Indiana Tribüne, Volume 24, Number 280, Indianapolis, Marion County, 27 June 1901 — Page 1
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Ztt St ' ' ?2 ZL???SSS?5S? 8 'aa, und f' s i an ii T7c- uub Smtagsblatt 10vcr Stfe. S Sonntagsblatk f löor. SLST?DLSSSS Erscheint jeden Nachmittag und Sonntag Morgens. I Jahrgang 24. Zndianavolis, 3tfl.. Donnc.'ftag. den 27. Jan: 1901. No. 280
Tribüne.
Ferschiedcncs aus dem deutschen Heich. Der Bankerott der Leipziger Bank. Die Reiche des Generals von
chwarzlops w W rd mit großem Zeremoniell ia Berlin empfangen nZerden. Ter Dampfer LuiZtania" In der Nähe von Kav Race gcstrmdct Sämmtliche Passagiere gerettet und nach 5t. Johns, N. F., gebracht. Aus der Reichshaupt st adt. Berlin. 27. Juni. Die Leiche des Generals von Schwartztopf, des früheren Generalstabs-Chefs des Grasen von Waldersee. wird am Donnerfrag mit großen militärischen Ehren empfangen werden, wenn der Norddeutsche Lloyd - Dampfer Wittekind". der am 22. April Hiozo verlieh, in Bre lnerhaven eintreffen wird. Die Leiche wird von Bremerhaven nach Berlin überführt werden, wo eine Trauerpacade stattfinden und ein Trauer-Salut , abgefeuert werden wird. (General von Schwartzkopf kam bzZannllich bei de:n Brande des WinterPalastes in Pe!ing am 17. April um's Leben. Wie aus sicheren Quellen verlautet, sind die Banken in Berlin durch den gestern gemeldeten Bankerott der Leipziger Bank nur wenig berührt worden. In Händen Berliner Bankinstitute finden sich Aktien der Kancler Treber Trocknung Co. zum Betrage von etwa Millionen Mark. Diese Aktien wurden am Montag noch mit 170 quotirt und sind am Mittwoch zu 20 offerirt worden. Die Kasseler Treber Troctnung Co. ist noch nicht für insolvent erklärt, wird jedoch in einigen Tagen zum Fallissement gebracht werden. Eine Anzahl sächsischer Banken erleiden ourch den Bankerott der Leipziger Bank schwere Verluste. Auch die Leipziger Hyoothetenbank ist stark in Mitleidenschaft g:zogen. ist aber ohne Zweifel sol veilt. Tie Berliner Börse war ruhig und Bank-Aktien zeigten steigende Tendenz. Die Versuche, ein Moratorium für die Leidiger Bank zu erhalten, erwiesen sich als vergeblich. Die Passiva betragen 92.000.000 Mark, die Aktiva aber 159,000,000 Sollten diese alle realisirt werden, so würden für die Aktionäre noch 67 Millionen Mark übrig bleiben. Dies ist indessen fraglies), da die Bank bei der Kasseler Treber Trockning Co. allein mit 80 Millionen Mark involvirt ist. Dr. Robert Koch, der bekannte Bakteriologe, die Professoren v. Leyden xunb Fränkel, sowie ungefähr 100 deutsche Aerzte und Spezialisten werden dem Tuberkulose-Kongreh in London vom 22. bis 26. Juli beiwohnen. Dr. Koch wird vor dem Kongreß über seine Erfolge mit Tuberkulin referiren. Die Verleihung des Ordens Pour le merite" an Prof. Julius Wellhausen hat hier einigermaßen Verwunderung erregt, da Wellhausen ein Freisinniger und scharfer Kritiker der Bibel ist und politisch der äußersten Linken angehört. Gen. Maximo Gomez nach New Iork abgereist. Havanna, 27. Juni. General Maximo Gomez ist am Mittwoch, von dem General Gouverneur Wood begleitet. über Tampa, Fla., nach New Dort abgereist. Gen. Gomez will in NewDork mit Dr. Thomas Estrada Palma, dem früheren Delegaten der revolutionären Regierung von Cuba. konferiren. Beim König Edward. L o n d o n, 27. Juni. Der frühere Sprecher des Repräsentantenhauses in Washington, Herr David B. Henderson, hat eine halbstündige Unterredung mit König Edwar) gehabt und drückt sich in der enthusiastischsten Weise über )as liebenswürdige Benehmen des Königs aus. Er sagt, daß der König völlig offen und leutselig sich mit ihm unterhalten und seine Befriedigung über den Fortschritt in den Ver. Staiv Un ausgesprochen habe. Amerüa kann fici darauf verlassen, daß es keinen aufrichtigeren Freund habe wie König Edward. Wollen gefangene Boeren. Kingston. Jamaica. 