Indiana Tribüne, Volume 24, Number 270, Indianapolis, Marion County, 17 June 1901 — Page 1

A r Zu tonn Triliüne C ? 4 Erscheint jeden Zlk?rt,inittag und Sonntag Morgen. i t Jahrgang 24. Indianapolis, Ind. Montag, den 17. Jun: 1901. No. 270

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Kitt Miederlage Erlitten die Engländer bei Welmansrast am IS. Jnni. Die ZZoerell übergelen ein Lager. Ein Tetachcment von Briten wird von Boercn aufgerieben.

Das Bismarck-Tenkmal in Berlin gestern enthüllt. Gras von Bülow hält eine längere Festrede. Ter Kaiser und die Kaiserin bei der Fcicr zugegen. Tic (Veschäftslagc iu Deutschland immrr noch sehr schlecht. Ter Franksnrtcr Zeitung" zufolge steht das Geschäft still. General Cailles hat sich bereits derpflichtet, s.ch zu ergeben. , Eine Schlavpe für d j e 8 r ; i e n. L o n d o n , 17. Juni. Lord Kitch'ner hat dem Kriegsdepartement unter dem Datum des 16. Juni folgende Meldung von Pretoria zugehen lassen: Bei Welmannsrust. 20 Meilen süolich von Middelburg, wurden am 12. Juni 250 Mann berittener Scharfschützen von der Kolonne des Generals Leaston im Lager bei Steenkoolspruit :on einer bedetend stärkeren Abtheilung Äoeren überrascht. Der Feind kroch bis dicht an unsere Leute heran und eröffnete dann ein mörderisches Feuer, wobei 2 Offiziere und 16 Mann gelobtet und 4 Offiziere und 38 Mann veroundet wurden. Nur zwei Offiziere und 50 Mann entkamen, die übrigen wurden zu Gefangenen gemacht, allerdings bald darauf wieder in Freiheit gesetzt. Auch zwei Pompons fielen Dem Feinde in Die Hände. Weitere Details sind noch nicht eingetroffen. Die Folge des Sieges der Boeren wird sein, daß sie wieder neuen Muth schöpfen. Allerlei Gerüchte über Friedensverhandlungen sind wieder im Umlauf. Es wird indessen allgemein darauf hingewiesen, dah Herr Krüger nur dann unterhandeln will, wenn die Unabhängigkeit der Republiken garantirt wird. Der Daily Mail" wird aus Kapstadt gemeldet, daß Cecil Rhodes in .'iner Rede in Buluwayo am Sonntag gesagt habe, eine Föderation südafrikonischer Städte werde in drei oder vier Jahren zu Stande kommen, er fügte aber hinzu, dah die Selbstregierung den Republiken nicht vor der Föoeration bewilligt werden könne. Berliner' Börse. Berlin, 17. Juni. Die Börse hatte wieder eine schwarze Woche. Die Frankfurter Zeitung" sagt darüber folgendes: Selten haben Furcht, Mißtrauen und Aengstlichkeit solchen Einfluß ausgeübt, als in diesen Tagen. Das Geschüft steht still und es fehlt an Käufern. Erst in den letzten Tagen sind diePreise wieder etwas fester geworden." Die Woche begann mit dem Falisseement der Dresdener Kreditanstalt und der Kummer Elektrizitäts-Gesellschaft. welch Letztere Ersterer allein 9,000.000 Mark schuldet. Gerüchtweise verlautet. daß andere Elektrizitätswerke und oie Banken in Dresden. Berlin und Danzig. welche jenen mit Geldern an oie Hand gegangen sind, sich in schwieriger Lage befinden. Die vielen beängstigenden Gerüchte der letzten Woche wurden zum Theil durch Berichte aus dem Rheinlande. Westphalen u. s. w. bestätigt. An Geld ist Ueberfluß vorHanden. Neues aus Mexiko. Mexiko. 17. Juni. Ein mit allen modernen Einrichtungen versehenes Postgebäude wird hier im Zentrum der Stadt erbaut werden. Es wird aus Stahl und Stein erbaut und somit feuerfest sein. Chicagoer werden einen Theil der Arbeiten ausführen. An der Stelle, wo früher die MayaHauptstadt Santa Cruz stand, soll eine neue moderne Stadt erbaut werden. Die Pläne sind bereits angefertigt und die Stadt soll den Namen Bravo führen zu Ehren des Generals, der die Einnahme der alten Stadt erzwang. Erzbischof Alarcon hat den Gläubigen seines Distrikts verboten, das von dem Rev. Plancket verfaßte Buch zu lesen, in welchem er manche Angewohnheiten bei der unwisseaden Klasse von Gläubigen als abergläubisch hinstellt.

