Indiana Tribüne, Volume 24, Number 279, Indianapolis, Marion County, 26 June 1901 — Page 7
Jndiana Tridnne. S Juni Ittizz.
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Der tobte Liebhaber.
Criminal.Roman von Rudols Hirschberg'Jura. (Fortsetzung) Das wird aber Herrn Schindler unangenehm sein, wenn r da nun plötzlich gar als Zeuge mit in dieMordgeschieht? hineinverwickelt wird. Er hat gar nicht gern mit den Gerichten zu thun. Ich weiß überhaupt nicht einmal genau, ob wir das Mu sterbuch von vor ztv Jahren noch halxn . . Nun, nun, lieber Freund." siel ihm da der Rechtsanwalt überlegen lächelnd in's Wort. Solche Ausflüchte sind jetzt vollkommen zwecklos. Herr Schindler kann mir allerdings dieAuskunft verweigern. Aber dann wird sie der Staatsanwalt von ihm erzwingen, und er wird sich durch die vorherige Weigerung nur nutzlos selbst verdäöhtig gemacht haben. Eben, weil ich seine Scheu vor dem Gericht kenne, habe ich ihm jetzt aus persönlicher Gefälligkeit die günstige Gelegenheit gegeben, sich freiwillig in so hervorragender Weise an der Aufspürung des Mörders zu betheiligen. Stellen Sie ihm nur vor, welche Ehre es ihm bringt, wenn er den Thätei eher ausfindig gemacht hat. als selbst der Herr Staatsanwalt! Ich habe keine Zeit mehr, auf ihn zu warten. Denn ich halte es für meine Pflicht, dem Herrn Staatsanwalt jetzt üb-r meine persönlichen Wahrnehmungen in dieser Nacht schleunigst Anzeige zu erstatten. Sowie Herr Schindler den Namen in dem Musterbuche ausfindig gemacht hat, lasse ich ihn um die Liebenswürdigkeit bitten . . . aber nein, es ist am besten, er macht dann gleich persönlich der Staatsanwaltschaft die wichtige Mittheilung. Auf diese Weise ist es für ihn am raschesten erledigt." Richelsen hatte sich ursprünglich die werthvokle Nachricht in seine Wohnung erbitten wollen, um dann vor dem Staatsanwalt mit der vollständigen u. umfassenden Meldung über die Person des Thäters recht glänzen zu können. Aber seine Gewissenhaftigkeit verbot ihm. auf diesen Triumph auszugehen. Was er bis jetzt in der Sackte gethan hatte, war durchweg nur eine Beschleunigung derjenigen Maßregeln gewesen, die der Staatsanwalt nach Kenntnißnähme der betreffenden Thatsachen ebenfalls würde angeordnet haben. Es wäre aber eine nicht zu entschuldigende Verschleppung dr Angelegenheit geworden, wenn er sich jetzt noch als Mittelsperson in die schleunigste Aufklörung hineingedrängt hätte. Auch machte es entschieden einen durchaus vornehmen Eindruck, wenn er dem Staatsanwalt den fertigen und schon in Wirksamkeit umgesetzten Plan zur Ermittelung des Thäters vorlegte, so daß tiefem weiter nichts übrig blieb, als mühelos das Ergebniß abzuwarten. Die selbstlose Klugheit des Rechisanwalts würde so in das denkbar hellfte Licht gesetzt. Er wandte sich daher noch mit einer neuen Aufforderung an den Zuschneider und sagte: Es ist am besten. Sie schicken gleich einen Boten in's Steueramt und lassen Herrn Schindler bitten, mit Rüösichi auf die Wichtigkeit und Eiligkeit dci Sache sofort in's Geschäft zu kommen und in dem Buche das Nöthige nachzuschlage::. Ter Thäter sitzt ja doch vermuthlich längst auf