Indiana Tribüne, Volume 24, Number 271, Indianapolis, Marion County, 18 June 1901 — Page 1

Tribüne 1 SSLS?S5 Cogc und aac und Sonntasblatt per Woche. Sonntag c-blatt lOe Per wOifjc. Grsltxeint feden il ad? mittag und Sonntag Morgen. Jahrgang 24. Indianapolis, Ind. Dienstag, den 18. Juni 1861. Ro. 271

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Die Bcde des Grafen von ?Zttlow

Bei der ?nthüttnng des Bismarck-Denkmals Zo'i Den Kaiser Wilhelm vcrHä stimmt habell. Die liberale Presse lobt aber den Kanzler wegen der Rede. Bcmerkenswcrthe Feier in Hachcn. bürg, Hessen - Nassau. Ocstcrrrichcril und einem Franzosen gewidmete Tenkmäler enthiillt. ?cr Krieg in End-Afrika. A n 3 d e m deutschen Reich. Berlin, 18. Juni. Die deutscken Zeitungen enthalten heute lange Berichte über die am Sonntag stattgefundene Enthüllung des BismarckDenkmals in Berlin. Im Allgemeinen lobt die liberale Presse die Rede des Grafen von Bülow, während die tonservatioen Zeitungen, mit nur wanigeu Ausnahmen, die Rede gar nicht erwähnen. Herr Eugen Richter erklärt, daß Äraf von Bülow entschieden Lob dafür gebühre, daß er sich den am Hof über Bismarck gehegten Ansichten nicht anschließe, und daß er ihn nicht ..Großptä Diener" und Werkzeug der Arbeiter" genannt habe. Der Kaiser soll unzufrieden damit sein, daß Graf von Bülow sich in so offener und männlicher Weise über Zismarck ausgesprochen hat. Der Unwille des Kaisers soll sich auch darin gezeigt haben, daß er am Sonntac, keine Orden verliehen hat, lelbst nicht oen Mitgliedern des Denkmal - Kommittees, das Jahre lang, ohne Bergütung zu erhalten, sich abgemüht hat. am die Errichtung des Denkmals möglich zu machen. Auch scheint es. daß oer Kaiser mit der künstlerischen Aus'ührung des Denkmals nicht zufrieden ist, und darin stimmt die Presse und )as Publikum im Allgemeinen überein. Das Kleine Journal" nennt die symbolischen Figuren am Piedestal eine Nenagerie. Die Kreuzzeitung" weist darauf hin. daß die sämmtlichen Mitglieder oes Centrums im Reichstag der Ent)üllungsfeier ferngeblieben seien. Die Bofsische Zeitung" und das .Tageblatt" loben ganz besonders den Ärafen von Bülow wegen seiner bei 5ti Enthüllungsfeier gehaltenen Rede. Eine bemerkenswerthe Feier fand im Sonntag in Hachenburg, Hessenttassau. statt. Es wurden dort in Gezenwart des französischen und des öst?rreichischen Militär - Attaches in Ber(in, sowie Vertretern von 55 deutschen Veteranen - Vereinen zwei Denkmäler 'ingeweiht, von denen eins von Oesterreich zum Andenken an die im Jahre 179 während des Kriegs mit Frankreich gefallenen Oefterreicher, und das indere dem französischenGeneral Mar,eau errichtet wurde. Der Letztere war m 20. September 1796 auf einer Rekognoszirung bei Altenkirchen tödilich verwundet worden und starb drei Tag: später. Bei der Einweihung dieser Denkmäler spielten die Musikkapellen die Marseillaise und die österreichische Rationalhymne. Der französische Attache brachte drei Hochs auf den Kaiser Wil!ielm aus und der österreichische drückte Vertrauen in das Zusammenhalten des Dreibundes aus. Eine große Anzahl deutscher Armeeund Marine - Offiziere, sowie hohe Civil- und Militärbehörden aus den benachbarten Städten wohnten der Feier bei. Der Krieg in Südafrika. L o u d o n . 18. Juni. Die Lage in Südafrika hält man hier jetzt wieder für sehr unbefriedigend. Man glaubt, daß die Boeren fortwährend Rekruten von den holländischen Distrikten im Kapland erhalten, und trotz der kühlen Versicherung des Kolonialsekretärs Chamberlain. daß der Kriegsfunke nur noch schwach glimme, scheint es, daß der Funke wieder zur hellen Flamme geworden ist. Im Unterhaus werden die Liberalen die Regierung demnächst in Bezug auf den Borschlag, daß die Verfassung in der Kapkolonie suspendirt werden solle, interpelliren. Man ist allgemein der Ansicht, daß Herr Chamberlain und Lord Milner sich noch besinnen werden, ehe sie diesen Schritt thun. Advokaten sind der Ansicht, daß dies nur laut Parlamentsbeschluß geschehen könne, und unter den jetzigen Verhältnissen wird die Regierung es kaum wagen.