Cailles wird sich ergeben. M a n i l a . 17. Juni. Die Obersten Jnfant und Guviri. die Vertreter des nsurgenten-Generals Cailles. unterzeichneten Sonntag im Auftrage ihres Vorgesetzten die Papiere, wonach Cailles sich verpflichtet, seine Leute so schnell als möglich in Santa Cruz, Provinz Laguna, zusammen zu ziehen und sich dort den amerikanischen Behörden zu ergeben. Zu Richtern in Gerichten erster Instanz sind bis jetzt 17 Richter ernannt worden, darunter sind elf Amerikaner, nämlich: In Manila, Kinkaid von Texas und Odlin von New $am)N shire; Aparri, Blount von Georgia; Dagupan. Johnson von Michigan; Butangas, Linebarger von Illinois; Nueva Caceres, Carson von Virginia: Jloilo. Bates von Vermont; Negros. Norris von Nebraska; Cebu, Carlock von Illinois; Zamboanga. Jckis von Iowa, und Jolo, Whitsett von Missouri. Enthüllung des BismarckDenkmals. Berlin, 17. Juni. Das Bis-marck-Denkmal, welches gegenüber der Siegessäule vor demReichstagsgebäude richtet ist, wurde am Sonntag unter krhebenden Zeremonien enthüllt. Anwesend waren der Kaiser und die Kaiserin, Fürst Herbert Bismarck. Graf Zülow. Fürst Hohenlohe, die Minister und Mitglieder der gesetzgebenden Körperschaften, sowie das DenkmalsRommittee. Außer diesen offiziellen Theilnehmern war eine nach Tausenden zählende Menge anderer Eingeladenen erschienen, bestehend aus zahlreichen Offizieren. Beamten. Kriegervereinen. Studentenverbindungen, sowie eine morme Zahl der Berliner Bevölkerung. Kaiser Wilhelm schritt zunächst die Front der Ehrenwache ab und nahm dann mit der Kaiserin unter dem Baldachin Platz. Tausend Schulkinder sanaen im Chöre und Dr. v. Levetzow.

