Indiana Tribüne, Volume 24, Number 268, Indianapolis, Marion County, 15 June 1901 — Page 7

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Weltmacht.

Roman von M. Stahl. (Fortsetzung) - Zßrwz Arnuls stellte sich so ungeschickt an, daß er oft einen Schlag mit dem japanischen Fächer auf die Finger bekam, und es wurde sehr viel dabei gelacht. Wulfttld war noch den Erlebnissen desTages wenig zu solch' lauterLustigteit aufgelegt, und sie drückte sich an der Gruppe vorbei, um in das Freie zu kommen. Im Garten promenirte Prinzeß Elvira mit Rauschmgk. Sie war voll Begeisterung für das Colonie - Unternehmen und schwärmte ihren Begleiter als. einen Wohlthäter der ganzen Stadt M Rauschnigks Auge leuchtete auf, als er Wulfhild erblickte, denn die geistreichen Phrasen der Prinzessin langweilten ihn. und er hatte nur zerstreut auf ihre Fragen geantwortet. Seit ihrer gemeinsamen Gartenarbeit au tem Waldhofe nxusen sich Wulfhild und Rauschnigk nur flüchtig begegnet. Fast unbewußt gingen sie .sich gegenseitig aus dem Wege. Sftmifch? nigk verfiel von Neuem dem Sveculationsfieber mit Leib und Seele, so daß er kaum für einen anderen Gedanken Raum und Zeit hatte. Und Wulfhild hatte sich im Strudel der Geselligkeit betäubt. Prinzeß Elvira wandte sich jetzt Roderich zu, der neuerdings einer ihrer bevorzugten Cavaliere roar. und Rauschnigk begrüßte aufathmend Wulfhild. Wie schön sie war in ihrem weißen Frühlingskleide! Ich glaube, wir haben uns lange nicht gesehen," sagte er und hielt ihre Hand fest. Wulfhild lächelte. Lange ist ein dehnbarer Begriff," erwiderte sie scherzend. Zuweilen erscheint die Ewigkeit kurz und eine einzige Stunde viel zu lang." Nun also, für mich ist es viel zu lange, daß ich Sie nicht gesehen habe." sagte er in demselben leichten Tone. Was macht Ihr Königreich, schöne Waldfee?" ..Ich komme eben daher. Schade, datz dieses Fest nicht in meinem Garten stattfindet, es ist so viel schöner dort, als in dieser Kunstplantage." Wissen Sie, daß ich Sehnsucht nach der Nachtigallen - Insel habe? Es muß jetzt herrlich dort fein! Jeder Tag ist zu bedauern, den man in diesen staubigen Mauern zubringt," rief Rauschnigk. Es ist doch Ihr freier Wille," entgegnete Wulfhild, aber die Menschen bedauern stets am meisten das, was sie selbst gewollt haben!" Könnten Sie sich vielleicht meine Frau in solche einer WaldhofIdylle angenehm denken?" fragte Rauschnigk nicht ohne Schärfe. Ihre Frau? Ja aber " Wulfhild stockte und sagte schnell: Ich glaube, es gibt jetzt eine Polonaise." Schmetternde Tanzmusik tönte aus dem Saale, und Frau Nellie trat eben mit dem Prinzen als erstes Paar in die hell erleuchtete Thür. Rauschnigk nahm ohne weitere Frage Wulfhilds Arm und schloß sich dem bunten Zuge an, in dem Roderich die Prinzessin führte. Die schöne Hausfrau nar ein neckischer Kobold, sie führte ihre Gefellschaft die verschlungensten Pfade, bald zu unentwirrbaren Knäueln zusammengcballt, bald in Freibeit promenirend. Wulfhild ging schweigend am Arme ihres Partners, die große Heiterkeit um sie be? vertiefte das Wehgefühl, das die Nachtigall ihr heute in's Herz gesungen beim Anblick eines fremden Herzeleids. Und auch Rauschnigk schwieg. Es erinnerte Alles so lebhaft an jenes Gartenfest in Stockhausen, jenen letzten frohen Tag. ehe der Schicksalswechsel liereii-brach. Wie jung und froh waren sie damals! Sie fühlten, daß sie Beide daran dachten, daran denken mußten und doch nicht davon reden durften. Es wühlte etwas im Herzen des Mannes, ein Mißbehagen, das er seit einiger Zeit mit sich herumgetragen, wie einen versteckten Krankheitskeim, ohne sich dessen ganz bewußt zu werden. Jetzt si-.u, das Fieber an, lcicyt in seinen Adern zu gähren. Er hatte es bisher niedergekämpft mit Arbeit und Vergesscn des eigenen Ichs, aber diese Atmosphäre hier hatte eine gefährliche Temperatur für die Krankheitserreger in seinem Blute. Es war so heiß, so dunstig schwül in diesem Menschenknäuel, es lag ein betäubender, aufreizender Duft über dem Gedränge, von rosigen, jungen Menfchenkörvern und seidigem Frauenhaar, die Luft schien elektrisch geladen mit zündenden Blicken, mit geflügelten, nervenkitzelnden Scherzworten, mit üppigem Frauenlachen und verführenschem Männerlächeln. Dazu sprach die Musik so furchtbar deutlich, was man nicht in Worten sagen durfte, es war ein Jauchzen und Schmettern von höchster Sinnenlust und wollüstigem Sinnestaumel. Wie leuchtende, farbenglühende Blumen schwebten dü brennenden Ballons in der dunkelblauen Luft, und um den lick-cblenden Garten mit seinem

