Indiana Tribüne, Volume 24, Number 269, Indianapolis, Marion County, 16 June 1901 — Page 3
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Roman nach wahren Begebenheiten von Mar Pcmbcrtoll. O ... e w . . c i, v u s i c n a i i uuf uc. Eise. Obwohl die große Glocke von Kr?nfc$i Die neunte Stunde geschlagen fc:.le, und der Ruf: DieLichter aus!" in n Baracken, in denen die Garnison lag, erschollen war, so war dies noch lange kein Zeichen zum Afbruch für diejenigen, welche auf dem Eise lustig dt Karneval abhielten. Denn Kronnidt war von Eis umschlossen, und wo vor einem Monat noch Schisse segelten, tummelten sich heute fröhliche Schlittschuhläufer. Jetzt hörte man dort nickt mebr den Ruf des Lotsen oder die Stimme des Capitäns, der seinen Leuten einen Befehl gab; das schleifen der Schlittschuhe und der Schlitten, die Musik von Artilleriekapellen und das Geplauder schöner grauen waren an ihre Stelle getreten. Unzählige gackeln warfen ihr Licht auf die glänzende Menschenschaar, die dort auf und ab wogte: jung und alt, Generäle und Lieutenants, Rittmeister und Fahnenjunker. Wie endlich erlöst von der Einsamkeit und Einförmigreit, die das Leben in Kronstadt bot, liefen sie hinaus von ihrer Insel auf das Meer, welches jetzt der Frost besänftigt hatte. Auf dem endlosen Eisfelde, in dem Lichtkreise, den der Menschikoffleuchtthurm au-nrahlte. stand der Eispalast, welchen die Officiere der Garnison als Wahrzeichen eines so prachtvollenWinters errichtet hatten. Von flinken Handen waren Eisblöcke aus dem seichteren Wasser des KriegshafenS herausgehauen worden, kräftige Arme hatt? die glänzenden Baustücke herangeschafft und sie dann zu diesem Palast getbürmt. Bald entstand ein mächtiges Bauwerk, ein Zelt von schimmernder und durchsichtiger Weiße, in welches geschickte Ingenieure Drähte für das elektrische Licht legten, während eifrige Korporäle in dem Hauptsaale ihre 571; gimentsadler aufpflanzten und lachende Mädcben den Tempel mit seidenen Stickereien bekleideten. Und als der Frost andauerte und der Palast größere Festigkeit erhielt, da dachten seine Erbauer daran, einen Maskenball auf dem Eise zu veranstalten. Die Generäle schüttelten zwar ihr ehrwürdiges Haupt, willigten aber schließlich doch ein, und so wurde denn am 29. Januar 1895 der Plan verwirklicht. Alles, was zur Gesellschaft von Krönstadt gehörte, kam an diesem Abend hinaus auf das Eis, um dem prächtigen Gebäude den Weihrauch derFreude zu spenden. Alt und jung, arm und reich beeilte sick, eine so seltene Gelegenheit zu benutzen. Während der Palast innen der Sammelpunkt der vornehmen Welt in ein blendendes Lichtmeer ge:auckt war, das die weißen, goldenen und grünen Uniformen in :inem schimmernden Glanz erscheinen ließ, war das dunkle Eisfeld außen der Tummelplatz für die Stadtbewohner und die Seeleute, die jetzt, wo das Eis die Schissfahrt erschwerte, viel freie Zeit hatten. Franzosen, Sckweden, Holländer, vor allem aber Engländer standen dort, zitternd vor Kälte. in der eisigen Luft und schütteten sich aus vor Lachen über die Spafee der Masken. Aufmerksam suchten sie die Eigenheiten der einzelnen Damen und Herren zu beobachten, und kaum war eine Halde Stunde vergangen, so hatten sie schon einen Namen für jede einigermaßen hervorragende Persönlichkeit in dem Palast gefunden. Obwohl sie halb erstarrt waren, stockte die Unterhaltuna doch keinen Augenblick und erreichte ihren Höhepunkt, als eine Dame vorbeilief, deren graziöse Bewegungen Vergnügen und Beifall bei jedem der Anwesenden hervorriefe::. L;i vok i! la belle Anglaisse! la voici! Sacre nora, cornrne eile sait danser la polka!" (Da ist sie ja, die schöne Engländerin! Da ist sie ja! Potztausend, rctc sie die Polka zu tanzen weiß!) rief ein französischer Seemann aus. Die anderen Zuschauer schienen sein Entzücken zu theilen, denn an die junge Dame knüpfte sich nun die sernere Unterhaltung. Sie war ein brünettes junges Mädeben, dessen glänzende Augen "und weiße Haut durchaus nicht erkennen ließen, daß sie bereits fünfundzwanzig Jahre alt war. Sie hatte eine leichtgebaute, zierliche Gestalt, und ihr Geficht wechselte oft seinen Ausdruck; sie war eine imdulnoe Natur und beszß eine Fröhlichkeit, die sie niemals im Stiche ließ. Sie wurde allgemein La Petite" (die Kleine) in der Festung genannt, n?o sie sich viele Freunde