27. Juni. .Die Handelskammer hat eine Resolution angenommen, derzufolge der Gouverneur von Jamaica, Sir Augustus Hemming. die Reichsbehörde auffordern soll, von den gefangenen Boeren 3000 Mann nach Jamaica zu senden. Trelches große Vorzüge als Farmland bietet. I
A n t i-K lerikaleKrawalle in Spanien. Valencia. 27. Juni. Ein Hausen von Anti - Klerikalen umzingelte om Mittwoch in hiesiger Stadt eine Kirche, in der ein Jubiläumsgottesdienst stattfand. Die Leute warfen die F-enste ein und versperrten die Thüren, um zu verhindern, daß sich die Prozesston in Bewegung setze. Viele Frauen fielen in Ohnmacht und es entstand ein furchtbarer Tumult, die Polizei schritt c.ber bald ein und ermöglichte es der Prozession, die Kirche zu verlassen. Der Pöbel begab sich dann nach der Wohnung des Erzbischofs und vor das Karmeliter - Kloster und warf in beihn Gebäuden die Fenster ein. . Kirchen niedergebrannt. G i j o n . 27. Juni. In mehreren hiesigen Kirchen sind Plakate angeschlc'gen worden, in denen angekündigt wird, daß alle Kirchen in dem Bisthum nie-
dergebrannt werden würden. Die Kirchen in den Dörfern Norena und San Juan sind bereits in Asche gelegt worden. Von den Philippinen. M a n i l a, 27. Juni. Harold M. Pitt. der Geschäftsführer von Evans & Co., Regierungs - Kontraktoren, der angeklagt war, in ungesetzlichtr Weise der Regierung gehörige Vorräthe aufgekauft zu hoben, wurde am Mittwoch freigesprochen. Vier ander? Männer, die unter gleicher Anklage standen, wurden zu je 51000 Geldstrafe verurtheilt. Pitt wurde von einem Militärgericht freigesprochen, das aus FreiwilligenOffizieren bestand. Der Provost Marschall Davis ist der Ansicht, daß Pitt auf seine eigenen Zugeständnisse hin hätte schuldig befunden werden sollen, und er hat angeordnet, daß der Wahrspruch in Wicdercrwägung gezogen werden soll. Lord Beresford's Bes ch w e r d e n. London. 27. Juni. Es wird ein Versuch gemacht werden die britische Regierung zu zwingen, im Parlament Auskunft über den Zustand der brit'.schen Mittelmeer - Flotte zu geben. Es wird auch versichert, daß das Schreiben des Kontre - Admirals Lord Charles Veresford. in dem der Admiral sich über die ungenügende Stärke und Tüchtigkeit der MittelmeerFlotte beklagte, an ein Mitglied der Navy League gerichtet war, und Lord Veresford gute Ursache zu der Annahme hatte, daß der Brief veröffentlicht werden würde. Der Admiral soll auch bereit sein zu resigniren. wenn er ausgefordert werden sollte, d.es zu thun. Man glaubt, daß einer der Hauptgründe zur Klage die Thatsache ist. daß die britischen Kriegsschiffe im Mittelmeer noch zum großen Theil mit schwarzem Pulver und veralteten Geschützen versehen sind. Ne t t e Zustände in Venez u e l a. korrkspondkn, dn Affociirtkn Prksik,) W i l l e m st a d t, Insel Curaao, 14. Juni. Der Präsident des obersten Gerichtshofes von Venezuela, Dr. Lopez Fontaines, und sein Sekretär sind ins Gefängniß geworfen worden, weil sie ein venezuelanisches Gesetz gewissenhaft befolgt haben. Das betreffcnde Gesetz verpflichtet die Richter des obersten Gerichtshofes, die Gefängnisse zn besuchen und sich persönlich davon zu überzeugen, daß die Gefangenen nicht willkürlich