konservatives Mitglied des Reichstages, hielt eine kurze Gedenkrede an den ver- ; storbenen großen Kanzler. Ihm antwortete der jetzige Reichskanzler Graf von Bülow mit folgenden Worten: Im ganzen deutschen Volke giebt es wohl Niemand, der nicht wüßte, daß keine der Spuren, welche des eisernen Kanzlers Erdenwallen zurückgelassen haben, jemals verschwinden wird, dah die Bewunderung und ; Dankbarkeit für das von ihm geschafI fene Werk von Jahr zi Jahr größer j werden wird, so lange noch deutsche Herzen schlagen werden. Bismarck war 1 eine Lärmnatur. Auf dieser Welt stand er im Schlachtgetümmel, welches gei rechte Opposition und ungerechte MißVerständnisse, ehrliche Freundschaft und ! blinden Haß mit sich bringt, aber jetzt, wo der Rauch der Schlacht sich verzo- ! gen hat, bleibt nur das Andenken an j seine unvergleichlichen Thaten und . seine einzig dastehende Persönlichkeit." j Nachdem Redner dann auf die Verj Dienste Bismarcks um dieErrichtung des j Deutschen Reiches hingewiesen hatte. ! fuhr er fort: Nur Narren oder Fanatiker werden behaupten, daß Bismarck niemals einen Fehler gemacht j habe oder daß die von ihm ausgespro- ; chenen Prinzipien in allen Fällen zu- ; treffend seien. Starre Dogmen lassen sich weder für das politische noch für das wirthschaftliche Leben mit Erfolg . durchführen. Bismarck legte selbst nicht ! allzu viel Gewicht auf die von ihm aus- ! gesprochene Ansicht, daß keine persönj liehen Voreingenommenheiten oder tra- ! ditionellen Theorien, sondern nur die i praktischen Anforderungen die Richti schnür der nationalen Politik sein dürften. Was uns seine ganze Arbeit aber gelehrt hat, ist jenes, dah es in der Politik vor Allem darauf ankommt, die Grenzen des Erreichbaren klar zu erj kennen und unter allen Umständen das j zu erreichen zu versuchen, was dem ' Üande zum Besten dient. Bismarck ge1 hört keiner Partei, er gehört der gan- ! zen Nation. Auf dem Gebiete der Politik ist Bismarck dasselbe was Goethe im Reiche des Gedankens war. Er hat uns gezeigt, dah Deutschland niemals den Emheitsgedanken aufgeben darf. In Mittel-Evropa gelegen, muß Deutschland stets nach allen Seiten auf dem Posten sein und es ist auch stark genug nach allen Seiten hin, um seine Unabhängigkeit zu wahren. Durch oivergirende politische Interessen, durch Verschiedenheit der wirthschaftlichen Bedürfnisse und des Glaubens werden dem Reiche innere Konflikte nie erspart Reiben. Aber diese inneren Konflikte tonnen nicht zerstören, was vor dreißig Jahren zusammengeschmiedet wurde. Und hierin hat sich Bismarck ein Denkmal gesetzt, auf welches mehr wie bei irgend einem anderen Sterblichen das bekannte Dichterwort des Horaz paßt: ' Exegi monu men turn aere pe renius." (Ich habe ein Denkmal dauernder als Erz errichtet.) Möge der Name Biömarck stets ein Hort für das deutsche Volk in auten

und vo)en Tagen bilden und möge Deutschland Frieden und Freiheit bescheert sein unter der Führung des

