Indiana Tribüne, Volume 24, Number 279, Indianapolis, Marion County, 26 June 1901 — Page 1

iana TriKnne . I SttdSSSS v aae und l , rountagsMatt lOeja Woe. (BvTdjeitxt fedc Uackxn,ittag und Sonntag Morgen. Jahrgang 24. Indianapolis, Ind. Mittwoch, den 26. Juni 1901. No. 279

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,.t. Dre Verlttftliften deuten ( auf viele ernste Gefechte hin Vou denen bisher nichts bekannt geworden war. itt 5cfiil)l der Entmutliigung ! ... , j macht sich in fSltftl dc merkbar. Tio China Merchant Co. Tien Tfln von öcrlanat von den Ber. Staaten 400,I 000 lad Zur die Plünderung ihrer Magazine seitens amerikanischer Trnppen. Tic Leipziger Bank verkracht. ÜM Kalamität ersten Ranges. Dietrich Weiland wird nicht prozessitt. m Der Krieg in Südafrika. L o n d o n. 26. Juni. Obgleich keiU neuen Nachrichten Über Niederlagen .'inzetroffen sind, ist man in ganz England doch wegen der militärischem age in Südafrika in höchstem Grade :ntmuthigt. zum Wenigsten sehr enttäuscht. General French hat wieder ?.üt Hände voll zu thun und zwar in demselben Gebiet, in dem er schon vor 15 Monaten gegen die Boeren operirte. Xie 3eitung.cn enthalten so wenig TZacbricbten vom Krieasschauplatz. dan Der Verdacht berechtigt scheint, daß die

: wtxaqi oeuenng w - Aktien der Bank zu 140 quotirt wurur viele ungunstige Nachrichten Dieser Bankerott ist scklimmer 5L vurchlat. ! alt es zuerst den Anschein hatte. Jahre Einige der im Unterhaus sitzenden ; , ' K. J0Z' L. 0'

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Ntta VV Die w . j N an, den schlimmsten Theil deZ Da die Lord Küchener zngeschrck en otts in Ab ede gestellt, nämlich. Verstärkungen noch bei Weitem nicht die Leipziger Bank thatsächlich )inreickend waren. , Eigenthümerin der finanziell ungesunAm Dienstag wurden un ' Unterhau n Casset - Tteber - Trocknung Komvieder eine ganze Menge von Fragen , . " . if.

. -- . .. - ... c. : iüCyCJl Ui 9 lltyt3 wuw'.v.u 3vCV i .-. .-. a p. in scitT-MI rTfrt .1Mit. es wurde aber nur wenia Jnor Nation von den Vertretern der Regierung erlangt. Der Kriegssekretär agte. daß der Krieg immer noch 1, 250,000 Wöchentlich koste und daß die Regierung die Zahl der in die KapKolonie eingedrungenen Boeren auf 1000 bi5 2000 Mann abschätze. Er agte auch, daß im April 1484 Soldaen am Typhus erkrankt seien und 187 oavon gestorben seien. K a p st a d t. 25. Juni. Ueber den ffampf, der am 6. Juni bei Reitz. zwiichen der Kolonne des Generals ElZiott and den Truppen Dewet's stattgefunven hat. sind jetzt Einzelheiten eingetroffen. Es geht daraus hervor, daß die Briten den Convoi der Boeren überrascht hatten. Die Boeren flohen, lls sie aber sahen, daß die Briten nicht .'ehr zahlreich waren, kehrten sie zurück und griffen mit großer Entschlossenoeit den Feind an. Nach einem desperaten Kampf gelang es ihnen auch. oen Convoi zurückzuerobern. Oberst Delisle war aber inzwischen mit Verstärkungen herangekommen und der Kampf wurde dann aus s yieue wie VUlllf tvKy. m "1 - ver aufgenommen. Die Boeren lagen l cm ' . . . r jl m rr u i r , anter oen uagen uno &wiwcu den Rädern durch, während ihre Kameraden die Zugthiere einspannten f.VVWT'..' , ind mit demieniaen Theil der Convois davonfuhren, der am weitesten von den :il . , tiur T;ro Oufiforprt drangen bis in die Wagenreihe ein 31UCU lyui. -f-i iv. vvgu.ii.iv

lUUimCU U13 lll uiv "U3viv)v vv.v . . ,nd machten von ihren Bajonetten Ge- ! P e k i n a. 2b Jurn. Die Chma brauch. General Delarey nahm per- ! Merchants Co. Eigenthümer der Gesönlich an dem Kampf Theil. Ein bände m Tientsin. die zuerst von den Lzann wurde neben ihm getödtet und ! amerikanischen Manne-Soldaten beein anderer verwundet. W wurden und spater den Truppen Die Boeren wurden schließlich zu- s Obersten Liscum als Quartier A0,nti Kiner der Stabs-Offi- i dienten, verlangt von der Ver. Staaten

