Indiana Tribüne, Volume 24, Number 276, Indianapolis, Marion County, 23 June 1901 — Page 9

WM MM W.P "" ' ' r f Zndimm Tnbiine 1 12 Seiten. 12 Seiten. Seiten 9 1Ä, Seiten 9 52. i Indianapolis, Ind., Sonnrag, den 23 Jnni 1901.

Eine Verwechselung. Humoreske. Ein wunderschöner Tag lockte die Menschen au- ihren engen Zimmern und Häusern, um Blumenduft und Vogelfang nach Herzenslust zu gernefeen. Tie Sonne lachte vom blauen Himmel und rosige Wolken schwebten wie Gondeln im flimmernden Aether. In Gebüschen und Bäumen jubilirten die Vögel. Neugierig und ausgelassen wie lose Kinder hüpften sie um die Dächer und Fenster der Häuse des kleinen Städtchens, und lugten auf die vielen allen und jungen Gesichter der Leute, die auf dem Marktplätze in bunlern Gewimmel durcheinander wogten. t geschäftig wie Ameisen, die in regster 1 Arbeit begriffen sind. Tie Menschenmenge wälzte sich schiebend und drängend auf und ab; man schrie, sang, pfiff, stieß fich und zerstreute sich schließlich auf dem Ring nach allen Richtungen und suchte die Buden auf, denn es war heute Jahrmarkt. Daher war alles in fröhlichfter Laune, und die brennende Tommersonne zeitigte in den heißen Meuschenhäuptern manchen absonderlichen Gedanken. Die Musikanten spielten ihre Weisen, die Töne schmetterten gen Himmel, kurz Alles war heut' in Auf requng und Freude. Einer aber hat:e im ganzen vergnüglen Trubel doch keine Freude. Das war ein spindeldürrer, langer Mensch mit einem verbissenen Gesicht; auf der etwa zu lang und spitz gerathenen Nase saß eine Brille, die dem Antlitz einen gelehrten Anstrich gab. Wer war dies wohl? Habt Ihr schon von einem Spitzel" gehört, den die Geheimpolizei gar gern nach Spitzbuben und sonstiaen Verbrechern ausschickt, um sie zu ertappen und dann in's Sicherheitskabinet" zu stecken, wo sie ihre Prüfungszeit verbringen müssen, ehe sie der menschlichen Gesellschaft frisch gebunden und verbessert wiedergegeben werden? Xu wohl, so ein geheimer Spitzbubenfänger" war der lange Kerl, und deute wollte er im Städtchen einen Fang machen. E? war aus der Großstadt gekommen. dorther, wo die findigen Kopfe wachsen. Aber die Pfiffigkeit" hatte sein kahler Kopf nicht gerade erfunden; und er hatte noch keinen einzigen Spitzfaden erwischt; das ärgerte ihn gar sehr, weil sein Vorgesetzter deßhalb unzufrieden mit ihm war. Ja, man hatte ihn merken lassen, daß er. wenn er nicht bald ein richtiges, unverfälschtes Eremplar eines Spitzbuben einbringe, als untauglich zum Geheimpolizist angesehen werde. Da schwirrten unserem NikZe so dieß er die Grillen im Kopfe herum. Was sollte er thun, um seine Klugheit zu beweisen? Er sann und sann. Er mußte in jedem Falle recht bald und bei schicllier Gelegenkeit den Beweis liefern, wie findig sein Gehirn sei. Er konnte nicht schlafen, er konnte nicht essen, nur das Trinken vergaß er in seinem Sinnen und Grübeln nicht. Heute, am Jahrmarkte vollends, sehnte sich sein Magen nach einem guten Schluck. Und heute sollte und wollte Nikke just sein Glück machen, denn oben am Jahrmarkte wollte er einen ausgebrochenen Spitzbuben, der sich im Städtchen aufkalten sollte, wieder in den Käfig einsangen. Nikke stelzte mit seinen langen Beinen gar ernsthaft auf dem kleinen Rinoe auf und ab. Mi: feinen Augen spähte er in alle Ecken und Winkel. Hin und wieder kroch er in eine SchenZe. um sich dort Muth und Kraft anzutrinken für den wichtigen Akt. Wenn der Geheime, wie er sich gern nennen hörte dann in einem Winkel der Schenke saß und wie eine 2 rinne auf ihr Opfer lauerte, nahm er öfters ein Papier aus der Brusttalche, rückte die Brille die buckelige Nase bedächtig hinauf, riß die Augen weit auf und las in dem Papiere so angestrengt, daß ihm die Trovfen aus den Auaen rannen. Und wcr.er war da Schriftstück? Wo anders c,er als aus der Großstad: von seinem gestrengen Vorgesetzten. und ganz kurz stand darin, daß der Einbrecher Peter Punkel sicher sich im Städtchen aufhalte, und daß man ermatte. Nikke werde sein Spürgenie bewenen und den Burschen zu fangen wisser.. Nikke ächzte, wenn er die Stelle las. wie Einer, dem eine Centnerlast die Brust drückt; denn den berüchtigten Ausbrecher zu erwischen, das war eine schwere Aufgabe für ihn. Und was stand weiter in dem Briefe? Personalbeschreibung des Verbrechers. Nikke murmelte, indem er Zeile für Zeile studirte: ..Peter Punkel ist untersetzter Statur. ha' aufgedunsenes, vollbackiges Gesicht und listige, graue Augen. Sein Gang ist kurzschrittig und etwas schwankend. Er trägt einen blauen Nock und eine runde, kappenartige Mütze. Besonders kennzeichnet ihndas bartlose, wulstige Kinn mit einem Mal. Seine Sprache hat Aebnlichkeit mit der eines Weibes sie ist hoch." Nikke steckt den Wisch wieder in die Vrusttasche und verfällt in Sinnen. Jetzt springt er auf er muß fort!