erworden hatte, unter anderen auch den Gouverneur, General Nikolaus Stefanowitsch, einen alten Gecken, der sich schminkte und ein Korsett trug. Er war ihr in dieser Karnevalsnacht wie ein Hund gefolgt, und sie belohnte ihn großmüthig mit mancher Schmeichelei, die sie in sein willig zuhörendes Ohr flüsterte, und mit manchem Druck auf seine Hand, die, wie jüngere Leute sagten. bereits gelähmt gewesen war. Denn sie neideten ihm die schöne Engländerin. E gab keinen Mann in dieser Gtsellsft glänzender Maskcn. welchen nickt ein Wort von ihr oder ein Blick ifaer Augen glücklich gemacht hätte, und einer endlich hätte ihr das Schönste geboten, was ein Ehrenmann bieten kann, seine Hand. Diessr lief jetzt gerade mit ihr. Es war im großer, flachsblonder Mann, dessen schönem Gesicht die hübsche Artillerieuniform sehr gut stand. Er hatte etnvas von den Manieren der westipäischen Welt an sich, denn er war teris und London gewesen und te die Grundzüge jener Künste ge-
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lernt, welche zum Siege über Frauenherzen verhelfen. Im Augenblick wandte er dieselben an, um seiner Partnerin beim Schlittschuhlaufen, der schönen Engländerin, zu gefallen, und es war ganz klar zu sehen, daß er jetzt nur Augen für sie hatte. ' Ab;r trotzdem der Mai;n immer in das Geficht des Mädchen;, blickte, ließ sie ruhig und schweigsam nur allein die prächtige Musik auf sich wirken, und während sie aus der Welt rings umher in das Reich ihrer Phantasie entrückt wurde, vergaß sie alles Andere und überließ sich ganz dem erhebenden Rythmus des Tanzes. Erst als der letzte Accord verklungen war, schien N zu bemerken, daß eines Mannes Arm um ihre Taille geschlungen war, und daß sein Haupt zu ihr sich herabgeneigt hatte, bis seine Lippen fast ihr Ohr berührten. Sie benehmen mir den Athem. Hauptmann Paul", sagte sie, sich seiner Umarmung entziehend und sich kokett Luft zufächelnd. Der große Artillerist drehte an seinem Schnurrbart und sah sie verdutzt an. Ich fürchtete, Sie würden fallen." stotterte er. ..Es ist sehr glatt. Fräulein Marianne!"
Sie nahm seinen Arm, und sie begaben sich nun zusammen zu den Anderen, die sich in die Erfrischungsräume zurückgezogen hatten, wo lustig die Champagnerpfropfen knailten und helles Gelächter erscholl. Die Berührung ihrer kleinen behandschuhten Haud war wie die Liebkosung einer Rose, sie schien so leicht und schön und gebrechlich, daß er den Trieb in sich verspürte, sie in seinen starten Armen zu zerbrechen und aus ihr einen Theil seiner selbst zu machen. Sie bereuen? fragte er mit t:t Stimme, während er ihr eineTae heißen Thees anbot. Ich, was denn?" Viele Dinge, vor allem alle die Tänze, die Sie nicht mir gegönnt haben!" Sie lachte leicht auf und wandte sich dal-.n zu einem Fähnrich, der sie dar. in erinnern wollte, daß sie ihm den nachsten Tanz versprochen, der aber nicht den Muth hatte, irgend etwas anderes zu thun, als sie mit seinen Blicken zu verschlingen. Als sie endlich den jungen Mann abgefertigt und ihren Thee getrunken hatte, wandte sie sich wieder an ihren Begleiter. Sie plauderten mit einander, bis Fräulein Waria. die älteste der beiden Töchter des Gener ils, zu deren Erziehung die schöne Engländerin nach Rußland gekommen war. und an ihrer Seite ihre gelbhaarige Schwester Rina erschienen und sie zum Aufbruch mahnten. Fräulein, es ist Zeit, nach Hause zu gehen." Sechzehn und fünfzehn Jahre waren die Kinder alt. aber sie trieben das Englische erst seit sechs Monaten und sprachen es daher nur noch sehr mangelhaft. Sie standen jetzt wie zwei Wachsfiguren eben ihrer Erzieherin, aus deren kaltem Benehmen man sofort sah. daß sie sich für ihre Zöglinge nicht sonderlich interessirte. Sie antwortete kurz und fast zornig, und n laubte Hauptmann Paul, sie nach dem großen Ballsaal zurück zu begleiten. Aber die beiden Mädchen folgten ihr dahin und waren nicht abzuschütteln. Fräulein, wollen Sie aufbrechen?" Fräulein, wir sind vollkommen sertig." Das Fräulein blickte über die Schilltern. Einen Augenblick, Kinder," und dabei machte sie eine klägliche Grimasse. Ich hatte die Kinder vergessen," sagt: sie. Spricht es nicht sehr für Ihre Tanzkunst, Hauptmann Paul, daß ich sie vergessen könnte?" Aber Sie gehen doch noch nicht?" Doch. um.elf Uhr ist mein Urlaub für heute zu Ende." Dann