ck' vponnon rn Bezug cuj eine solche Frage herauszufordern. London. 18. Juni. Im Unterhaus sagte am Montag der KriegsSekretär. Herr St. John Brod-rick. eine bezügliche Frage beantwortend, daß sich 40.229 Personen in den ..Konzentrations - Lagern" im Transvaal und im Oranje Staat befänden. Im Monat Mai seien in diesen Lagerr 98 Männer und Frauen und 318 Kinder gestorben. Bei Ankündigung dieser Wahlen erschollen Rufe wie ..skandalös" etc. Herr Broderick fügte hinzu, daß Die Behörden Vorkehrungen träfen, um die Frauen und Kinder freizulassen, die Freunde hätten, die sich ihrer annehmen würden, die Regierung könne sich aber nicht darauf einlassen, sie an abgelegenen Orten mit Lebensmitteln zu versehen. Belgrad, Serbien, 18. Juni. Ein ernstlicher Aufstand hat in der türkischen Stadt Rovi Bazar stattgefunden. Eintausend Albanesen rebellirten in Folge der Ernennung eines anpopulären Vize - Gouverneurs, und sie zwangen ihn zu entfliehen. Die Aufständischen griffen dann die serbische Bevölkerung an. Als die Depesche von Rovi Bazar abging. w ren alle Läden der Stadt geschlossen und die Häuser verbarrikadirt. Kämpfe in Somaliland. London. 18. Juni. Das auswärtige Amt ist von dem Generalkonsul in Somaliland benachrichtigt worden. daß die gegen den ..Mad Mullah" t.bgeschickte Erpedition am 28. Mai heftige Kämpfe zu bestehen hatte. Die fliegende Kolonne von berittener Infanterie unter Kapt. Merewethcr stieß während eines Nachtmarsches auf das Vorrathslager des Mullah und erbeutete 5000 Rinder. Ein prominenter Häuptling wurde gefangen genommen und ein anderer getödtet. Die Hauptmacht der Briten, unter dem Oberst Swayne brach am 2. Juni nach Eldab auf. Kapt. Mac Neill wurde mit 300 Mann zur Bewachung von Zariba zurückgelassen, während aber Swaynes Kolonne gegen die Operatlonsdasis des Mullah vorging, griff dieser mit 3000 MannZariba an. Dreimal griff er den Platz an. er wurde aber schließlich, nachdem er 500 Mann verloren hatte, vertrieben. Die Briten in Zariba hatten zehn Todte und neun Verwundete. Der Mullah ist jetzt von seiner Operationsbasis abgeschritten und ein Entscheidungskampf steht bevor.