)eute muß' der große Wurf gelingen; Ausbrecher muß er fangen, und sein Leben in Gefahr komn .

sollte; denn mit solchen Brüdern wie Peter Punkel ist nicht zu spaßen. Nikke nimmt noch eine Herzstärkung und begibt sich wieder auf die Suche.... Die Sonne geht unter; es ist Aben? geworden. Aber auf dem Marktplätze geht das Leben erst recht los. Die Leute kriechen und krabbeln wie Ameisen um die Buden. Die Lampen und Lichter machen die Waaren noch schöner und lockender. Pfefsermänner. rothköpsige Jungen und ähnliches zuckergebackenes Gesindel liegt auf den Tischen der Kondilorbuden ausgebreitet. Und in den Buden mit SchnittWaaren" da gibt es zu sehen und zu kaufen. Nikke läßt seine Augen überall hin schweifen; er möchte gern die Fährte seines Wildes" erspähen; es will ihm nicht gelingen. Er sucht rechts und links aber er kann trotz allen Eifers Peter Punkel nicht finden. Aber Nikke läßt den Muth nicht sinken; er lächelt still vergnügt und denkt: Hab' ich den Patron erst, dann will ich ihn schon Mores lehren und ihm Respekt vor mir beibringen!" Wie der Geheime" nun so in Gedanken hinschlendert und im süßen Vorgefühl seines Triumphes schwelgt, kommt er zu einer Schnittwaarenbude. Um die Bude wimmelt es von Menschen. Nikke besieht sich den Spaß. Auf einmal verzerrt er sein Gesicht zu einer Grimasse von so komischer Weise, daß es aussieht, als müsse sein Mund einen heftigen Schmerz empfinden. Der Schnauzbart wackelt, als solle jedes Haar herausgefchüttelt werden. und die Augen starren wie gebannt auf einen einzigen Punkt hin. Was hat der Geheime" nur erspäht? Jetzt schleicht Nikke, wie ein Wiesel gewandt, hinter ein Paar, das gerade viel einzukaufen scheint. Der Mann, auf welchen Nikke seine Augen richtet, ist ein kurzer, dicker Kerl. Er trägt einen blauen Rock und lederne Beinkleider. Die drollige Falstaffg?stalt hat auf dem unförmlich großen Kopfe eine runde Pelzmütze vom Aussehen einer Kappe. Das fette Gesicht ist bartlos und am Kinn wackelt eine große Warze. In der derben Hand hält er einen Strumpf, der des Dicken Geldbörse zu vertreten scheint. Neben dem Männlein steht ein Weib, ein wahres Musterstück einer stämmigen Bauersfrau. Das Weib ist schier noch gedrungener und kürzer als der Mann; der Kopf ist in ein Wolltuch gehüllt, und weiter trägt es eine bauschärmelige Jacke und wird wohl von einem Dutzend Röcken und einer kattunenen schürze umflattert. Das Weib kramt in den Schnittwaaren herum; manchmal so tomml's dem Geheimen" vor wenn es etwas vom Tische erwischt hat. gibt's dem Mann einen Wink mi: den listigen Augen; und wupp! fährt der Mann mit dem geftohkene ztüd unter den Rock. So geht's eine Weile fort. Nun hat das Paar, wie es scheint, genug eingehamstert. Der Dicke steckt den Geldstrumpf ein Nikke triumohirt für sich und denkt: Nun werd' ich endlich den schlauen Burschen, den Peter Punkel erwischen! Denn der Kerl da vor der Bude sieht akkurat so aus. wie er mir vom Chef beschrieben ist. Ja, kein anderer ist's als Peter, wenn der Bursche auch noch so einfältig thut. Ich kenne meine Leute; und ich. der Nikke. versteh' mich besser aus Physiognomik, oder wie man die ..Gesichtererkcnntniß" nennt, als man denkt. Und das Frauenzimmer na! das muß eben mitstehlen helfen, wie's bei dieser Sorte Mode ist". . . Das Paar verläßt jetzt die Bude und geb: :veitcr. Nun steht es stjll und hält Umschau, ob auch die Luft rein ist. Langsam setz: ks sich wieder in Be weaunq. Schlaukopf!" murmelt Nikke. Wie d;r Kerl sich verstellen lann; man möchte meinen, die Beiden seien das ehrlichste Paar der Welt". Nikke schleicht dem Paare wie eine Katze den Mäusen nach. Nun biegen die Beiden um eine Ecke. öa! entwischen wollen mir meine Raubvögel. Geht durchaus diesmal ' ! der Nikke ist da. dem mach: man sich nicht so leicht unsich:bar". flüsterte der Geheime" lächelnd. Mit einem Satz ist der Mann der Polizei an der Seite des Vaares. Ein Griff, und Nikke hat den Mann beim Kragen gefaßt. Dieser fährt erschrocken zusammen und schreit: Na, na! Was ist denn das? Ich glaube gar, man will mich anpacken". Im Augenblick springt das Weib wie eine Katze gegen btn Geheimen". Die Augen der Frau glühen vor Zorn und Wuth, als wollten sie den Bart des Polizisten versengen. Nikke stößt das Weib bei Seite und donnert mit seiner Baßstimme: Hatt, Kerl!" Der Dicke bleibt stehen, blinzelt den Beamten neugierig, gutmüthig an und frägt: Nun. was soll denn das iedeuten?" Wer seid Ihr?" fragt mit strengster Amtsmiene der Geheime" und dreht grimmig an den Stachelspitzen seines Schnauzbartes. Der Dicke spreizt beide Beine gemächlich auseinander und sagt: ,,Wer ich bin? Nun der Mann meiner Frau Grete". So! kennen wir schon!" meint Nikke.

