Indiana Tribüne, Volume 24, Number 282, Indianapolis, Marion County, 29 June 1901 — Page 1
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ssm SWSäS - V nc.vj MM - ' MStiStÖSS und Sonntagsblatt 10 5 per Woche. Erscheint joden yadintütaij und Sonntag Morgens. Jahrgang 24. Indianapolis, Ind. Samstag, 29. Juni 1901. No. 282
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Die iliiiöiiio!i;lÜfllffl(jr(. m Die Franzosen in Deutsch land in der herzlichsten Weise empfangen.
Bon der SliUx Regatta. Der ZattKcrott Der Scipzigcr Vauk Hat wieder Fallimente von Jndu (frieden in Sachsen im (Sefolge. D französische BersammlungSrccht' Vorlage Bedarf nur noch der ttnte.schrift des Präsidenten öonbet, llm Gesetzeskraft zn erlangen. , fxin 5nan im Exil in Tnrkcstan an gekommen. Gefangene Boeren in Bcrmuda angc kommen. DieAutomobil - Wettfahrt von Paris nach Berlin. Hannover. 29. Juni. Four- j nier war auch am Freitag der Erste, , der mit seinem Automobil am Ziel bet j heutigen Fahrt. Hannover, ankam. 3t ; lvar auch am Donnerstag zuerst in Aachen angekommen, wo heute Morgea ! die Motor - Wagen in derselben Rei- , benfolge abgingen, in der sie am Donnerstag angekommen waren. Doknyff j war Zweiter und Girardot Dritter am Platz. Fournier gewann am Donnerstag den von dem Großherzog von Lurem-i bürg offerirten Preis für die schnellste : Fahrt vor. Paris nacb Aachen; und jetzt l:at er auch den Preis für die schnellste I fahrt von Aachen nach Hannover ge- ! wonnen. Man erwartet, daß die Ersten , am Samstag gegen Mittag in Berlin ankommen werden. Pari s. 29. Juni. Die vielen Unfälle, die bei der Automobil - Wettfahrt am Donnerstag auf französischem Gebiet stattgefunden, haben den Deputirten Gauthier veranlaßt, die Angelegenheit in der Kammer zur Sprache zu bringen. Er verlangte, daß Maßregeln ergriffen würden, um zu verhindern, daß die Automobilen auf den Lanostraßen übermäßig schnell fahren. Un- j ter dem Beifall der Rechten fagte er such, es fei eine eigenthümliche und i traurige Idee gewesen, eine Fahrt über ' Bazeilles und Sedan nach Berlin zu j arrangiren. Der Premier, Herr Waldeck Rousseau antwortete, daß die Geschwindigkeit, mit der in Zukunft Automobilen fahren dürften, gesetzlich geregelt werden würde. und die Fahrt nach Berlin sei nur deshalb autorifirt worden, weil es sich lediglich um ein Vergnügen und um Sport handele. In Zukunft würden solche Wettrennen nicht mehr gestattet und die Landstraßen den AutomobilBesitzern nicht mehr zur Verfügung gestellt werden. Essen. 29. Juni. Ein Automo- j bil. das an der Paris-Berlin Wett- j fahrt betheiligt ist. überfuhr während des Tages bei Ruhrort ein Kind. Es ist lebensgefährlich verletzt. Hannover, 29. Juni. Unter den Tausenden, die sich hier versammelt hatten, um die Ankunft der Automobilen zu erwarten, befand sich auch ! der Herzog von Ratibor, Präsident des deutschen Automobil - Klubs. Baron Rothschild, Graf Sierstorff, sowie die hiesigen Stadtbehörden. Als Herr Fournier mit großer Geschwindigkeit in die Stadt einfuhr, spielte eine Musikkapelle die Marseillaise und die versammelte Menge brach in stürmisch? Hochrufe aus. Auch Herr DeGrais. der sich eines Motors deutscher Konstruktion bediente, wurde lebhaft empfangen. Am Abend wurde den Theilnehmern an der Wettfahrt ein Bankett veranstaltet, bei dem unter anderem ein Toast auf den Präsidenten Loubet und einer aus die französischen Gäste Hannovers ausgebracht wurde. Der Herzog von Ratibor dankte den Franzosen für ihre Theilnahme an der Wettfahrt über deutsches Gebiet. Fournier kam um 2.13 Nachmittags an und hatte somit die 270 Meilen von Aachen in neun Stunden 7 Minuten ; und 30 Sekunden zurückgelegt. In j Kassel überholte Girardot Herrn! Fournier und bei dem Versuche sich j gegenseitig zuvorzukommen, kollldlrten die beiden Wagen und ein Knabe wurde dabei verletzt. Fournier übernahm wieder die Führerschaft und er behielt sie auch bis nach Hannover. Man glaubt, daß Fournier gute Aussichten hat. den ersten Preis zu e-!