Wahrscheinlich nicht der Rechte. London 18. Juni. Charles Lilly White. welcher ein naturalisirter amerikanischer Bürger zu sein vorgiebt und seit 1885 in den Vereinigten Staaten gelebt haben will, wurde im letzten November in Neu - Seeland wegen Mordes, Raubes und Brandstiftung, welche er als Oskar Blade in Colchester, England, im Jahre 1893 begangen haden soll, verhaftet und nach England zurücktransportirt. Er hatte am Montag sein erstes Verhör bei verschlossenen Thüren zur großen Enttäuschung einer sensationslüsternen Menge, welche sich in dem Gerichtszimmer angesammelt hatte. Die Auffindung von Angehörigen, welche der Angeklagte in Leeds zu haben vorgab, scheint indessen die Anklage zu entkräften. daß der Verhaftete mit dem Mörder identisch ist. ArthurBlatch ermordete und beraubte im Jahre 1893 einen gewissen Arthur Welch in Colchester. England, und legte Feuer an die Schneiderwerkstätte seines Opfers, um sein Verbrechen zu verdecken. Blatch entkam und es konnte von dem Verbrecher keine Spur entdeckt werden, bis ein Mann, auf welchen das Signalement paßte, am 6.Rovember 1900 in Wellington, Neu-See-land, verhaftet wurde. Zwei Einwohner Londons identifizirten den Gefangenen mit voller Bestimmtheit als Blatch. doch behauptete derselbe. Charles Lilly White zu heißen und eine Tante Namens Caroline Cook in Chicago zu haben. Er behauptet ferner, von 189293 im Staate Washington anfäßig gewesen zu sein und hatte für diese Behauptung auch dokumentarische Belege. Auch ist der Gefangene ein Maler und Musikkundiger. Fähigkeiten. welche der Mörder Blatch nachweislich nicht besaß. Aus Afrika. London, 18. Juni. Sir Harry Hamilton Johnston. der SpezialKommissär für das Uganda-Protekto-rat. ist nach einer Abwesenheit von zwei Jahren nach London zurückgckehrt. Seine Berichte über Uganda haben viel Aehnlichkeit mit den Beschreibungen Henry H. Stanley's von Darkest Africa". Sir Harry erklärt, daß die Umgegend von Moantel Gon in Folge der beständigen Kriege, welche die verschiedenen Stämme untereinander führen, ganz entvölkert und die Gegend daher

ganz autzerordentltch retch air Wild sei, das so zahm ist wie das in den englischen Hirschparks. Zebras und Antilopen kann man sich bis aus zehn Dards nähern und es ist: gar kein Sport, sie zu tödten. Auch Elephanten und- Rhinoceros kommen massenhaft vor und die 26 wen in Uganda sind so beschäftigt mit dem Auffressen von Antilopen, daß sie eine vorbeiziehende Karawane gar nicht beachten. Der Kommrssär hat in diesem Lande auch die prähistorische Gi raffe entdeckt und er beabsichtigt, die erwähnte Region als Natur-Park zu referviren. Sir Harry hat auch im CongoWald eine Rasse von Affen-Menfchen photographirt. die von den Waldzwergen Stanley's ganz verschieden sind. Er hat auch phoographische Aufnahmen von ihrer Sprache und ihrer Musik gemacht. Des Weiteren erklärt Sir Harry. daß in diesem Lande zwölf Varietäten von Gummi-Bäumen in unerschöpflicher Menge vorhanden seien. Aus y r n a . London, 18. Juni. Eine Spe zialdepesche aus Shanghai sagt, das in chinesischen Kreisen kursirendcn Ge, rüchten zufolge, die Kaiserin-Wittwt nach Ankunft des Hofes in Kai Fana Fu ankündigen werde, daß der Kaisn Kwang Su von Briganten getödtct worden sei und der Sohn des Prinzen Tuan den Thron bestiegen habe. Du Kaiserin Wittwe werde dann in Kai Fang Fu eine neue Hauptstadt etabliren, die mit Nanking durch eine Eisen bahn verbunden werden soll. Den Kontrakt für diese Eisenbahn soll John C. Ferguson von Boston erhalten, der die Absicht habe, die Konzession an die R'lssen zu verkaufen. Ferguson soll in dieser Angelegenheit im Jnteress, von Li Hung Chang und des Tao Tai 6 Shang handeln. Paris, 