Na, wer soll ich denn sein? Ich werde doch meine Person kennen, gett, Grete?" antwortete das Männlein. Und wer seid Ihr?" wendet sich Nikke an das Weib. Hm!" mehr sagt die Frau nicht. Das ist die Grete, meme Alte!" erklärte der Dicke. I, du meine Güte, wer sollen wir denn sein, wenn wir nicht Mann und Weib, der Naz Bauer und die NazBäuerin aus Guhlau sind?" zetert das Weib. Kennt man schon! Denn das Weib ist falscher Art, heißt's bei Schiller", schnarrt der Geheime". Nein, so heißen wir nicht. Der Schiller und die Schülerin sind wir nicht!" meint das Männlein treuherzig. Spitzbuben seid Ihr! Marsch fort! Die Sache wird sich finden!" schreit Nikke. Wer will uns was befehlen?" kreischt das Weib. Ich. der Polizist Nikke!" sagt unser Großstädter und setzt hinzu: ..Hab' ich Dich endlich. Peter Punkel? Siehst Du, mir entkommt man nicht!" Ein vergnügtes Grinsen zuckte über sein Gesicht. Peter Pu Pumper? Nein, Alte, so heißen wir nicht!" meinte der Dicke. I, woher denn! der Kerl da ist wohl verrückt! Was will er denn eigentlich von uns?" ruft das Weib. Das mag der Teigschel (Böse) wissen. was der für Faxen in seinem Schädel hat", spricht der Mann. Fort!" schreit Nikke und schiebt die Beiden vor sich her Es ist finster geworden, als Nikke mit dem Paar beim halbzerfallenen Gemeindehause des Städtchens ankommt; dort ist das Stadtgefängnitz". Mit dem Donnerwort: Nein in's Loch!" stößt der Geheime" das Paar in eine kleine Kammer. Das Weib fängt an zu schimpfen und zu wettern und tobt gewaltig mit der schnellen Zunge; des Mannes Stimme summt dazwischen wie dumpfer Orgelton. Pst! Weib! Komm, komm!" spricht der Dicke. Wir sind keine Spitzbuben! Ich bin die Naz - Buerin aus Guhle und lasse mich nicht einsperren!" eifert die Frau. Still, oder ich brauche Gewalt! um mit Goethe zu reden," meint strengen Tones Nikke. Die Naz - Buerin bin ich und nicht Grete für ihn." erwidert das Weib. Sie dummes Weib! Goethe sagte ich und nicht Grete! Hat sie mich verstanden?" ruft der klassisch beanlagte Nikke entrüstet. Meinetwegen kann man meinen, was man will, wenn man mich nur in Ruhe läßt." gibt das Weib zur Ant, wort. Komm, Frau!" tönt des Mannes Stimme aus der Kammerecke her. Fällt mir nicht ein! Da könnte jerxr Lätschel kommen und sagen: Marsch, rein in's Loch!" meint die resolute Frau. Sie stemmt sich mit dem breiten Rücken gegen die halb offene Thür Nikke will sie wegstoßen Klasch, Platsch!" Der Geheime fährt n ach seinen Backen und reibt sie mit den Händen. Er will wüthend auf das Weib eindringen, aber es ist zu spät, die Grete ist verschwunden. Nikke schimpft und wettert und schit: Ja. ja, denn das Weib ist falscher Art!" Dann tritt er zum kleinen Dicken und sagt: Peter Punkel. verstell' Dich nicht! Du bists doch; und morgen werden wir weiter miteinander sprechen." Er verriegelt die Thür, schärft dann dem herbeigerufenen städtischen Amtsdiener wiederholt ein. bei dem Gefangenen gute Wache zu halten und begiebt sich endlich wieder in eint Schenke, um sich dort für die gehabten Strapazen mit einem kräftigen Schluck zu entschädigen. Mit Befriedigung und Wohlbehagen malte er sich in Gedanken aus, was für Augen sein Chef machen wird, wenn er sieht, wie er, der verkannte Nikke, den Peter Punkel einbringt. Und dann in Zukunft die Hochachtung seiner Person das wachsende Ansehen bei seinen Amtsgenossen und vor allem die Beförderung. Während Nikke seinen Gedanken Schwung und Kraft durch manchen guten Schluck verleiht und heileren Plänen nachsinnt, die in Zukunft verwirklicht werden sollen, schleicht Grete zum Gemeindehause und sucht vorsichtig da- Fenster der Gefängnißkammer. Grete ruft und tippt mit dem Finger an die Scheiben. Keine Antwort. Grete klopft stärker da klirrt das Glas zerbrochen zu ihren Füßen. Grete lauscht. Richtig! Ihr Mann schnarcht und schnarrt wie ein Uhrwerk, wenn es aufgezogen wird. Grete ruft mehrere Mal. Endlich kommt der Begehrte ans Fenster. Die Beiden flüstern miteinander. Jetzt reicht die Frau dem Gefangenen durchs Fenster ein Tuch, ihre Jacke und einige Röcke. Zieh' Dir das alles an. denn in dem feuchten Loch ist es gewiß sehr kalt! Setz' Dir auch meine warme Pelzhaube auf. daß Du nicht frierst und Rheumatismus in die Knochen bekommst!" meinte Grete. Der Dicke knurrt wie ein Pudel, wenn er im Schlafe gestört wird, und erwidert gähnend: Das werde ich schon thun," worauf sich seine Frau alsbald entfernt.

