ihren großen, mandelförmig geschnittenen Augen, dem nachtschwarzen Haar und der feurigen Anmuth ihres Wesens. Doch, ob schön oder häßlich, ob der Norden oder Süden ihre Heimath sei, ob ein Kind der Berge oder Bewohnerin der Großstadt, ob Weib aus dem Volke oder vornehme Dame, fast immer ist die italienische Frau von einem Zauber umwoben und nennt einen Vorzug ihr eigen, auf den ihr ganzer Charakter sich eigentlich erst aufbaut einen Vorzug, der in gleichem Maße überhaupt nur den Frauen der südlicb.en Völker beschicken ward das starke Naturell, die Ursprünglichkeit. Diese Ursprünglichkeit wird bei ihr wohl von der Cultur beeinflußt, veredelt, aber niemals unterdrückt; in allen Verhältnissen versteht sie es, ihre rechte Weibesnatur zu wahren; immer sprühen, selbst durch die so vieles eigenartige, schön menschliche nivellirende Decke gesellschaftlicher und geistigcr Bildung die Funken ihres heißen Temperamentes, ihrer feurigen Willenskraft hervor. Und ganz Weib, befindet sich auch die Italienerin im Vollbesitze aller besten, weiblichen Eigenschaften, wird sie von den wärmsten und innigsten Empfindungen der Frauenseele fast bis zur Ausschließlichkeit beherrscht. Die Kindes- und Mutterliebe, die Liebesleidenschaft können sie zu jedem Opfer, zur rührendsten Hingabe bewegen, lassen sie oft Wunderthaten der Selbstverleugnung vollführen. Freilich, wo sie als
Weib getroffen wird, da greift sie auch bisweilen zu Gift und Dolch, denn in mancher italienischen Frau schlummert noch immer etwas von der Art jener Römerinnen, die mit gesenktem Daumen den verwundeten Gladiator sich verbluten ließen. Folgen wir sodann der Italienerin auf die verschiedenen Gebiete ihres V'beits- und Erwerbslebens, so ergiebt sich, daß sie im Allgemeinen rüh rig, betriebsam, von unermüdlichem Fleiße ist. Nur im Süden des Landes, wo die sonnendurchleuchtete, zauberische Natur den Menschen zum Genusse, zur heiteren Lebensfreude einladet, wo auch das heiße Klima erschlaffend wirkt, neigt sie weniger zu andauernder und angestrengter Thätigkeit. Doch selbst hier müht sich die Frau der niedrigstenVolksschichtcn oft unsäglich, um für sich und dieJhrigen den kargen Unterhalt zu verdienen. Nicht umsonst wurde auf den bisher abgehaltenen Frauencongressen mehrfach die bisweilen sehr traurige Lage der italienischen Arbeiterinnen, der harte Dasewskampf der italienischen Frau überhaupt erörtert. Und doch wie erfolgreich hat diese sich nicht schon in verschiedenen Erwerbszweigen bewährt, beispielsweise in der Spitzenindustrie verdankt man ihrem kunstvollen Fleiße von Alters her die herrlichsten Erzeugnisse. Die Frau der mittleren und höheren Gesellschaftsklassen besitzt unerschöpfliche Thatkraft, wo es sich um ihre Selbstständigkeit, um die Nutzbarmachung ihrer Fähigkeiten handelt. Schon immer bewies sie auf praktischem Gebiete eine außergewöhnliche Umsicht, besonders als Leiterin von Geschäften, denen sie mit Sachkenntniß und Gewandtheit vorzustehey vflegt. Vielleicht ist diese kaufmännische Vegabung der Italienerin ein ErbtheiZ ihrer Vorfahren, der großen Kaufherren von Genua und Venedig, welche JahrHunderte lang den Handel der ganzen Welt beherrschten. Gegenwärtig strömen, wie überall, so auch in Italien, zahlreiche weibliche Kräfte dem Lehrberufe zu, und hier und da widmen sich Frauen mit Eifer höheren, wissenschaftlichen, besonders medizinischen Studien. Denn schon seit langem gährt es und regt es sich in der gebildeten Frauenwelt Italiens, als ob man nachholen wollte, was in JahrHunderten versäumt ward. Freilich nicht immer versäumt, denn zu allen Zeiten gab es in Italien Frauen, die sich durch Geist und mannigfache Talente. sowie durch Gelehrsamkeit auszeichneten, ja in einigen Perioden nach dieser Richtung alle ihre europäischen Schwestern überstrahlten. So