Indiana Tribüne, Volume 24, Number 281, Indianapolis, Marion County, 28 June 1901 — Page 1
JndikNa TNdunc. 28. uni mm
A Ztt ssssss??? lttttN ic.aac und L a$e i. 11O f onntagsbKitt lOejei Woche. SokmtckgsbbU le per a-chc. tt36SftSSS8Si33esi
Tribüne.
VrsUzeint fcfren.lßaäf mittag und Sonntag Msrgrn. Jahrgang 24. Indianapolis, Ind. Freilag. öcu 28. Ji 1901 Ng. 281
An 'an:crott der Leipziner Wank M , Viel schlimmer als zuerst angenommen wurde. m Siimü Hagelwetter iu DeutschlilllO.
3si3 lcfmöen des pnpftcs wieder bcloryttljzcrrcgcttd. Tcr Krieg iu Süvafrika. Nich.usild, im .apland, von den Loe reu augkgrisicn. Tie Lage in China. Streifende Fcldarbeiter bei Fcrrara Bon italienischen Truppen uuderge' schössen. Der Bankerott der Leipzig e r Bank. L e i p z i g. 28. Juni. Herr Erner. der Direktor der Leipziger Bank, die am Dienstag die Zahlungen eingestellt hat, ist verhaftet worden. Die Angelegenhciten der Bank werden jetzt von de:n Staatsanwalt untersucht. Berlin. 28. Juni. Es stellt sich jetzt heraus, dah der Bericht über den Stand der Leipziger Bank, der am Mittwoch veröffentlicht wurde, irreführend war und daß in die 5)auptsumme der Aktiven, ein Betrag von 111.300.000 Mark, die 87.000,000 Mark eingeschlossen sind, welche die Bank der Gaffel Treber-Trocknung Compagnie geliehen hat. und von dieser Summe wird nur wenig wiedererlangt werden. Das Tageblatt" sagt, dah die 8rit ziger Bank erst kürzlich der Cassel Treber-Trocknung Compagnie weiter? 1Z.000.000 Mark vorgeschossen habe, obgleich es bekannt war. daß die Com?agnie insolvent war. Repräsentanten der prominentesten hiesigen Banken sind übereinstimmend oer Ansicht, daß das ganze AktienKapital der Leipziger Bank und die ganze Reserve, ein Betrag von zusammen 63.000.000 Mark, so gut wie derloren sei. Die Dresdener und die Leipziger Börse weigern sich, die Aktiven der Leipziger Bank ferner zu quoiiren. Die Geschäftsmethoden der DiRektoren der Leipziger Bank waren seit Jahren solcher Art. dah es nicht Wunver nehmen wird, wenn auch noch Anoere. außer Herrn Exner. wegen strafbarer Nachlässigkeit verhaftet werden. Zinige der reichsten Bürger Leipzigs gehören zum Direktorenrath. Die Berliner, Leipziger und Dresoener Morgenzeitungen drücken die größte Entrüstung über das Treiben ver Bankdirektoren aus und sie verlanijen eine eingehende Untersuchung. Die .Vossische Zeitung" sagt editoriell: Wenn man die vielen kürzlichcn Zankfallimente genau in Betracht zieht, muß man zu der Ansicht kommen, daß das jetzige deutsche System der Verwalwng der Banken durch einen Aufsichtsrath einer dringenden Reformirul'g beDarf, oder ganz abgeschafft werden sollte. Das Letztere ist vorzuziehen." Äus dem deutschen Reich. Berlin. 28. Juni. Die ganze Zegend von Rominten ist am 24. Juni ?on Wolkenbrüchen und Hagelstürmen heimgesucht worden, die ungeheuren Schaden angerichtet haben. Das Gut oes Kaisers Wilhelm hat ebenfalls bedeutenden Schaden gelitten. Als der Kaiser am Donnerstag diese Nachricht erhielt, befahl er, daß der Bevölkerung sofort Hülfe geleistet werden solle und ix schickte selbst eine große Geldsumme ab. die unter die am schlimmsten Betroffenen vertheilt werden soll. In der heutigen Sitzung des Kolonialraths. in