Die Nacht mit ihrem Sternenmantel ist wieder davongeschlichen, der Sommertag mit einem blendenden Sounenglanz kommt am Osthimmel sachte herausgezogen und die Sonne lacht und glüht vom Himmel herab. Nikke hatte wie schon gesagt fast die ganze Nacht hindurch ein lrästiges Magensäftlein geschlürft; und zuletzt war er sachte eingeschlafen. Er hatte gut geschlafen. Nachdem er erst wieder am Morgen ein stärkendes Tränklein eingenommen, hatte er sich auf den Weg zum Gemeindehause gemacht. Der Geheime" trat mit amtlicher Würde in die Kammer zu seinem Gefangenen. Ihm folgten mit gehörigem Respekt der Amtsdiener Andreas Knuspel und ein Gendarm; den Beschluß machte das würdige Oberhaupt des Städtchens, der Herr Bürgermeister Peter Knobel. Der Amtsdiener stellte sich nahe der Kammerthür auf die eine Hand legte Knuspel an den langen, krummen und verrosteten Säbel. den er an der Seite trug. In seinen sonst gutmüthigen Aeuglein blitzte jetzt wilde Entschlossenheit, befand er sich doch in der Nähe des unheimlichen Verbrechers und Ausbrechers Peter Punkel; und wer weiß, was geschehen konnte? Da mußte er doch in der Noth das Stadtoberhaupt mit seinem Haudegen beschützen. Der Herr Bürgermeiste? begab fich in die Nähe des Fensters, während der Gendarm an des Geheimen" Seite stand. Der Gefangene verhielt sich beim Eintritt der Herren mäuschenstill. Warum? Er schlief. Holla! Aufgestanden!" donnerte Nikke. Da raschelte es in der Ecke ein wenig. Ein von Weiberkleidern umhüllter Körper hob sich gemächlich vom Strohlager. richtete sich auf. ein weit ausgesperrte? Mund klappte gähnend aus und zu, und aus einer Pelzhaubc quoll ein breites, dickes Gesicht, das man im ersten Augenblick wohl für das Gesicht eines thranduftigen Eskimo - Weibes halten konnte. Jetzt reckte der Dicke seine Arme und Beine aus und gab einige grunzende Laute von sich. Verdutzt standen die Herren und starrten, soweit es die noch herrschende Dänlmerung in der Kammer erlaubte, das menschliche Ungeheuer an. Endlich kam wieder Leben und Bewegung in die Gruppe. Der Herr Bürgermeister schüttelte bedenklich sein Haupt und murmelte: Sonderbar! Ein Frauenzimmer!" Der Amtsdiener Andreas Knuspel strich sich wüthend seinen zottigen Schnauzbart und reckte den kurzen Hals verwundert aus seinem hohen Mantelkragen. Der Gendarm lachte. Nikke schrie: Was was ist das?" Ich bin's halt noch immer. Naz, der Mann der Grete", sagte der Gefangene. Du lügst!" donnerte Nikke. Du bist und bleibst Peter Punkel. Kerl!" I, woher denn! Der Mann der Grete bin ich", meinte der Gefangene. ..Weg mit den Weiberkleidern! Wem gehören sie?" brüllte der Geheime". Meiner Grete. meinem Weibe. Die hat mir sie geborgt, weil's in dem Hundeloche verdammt kalt ist", sagte der Dicke in aller Ruhe. Das sollst Du büßen. Schuft!schrie Nikke jetzt wieder und riß dem Dicken auf dem Strohlager die PelzHaube lxrunter. Na! na! sachte auch! Die Pelzkappe ist theuer!" meinte der Gefangene. Deine Schlauheit und Lüge wird Dich diesmal nicht retten. Peter Punkel!" rief Nikke. Daß ich nickt lüge, weiß unser HerrGendarm da", vertheidigte sich der Dicke. Nikke stand verblüfft. Lachend erklärte der Gendarm: ..Das ist nicht Peter Punkel! Das ist der Naz-Bauer aus Guhlau. den ich sehr gut kenne!" Na! Hab' ich recht oder nicht? Bin ich ein Spitzbube, ja? Bin ich Peter Punkel? Ja. ich werde mich doch kennen, nicht wahr, Herr Gendarm? Der Naz-Bauer bin ich und bleib ich. und