der Bahn und entsich m-t jeder Minute einen M: lometer weite? von uns. Uebrigens. kann ich diesen Henkel dem Staate anwalt gleich mitnehmen, oder brauchen Sie ihn, um den richtigen Stoff herauszufinden?" Nein, Herr Doctor, den brauche ich nicht," itgegnete Herr Rehn in seibstbewußtem Tone. Dazu haben meine Augen ein viel zu gutes Gedächtniß. Ich habe mir vorhin das Stoffttstchcr. so genau angcseb!i'., daß ich die Probe jetzt auf den ersten Blick aus dem Musterbuche herausfinde. Nehmen Sie den Henkel in Gottes Namen mit. Aber Herr Schindler kann ja die Probe audem usterbuche mitbringen, dvmit sich d?r Herr Sta.'sanwalt selbst rcn der Uebereinstimmung der Stofsc ü!.rzeugen kann." Ja. das ist gut. Also schicken Sie sofort nach Herrn Schindler! Guten Morgen, Herrn Rehn!" Mit diesen Worten wollte Richclsen geben, dreht sich aber in txr Thüre wieder um, weil ihm plötzlich ein Gedan!e durch den Kopf geschossen war. Sagen Sie 'mal," stieß er ziemlich erregt hervor, wie viel Anzüge fertigen Sie denn gewöhnlich von ein und demselben Stück Tuch? Das wäre ja scheußlich, wenn Herr Schindler dann etwa eine Liste von 15 bis 20 gleichverleideter Männer brächte, die wir doch unmöglich verfolgen können, um den einen Mörder zu fangen, der vielleicht darunter ist." Nein, da seien Sie ohne Sorge, Herr Doctor. Wir haben von jedem Stoff immer nur ein Stllö, das reichlich zu zwei Anzügen reicht. Und schon der eine Kleidungsdopvlgänger erregt bei manchen Kunden Mißfallen. Es können also höchstens zwei Personen in Frage kommen." Na, Gott sei Dank: Aso eilen S. Ich habe auch keine Zeit mehr zu verlieren. Guten Morgen!" Herr Rehn schickte sofort den Laufburschen in's Steueramt und dachte dann betrübt über die Ermordung des liebenswürdigen eleganten Herrn Saro nach. Die Schulden, die dieser dem Geicdaft dinterljek. thaten ihm ja ver-
fönlich nicht weh. Aber er war überzeugt, auch die Inhaber des Geschäftes würden jetzt weniger dem verlorenen Gelde nachtrauern als der verloren gegangenen Kundschaft des netten entzückenden Herrn Saro. Dieser Glaube an das weiche Herz der Firma war nun zwar wohl etv'as übertrieben. Aber wirklich hatte Herr Saro eine so bez uuoernde und angenehme Art gehabt, Schulden zu machen, daß sichJeder, den er mit seinem Vertrauen beehrte, zunächst außerordentlich geschmeichelt fühlte und erst allmälig die Unannehmlichkeit erkannte, einen so fröhlichen. leichtsinnigen Menschen Zum Schuldner zu habt. Der Staatsanwalt empfing den Dr. Ricbelfen mit ungeduldiger Erwartung: ..Ueber Ihre sonstigen Erlebnisse und Mhrnehmungen in derMordsache bin ich bereits unterrichtet. Was haben Sie mir für eine besondere Mittheiluni zu machen. Herr Doctor?" Der 'Rechtsanwalt übergab ihm dadarauf den Rockhenkel und theilte ihm die Maßregeln mit. die er zur Erkundung des vermuthlichen Thäters bereits getroffen hatte. Der Staatsanwalt mußte dieselben zwar durchaus billigen, konnte sich aber doch eines gewissen spöttischen Tones nicht' enthalten. als er sich für Richelsens Thätigkeit bedankte. Sie entwickeln ja einen außerordentlichen Eifer, Herr Doctor!" sagte er. Sie würden Ihrer Pflicht