winnen. ovgletch Antony und DeKnhfs dicht hinter ihm sind. DeKnyff kam hier um 2.50. Antony um 2.52 und Girardot um 2.54 au. DeKnyff ist 40 Minuten hinter Fournier zurück und 19 hinter Antony. Alle drei fahren sehr gut. und wenn sich kein Unglückssall ereiynet. wird das Wettfahren am letzten Tag zwischeu dielen Herren ein höchst interessantes werden. Pinsoa Panchard's Maschine körndirtc in Meiderich. Preußen, mit einem Straßenbahnwagen. Sowohl der letztere wie auch das Automobil wurden stark beschädigt und Pinson gab die Fahrt auf. Bis um fünf Uhr Nachmittags wa rtn nicht mehr als 25 von 73 Cars angekommen. Sie waren alle von Staub bedeckt und viele der Wagenführer waren so erschöpft, daß sie kaum sprechen sonnten. Fournier war so aufgeregt, daß er vergaß, sein Zeit-Register zu unterschreiben und er fuhr direkt nach dem Stadtpark, am anderen Ende von Hannover, von wo aus am Samstag die Fahrt nach Berlin weitergeht. B e r l i n . 29. Juni. Die Automo-bil-Wettfahrt von Paris nach Berlin ist verantwortlich dafür, daß, zum ersten Mal seit dem Jahre 1870. in Berlin deutsche und französische Flaggen friedlich nebeneinander wehen. vtt Tricolore begegnet man fast in jeder Straße und sie weht auch über jedein Hotel und über vielen öffentlichen GebäudN. Ueber dem Thor der Kaserne des Garde duCorps-RegimeiUß ist die sranzösische Fahne mit der putschen derschlungen. Einige der Automobilen werden nach chret Ankunft in dem Kasernenhof untergebracht werden. Ganz Berlin befindet 'sich in Folge der Wettfahrt in Aufregung. Es befinden sich Tausende von Besuchern von auswärts in Berlin und vcin Paris sind zwei Extrazüge angekommen, welche die Freunde der Theilnehmer an dem Rennen hierher gebracht haben. Zu Ehren des Generals von Schwarzkopf. B e r l i ii . 29. Juli. Auf speziellen Befehl des 'Kaisers Wilhelm fand am Freitag ein Trauergottesdienst zu Ehren des bei dem Brand des Winterpalastes in Peking umgekommenenStabschefs des Grafen von Waldersee. General von Schwarzkopf, statt. Die Regatta in Kiel. K i e l , 29. Juni. Das Wetter war in den letzten zwei Tagen den hiesigen Aacht-Wettfahrten sehr ungünstig. Heftige Stoßwinde waren häufig, die See war rauh und die Temperatur unangenehm kühl. Die Ruder der Jachten .Odin" und Tilly". letztere dem Prinzen Heinrich gehörig, verloren ihre Steuerräder, und zwei andere Jachten wurden nur mit Mühe vor dem Untergehen bewahrt. Die Yacht ..Meteor", dem Kaiser Wilhelm angehörig, ist von England angekommen. Der Kaiser beabsichtigt, auf der Wettfahrt von Kiel nach Travemünde selbst auf der Meteor" das Steuer zu führen. Der ..Meteor" hatte bei seiner Reise von England nach hier schwere Havarie erlitten, infolge dessen der Kaiser die Jduna" bei der Regatta einstellte. Die Jduna" traf um 5 Uhr Nachmittags in Travemünde ein und schlug sämmtliche anderen 34 Aachts, welche sich an der Regatta betheiligten. Der Kaiser steuerte die Yacht selbst in hochgehender See. Prinz Rupprecht von Bayern, der Großherzog von Sachsen Weimar, der Reichskanzler Graf Bü low und andere hervorragende Persönlichkeiten befanden sich an Bord. Die