wurde beispielsweise schon im Jahre 1236 Bitisia Gozzadini in Bologna zum Toctor ernannt und hielt Vorlesungen über Rechtsgelehrsamkeit. Auf den Lchrstuhl der Mathematik an der- ! selben Universität wurde von Benedikt XIV. Maria Agnesi berufen, welche, ein erstaunliches Wunderkind, mit elf Jahren griechisch verstand, mit dreizehn lateinische Autoren in verschiedene neuere Sprachen übersetzte, als sie siebzehn Lenze zählte, auch das Spanische und Hebräische bemeisterte und in ihrem einundzwanzigsten Lebensjahre schon eine selbstständige, wissenschaftliche Arbeit herausgab. An der Universität Padua gab es auch einigeProfessorinnen, unter ihnen Novella d'Andrea, die über römisches Recht las und, nebenbei erwähnt, von so hinreißender Schönheit gewesen sein soll, daß man von ihr erzählt. ' sie habe, um die Aufmerksamkeit ihrer Zuhörerschaft nicht durch ihrenAnblick abzulenken, ihren Lehrstuhl immer durch einen Vorhang unsichtbar machen lassen. Aber nicht nur weibliche Gelehrte, j sondern auch bedeutende Dichterinnen , hat Italien hervorgebracht. Da glänzt i in der großen Blüthezeit der italienij sehen Literatur ein Heller Stern: Bit1 toria Colonna. Sie stellt zugleich den idealsten Typus der Italienerin dar. ! Mit welcher Innigkeit und zugleich welch seurlger Begeisterung besingt nicht Vittoria in den Liedern ihrer Jugend ihren schönen und tapferen
Gemahl. Ferdinands d'Avalos. Und als ihr dieser entrissen ward er starb an den in der Schlacht bei Pavia empfangenen Wunden als ihre irdische Liebe mit dem heißgeliebten Gatten in das Grab gesunken war, da lebte sie nur noch der himmlischen Liebe und schuf jene herrlichen, religiöfen Dichtungen, die den Stempel der Vollendung tragen und ward gefeiert und verehrt von Michel Angelo. Auch Gaspara Stampa hat wunderbar melodische, von tiefem Gefühl durchströmte Canzoniere verfaßt. Leider war sie eine von jenen, deren Le-
ben und Dichten zerrann, weil sie sich nicht zu zügeln verstanden. Sie liebte mit unheilvoller Leidenschaft denGrafen Collatino und starb schon mit dreißig Jahren in wehem Leid. Und wer nennt alle die hochbegabten, feinsinnigen Fürstinnen, welche Wissenschaften und Künste in Italien beschützten? Da wären schon allein Caterina Cornaro, Lukrezia und Leonore von Este, sowie eine gane Reibe von Frauen aus dem Hause der Medizäer zu erwähnen, die sich in der Dicht-, kunst, in der Malerei und Musik zum Theil selbst mit schönstem Erfolge vcrsuchten, immer aber einen hohen Einfluß auf das Wirken und Schaffen ihrer großen Zeitgenossen ausübten. Auch in unserer Zeit fehlt es in Italien nicht an Frauen, die sich durch GeisteSgaben undTalente hohen Ruhm erwarben. Schon zu allen Zeiten hatte Italien bedeutende Sängerinnen hervorgebracht. Man erinnere sich hier nur der Catalani, welche einst eine Welt begeisterte. Und welche unvcrgleichlichen Schauspielerinnen sind nicht der italienischen Erde crisvtossen. Die große Ristori. dere Schövfungen noch jetzt in vieler Gedächtniß leben, und vor allem Eleonore Duse. die unvergleichliche, den modernen Frauentypus repräsentirende Künstlerin. Dann wie bewundernswerth sind die Romane der Marchesa Colombi, die alle Höhen und Tiefen des Menschenherzens klar erschaut und zu künden weiß. Mit welch heißem, wehmutsvollem Empfinden schildert sie in ihrer ergreifenden Novelle: In Reisaia" die Noth und das Elend ihres Volkes. Auch die Serao versteht uns durch eine interessanteDarstellung schwieriger, dem modernen Leben entnommener Conflikte zu fesieln. Und rührt uns nicht die tief fühlende und zugleich so gedankenreiche Dichterin Ada Negri durch den sittlichen Ernst und die stille Größe ihrer Poesien? So ist die italienische Frau in alter und neuer Zeit nicht nur mit der ihr eigenen, feurigen Lebendigkeit für das Schöne begeistert und gefällt sich