Indiana Tribüne, Volume 24, Number 274, Indianapolis, Marion County, 21 June 1901 — Page 1
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Triilünc öSLSSSSSSSSS, Xa.;c und SonntaasMatt lOe per Woche. Vrsctxeint feden NackxnTittag und Sonntag Morgens. Jahrgang 24. Indianapolis, Ind.. Freitag, den 21. Juni 1991. No. 274
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Enthüllung desKurfürften: Denkmals in Kiel. Tcr deutsche Kronprinz dl Bochum belästigt. Der russische ?:aiscr Wird den grohen deutschen Ma növern bei Tanzig beiwohnen. taffflft will eine neue Anleihe in Frankreich ansttrhmen. Diesmal find cö nur 125,000,000 Rudel. 'Hoffnungslose Spaltung in der briti tischen liberalen Partei. Dieselbe wird durch eine Rede Herbert H Asquith'S verursacht. ZkD dem deutschen Reich. Berlin, 21. Juni. Als sich am Donnerstag der Kronprinz Friedrich Wilhelm auf der Fahrt von Minden nach Bonn befand, trat in Bochum ein betrunkener Mann an den Eisenbahnwagen heran und schlug mit einem Stock nach dem Fenster, an dem der Kronprinz saß. Der Mann, der erklärte ein Handlungsgehilfe zu sein, wurde verhaftet. Er sagte, daß er nur gewünscht habe den Kronprinzen ganz iiiä der Nähe zu sehen. Aus zuverlässiger Quelle verlauter, cafe Mathieu Dreyfus. der die Kampagne für seinen Bruder Alfred geführt hat. nach Mülhausen im Elsaß zurückgekehrt sei. wo er das Besitztum con Albert Köchlin gekauft habe und rer Haupteiaenthümer der Firma RaMl Dreyfus & Co. geworden sei, die oon seinem Vater gegründet wurde. Alfreo Dreyfus bleibt in Frankreich. Der Reichsanzeiger enthält die Mitbeiluna. daß der KaiserWilhelm Herrn Emil Boas. General - Agenten der Hamburg - Amerikanischen DampferÄesellschaft in Amerika, den KronenOrden dritter Klasse verliehen habe. Kiel. 21. Juni. Im Park der inesigen Marine - Akademie wurde am Donnerstag in Gegenwart des Kaisers ano der Kaiserin und mit großartigem Zeremoniell ein Denkmal für Friedrich Wilhelm I.. den Großen Kurfürsten", enthüllt. Der Kaiser hielt eine Rede, in der er der jetzigen Generation die Carriere des Kurfürsten als Beispiel hinstellte. Der Kaiser nahm hierbei dieGelegenheit wahr, abermals seine Wünsche in öezug auf die Flotte zum Ausdruck zu bringen. In seiner Rede wies er darauf 'nn. daß der Große Kurfürst die BrannburgischeFlotte begründet habe; und :r sagte dann. daß. solange die Ossi ziere und Mannschaften der Flotte dem Beispiel des Großen Kurfürsten folg:cn, wir ohne Mühe jede schwierige Pbase in der Entwicklung der vaterlänoischen Flotte überwinden werden." . Der Kaiser und die Kaiserin unterhielten sich nachher mit einer Anzahl Offiziere und Mannschaften, die gerade Ittl China zurückgekehrt waren. Der Zar hat die Einladung des Kaisers Wilhelm zu den großen Herbstmanövern. die in diesem Jahre bei Danzig. in Westpreußen stattfinden, angenomwen. Die ..Neuesten Nachrichten" behaupten, daß Rußland wegen einer neuen Anleihe von 125,000,000 Rubel mit Frankreich in Unterhandlung steht. Die Kieler Regatta nahm am Donnerstag bei recht günstigem Wetter ihren Anfang. Es sind eine ungewöhnlich zroße Anzahl von Besuchern hier, durch die Anwesenheit des Kaisers Wilhelm angezogen. Auch nehmen Jachten von aller Herren Länder an den Wettfahrten Theil. Keine Bevorzugung der Kolonien. London. 21. Juni. Bn der Budget - Debatte im Unterhause sagte der Schatzamts - Kanzler. Sir Michae! Hicks Beach. daß er nicht beabsichtige, den Kolonien Bevorzugungen auf dem Gebiete der Zuckerzölle einzuräumen. Dies würde dem Schatzamte Revenuen entziehen und weder den Kolonien noch England nützen. Auch läge Gefahr vor, daß England von anderen Ländern, z. B. Deutschland, das Recht der Meistbegünstigung entzogen werden könnte, wenn den Kolonien Differential - Zölle für Zucker eingeräumt würden und er möchte den Handel Englands mit dem Auslande, welcher größer wäre als der mit den Kolonien, keiner Gefahr aussetzen. Aus China. T i e n T s i n . 21. Juni. Mit Erlaubniß der europäischen Truppen-