von politischen Persönlichfeiten behandelt werden. In Erfülluno dieser Pflicht besuchte Dr. Fontaines die Gefängnisse in Caracas und er fand darin mehr als 40 Personen, die ohne jede Ursache verhaftet worden waren, und sich von fünf TaA?n bis zu 16 Monaten im Gefängniß befanden. Er ließ einige der Gefangenen in Freiheit setzen und in Bezug auf andere ordnete er eine Untersuchung an. Dieser Befehl wurde von dem Präsidenten Castro annullirt und der Richter verhaftet und ins Gefängniß geworfen. Die Angelegenheit hat einen peinlichenEindruc! gemacht. Boeren in Damaraland verhaftet. K e n h a r d t , Kap Kolonie, 27. Juni. Die deutschen Behörden von Damaraland haben eine Anzahl Bocren verhaftet, die nach dem kürzlichen Gefecht bei Narvegas dorthin ausge wandert waren. Achtunddreißig Famitten mit Frauen und Kindern sind in ein Lager bei Schmidt Drift geschickt worden. Es war der Unrechte. London. 27. Juni. Charles Lilly White, ein naturalisirter amerikanischer Bürger, der im November in Wellington. Neu Seeland, unter der Annahme verhaftet wurde, daß er ein Mann Namens Arthur Blatch sei. der lm Jahre 1892 in Colchester einenMord begangen hat, wurde am Mittwoch aus der Haft entlassen, da es sich herausgestellt bat. daß er nicht der Gesuchte war.
uötte erhielt nach jeincr änilattuna aus der Haft die Erlaubniß, im Ge richtssaal eine Rede zu halten. Er wte auf sein? Rechte als amerikanischer Bürger hin und sagte, daß er es bei seiner Entlassung nicht bewenden lassen iverde. Präsident Krüger in Rotterdam. Rotterdam. 27. Juni. Her, Krüger, der Präsident der südafrikanischen Republik, wurde am Mittwoch, bei seiner Ankunft Hierselbst am Bahn. Hof von dem Bürgermeister, Dt.putü' tionen von vielen Vereinen und Gesellschaften und vielen Damen emvfangen, Zwei Musikkapellen spielten die Trans vaal-Hymne und eine große Zahl von Arbeiter - Vereinen, mit Fahnen, waren zu beiden Seiten der Straßen auf--gestellt, durch die Herr Krüger vom Bahnhof aus nach dem Rathhaus fuhr. Der Präsident hatte eine Leibgarde vor ehemaligen Offizieren des Transvaal. Im Rathhaus fand ein glänzender Empfang statt. In seiner Bewillkommnungsrede wies der Bürgermnster auf die Ähnlichkeit zwischen den Freiheitskämpfen der Holländer und der Transvaaler hin, und er fügte h'nzu. daß Rotterdam, durch Herrn Krüger, die kleine Boeren-Nation ehren wolle, die so großes Vertrauen auf ihre eigene Stärke habe. fytxx Krüger drückte in seiner Antwort Bedauern darüber aus. daß sei
nem Land die Zufuhr von Munition und sonstigen Vorräthen abgeschnitten sei. während die Holländer während ihrer Freiheitskämpfe ihre eigenen Vorräthe hatten. Zum Schluß sprach er die Hoffnung aus. daß sein Land doch noch seine Freiheit wiedererlangen Würde. Nach den Reden fand ein Bankett statt. Am Abend fand ein großer Fackelzug statt und dem Präsidenten Krüger wurde eine Serenade gebracht. Die Biuitaniu" : t Z - r. - det. St. Johns. N. F.. 27. Juni. - Der Dampfer Lusitania" von det Orient Steam Navigation Company der am 18. Juni von Liverpool nac! Montreal abging und der 500 Pajsagiere an Bord hatte, ist in der Nach! zum Mittwoch in der Nähe des Kai. Ballard gestrandet. Die Lusitania" gerieth in einen dichten Nebel aus dem Kurs unl strandete kurz vor Tagesaniruck zwanzig Meißen nördlich vom Kar Race. Das Schiff fuhr über ein Rifs und sitzt jetzt in den Klippen fest. Dii Passagiere, fast lauter Einwanderer wurden sofort von panikartiger Furch, erfaßt und die Männer versuchten sici der Boote zu bemächtigen. Frauer und Kinder