durchGn3 genügt haben, wenn Sie mir einfach den Henkel übergeben hätten. Ich hätte dann von Amtswegen dieselben Maßnahmen angeordnet. Sie wollen doch nicht etwa gar die Anwaltschaft aufgeben und in unsere Reihen Überireten? Ihr anerkennenswerthes Streben sieht ganz danach aus." Richelsen fühlte sehr wohl, daß der Staatsanwalt seine begreifliche Absicht, sich die günstig Gelegenheit auf jede Weise zu Nutze zu machen, durchschaut hatte. Aber er wappnete sich mit fcffddiMe Mannesstolz und entgegnen vornehm: ,,Jch fühle mich alsRechtsanwa't gerade durch die wörtliche Bedeutung meines Berusstitels verpflichtet, der Gerechtigkeit bei jeder sich bietenden Gelegenheit zu dienen. Das habe ich auch jetzt gethan, indem ich durch rafcfcs persönliches Eingreifen die Namensermitte'ung des Unbekannten um mir.distens eine halbe Stunde besck'e'nite. Sie können jeden Augenblick die wichtige Meldung des Schneidecrneisters erhalten. Ich habe dafür natürlich auf keinen Dank gerechnet. Aber ich habe auch keine spöttische Verkennung meines selbstlos: Eifers erwartet." Der Stoatsanwalt lächelte fein. Nun, nun Herr Doctor", sagte der alte Herr wohlwollend zu dem etwas rcih gewordenen jüngeren Mann, nehmen Sie sich meine Worte nicht als Kränkung zu Herzen. Sie sollen auch Ihren Lohn für Ihre Mühe bekommen. Wenn wir den Kerl erwischen, wende ich Ihnen die Vertheidigung zu. Der Landgerichtsdirector thut mir schon den Gcsallen. Da haben Sie dann eine prächtige Gelegenheit, sich recht glänzend in die OffentÜchkeir eingufüt ren und die Ihnen eben zugefügte Kränkung in, einem Zweikampfe mit mir gewisscimaßen zu tilgen. Es ist mir sedr angenehm, daß t sich bei diesem Znieikampfe nicht um unser eigenes Leben handeln wird.". Den Rechtsanwalt verletzte auch dieser t:i allem Wohlwollen etwas frivole Ton des Staatsanwalts, und er empfahl sich mit den kühlen Worten: Ich würde die Ehre, die mir das Gericht erweist, zu schätzen wissen und nach besten Kräften : .ine Pflicht thun." Darauf machte er sich auf den Weg nach der Wohnung des Juweliers Leischncr. um den amen nach dem stattgefundenen Balle seine Austvartung zu mache.l und sich bei dieser Gelegenheit in dem schmeichelhaftenLichte seiner rühmlichen Thaten zu zeigen. Diescn Besuch mußte er sehr bald erledicen. Denn er war entschlossen, sofort nach Bekanntwerden des fraglichen Anzugbesitzers auch dessen Verfolgung auf eigen. Hand zu unternehmen, in der Hoffnung, auch hierin vielleicht der Sttba?lwaltschaft den Rang ablausen zu können. IV. Die Familie Leiscbncr hatte bereits von demGerücht des Mordes vernommen u. sie brannte vorBegierde. ausRichelsens Munde die näheren Einzelheiten zu erfahren. Selbst Vater Leizch ner lern aus dem Geschäft in die Wohnung herauf, um an der Unterhattung mit theilzunehmen', fei es. daß auch ihn die Neuaierde wegen des Verbrechens plagte, sei es. daß er den jungenRechtsanwalt überwachen wollte, ob er auch wirklich die anempfohlene Zurückbatung jeiner angeveketen Elfe gegenüdt.r beobachtete. Als dieser jedoch seine unheimliche nächtliche Begegnung schilderte und die Uebergar des bedeutungsvollen RoäHenkels an die Swatsanwaltschaft berichtete, sowie die baldige Entlarvung des Thäters durch seine geschickt n Maßregeln herbeizuführen, da schmunzelte der Juwelier dem jungen Eiferer verständnißvoll zu und sagte: Es soll mich freuen. Herr Doctor, tnn Sie durch diese Sache zu einigem Ruf und Ansehen gelangen. Es soll mich recht herzlich freven, und ich wünsche Ihnen besten Erfolg." Herr Saro war als erster Liebhaber