der Herr Stübel den Vorsitz führte, wurde ein Kommittee ernannt, das einen Plan zur allmähligen Abschaffung der Sklaverei in Deutsch Ost-Afrika ausarbeiten soll. Der Rath beschloß auch, dah der Handel mit jener Kolonie auf so wenige Häfen wie möglich beschränkt werden soll. DerPapst soll schwer krank sein. P a r i s , 28. Juni. Eine Depesche des Petit leu" von Rom sagt, daß der Papst gefährlich krank sei und Dr. Lapponi, der Leibarzt, den hohen Patienten keinen Augenblick mehr verlasse. Die Krönung des Königs Eduard. London, 28. Juni. In einer am Donnerstag von dem König Eduard erlassenen Proklamation wird angekündigt. daß die Krönung an einem noch näher zu bestimmenden Tage im Juni nächsten Wahres stattfinden und das Ze- j
remoni'eü dasselbe ern soll, wie es traditionsgemäß immer in der Westmin-ster-Abtei beobachtet worden ist. Dadurch werden offiziell der Champion des Königs" und viele andere alterthümliche Gebräuche in Verbindung mit der Krönungs -Prozession ausgeschlossen. Der Krieg in Südafrika. R i ch m o n d . Kap Kolonie. 28. Juni. Eine große Boeren - Abtheilung unter Kommando von Malan und Smit. griff am Morgen des 2b, Juni, bei Tagesanbruch, tfidjrnond an. Der Kampf dauerte bis zum Einbruch der Dunkelheit ; die Boeren zogen sich dann beim Herannahen britischer Verstärkungen zurück. Aus C u b a . H a v a n a . 28. Juni. Gegenüber den Bestrebungen der hiesigen Annexionisten, welche eine Angliederung (Suvas an die Vereinigten Staaten befürworten. ermahnt das einflußreiche Journal La Lucha" zur Ruhe und Mäßigung, da die Annexionisten durch allzu deutliches Hervorkehren ihrer Wünsche jegt nur ihrer Sache schaden würden. Die Vereinigten Staaten seien offenbar entschlossen, in Cuba eine Republik zu organisiren, deren Unabhängigkeit nur durch das Platt-Amendement beschränkt sein solle. Wenn Cuba im Besitz dieser Unabhängigkeit sei und seine eigene Regierung eine Zeit lang erprobt bat, dann sei es vielleicht Zeit, der Frage der Annexion wieder näher zu treten. Die Vereinigten Staaten würden keineswegs die Initiative zu einem solchen Schritte ergreifen und wenn die AnHänger der Annexion daher warten, ob und wann die Republik Cuba aus eigenem Antrieb eine Angliederung an die Vereinigten Staaten verlangen sollte, so würde durch dies Abwarten die eventuelle Annexion weder verzögert, noch durch zu hastiges Vorgehen beschleunigt werden. Die Frage der Annexion wird in Zukunft bei Weitem wichtiger für das cubanische wie für das amerikanische Volk sein. Die Amerikaner würden durch eine Annexion nichts gewinnen und es sei sogar nicht unwahrscheinlich, daß man einer Angliederung der Insel an die Ver. Staaten von Seiten der letzteren Schwierigkeiten in den Weg legen würde. Aus China. Peking. 28. Juni. In der am Donnerstag abgehaltenen Versammlung wurden von den Gesandten nur untergeordnete Punkte der Entschädigungsfrage besprochen. Der britische Gesandte Sir Ernest Sator weigert sich, zu einer zehnprozentigen Erhöhung der Einfuhrzölle seine Zustimmung zu geben, und der russische Gesandte Herr De Giers hat noch nicht dem Vorschlag zugestimmt, dah die Zinsen für die Entschadigungssumme vier Prozent betragen sollen. Der Ver. St. Spezialkommissär.