wurden zu Boden getreter und eine Anzahl Männer versuchte sick mit dem Messer in der Hand nach der Booten Bahn zu brechen. Es getane aber schließlich der Mannschaft, vor einigen besonneren Passagieren unterstützt, die Männer zurückzutreiben, unl die Boote wurden dann klar gemacht Die Frauen und Kinder wurden zuerf gelandet und dann die Männer. Di, Mannschaft blieb auf dem Schiff. Dii See geht ziemlich hoch, soweit schein! sich das Schiff aber in keiner unmittel baren Gefahr zu befinden. Es schein' aber kaum möglich, daß es gerette! werden kann. Mehrere Dampfer ntx den von hier aus der Lusitania" zr Hilfe geschickt werden und man hoff? wenigstens die viele Fracht des Dam pfers retten zu können. Die Frauen und Kinder, die bei den Auffahren des Dampfers aus der Kojen geschleudert wurden und sich ir ihrer Angst nicht Zeit genommen hat ten. sich anzukleiden, waren fast nackt als sie von den Küstenbewohnern di, Klippen hinaufgezogen wurden. Di, Leute brachten mehrere Stunder durchnäßt und frierend oben zu und si, waren dann gezwungen, mehrere lulri len weit nach dem nächsten Fischerdorl zu wandern, wo sie jetzt untergebrach sind. Es ist wahrscheinlich, daß di, Effekten der Passagiere gerettet werden können. St. John-s. N. F.. 27. Juni. -Der Dampfer Glencoe" kam um Mit ternacht hier an und brachte 6 Passa giere erster Kajüte. 15 zweiter Kajüt, und 436 Zwischendeckspassagiere, sowie 93 Mann von der Besatzung dei Lusitania" mit. Kapitän McNat und die Offiziere blieben auf den Zrack. Die Passagiere sind fast aus schließlich russische und polnische Juden. Der Kapitän war. nachdem de, Dampfer einmal ausgefahren war. t zwungen, ihn auf das Riff zu zwängen, denn wenn er Kortredampf gege den hätte, würde. der ganze Boden de' Dampfers Herausgerissen worden un'n er auaenbUcklich untergegangen sein. Alle Passagsere stimmen darin überein. daß' wenn Yxt Lusitania" in stürmischem Wetter aufgefahren wäre, nicht eine einzige Person mit dem eben da-
vongekommen wäre. j
Schrccklicherßisenbat)Zlnfass. Ein Zug derWabashBahn bei Logansport, Ind., verunglückt. , Bicrzehu Persorcn gctödtct und vickleicht stiufzig verletzt. Die meilienGetödtrtett waren üci lienische kimvalldcrcr.
Furchtbare Gewitttrstürme in allen Theile,, des Landes. Eiue große Anzahl Personen vom BUy gelobtet. Die Ueberschwemmmig in Wcst'Bir ginicu. m Auswärtige Hülse nicht nöthig. Schrecklicher EisenbahnUnfall. Peru. Ind., 27. Jnni. Zu dem von uns gestern berichteten EisenbahnUnfall ist noch folgendes nachzutragen: Zwei Sektionen des Zuges No. 3, von denen die eine von Toledo und die andere von Derroit kam, wurden in hiesiger Stadt tn einen Zug oon elf Waggons konsolidirt, der von hier aus der St. Louis Flyer" genannt wird. Der Zug ging von hier aus eine Stund? verspätet ab und fuhr deshalb mit großer Geschwindigkeit, als er. an einer neun Meilen von hier gelegenen Stelle verunglückte. Es befindet sich dort ein Wasserdurchlaß, ein drei Fuß hober aus Steinen erbauter Durchzugskanal, über den der Bahndamm hinwegführt Am Abend war dort ein Wolkenbru1 niedergegangen, und da der Kanal di: Wassermassen nicht durchzulassen vermochte, hatte eine solch starke Anstauung des Wassers stattgefunden, daß der Bahndamm durchbrochen und aus einer Stelle von mehr als 60 Fuß fortgerissen wurde. Das Loch, das von dem Wasser durch den Damm gerissen worden, war 40 Fuß tief, und in dieseLoch fiel der Zug. Die Lokomotive flog buchstäblich über den Abgrund hinweg; sie fuhr in den weichen Grund auf der anderen Seite hinein