Kaiserin folgte auf der .Hohenzollern" nach Travemünde. Stürmische Debatte in der spanischen Kammer. Madrid. 29. Juni. In der Kammer wurde am Freitag eine i heftige Debatte über die religiösen Konflikte geführt, daß die Sitzung aufgcijcoen werden mußte. Senor S'lvela griff die Regierung heftig an, weil sie diese Religionsstrei ' tigkeiten nicht verhindere, seine Worte verhallten aber in einem Sturm von Gezisch und republikanischen Protesten. Der Minister des Innern. Senor Mcret, versprach die katholischen reli giösen Demonstrationen zu beschützen, solange sie nicht politischen Charakters r:r 0 c o n jjc 1 1 1 1 o n ä r e an Bord. L o n d o n . 29. Juni. Die sammtlichen Kajüten auf dem PromenadenDeck des Dampfers ..Deutschland", der am Freitag vonSouthampton nach New York abging, sind ausschließlich für die folgenden zehn amerikanischen Millionäre. die am Morgen auch mit einem Extrazug von hier aus nach Southampton fuhren, reservirt worden: I. Pierpont Morgan. Clinton Dawkins. Element A. Griscom. Bernard A. Baker. William I. Elkins. P. A. Widener. Harrq Payne Whitney. Pierre Loril-
!ard, TtmotyN L. Woodrusf und John T. Waterbnry. Es heißt, daß die zehn Herren für den Gebrauch des Decks $22,000 bezahlt haben. PriujTuan in derVerban n u n g . P e k i n g . 29. Juni. Die Nachrichr ist hier eingetroffen, daß Prinz Tuan und Herzog Lan in Ulumski. chinesisch Turkstan, angekommen sind, wohin sie von dem Hof verbannt wurden. In Ulumski ist ein russischer Konful stationirt und dieser wird die rufsische Regierung sofort benachrichtigen, wenn die beiden Chinesen den Platz verlassen sollten. Noch ein Bankdirektor ve:haftet. L e i p z i g. 29. Juni. Dr. Gentzich. ein weiterer Direktor der verkrachter, Leipziger Bank, ist am Freitag aus Veranlassung des Staatsanwalts verhaftet worden. Der Bankerott der Leipziger Ban! macht sich sehr ernsUich in Plauen. 8fc ster. Markt Neukirchen und Löbau in Sachsen fühlbar, wo sich eine ganz Anzahl Fabrikanten für insolvent erklären mußten. Rebellische Chinesen. London, 29. Juni. Einer D?pesche aus Che-Foo zufolge befindet sick die ganze mandschurische Provinz Sheng-King im Aufstand, und die Re bellen sollen das Land überlaufen unt überall brennen und plündern. Jr der Umgegend von Mukden sollen all Dörfer verbrannt und Hunderte vor Bewohnern getödtet worden sein. Die Depesche sagt auch, daß die ruf fischen Truppen nicht stark genug seien, um die Ordnung aufrecht zu erhalten, P e k i n g . 29. Juni. Der Gouverneur der Provinz Shan Si stellt du Nachricht in Abrede, daß mehrere betgische Missionäre ermordet seien. Der belgische Gesandte hatte am 21. Juni einen Boten nach Sian Kian gesandt,
um sich zu überzeugen, ob die Meldung j von der Ermordung von vier belgischen Missionären auf Wahrheit beruhe. (schmeichelyaste A n e r ! e n . n u n g. London. 29. Juni. Bei de, Debatte im Oberhause über die Heeres - Reorganisation sagte Lord Wol' seley. der frühere Höchstkommandirendt des britischen Heeres, daß die amerika nische Armee in Berücksichtigung ihre! Stärke, die beste Armee der Welt sei, und zwar aus dem Grunde, weil dik Leute gut bezahlt würden. England müsse entweder hohes Handgeld bezahlen oder die allgemein! Wehrpflicht einführen, wenn es feint Armee gründlich reorganisiren wolle. Aus der französischenK ammer. P a r i s. 29. Juni. Der Premier, Herr Waldeck Rousseau, hat das wich; tigste Gesetz seiner Regierung, die aus das Versammlungsrecht Bezug habeno Vorlage, erfolgreich zur Annahme gebracht, und sie bedarf jetzt nur noch der Unterschrist desPräsidenten Loubet, um in Kraft zu treten. Am Freitag Abend nahm die Kammer