Herr Rockhill, dringt aber darauf, daß ' die Unterhandlungen zu Ende gebracht würden. Der Rev. Arthur Smith, der bekannte Schriftsteller und Autor, sagte dieser Tage in Tien Tsin, er stimme vollständig mit Sir Robert Hart darin überein. daß China von zwan?ia Millionen Boxern bedroht werden würde, wenn nicht in wenigen Jahren eine vollständige Regeneration Chinas durchgeführt werde. Die Chinesen würden niemals vergessen, daß die Boxer-Be-wegung vom Hof gutgeheißen und unterstützt worden ist. Shanghai. 28. Juni. Hier eingetroffenen Nachrichten zufolge haben Banditen vier ummauerte Städte, in der Nähe von Mukden, in der Mandschurei, überfallen und ausgeplündert. Aus Sian Fu wird gemeldet, daß Ching Sing, der Präsident des Raths für Civil - Ernennungen. Selbstmord begangen habe, nachdem ihn die Kai-serin-Wittwe als Verräther bezeichnet, weil er ihr gerathen hatte, daß der Hof nach Peking zurückkehren solle. Streiker niedergeschossen. Rom. 28. Juni. Wählend eines Konflikts zwischen den Truppen und den streikenden Feldarbeitern bei Ferrara schössen die Truppen auf die Arbeiter. Eine hier erscheinende sozialistische Zeitung behauptet, daß sechs der Streiker getödtet und zwanzig verwundet worden seien, man glaubt aber, daß diese Zahlen übertrieben sind. Ein theueres Bild. L o n d o n. 28. Juni. Ein Portrait von Louisa. Lady Manners. späteren Gräfin von Dysart, von Soppner, wurde am Donnerstag für 14.750 Guinen verkauft. Französisches Duell. P a r i s 28. Juni. In Folge des Streits, den sie am Mittwoch im Senat mit einander hatten, fand am Donnerstag hier ein Pistolen-Duell zwischen den Senatoren Aucoin und Le Provost de Lunay statt. Es wurden zwei Ru geln gewechselt, ohne dah einer der Herren verwundet worden wäre, und die Affaire erreichte damit ein Ende.
N i ch r wahr. W i e n , 28. Juni. Die m den Ver. Staaten veröffentlichte Nachricht, daß ein bewaffneter Anarchist verhaftet worden sei. der dem Kaiser Franz Joscph aufgelauert habe, ist unbgründet. In Brück, Unter-Qesterreich. wurden allerdings zwei Anarchisten auf Verdacht hin verhaftet, einer davon wurde aber sofort wieder freigelassen und auch das Verhör des anderen brachte nicht heraus, dah er verbrecherische Absichten hatte. Die Schulden des Herzogs von Manchester. London, 28. Juni. Die ungesicherten Gläubiger des Herzogs von Manchester hielten am Donnerstag eine Versammlung ab. in der das Ane'vieten des Herzogs, 12 sh. 6 d. am Pfund Sterling bezahlen zu wollen, angenom
men wurde. Die anderen Gläubiger , 1 W.vls s t I V l , ,1 t U H VAVAH llH IUCIUCII III UUU UU&UCAUlll IUCIUCU UHU das Bankerott-Verfahren wird dann aufgehoben werden. Eine bulgarische Anleihe. St. Petersburg, 28. Juni. Hiesige Zeitungen behaupten, daß Bulgarien im Begriffe sei. in Paris eine Anleihe von 100.000.000 Francs aufzunehmen und die Unterhandlungen bereits dem Abschluß nahe seien. Die Beulenpest. Madrid. 