Indiana Tribüne, Volume 24, Number 269, Indianapolis, Marion County, 16 June 1901 — Page 10
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Hndiana Tribüne, Tonntag, den IS. Juni 1901.
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Der Radldieb.
lZine Radfahrergeschichte von Norbert Roll. Ich und mein Freund Fritz nicht der von Mascagni und auch nicht der von Erckmann Chatrian ich also und j mein Freund Fritz, wir hailen unsere Räder genommen, waren aufgesessen, un'd fuhren hinaus, um unsere dreißig bis vierzieg Kilometer zu machen. Un-1 ser Zweck war diesmal ein ganz besonderer. Wir wollten unsere Fahrräder j einweihen. Statt unserer alten Gestelle hatten wir uns nämlich ztvei ganz ! prächtige Pneumatiks gekauft. Und wir radeltn hin und freuten uns unserer brillanten Räder, 5o fuhren wir eine Weile, da tauchte ein I Haus vor uns auf. (?in Wirth-; haus? .,Du. wie wär's", sagle Fritz. ..wol-! Ien wir eins trinken? i?in echter Radfahrer ist immer beim Trinken dabei, un'd so sprangen wir ab. lehntn unsere Räder hiibir an die Wand des Hauses und traten ein. 2o", aa,k der Wir:b. als wir be-i haglich am runden Eichtische saßen. Jbai ist ein Wein ... na. ich will den eiaemn Tropfen nicht loben, aber! was Beßres giebt es nicht mehr!" ..Teufel, famos!" schnalzte Freund' Fritz. ..Hm", kostete ich auch wie ein Kenner den Geschmack nachschmeckend. ..nicht übel. Setzen Sie sich her. Herr Wirth, und trinken Sie mit". Wenn's d?e Herren erlauben . . ." In demselben Augenblick aber rief ' eine Stimme von draußen: ..Heda. Wirthshaus!" und der Wirth eilte hinaus. Nach einer Weile kam er zurück. ..Tiefe Rheumatiks. nicht wabr. welche Sie da haben", sag er, die sind viel besser als die andern, nichl?" und behaglich trank er sein Glas aus. ! ..Ja. gewiß!" rief Freuno Fritz. ! das ist das Beste, was man hat". Hm. ja", machte der Wirth und, kratzte sich seinen Kopf. ..das sagte der Andere aucb". Welcher Andere?" fragte ich. Ra. der Andere, der Radler. der . draußen war. Donnerwetter", sagie er. ..sind das schörre Räder. Ob sie j wohl schwerer sind, als das meine?" Na. und da sprang er ab und hob eines von Ihren Beinziehgels auf und: , nein", sagte er ganz erstaunt, schwer nnd ne nicht. Ich darf doch einen Augen'blick probiren. wie es sich fährt?" i Na. ict wußte ja nickt, ob er es dun:e oder nicht, und wollte die Herren erst ! fragen, er aber war eins, zwei, drei ! oben, na, und jetzt in er wobl schon ein gutes S:iick Weges gefahren. Teufel!" rief ich aus und stürzte! hinaus, das nt sicher ein Dieb". Mein Freund Fritz mir gleich nach. Richtig, da lehnte e i n Rad das meine war fort. Dafür aber hatte der Kerl das seine, ein elendes Ding, das auf Guttapercharädern lief, zurückgelassen, und dort . . . ja, wahrhaftig, dort nur noch als ein Pünktchen in einem Staubwölkchen erkennbar fuhr der Raddieb hin. Ich im Nu auf Fritzen's Rad. ..Fahr Du nur auf seinem nach!" rief ich noch, und heidi fort ging'-. daß die Straße so hinflog. Die Chaussee zog sich endlos un'd gerade dahin. Eine Weile konnte ick nicht sehen, ob ich an Terrain gewann, endlich aber sah ich . . . kein Zweifel, ich fuhr besser als er. Meine ganze Kraft setzte ich ein; ich