18. Juni. Eine im aus wärtigen Amt von Peking eingetroffen! Depesche enthält die Mittheilung, daf nach der Versammlung der Gesandter vom Samstag nur noch zwei Punkte z:: erledigen übrig blieben, nämlich du Feststellung des Werthes des Tacldessen Entwerthung verhindert Werder soll und der jetzt ungefähr 4 Frcs. 7s Centimes werth ist. und zweitens, bis Forderungen der Länder mit schlechten Kredit, wie Rußland und Japan, ir Bezug auf die Bonds-Frage. Diese Länder verlangten eine ver hältnitzmäßig größere Zahl von Bondi wie die anderen Länder, weil sie gczwungen sind, höhere Zinsen zu bezahl len. Diese Forderung ist von den anderen Gesandten gerade nicht enthusia stisch aufgenommen worden und Wirt noch zu einer lebhaften Debatte Anlaf geben. Carl Russell der Bigamie angeklagt. L o n d o n . 18. Juni. Carl Russell ist hier am Montag auf die Anklage hin verhaftet worden, sich der Bigamie schuldig gemacht zu haben, indem er sich in den Ver. Staaten mit Frau Mollik Sommerville verheirathete, während feine erste Frau, Lady Mabel Russell, noch am Leben ist. Der Earl wurde, als er von seinem Landsitz hierherkam, am Bahnhof von Detektivs verhaftet und nach dem Bow Str. Polizeigericht gebracht, wo formell die Anklage gegen ihn erhoben wurde. Er schien sich wenig aus der Angelegenheit zu machen. Earl Russell hatte vor ungefähr einem Jahr in Nevada eine Scheidung von seiner Gattin erlangt und gleich darauf dort Frau Sommerville geheirathet, die sich ebenfalls in Nevada von ihrem Gatten hatte scheiden lassen. Der Earl begab sich bald darauf mit seiner neuen Gemahlin nach England. Ladi Russell No. 1 drohte dann, Earl Russell wegen Bigamie verhaften lassen zu wollen. Der Letztere wurde gegen 2000 Bürgschaft sofort wieder auf freien Fuß gesetzt. Wenn er vom Gericht ver urtheilt werden sollte, will er an den britische Oberhaus appelliren, da er als Pair das Recht hat, sich von Seinesgleichen Prozessiren zu lassen. Reunion inCherbourg. London, 18. Juni. Der Daily Expreß wird aus Cherbourg berichtet, daß Kaiser Wilhelm den aus China zurückkehrenden deutschen Truppen mit einem Geschwader entgegenfahren wird und daß sich mit dem deutschen Geschwader ein französischer Geschwader mit Präsident Loubet an Bord bei Cherbourg vereinigen wird. S e l b st m o r d. Kokomo, Ind.. 18. Juni. Die Leiche von Simon Gwin. 2x Jahre alt. wurde am Montag bei Sycamore. in diesem County. 50 Fuß über dem Boden. an einem Baume hängend gefunden. Die Leiche hatte dort, unter dem dichten Laubwerk verborgen, vierzehn Tage lang gehängt. Der junge Manr. war trübsinnig geworden, weil seine Geliebte. Aggie Long, am 23. Mai in der Kirche zu Sycamore Selbstmord begangen hatte. . . .

Veränderungen im di plomatischen Dienst. D Der Gesandte Loomis nach Portugal versetzt. , per bisherige Gesandte in Persien Wird sein Nachfolger als Gesandter in Beueznela. 0 Der Handel der Philippinen. Prince Edwards, der Mörder des John e- Gral, Fostcr, Immer noch n'cht angefangen. Ein Schnlsuucrintendcut in Alabama Bon ieinem früheren Assistenten er schössen. Veränderungen im diplo matischen Dien st. Washington, D. C., 18. Juni, Die folgenden Veränderungen im diplomatischen Dienst sind am Montag angekündigt worden. Frank B. Loomis. Gesandter in Venezuela. ist zum Gesandten in Portugal ernannt worden, an Stelle von John N. Irwin von Iowa, der resignirt hat. Herbert W. Bowen von New York, jetzt Gesandter in Persien, ist nach daracas transferirt und zum Nachfolger des Herrn Loomis als Gesandter in Venezuela ernannt worden. Lloyd G. Griscomb von Pennsylva nia. jetzt Legationssekretär in Konstant tinopel. ist zum Gesandten in Persien ernannt worden. Spencer