28. Juni. Die Corrcspondencia" sagt, daß in Oportv, Portugal, zwölf Personen an der Beu lenpest erkrankt und vier davon gestorben seien. Zum Gesandten in Mexiko ernannt. Wien. 28. Juni. Graf Gilbcri Hohenwart von Gerlachstein ist zum österreichisch-ungarischen Gesandten in Mexiko ernannt worden. Die diplomatischen Beziehungen zwischen Oestcr-reich-Ungarn und Mexiko, die seit dem Jahre 1867 unterbrochen waren, dem Jahr, in dem der Kaiser Maximilian erschossen wurde, sind dadurch formell wieder hergestellt worden. Von den Philippinen. Manila, 28. Juni. Leut. Edward Downs. vom 1. Jnfanterie-Re-' giment und em Soldat von drejem inegiment sind im südlichen Theil der Insel Samar getödtet worden. Major Woodbury, vom 19. Ins. Regiment, hat Sanson's Lager auf der Insel Bohoe genommen. Der Gemeine Kraus von dem Regiment wurde getödtet und vier Mann wurden vermundet. Leut. Mina McNair hat 54 Jnsurgenten im nordwestlichen Theil der Provinz Tayabos. auf der Insel Luzon. gefangen genommen. m Z w e i B r ü d e r ertrunken. D e s M o i n e s . Iowa, 28. Juni. Der 25 jährige Jessie Vanscoy und sein elfjähriger Bruder John ertranken beide in der Nähe von hier beim Baden. John verlor dabei den Grund unter den Füßen und als der ältere Bruder ihm zur Hilfe eilte, ertranken beide. Jessie Vanscoy hinterläßt Frau und Kind. Ein schreckliches Vervrech e n. T o p e k a. Kas. 28. Juni. Ein 1 schreckliches Verbrechen ist hier von bi jetzt noch unbekannten Schurken began gen worden. Am Samstag Abent wurde das Haus des reichen Farmers W. C. Carson in Cowley County niedergebrannt. weil Carson sich geweigeri hatte, $5000 an einem von den Schurken bezeichneten Platz zu deponi ren, und Frau Carson . erlitt dabei furchtbare Verletzungen, die binn?r Kurzem ihren Tod herbeiführen werden. Vor drei Wochen erhielt Carson ein anonymes Schreiben, in dem er aufgefordert wurde, auf der Landstraße ne ben einem Telephonpfosten $5000 zu vergraben, widrigenfalls sein Haus niedergebrannt werden würde. Carson ließ die Drohung unbeachtet. Eini Woche später erhielt er einen zweiter Brief, in dem gedroht wurde, daß sein Haus niedergebrannt und er selbst ge. tödtet werden würde, wenn er di $5000 nicht innerhalb einer Woche an der angegebenen Stelle deponire. Auch dem zweiten Schreiben wurde keine achtung geschenk und am Samstag Abend, als Carson vom Hause abwesend war, wurde sein Haus in Brand gesteckt. Ein Nachbar Namens Dunn eilte nach der Brandstätte und er fand dann Frau Carson besinnunislos und furchtbar verbnnn! zehn Fuß von den Ruinen entfernt Itegen. Sie wurde ach der Wohnung Dunn's gebracht, wo sie am Sonntag, kurz vor ihrem Tod, lange genug zur Besinnung kam. um einige Aussagen machen zu können. Sie sagte, daß sie aus dem Haus geeilt sei, nachdem sie das Feuer entdeckt habe, daß sie aber wieder zurückgekehrt sei, um einige werthdÄK Papiere und eine kostbar? alte Violine zu retten. Dies war daLetzte, dessen sie sich erinnern konnte.
Ein Mnnkkracl).
. Dis 7. Nationalbank von New Dort 9 Gczwulia.eu, die Zahlungen cinzustellen. Die Ulf ieurrtitr der vereinig' ten Statten Wird auf mehr als 700,000,000 u. abgeschätzt. Tuö Harvard-?)alc Weltrndcrn. , Zjzlc siegreich. Jessie Morrison des Todtschlags schulbig bcinuden. Die 7. National Bank von New York stellt ihre Zahlungen ein. New Si)orf, 2, Juni. Ueber den Krach der 7. Nat onaibank von New ?)ork verlautet des Weileren : Die Bank war fett einigen Tagen in Schwierigkeiten, aber immer im Stande, ihren Verbindlichkeiten nachzukommen. Die über den Stand der Bank in Umlauf befindlichen Gerüchte hatten aber ihre auswärtigen Korrespondenten alarmirt. und diese zogen nun