in einer einzigen Sitzung alle Se nats - Amendement') mit 313 gegen 249 Stimmen an. Es wurden von der Opposition und den Sozialisten nock mehrere Versuche gemacht, die Vorlagt zu amendiren. in jedem Fall unterstützte die Kammer aber den Premier. Der Abb6 Gayraud (katholischer Re publikaner) sagte, daß das Gesetz txr ewiger Schandfleck für Frankreich unr seine Regierung sein würde und r wurde dafür zur Ordnung gerufen. . . . Graf Albert de Mun erklärte, da-. Gesetz markire den Beginn eines Stxxt--ges gegen den Katholizismus. Herr Waldeck Rousseau antwortet, darauf, daß das Gesetz streng durchge führt werden würde, aber nicht in Geiste der Verfolgung. Gefangene Boeren in Bermuda angekommen. H a m i l t o n, Bermuda, 29. Juni Der britische Transportdampfer ,Mr menian" ist mit der ersten Schiffsladung gefangener Boeren, die auf Darrels und Tuckers Island untergebrach! werden sollen, hier angekommen. Nu? die Gesundheitsbeamte durften sick während des Tages an Bord begeben. Die Armeniern" hatte eine gut, Fahrt von St. Vincent. Die Reise wurde in elf Tagen zurückgelegt. Die Ge fangen? scheinen guten Muthes sein, sehen aber etwas zerlumpt aus Es sind zum -Theil südafrikanische Holländer und zum Theil Europäer. Der Wasservorrath auf den beider Inseln, der gar feine Quellen hat, is infolge anhaltend- ' trockenen' Wetterc ein höchst anaenügender und der Kon denfirungs - Apparat, der erst vor ei ner Woche von London ankam, ist nock nicht aufgestellt worden. Die Leu! werden erst in einigen Tagen gelandei werden.
ii MMage Des ante
Im Ganzen eine sehr lün ftige. , Der Mineral - Reichthum er Wer. Staaten. Sani Gompers in Weftingtoü schwer verlcy. Frank Miller der tartsche Gin brecher In Birmingham, Ala, hingerichtet i Er behauptete ans Ciueinnati zn sein Weigerte sich aber etwas über sein, Vergangenheit zu sage. Frau Ruthvens letzter Versuch ihrer Vkann zu retten. Der Stand der Geschäfte New York, 29. Juni. R. G Dun & Clx's dieswöchentliche Uebersicht über den Stand der Geschäfte ir den Ver. Staaten lautet wie folgt: In New Aork hat eine der kleinerer National-Banken fallirt, aber nur ir Folge schlechter Geschäftsmethoden. E. hat dies absolut nichts mit der Ge schäftslage im Allgemeinen zu thun, di, eine durchaus befriedigende ist. Da; Land prosoerirt ohne Zweifel und be den ausgezeichneten Ernte-Aussichtet herrscht überall ein sehr vertrauensvol ler Ton. Es sind allerdings einig, neue Arbeiter-Schwierigkeiten entstan den. dagegen sind aber andere beigeleg worden und die Lage hat sich in diese? Hinsicht merklich gebessert. Am Schluß dieses Fiskaljahres if die Lage in der Eisen-Jndustrie ein, ganz andere, wie vor einem Jahr. Di Preise gingen damals schnell zurück di, Etablissernenis hatten wenig zu thun viele Hochöfen muhten den Äetrieb ein stellen und Arbeiter und Arbeitgebe' waren betreffs der neuen Lohnskala völlig auseinander. Aber in die sem Jahr hält es schwer, den Betriel lange genug einzustellen, um die nöthi gen Reparaturen zu machen; die Preis, sind gut behauptet, und bei der günsti gen Geschäftslage sind die Etablisse ments im Stande, um Arbeiter-Kon-troversen zu vermeiden, freiwillig di, Löhne zu erhöhen oder die Arbeitsstun den zu reduziren. Die Bauthätigkei ist im ganzen Lande eine ungewöhnliä rege und die Nachfrage nach Struktur eisen und dergl. ist in Folge dessen ein, sehr lebhafte. Die