gestatten Sie mir. daß ich Sie begleite." erwiderte er galant, und holte ihren Pelz aus der Garderobe. Dann suchten sie die Kinder auf. die in einem Nebenzimmer mit dem alten Iwan warteten, und begaben sich auf den Heimweg. Der Hauptmann führte Marianne am Arm und bald gelangten sie. nachdem sie die Eisfläche übschritten. wlche zwischen dem Hafen und dem Eispalast lag. in die eigentliche Stadt mit ihren Wällen und Bastionen. Obwohl Kronstadt in tiefer Ruhe dalag, bot 's doch auch jetzt, im Dunkel der Nacht, einen kriegerischen Anblick: Die Schatten auf dem Pflaster waren die Schatten seiner mächtigen Kanonen, der gleichmäßige Tritt der Schildwach?n. das Anrufen derselben unter einander seine Musik. Marianne Best betrat niemals diese Festung aus Stahl und Granit ohne einen Schauder undefinirbarer Furcht. Auch h.-ute überrieselte sie es kalt, so daß 5)auptmann Paul, der das Zittern fühlte, das durch ihren Körper ging, ängstlich besorgt fragte: Sie frieren, warten sie einen Augenblick, ich will Ihnen meinen Mantel umlegen!" Und sich selbst dem Ostwind aussetzen? Nein, ich friere nicht, aber ich fürchte die Schatten.Sie fallen auf uns beide," antwortete er, wir theilen sie, wie wir eben noch das glänzende Licht auf dem Eise theilten. O, ich wollte, daß wir sie für immer theilten, Fräulein Marianne, das Licht und das Dunkel, die j Sorge und die Freude." Das Mädchen strich die hübschen Locken aus ihrer Stirn und lachte ihn an. Jst es nicht eigentlich zu kalt, um Unsinn zu reden." fragte sie, ich dachte immer, die Dichter warten auf den Frühling V Der alte Iwan, der die Laterne trug und schon weit voran war. erschien jetzt wie ein Stern auf dem Wege vor ihnen, und die beiden Kinder folgten Hand in Hand dem Diener auf dem
Fnße. Paul glaubte, den Augenblick des Alleinseins benutzen zu müssen, und sagte, an Mariannes Worte anknüpfend: Aber ich kann nicht warten! Es ist für mich immer Frühling, wenn H .in meiner Seite sind, und immerWinter. wenn die Nacht Sie von mir wegnimmt. Warum lese ich denn Ihre englischen Bücher täglich? Geschieht ?s nicht nur. damit ich Worte finde .um zu Ihnen zu sprechen? Aber ich habe keine Worte; ich habe nichts als mich selbst, mich selbst und meine Armuth und meine Liebe zu Ihnen! Eines Tages wird es vielleicht anders sein, eines Tages werde ich im Stande sein, zu Ihnen zu kommen und Ihnen zu sagen: Ich bin nicht längerPaul Sassulitsch, der arme Artillerieofficier, sondern Paul, Fürst von Tolma, der Herr über Viele, und der Diener keines Menschen als des Zaren." Ich wage nicht daran zu denken, daß vielleicht dieser Tag nahe ist. Gar oft kommen solche Gaben erst in dem Herbst
unseres Lebens. Aber ich werde auch ohne sie immer reich sein in der Liebe zu Dir. Marianne. Du kannst sie mir nicht nehmen; meine Liebe zu Dir kannst Du nicht vermindern, es giebt keinen Menschen, der mir einen solchen Reichthum nehmen kann!" Sie waren bis zu der Bastion gekommen, welche vor General Stefanowitschs Hause stand. Von hier aus konnten sie auf die Stadt herabsehen, die zwar jetzt im Dunkel dalag, aber doch deutlich im Mondschein einen Wald von Thürmen und Thürmchen und die düsteren Schatten der Festungswerke und der Baracken erkennen ließ. Weit unten auf dem Eise bezeichnete eine große Lichtmasse, die die durchsichtigen Wände des Eispalastes in schimmerndem Weiß erglänzen ließ, den Schauplatz des Carnevals. Die Klänge der Musik dort unten schlugen an ihr Ohr. wie um sie an den Tanz und das Vergnügen zu erinnern. Ein gewisser Instinkt hielt sie beide an dem Platze fest, und sie standen bei einander mit schnellschlagenden Herzen und stummen Lippen, er in großer Erregung, sie stumm, weil das Wort, das sie so lange erwartet, jetzt gesprochen war. Es war ihr kein Geheimniß geblieben, daß Paul Sassulitsch sie liebte. aber wie sie glaubte, konnte sie ilch darüber keinen Vorwurf machen, daß sie seine Liebe nicht erwiderte. Sie hatte sich wohl gefühlt in der aufrichtigen Freundschaft, die er ihr zeigte, aber die angestrengte Thätigkeit, die sie in Kronstadt entfaltete, hatte sie bis jetzt noch nicht dazu kommen lassen, ihrHerz zu prüfen. Sie war stumm, weil sie keine Gewißheit über ihre eigenen Gefühle hatte, und sie wollte ihn auch nicht verletzen, denn sie hatte wenig Freude in der Welt, und der Gedanke, daß sie auch diesen