und fiel dann zurück auf den Grund der Schlucht. Der Lokomotivführer und der Heizer wurden bei dem Sprung über die Tiefe von der Maschine geschleudert, aber nicht schlimm verletzt. Der Erpreßwagen und der erste Parlorwagen wurden in ernander geschoben. Die EmwandererEar und zwei Parlor-Wagen fielen aus der linken Seite des Dammes hinab und der vorderste Schlafwagen flog dann auf die Trümmermasse. Die Passagiere in diesem Waggon blieben aber unverletzt. Die übrigen Waggons sprangen vom Geleise, wurden aber nicht stark beschädigt. Die meisten Leute, die getödtet wurden, befanden sich in der EinwandererEar und dem ersten Passagier-Wag gon. Die Nacht war stockdunkel unr es war absolut unmöglich, daß du Zugmannschaft die Gefahr bemerken konnte. Einige Minuten nach dem furchtbaren Sprung und dem Krachen der zerstörten Waggons herrschte eine Todtenstille. die erst nach einiger Zeit von den Hilferufen der Verletzten un-: terbrochen wurde. Die unverletzter Mitglieder vom Zugpersonal ergriffen dann ihre Laternen und eilten nack den benachbarten Farmhäusern, um Hilfe herbeizuholen. Die Farmer kamcn bald mit ihren Frauen und Kindern, und Fackeln tragend, herbei und den Verletzten wurde dann die erstt Hilfe geleistet. Bon hier aus wurden Aerzte nach dem Schauplatz des Unglücks geschickt und ein Spezialzu brachte die Verletzten bald hierher, wc sie in's Hospital geschickt wurden. Du Todten lagen aber unter Hunderten von Tonnen von Holz und Eisen und es dauerte sehr lange, bis es gelang, si: herauszuschaffen. Logansport. Ind., 27. Juni. David Tucker und Ernst Zimmermann, jugendliche Farmer, wurden am Schauplatz des Unglücks auf di Anklage hin verhaftet, die Todten und Verletzten um Geld und Werthsachen beraubt zu haben. Nur den Bemühungen von zwei Limaer Polizisten ist es zu verdanken, daß sie nicht gelyncht worden sind. Die Fluth-Katastrophe in West-Virginien. Charleston, W. Va., 27. Juni. Gouverneur White von West-Virginien hat folgende Proklamation erlassen: An das Publikum! Berichte von Repräsentanten welche sich persönlich nach den Fluth-Distrikten in der Flat TopGegend und nack KevKoue beaeben Ka-
ben, lassen mit Gewißheit ersehen, düs die Zahl der Opfer der Katastrophe 50.;
nicht übersteigen wrrd und daß keine Nothlage existirt, welche von diesem Staate nicht selbß behoben werden, kann, sodaß auswärtige Hilfe nrcht nothwendig ist. Die Besitzer der Kohlengruben unc andere Bürger sind, wie dn Kassiret Edward Mann von Bluefield berichtet völlig im Stande, den Nothleibender zu helfen und sind auch willens, die zu thun. Die Angebote von Hilfsmitteln auallen Theilen des Landes gnd hochherzig gewesen und hier mit tiefgefühlt tem Dank entgegengenommen worden Sollte es sich als nothwendig erweisen. Hilfe von auswärts anzunehmen, sc werde ich das Volk von West-Virginier in Kenntniß setzen. In bin jedoch gemiß, daß die Bürger dieses Staates völlig im Stande und willens sind, alle Hilfe, welche sich als nöthig er weisen sollte, selbst zu leisten. A. B. W h i t e. Gouverneur. W a s h i n g t o n . D. E.. 26. Juni Ein hiesiger Einwohner, welcher sich nach dem Fluth - Distrstikt begeben hat' te, um sich über den Umfang der Katastrophe zu informiren. ist von dort zu rückgekehrt und glaubt, daß die Zahl der Umgekommenen 20 nicht übersteigen wird, obgleich mehrere Hundert Hauser zerstört wurden. Das von der Fluth betroffene Territorium ist ausschließlick Bergwerks - Gebiet, die weggerissenen Häuser sind fast alle Hütten von Berg: leuten und die Grubenbesitzer