alle auf einmal auf die Bank. So kam es, daß am Dienstag die Bank mehr als $700,000 auszubezahlen hatte, und am Donnerstag waren abermals $644.103 zu decken. Die Bank hatte Geld genug an Hand, um auch diese Summe prompt bezahlen zu können, der Anwalt der Bank rieth aber den Direktren. das Institut zu schließen, da es nicht recht sein würde, unter den jetzigen Umständen Geld von Depositoren in Empfang zu nehmen. Herr Edward R. Thomas, der neuerwählte Präsident der 7. National Bank, erklärt, dah die Schwierigkeiten des Geldinstituts ausschließlich darauf zurückzuführen seien, daß die früheren Beamten der Bank der Firma Marquard & Company große Summen ($1.600.000) vorgeschossen habe, und die dafür hinterlegten Sicherheiten, obwohl von unbestreitbarem wirklichen Werth, keinen thatsächlichen Marktwerth habe. Marquard & Co. waren am Dienstag, nachdem Herr Thomas, Edwin H. Gould und andere Direktoren der Bank Geld vorgeschossen hatten, aufgefordert worden, bis zum Konnerstag ihre eingegangenen Verpflichtungen zu erfüslen. und als dies nicht geschah, hielten die Direktoren es für am besten, die Zahlungen einzustellen bis die Angelegenheit mit Marquard & Co. in s Reine gebracht worden sei. Die Beamten und Direktoren der Ba- k sind : E. R. Thomas. Präsident ; Fletcher S. Heath. Vize-Vräsi-dent ; George W. Adams, Kassirer. Direktoren : George W. Adams. Eugene Bissell, Thomas M. Boyd. Fletcher S. Heath, Pcrry S. Heath. Erskine Hewitt. Wm. H. Kimball, Alexander McDonald, Guy G. Major. Wm. P. Orr. Josiah Quincy, Frank H. Ray. John A. Sullivan. W. H, Taylor, Samuel Thomas. Die Resourcen und Verbindlichkeiten der Bank wurden am Abend wie folgt angegeben: Aktiva. Ausgeliehen undDiskontos $3,590,459.97 Ver. St. Bonds zur Sicherung der Zirkulation 550,000.00 Prämien 21,474.14 Aktien und Sekuritäten . 121,629.85 Bankhaus 4,000.00 Guthaben von Banken . . 455.821.88 Baar und Exchanges. . . 405,044.28 5 Proz. Ver. St. Redemption Fond 17,150.00 Zusammen $5,165,580.12 Passiva. Anlage-Kapital $ 500,000.00 Ueberschuß 150,00.00 Profit- und VerlustKonto 87,794.00 Zirkulation 300,000.00 Depositen 4,127,786.12 Zusammen $5.165,580.12 Das Yale - Harvard Wettrudern. New London, Conn., 28. Juni. Aus dem diesjährigen Wettrudern zwischen den Bootsmannschaften der Universitäten Aale und Harvard, das am Donnerstag hier stattfand, ging Dale als Sieger hervor. Das Aale Boot kam weniger als eine Länge vor dem Harvard Boot am Ziel an. Bis aus beinahe 100 Aards vom Ziel hatte Harvard einen kleimn. aber kbx klei
nen Vortheil und erst in der letzten Minute schoß das Aale Boot voran. Die Harvard Mannschaft war zu erschöpft, um im letzten Augenblick noch eine bes?noere Anstrengung machen zu kön nen. Die vier Meilen lange Strecke wurde von Yale m 23 Minuten 37 und von Harvard in 23 Minuten 45 Sekünden zu"ückgelegt. Jessie Morrison schuldig befunden. Eldorado. Kas.. 28, Juni. Jessi? Morrison, die Frau Olie Castlc getödtet hat, wurde am Donnerstag des Todtschlags im zweiten Grade schuldig befunden. Die Strafe hierfür ist nicht mehr als fünf und nicht weniger als drei Jahre Zuchthaus. Die Anwälte des Frl. Morrison stellten sofort einen Antrag auf einen neuen Prozeß und die Gefangene wurde dann wieder eingesperrt. Die Geschworenen waren 30 Stunden in Berathung, ehe sie sich auf einen Wahrspruch einigen konnten. Es heißt, daß einer der Geschworenen vom Anfang an für Freisprechung war. und sich sehr schwer bestimmen ließ, für Todtschlag zu stimmen. Die anderen Geschworenen sollen alle für Mord im ersten Grade gestimmt haben. ReicheWeizenernte in Ausficht. Chicago. 