F. Eddy von Illinois, jetzi zweiter Sekretär in Paris, ist zum ersten Sekretär in Konstantinopel als LZachfolger des Herrn Griscomb ernannt worden. Arthur B. Blanchard von Louisiano ist vom dritten zum zweiten Sekretäi in Paris befördert worden. Im Staatsdepartement wird v:rsichert, daß der Wechsel des Gesandter für Venezuela ohne besondere politisch, Bedeutung sei. Herr Loomis hat selbsi um Versetzung nach einem anderen Po: sten nachgesucht. Es ist wahr, daß du Negierung von Venezuela in mehr als einer Weise ihrem Mißfallen übe Herrn Loomis Ausdruck gegeben hat. die Thatsache aber, daß der Gesandtc einen anderen Posten von gleichem Rang erhalten hat, ist Beweis dafür daß das Staatsdepartement mit ihm zufrieden ist. Es kann auch gleich hie, hinzugefügt werden, daß Herr Bowen der neue Gesandte für Venezuela. dieselben Instruktionen erhalten wird, wu sie Herr Loomis hatte, und daß er, ein sehr energischer Mann, in derselben Weise, wie Herr Loomis. vorgeher wird. Durch seine Versetzung nach Portugal büßt Herr Loomis übrigens 52500 das Jahr an Salär ein. Der Handel auf den Php l i p p i n e n. Washington, D. C., 18. Juni Einem soeben veröffentlichten offiziell len Berichte zufolge, hat die Einfuhr ir die Philippinen in den ersten zehn Mo; naten des Jahres 1900 um 21 Prozeir zugenommen, die Ausfuhr aus der Philippinen aber um 49 Prozent. Dei Gesammtwerth der vom Januar bii November 1900 in die Philippinen ein geführten Waaren betrug 520.143.152 gegen 16.644,568 im gleichen Zeit räum des Jahres 1899. Und die Aus: fuhr betrug 519,372,830, gegen 512, 975.605 im Jahre 1899. Der größere Theil der Einfuhr kan von europäischen und asiatischen Län dtrn. obgleich die Einfuhr von der Ver. Staaten um 5521.367 oder 4c Prozent zugenommen hat. Die Aus fuhr nach den Ver. Stalten hat abei um 5975.627 abgenommen. Verbrechen auf den Philip, p i n e n. W a s h i n g t o n. D. C.. 18. Juni Das Kriegsdepartement hat mit de? Post von den Philippinen die Akter von elf Fällen erhalten, in denen ein größere Anzahl Filipinos vor Mili tcrkommissionen wegen Mord. Noth zucht. Entführung. Einbruch und Ver letzung der Kriegsrcgeln prozessirt wur den. Einer der bemerkenswerthesten Fäll, ist der von zehn Mitgliedern einer ge Heimen Mörder - Gesellschaft, die sick cie Sandatahans" nennen. DieHaupt beamten dieser Gesellschaft, nach einen Triumvirat von Häuptlingen, sind ei? Henker mit seinen Gehilfen und die no thige Anzahl von Todtengräbern. Di; Häuptlinge wählen die Opfer aus, dit in der Nacht gewaltsam aus ihrenWoh-

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men Rendezvous an der sandigen, mit hohem Schilfgras bewachsenen Wft gebracht, wo ihre Gräber schon hge-; richtet worden sind. Hier sind von Zei: : ;u Zeit, in Gegenwart der Mitgliedc: der Bande, hilflose Männer undFrauer erstochen und in die Gräber gewarfer worden. Die Mitglieder der Banöe ar hen dann auseinander, und rechne da raus, daß Ebbe und Fluth alle Spurer ihrer Verbrechen verwischen. Vfrn den zehn Mitgliedern der Band, die prozessirt wurden, und unter denei sica zwei von den drei Führern befan-! oern. wurden acht zum Tode durch best Strang verurtheilt. Das Urtheil wur j vc von General Mac Arthur beffätigt. In einem anderen Falle handelt eZ sich um eine Bande von 25 bewaffneten 1 Filipinos, die neun Bewohner von Casantulacian gewaltsam nach Cabaruan! trieben. Dort wurden die Leute betrunken gemacht, nach einem oenachbar:en Hain geführt und sieden von ihnen geköpft. Zwei waren entkommen. Die ' Mitglieder dieser Bande, die gefangen genommen wurden, wurden entweder zum Tode oder zu langjähriger Gefan- ', genschaft bei harter Arbeit verurtheilt. Der bereits