sind völlcc im Stande und bereit, ihre Angestellter vor Noth zu schützen. Wer war der Mörder? Q u i n c h. Jll.. 27. Juni. Du Leichen von Frank C. Forrest unc Louise Strothoff wurden am Mitt woch Morgen, fünf Meilen von hier entfernt, aus der öanostraße gefunden Forrest, der in Quincy viele Freundc hatte, hatte sich mit Frl. Strothoff ge zankt, später aber ein Schreiben er halten, in dem sie ihn ersuchte, nack ihrer Wohnung zu kommen und sie zv besuchen. Er fuhr am Dienstag Abend von John Dittmar begleitet, hinaus Am Abend- machte Forreft mit dem Mädchen einen Spaziergang und dac Paar wurde dann nicht mehr gefehen bis man am Morgen die Leichen fand eine halbe Meile von dem Haus entfernt. Ein Revolver lag neben ihnen Es wird wahrscheinlich niemals bekannt werden, ob Forrcst oder Frl Strothoff die Schüsse abgefeuert hat. Verderbliche Kollision. Montgomery, Ala.. 27. Juni Am Nachmittag fand hier eine Kolli sion zwischen einer 2rolley-Car unt einem Schlauchwagen der Feuerwehr statt und die Folge war. daß I. W Sykes, ein Feuerwehr-Kapitän, getödtet und vier Feuerwehrleute verletzt wurden, einer davon lebensaefährli Der Kondukteur und der Motornie, der Trolleh-Car wurden verhaftet. Ein kleiner Bankkrach. Ca r r o l l t o n. O.. 27. Juni. Die Connoton Valley Bank von Sberrodsville hat eine Gigenthumä-Uever-tragung zu Gunsten ihrer Gläubige: an N. E. Morgan, einen Kaufmann in Sherrodsville, vorgenommen. Di, Bank gehörte I. C. Altmon & Söhne, denen auch die Land Valley Bank in Malvern gehörte, die sie in letzter Wo che an Clevelander Kapitalisten verkauften. Ueber die Höhe der Passiven oder der Aktiven ist vorläufig noch nichts bekannt. Eine Neunzigjährige erhält Pension. W a s h i n g t o n. D. C., 27. Juni. Eine Pension von $12 den Monat ist soeben Frau Palmiera Decker von Philadelphia zuerkannt worden. Iran Decker ist die Wittwe eines Soldaten vom Krieg von 1812, beinahe 90 Iahre alt und blind. Ihr Mann war ein Soldat im ersten Pennsylvanier Frei-willige::-Regiment. Er ist seit beinahe 21 Jahren todt und Frau Decker wird rückständige Pension für diese ganze Zeit, zusammen etwas mehr als 53000. erhalten. Die Frau ist die älleste Person, der je eine Pension zuerkannt worden ist. Noch eine Zucker -Kontro-j verse. W a s h i n g t o n. D. C., 27. Juni. Dem Staats - Departement ist am Mittwoch eine offizielle Zuschrift von der italienischen Regierung zugestellt worden, des Inhalts, daß Italien keine Ausfuhr-Prämie für Zucker bezahle. Vor acht Tagen erlieh der Schatzamtssekretär Gage eine Ordre, derzufolge bis auf Weiteres kein von Jtalien importirter oder in Italien produzirter Zucker durch die Zollmagazine gehen dürfe, da das Schatzamt der Ansicht sei. daß Italien eine AusfuhrPrämie auf Zucker bezahle. In dem Cirkular des Sekretärs Gage wird nicht ausdrücklich erklärt, da Italien eine solche Ausfuhr-Prä-
rnic b zitrt, sondern, es sei höchst wahrscheinlich, daß dies auf indirekte Weise geschehe, u.id dü Liquidation der Zuckerfrachten wurde d?halb suspendirt, bis die angeordnete Untersuchung