Kommandeure haben chinesische Zxuppen mehrere kleine Plätze in der Nähe von Aentsung. die kürzlich von den Verbündeten geräumt wurden, besetzt. General Lorne Campbell erklärt, daß die Soldaten, die kürzlich an dem blutigen Krawall zwischen Truppen verschiedener Nationen theilgenommen. so schwer bestraft werden würden, daß ähnliche Unruhen nicht wieder vorkommen dürften. London, 21. Juni. Dem .Standard" wird aus Shanghai geneldet, daß General Tung Fu Hsiang 'ine starke Streitmacht alter gedienter Truppen zusammenziehe, um in den lordwestlichen Provinzen eine Rebelton anzuzetteln. Der Krieg in Südafrika. L o n d o n . 21. Juni. Der Daily Turoä" wird von Herrn Henry W. Masiingham berichtet, daß bereits 6000 ap-Kolonisten sich den Boeren ange'chlossen haben. Wohl nicht so schlimm. London. 21. Juni. Der Daily Mail" wird aus Wien gemeldet, daß Der Dramatist und Novellist Arthur schnitzler aus den Reihen der österreichischen Reserve-Offiziere ausgestoßen lnd vom Ehrengericht infam kassirt sei, weil er eine Novelle geschrieben hatte, vorin er das Duell verspottet. Lord Pauncefote legt den Eid ab. London. 21. Juni. Lord Pauncefote of Preston. der britische Botschafter in den Ver. Staaten, der kürzlich in den Pairsstand erhoben wurde, legte am Donnerstag im Oberhau den Eid ab, worauf er seinen Sitz ?innahm. zum ersten Male während der ichigen Palamentssitzung. Die britische Flotte kritisirt. L o n d o n, 21. Juni. Die Daily Nail" veröffentlicht ein Schreiben von dem Kontre-Admiral Lord Charles Beresford, in dem sich der Admiral Über die ungenügende Stärke und sZriegstüchtigkeit der britischen Mittel-weer-Flotte beklagt Der Admiral sagt in dem Schreiben, daß es ihm seine Pflicht als Zweithöchster im Kommanoo der Flotte verbiete, die Gründe für seine Kritik offen anzuführen. Eine Rede Asquith's. London, 21., Juni. Herbert H. Asquith, der frühere lieberale Sekretär oes Innern, protestirte am Donnerstag Abend bei einem Diner von Liberalen dagegen, daß die Resolutionen, die am Nittwoch Abend von der Pro-Boeren-Versammlung in Queens Hall angenommen wurden, als ein Programm der liberalen Partei angenommen würden. Er erklärte, dah die UnabEngigkeit der Boeren-Staaten unmöglich sei und die Liberalen ein freies, föderirtes Süd-Afrika nach canadischem und australischem Muster befürwarteten. Herr Asquith sagte weiter, daß die Liberalen, die sich seinen Ansichten anschlössen, als Schismatiker verschrieen würden, sie ihre Ansichten aber keineswegs geändert hätten. Sie hätten immer die Kriegspolitik verdammt und sie seien jetzt der Ansicht, daß es der Nachwelt überlassen werden müsse, die Ereignisse der letzten JaHre im rechten Lichte zu beurtheilen. Des weiteren sagte er, am Anfang des Krieges habe er geglaubt, es sei möglich, den früheren Status der beiden südafrikanischen Republiken wieder herzustellen, gegen seinen Willen sei er jetzt aber gezwungen, die Nothwendigkeit der Annexion anzuerkennen. In politischen Kreisen ist man der Ansicht, daß Herr Asquith mit seiner Kede