und Bsnvivant des Stadttyeaters oer Liebling der gesammten Frauenwelt gewesen, und so fragten denn auch die Damen Leischner mit lebhaftester Theilnahme nach Allem, was Dr. Richelsen nur irgendwie zu beantworten vermochte. Besonders die Mutter erging sich in rührsamen Mitleidsausbrüchen, daß der entseelte Körper des schönen jungen Mannes nun von den Wellen fortgeschwemmt sei und irgendwo dem gte rigen Wassergethier zum Fraß diene. Eduard hingegen, der um ein Jahr ältere Bruder Elfes, der im väterlichen Geschäft mit thätig war. schien nur wenig Bedauern über den jähen Tod des gefeierten Damenlieblings zu empfinden. Ja, im Laufe des Gesprächs verstieg er sich sogar zu den Worten: Es ist vielleicht ganz gut, daß er todt ist!" ..Aber Eduard!" stieß die Mutter entsetzt hervor. Jawohl." fuhr 'der Sohn blitzenden Auges fort. Ich meine, es ist vielleicht nur die gerechte Strafe für all' das Unheil, das der gewissenlose Versührer schon in so manchen Mädchenherzen und in mancher FamUie angerichtet hat." Elfe erröthete leicht, und die Mutter warf ihrem Sohn einen ßtrafendenBlick zu. weil er in Gegenwart seinerSchwester solche Dinge berührte. Eduard aber zuckte die Achseln. Richelsen ergriff seine Partei, streckte ihm die Hand entgegen und sagte: Ich freue mich, daß Sie bei Jhrer Jugend so ehrenhafte männliche Gesinnungen haben. Ich muß Sie um Verzeihung bitten. Denn ich habe Sie btehe; unterschätzt, weil Sie sich bei allen gesellschaftliclvn Gelegenheiten unsichtbar halten. Ich hielt Sie einfach für einen Duckmäuser. Auch gestern Abend auf dem Balle fehlten Sie." Ich war nicht wohl", versetzte Edurd kurz. Ich für meine Person muß gestehen." fuhr Richelsen fort, daß ich sehr gern und viel mit dem Verstorbenen verkehrt habe, weil er ein wirklich ausnehmend angenehmer und lievcnswürdiger Gesellschafter war. An seine sonstigen, verwerflichen Eigenschaften habe ich mich dabei nicht gekehrt." Na, Eduard. Du warst doch eigentlich auch ein großer Verehrer vonHerrn Saro", ergriff jetzt der Vater Leischner das Wort. In der Zeit, wo er noch häufiger bei uns im Hause verkehrte, warft Du ja ganz unzertrennlich von ihm." ..Ich weiß erst seit kurzer Zeit, was er für ein Schurke war." ..Na, na! Mäßige Dich etwas in Deinen Ausdrücken!" tadelte ihn der Vater. Die Mutter aber wendete das Gespräch wieder dem eigentlichen Thema zu und sagte: Erzählen Sie uns doch lieber, Herr Doctor, ob gar keine Anzeichen vorhanden sind, aus welchen Beweggründen man den armen Menschen um's Leben gebracht haben mag." Richelsen antwortete: Die That scheint aus Rache begangen worden zu sein. Nach Kupzic Aussage fehlt kein einziger Werthgegenstand. Ein Raubmord dürfte also kaum vorliegen. Doch sind die Kästen des Schreibtisches, in