die Grete, meine Alte, ist mein Weib!" sagte der Gefangene. Nikke war jetzt mäuschenstill. Er seufzte nur und holte tief Athem. Der Bürgermeister lachte kräftig. Nur der Amtsdiener Knuspel stand wieder mit strenger Amtsmiene da und meldete, daß draußen soeben ein Herr in Polizei - Uniform" mit einem neuen Gefangenen angekommen sei. Und richtig! Da kam der Gemeldete auch schon herein und schob einen Kerl mit unheimlichen Gesichtszügen vor sich her und rief: ..Na. Peter Punkel! mach' Dir's bequem!" Und wer war der Herr? Ganz einfach! Ein anderer Spitzel aus der Großstckdt. Er war seinem College Nikke nachgeschickt worden und hatte den wirklichen Peter Punkel doch noch in dem Städtchen erwischt Und Nikke? Der bekam wohl von seinem Vorgesetzten für seinen Streich keine Belobigung. Ob er heute noch Spitzel ist? Ich weiß es nicht. Vielleicht lebt er noch von seiner Pension, der arme Nikke!

Schöne Aussicht. Gläubiger (wüthend): Jetzt haben Eie eine vermögende Frau geheirathet, und ick bekomme doch kein Geld!" Schuldner: Ja. Meister, es ist schon alles verbraucht ... Sie müssen halt warten, bis ich wieder einmal hei-rathe!"

Der 2lrizona Ricker

schreibt in seiner neuesten Nummer: Jetzt wollen sie in Phoenix eine Rübenzuckerfabrik bauen. Wo wohl die Rüben herkommen sollen und da Brennmaterial? Bei Phoenix herum wächst überhaupt nich:s als Cactus und Unkraut, undwenn sie ihre Häuser heizen wollen, messen die braven Spießbürger Kohlen von New Mexico importiren. Wir sind fest davon überzeugt, daß außer dem Vorstehe: der Bundesackerbauversuchsstation. der den Leuten viel Humbug vormacht, wenn der Tag lang ist, keine Seele in Phoenix eine Ahnung davon hat. wie eine Zuckerrübe eigentlich aussieht. Und wenn die Biederseelen hosfen. daß ihnen die Santa Fe von der Navajoreservalion her billiges Oel liefern wird. UM damit in ihrer Zuckerfabrik Dampf zu raifen. so wiegen sie sich in einer schönen Illusion. Erstens müssen die angeblichen Oekquellen auf der Navajoreservation noch erst entdeckt werden und zweitens wird ihnen die Bahngesellschaft das Oel nicht wohlfeiler liefern, wie die Kohlen aus New Mexiko. Was liegt der daran, ob in Phoenix Zucker gemacht wird? Phoenix bildet fich überhaupt ein. das Chicago von Arizona zu sein und will mit Gewalt alle anderen Städte überflügeln. Das zeigt einen löblichen Unternehmungsgeist, aber wo nichts ist. kommt auch in der Regel nichts hin. Den Ruhm, daß sie den schlechtesten Schnapps und die bissigsten Moskitos und das heißeste Sommerwetter hat. müssen wir unserer Nachbarin lassen: aber eine angebende Weltstadt ist sie deshalb noch lanae nicht. Nachtwandler. Ein bedeutender'Ncrvenarzt äußerte sich kürzlich, daß das Nachtwandeln in der Zunahme begriffen sei. Er betonte. daß er vor 10 oder 15 Jahren viel weniger Fälle dieser Art behandelt habe. und andere Nervenärzte werden dies vielleicht bestä:igen können. Es ist in der That eine recht ernste Krankheit, denn die Nachtwandler sind sehr häufiq großen Gefahren ausgesetzt; andererseits bestehen sie im schlafwandelnden Zustand mancherlei Prüfungen und vollführen waghalsige Künste, mit e nen sie wachend, mit allen Geistevtraften ausgestattet, kaum zurecht kommen würden. So hatte z. B. ein englischer Nervenarzt einen Patienten zu behandeln, welcher sehr häufig zur Nachtzeit aus seinem Bette zu steigen pflegte, um Ausslllge zu machen. Um ihn vor Gefahren zu schützen, ließ man einen Wächter in seinem Zimmer schlafen. Eines Nachts schlief aber dieser sehr fest und der Patient konnte sich ungestört von seinem Lager erheben und sich ankleiden, um wieder auszugehen. Als er nun aber die Thür verschlossen fand, stieg er durcks Fenster und ließ sich am Regenrohr hinab, um schlafwandelnd durch die Stadt zu streichen. Bald darauf wurde seine Abwesenheit bemerkt, und man sandte nun nach verschiedenen Richtungen Boten aus. von denen einer den Nachtwandler zurückbrachte. Dieser