früher in den Depeschen ! genannte Bluthund Miranda. dem eine ganze Anzahl Verbrechen zur Last ge-! legt wurden, wie Mord, Raub, Brandt j stiftung. Nothzucht etc.. wurde zum Tode verurtheilt. Drei Eingeborene waren wegen der Ermordung des Soldaten Henry F. Shafer. vom 17. Ins. Reg. zum Tode verurtheilt worden. Das Urtheil wurde ' aber von General Mac Arthur in zwei Fällen in lebenslängliche Zuchthausstrafe und in dem andern Fall zu 20 Jahren Zuchthaus umgewandelt. Prince Edwards noch ich ei gefangen. Shreveport, La., 18. Juni. Prince Edwards, der Mörder von John G. Foster, befindet sich noch in, Freiheit. Die Hoffnung, ihn einfan-, gen zu können, ist aber noch nicht aufgegeben worden und im ganzen nördliehen Texas wird nach ihm gesucht. Während des Tages waren mehrfach Gerichte im Umlauf, daß der Neger eingefangen worden sei, sie erwiesen' sich abermals unwahr. Es ist soweit; noch kein Versuch gemacht worden, dir Neger, die in Venton gefangen gehal ; ten werden, zu lynchen. Mord und Selbstmord. D o t h a n, Ala.. 18. Juni. Pro- j fessor Rankin, bis zum Samstag Hilfssuperintendent der hiesigen Ösentlichen Schulen, bat am Montao! den Schulsuperintendenten George R j McNeill erschossen und sich dann selbsl j eine Kugel in den Kopf gejagt. Prof ' Rankin wurde am Samstag entlasser und er behauptete, daß McNeill seine Entlassung veranlaßt habe. McNeill begab sich am Montac Morgen um halb acht Uhr nach dem College-Gebäude. Es scheint, daf Rankin dort auf ihn wartete, denn ei nige Minuten später wurden Schüsse gehört. Leute, die sie hörten, eilten in das Gebäude und sie fanden, dort in dem Haupteingang den leblo-1 sen Körper McNeill's liegen, aus meh reren Wunden blutend. Prof. Rankir j wurde in seinem Privatzimmer gefun-j den. Er hatte sich eine Kugel hinter ! der rechten Schläfe in den Kopf ge schössen. Prof. Rankin war mit ein'i Zungen jjamt von Twlyan venovl Prof. McNeill hinterläßt eine Frau und drei Kinder. Der JessieMorrison - Prozeß. Eldorado, Kas., 18. Juni. In dem Falle der Jessie Morrison, die jetzl zum zweiten Mal wegen der Ermor dung der Frau Olie Castle prozessirt wird, wurde am Montag Mittag die Jury zusammengestellt. Das Zusammenstellen der Jury, die aus neun Farmern und drei Taglöhnern besteht nahm vier und einen halben Tag in Anspruch. Ein Neger, der temporär als Geschworener angenommen worden war, wurde während des Tages entschuldigt. Ein Postamt beraubt. Chattanooga, Tcnn., 18.Juni Das Postamt von Chickamauga. Tenn., 12 Meilen von Chattanooga gelegen wurde in der Nacht zum Montag beraubt. Der Postmeister hat den hiesig gen Inspektor um Zusendung vnBlutHunden ersucht, um die Diebe damit verfolgen zu können. Es wurden Brief: marken und eine Summe in Baar au dem Postamt geraubt. Unglücksfälle. Baltimore, Md.. 18. Juni. Henry L. Lineweaver. 72 Jahre alt. isi hie? am Montag erstickt, als er versuchte, aus einem brennenden Gebäude an Mulberry Straße zu entkommen, unr Robert Birchett, ein anderer alter Mann, hat so schlimme Brandwunder erlitten, daß sein Tod jeden Augendlicl eintreten kann. Das Feuer war durch die Explosion von Gasolin verursacht worden, das ei? I