verlieren sollte, erschien ihr bitter. Paul." rief sie endlich, als er mit einer plötzlichen Bewegung das Schweigen unterbrechen wollte, Paul, was soll ich Ihnen sagen, Ihnen, der mein. Freund gewesen, und der mein Freund immer bleiben will? Soll ich Ihnen sagen, daß ich unrecht daran getban habe. Ihnen zuzuhören? Nein, das that ich nicht! Denn ich schulde Jhnen mehr, als ich Ihnen je aergelten kann, tausendmal mehr! Vielleicht bin ich nicht so wie andere Frauen. Wenn ich mich frage, ob ich liebe, so weiß ich keine Antwort. Ich weiß nicht, was Liebe ist. Ick bin glücklich, weil Sie mein Freund sind. Ich nenne die Tage schön, weil Sie bei mir sind. Aber eine Gattin sokte mehr als das sagen können. Eines Tages vielleicht werde auch ich das können, und wenn dieser Tag kommt, dann will ich nicht zögern, zu sprechen. Ich will so antworten, wie Sie es wünschen, ich will Ihnen sagen, daß ich gelernt habe. Sie zu lieben." Das war nicht die Antwort, die ?r wünschte, aber das Wort, daß er sich immer ihren Freund nennen dürfe, und daß sie sich glücklich fühle, wenn er bei ihr sei. ließ sein Herz schn-ller schhgen. und er zog sie an sich, küßte sie wieder und immer wieder auf dieStirn und wollte sie gar nicht loslassen. Gott segne Dich, süße Marianne! Gott segne Dich für dieses Versprechen!" rief er. Es war aber auch weiter nichts, als ein Versprechen. Paul ', antwortete sie. ..ich kann Dir nicht mehr geben. Ich kann Dich nickt belügen, oder wie sollte ich sonst Deiner Freundschaft würdig sein'" Es giebt kein Weib, das derselben würdiger wäre, als Du!" Eine Stimme von den Wällen brachte sie in die Wirklichkeit zurück. Es wc.r der alt Iwan, der das innere Fe, stungsthor schließen wollte. Als er rief, machte sich Marianne schnell aus der Umarmung ihres Bräutigams los und ging in die Festung. Aber Hauptmann Paul blickte noch lange gedankenvoll auf die erleuchteten Zimmer in dem Hause des Gouverneurs und als er sich endlich aufmachte, um sich zu den Baracken zu begeben, bemerkte er. daß der Carneval aus und der Eispalast dun kel war. Es ist jetzt Nacht," sagte er zu sich selbst; aber morgen wird die Sonne scheinen, und ich werde mein geliebtes Mädchen wieder sehen. Sie wird mit mir auf die Batterien gehen, ich werde ihr alles zeigen, und das wird eine lange Zeit in Ansp-uch nehmen, die ich mit ihr verbringen darf. Gott segne meine herzige Marianne!" Aber Marianne selbst kniete vor ihrem Bett und schwere Thränen rannen aus ihren Augen. Wenn er wüßte!" rief sie bitterlich weinend aus. Wenn er wüßte!" (ZnSpion in derStadt. General Stefanowitsch, der ComMandant von Kronstadt, betrat, um das Frühstuck einzunehmen, das Eßzimmer anjedemMorgen razise halb 9
Uhr, küßte seine beiden Töchter eraf die Wange und wünschte ihrer Erzieherin einen outen Morgen". Die Jahre änbesten diese Gewohnheit nicht: immer saate er dieselben Worte, und immer machte er dieselbenComplimente. Wenn der General, was selten geschah, einmal etwas mehr Zeit hatte, so unterhielt er sich in galanter Weise mit der jungen Dame, die seine Kinder erzog: hatte er wenig Zeit, so begrüßte er sie nur kurz oder warf ihr eine Kußhand zu, wenn seine Töchter es nicht nicht sahen. Marianne Best, die in der Zeit, in der unsere Erzählung spielt, Erzieherin im Hause des Generals war, sagte immer, daß. wenn der alte Soldat lachte, seinSchädel die Form eines Eies annahm. Aber dies sagte sie nur. um den alten Gecken zu verspotten, und nicht, weil er in Wirklichkeit ein Gebrechen hatte. Seine sechzig Jahre hatten seine Eitelkeit nicht vermindert. Ein Blick aus Frauenaugen konnte immer noch einen Strom von Complimenten und eine kindische Affektirtheit in ihm hervorrufen. Er richtete dann seinen zusammengeschrumpften Körper empor, so daß seine enggeschnürten Hüften fast vor Spannung platzten. Er verbeugte sich fortwährend und legte seine lange, durchsichtige und fast