eine vollständige Trennung der beiden Flügel der liberalen Partei zu Stande gebracht hat. Den Konservativen macht dies natürlich die größte Freunde. Gestrandet. Aden. 21. Juni. Der deutsche Shoner Asturia", von Jokohama nach Hong Kong bestimmt, ist bei RasJerdaffoon. an der Einfahrt zum Hafen von Aden, gestrandet. Das Fahrzeug, das 750 Tonnen Zinn an Bord hat. wird wahrscheinlich zu Grunde gehen. Die Mannschaft des Shoners ist hier gelandet worden. Wild'F'revel. Denver. Col., 21. Juni. D Staatsbehörden haben in den letzter Tagen Hirsch-, Elk- und Antilopen Häute in großen Mengen in den Ma gazinen von L. A. Watkins & Co. M. Solomon & Co., I. L. Brown und E. McLain beschlagnahmt und di, sämmtlichen Mitglieder der Firmer verhaftet. Man erwartet, daß auch U Colorado Springs Verhaftungen vorgenommen werden. Die obigen Firmen und solche in Colorada Springs werden gemeinschaft: lich beschuldigt. Männer angestellt' zu haben, um Hochwild blos der Häut, wegen zu todten, zu einer Zeit, in bei das Jagen verboten ist.
Bit Blutvergießen
m Kam es bei dem Streik der Kohlenaraber in WestBirgmien. Die Lage noch eine recht gefähr liche. Die Jagd nach den Theriffsmörder an der mexikanischen Grenze. Weiteres über das Lynchgericht bei Shreveport, La. Die Siour City & Pacific Eisenbahn Für Rechnung der Regierung verkauft. Harmonie unter den Republikanern von Cuyahoga County. Tcuator Hanua hält eine wirk same Rede. Blutiges Renkontre. M a t e w a n . W. Ba.. 21. Juni. Der lang erwartete Zusammenstoß zwischen Unions- und Nicht - UnionsBergleuten hat jetzt stattgefunden und mit Blutvergießen geendet. Am Don - nerstag marschirten mehrere Hundert Unions - Bergleute, welche am Streik waren, gegen die Maritime Gruben, wo Nichtunions - Arbeiter beschäftigt werden. Sie versuchten in die Gruben einzudringen, aber die Eigenthümer mit zwanzig bewaffneten Wächtern versperrten ihnen den Weg. Superintendent Lambers führte die Aufsicht über die in den Gruben arbeitenden Leute und da die Union - Arbeiter seine mehrfach wiederholte Warnung, von Gewaltthätigkeiten abzustehen, nicht beachteten, so gab er den Befehl zum Feuern. Eine Salve von 59 Schüssen krachte in die Angreifer. Boyel Mastln und Riley Johnson wurden tödtlich und Sam Antritt schwer verwundet. Die Union-Arbci-ter feuerten nicht zurück, sondern zerstreuten sich und schworen, Rache nehmen zu wollen. Alle Unions - Bergleute in Mingo County werden am Freitag hier erwartet und es wird voraussichtlich zu erneuerten Krawallen kommen. Sheriff Hatfield hat 50 Gehilfen vereidigt und sagt, er werde seine Schuldigkeit thun. Sollten die Unionleute weitere Angriffe unternehmen, so läßt sich schlimmes Blutvergießen nicht vermeiden. Das Lynchgericht in Benton, La. B e n t o n, La.. 21. Juni. Das Lynchen der beiden Neger (Smith und McLand, in der Nacht zum Äonnerstag. hat hier nur wenig Aufregung verursacht. Es waren so überzeugende Beweise dafür erbracht worden, daß Smith und McLand sich mit Anderen gegen die Weißen verschworen hatten, daß man es für gefährlich hielt, die beiden noch länger am Leben zu lassen. Die Bewohner von Bossin Parish beschlössen daraufhin, die Beiden im Interesse der Aufrechterhaltung von Rutje und Ordnung kurzwegs aufzuknüpfen. Die Polizei hat die folgenden Thaksoeben im Laufe der letzten Tage ermittelt: Die Organisation, an deren Spitze der Prophet" Smith stand, wurde in Houston. Tez., gegründet und war dort als die Kirche des lebenden Gottes ' bekannt. Der Supreme Council. der die