glaube, ich schlug sogar den besten Rekord der Welt .... immer deutlicher und deutlicher sah ich den Dieb . . . . immer miher kam ick und näher. S:eh. Hund!" rief ich ibm zu. als ich ihm auf 200 Schritte vielleicht nahe war. (5r aber weiter. ..leh. Hund! Sonst schieß ich!" womit ich freilich hätte schießen sollen, das war eine andere Frage. Meine : Cigarrentasche ging sicher nicht los. Er schien so was denn auch zu ahnen und fur weiter. Da ging der Weg bergan. Steh!" Mit aller Kraft fuhr er weiter, aber man sah. er war ausgepumpt und es ging mühsam. Die Steigung war ziemlich groß, wenit ich abstieg, konnte der Kerl mir entmischen. Was thun? Ihn überrennen. Mit voller Kraft legte ich mich in die Pedale. Jetzt war ich ihm nahe, ganz. nahe. Wie verzweifelt arbeitete er weiter. Da hurrah!" fuhr ich in ihn hinein, und mein Dieb fuhr in die Luft, überschlug sich urfd um 'hn her stoben die Trümmer meines Bicycles. Ich selbst war auch durss den Prall gestürmt, schlug mir ein mächtiges Loch in das Kinn, raffte mich aber dennoch schnell auf und stürzte, das glücklicher Weise unbeschädigte Rad meines Freundes Fritz liegen lassend, auf den Raddieb zu. Der springt, wie von einer Feder geschnellt, auf und läuft querfeldein. ..Nein. Du Schurke, Du sollst Deiner Strafe doch nicht entgehen", wetterte ich und eile ihm nach. Der Kerl läuft im Bogen über das Feld. ' ich nach. Da stürz' ich. schnell raffe ich mich auf. doch er hat einen Borsvrung und . . . und im selben Augenblick hebt er das Rad auf deshalb hatte er mich im Bogen geführt, der Schurke! Er hebt also das Rad auf. auf dem ich gekommen, schwingt sich hinauf, dreht mir triumphirend eine Nase und heidi, fort fährt er, ich aber stehe da vor den Trümmern meines 400 Mark-Rades ganz anders als Scipio vor den Trümmern Karthagos. Jedenfalls dümmer. Und wie ich so stehe, kommt Freund Fritz, so schnell es auf der Maschine dorr geht, daher. Hast Du ihn?" ruft er mir zu. Nein, aber er hat's." Was hat er?"
Dein Rad". ..Donnerwet' Du scherzest". Bitte, dort fährt er". Und Dein Rad?" Hier siehst Du es liegen". Da aber hättet ihr ihn sehen sollen, meinen Freund Fritz. Tölpel, Esel. Ochse!" und in seiner Wuth fiel er über mich her und .... Doch ich will nicht erzählen, was weiter geschah. Genug, endlich fuhr mein Freund Fritz aus dem alten Bicycle nach Hause, ich schlich die 30 Kilometer auf ?chusters Rappen hinterdrein und als ich an dem unseligen Wirthshaus vorbeikam, da fielen der Wirth, die Wirthin, die Knechte über mich her: sie wllrden's mir zeigen, mir der Zeche durchzubrennen! Braun und blau, müde und matt, geknickt und zerschlagen kam ich nach Hause und Uno fand eine Aufforderung vor. sofort meinem Freunde Fritz 400 Mark für sein Bkycle zu zahlen, oder Ich ließ es aber zum oder" nicht kommen. Ick zahlte. Mein Freund aber ist der gute Fritz trotzdem nicht geblieben, un!d so habe ich Alles verloren: Freund und Rad; mein Rad und sein Rad, und habe wahrhaftig mehr als die Zeche bezahlt, gewonnen aber je nun, gewonnen habe ich nichts, als vielleicht die Erfahrung; ganz gewiß aber die Narbe am Kinn, die mir den Mund so hübsch schief zieht und mein Gesicht noch anmuthiger mackt, als es schon war.