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auies von einem etay m em anderes schüttete. Im zweiten Stock nes hölzernen Hauses in St. Denis. Md., warf am Montag eine Katze eine brennende LamVia y a ai tiflt" .- - v nViA i X v ri Crt ttc f V V VMIV VWIIimVVV W . gerieth dadurch in Brand. Hermann Kierchner. ein vier Jahre alter Knabe, kam dabei ums Leben. Eine Dividende für Miss o u r i P.a c i f i c . New York. IL. Juni. In einer SpezialVersammlung der Direktoren der Missouri Pacific Eisenbahn am Montag wurde eme halbjährliche Dividende von 2 Prozent erklärt. Es ist dies die erste Dividende, die seit dem Jahre 1891 vo der Kompagnie erklärt worden ist. Die neue R egime n t e r vollzählig. Washington. D. C.. 18. Juni. Die neuen Regimenter, die unter dem Armee - Reorganisationsgesetz organisirt worden sind, sind jetzt alle vollzählig. In letzter Woche wurden noch mehr aü 500 Rekruten eingestellt. Der Prince - Prozeß ver schoben. K n s a s t y. Mo.. 18. Juni. Der Prozeß gegen W. C. Prince und Will und Bert Prince. Vater und Brüder der Frau Lulu Prince Kennedy, die angeklagt sind, sich zur Ermordung von Philip Kennedy verschworen zu haben, wurde am Montag. bis zumSeptemberTermin verschoben. Frau Kennedy, die zu 10 Jahren Zuchthaus verurtheilt wurde und deren Anwälte Appellation anqemeldet haden. wird gegen Bürgschaft freigelassen werden, bis das Gericht boh??7. Instanz eine Entscheidung CtfegUM. D i e gestohlenen Goldbarren. New Y o r k . 18. Juni. Seit sich Herr Artbur Carl, der Polizeichef von Bremen in New Jork befindet, ist noch Näheres über den Diebstahl der Goldbarren an Bord des ..Kaisers Wilhelm des Großen" bekannt geworden, welcher im letzten April eine Sensation erregte. Bis jetzt ist nur ein Verdächtiger in Verbindung mit jenem Diebstahle arretirt worden und das ist Theodor Magers. der Stewart, welcher angeblich das gestohlene Gold in seinem Versteck entdeckte. Man glaubt jedoch, daß Magers nur ein Werkzeug in der Hand verwegener Raubgeseuen war. welche einen großartigen Golddiebstahl an Bord des Kaiser Wilhelm der Großeauszuführen beabsichtigten. t Mager erhielt die vom Vorddeutschen Lloyd ausgesetzte Belohnung von 2000 für Wiedererlangung des gestohlenen Geldes. Er gab an. dasselbe hinter einer Dampfröhre in einer ttabine der zweiten Kajüte gefunden zu haben. Mager's verließ dann das Schiff mit der Absicht, wie er sagte, sich mit seiner Braut, welche in Bremerhaven wohnt, einen vergnügten Tag zu machen. Er kehrte nicht zeitig genug zur Abfahrt des Kaiser Wilhelm der Große" zurück, aber etwa eine Woche später traf er in völlig abgerissenem Zustande in Bremerhaven ein. Er behauptete, von einem Manne, welchen er auf der Reise in der zweiten Kajüte kennen gelernt hatte, bypnotisirt worden zu sein und er habe sich dem hypnotischen Einfluß durch einen Sprung ins Wasser entzogen. Dann habe er sich in Amsterdam in Holland befunden und da er mittellos gewesen sei, habe er seinen Weg zu Fuß nach Bremerhavcn zurücklegen müssen. Die Geheimpolizisten wollten jedoch an diese Geschichte nicht glauben und nahmen ein scharfes Verhör mit Magers vor. m dessen Verlauf sich derselbe mehrfach in Widersprüche verwi ekelte und verhaftet wurde. Zu gleicher Zeit brachten die französischen GeHeimpolizisten in Erfahrung, daß zwei Fremde, augenscheinlich Amerikaner, mehrere Tage lang vor der Ankunft des ..Kaiser Wilhelm der Große" in Cherbourg mit einem Segelboot vor der dortigen Hafeneinfahrt sich he-um-getrieben hatten. Wahrscheinlich waren dieselben an dem Komplott bethe:ligt. das Gold an Bord des Schiffes zu stehlen. Sie fragten mehrfach nach der Route, welche das Schiff beim Einlaufen in den Hafen nehmen würde und gaben als Grund an. daß sie dem Sckiffe entgegenfahren wollten, da sie wiä tige Nachrichten erwarteten. iese Leute verschwanden plötzlich, als der Diebstahl an Bord des Schisfes bekannt wurde, doch wurde ihr Sp r nach den Ver. Staaten verfolgt. Mehrere der besten Berliner Kriminolbeamten haben auf dem Kaiser Wi.helm der Große" Passage in erster i nd zweiter Kajüte genommen, um Näheres über den Diebstahl auszufinden nd werden morgen bei Ankuuft de Schiffes hier erwartet. - Weitere Depeschen aus Zeite 5.