Kirche" beherrschte, bestand, wie aus den der Polizei in die Hände gefallenen bedruckten Briefbogen ersichtlich ist. aus Smith und McLand. die gelyncht wurden und Prinz" Edwards, dem Mörder von John Gray Foster. Als Smith nach Louisiana kam. etablirte er sich in Shreoeport, er wurde aber von dem Polizeichef Lake als gefährlicher Charakter ausgewiesen. Nach der ErwordungFosters wurde die Wohnung Smiths durchsucht, und die Polizei fand darin die heilige Arche" der Kirche, aus einem grob zusammengezimmerten Kasten bestehend, der innen und außen mit Hoodoo" - Zeichen versehen war. Als die Polizei den Kasten anfaßte, bemächtigte sich der Neger große Furcht und sie sagten, daß bisher nur ein Mensch nahe genug an die Arche" herangekommen sei. um die Hände darauf legen zu können. Die Mitglieder der Kirche, die alle ,,Prinzen" waren, hielten regelmäßige Versammlungen ab. über die Smith, der den Titel ..König" führte, den Vorsitz führte. Nachstehendes ist oie wörtliche Abschrift eines Protokolls über eine j.'ner Versammlungen, die auf der Foster Plantage stattgefunden kutt:. Es ht daraus bervor. wie die Wtan ihre Geschäfte'erledigten und wie sehr i
mity und leine Anhänqer den Volt
zeichef von Shreveport und Foster. den ermordeten Plantagenbesitzer, haßten: Der Supreme Council der Roy:! Archivs des Königreichs Gottes hielt eine Versammlung ab. Gesungen wurde Dunkel war die Nacht". Die Sitzung wurde mit dem Verlesen des 32. Kapitels von Jesaia begonnen., Nachdem F. K. Smith, der Könia, die Versammlung eröffnet, erklärte er von Gott aufgefordert worden zu )txn, die Prinzen" zusammenzurufen, um darüber zu entscheiden, was mit dem Polizeichef und seinen Leuten geschehen sclle. die es gewagt, den König der Kirche Gottes in Shreveport zu belästigen. Prinz Webfr, der sich zuerst erhob, sagte, er sei dafür, daß man sechs Monate göttliche Strafe für den Polizeichef verlange. Prinz Hicks erklärte damit übereinzustimmen. Ebenso Prinz McLand. und Prinz Johnson und Prinz Edwards. Alle stimmten darin überein, daß sechs Monate Strafe für den Polizeichef Lake von Shreveport verlangt werden sollen. Der nächste Fall betraf Diejenigen, die an dem Gebäude rüttelten. Es wurdc beschlossen, daß alle, die an dem Gebäude rütteln, innerhalb oon vier Tagen mit dem Tode bestraft werden so!len." Es wurde auch beschlossen, daß I. M. Foster gequält werden solle, bis er seine Einwilligung dazu gebe, daß alle Heiligen die Plantage verlassen." Smith gestand während der Nacht, wo er gelyncht wurde ein, daß er das Gewehr geladen habe, mit dem Foster getödtet wurde. Es sind auch viele aufreizende Briefe gefunden worden, die von Smith und seiner Bande geschrieben worden waren. Die Entdeckung dieser Beweise von einer gegen die Weißen gerichteten Verschwörung führte zu dem Lynchgericht der vergangenenNacht. Der Sheriff Thompson von Beil:-:: Parish machte keinen Versuch die Hinrichtung zu verhindern, da er der Menge gegenüber doch mschtlos war. Edwards, der Neger, der John Gray Foster getödtet hat, ist soweit noch nicht eingefangen worden. Solange er nickt verhaftet worden ist. wird den andern in Benton eingesperrten und der Mitschuld an der Ermordung Foster's av.