Vorgang war deshalb besonders merkwürdig, weil das Regenrohr nicht vertikal abwärts geführt war. sondern in verschiedenen Bogen und Windungen verlief, so daß es schon einer katzenartigen Geschicklichkeil bedürfte, um daran abwärts zu klettern. Als ich noch die Schulbank er Quarta drückte, hatte ich selbst einen kleinen Kameraden, der schlafend durch die Zimmer wanderte. Er schlief mit seinem Vetter in einem Zimmer; und dieser hatte es zwei- oder drei Mal beobachtet, ebe er 'einen Eltern davon Mittheilung machte. Der kleine Nachtwandler wurde zur Rede gestellt, er glaubte jedoch, daß man sich einen Scherz mit ihm mache und behauptete, sein Bett oder vielmehr das Sopha, auf dem er schlief, nicht verlassen zu haben. Man stellte ihm nun einen schweren Tisch vor sein Lager und alaubte ibn dadurch von seinen Exkursionen zurückhalten zu können. Auch der Vetter war beruhigt und ichlief besser als zuvor. Eines Nachts wurde er jedoch durch ein kleines Geräusch geweckt; er richtet sich auf und bemerk: mit nicht geringem Schrecken, daß sein kleiner Kamerad leicht und behende über den Tisch springt, um dann wie früher seine Wanderungen durch bis Zimmer zu unternehmen. Neugierig, was nun geschehen werde, verhielt er sich ganz still. Der Patient kehrte zurück, stützte die Hand auf den Tisch, schwang sich hinüber, um daraus ruhig seinen Schlas fortzusetzen. Ich will noch bemerken, daß der ftnabt keineswegs krankhaft aussah aber ungewöhnlich lebhaft war. was sich auch in der hastigen Sprache kundgab. Es ist natürlich bekannt, daß viele Schlafwandler ihre gewöhnliche tägliche Beschäftigung fortsetzen, während sie fest schlafen; am andern Morgen sind sie sehr erstaunt über den bedeutenden Fortschritt, den ihreArbeit während der Nacht gemacht hatte, während sie fest schliefen. Einer dieser Fälle ist ziemlich drollig. Ein-bemittelter Herr machte gern Holzschnitzereien, und hatte sich eine beträchtliche Geschicklichkeit darin erworben. Einmal war er mit einer riesigen Truhe beschäftigt, die er zu einem bestimmten Datum vollenden wollte. Als er eines Mvrgens in seine Werkstatt gwg, war er er-

staunt, zu sehen, daß während der Nacht irgend jemand ein großes Stück seiner Truhe geschnitzt hatte, und genau nach seinem Muster. Da er nicht einen Augenblick vermuthete, daß er Smlafwandler wäre und selbst die Arbeit im Schlaf ausgeführt hätte, machte er einen schrecklichen Lärm darüber, daß jemand so dreist gewesen wäre, sich in seine Arbeit zu mi-sch-n. und drohte, alle Dienstboten zu entlassen, wenn der Schuldige nicht gestehen würde. Keiner gestand jedoch. und die Dienstboten erhielten alle ihre Kündigung. Als er aber am nächsten Morgen seine Werkstatt betrat, war die Truhe ganz vollendet, und zwar drei Tage früher, als er berechnet hatte. Diesmal war die Arbeit des geheimnitzvollen Schnitzers nicht so gut wie die seinige. Tie wurde aber trotzdem an denjenigen abgesandt, dem sie zugedacht war. Am folgenden Morgen war ocs Haus in Aufregung. Die Diener entdeckten in der Werkstatt des Herrn eine massive Kommode, welche unbarmherzig nach dem Muster der Tags zuvor weggeschickten Truhe ausgeschnitzt war. Das ging natürlich über alle Begriffe. Ein zuverlässiger Diener sollte die Nacht hindurch wachen. Er entdeckte nichts. Der Herr glaubte, dieser Mann könnte eingeweiht sein, und beschloß eine Nacht lang selbst zu wachen. Aber er hatte zu gut gespeist, und schlies iuf seiner Wacht in der Werkstatt ein. Nach einiger Zeit schlich einer der Diener herab, um den gcheimnißvollen Schnitzer bei der Arbeit zu überraschen. Seine Erwartung erfüllte sich. Da stand der Hausherr in Hemdsärmeln und schnitzte an seiner Kommode mit allergrößtem Fleiß. Seine Demüthigung am nächsten Morgen kann man sich leicht vorstellen. Er begab sich sofort in die Behandlung eines NerVenarztes, und diesem verdanke ich diese Mittheilung. Der Patient wur de vollständig geheilt. Hd.