General Arench's Wicverauftauchen. General Kilchener versteht, falls es ihm. wie bisher, gerade in den Kram paßt, das Schweigen so meisterlich, daß seine Landsleute in England vor lau:er Spannung. Aufregung und l::äuickung manchmal so peinliche Gefühle verspüren müssen, wie man sie nur haben kann, wenn Einem zu Muthe ist, als ob man rein aus der Haut fahren möchte. Seit fast zwei vollen Monaten ist der britische General French völlig verschollen. Kitchener tat in dieser Zeit in seinen zahlreichen Depeschenberichten French's Namen niemals erwähnt. Nun endlich ist das Schwelgen von ihm gebrochen worden und er ha: in Kürze mitgetheilt, French habe seine Operationsbasis nach der Cap - Eolonie verlegt. (5s wäre am Platze gewesen, wenn auch nur in Kürze zu berichten, was French während der ganzen Zeit seiner Verschollenheit getrieben hat. Durch das Melden. French sei jetzt in der Cap - Colonie thätig, ist der Veröachr. derselbe sei auf seinem Zuge durch den östlichen Theil Transvaals in die Gefangenschaft der Buren gerathen und unter dem aus Ehrenwort gegebenen Versorecken. nickt mehr gegen sie zu kämpfen, auf freien Fuß gesetzt worden, immer nock nickt gänzlich beseitigt. Um dies zu bewerkstelligen, müßte der Sirdar. ohne ein Blatt vor den Mund zu nehmen, offen und unumwunden mit der Sprache Herallsrücken und mit Bezug auf die auch jetzt aoch dunklen Punkte Farbe bekennen. Treulosigkeit steckt den Engländern :ief im Blute. Vielleicht suchen die perfiden Briten vor ihrem als außerordentlich weit bekannten Kautschukgewissen dadurch zur Entschuldigung und Rechtfertigung einen Ausschlupf, daß sie nch selber und der Welt einreden, French sei nicht wortbrüchig und er könne, da er in der Cap - Colonie ooerire. nicht als gegen seine eigentlichen Feinde, die Buren, kämpfend angesehen werden, gegen welche er auf seine Freilassung hin während der Dauer des jetzigen Feldzugs nicht mehr zu kämoren versprochen hat. Sampson's Verewigung alö Sieger" von Santiago. Nach der Annchi vieler vorurtheilsfrei und gereckt urtheilenden Bürger ha: Admiral Schley bei Santiago durch die Vernichtung von Cervera's Geschwader, über dessen Verbleib längere Zeit Ungewißheit herrschte und das er erst aufsuchen mußte, einen ebenso bedeutenden Sieg errungen, wie Admiral Dewey über die Schiffe des spanischen Admirals Mon'.ijo bei Manila. Manche legen der glänzenden Waffentha: Schley's eine noch größere Bedeutung bei, da Schlep mit modernen, auf's Beste ausgerichteten Kriegsschiffen zu thun hatte, während diejenigen, welche Demev vernichtete, gänzlich veraltet waren und nicht den Widerstand leisten konnten, zu dem das mit Schnellfeuerkanonen ausgerüstete Geschwader Ceroera's fähig war. Admiral Dewey ist auf jede erdenkliche Weise geehrt und ausgezeichnet worden. Aber wie ist mn mit dem tapseren Schlev, dem Sieger von Santiago, umgegangen? Sampson, der während der genannten Schlacht durch Abwesenhei: glänzte, da er zur Zeit angeblich dringend mit General Shafter zu thun hatte, nahm der Regierung gegenüber di Credit für den von Schley gewonnenen Sieg für seine Person in Anspruch. Die Administration ging darauf ein. die Long - Clique nahm f ü r Sampson und gegen Schley Stellung. Der Plan. Sampson zum ContreAdmiral zu befördern und Schley zu übergehen, stieß im Senat auf Widerstand, die Long - Clique, mit welcher der Präsident es hält, hat bis jetzt ihr Ziel nichl erreichen können. Nun sucht sie auf llmwegen ihr?n Liebling Sampson zum Sieger don Santiago zu stempeln, er soll der Unsterblichkeit nicht entgehen und die offizielle Siegespalme soll dem Streber nicht vorenthalten werden. Wenn der Congreß sich sträubt, so weiß man im Flotten - Departement Rath. Da man die Vice - AdrrnralsEpauletten für Sampson nicht bekommen konnte, so hat jetzt die Commission,
welcher es zusteht, die Zeichnungen für die Saniago - Denkmünze auszusuchen, auf eine Medaille sich geeinigt, 'deren eine Seite das wohlgetroffene Bildniß des sogenannten Siegers von Santiago, Rear Admiral Sampson, zieren soll. Die Manila - Medaille, welche den Combattanten jener Seeschlacht verliehen worden ist. zeigt das Vildniß Dewey's und da ha: man es im innersten Kreise des Departements auch für passend erachtet, ein Santiago - Pendant dazu mit Sampson's Portrait zu schaffen. Damit wird Sampson für alle Welt und Nachwelt offiziell zum Sieger jener Seeschlacht gestempelt, und den Historikern der Zukunft bleibt die Möglichkeit, Bände über die Frage zu schreiben. Die Durchführung des Medaillen - Planes hängt noch von der Zustimmung des Marine - Sekretärs Long ab. welcher zur Zeit in Denver weilt. Aber von dieser Seite ist schwerlich Einspruch zu erwarten, denn Herr Long hat von jeher der Clique den Willen gethan und Sampson mit seiner Gunst bedacht. Mag die intriguante Long - Clique sich auch bestreben, ihrem Liebling Sampson den Ruhm zu sichern, welcher von Rechtswegen dem siegreichen Helden Schley gehört, es wird ihr nicht gelingen, Schley aus des Volkes Herzen zu verdrängen, in welchem er sich einen Ehrenplatz erworben hat. Auch die Geschichte wird, falls sie diesen Namen verdient, nicht umhin können. dem Sieger Schley volle Gerechtigkeit widerfahren zu lassen.