VUUywvvng ' " ' ziere DeWet's wurde verwundet und gefangen genommen. Kavftadt. 26. Juni. Jacobus Botha. Mitglied des Kap-Pcrlc.ments für Alival North, ist den Boeren in die Hände gefallen und von ihnen öffentlick ausaeveitscht worden. Außerdem wurde sein Haus verbrannt und dies t. alles, weil er für das Hochverrathsgesetz gestimmt hatte. B a r k l e y E a st. Kapkolonie. 26. . . - - rl c cunt. Dre beiden Boeren KommanL ? rts uiä ;fy,r oos des Generals un ?n f "hH Ilnn nfnaf Nortfe Zehn teilen sudlich von A al North , Um.. Boeren und britliche Kund-

YHci unu, s,a WpiUrt nnn Kitt!' uhuuuu. f,

Scküsse aewechselt. Alle lokalen VerUU IV i. lUWVIi vv- v.... - - theidigungs-Truppen sind mobilisirt worden. L o n d o n . 26. Juni. Aus den vom 9. riegsamt veröffentlichte'nVerlufiltsten oebt"kervor. dak ziemlich heftige Gef. Li. ::.- s; Ui-U tä Uthrtrti TeuiIC, UUCl Die uivii'.i uiu.;iv v. , ' s.,-. m t;Knin Kilp

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all! nomemifsl) rur oen Distrikt! von Zrust in der Kapkolonie. xo& r . .1-1 . c. w;

eunrumgung ocuutuuji uuu die Thatsache, das Jamestown. trotz der ' einc starken britischen Garnison in dem nahen Aliwal North. häufig von den Boeren ausgeplündert wird. Die britischen Steuerzahler haben außer für die gewöhnlichen Kriegskosten jetzt auch für den Unterhalt von ungefähr 80.000 Boeren, Manne?. uen. und Kinde- zu bezahlen dre r;, fsPismots in hpr ßiiFi-innn1 mart sich theilweise in der Gefangenschaft. theilweise rn den KonzentrauonZ-La-gern befinden. Sprecher Henderson beim König Eduard. London. 26. Juni. Herr D. B. 5enderson. der Svrecher des Ver. Staaten Repräsentanten - Hauses und -c V "i n tvti ,-, r 'fkar hoirt nmarif nni ' dr Sekretär der hies'gen amerikanisct.en Botschaft. Herr White. wobnten am Dienstag Nachmittag der Inspektion der Trabanten der königlichenLeib ncche im Garten des Marlboroua-z House bei. Später wurl Herr 5ndtrson ocn dem König Eduard emprangen, mit dem er eine halbstündige Unterredung hatte. Aus dem deutschen Reich. Berlin. 