--geklagten Negern wahrscheinlich keir Leid zugefügt werden. Verheerendes Unwetter. Marion, Ind.. 21. Juni. Ein Gewitter von ungewöhnlicher Heftigkeit zog in der Nacht zum Donnerstag über hiesige Gegend hin. Die Saaten wurden in der ganzen Umgegend stark beschädigt. Die Erste M. E. Kirche wurde vom Blitz getroffen und stark beschädigt, wie auch die Wirthschaft von James Rowan in der Nähe der Soldatenheimath. Es befanden sich zur Zeit fünf Männer in der Wirthschaft und alle waren eine Zeit lang besinnungslos. sie kamen aber wieder zu sich und sind jetzt wohl und munter. Mörderische Mexikaner. San Antonio. Tex.. 21. Juni. Eine Depesche aus Cotrella meldet, daß Gregorio Cortez, welcher angeblich die Sheriffs Morris und Glover ermordet haben soll, sich innerhalb weniger Vceilen von Cotrella befindet, aber noch nicht verhaftet worden ist. Jedoch sind Sheriff Bann von Kerr County und Sheriff Hill mit einer zahlreichen Mannschaft dem Kerl auf der Spur. Die Beamten haben sich nach Two Hig und von dort den Fluß hinunter begeben. um des Desperados Entkommen zu verhindern. Sheriff Kinsel ist Cortez dicht auf den Fersen und theilte dem Hilfssherifs Maltzberger telegraphisch mit, daß Cortez in der Nähe von Millet gesehen, aber noch nicht dingfest gemacht war. Indessen zeigten Blutspuren und mehrere niedergebrochene Zäune daß Cortez' Pferd bei dem gestrigen Rencontre verwundet und nicht mehr im Stande war. über die Zäune zu setzen. Bald darauf fanden die Verfolger das Pferd verlassen in völlig erschöpftem Zustande und Spuren deuteten nach einem Dickicht, in welchem sich Cortez vermuthlich verborgen hält. Dies wurde im Verlaufe weniger Stunden von starken Sheriffsmannschaften umstellt und man hofft jetzt seiner bald habhaft zu werden. Um 7 Uhr 50 Minuten Abends verließ eine Sheriffsmannschaft von 2C Beamten San Antonio, um bei der Durchsuchung des Dickichts nach Cortez hilfreiche Hand zu leisten. Die Leute sind alle schwer bewaffnet und nahmen Bluthunde mit, welche man in das Dickicht gegen den Desperadc hetzen will. Cotilla, indessen Nähe Cortez umstellt ist, befindet sich 9C Meilen von San Antonio und 50 Meilen von der mexikanischen Grenze. Seit den letzten Zusammenstößen zwischen den amerikanischen Behörden und den Banditen im südwestlichen Texas sind bereits sechs Leute getödtet (drei amerikanische Beamte und drei Mikaner). sechs verwundet salles
-Mexikaner, varumer eine grau) und neun gefangen worden.
Am 12. Juni wurde Sheriff W. T. Morris von Karnes County getödtet und ein Mexikaner verwundet. Am 14. Juni wurden CountySheriff R. M. Glover und Konftabler Henry Schnabel getödtet und drei Mexikaner verwundet, darunter eine alte Frau, welche durch beide Hüften geschossen wurde. Am 15. Juni wurde in Ottine ein Mexikaner getödtet, als er sich seiner Verhaftung widersetzte. Am 16. Juni wurde ein Mexikaner getödtet und ein anderer verwundet, als er sich den Beamten widersetzte. Am 1?. Juni wurde von den GrenzPolizisten unter Leutnant Sanders ein Mexikaner getödtet. einer verwundet und einer gefangen. Harmonie die Parole. C le v e lan d. O., 21. Juni. Gcgen alles Erwarten herrschte am Donnerstaa auf der republikanischen Coun-ty-Konvention die schönste Harmonie. Senator Hanna befand sich auf der Bühne und er hielt eine wirksame Rede im Interesse des Friedens zwischen den beiden Faktionen der Partei. Selten." sagte er. haben wir eine Kampagne geführt, die so wichtig war wie diejenige im vorigen Jahr und bei der es sich um so wichtige Fragen handelte. In diesem Jahr sind die VerHältnisse aber dieselben. Der Ausfall der Wahlen ist von großem Einfluß auf die Politik des Präsidenten unc wir sollten ihn unterstützen. In diesem Jahr hat die Legislatur einen Nackfolger für meinen distinguirtcn Kollegen Senator Foraker zu erwählen und wir sollten