Tie Lüge. Eine pädagogische Bet r z ch t u ng . Alle großen Erfindungen und Entdectungen sind ein Erkennen der Wahrheit. und um zu ihr zu gelangen, mußten vorher viele Lugen beseitigt werden. So ist das ganze Leben der Einsichtigen ein einziger Kampf gegen die Lüge, deren Herrschaft immer noch unermeßlich ist. Ai Lüge beruht die Sucht, mehr scheinen zu wollen, als man ist, und vor allen Dingen mehr besitzen zu wollen, als man hat. In das Reich der Lüge gehört auch das ganz: weite Gebiet des Aberglaubens, das Kartenlegen, die Kurpfuscherei und dergleichen mehr. Lüge herrscht bei den Künstlern, die ausfallen und blenden wollen, ohne von dem Künstlerwirken und sittlichem Werth ihrer Werke selbst überzeugt zu sein. Und so tobt der Kampf auf der ganzen Linie. Hie Dummheit. Feigheit und Trägheit! hie Wissenschaft und Reformen! Dieselben Menscken. die ihren Kindern gebieten: Ihr sollt nicht lügen, leben selbst in einem Nell von Lügen, denn die Lüge des gesprochenen Wortes unterscheide: sich von der Lüge der Lebensgewohnheiten nicht ihrem sittlichen Grade nach, sondern nur dadurch, daß die eine uns als Lüge bewußt ist. die andere aber nur dumpf als etwas Unrechtes empfunden wird. Die Lüge des gesprochenen Wortes aber ist es. welche alle anderen Lügen nach sich zieht. Die Liebe ist der stärkste Feind der Lüge, die Strafe züchtet die Lüge. Ein Kind, das einer Lüge wegen geprügelt wird, nimmt sich oft vor, das nächste Mal geschickter zu lügen. Dem Kinde stets durch kurze, liebevolle Mahnung sittlichen Abscheu vor der Lüge einzuflößen, das ist der rechte Weg. es von ihr zu befreien. Ueberhaupt sollte man sich mehr bewußt sein, wie unendlich viel man bei einem Kinde erreichen kann, wenn man geduldig stets dieselbe Mahnung an sein Ohr klingen läßt. Mitunter fangen solche Mahnungen erst dann recht zu wirken an. wenn die Mahner schon längst im Grabe ruhen. Scharf muß unterschieden werden zwischen Lügen (aus Feigheit oder Bosheit) und Erdichtung oder Dichtung. Goethe hätte es gewiß als eine Beleidigung empfunden, wenn man ihm für seine Selbstbiographie den Titel: Wahrheit und Lügen" vorgeschlagen hätte. Welcher Mensch, dessen sittliche Grundsätze noch so streng wären. ergötzt sich nicht an Münchhausens Abenteuern oder Wielands Abderiten? Ein Lügner, welcher seinen Aufschneidereien das Geständniß voraufschickt: Ich lüge," ist nicht zu verurtbeilen. Dagegen ist es eine literarische Lüge, wenn man z. B. Personen und Situationen schildert, die in der Wirklichkeit unmöglich vorkommen können, während der Autor sichtlich das Gegentheil vrätendirt. So z. B. wenn am Schluß des Romans sie sich kriegen", während dieser Schluß nach Allem. waS vorangegangen ist. als eine Ungeheuerlichkeit erscheint. Man nehme z. B. an, in Schillers Räubern" bleibe Amalie leden und Heirathe ihren Karl. Der Leser und Theaterzuschauer, der sich das Nachdenken erspart, wird von diesem Ausgang höchst erbaut sein, und thatsächlich kommt ein solcher Schluß der ..Räuber" in einem Schauerroman mit dem gleichnamigen Titel vor. Die UnMöglichkeit aber, daß ein vielfacher Räuber und Mörder lmöaen seine edelmütbiaen Anlagen auch noch so groß

sein) einfach ins bürgerliche Leben zu rücktritt, ohne weiter behelligt zu wer den. liegt auf der Hand, -olche wider sinnige Darstellungen müssen in den sittlichen Anschauungen der Leser be dcnkliche Verwirrung hervorrufen. Die Scherzlüqe ist der Dichtung gleichzustellen und für erlaubt zu pal ten. sobald der Zuhörer weiß, daß t sich um Erdichtetes handelt. Ist letzte, res nicht der Fall, so entsteht die Fopperei, welche man nicht zu häufig anwenoen sollte, weil sie neben ihrem lügendaftcn Charakter auch den des chadenfrohen und Dem-anderen-überlegen sein wollenden trägt. Ganz verwerflich ist es. wenn man lügt, um der Lüge willen, um sich interessant zu machen. Diese Art der Lüge ist die Quelle der Verleumdungen und jener Sorte von Erdichtungen, die dem Aberglauben dienen, z. B. der Gespenstergeschichten. Unter Lüge" schlechthin versteht man gewöhnlich die Lüge aus Feigheit, diejenige, welche man ausspricht, um