28. Juni. Nach einer sorgfältigen Abschätzung im nordwesilichen Landesgebiet sind die HandelsAgenten der St. Paul Eisenbahn, der Northwestern, der Northern Pacific, der Great Northern und der Burlington Systeme zu dem Befund gekommen, dah die diesjährige Weizencrnte im Weizengürtel" dieses Territoriums an Reichhaltigkeit die aller früheren Jahre übertreffen wird. Nach den Abfchätzungen obiger Beamten werden die beiden Dakotas und Minnesota allein eine Weizenernte von 150 bis 200 Millionen Büschel haben gegen 100 Millionen Büschel im Vorjahre. Die bislang größte Ernte in diesen drei Staaten wurde 1898 mit 175 Millionen Büschel erzielt. Für das ganze Land sagen konservative Schätzungen eine Ernte von minbestens 700 Millionen Büschel voraus. Dies ist erheblich mehr als je zuvor in einem Jahre geerntet wurde. Der Eisenbahn - Unfall in I n d i a n a. Peru. Ind., 28. Juni. Bei dem Forträumen der Trümmer der zerstör ten Eisenbahnwagen bei Caß Station wurde am Donnerstag noch eine Leiche gefunden. Es war diejenige eines italienischen Mädchens Namens Pasceno Manteno. Die Mutter des Mädchens war bei dem Unfall ebenfalls getödtet worden. Die Todten wurden am Donnerstag Nachmittag im hiesigen katholischen Friedhof beerdigt. Hilfe für die nothleidenden Chinesen. W a s h i n g t o n , D. C., 27. J'ini. Der chinesische Gesandte Wu Ting Fang hat Nachricht erhalten, daß eine zweite Sendung von $20,000 vom Christian Herald" in New York an die Nothleidenden in Shan Li und anderen Provinzen abgegangen ist. Die erste Sendung von gleichfalls $20 000 ist schon vor einigen Wochen per Kabel übermittelt und der Empfang von Li Hung Chang dankend bestätigt worden. Die Gelder kommen
an Ort und Stelle durch ein Kommittee von Missionären in den Provinzen Shan Si, Shen Si und Chi Li zur Vertheilung. Der Gesandte Ccnger hat dem Unterstützungswerk seine BeiHilfe zugesagt und die mit der Äertheilung beauftragten Personen endossirt. Entsetzliche Blutthat. McKinnky, Texas. 28. Juni. Als der farbige Prediger Rev. John Lonq am Nachmittag mit seiner cau dle Hauptstraße unseres Ortes entlang schritt, zog er plötzlich sein Taschenmesser heraus und schnitt seiner Frau den Hals ab. so daß dieselbe äugenblicklich todt war. Long legte die blutende Leiche vorsichtig auf den Rasen nieder und setzte anscheinend unbekümmert seinen Weg fort, wurde jedoch sofort festgenommen und nach heftigem Widerstand ins Gefängniß gebracht. Long war früher Insasse eines Jrrenasyls und vor einigen Monaten als geheilt entlassen worden. Er hat die That offenbar im Wahnsinn verübt. Die letzten Freiwilligen angekommen. San Francisco. Cal., 28. Juni. Das 43. Jnf. Regiment, das letzte von den Philippinen zurückkehrende Freiwilligen Regiment, ist am Donnerstag mit dem Transportdampfer Kilpatrick" hier angekommen. Das Regiment war 18 Monate auf den Philippinen. Es war in Camp Deade, Pa.. rekrutirt worden. Das 42. Regiment wurde am Donnerstag ausaemustert.