vereint seine Wiedererwählung verlangen. Die'Leaislatur. die seinen Nachfolger erwählt, hat auch dieNeueintheiluno der Kongreßdistrikte in Ohio zu besorgen und davon hängt das Schicksal von j rt - r mm ? i r fNti . weNlguens fUNsciigneoern oer zyiuci Kongreßdelegation ab. ,.Es ist zwecklos, zu wiederholen, wae die republikanische Partei in den letzter paar Jahren alles für das Land gethan j hat. Es ist nicht nöthig, daß ich Wm I McKinley in den ersten Rang der Prä- j sidenten der Ver. Staaten stelle. Er. ist nicht nur der Präsident, sondern eir j Mitbürger und ein Freund. Wenn ihtr ! irgend etwas Freude machen würde, j dann ist es, daß dieses Reden von Har! monie kein oberflächliches ist. Wa. mich betrifft, so wünsche ich dasselbkl von ganzem Herzen. Die republikanische Partei hat mick j mehr geehrt, als ich verdient habe. In , Jahre 1890 fühlte ich. daß die Prosperität des Landes von dem Ausgang bei , Wahl abhing. Es waren neue Jssues , in den Wahlkampf eingeführt worder und viele ehrliche Republikaner warer irregeführt worden. Kein Argument ist so gut wie eir Beweis durch Thatsachen. Die xtpd blikanische Partei versprach dem Lande daß wenn Wm. McKinley erwähl! würde, alle Versprechungen von Prosperität erfüllt werden würden. Und si sind erfüllt worden. Das erneute Ver trauen des Volkes kam mit der Erfül lung der Versprechungen. Laßt uni die Opposition in Ohio und in der Ver. Staaten benachrichtigen, daß sick die Reihen der Republikaner füllen unt sie sich für den Kampf im Jahre 190 i vorbereiten." Die Nominationen. die nachher ge macht wurden, waren ziemlich gleich mähig auf die beiden Faktionen vertheilt. Verdächtigung. E v a n s v i l l c. Ind.. 21. Juni. -In Gentryville, einem kleinen Ort ir Spencer County. herrscht große Auf regung in Folge des mysteriösen To des von George Walters. 26 Jahre alt Spät am Mittwoch Abend wurde a todt in seiner Wohnung aufgefunden Seine Frau behauptet, daß er Selbst mord begangen habe, Nachbarn, die ge hört hatten, wie das Paar sich heftic zankte, wollen dies aber nicht glauben Der Coroner untersucht jetzt die An gelegenheit. Frau Walters bestani darauf, daß die Leiche sofort und eh' ein Jnquest abgehalten werden könnte beerdigt werden sollte, dies wurde abei verweigert. Der Verschwörung angeklagt. Chicago. Jlls., 21. Juni. Simon und Jacob Waixel. Oscar Tuck Horn, Leon Frank. H. Fenfterstock Louis Lambert und Benjamin unX Michael Ettelson wurden am Donners tag unter der Anklage an die Grohge schworenen verwiesen, an einer Ver. schwörung zum Betrügen von Feuer Versicherungsgesellschaften betheilig' gewesen zu sein. Gegen acht ander, Personen sind Verhaftsbefehle ausge stellt worden. Benjamin Ettelson ist ein ehemalige, Detektiv. Die Männer sind angeklagt kleine Waarenvorräthe übermähicock versichert und dann. Feuer angelegt zr baben. um die Versicherungssummen i erhalten. In zwei Jyhxen sollen fit
aus diese Welse die 'ers.erungsgejellschaften um 575.000 gebracht haben. Fort mit Schaden! W a s h i n g t o n . D. C.. 21. Juni Das Interesse der Regierung an bei Sioux City und Pacific Eisenbahr wurde am Donnerstag im Schatzam' auf Auktion für Zl.872,000 baar uni einen Kredit von S250.000 für der Transport von Pastsachen und Truppen verkauft, und zwar an die Chicagl und Northwestern R. R. Co.. die di, Sioux City & Pacific Bahn seit eintger Zeit gepachtet hat. Der Gesammtanspruch der Regie: rung betrug 54.184.589. nach der vor Sachverständigen vorgenommenen Abschätzung konnte aber kein