Der neue Herr von Montczhrists. Als Alexander Dumas der Aeltere seinen vielgelesenen Roman Der Grgf von Monte - Christo" schrieb, ahnte er sicherlich nicht, daß das zehn Quadratkilometer große Jnselchen Monte Cristo, wo früher einmal weltscheue Mönche lebten, eines Tages der idyllischen Liebe eines Fürstenpaares, das heute auf einem Throne sitzt, als Zufluchtsort dienen würde. Das italienische Königspaar verbrachte, als es noch Prinz und Prinzessin von Neapel hieß, auf dem Jnfelchen im Schweigen einer einsamen Natur die glücklichsten Augenblicke seines Honigmondes. Als der Prinz in Florenz noch in Garnison war, kam er mehr als einmal nach Monte - Cristo und zwar als Gast des Marquis von Ginori, der dort eine früher von einem Engländer bewohnte Villa besaß. Der Prinz schwärmte für diesen von den blauen Wogen des Mittelmeeres umrauschten stillen Erdenwinkel, und als er verheirathet war, hegte er den Wunsch, mit seiner jungen Frau häufiger die idyllischen Reize dieftr Einsamkeit zu genießen und die Insel mit dem grenzenlosen Horizont und ihren 14 Einwohnern (daß es genau 14 sind, ist durch die jüngste Volkszählung in Italien festgestellt worden) als sein Eigenthum zu besitzen. Es fiel ihm nickt schwer, die Cession des Eilandes zu erlangen. Fern von der Etikette des Hofes und von dem Lärm der Städte, verbrachte das prinzliche Paar dort seine Tage. Tage voll Träumerei, und Poesie, die nie aus dem Gedächtniß schwinden. Stundenlang ging man längs der Küste spazieren, ud setzte gar ofdie nackten Füße auf den kiesigen Strand, wenn es galt. die Miesmuscheln zu fangen. Und dann ein anderes Bild: der Prinz in seinem Arbeitszimmer mit militärischen Studien nnd mit seiner geliebten Münzensammlung beschäftigt, während die Prinzessin Helene mit einer Stickerei inder Hand auf der Schwelle des Hauses sitzt und sich mit ein paar Insulanern" unterhält. Das Wohnhaus ist schlicht und einfach, viel einfacher, als das Landhaus irgend eines wohlhabenden Bürgers. Es hat nur ein einziges Stockwerk mit etwa zwölf Zimmern. Das ist mehr als genügend für ein prinzliches Paar, das keinen Flügeladjutanten, keinen KammerHerrn, keine Ceremonienmeister mit sich führt und nur Ruhe, nichts als Ruhe, sucht. Man darf annehmen, daß Victor Emanuel auch als König öfter nach Monte - Cristo zu kommen gedenkt, denn die königliche Villa auf dem Eilan'd wird gegenwärtig umgebaut und die Insel selbst wird durch eine Telegraphenlinie mit der Station Pianosa verbunden. Gros von Waldcrsec General Graf von Waldersee,KomMarodeur der alliirten Mächte in China, ist jetzt auf der Rückreise nach Deutschland begriffen, macht aber vorher noch einen Abstecher nach Japan. Wer die Kunst der Zufriedenheit kennt, ist ein Weiser; bloße Klugheit führt nicht zur Zufriedenheit, da sie stets die Begehrlichkeit anregt. I e mehr die Welt infolge vonThorheit. Habsucht und Größenwahn- aus den Fugen geht, um so mehr mutz man sich fügen lernen.