denen der Verstorbene seine Briefe zu bewahren pflegte, ihres gesammtenJnHalts beraubt, wahrend sich der Ofen mit Papierasche gefüllt zeigt." Elfe hatte bei diesen Worten die gen frst auf den Sprecher gepreßt, ohne jedoch eine Miene zu verziehen. Eduard hingegen vermochte den Ausdruck freudigster Ueberraschung in seinen lebhaften Zügen nicht zu verbergen. Die Briefe sind alle verbrannt?' rief er fast jubelnd aus. Dann habe ich also mit meiner Vermuthung recht ! Es ist ein Strafgericht an ihm vollzogen worden, und man hat die geheimen Beweisstücke vernichtet, mittelst deren sich der gefährliche Don Juan feiner Siege hätte rühmen können." Das mag wohl sein." pflichtete Richelsen bei. Da kam das Dienstmädchen und übergab Herrn Leischner eine Karte. ..Staatsanwalt Drechsler." las dieser und fügte nach einemBIick auf seine Frau hinzu: Wir lassen bitten!" Der Eintretende begrüßte mit vornehmer Höflichkeit zunächst die Frau des Hauses und fügte hinzu: Ich muß um Entschuldigung bitten, wenn ich im Dienste der Gerechtigkeit augenblicklich etlvas Störung in Ihr Haus trage. Aber ich muß die anniesenden Herren nothwendig um einige Auskunft in der Morosache Saro erfuchen." Haben Sie den Namen vomSchneider erfahren?" fragte Vater Leischner eifrig, und auch Eduard und Richelsen erwarteten die Antwort des Staatsanwaltes nicht minder begierig, wie die beidn Damen. Allerdings." entgegnete derStaatsanwalt mit sonderbarem Tone. Nun, und wer ist's?" klang es aus Aller Munde. Eine so unwahrscheinliche Person," antwortete der Staatsanwalt zögernd, daß ich sie unmöglich durch Nennung ihres Nciimns bloßstellen kann, ohne vorher noch nähere Nachforschungen anzustellen." Lassen Sie sich das nicht gefallen. Doktor," fiel Vater Leischner lachend ein. Sie sollen auf diese Weise um Ihren wohlverdienten Entdeckerruhmgebracht werden. Sie haben den He? kel erbeutet. Ihnen muß der Herr Staatsanwalt auchBescheid geben, wer die dem Henkel zugehörig Person ist." Der Staatsanwalt warf einen Blick
auf Frau Leischner und deren Tochter und sagte, zu ihnen gewandt: Ich bedaure lebhaft, nieine Damen, daß mich die Pflicht zwingt, gegen Damen in ihrer eigenen Wohnung unartig zu sein. Aber ich habe ein amtliches Verhör mit den Herren vor. Deshalb würden Sie mich verbinden, wenn Sie uns entweder hier einige Augenblicke allein ließen oder uns ein Zimmer anwiesen, in dem mir die Herren ungestört ihre Aussagen machen können." Die Mutter und Else räumten bedauernd das Feld, und Herr Leischner scherzte: Na. mit dieser Ausschließung der Oeffentlichung haben Sie meiner Frau einen großen Schmerz bereitet. Aber nnn lösen Sie endlich die Siegel Ihres Geheimnisses. Wir Männer sind nämlich noch viel neugieriger, als die armen Frauen." Der Staatsanwalt zuckte die Achseln und schwieg einige Augenblicke, wäb-