Cmtfr Cn fary t nflorrt iif Vtli(4?m rn P ,,uus yytiij)uun.ii, "'t1" " Zukunft der Nation ruht. Mit drei Hochs auf den Kaiser schloh Bülow seine Rede. Die Tausende von Anwesenden sangen dann die Nationalhymne und auf ein Zeichen des Kaisers fiel die Hülle von dem Denkmal und die Fontaine begann unter den Hochrufen der Menge zu spielen. Auf dem Piedestale des Monuments erscheint nur das eine Wort Bismarck". Kaiser Wilhelm stieg darauf die Stufen zum Denkmal hinan und legte den ersten Kranz am Fuße desselben nieder. Dann wandte er sich zu Fürst Herbert Bismarck. während Deutschland. Deutschland über Alles" gesungen wurde. Der Kaiser und die Kaiserin besichtigten darauf die Details des Denkmals und die verschiedenen Deputirten legten einen ganzen Berg von Kränzen an dem-, selben nieder, ehe die Majestäten den Platz verließen. Weitere Unruhen. S t. P e t e r s b u r g , 17. Juni. In Folge der von Neuem ausgebrochenen Arbeiter-Unruhen haben die Behörden beschlossen, die Docks zu schliehen. Drahtlose Telegraphie. London, 17. Juni. Der Dampfer Lucania", der erste der CunardDampfer, welcher mit den Apparaten für drahtlose Telegraphie ausgestattet wurde, hat. als er noch zwanzig Meilen von der Küste entfernt war. die Verbindung mit dem Festlande hergestellt. Aus C hi n-a . P e k i n g . 17. Juni. Trotzdem die Konferenz der auswärtigen Gesandten im Samstag ohne endgiltiges Resultat verlief, so wird doch behauptet, daß man sich jetzt sowohl auf die Höh? der Entschädigungssumme als auf die Zinsrate von 4 Prozent geeinigt hat; nur mit Japan haperts noch. Dieses Land kann kein Gebtz unter 5 Prozent leihen und man will Japan zufriedenstellen, da die Ansicht vorherrscht, daß :s zu besonderer Rücksichtnahme brrechtigt ist. Bis Ende Juli wird Alles in's Reine gebracht sein. Mörderische Tschechen. Wien, 17. Juni. Eine Anzahl Tschechen, welche in der Nähe von Troppau mit zwei Deutschen. Namens Luzar. zusammentrafen, warfen einen von ihnen unter die Räder eines Zuges. Der Mann wurde getödtet und sein Begleiter entzog sich nur durch die Flucht einem ähnlichen Schicksal. mm m Telegraphische Notizen. Der Grand Prix de Paris" wurde von Cheri gewonnen, Tiberc kam als zweites und Lady Kiler all drittes Pferd an. General William Montgomert Gardner, ein Veteran des mexikanischen und des Bürgerkrieges, ist iir Alter von 78 Jahren in Memphis Tenn., gestorben. Die Tippecanoe Battlefield Association in Lafayette, Ind., Hai Sonntag zu Ehren der gefallenen Kameraden auf dem Schlachtselde eine Feier abgehalten. Sir Cavendish Boyle, der neu Gouverneur von Neu Fundland. is Sonntag in St. John, N. F.. angekommen. In Denver. Col.. ist der im Iahre 1812 in Franklin County. O.. geborene John L. Dyer, ein berühmte, Prediger, gestorben. Die Dwyer Bros. Mercantilt Company in St. Louis, Mo., Whole-sale-Händler in Waaren für Devarte-ment-Geschäfte. haben eine Eigen-thums-Uebertragung zu Gunsten ihre, Gläubiger vorgenommen. Die Aktiver betragen $375,000 und die Passiver $225,000. Julian Phelps. der Ver. St, Konsul in Crefeld. Deutschland. Hai dem Staatsdepartement in Washington seine Resignation eingereicht. Ei wurde 1897 von Iowa aus ernannt. Paris unterWasser. In der Seinestadt hat vor Kurzem ein gewaltiges Unwetter geherrscht. Jnfolgt von mit starkem Gewitter verbundener schweren Regengüssen traten in mehreren Stadtvierteln Ueberschwemmungen ein. Viele Gebäude wurden beschädigt. einige sind sogar eingestürzt. Zahlreiche Personen trugen dabei Verletzungen davon. Auch die Erdgeschossc der deutschen Gesandtschaft und des Kriegsministeriums, sowie des THVtre frantzais standen unter Wasser. Der Schaden, der in den verschiedenen Stadttheilen angerichtet wurde, ist ganz bedeutend, er wird auf zwei Mil lionen Francs geschätzt. Die Garten-bau-Aüsstellung im Tuilerien-Park hat ebenfalls sehr glitten.