26. Juni. Die Direkto- ! ren oer Leipziger panl haben angekünj d.gt. daß die Bank in Folge des Zusammenbruchs der dresdener Kredit- ! Anstalt gezwungen sei. temporär die Zahlungen einzustellen. Die Direktoren erklären, daß die Gläubiger der i Bank keine Verluste erleiden würden, j wenn eine ruhige Abwickelung der Gej sctäfle ermöglicht wird, und auch die Aktionäre noch auf ein gunstiges Rei sultat rechnen könnten. Ter Zusammenbruch der Leipziger Bank war eine vollständiqe Ueberra schung für die Berliner Börse, wo die iiii'.u lauen uic jfjiieuuicn ucc u u 1 O , sämmtliche Bankaktien sind in Folge des Krachs stark gefallen, nar.entlich diejenigen der Darmstadter National Bank. Seit einigen Wochen hat ein Theil der Presse behauptet, daß die Regierung die Absicht habe, die Effektivstärke des deutsches Heeres abermals zu erhöhen. Die Freisinnige Zeitung" weist in Verbindung damit darauf hin. daß die Effektivstärke der französischen Armee jetzt um 88.000 Mann kleiner sei wie dieienige der deutschen Armee. Frau Lillie Lehmann wird im Herbst nach d:n Ver. Staaten gehen. Sie hat einen Kontrakt für eine Konzert-Tour algeschloffen. Der ..Lokal - Anzeiger" schätzt die Verbindlichkeiten der Leipziger Bank auf 83.000.000 bis 90.000.000 Mark ab, denen Aktiva im Betrag von. 48,000.000 Mark gegenüberstehen. Die Kriminal - Abtheilung No. 1 res Reicksaerickts in Leivia bat am j Dienstag beschlossen. Dietrich Weiland. ' ten Mann, der im März in Bremen ein j Stück Eisen nach dem Kaiser geworfen l t r rt r i . . tirf-i und Diesen im mqx verwundet yai. nicht zu Prozessiren. Das Gutachten IIIUI z U C'.jl l l l 11. UUUUC.l j aQer Aerzte ging übereinstimmend daI . . ' , ' rm i . ym. daß Weiland ein Epileptiker tt, der sich in einem Zustand befand, der ihn unverantwortlich machte, als er das I 4 M W V. . imv.,.v( ; s?;sn n.irfi hcm .Wnifpr tnarf h n icht geplün dert worden sein. Regierung Schadenersatz im Betrag von 400.000 Taels für Werthgegenstände, die angeblich von den MarineSoldaten getohl.'n wurden. Die Liste der fortgeschleppten Gegenstände weist viele werthvolle Pelze, Teppiche und Juwelen, darunter auch D'amanten, auf. Scharfe Maßregelung. Melbourne. 26. Juni. Unter Szenen großer Aufregung im Saale und auf dcr überfüllten Gallerte stieß und aus dcr uoersullten Gauene Uten . . ..'.,..r cn die Bundesversammlung Herrn inlaxj, den Herausgeber einer hiesigen rbeitcrciiung, mit 64 gegen 17 j Körperschaft aus. , . ' l' i People" in Dublin gegen König Edward in seinem Blatt abgedruckt hatte. j Frl. P o r t i a K ni g h t macht Ernst. London, 26. Juni. Frl. Portia Knight. die amerikanische Schauspiele-. 7,n, die den Herzog von Manchester we- ' - - - , ' c.en Bruchs des Eheversprechens ver