höhere, Preis erlangt werden. Die Schult rührte von der Ausgabe von Bond! seitens der Ver. Staaten zu Gunster der Eisenbahn - Kompagnie unter den Gesetz vom Juli 1862 und Juli 1864 her. Das Kapital betrug $1.628.32C und die aufgelaufenen Zinsen hatten eine Höhe von tz2.556.289 erreicht. Civilregierung auf den Philippinen. W a s h i n g t o n . D. C.. 21. Juni Die Civil-Regierung wird am 4. Juli auf den Philippinen etablirt werden. Richter Wm. H. Taft wird CivilGouverneur werden, er wird aber an der Spitze der Philippinen - Kommission bleiben, die fortbestehen wird. Der Befehl, demgemäß Richter Taft zum Civil - Gouverneur ernannt wird, wird binnen Kurzem durch denKriegsSekretär bekannt gemacht werden. Doppelmord. Fort W o rt h , Tex.. 21. Juni. Henry Moore, ein Vormann in den Werkstätten der Fort Worth & Denver Eisenbahn, hat am Mittwoch Abend in einem Weinzimmer in hiesiger Stadt seine Frau und H. H. Russell erschossen. Moore, der schon lange Verdacht auf seine Frau hatte, folgte ihr am Abend nach der Wirthschaft und er fand sie dort allein in einem Zimmer mit Rufscll. Er schlug beide zuerst in fürchterlicher Weise mit dem Kolben seines Revolvers und dann erst beaann er zu schietzen. Seine Frau war todt, als sie gefunden wurde, und Russell starb ei nige Minuten später. Moore befindet sich in Haft. Drohungen der Anarchisten. N e w Y o r k, 21. Juni. Der hiesige italienische Konsul, Giovanni Branchi, hat das folgende Schreiben von einem Kommittee von englischsprechenden Anarchisten erhalten, die während der Woche hier eine Versammlung abgehalten hatten: Da wir von den Gesinnungen der Patersoner Kameraden unterrichtet sind, ersuchen wir. die englischsprechenden Anarchisten von New Jork und Umgegend, Sie dringend, in Zukunft keine Spione mehr zu benutzen. Wir befürchten, daß es zu Blutverarießen führen wird, wenn Sie fortfahren, Spione zu beschäftigen. Das Kommittee. New York, 18. Juni 1901." Die Versammlung war von prominenten Führern der anarchistischen Gruppen in Philadelphia, Providence und Boston besucht. Vier von den neun Männern, die anwesend waren. sind Aerzte. Die Versammlung mt einberufen worden, weil die Patersoner Anarchisten in einer am Montag abgehaltenen Versammlung gewisse Drohungen ausgestoßen hatten. Es wurde beschlossen, das Schreiben an den italienischen Konsul zu schicken und die Patersoner Anarchisten verpflichteten sich inzwischen, in den nächsten sieben Tagen keinen Gewaltakt zu begehen. Wenn diese Zeit abgelaufen ist. wird es sich herausstellen, ob der italienische Konsul beschlossen hat, das SpionierSystem abzuschaffen, das nach der Ermordung des Königs Humbert eingeführt worden ist. Der italienische Konsul weigerte sich. etwas über die Angelegenheit zu saa.cn. Drei Männer getödtet. Hendricks. W. Va.. 21. Juni.Vei hiesiger Stadt brach am Donnerstag eine Eisenbahnbrücke zusammen auf der ein Konstruk.'ionszug stan) William Booker. ein Maschinnmeister ein Heizer Namens Crawl und ein Arbeiter kamen dabei ums Leben und eir Dutzend Arbeiter wurden mehr ode, weniqer schwer verletzt. Die That eines Wahnsinnigen. Bloomington. Jlls.. 21. Juni. In Brokow in diesem Counly. hat T. I. Reece. ein Farm-Arbeiter. einen prominenten jungen Farmer Namens John Joung geschossen und tödtlich verwundet. Reece steckte dann einen Strohhaufen in Brand, schoß sich eine Kugel in den Kopf und fiel in die Flammen in denen er verbrannte. Es scheint, daß der Mann plötzlich wahrlinis geworden ist. Weitere Depesche , au? Seite 5.