nicht nur in unthätigem Genusse daran, sondern vermöge ihrer Energie und unermüdlichen Ausdauer plant und vollbringt sie auch Gutes, Großes und versteht mit hoher Intelligenz die ihr oft verliehenen, glänzenden Geistesgaben für sich und andere nutzbar zu machen. Und mit Recht wurde ihrer strahlenden Schönheit, ihrem reichen Geiste und tief empfindenden Herzen immerdar die innigste Verehrung gezollt! Wo hätte der Frauencultus mehr geblüht als in Italien? Wer zählt alle die italienischen Dicht, welche weiblichen Liebreiz, weibliche Slengröße in ihren Poesien feierten? Besang nicht Dante die holdselige Beatrice, Petrarca Laura de Sade, huldigten nicht Ariosto und Michel Angelo den Tugenden und der Schönheit Vittoria Colonnas in manchem vollendeten Gedichte? Die reinste und wunderbarste Verherrlichung der italienischen Frau denn wer ander? als sie diente den berühmten Malern iyres Landes zum Vorbilde? war aürr die Darstellung der Madonna. Begeistert von der Anmuth und Hoheit der italienischen Frau, von der aus ihren Augen sprechenden Innerlichkeit und süßen Milde, verliehen Rafael, Correggio, Tizian und die anderen großen Meister all diese Schönheitsfülle derGottesmutter, und so lebt sie, die italienische Frau, als verklärte Gestalt in unsterblichenWerken zum Entzücken kommender Geschlechter fort. i!jrt.r lsch Auf der Fahrt zwischen Bremen und New Aork wandelten in einer etws stürmischen Nacht zwei Passagiere. ;.o gut oder schlecht es ging, auf dem D?ck auf und ab. Plötzlich brach sich eine Welle am Dampfer und die Beiden wurden mit einer reichlichen Menge Seewassers bedacht. Nachdem sie sich abgeschüttelt hatten, sagte der Eine, ein alter Schwabe, der vom Besuch in der Heimath nach Philadelphia zurückkehrte, zu seinem G.'fährten: Ebbes Guat's Hot's doch, wenn m:r uf der See ischt!" Na. und?" fragte der Andere. Ha no, mer werd net staubig." Das H ö ch st e. . . . Und woraus folgern Herr Commerzienrath, daß genannter Schriftsteller der bedeutendste aller lebenden Autoren sein müsse?" Nu, der Mann ts sogar an der Börs bekannt." ZwingenderGrund. jfo, aber wo wollenSie denn bei dem schauderhaften Wetter da jetzt hinaus?" ..Ich sag's Ihnen im Vertrauen, nach dem unteren Graben will ich, da bin ich nämlich gestern im Rausch den Weg hinabgefallen und hätte mich elend zurichten können. Nun muß ich mir die Stelle heute einmal bei Tage ansehen." ?--lli.q und schmutzt nicht. Sie: Du kommst an meinem Geburtstage mit leeren Händen?- Er: Ich wollte Dir eben das kostbarste schenken, etwas, was unbezablbar ii und da lege ich Dir auf's meine Treue, meine Liebe und m.ine Hochachiung auf den tart,
Mutterliebe.
Vu5 dem Rutschen von I. v. Immendorf. Ich hatte einen Freund, Herr, nimm 5eine Seele zu Dir, denn wozu soll dieser feurige Geist brennen, dort an den Polarkreisen, wo er gegenwirtig verweilen muß? .Herr, nimm seine Seele zu Dir. weil ihre 5elle die Finsterniß des Nordens nichl erleuchten wird, ihr Feuer den Schnee der Wüste nicht schmelzen, und öle dichten Nebel der Sehnsucht und der Einsamkeit nicht verwehen wird! Ich hatte einen Freund. jung war er zu jener Zeit, als das Unglück sich ihm ncchte. Aber da er einer von Denen war, die immer den geraden Weg fahren, kam er auch den geraden Weg dorthin, wV er jetzt weilt und woher er nimmer zurückkehren wird. Mein Freund hatte eine Mutter, eine Greisin von 63 Jahren, bei der der Tod schon vor der Schwelle stand. An einem und demselben Tage erhielt ich die Nachricht von dem, was ihm geschehen, und den Brief seiner Mutter, der mir berichtete, daß ihr Sohn alt Äast bei mir ankommen werde. Sie vertraute meiner Obhut seinen Körper und seine Seele und befragte mich, ob er schon bei mir sei, wie er sich fühle, und ob wir uns miteinander gut vertrügen? Als ich den Brief gelesen hatte, sah ich dieses