sruyeren cseneral - Sol.citor. als ihren

Anwalt engagirt. Aus China. Shanghai. 26. Juni. Prinz Chin. der Bruder des Kaisers von China, hat den Auftrag erhalten, sich nach Berlin zu begeben und die formelle Entschuldigung für die Ermordung des Barons von Kettelcr zu überbringen. Prinz Chin fährt am 20. Juli nach Europa ab. Shanghai. 26. Juni. Eine deutsche Firma hat den Kontrakt zur elektrischen Beleuchtung von Peking erhalten. T i e n T s i n , 26. Juni. Aus Tai Yuen Fu in der Provinz Shan Si wird gemeldet, daß der General Tung Fu Hsiang auf die Stadt zumarschire. Der Gouverneur der Provinz hat die Verbündeten um Hilfe gebeten. er dem General gegenüber machtlos ist. Selbstmord auf hoher See. Glasgow. 26. Juni. Der Kabitän des am Dienstaa von New Nork hier angekommenen Dampfers Fu? nessta" berichtet, daß Richard Walke, ein Advokat von West Virginien. am 20. Juni vom Dampfer über Bord sprang und ertrank. Die Gcttin Walke's befand sich ebenfalls an Bord. Die Beulenpest in Hong.k o N g. Hongkong. 26. Juni. Ju der am 22. Juni abgelaufenen Woche sind 155 Erkrankungen und 152 Todesfälle er. der Beulenpest vorgekommen. Bedauerlicher Unglücks fall. London, 25. Juni. Während des Probeschießens der Artillerie der Insel Wight wurde der Verschluß aus einem 12pfündigen Geschütz herausgesprengt und Kapt. Bray von der Royal Artillerie, sowie ein Solda! wurden getödtet und acht Leute v?7wendet, drei davon tödtlich. Oberst A. I. Niron von demselben Regiment wurde durch die Explosion ebenfalls leicht verletzt. Fchiffsliachrichten. New York, 25. Juni. u M. ., State of Nebraska". von Glasgow. Glasgow. 25. Juni. Angel.: Furnessia". von New York. Liverpool. 25. Juni. Ange.: ..Kaiser Wilhelm der Große", von Bremen. Rotterdam. 25. Juni. Angek.: Maasdam", von New York. Bremen, 35. Juni. Abgeg.: ..Königin Luise", nach New York. S c i l l y, 25. Juni. Passirt : ..Graf Waldersee". von New York nach Hamburg; ..Lahn", von New York. nach Bremen bestimmt. L i z a r d. 25. Juni. Angek. : (5t. Paul", von New York, nach Southampton bestimmt. 50.000"? erde e rkrankt. Nach den Abschätzungen gut informirter Thierärzte leiden mehr als 50.000 Pferde inNew York an einer eigenthümlichen Krankheit, die in den letzten Tagen ihr Erscheinen gemacht hat und in mancher Beziehung der Viehseuche ähnelt, die mehrere Male ernsten Schaden unter den Pferden der Metropole angerichtet hat. Superintendent Heskinson von der ThierschutzGesellschaft stimmt mit den Roßärzten darin überein. daß die Epidemie eine sehr ernste Phase angenommen hat. Die Krankheit wird als akuter Halskatarrh geschildert, entsteht durch Bazillenübertragung bei der Einathmung und nicht wie bei der Seuche durch Trinken angesteckten Wassers. Manche Roßärzte glauben, daß die vielen Ausschachtungen in allen Stadttheilen New York's viel zu der Verbreitung der Krankheit beitragen und möglicherweise ganz dafür verantwortlich sind. Bisher sind drei Prozent der erkrankten Pferde eingegangen. Angeblich wird die Krankheit auch Menschen aefährlich, doch sind noch keine derartigen Ansteckungen positiv nachgewiesen. Ziegenkehlkopf ihre Rettung. Eine bemerkenswert)? Operation ist Professor de Rossi an einer Frau im Santo Spirito Krankenhaus zu Rom gelungen. Die Frau hatte bei einer Eifersuchtsscene einen Schuß durch die Kehle erhalten, wobei der Kehlkopf zerschmettert wurde, sodaß sie nicht mehr sprechen und auch nur mit Hilfe einer, Kanüle athmen konnte. Seit einem Jahr so lange liegt der Vorgang bereits zurück hat Prof. de Rofst Versuche gemacht, um durch Auswechslung des verletzten Kehlkopfes mit einem thierlichen die Heilung der Frau herbeizuführen. Vor kurzem ist Prof. de Rossi dann zur That geschritten, indem er aus eincm ZiegenkehlZopf ?ln ?satzstück für den ausgeschnittenen- ver tranken gebildet und dieses der. Kehle eingefügt hat. Verwachsung und Heilung qingen sehr bald vor ftchJetzt athnw die Frau mit Leichtigkeit und ha! auch die Spracbe wiedergewannen.,