fleischlose Hand auf die Brust. Marianne hatte stets Furcht vor den Morgenstunden, wo er nicht beschäftigt war, und es kam ihr immer wie eine Erleichterung vor, wenn sie seinen Säbel auf dem Steinpflaster des 5ausflurs rassein hörte, oder sah, wie der alte Iwan nach den großen Stiefeln des Generals lief. Ah, Sie müssen unsere Sprache lernen." pflegte er oft zu sagen, Sie münen das Verb lieben" zu konjugiren verstehen. Ich werde Sie das auch einmal selbst lehren, Fräulein. Sie sollen mir das kleine Wort so oft nachsprechen, bis Sie es vollständig können. Wollen Sie mich denn nicht zu Ihrem Gatten haben, Fräulein Best? Würde ich nicht ein guter Lehrer sein, wie?" Aber Papa, was sagst Tu denn da dem Fräulein?" Nichts, mein liebes Kind, nichts, durchaus nichts!" Bisweilen, wenn seine Kinder höchst erstaunt seinenLieöesbetheuerunaen zuhörten, empfand er für sie durchaus keine väterliche Liebe. Wenn sie dabei waren, so konnte er nicht die rechten Worte finden, ihr leises Flüstern oder ihr verstohlener Blick brachten ihn aus der Fassung, und seineWorte klangen dann nur prosaisch, während er doch so gern Marianne in den glühendsten Ausdrücken seine Verehrung kundgegeben hätte. Es war wirklich schwierig zu begreifen, daß dieser parfümirte, alte Geck der Herr über Kronstadt und seine Garnison war. die Schildwache des mächtigen russischen Reiches, der Thürhüter der Freiheit von Millionen. Und doch hatte Rußland keinen treueren Diener, und der Zar in dem ganzen weiten Reiche keinen ergebeneren Soldaten; es gab keinen Mann, der so ausdauernd und geistesgegenwärtig war. General Stefanowitsch lebte für seinen Dienst. Das kalte und öde Gouverneurhaus auf der Nordseite der Insel war für ihn ein Palast, und die Festungswerke der dazu gehörendeGarten: für ihn war das öde Eiland aus Kalksieinfelsen. welches Gott mitten in dt. "nnischenGolf zumScvutzeRußlands hingestellt, die Welt. Seine Eitelkeit.seine persönlichenSchwächen waren für ihn nur in seinen Mußestunden vorhanden, er vergaß sie in demselben Augenblick, wo Kronstadt genannt wurde. Kronstadt war ihm alles das mächtige Buch, in welchem sein Lebenswerk verzeichnet war. So kam es, daß die Augenblicke, wo er seinen persönlichen Neigungen leben konnte, sehr spärlich waren. Die halbe Stunde, die er mit seinen Kindern am Morgen zubrachte, ein paar Worte zu ihnen Abends, bildeten die einzige Unterbrechung seiner Thätigkeit. Sonst war er immer der strenge Vorgesetzte, der hundertäugige Hüter des Thores, der alte Soldat, der mit eiserner Hand herrschte. Die Leute fürchteten seinen Blick und die Kerker der Festung hallten von den Seufzern derjenigen wieder. welche sein Zorn getroffen; und dazu gehörte nicht viel, denn schon die kleinste Unregelmäßigkeit im Dienste genügte, um die Gunst des Generals zu verscherzen. Man erkannte zwar an, daß er ein gerechter Mann war und bei seinem Urtheil nie persönliche Gefühle mitsprechen ließ, aber man wußte auch, daß er Vergebung nicht kannte. Um neun Uhr saß der General am ?lrbeitspult in seinem Schreibzimmer. Er Pflegte dasselbe mit dem Glockenschlage zu betreten. Ebenso pünktlich wie er war der grimmige Oberst Bonzo. der zweite imCommando, der. gleich nachdem die letzten Klänge der Uhr verhallt waren, erschien, und ihm den Rapport brachte. Heute, am Morgen nach dem Carneval, erklärten die jungen Officiere, die das Fest die ganze Nacht durch wach gehalten, die Pünktlichkeit der beiden höchsten Beamten in 5ironstadt für barbarisch. Diesen aber war von der durchschwärmten Nacht nichts anzusehen: eine Rose, die eben erst gepflückt war, konnte nicht frischer aussehen, als Nikolaus Stefanowitsch. Geschminkt und gepudert wie er war, verbeugte er sich geziert und mit der unveränderlichen Höflichkeit eineAutomaten gegen die Personen, die ihn im Vorraum erwarteten. Die Augen, welche eben erst Marianne Best zugelächelt hatten, wie sie es bereits gegen acht Erzieherinnen während der letzten fünf Jahre gethan, waren jetzt kalt, stahlhart und durchdringend. Tiefes Schweigen trat im Vorraum ein, als er hindurch schritt, und selbst die markige Gestalt Bonzos wur.de noch steifer. Der General redete diesen zunächst an. Guten Morgen. Herr Oberst, haben Sie die Akten?"
.Jawohl, Herr General." Sie gingen zusammen in das A?beitszimmer. General Stefanowitsch setzte seinen Kneifer auf und begann die Akten durchzusehen. Er hatte erst einige Zeilen gelesen, als ein unterdrückte? Ausruf des Obersten seine Aufmerksamkeit auf seinen Untergebenen lenkte. Ein solche? Verstoß gegen die Disziplin, die absolutes Stillschweigen fordert, war unerhört, und die Augenbrauen des Generals, welche bis zum Ende seines Kopfes sich hinaufzogen, zeigten seinen Grimm und seine Ungeduld an. Sie sagten etwas, Herr Oberst?"