alte Müttercwn im Geiste vor mir, so gebrechlich und krank , ich sah ihre sanften, absterbenden Augen, die von einer grenzenlosen Liebe zu ihrem Sohne sprachen, und ich erinnerte mich, daß der Gedanke an ihn und die Sorge um sein Glück den einzigen Kern dieses armen, verlöschenden Lebens bildeten. Soll ich ih? die Wahrheit mittheilen?.... Es giebt eine Wahrheit, die dem Menschen nothwendig ist: Diejenige, die aus der Seele des Menschen jeden Schmutz tilgt und durch die Flamine der Scham alle Niedrigkeit und Flachheit derselben ausbrennt. Dieser Wahrheit ruf' ich zu: Sei mir gcgrüßt! Aber es giebt eine zweite Wahrheit, diejenige, die uns wie ein schwerer Stein auf das Hrrz fällt: sie zer trümmert und tobtet in uns alle Sehnsucht und Möglichkeit, zu leben; diese Wahrheit bleibe mir fern. Wenn ich diesem alten Müherchcn mittheile, daß ihr Sohn auf immer für sie verloren ist, so werde ich sie im besten Fall auf einmal tödten. Wenn sie aber nicht stirbt Wenn sie nicht fallen wird unter der schweren Lost dieser furchtbaren, entsetzlichen Nachricht . . . und wenn in ihr das erstirbt, was das Wesen und den Kern des Lebens bildet .... und der giftige Schmerz, die unheilbare Wehmulh ihr die letzten Tage verbittern werden? . . . Sie hat ja durch 28 Jahre hindurch mit dem Aufgebote namenloser Opfer und Mühen diesen Sohn vor allem Schlechten bewahrt, und heute, so nahe vor ihrem Tode, soll ihr die froHe und stolze Gewißheit benommen werden, daß er in der Fülle seiner Jugend und seiner Kraft keiner fremden Hilfe mehr bedarf und den Lebenskampf selbtx darin führen und darin siegen kann! Und ihr, die heilig auf seinen Triumph vertraut, soll ich das Wort hinwerfen: Dein Sohn ist besiegt!.' O nein, eine Lüge ist besser! Ich ahmte also die Schriftzüge me:nes Freundes nach und schrieb ihr Briefe, welche mit den Worten begannen: Meine theure, liebe Mutler!" Sie erwiderte mir dieselben Innig, und herzlich; sie warnte mich vor Bielem. Ich dagegen, indem ich zu ihr als Sohn sprach, theilte ihr immer mit, wie ich gesund und glücklich sei. wie ?s mir gut auf der Welt ergehe; ich beschrieb ihr meine Erfolge im Leben und bei den Menschen, ich unterwarf mich für ihn ihren Ermahnungen und Rathschlägen, und sie entzückt erwiderte mir: Mein lieber, einziger Herzensbub! Tu- warst noch nie mit mir so offen, so herzlich, so voller Liebe, wie Du jetzt in Deinen Briefen bist. Möge Dir Gott die Reinheit Deines Herzens lohnen, welche meine letzten Lebentage bestrahlt." Und ich meinerseits erschöpfte den ganzen Reichthum meiner Einbildungskraft, gebrauchte die zärtlichsten Ausdrücke, die herrlichsten Farben für die Bilder meines Glückes und schri'b ihr, wie angenehm es sich lebt, wenn man eine so gute, so heiliae. so liere Mutter hat." Und sie antwortete mir. daß cs selig sei zu sterben, wenn man die Mutter eines so treuen, so schönen, so glücklichen Sohnes ist." Und sie starb im Glauben an das Glück ihres Kindes, gerade in dem Augenblick, als dasselbe ausruhte in einer Häftlingsstation auf der Strecke nach dem fernen, grausamen Norden, nach Sibirien! Mißlungene Ausrede. Graf (zu seinem Förster): Em paar orthographische Schnitze - sind auch wieder in oem Bericht!" Förster: Ja schau'n S', Ew. Gnaden, seit ich damals bet dem großen Treiben die Ladung Schrot in den Arm bekommen hab', will's mit derOrthographie nimmer recht gehen!" Richtig g e st e l l t. Mit dem Otto Nitsche verkehren Sie. mit diesem Habenichts?" Fräulein :Bitte sshr. der hat neulich hundertfünfzikrWcnd Mark in der Lotterie geirrtrx'A ist also jetzt kein Habn: meHr. sondern ein HattenichtS.Immer Kaufmann. Herr Kohnstein. Ihre Tochter wird mich glücklich machen!" Natürlich; X- ,3 r.:ci c. C I . rr im. . u tuua uifii uuci uuuy die Eoncq
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