CTSnA fer rffi4 O;,

UV UUUJUJl .CICÜ Auf dem 30 Sangerfefte des N. A. Sängerbundes. St. Louis die nächste Feststadt. William Hennings Bran auf dem Sestkommers. Die verschiedene Festkonzerte. St. Louis die nächste Festst a b t. (Spezial. Depesche der ,.Jnd. Tribüne") Buffalo, N. Y., 26. Juni. 2 Uhr Nachmittag. Die Sitzung der Bundes-Delegaten begann hier soeben in der GermanAmerican Hall, Main und High Str. Die Stimmung der Delegaten ist zu Gunsten von St. Louis als Ort der Abhaltung des nächsten Bundes-Sän-gerfestes im Jahre 10L. Die St. Louiser Sänger und Delegaten haben ihre Stadt gehörig gcbuhmt". Sie möchten das Sangerfcst als Side Show" zur Weltausstellung haben. Das ist es aber, was Viele nicht ver knusen können. Auch hier betrachten die Buffiloer das Festals Side Show" und es ist's auch insofern, als durch die Hülfe der Ausstellungs - Behörde der Bau einer eigenen Konzerthalle in Wegfall kommen konnte, wodurch allein die Monctenfrage für da Sättgerfeft besrieoigend gelöst werden tonnte. Ans Aehnliches rechnen auch die St. Louiser. Der i der i n d c r - M a s s e n ch 0 r 1 n heutigen Matinee. (S pezial-Depesche der ,,Ind. Tribüne''.) Buffalo, Mittwoch, 2:30 Nachm. Die zweite Matinee begann heute in der Waffenhalle des 74. Regiments unter Direktion von John Lund. Joseph Mischte, Supervisor der Musik in den öffentlichen schulen, hat einen aus 3000 Stimmen zusammengesetzten Kinderchor eingeübt. Dieser Chor sang in der Matinee amerikanische und deutsche National- und Volkslieder. Ferner wirkten mit: Frau Schumann Heink in einer Arie aus Odysseus" und in Bolero" von Arditte; Frau Lillian Blauvelt, Frau Laura Minehan und Herr D. Francon Davis. Die Lei' stungen waren brillant. Das zweite Konzert des Sängerbundes wird heute Abend um 8:15 mit John Lund und Henry Jacobsen als Dirigenten stattfinden. Konzert des Brooklyner Sängerbund". (Spezial'Depesche der Ind. Tribüne".) 'Buffalo, Mittwoch, 3 Uhr Nachm. Eine interessante Zugabe zu dem großen Sängerfeste ist das Konzert des ..Brook lyner Sängerbund", welches unter Leitung des Vereins - Dirigenten Louis Kömmenich und der Mitwirkung von Frau Dora E. Philipps, Sopran und Herrn Leopold Winklcr, Klavier, heute Nachmittag in dem Mustktempel der Pon-Amerikanifchcn Ausstellung statt gefunden hat. Bryan auf demFestkomrners. lpezial-Korresponden; der ..Tribüne".) Buffalo, N. Y., Dienstag, den 25. Juni 1901. Es war heute Morgens um .1 Uhr, der Fcst-Kommers in der Waffenhalle war im besten Gange, da erschien plötzlich der zum Besuche hier weilende William Jennings Bryan in der Halle. Tosender Jubel, frenetischer Beifall begrüßte ihn von allen Seiten. Man führte ihn nach der Plattform und das Verlangen nach einem Speech" war so stürmisch, daß Herr Bryan nachgeben und sprechen mußte. Unter Anderem sagte er : Ich habe die deutsche Sprache durch meine Frau lieben und habe durch sie deutsche Musik verstehen gelernt. Durch Ihr Sängcrfest habenSie derAusstellung den Stempel der Vollendung verliehen, den ihm nichts Anderes verleihen konnte. Dies ist d.'r letzte Tag meines Aufenthälts hier und wenn ich Sie um eine Gefälligkeit bitten darf, so ist es diese : Singen Sie mir das Lied, das alle deutsche Herzen begeistert, das dem Deutschthum sein Ansehen in allen Ländern der Welt verschafft hat, das den Deutschen begeistert wie kein anderes, das ihn mit Sehnsuht erfüllt nach dem Lande, wo seine W'ege stand, das ihn mit Stolz erfüllt. Singen Sie D ie Wacht am Rhein". Tumultuöfcr Jubel durchbrauste die Halle und kaum je wurde Die Wacht am Rhcin" mit mehr Begeisterung gesungen als heute. Alsdann stimmte die nach Tausenden ihlcnde Versammlung Ma Counlry 'tis of Thee" an und Bryan entfernte sich unter nicht cndcnwollcndcm Jnbri.