rend deren ihn die drei Männer mit 1 gespanntester Erwartung betrachteten. Dann holte er tief Athem und wendete sich mit ernstem, festen Tone an Eduard: Herr Leischner. wo warenSie heute Nacht?" Heute Nacht?" entgegnete dieser betroffen. Doch zeigten feine Mienen eher Erstaunen als Schrecken. Sie waren im Hause und in der Wohnung des ermordeten Schauspielers Saro! Was haben Sie dort gethan?" Eduard erblaßte und schwieg. Ich habe Ihnen die Rücksicht erwiesen," fuhr der Staatsanwalt eindringliehen Tones fort, und habe Ihnen die Gegenwart Ihrer Mutter und Schwester erspart. Jetzt sollten Sie mir das danken und Ihre Sache nicht durch nutzlosesLeugnen verschlimmern. Geben Sie zu, heute Nacht bei Herrn Saro gewesen zu sein?" Ja!" antwortete Eduard ruhig und blickte dem Staatsanwalt fest in die Augen, während sein Vater und der Rech:sanwalt einen Laut schmerzlichster Ueberraschung hören ließen. Erzählen Sie mir wahrheitsgetreu, was da zwischenJhnen vorgefallen ist." Vorgefallen ist gar nichts. Ich traf Herrn Saro in der Oper, begleitete ihn nach Hause, habe ein Glas Grog bei ihm getrunken und bin etwa nach einer halben Stunde wieder gegangen. Um zwölf war ich zu Hause." Können Sie das beweisen?" Nein. Es war Niemand zu Hause von meinen Angehörigen. Die Eltern waren mit meiner Schwester auf dem Balle des Kaufmännischen Vereins. Vielleicht hat mich eines der Dienstmädchen kommen hören. Aber das ist nicht wahrscheinlich, denn die schlafen zwei Treppen höher. Und der Kutscher, der seine Stube im Hof beim Pferdestall hat, wird vermuthlich um diese Zeit auch geschlafen haben. Denn er war erst um 3 Uhr zum Abholen mit dem Wagen befohlen. Auch bin ich bei dem Regensturm heute Nacht natürlich niemund Bekanntem begegnet. Aber der Diener5dupzig hat mich ja eine halbe Stunde vor Zwölf fortgehen hören!" Woler wissen Sie das?" Herr Dr. Richelfen hat es vorhin erzäblt." ..So! Mir hat Kupzig aber Alles noch genauer mirgetheilt, als er es in dem angemaßten Verhör des Herrn Rechtsanwaltes gethan hat. Also bleiben Sie genau bei der Wahrheit. Ich würde Sie über jeder Lüge sofort ertappen!" Es ist nicht meine Gewohnheit, zu lügen." Das freut mich. Wie haben Sie das Haus verlassen? Hat Jqnen Her: Saro feinen Hausschlüssel gegeben-." Nein. Er hat mich seldn herunter begleitet und mir die Thüre ausgeschlössen." fortsekuna fo!r;t. Boshaft. Dci junge DocXI ist immer so still?" Ja, der übt tidf wahrscheinlich für feine Sprechstunde." F e i n e M a r k e. Erster Eckensteh: Ja. was rauchst Du denn da für ein feines Kraut?" Zweiter Eckensteher: Havana - Auflese!" Stolze Annonce. 1000 Mark habe ich gestern verloren. Ter Finder kann sie behalten. Rentier Protzl. Saure Trauben. Jean: Sie geh'n wieder?" Minna: Wo
solche Romane gelesen werden nee!" Jean: Sind doch in französischer Sprache!" Minna: Eben drum!" Ein praktischer Arzt. Na. Milly. was hat Dir Dein junger Hausarzt verschrieben?" Reiche, junge Wittwe : Dreimal täglich einen Kuß, bis Heirath erfolgt." Nicht zu verblüffen. Haben Sie nicht vielleicht 'nen abgeleoten Rock von Ihrem Mann?" Ich fabt gar keinen Mann." O, ich wüßte schon einen für Sie!" 3 der Streich-Quartett - S o i r e e. A. (Musik - Entbusiast): Was sagen Sie zu dem duftigen Piano?" B.: Ich sehe keins und riecbe nichts." Adolph Frey, (OM "-..dorn A RlffcO lotary Public, Translator, C-orrespoDdent ete. o. 970 Wett W&lnut ! iiBv Oft.
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