fragte er. Ich wünsche etwas zu sagen. Herr General. " Jetzt, wo ich die Depeschen lese?" Jawohl, wenn Sie gestatten, Herr General." General Stefanowitsch nahm den Kneifer von der Nafe und legte die Papiere zusammen. Eine solche Unterbrechung war ihm seit den zwanzig Iahren, die er in Kronstadt verbracht hatte. noch nicht vorgekommen. Es war an Bonzo, sie zu begründen und sich zu rechtfertigen. Nun also. Her.- Oberst?" Ich wollte Ihnen mittheilen, Herr General, daß der Plan von Batterie No. 3 vor einer Woche der englischen Regierung übergeben worden ist." Oberst Bonzo stand wie eine Statue, nachdem er die Worte gesprochen hatte. Diese furchtbare Nachricht hatte ihm die ganze Nacht verdorben. Er hatte sie vor zwölf Stunden bereits vernommen, aber jetzt erst wagte er es. sie Stefanowitsch mitzutheilen. Fünf Minuten vergingen, bevor General Stefanowitsch einer Antwort fähig war. Während dieser Zeit schien er ganz der Welt entrückt zu sein; aber das war eben nur Schein, in Wirklichkeit suchte sein Geist hier und dort nach dem ersten Glied in der Kette, welche die Ueberlegung für ihn schmieden mußte. Zu Bonzos großem Erstaunen war er durchaus nicht aufgebracht, die Stimme klang zwar langsam und befehlend, aber es lag keine Spur von Ueberraschung oder Zorn in ihr. Woher haben Sie diese Nachricht?" Aus einem Telegramm, das ich gestern Abend vom Fürsten erhielt." Wie kommt es, daß ich davon nicht schon früher hörte?" Bonze erhob wie zur Entschuldigung seine Hand. Gestern war Carneval, Herr General." tn xa Und als ich um Mitternacht zurückkehrte, und Sie noch auf dem Eise waren, da glaubte ich, Sie würden die Nachricht jetzt nicht hören wollen." Stammelnd und stotternd stand der Oberst da. aber der General, in dem nun der Zorn erwachte, schlug mit der Faust auf den Tisch, daß das Glas in den Fenstern erzitterte. Ich es nicht hören wollen? Ich, dessen Ehre auf dem Spiele steht! Um's Himmels Willen. Oberst Bonzo, was glauben Sie denn eigentlich?" Der Oberst bebte, und er war froh, als er sah. daß der Zorn des Generals sich allmählich legte. Er hatte auf diesen Augenblick nur gewartet, und faßte jetzt wieder Muth. Ich denke, Herr General, daß wir zuwachst erkunden müssen, ob der Plan von Batterie No. 3, welchen die englische Regierung besitzen soll, wirklich der richtige Plan ist. Diese Engländer würden sicher für Pläne von Kronstadt sehr viel geben. Ist es denn nicht möglich, daß ein Theil der zehntausend Psund (Sterling, welche sie demjenigen anbieten, der ihnen solche Pläne verschafft, in die Tasche eines Betrügers gelangt ist. Ich meine, das ist sehr wohl möglich, und ich behaupte, daß dies die einzige Erklärung ist. Der Fürst ist getäuscht worden, der Plan ist eine Fälschung. Ich glaube, wir können über derlei Nachrichten nur !achen und den Leuten in London noch mehr solche Pläne verkaufen. Das wird allmählich ihre Gier nach solchen Geheimnissen stillen und uns dazu verhelfen, die Spione zu hängen. Seien Sie versichert.Herr General, daß, wenn der Mann, der uns verrathen hat. sich in dieser Stadt befindet, es nicht lange dauern wird, bis wir unsere Hand auf ihn legen." Der Oberst sprach in sehr ernstem Tone; es lag ein Zug von Zorn und Entschlossenheit in seinen Augen, und seine großen Hände bewegten sich wie von dem Wunsche beseelt, thätig zu sein. Wie seinem Vorgesetzten, war auch ihm d'e Jnselfestung ein geheiligter Ort. Hier lag sein Leben, hier sein Lcbenswerk. seine Ehre war diesem Altar von Granit und Stein verpfändet. Die beiden Männer hatten Seite an Seite während zwanzig Jahren gearbeitet, sie waren mehr als Freund?, sie waren Brüder geworden und hegten zu einander unbedingtes Vertrauen. Und jetzt war eine gemeinsame Gefahr vor ihnen beiden erstanden. Sie wollten sich noch nicht die Wahrbeit eingestehen, sie wagten noch nicht, 1f m gen. daß ein Spion innerhalb der Fesrungsttwre sei. Und wle gern ya..:n sie sich darüber hinwegtäuschen lassen, wenn es auch blos für cinen Tag gewesen wäre. Ich war ein Narr, nicht auch sogleich dcran zu denken." sagte Str,v nowitsch. Wenn sie wirklich einen Plan von Batterie 3 in London haben, so ist es nicht unser Plan. Ich will das dem Fürsten heute erklären. Er hätte sich nicht leichtfertig nasführen lassen und hätte sich hüten sollen, die Treue von Männern, die im Dienste ergraut sind, anzutasten. Wir wollen darauf sehen, Bonzo, daß man ihm ordentlich antwortet. Machen Sie sich daran, unsere Sache zu Papier zu bringen und sie zu vertheidigen, wenn es nöthig ist. Warum fällt es denn die-