heutige erste F e stk 0 n z e r t Heute Nachmittag fand die erste Matince in der Waffenhalle des 74. Regiments statt. Etwa 4000 Zuhörer traren erschienen. Di.igcnt war Herr Lund. Die Leistungen des Orchesters kamen vorzüglich zur Geltung. Auch war mehreren auswärtigen Gesangvereinen Gelegenheit gegeben, Proben ihres Könnens abzulegen und da man nur die besten auf die Parade zu schicken pflegt, so waren die gebotenen Leistungen wirklich vorzüglich. Die Vortragenden waren der Senefeldcr Licdcrkranz von Chicago, der Brooklyner Sängerbund und der Clevcland Gesangverein, die ohne Ausnahme ein Encore geben mußten. Von den Solisten war natürlich Frau Schumann-Hcink die bedeutendste, die vorzugsweise mit Schubert's Die Allmacht" das Publikum in Ertase verfetzte. Auch die Mozart 'sche TitusArie wurde von der Künstlerin bczaubernd gesungen. Die anderen Solisten waren der Tenorist H. Evan Williams und der Bassist Francon Davies. Das erste große Festkonzert hci.te Abend mit Lund und Jacobsen als Dirigenten hatte kaum 2000 Besucher. Auf der Bühne dagegen hatten sich die 2600 aktiven Sänger postirt, für welche Quartierkarten ausgegeben waren, und welche den Haupttheil des Programmes bildeten. Die Leistungen des Massenchors waren ausgezeichnet. Zum Vorlrag gelangten Der Scharfcnüein" von Figue, Änl Ammersce" von Langer, Grüß dich Gott" von Engclsberg, Horch die alten Eichen rauschen" von Gelbkc. Szenen aus Rienzi" von Wag ner und Gcrmanenzug" von John Lund. Der Beifall gestaltete sich schließlich zu einer begeisterten Ovation. Die Solisten waren Frau Schumann-Hnnck, welche die größte Ovation des Abends erhielt, Herr Charles MCreary und ftrn: Evan Williams. Um Mittcr- , nacht war das Konzert zu End.'. Auch die (lhicagoer und Cincinnakier Sänger hatten Nummern, mit denen sie t bre einlegten. Die wenigen Stunden, welche den länger,', heute zur Erholung blieben, benutzten sie zu gegenseiligen Besuchen und das FraternisirtN wurde nach dem Abendkonzert noch manche Stunde fortgesetzt. Der Cincinnati Liederkranz gab dem Indianapolis Männcrchor zu Ehren in Wyand's Halle einen Kommers. Die Herren vom Indianapolis Män ncrchor waren schon in aller Frühe in Jroquois Hotel gewesen und hatten den Bundespräfidcntcn Hanno Deiler mit einem Morgcnständchen erfreut. Bei dieser Gelegenheit wurde demselben das Diplom zur Ehrcnmitgliedschaft überreicht und Herr Deiler dankte der lokalen Festbehörde für die hohe Auszetchnung, woraus aus ihn ein mufikalisches Hoch ausgebracht wurde. Ein desperater Kel. I r 0 n t 0 n. O.. 26. Juni. Georg Nrat?? ein desveratcr Charakter, schos am Montag Abend einer Frau Hammer in Flatwoods, 5s l)., eine Laduno Schrot in die Brust, während sie unte, der Thür ihres Hauses stand. Jhrc Verletzungen sind sehr gefährlicher Art. Prater hatte keinen anderen Grund für die That als eine Bemerkung, die der mm mm Htm Sobn der ftrau Sammer über ihn gemacht hatte. Prater hat sich den Behörden ausgeliefert. Wichtige Entscheidung. C o l u m b u s, O., 25. Juni. Das Staatsobergericht entschied heute, daß das Spezialgesetz für Lizensirung von Maschinisten in Cincinnati unkonstitutionell sei und setzte die Examina-tions-Behörde, welche unter diesem Gesetze kreirt war, ab. Hierdurch wird die Jurisdiktion der Staatsbehörde zur Lizenstrung von Maschinisten über den ganzen Staat ausgedehnt. Das Verfahren gegen die Cincinnatier Lizenst-rungs-Behörde war vom Ehef-Exami nator Colliers eingeleitet. Der Kohle ngräber-Streik in We st - Virginien. T h a ck e r, W. Va., 26. Juni. Die Ver. St. Hilfsmarschälle, auf die am Montag ber hiesiger Stadt geschossen wurde, als ste den streikenden Kohlen - gräbern die Einhaltsbefehle vorlesen wollten, sind um Mitternacht nach Charleston gefahren, nachdem sie von dem Bundesmarschall Thompson Befehl erhalten hatten, sofort dorthin zu kommen. Man glaubt, daß sie bedeutend verstärkt hierher zurucktehren werden. Unter diesen Umständen ist es höchst wahrscheinlich, daß auch Staatsmilizen hierher geschickt werden. Während " die Hilfs-Bundesmarschälle am Montag Abend auf. den Zug warteten, wurden von den Streikern, die sich am Kentuckyer Ufer des Flusses versammelt hatten, wenigstens fünfzig Kugeln in das Bahnhofsgebäude geschössen.' . .