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gemeinnütziges. Die Gewürze. Einen Nährwerth besitzen die t würze nickt, sie sind aber immerhin wegen ihres Reizes auf die Magennerden. wegen der Einwirkung auf den Geschmack wie auf die Verdauung der Speisen von hoher Bedeutung für die Küche. Die eigenthümliche Wirkung derselben beruht auf dem Gehalt von aromatischem flüchtigen Oel, welches jene pflanzlichen Produkte besitzen, welche wir die Gewürze nennen. Die schärfsten Gewürze, welche die Küche besitzt, kommen ausschließlich aus den Tropen. Da ist der Pfeffer, die Nelke, der Ingwer, die Muskatblüthe und Muskatnuß, der Zimmt. die Vanille. Der Pfeffer kommt als schwarzer. weißer, langer und spanischer Pfeffer in den Handel. Der schwarze Pfeffer ist die unreife getrocknete Beere der Pfefferrebe, welche namentlich in Ostindien wächst. Von seiner schwarzen. harten und runzeligen Schale befreit, wird er als weißer Pfeffer verkauft. Unter dem langen Pfeffer versteht man die unreifen Fruchtähren eines Pfefferstrauches. und die länglichen rothen Beeren einer ganz eigenthümlichen, der Kartoffel ähnlichen Pflanze werden zu dem spanischen oder türkischen Pfcffer (auch Paprika) verwandt, indem man sie trocknet und zerstößt. Der Cayennepfesfer besteht aus den Beeren des brasilianischen Beerenpfeffers, welche getrocknet, mit Salz und Hefe vermisch:, gestoßen und gesiebt werden. Gewürznelken sind die vor dem Aufblühen gesammelten, in heißes Wasser gctauchten, sodann gcrewcherten und getrockneten Blüthenknospen des GeWürznelkenbaumes. Als die besten gelten die ostindischen Gewürznelken, aus denen das stark aromatische Nelkenöl gewonnen wird. Der Zimmt ist die ge:rocknete Rinde von jungen Zweigen des Zimmtbaumes; die feinste Sorte ist der Ceylon zimmt. Guter Ingwer erscheint in vollen Stücken von harzartig glänzendem
Bruch. In der Küche wird der Jngwer theils als Gewürz, theils in Zucket gekocht und kandirt als Delikatesse verwandt. In der Medizin findet er als stark reizendes Mittel häufiger Anwettdung. ebenso in der Likörfabrikation. Die besten Muskatnüsse kommen von den Vcolukken. Wenn man von den reifen, unsern Pfirsichen ähnlichen Früchten des Muskatnuhbaumes das Fleisch entfernt, so bleibt ein brauner harter Kern, der gleich nach der Gewinnung, um ihn gegen den Stich der Würmer zu schützen, mit Kalkpulver überstreut wird. Beim Einkauf achte man besonders darauf, daß die Nüsse nicht wurmstichig sind. Der Saffran gilt in der feinen ftuch höchstens als Färbemittel, wird aber in der Medizin in umfassender Weise verwendet. Lorbeerblätter sind von lanzettförm:ger Gestalt und glattem Rande; vielfach werden Kirschlorbeerblätter getlocknet und in den Handel gebracht, diese sind an ihrem gezahnten Rande r' t zu erkennen. Z'v. Vanille kommt unter dem Namen V.nillenschoten in den Handel. Das ätherische feste Oel. welas sich in diesen Schoten befinde! krystallisirt sich, wenn die Schote besonders saftig ist, in Gestalt kleiner Krystallnadeln und lagert sich dann auch auf der außc:en Schale als weißer Flaum ab. Eine gute Vanillenschote muß darum Kiesen feinen Flaum besitzen, sich dabei geschmeidig und fettig anfühlen und von dunkler, glitzernder Farbe sein. Die Vanille unterliegt vielen Verfälschlingen, ihre Aufbewahrung erfordert einen trockenen Ort und die möglichste Abgeschlossenheit von der Luft, damit der Duft sich nicht verflüchtet. Oelflecke aus Tapeten zu entfernen. Oelflecke können aus Tapeten, an wel che nachlässige Leute ihre Köpfe angelegt haben, mit einem Brei aus Pfeifeuerte und kaltem Wasser entfernt worden. Man legt den Brei nur auf die Tapete, ohne ihn abzureiben, und läßt ihn am Morgen abbürsten. Wenn der Fleck nicht sehr alt ist, wird er der schwanden sein, im anderen Fall wiederhole man das Verfahren. Haarbürsten zu waschen. Zum Waschen der Haarbürsten löse man etwas Soda mi: warmem Wasser auf und lege die Bürsten mit den Borgen nach nuten hinein, sodaß das Wasser nur die letzteren bedeckt. Sie werden sehr bald weiß und rein werden. Man läßt sie dann in freier Luft mit abwärts gekehrten Borsten trocknen. Porzellan und Glassachen wasche man in mit Salmiakgeist versetztem Wasser. Zu beachten ist. daß diese Wasser nicht heiß und nicht mit scharfer Seifenlösung vermischt werden darf, beides würde die oft sehr zart bemalten Gegenstände, zumal bei Wiederholungfällen, sehr angreifen. Dunkelblaue Leinen- und BaumWollkleider werden nach der Wäsche wie neu. wenn man statt der Stärke Roggenmehl verwendet. Man kocht von Roggenmebl ud Wasser im Verhältniß der zu stärkenden Sachen einen dünnen Brei und verdünnt denselben nach Bedarf. Die Behadlung ist genau it bei der Stärkewäsche. Die Kleider wer -den auf der linken Seite aevlättet. Die Suvreme Court von New Jersey hat eine Entscheidung abgegeben, daß Straßenbahn - Privilegien eben so zu besteuern sind wie Gründergenthum. Das bedeutet für denStaat ein paar MMonen Mehreinkünfte jährlich. E i n ungeschliffener Diamant ist mehr werth, als ein Kiesel von feinstem Schliff; doch braucht's einen Kenner. D i e Tonart unserer Lebensweise hängt davon ab, wie viele Kreuze unser Leben hat.