sem Narren nicht auch ein, zu behaupten, daß die Englände? einen Plan meines Hauses haben?" Oder vom Himmel", sagte der Oberst mit herbem Spott. Den könnten sie ebenso gut erlangen, wie die Pläne von Batterie No. 3. Und warum gerade von Batterie No. 3, Herr General? Warum nicht die von Fort Peter oder von Fort Alexander oder Mensckikoff? Sie haben doch lange genug sich darum bemüht. Und warum sollten sie sich denn mit dem einen begnügen und nicht auch die anderen aufnehmen? Sind denn die hohen Herren in St. Petersburg Kinder, daß sie jede Geschichte glauben, die man ihnen in London erzählt? Meinen sie denn, daß wir hier schlafen, während Spione eifrig auf unseren Wällen arbeiten Oh. es ist nur ein schlechter Scherz. Nikolai, ein Scherz, und wir können darüber blos lachen." Oberst Bonzo hatte lange nicht gelacht, und so kam es. djfc, als er jetzt wirklich einmal lactcn wollte, dies Gell'ter unrein und heiser klang wie Hundegebell. Sein Eiser hatte ihn dazu geführt, Stefanowitsch in dem vertraulichen Ton anzureden, welchen die beiden Männer immer gebrauch un, wenn keine andere amtliche Perfönlichkeiten zugegen war, und diese Vertraulichkeit wurde jetzt auch vom General erwidert. Du meinst", sagte er, zum ersten Mal. seit er die aufregende Nackriä t vernommen, seinen Kneifer wieder aufsetzend. Du meinst, der Fürst spaße mit uns. und wir sollten ihm auch mit einem Scherz antworten? Das müßte eine Liste von afttr den Personen sein, welche Batterie No. 3 betreten haben, seit sie gebaut wurde. Er soll uns dann sagen wer der Spion ist, und wir werden dann wissen, was wir )u thun haben. Nicht wahr. Bonzo. wir werden dcrs schon wissen? Laß al'o mal Hauptmann Paul zu mir kommen." Paul Sassulitsch wrrr um vier Uhr Morgens zu Bett gegangen. Während zweier Stunden hatte er von Marianne Best geträumt, von einem Garten ewigen Sommels. m dun sie dte Herriu war. Aber als es sechs Uhr schlug, und zwanzig Trommeten die Reveillc von den Wällen bliesen, richtete er sich mühsam 'von seinem Lager auf, zog "äz an und begab sich, noch verschlafen und traumumfangen, zu seinem einförmi.gen Dienst in der Festung. Erst al4 die Strahlen der aufgehenden Sonne allmählich die Dunkelheit des Wintermorgens vertrieben und der frische Wind sein Gesicht umwehte, belebten sich seine Nerven, und Farbe knm wieder in seine Wangen. Und wie er nun vor dem Gouverneur stand, da trugen seine Züge den Stempel K Gesundheit und seine Augen erglänzten in dem Feuer der Jugend. Sie sandten, nach mir,, Heri General?" Stefanowitsch., der Paul wie einen Sohn liebte.betrachtete ihn scharf durch den Kneifer, bevor er ihm antwortete. Jawohl, Herr Hauptmann, ich sandte nach Ihnen. Sie haben doch schon die Nachricht gehört?" Die Nachricht. Herr General?" Jawohl, die Nachricht, daß sie in London den Plan von Batterie No. 3 haben, der ihnen von jemand verkauft sein muß, der die Batterie ebenso gut kennt, wie Sie oder ich." Stefanowitsch sprach das mit einer Gleichgiltigkeit. als ob die Angelegenheit die geringfügigste wäre, die er überhaupt erwähnen konnte.. Es war seine Gewohnheit, jeden Zornesauübruch zu vermeiden, denn er haßte edes äußere Zeichen von Gefühlserrcgung; sein Blick war immer mehr gefürchtet als fein Worr. Wenn seine Hand auf irgend ein Opfer fi so war der Schlag wie der Kuß einer Rose, aber seine folgen waren furcht-
. bar und konnten den Tod oernrfachen. Sassulitsch kannte diese Gewornrhe:t wohl und fürchtete sie ebenso, wie ein Verbrecher die cherze seines 9Uch ters. Sie haben den Plan von Batterie No. 3 in London,, 5err General? DaZ ist eine Lüge", rief er, indem er ie beiden Herren fracrend anblickte. Das ist eine Lüge, sage ich, und das will ich auch den Engländern erklären. Sie können den Plan nicht haben, das ist rein unmöglich'. Wer sollte ihn ihnen gegeben haben? Wo ist ver Mann in roniadt, der die Geheimnisse seine) Landes verkaufen würde? Sie wissen selbst, Herr General, das nicht wahr ist! Gott im Himmel, daß man eine solche Anklage gegen mich vorbrin. gen kann!" Von Augenblick zu Augenblick wurde ihm die Schwere der unausgesproch?nen Anschuldigung il,acer: Schweiß trat auf seine Stirn und Tbränen liesen aus seinen Augen. Er hatte so ganz ohne Selbstsucht daran gearbeitet, sich zu einem guten Diener von Kronstadt zu machen, daß dieser überwältigende Schlag auf einmal seine Ehre und sein Leben zu vernichten schien. Man hatte gewagt, anzunehmen, daß er unwürdig des bisher gcnossenen Vertrauens wäre, er, Paul Sassulitsch, der obne Zögern den Tod erlitten hätte, falls es die Rettung der Festung erforderte! Schwerer konnte er nicht beleidigt werden! (Fortsetzung folgt.) Radikalmittel. A.: .Sie gehen jetzt nicht mehr spät nach Hause?" B.: Nein, meine Frau hat mir stets statt einer Gardinenpredigt eine Modistinnenrechnung vorgelesen." Frech. Atzr Mensch, vorgestern betteln se mich als Lahmer an und heute sind se blind." Na denken se det ewige Humpeln is en Vergnügen, man muß doch ooch mal Abwechslung haben
?vr die Küche.