Eisenbahnen nt kaum im Stande, den immer mehr an wachsenden Frachtverkehr zu bewälti gen und eine sehr große Zahl von neuer Frachtwaggons und anderes Eisnbahn Material ist in Bestellung gegeben wor den. Die Versendung von Schuhen um Stiefeln von Boston aus belie'f sich ir den letzten zwei Monaten auf mehr aU 100,000 Kisten wöchentlich. Die Aus fuhr nach England ist ziemlich bedeu tend. Die im Besitz von Engroshänd lern befindlichen Vorräthe sind seh: klein und dies verleiht dem Markt ei nen starken Ton. Leder ist aktiv unl fest und besonders Hemlock - Sohle ir guter Nachfrage. Haute sind in Chi cago fester. Die Aussichten auf eine gute Wei zenernte haben sich im ganzen Land, noch weiter gebessert, dabei sind abei die Preise nicht wesentlich zurückgegan gen und der Profit, den die Produzcn ten bei den jetzigen Preisen machen, is ein recht befriedigender. Die stark, Nachfrage für den Export hält di, Preise aufrecht. In den letzten die, Wochen belief sich die Ausfuhr von ai lantischen Häfen (einschließlich vor Mehl) auf 13.669,000 Bu. gegen 10. 980.076 Bu. im letzten Jahr und geger 8.934.638 Bu. im Jahre 1899. Unt die Ausfuhr von Pacifischen Häfen be lief sich auf 3.505.400 Bu. gege, 2.753.978 Bu. im Jahre 1900. In der Tertil-Jndusirie herrsch wieder ziemlich reges Leben, namentlicl in der Wollspinnerei. Die Nachfrag, nach Worsteds und anderen Fabrikatet ist im Zunehmen und die Vorräthe sinc nur unbedeutend. Die Preise sind ncä nicht in die Höhe gegangen, sie sind abv fest und von einem weiteren Rückgar.c ist jetzt nicht mehr die Rede. Die Zahl der Bankerotte belief sict während der Woche in den Ver. Staa ten auf 204, gegen 207 im letzten Jahr und in Canada auf 23 gegen 21 in letzten Jahr. Der Metall - Reichthum der Ver. Staaten. New York. 29. Juni. Da Engineering and Mining Journal enthält in der heutigen Ausgabe di Uebersicht über, die Produktion vor
Metallen und Mlnerulren rn den Ver Staaten. Aus den Tabellen geht her
vor. daß sich die isammtproduktior auf 51.365.608.583' beläuft, gegen 51. 51 214 37 im r.fr nähme von $147,393,496 währen), des Jahres. Von dieser ungeheuren Summe ent fallen auf Erze und MineralieP672. 090,416 im Jahre 1900 und $587. 268.798 im ahre 1899 ; aus Metall. $b24,432,533. t 1900 und $496,057, 320 in 1899-? sekundäre Produkte $72,720.695 in 1900 und H64.416.979 in 1899 ; tyährend der Werth der dsn ausländischen Erzen gewonnenen Metalle $96.364.930 in 1900 und $70.471.540 w 1899 betrug. Die Produktion von Kohle belief sich im Jahre 1900 auf 268.315.431 Tonnen. eineZunahme von 16,210.044 Tonnen, oder sechs Prozent, gegen 1899. Von Roheisen wurden 13.533.265 Tonnen produzirt, oder einschließlich von 253.977 Tonnen Spiegeleisen und Ferrommangan, im Ganzen 13,789,842 Tonnen mit einem Werth von 5nnäherni $273,110.322. Diese beiden Produkte. Kohlen und Eisen, werden in den Ver. Staaten in größeren Mengen und billiger produzirt wie in irgend einem anderen Lande der Welt. In Bezug auf den Werth nimmt Kupfer die dritte Stelle ein. Es wurden im Jahre 1900 im Ganzen 600,832.505 Pfund im Werth von ungefähr $97.755.000 produzirt. Die Zunähme gegen 1899 war indessen nur klein. Gold nimmt die fünfte Stelle ein. mit einem Mrth von $78.159,674 ; es ist dies weniger als der vierte Theil des Werthes der Kohlenproduktion Petroleum hat einen Werth von $74, 246,582. Die Silber - Produktion hatte nur einen Werth von $36.576.900. Der Werth der zur Verwendung gelangten Bausteine betrug im letzte Jahr $41,400,500. Samuel Gompers gefährlich verletzt. Washington. D. C., 29. Juni Der Präsident der Amerikanischen Ar beiter -Föderation liegt in seiner Woh nung in hiesiger Stadt gefährlich kran! darnieder. Er hat eine Gehirncrschüt terung und vielleicht auch einen Schä delbruch erlitten. Sein Zustand is sehr gefährlich, die Aerzte sind aber bei Ansicht, daß er dennoch mit dem Leden davonkommen wird. Herr Gompers wurde am Donners tag verletzt, als er von einer Trolley Car absprang. Eine Mordbefiie. H u n t i n g t o n. W. Va.. 29. Juni George Hooks und F. M. McGran ver folgten mit einer Scheriffömannschafi den Farbigen Peter Prlce, welcher fiu an einer weißen Frau vergriffen hatte Der Farbige war nach Jäger, einen kleinen Städtchen in diesem Counltgeflohen, und als er seine Verfolger sick nähern sah, verbarrikadirte er sich irr Hinterzimmer einer Wirthschaft. Al! die Beamten die Thüre erbrachen, stack der Neger mit einem Messer wie tol? um sich, brachte Hooks und McGrar tödtliche Wunden bei, versetzte Charlei Davis einen Stich in den Unterlerk und sprang aus dem Fenster, wo er vor Polizisten festgenommen und nach den County Gefängniß in Welch gebrach! wurde. Die Ermordung von Hooks un McGran. welche angesehene Bürgei waren, hat indessen solche Aufregunc verursacht, daß der Gefangene wahrscheinlich noch gelyncht werden wird. Wollen zu viel bezahlen W a s h i n g t o n, D. C.. 29. Juni Eine höchst sonderbare Erscheinung be dem chinesischen Friedensvertrage is der Umstand, daß China sich verpflicht tet hat. 35 Millionen Taels (24,5(XV 000) mehr zu bezablen, als die Ent schädigungs - Ansprüche sämmtliche? Mächte in Wirklichkeit betragen. Wie dies möglich war, ist auch der betreffenden Unterhändlern ein Räth: sel. Der Fehler scheint jedoch in Pc king gemacht worden zu sein und di, Ehinesen haben in ihrer Hast, der Friedensvertrag zur Annahme zu brin gen, die fehlerhafte Kalkulation gai keiner Revision unterzogen. Der Vcr. trag stipulirt eine Entschädigungssum me (ein Pauschquantum) von 450 Mit lionen Taels, die Summe der Forderungen der einzelnen Mächte betrag! indessen nur 415 Millionen Taöls China muß nun selbstredend die ver tragsmäßig festgesetzten 450Millioner Tals bezahlen, sodaß nach Befriedig gung sämmtlicher Mächte noch 35 Mit; lionen Taöls übrig sind. Man is sich darüber noch nicht klar, was mi diesem Gelde geschehen soll. Eine andere Frage bei der chinesi schen Schadenersatz-Zahlung ist di Form der Bonds, welche Japan zu, Sicherung seines Theiles der Entschä-digungs-Summe ausgehändigt werder sollen. Mit den niedrig verzinsbarcr und leicht veräußerlichen Bonds, wi, die anderen Mächte sie nehmen, ist Ja
pan nrcht gedrcnt. Aus derartige, sui China günstige Bedingungen kann Ja an nicht eingehen. Die Sache isi Wichrrg genug, daß de? Staatssckretäl den Präsidenten über die Lage Bericht erstattet hat. De? Präsident wird jedoch nichts thun, bis er die Ansicht dei anderen Mächte in Erfahrung gebracht hst. Hinrichtungen. Birmingham. Ala.. 28. Juni Im Hofe des Gefängnisses von Jefferson County fanden am Freitag zwe Hinrichtungen statt. Frank Miller ein notorischer Geldschranksprenget und Mörder des Polizisten I. W Adams, wurde um fünf Minuten voi elf Uhr durch den Strang