TMAK MA Wer sich an seine eigene Kindheil nicht sehr deutlich erinnert, ist ein schlechter Erzieher. Wenn der König lahm geh:, gehen die Schranzen auf Krücken. UNION TRUST CO., Office: l, Gebäude der Geselschaft.) o. 118 und 12 Ost Market Gtr. Jb v. volltday, Präfibent. Heurv Eitel. 8. Bice-Präsident und Schatzmeister. H. . Ztzolv. Sekretär. Connty und Municipal Sich' erheiten negocirt. (Geschäfts -Agent in allen Cap. citäten, speziell oder allgemein. Interessen werden an Depositen bezahlt für eine bestimmte, übereinge kommene Zeit. Kapital an dem bestimmten Tag zurückbezahlt. Bcrficherungen aller Art in erster Klasse Gesellschaften. Testamente werden ausgefertigt und Vormundschaften und persönliche Vertrauensposten aller Art über nommen. Sprechen Sie vor. Rathschläge kosten nicht?. Cnnra Laundry, 1237 Oft Washington Strafte. Kragen und Manschetten 2c. Kragenleisten frei. Alle Arbeiten werden garantirt. abgeholt und adge liefert. Xelephsn 2313. Ziamilienmäiede eine Spezialitat. Gutes Bier, Importirte weine und feine Cigarren. Jeden Samstag warmer (unck bei CHAS. L0EWER, 1809 Süd Eaft Straße. Henry's Platz ist jetzt nicht mehr in 431, sondern in ..428 ki Delaware Strasse.. Pabst Bier an Zapf. Jmpottitte und einheimische Weine. Feine Liquöre und Cigarren. lleurz W. Kurz, 428 L. Telaware Ttr. 60 YEARS EXPERIENCE Tradc Mau Designs Copyrights 4c AnroQ sentflng a Sketch and deaeiintlon ma) qtilckly ascertain our opinton free whether mm lnrentinn is probably paieatable. Communlc. tlonsstrictlyeonOdentlai. Handbook on Patent sent free. Oldeat airency for ecuring patent. Patents taken tnrouRh Mann Co. recetrs tptcial notice, wlthout In the Scientiftc Arntrican. A handsomeiy trtustrated weekly. Larsest etr culation of any scienttfle Journal. Terms. $3 a year . four monttas, f L Sold by all newsdealers. MUNN & Co. ' New York Brauch Offlee. 625 h" 8t Waabtnjrtoo. IX 0 SMMMMMMMiWWUWWWWMZAWMI CAVEATS, TRADE MARKS, COPYRIGHTS ANO DESIGNS. Send y o u r bnalnees dlrect to Washington, aaves time, coata lese, netter eerrice. Uj oSc cless to V I. ratant Ofies. FREE prUmln-f-y ximiOAUou Bde. Auf fa not da antu naUnt li ircniti. PERSONAL ATTEMTION GIVEN 1 , TEARA ACTUAL EXPERIENCE. Book "Ho wto obtala Pateati," etc., Mnt Irre. Patent procand through S. 0. Illjsis rocelT ipecUl notfc, wltbaat ckarga, In tk INVENTIVE ACE Uiutrated nonth'.y Elerenth yaar teraw. 1 1. a yaar. E si SIGGERS 918 F St., N. W., L. U. UIUULIIU, WASHINGTON, O. C. In der Deutschen Wirthschaft von WM. FRICK, No. 507 Oft Washington Strafte, findet man feinstes Home ren? mit schmack haftem Lunch zu jeder Stunde toft Tages.
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