H i r n s u p p e. Ein Kalbkgeh'rn wird gewässert, gebrüht, gehäutet, mit 3 Eßlöffeln voll Mehl in 2 Unzen Butter gar geschnitzt und mit Salz und einer Messerspitze weißem Pfeffer gewürzt. Mit Fleischbrühe läßt m?n es eine kleine Weile verkochen; zuletzt bindet man die Suppe mit einigen schaumig gequirlten Eidottern. Feine Hühner. Man säubert gute Hühner," schneidet sie in vier Theile, klopft und falzt sie. giebt sie in eine Kasserole, ebenso ein Stück Butter, welches man m t Zwiebeln. Gewürznelken. Lorbeerblättern. Rosmarin. Eitrnenschalen. Safran und Muscatblühten bespickt, und läßt die Hühner zugedeckt im Robr weiß dünsten. Wenn sie halb fertig sind, pasf.rt man die Sauce, schüttet etwas Sutpe auS Fleischertrakt und weißem Wcin dazu, legt die 5)ühner hinein und läßt sie weich dünsten. Vor dem Anrichten quirlt man einige Eigelb mit saurem Rahm und Citronensaft ab und verrübrt die Hühnersuppe damit. Dies darf ;e:.r nicht mehr aufkochen. Englischer Braten. Man löst au 0 s Psund Rinfleisch 5cni Schwanzstück die Knochen, klopi: eS mürbe und rollt es so. daß das Fett nach außen konmt. schnürt es mit Bindfaden und legt es dann in ''in Viertel Pfund Putter und reichlich, zugeputztes Wurzelwerk. So bratet man a bei nicht zu scharfer Hitze eine Stunde lang, erst jetzt gießt man nach und nach heißes Wasser oder Brühe 311, läßt es gar schmoren, nimmt dann den Braten aus der Pfanne, stäubt an die Sauce etwas Kartoffelmehl oder auch feines Weizenmehl, läßt es unter fleißigem Umrühren rösten, gießt noch so viel Fleischbrühe zu, als man Sauce nöthig hat, läßt die Sauce klar kochen, passirt üe durch ein feines Sieb, schmeckt sie nach Belieben noch mit Citronensaft ab und richtet an. Lammkeule mit Pfeffer m i n z s a u c e. Man salzt eineLammteule, läßt sie eine Stunde abliegen, bestreut sie dann mit Pfeffer und läßt sie bei starker 5)itze unter fleißigem Be gießen mit heißem Fett in der Rohre braten. Man muß dabei beachten, dag die Haut nach oben zu liegen kommt. Tie gebratene Keule wird in schöne Stücke geschnitten und mit einer Pfefferminzsauce servirt. die in folgende? Weise bereitet wird: Junge, grüne Pfcfferminzblätter werden gewaschen und so viel davon fein gehaat. daß die ungefähr 3 Eßlöffel voll ergiebt. Man giebt diese gehackten Blätter in 'ine Schüssel, bestreut sie mit 2 Eßlöffeln voll gestoßenem Zucker und läßt dies eine Viertelstunde stehen; dann begießt man die Mischung mit einer Tasse voll gutem Weinessig und läßt die Sauce nun ungefähr zwei Stunden stehen, bt vor man sie verwendet. Dadurch wird das Aroma der Pfefferminzblätter vollständig aufgesogen und die Sauce bekommt einen sehr guten, eigenartigen Geschmack. Schinken - Frikandellen. Ein Stückchen Butter wird schaumiz gerührt, nach und nach 3 bis 4 Eldot tcr damit abgetrieben, eine PrieseSalz, einen Tbcelöffel voll feingewiegte grüne Petersilie und ein entsprechendes Quantum feingewiegter, gekochter Schinken dazu gemischt, zum SchluK wird der steife Schnee, das Eiweiß, in die Masse eingerührt. Dann sormt man von der Masse daumendicke, fin gerlanae Würstchen, panirt sie in Ei mit Semmelbröseln gut ein und bäckt die Frikandellen in heißer Butter oder Fett schön goldbraun. . . Kalbsleberpud' -ttn Hälfte einer großen, st der wird geschabt und d. sieb gestrichen, drei Viertes fette- Schweinefleisch. Sardellen und 2 Awiebe wi5.1t ktwas Semmel obne --r ' - -7 11 1 Wasser oder Bouillon geweiM und Gewürz nach Äiiedun bm ich etwas Majoran und Ba,. kann verwendet werden rnd alles in einem tiefen Napfe mit ei Reibekeule gut verrührt. Man : dies sodann in eine mit Butter ausg strichene Puddinasorm 1; kocht es 1 Stunden im Wisserbade. MW läßt e. in der Form kalt werden. ftürK r.'t dann und servirt es mit Aspik gar' nirt. Erdbeer - Bowle. Aitft Quart Erdbeeren sucht man ungefähr 1 Pint der besten aus. giebt sie in die? Terrine und streut Zucker darüber. Die übrigen übergießt man mü 1 Pint heim ßem Zuckersvrup. läßt ihn zwei Stun den mit den Erdbeeren ziehen und seicht ihn hierauf durch ein Tuch in vie Ter rine. schüttet 34 Flamen Mojplwein darüber, stellt die B'owle auf Ei und fügt vor dem Auftragen 1 Flasche Ezmvagner hinzu. WN man sie ;ia. facker herstellen, so schüttet man X Quart gut gelesene Erdbeeren in bifc? Terrine, bestreut sie sehr dick inrt cker, läßt sie so mehre Stunden steheU und ießt dann 4 Flaschen Rheinwei darauf, der a'. Eis gelegen hat, rvo rauf man eine albe Flasche Seltl Wasser hinzufügt. Himdeereis mit SahNH, Ein Pint süßeSahne. die recht dick sein muß. n : iicfct ma, mit einem Pint ein geic. : rn Himbeersast. Dü- ttxit ma in eine Gcfrierbüchse und läßt es nn er öfterem Umstechen gefrieren. TAeinfach, wie dieses Eis zu bereite qD so gut schmeckt es doch. Man kann statt denen auch jeden anderen Obstszft verwenden. Immer rn ! n t r a u ! 1 y. Hannes (der sich ein Recept machen läßt und dem Apotheker zusieht, wie derselbe die Medicin aus verschieden nicht ganz vollen Gläsern zusammen schüttet): .Du brauchst fein net z' glaubn, daß i' all' Deine Reftl' z'sammasauf' i' möcht' schon & krilcke Medicin! ...
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