hingerichtet. und Alonzo Williams, der einen farbigen Rassegenossen ermordet hatte, eine Stunde später. Miller trug bis zum letzten Augenblick stoischen Gleichmuth zur Schau Auf dem Schaffst erklärte er noch, dajj er sowohl wie Duncan. sein angeblichel UlNtschuldiger, der zu lebenslänglicher Zuchthausstrafe verurtheilt wurde, unschuldig seien. Williams befand sich in einer Art religiösem Enthusiasmus und er sang anscheinend vor Freude, als die Klappe fiel. Miller hatte behauptet, aus Cincinnati zu sein, aber jede Auskunft über sein Vorieben verweigert. Marion. Art.. 29. Juni. John Bateman. ein Neger, der am 20. November 1900 seine Frau vergiftet hatte, ist hier am Freitag durch den Strang hingerichtet worden. Wahrscheinlich gelyncht. Georgetown. Ga., 29. Juni. Der Farbige Billy McGruder. welcher hier verhaftet worden war, weil er am Donnerstag in das Schlafzimmer einer jungenDame einzudringen suchte, wurde in der Nacht von eine'm Haufen Maskirter gewaltsam aus dem Gefängniß geholt und ist seitdem verschwur den. x- - ! ! Wollte Ruth den retten. C o l u m b u s . O.. 29. Juni. Frau Edwin Ruthven. die Frau des Clevelander Mörders, der am Freitao Morgen, kurz nach Mitternacht, im hiesigen Zuchthaus hingerichtet wurde, hatte noch am Donnerstag einen letzter Versuch gemacht, ihren Mann zu retten. In Gegenwart des Rev. W. M, Langford und Anderer behauptete sie. selbst den Polizisten Shipp in Cleveland getödtet zu haben. Sie sagte, daß sie in der Nacht, ir welcher der Mord verübt wurde, ein kleine Auseinandersetzung mit ihrem Manne gehabt und sie dann das Hau verlassen habe, um ihre Wuth abzukühlen. Daraufhin hade sie harles Jacobs, das mysteriöse Individuum g? troffen, von dem Ruthven so oft gesprochen, und Jacobs tzabe nach 5dn)tn gefragt, sagend daß er ein Geschäft an Hand habe und ihn brauche. Äl habe ihm dann gesagt, daß ihr Mann nicht zu Hause sei. sie ihm aber selbst helfen wolle. Sie habe dann Kleider ihres Mannes angezogen und sich ar dem Einbruch betheiligt.' Jacobs sei aber entflohen als der Polizist Shipi; erschien und sie habe dann selbst aus Shipp geschossen. Als Ruthven von diesem Geständniß Mittheilung gemacht wurde, erklärte er die ganze Geschichte für unwahr. Als er hingerichtet wurde wußt er nicht, daß seine Frau einen SelbstMordversuch gemacht hatte.
Schiffsnachrichten. Hamburg. 28. Juni. Angek.: Graf Waldersee". von New Fort. H a v r e. 28.Juni. Angek.: .L'Aquitaine". von New Aork. B o st o n. 28. uni. Angek.: Com monwealth", von Liverpool. D o v e r. 28. Juni. Passirt: North, eastern". von Chicago, via Montreai nach Hamburg bestimmt. Glasgow. 28. Juni. Angek.: ..Kastalia". von Montreal. Genua. 28. Juni. Ang.: Trave". von New Aork via Neapel. Neapel. 28. Juni. Abgeg.: ..Hes. peria". nach New Dort. Liverpool. 28. Juni. Abgeg.: Sylvania". nach Boston. M o v i l l e. 28. Juni. Abgeg.: ..Anchoria". von Glasgow nach New Dori bestimmt; Australasian". von Liver Pool nach Montreal. Browhead. 28. Juni. Passirt, Georgic", von New Jork nach Liver Pool bestimmt. S c i l l y, 28. Juni. Passirt: Gro ster Kurfürst", von New York nach Cherbourg und Bremen bestimmt. Cherbourg. 28. Juni. Abgeg.: Deutschland", von Hamburg unt Southampton nach NewIork bestimmt. Liverpool. 28. Juni. Abgeg.: .Cevic-. nach New gork. Weitere Depesche ans Seite 4.
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