Unsterblich

Behauptet jetzt John Alexander - Dowie in Chicago zu sein. Er befürchtet, entführt zu wer den und bittet um Schutz. Zwei Männer ermorden ihre Gattinnen. Die Zlcycr in Kansas rüsten sich mit Waffen aus. In New Aork erschießt Wm. Meiuhofjer Mary Bo'te und sich selbst. Ein Ncw Yorker Geistlicher über Materialismus. Jahres -Konveution der Föderation amerikanischer Zionistcn. In Peru, Ind., findet ein Sängerfest statt. , Hoher Beamter des Stahltrusts wegen angeblicher Uutcrschlcisc verhaftet. Immer verrückter. Chicago. Jll.. 17. Juni. John Alerander Dowie erklärte Sonntag seinen Zuhörern, er wisse, dah einige Aerzte ihn .entführen und in einem Jrrenhaus unterbringen wollten, um ihn dort zu peinigen, bis er wirklich verrückt sei. Er sagte, der Versuch werde vielleicht schon Sonntag Abend gemacht werden und er forderte die Männer auf. der Zion-Garde beizustehen, um ihn zu beschützen. Dabei vergaß Dowie nicht, immer wieder zu sagen, daß er Elias sei, und er erklärte auch, unsterblich zu sein, wenigstens so lange, als bis er seine Aufgabe erfüllt habe. Er fügte hinzu, daß man ein Gesetz ausgearbeitet habe, das speziell für ihn gemacht sei. Es besage, daß jetzt die Verhaftung eines Verrückten nicht mehr durch einen Verwandten veranlaßt zu werden brauche, sondern daß irgend Jemand einen derartigen Haftbefehl erwirken könne. Er nannte seine Verfolger Schurken und Diebe und bat dringend, ihn doch gegen dieselben zu beschützen. Zionisteii - Föderation. Philadelphia. Pa., 17. Juni Die Föderation amerikanischer Zionisten, deren Zweck es ist, in Palästinc! eine Zufluchtsstätte für in Rußlanc und anderen europäischenLändern verhetzte Juden zu schaffen, begannSonntag ihre vierte Jahres-Konvention, dik sehr stark besucht war. Von Baron Rothschild und Max Nordau waren Schreiben eingelaufen. Ein Versuch, die Konstitution dai'nn umzuändern daß jedes Mitglied dr Föderation, ehe es ein Delegat zur Konvention wird, einen Antheilschein des Jüdischen Ko-lonial-Trusts in London kaufen soll, wurde zu Schanden. Die Herren Rabbiner S. S. Wise, Portland; Leon Zolotakoff. Chicago; A. J.Leon. Minneapolis; Rabbiner I. Bronsky Newark. N. I.. und Gabriel N.Mayer, Philadelphia, wurden zu einem Ausschuß ernannt, der Mittel und Wege i für die Gründung einer jüdischen Zeitung finden soll. Die Beamten der Föderation sind: Prof. Richard Gottheil von der Columbia Universität. New York, Prädent; Jsadore D, Morrison. New York. Sekretär; S. R, Sakakso, Ncw York, Schatzmeister. Schwere Anklage. Pittsburg. Pa.. 17. Juni. Edmond C. Converse vom Vollzugsausschuh der United States Steel Korporation wurde auf seinem Spezialzuge, mit welchem er das Land bereist hatte, bei Greensburg Junction verhaftet und zwar, weil James L. Devenny von McKeesport behauptet, ConVerse habe 3599 Aktien der McKeesPort, Duquesne und Wilwerding Stra-ßenbahn-Gesellschaft für etwa $100,000 verkauft, ohne darüber Rechenschaft abzulegen und ein Haftbefehl von ihm er wirkt worden war. Dr. Reynold's Prozeh. New York, 17. Juni. Die Geschworenen, welche in dem dritten Prozeß des der Ermordung von Dolly" Reynolds angeklagten Dr. Samuel I. Kennedy ein Verdikt einbringen sollten, berichteten, daß sie sich auf keinen Wahrspruch einigen könnten. Richter Newburger entlieh die Jury und überwies den Angeklagten wieder dem Gefängniß. Dienstag wird das Gericht ersucht werden, die Anklage gegen Dr. Reynolds zu ignoriren, da gewöhnlich eine zweimalige Nichr-Einigung für eine Freisprechung angesehen wird. Emeline C. Reynolds wurde am 16. August 1898 todt im Hotel aufgefunden. Ihr Schädel war eingeschlagen und Dr. Kennedy war angeblich mit ihr im üotel aesebeu worden. ?kn den