Das

Eutsetzlichcr Unglücksfall auf der Wabafh Bahn. Der Erpreßzug No. Z bei Caß, Zud., entgleist. Eiue Anzahl Passagiere getödtet und viele verwundet.

k aß, Ind.. 2. Juni. Heute in früher Morgenstunde entgleiste in un mittelbarer Nachbarschaft von hier der nach dem Westen fahrende Erpreß-Zug No. 3 der Wabash Bahn. Die Lokomotive stürzte die eine Seite eines Hügels hinunter, während die von ihr gezogenen fünf mit Passagieren gefüllten Waggons die andere Seite hinunter rollten. Auf dem Zuge befanden sich eine große Anzahl italienischer Emigranten, welche erst vor einigen Tagen in New Hork gelandet waren und sich im Westen niederlassen wollten. Von diesen wurden vierzehn getödtet und etwa vierzig schwer verletzt. Unter den Trümmern !der Waggon sollen jedoch angeblich noch sechs weitere Leichen liegen. Verletzungen trugen ferner davon : Lokomotivführer Butler, Heizer Adams, Baggagcmeister Bramiller, Frau Wm. Cotton, John Jckes, New ?)ork, Hörern, Logansport, nd., John Derwinnis, Pittston, Pa., I. B. Wood, Logansport, Sanders, Stonington, Jll. Die Verwundeten wurden nach Peru in 's Hospital der Wabash Bahn Co. gebracht. Der Zug war von Peru mit einer Stunde Verspätung statt um 10:55 erst um II. 55i abgefahren. Wie es scheint wollte der Lokomotivführer die Zeit wieder einholen, und bei der Gelegenheit scheint er die nöthige Vorsicht bei Seite gelassen zu haben. Während des ganzen Abends hatte in jener legend ein furchtbares Gewitter gewüthet und die vom Himmel niederströmenden Wassermaffcn hatten das Erdreich aufgewühlt und den Boden unter den Geleisen fortge vaschen. I dem Hospital in Peru befanden sich bis heute Mittag schon dreißig Vcrmundete. Die Flutch in West-Virgi. nien. - - i j B l u e f i e l d. W. V.. 26. Juni. Aus dem Ueberschwemmungs-Distrik-ten ist nur noch zu berichten, daß die bisher angegebenen Verluste an Menschenleben bedeutend übertrieben waren, Während er Materialschaden bis jetzt kaum zu übersehen ist. Nach zuverlässigster Schätzung sind bei der Katastrophe ca. M Personen um's Leben gekommen, meistens farbige Grubenat-' beiter und deren Familien. Eine gro here Anzahl Personen wird außerdem vermißt und ist wahrscheinlich von den Fluthen mit fortgerissen worden. ß wird mehrere Tage dauern, bis die Trümmerhausen durchsucht und sämmtliche Leichen geborgen sind, ! Der Schaden den die Norfolk und I Western Bahn erlitten, wird sich außer ! den durch die Betriebsstörung verur- ! fochten Verlusten, auf ca. 5500,000 be--laufen. Auf eine Distanz von sechs Meilen ist das doppelte Geleise der I 1 . I . h 1a All 1 im. m-m, W mm. k mm mm. jm k - m - - mmm. A. 1 I f i wjn vvu,iunvig ,vligc,Moemmr. öouu Lcann sind Tag und Nacht an der Arbcit, den Schaden auszubessern und man hofft, in etwa vier Tagen den Bc;neb wieder aufnehmen zu können. Die Grubenbesitzer erleiden durch die Katastrophe einen direkten Schaden von ca. $400,000, wobei ebenfalls die Verluste in Folge Betriebseinstellung nicht eingeschlossen sind. Die Verluste, welche Privatleute erlitten haben, sind ebenfalls recht beträchtlich und zur Zeit noch nicht zu übersehen, doch glaubt man, daß dieselben die Höhe von einer Million Dollars erreichen werden. Die Staatsbehörden haben Nachfragen veranstaltet wo Hilfe nöthig ist. Bis die Verbindung wieder heraestellt ist. werden genaue Angaben über den Verlust von Menschenleben uardEigenthum aus dem Überschwemmungsgebiet nicht zu erlangen sein. Nachrichten ausRoanoke zufolge wer1 den die Gruben erst in etwa 30 Tagen wieder rm Stande sein. Kohlen zu ver schiffen. Das Kohlenqeschäft wird enormeVcrluste durch die Auswaschungen und Zerstörung der Maschinerie erleiden. P a m p e l u n a, 26. Juni. WähAus Keystone wird gemeldet, daß 16 bis 15 Personen ertrunken sind und 4 Häuser der Wuth der Elemente zum Opfer fielen. In Eedar Bluff wurden 17 Häuser fortgeschwemmt, aber niemand getödtet. In Pounding Mill ertranken vier Personen. Weitere Tcpeschcn auf ctitt 5.

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