Berichtigung. Thacker. W. Va.. 28. Juni. Der Ver. Staaten Marschall A. C. Hufford und der Sheriff Greeway Hatfield erklärten am Donnerstag dem Vertreter der Associirten Presse gegenüber, daß die Behauptung, die am Streik befindlichen Kohlengräber hätten am Montag auf die Hilfs - Bundesmarschälle aus dem Hinterhalt geschössen, durchaus unwahr sei. und daß au chnicht ein einziger Schuß abgegeben worden sei. als die Marschälle am Montag Abend auf einen Eisenbahnzug warteten. Der Marschall Hufford sagt, daß nicht ein einziger Schuß abgefeuert worden sei, als seine Deputies den Streikern die Einhaltsbefehle vorlasen, und er und seine Leute niemals freundlicher und anständiger behandelt worden seien, wie von den Streikern in hiesiger Gegend. Er sagt, daß die lügnerischen Gerüchte wahrscheinlich von sensationsbegierigen ZeitungsKorrespondenten erfunden worden seien. Prisen - Gelder Entscheid u n g. W a s h i n g t o n , D. C., 28. Juni. Richter Bradley entschied am Donnerstag im Equity-Gericht die Manila Bay und Santiago Bay Prisen-Gelder Fälle. Die Entscheidung geht im Wesentlichen dahin, daß die Mannschaften der Flotte zu Prisengeldern für eroberte Schiffe und für die von solchen entfernten Gegenstände berechtigt seien, aber nicht fllrEigenthum. das am Land erbeutet wurde, wie auch nicht für die in der Manila Bai erbeuteten Cascoes. oder Lichter, und schwimmenden Krähne Die Prisengelder für die in der Manila Bay gemachte Beute beträgt $288.000. die sich auf ungefähr 2000 Personen vertheilt ; und in dem Santiago Bay Fall erhalten ungefähr 300C Personen $500,000. Lebensretter ertrunken. K n o x v i l le , Tenn.. 28. Juni. Als eine Anzahl junger Leute auf dem Tennessee-Flusse sich mit Bootfahren vergnügten, trieben sie das Boot in das Kielwasser eines gerade vorbeifahrenden Dampfers. Frl. H. L. Guian von New Orleans sprang durch das heftige Schaukeln des Bootes erschreckt über Bord, da sie glaubte, dasselbe würde umschlagen. Samuel Logan, Sohn des Richters Logan von hier, sprang ihr nach und nach heftigem Kampf in dem bewegten Wasser gelang es ihm. Frl. Guian zum Boot zurückzubringen. In dem Augenblick, als sie von den Jnsassen hineingezogen wurde, sank dr.muthige Lebensretter aus Erschöpfung Ukter und ertrank. . - j Tj Dankend abgelehnt. N e w c a st l e , Pa.. 28. Juni. -Der Sjadtrath von Newcastle hat Andrew Cgrneate's Offerte, das Geld zv einer ofentttchen Bibliothek zu liefern, dankend abelehnt. Carnegie hatte bi Offerte erst gemacht, nachdem er darum gebeten worden war. und hatte unter der Bedingung $40.000 zu geben versprachen, daß der Stadtrath jährlich $4.000 zur U nterhaltung der Bibliothek bewilligen würde. Die Unions - Leute im Stadtrathe widersetzten sich der Schenkung. Der Stadtrath hatte die Abstimmung darüber immer wieder verschoben, bis jetzt die für die Zustimmung vorgesehene Frist abgelaufen und damit die Offerte verfallen ist. Ertrunken. W a t e r l o o , Nebr.. 28. Juni. Lee Setter, 17 Jahre alt. und Walter Evans, 32 Jahre alt, ertrank hier beim Baden. Evans versuchte Setter. der in tiefes Wasser gerathen war. zu retten und fand dabei selbst seinen Tod. Edwin Ruthven Hingerich tet. C o l u m b u s . O.. 28. Juni. Edwin Ruthven. der Neger, wurde in der Nacht zum Freitag kurz nach Mitternacht im hiesigen Zuchthaus vermittelst Elektrizität hingerichtet. Ruthven, oder Rutheben, wie sein rechter Name gewesen zu sein scheint. hatte am 6. Mai 1900 in Cleveland den Polizisten Shipp ermordet. Shipp und ein anderer Polizist hatten Ruthven in dem Wohnhaus von E.Leuking erwischt, in das er eingebrochen war. Als der Neger aufgefordert wurde, sich zu ergeben. gab er zwei Schüffe durch das Fenster auf den Polizisten ab upd beide Kugeln trafen. Shipp starb kurze Zeit darauf. Der Mörder entkam, er wurde aber später in Indianapolis verhaftet. Er war 31 Jahre alt und ein überaus desperater Mensch. Bis zum letzten Augenblick behauptete Ruthven, daß er und seine Frau, die jetzt wegen Hehlerei eine Zuchthausstrafe absitzt, unschuldig seien. Ruthven wurde nach zwei Minuten für todt erklärt. ,. ... Wettere DepeBm ans Seite 5.