veendet c. Die jetzt erfolgte Antwort Italiens' hat lediglich den Zweck, den Ver. Staaten in offizieller und klarer Weise kund zu thun, daß Italien keine. Aussuhr - Prämie bezahlt. Es steht nun abzuwarten, ob sich Sekretär Gage mit diesem Bescheid zufrieden geben wird. Es handelt sich um genau dieselbe Frage wie in dem Streitfall mit Ruhland, daß auch erklärt hat, keine Aus-fuhr-Prämie auf Zucker zu bezahlen. Die italienische Regierung wird, dem Vernehmen nach, innerhalb einer Woche in einem längeren Dokument die genauen Thatsachen in dem Fall auseinandersetzen. Die jetzige Kommunikation an das Staats-Departement ist nur eine kurze offizielle Benachrichtigung von der Stellung, die Italien, in dem Falle einnehmen wird, ohne die offiziellen Data zur Begründuag derselben. Opfer der Stürme. L o u i s v i l l e. Ky.. 27. Juni. Vor den Augen ihrer acht Kinder wurden am Dienstag Herr und Frau George Weis auf ihrer, neun Meilen von Louisville gelegenen Farm vom Blitz erschlagen. G a l l i p o l i s, O.. 27. Juni. Ein heftiges Gewitter richtete am Dienstaq Abend im nördlichen Theil dieses Eountys beträchtlichen Schaden an. Die sieben Jahre alte Tochter von Clark Boatman wurde vom Blitz getroffen und auf der Stelle getödtet. Charlotte, N. C.. 27. Juni. Während sie auf ihrem Feld in Lincoln County. N. C.. arbeiteten, wurden am Mittwoch Wm. Huß und ein Sohn vom Blitz getödtet und ein anderer Sohn wurde lebensgefährlich verletzt. W a r s a w. Ind.. 27. Juni. Am Mittwoch schlug der Blitz in ein Haus am Winona See ein und die beiden Bewohnerinnen, Frau Gaylord unt ihre Tochter, Frau Sutherland, wurden gefährlich verletzt. D e c a t u r. Ind., 27. Juni. In Preble wurde am Dienstag Abend ein Oelbehälter der Standard Oil Company, der 50.000 Bbls. Oel enthielt. vom Blitz getroffen. Es fand sofort eine Explosion statt und das brennend Oel floß über das benachbarte Land. Viele Leute wurden dadurch aus ihren Wohnungen vertrieben und einigt nicht ungefährlich verbrannt. Pittsburg, 27. Zum. Ein außerordentlich heftiges und verheerendes Gewitter zog am Mittwoch Nach, mittag wieder über hiesige Gegend hin. In Homestead wurde Frau Alice Lester. 91 .'k". nH. hörn Ntiti qctT0f7, ,, w v. . . , ... "v- v IV i : mmm auf der Stelle getödtet. Auch Fr!: Glace Jackson, 19 Jahre alt, wurde ir Homestead vom Blitz getroffen uni tödtlich verletzt. M o n t p e l i e r , Ind.. 27. Juni Einer der großen Oelbehälter dei Standard Oil Company in hiesigei Stadt wurde am Mittwoch vom Blit getroffen und nachdem das Oel mehrer. Stunden lang gebrannt hatte, explo. dirtc der Behälter. Dos brennend Oel schoß 300 Fuß hoch in die Höhe Die Kompagnie erleidet dadurch einer Verlust von 40.000. Die Thomas" und 2 l r f o r d" angekommen. San Francisco. 27. Juni Die Ver. Staaten Transport-Dampfk' Thomas" und Bufford" sind an Mittwoch von Manila hier angekom men. mit dem 41.. 47., 49. und einer Theil des 38. Regiments an Bord. Trolkey - Car verungtü ck t. N o r w a l k , O.. 27. Juni. Dik Toledo, Tremont & Norwalk elektrisch Car, die um halb sechs Uhr am Dienstag Abend von hier abging, ist bei Monroeville verunglückt. Eins der Räder brach und die Car fiel auf die Seite. Es befanden sich 26 Passagiere an Bord, und davon wurden sieben z-iemlich schwer verletzt, nämlich Nicholas Thomas, von der Toledo Castno Company ; Frau N. G. Douglaß. Frau A. C. Bates, I. D. Vickery, C. H. Grant von Bellevue ; A. H. Smith vou Toledo ; Theo. Guillo, von Monroe' ville. Tausend Fuß Trolley - Draht wurde in Folge des Unfalls heruntergerissen und der Verkehr war bis zum Mittwoch Mittag unterbrochen. Eine Millionen -Schen kung. Cambridge. Mass., 27. Juni. ' Bei dem Harvard Alumi - Bankett, am Mittwoch, kündigte der Präsident Elliot an, daß Herr I. P. Morgan, von W.ta ffWf m.fir nA 5N?iN! TW .
lars für die Errichtung von drei Ge--bänden für die medizinische Schule in Harvard hergegeben habe. ' Weitere Depeschen af Seite ö. ' (
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