der Strafe zu ent gehen. Von ihr sagt das Sprüchwort, sie habe kurze Beine und eine Lüge führe immer sieben andere nach sich. Das Strafgesetzbuch kennt leine Buhe für Lügen, welche nicht unier'm Eide gesagt worden sind. Dagegen satten die Lügen des Angekalgten beim Verhör strafschärfend ins Gewicht, während umgekehrt ein offenes Geständniß die Strafe mildert. Wenn Eltern und Vorgesetzte sich diese- Verfahren doch zum Borbild nähmen! Aber leider finden wir nicht allzu selten, daß der offen Geständige hart bestraft wird, der frech Lügende aber frei ausgeht. Dadurch wird die Lüge großgezogen. Der niedrigste Grad der Lüge ist die Lüge aus Bosheit, die Verleumdung, welche ja auch gesetzlich bestraft wird. Bei ihr bewährt sich das prüchwort: Wer lüot. der stiehlt" direkt, denn wer verleumdet stiehlt dem Verleumdeten die Ehre, und das ist der schlimmste Diebstahl (wie Shakespeares Othello sagt), denn Geld und Gut ist leicht ersetzt, die Ehre aber schwer wiederhergestellt. Die größten Schwierigkeiten bietet das Feld der Nothlüge. Der spanische Dramatiker Ehegaray hat ein Schauspiel geschrieben: Wahnsinn oder Heiligkeit?" Der Held desselben bringt sich und seine Familie ins verderben, in dem er streng dem Wahrheitsgrundsatz In solchen Fällen, in denen es ungewiß bleibt, ob die Wahrheit oder die Nothlüge das Richtige ist. muh man sich mit den Goetheschen Worten trösten: Ein guter Mensch in seinem dunkeln Dränge Ist sich des rechten Weges wohl bemüht.

Eine graziöse Gestalt ist viel seltener, als man annehmen sollte. Für ge wöhnlich gehen die Frauen zu rasch. Die Griechinnen des A Irrthums, welche ihre Bewegungen wohl zu kontrolliren verstanden, breiten emen hastigen oder haspelnden Gang für ein Zeichen niedriger Herkunft. Die Angewohnheit, in steifer Haltung zu gehen, rührt hau fig von dem Tragen zu enger Kleidung, und diejenige, schwer aufzutreten, meist davon her. daß schon Kinder veranlaßt werden, ihre Schritte der Gangart der Erwachsenen anzupassen. Ein gewisse vornehmes Sichaehenlassen erhct das Wohlgefallen an einer graziösen Gestalt. Leicht, fest und doch unauffällig soll der Gang einer Dame sein; diel kann nur dann geschehen, wenn wedez Füße noch Knöchel eingngt werden. g Die Mädchen in Lima, der Hauptstadt Perus, sollen in ihrer Gesammtheit dem Begritie einer idealen Schönhei: mehr entsprechen, wie die Frautft anderer Länder. In ihrem Wesen sind sie, außerhalb ihrer Häuslichkeit, ernff und zurückhaltend innerhalb ibzit Häuslichkeit aber lebhaft und heiter, ol ausgelassen. Zwei der größten Eiz senbahngesellschaften Japans hab angekündigt, daß in Zukunft zu alle, Schreibarbeit nur noch Frauen verwen bei werden sollen. Man kann dem natürlichen Gelock der Kinderhaare nachhelfen, wenn man diese aufwärts, nicht abwärts bürstet. Das Abwärtsbürsten begünstigt dos glatte Wachsen der Haare. Kaufst Du fertiges Schuhwerk, so ?robire es stehend an. Beim Sitzen ist der Fuß weniger breit als wie beim Stehen. Ein Stückchen Stearinkerze kann die ganze Nacht brennen, wenn man etwas sewgepulvertes Salz bis zur Höhe des schwärzeigen Theiles des angebrannten Dochtes hinaufstreut. Das Licht wird dadurch zwar sehr gedämpft, brennt aber lange und gleichmäßig. Ein sreundliches Lächeln kann viel Unannehmlichkeiten mildern; es entwaffnet oft Widersacher; es erhöht den Reiz der chörcheit und mildert die Häßlichkeit, Weiche Eier, ierkochen und Eierkochen ist ein Unterschied", sagte unsere alte Tine immer, wenn eine andere ihr ins Handwerk gepfuscht und anstatt weicher, harte Eier, auf den Tisch geliefert hatte. Ja. sie hatte Recht. Aber sie hatte auch eine ganz eigenthümliche Art. stets gleichmäßig prächtige, weiche Eier zu erzielen. Wollt Ihr sie wis-, sen? Sie legte die Eier in einen erwärmten, tiefen Napf, goß soviel Wasser darauf, daß es etwas über ihnen stand, deckte dann d-n Napf gut zu und stellte ihn an einen nicht warmen Ort. Nach etwa einer Viertelstunde waren die Eier gar und Weihes und Gelbes so schön gleichmäßig weich, dah es eine wahre Freude war.

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