Kleidern der Tobten wurde ein von

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Dudley Gideon unterzeichneter und von Samuel I. Kennedy indossirter Check gefunden und die. Polizei glaubte. daß das Geld Verdienst" von den Rennen sei. Die Kriminalabtheiluno des Obergerichts fand Kennedy schuldig und er wurde zum Tode verurtheilt, doch wurde ihm am 20. Novemder 1900 ein neuer Prozeh bewilligt Dieser endigte damit, daß die Jurl' sich nicht einigen konnte. Der dritte Prozeß hatte am 6. Mai dieses Jahrec seinen Anfang genommen. Exporthandel. Washington. D. C., 17. Juni Den Berichten des Ver. Staaten Konsul Heenan in Odessa zufolge Werder in Rußland jetzt außerordentlich viele landwirtschaftliche Maschinen vertauft, besonders in Polen und als Grund -dafür wird der Mangel an Arbeitskräften angegeben. Generalkonsul Winslow in StockHolm nennt die Schweden die Yankees von Europa und sagt, daß wenn man ihre kommerzielle Freundschaft kuitivire. man ihnen viele Sachen verkaufer könne. Die auf Staatsbahnen zur VerWendung gelangenden amerikanischer Lokomotiven gefallen sehr. Frau McKinley's Befiw ' ' : den. ' ' ' ! Washington. D. C.. 17. Juni Frau McKinley's Befinden hat sich wenig verändert. Das Regenwetter bei letzten Tage hat einen deprimirende? Eindruck auf sie gemacht, aber eine Aenderung in ihrem Befinden ist kaun zu verzeichnen. Die Aenderungen, welche an den McKinley'schen Wohnhause vorgenom men werden, werden bis Ende diese! Monats fertig sein und wahrscheinlick wird die Patientin am 1. Juli nack Canion. O.. überführt werden. Mord und Selbstmord. N e w Y o r k. 17. Juni. William Meinhoffer, der Samstag Abent Mary Bolte schwer durch eine Kuge, verletzte und dann die Waffe gegen sick selbst richtete, hat seinen Zweck erreicht Beide sind todt. In einer Tasche des Rockes von Meinhoffer. der der 2 Jahre alte Sohn eines früherer Bäckereibesitzers war, fand man folgende Notiz: ..Ich sitze hier und rauche ruhig mein, Pfeife. Nach langer Ueberlegung habt ich beschlossen, sie zu tödten. Sie hat mich betrogen; ich tödte sie aus Rache Sie zerstörte mein Lebensglück. Ick habe nichts mehr, für das ich leber möchte. William Meinhoffer." Feuer. N e w Y o r k. 17. Juni. Dii Chokoladefabrik von Runkel Bros., ir Ur 150 Personen beschäftigt waren, isi Sonntag durch Feuer zerstört worden Ter Schaden soll sich auf $250,000 belaufen. Interessante Ansprache. New York, 17. Juni. Gelegentlich der Schlußfeier des Collegk vs New York" sagte Rev. Dr. Percr Stickney Grant in einer Ansprache u A. Folgendes: ..Die große Versuchung die sich meiner Ansicht nach sich aui Ihrem Lebenswege an Sie heranmacher wird, ist Materialismus. Wir sehen" un uns hum viele mehrfache Millionäre Wir sehen, wie ein Mann einer Stadi Bibliotheken schenkt, die anzunehmen sik sich schämen sollte, wenn sie weiß, das sein Name an den Gebäuden erscheiner muß, die er schenkt. Derselbe Mann schenkt Universitäten einem Lande, da niemals etwas mit Bezug auf Univers'täts - Ausbildung erbeten hat als ein: Gelegenheit, sie sich zu verdienen. Viel Männer, die große Vermögen aufgeläuft haben, messen dem Materialismus zu viel Wichtigkeit bei und veranlassen durch ihr Beispiel junge Leute sich in den Strudel materieller Produktion zu stürzem Rabiate Menschen. R o s w e l l . N. M.. 17. Juni. Der Viehzüchter Arthur Kline erschoß Sonntag seine Frau. verwundeteMarschall Madduz und eine Frau, bei welcher Frau Kline wohnte, schwer unr beging dann Selbstmord. Eisersucht scheint den Mann zum Wahnsinn getrieben zu haben, da seine Frau ihn verließ. I t h a c a . N. Y.. 17. Juni. James Churchill erschlug Sonntag früh seine Frau in dem Hause ihres Vaters D Minturn, griff diesen an und verwundete ihn schwer. Churchill versuchte, sich durch Karbolsäure aus dem Leben zu schaffen, doch gelang ihm dies nicht, Unwetter in Minnesota. St. Paul. Minn.. 17. Juni. Dr. Foxton ist soeben aus dem südlichen Theile dieses County's. wo Samstag Abend ein Tornado hauste, zurückgekehrt. Viele Häuser sind zerstört und eine ganze Anzahl Personen haben zum Theil lebensgefährliche Verletzungen erlitten. Viel Vieh wurde durch Blitzschlag getödtet und der den Farmern zugefügte Schaden ist bedeutend.

Weiteres Opfer gesunden. New York. 17. Juni. Eine zweite Leiche ist aus dem gesunkenen Fährboote Northfield" herausgeholt. Cs war das diejenige des Clerks Juan A. Benitez, eines jungen Porto Ricaners. der nach hier gekommen war, um das Versandtgeschäft zu erlernen. Kurzer Prozeß. Athens. Ala.. 17. Juni. Joe Harris, ein Farbiger, welcher im Verdacht steht, die Scheune seines Arbeit gebers in Limestone County in Brand gesteckt zu haben, um sich an einem Mitarbeite? zu rächen, der sein Vieh in dcm Stalle eingestellt hatte, wurde Sonntag rcn einem Volkshaufen gelyncht. Noch nicht eingesungen. Shreveport. La.. 17. Juni. Die Verfolger von Prince Edwards haben den Schurken immer noch nicht gefunden. Die Aufgabe, den Mörder John Gray Fosters zu fassen, wird dadurch so sehr erschwert, daß die Farbigen in dem County, durch das der Flüchtling geflohen ist, nicht zu veranlassen sind, irgend welche Angaben zu machen, die zu der Verhaftung führen könnten. Ohioer Miliz - Associat i o n . ' f i llHi Newark. O.. 17. Juni. Die Ohio National Guard Association hat hier die folgenden Beamten erwählt: Präsident. Brigade-General W. V. McMaken. Toledo; Sekretär, Kapt. W. A. Westervelt, Columbus; Schatzmeister. Col. Geo. B. Donavin. Delaware. Die nächste Konvention wird wieder hier stattfinden. Gefährliche Neger. Leavenworth. Kas.. 17. Juni. Seit der Farbige Fred. Alexander hier lebendig verbrannt wurde, hat man fortwährend den Ausbruch eines Rassenkrieges im Kleinen befürchtet Es hat sich herausgestellt, dah die Neger sehr viele Revolver den Soldaten in Fort Leavenworth abgekauft haben. Sie wurden schliehlich verhaftet und ihr Prozeß wird demnächst zur VerHandlung kommen. Cailles-' Kapitulation. W a s h i n g t o n . D. C.. 17. Juni. Beamte des Kriegsdepartement sind sehr erfreut darüber, dah der Jnsur-genten-General Cailles sich endlich ergeben will. Der Mann hatte großen Einfluh und war ein geschickter Führer. Seine Kapitulation wird viel dazu beitragen, dah die Pazifizirung der Inseln jetzt schneller von Statten geht. Neuer P e n s i o n s - K o m m i s sär. l Chicago. Jll.. 17. Juni. Eine Svezialdepesche au.s Topeka, Kans., öesagt. dah der frühere Kongreh-Abge-ordnete S. R. Peters von Kansas am Sonntag telegraphisch nach Washington beordert worden sei und dah dies bedeute, man werde ihm das Amt des Pensions-Kommissärs. das jetzt H. Clay Evans bekleidet, anbieten. Billige Fahrpreise. New York. 17. Juni. Die hiesige Merchant's Association ist in Kenntnih gesetzt worden, dah die Central Passenger Association die Jurisdikiion über die Bahnen westlich von Buffalo. N. Y.. und Pittsburg. Pa.. bis einschliehlich Chicago und St. Louis ausübt, und vom 3. bis 7. August und vom 24. bis 28. August Retour - Fahrkarten nach New York zum Preise von Ij des einfachen FahrPreises verkaufen wird und dah diese!ben 30 Tage Giltigkeit haben werden. In dem Distrikt östlich von den genannten Städten ist eine ähnliche ReAuktion bereits bewilligt worden. mm SchiffSchrichte. New Y o r k . 16. Juni, v'.rgeommen: Rotterdam" von Rotterdam und Boulogne, Christtma" von Neapel. Armenia" von Hamburg und Boulogne via Halifax. Abgegangen: Californian" nach San Francisco und Honolulu. Philadelphia,. Juni. Angekommen: Rhynland" von Liverpool und Queenstown. Queenstown. 16. Juni. Abgegangen: Lucania" von Liverpool. St. Johns. N. F.. 16. Juni. Angekommen: Carthagenian" von Glasgow und Liverpool, nach Halifax. N. S., und Philadelphia bestimmt. M o v i l l e , 16. Juni. Angekommen: Laurentian" von New York, nach Glasgow etc. bestimmt. Liverpool, 16. Juni. Angekommen: Etruria" nach New York via Queenstown. Browhead, 16. Juni. Passirt: Belgenland" von Philadelphia, nach Liverpool. Weitere Depeschen auf Seite 5.

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