Sang und fuang Ofttttfe sich du dunkle, dunstig Frühlingsnacht mit fernem Wetterleuchten am Horizont. Einmal, im Gedrängt einer Ronde, war Wulfhilds fchanke Gestalt fest ge- ' gen ihn gepreßt worden, und um sie vor der Berührung mit anderen Man- ! nern zu schützen, hatte er sie fast gewaltsarn in seinen Arm gerissen und ; mit seinem Körper gedeckt. Es war eine ganz impulsive Handlung, er hätte Jeden niederschlagen mögen, der ihr j nahe kam. Da begegnete er Wulfhilds Blick, in dem es zornig funkelte wie

von verletztem Zartgefühl. Sofort gcib er sie frei. Pardon, ich wollte Sie gegen diesen GeseUschaftspöbel schützen," murmelte er mit verfinsterter Stirn. Gehören wir Beide nicht auch zu diesem parfümirten Pöbel?" fragte Wulfhild und sah ihn mit eisigem Stolz an. Für mich gehören Sie jedenfalls nicht dazu," sagte er mit scharfer Betonung. In diesem Augenblick löste sich die Polonaise mit der letzten, großen Reoerenz. und ein Walzerreigen elektrisirte Alles. Prinz Arnuls flog über den Rasenplatz auf Wulfhild zu und ohne Rauschnigk zu beachten, küßte er ihr mit glühender Inbrunst die Hände. Endlich, Baroneß. endlich! Jetzt sind Sie mein, einen ganzen, seligen Walzertanz hindurch!" Diese Worte hörte Ruschnigk noch, wie der Prinz, den Arm bereits um Wulfhilds Tatlle gelegt, sie zum Reigen führte. Und Wulfhild hatte sich lächelnd in diesen Arm geschmiegt. Die Begegnung auf der Insel des Waldhofes fiel ihm in. der Jubelruf. mit dem der Prinz Wulfhild begrüßt. Und wie er mit verschränkten Armen in einer Fensternische des Tanzsaales lehnte und den Reigen beobachtete, stieg das Fieber, das sein Blut brennen machte, zu einer bedenklichen HöK Wie dieses Paar wnzte! dieser leichtbeschwingte, schöne Knabe, der schneidige Husarenprinz mit dem Sinnenrausch in den leidenschaftlichen Augen und dieses holdselige Weib, das ihn eben so herb zurückgewiesen! War es möglich, war Wulfhild feil für einen Prinzen? Was ging es ihn an? Nein, nein, es konnte, es durfte nicht sein! So konnte er sich nicht in ihr getäuscht haben! Die Pflichten, die ihm als Wirth oblagen, ließen ihn das Paar aus den gen verlieren, aber fast jedes Mal, wenn er den Tanzsaal betrat, fand er den Prinzen bei Wulfhild. Prinz Arnulf hatte sich heute fast geroaltsam von Frau Nellie frei gemacht, die ihn in letzter Zeit mit großem Geschick in ihren Bann gezogen. Aus Verzweiflung über Wulfhilds Sprödigkeit. die jeden Versuch zu einem heimlichen Zusammensein vereitelte und ablehnte und nicht allzu oft in der Villa Rauschnigk gesehen wurde, widmete er sich zur Zerstreuung dem Flirt mit der Amerikanerin, die immerhin einen großen Reiz für ihn besaß. Aber sie konnte ihn seine glühenve Leidenschaft für Wulfhild nicht vergessen machen, die zur Raserei geworden war. seit das schöne Mädchen ihn im Walde geküßt. Heute bot ihm der Tanz Gelegenheit zu erneuten Liebeswerben. und heute gefiel es Wulfhild, ihm gnädig zu sein und Triumphe zu feiern. Der Dämon ihres verwundeten Stolzes regte sich. Heute wollte sie triumphiren üoei Frau Nellie. über die Prinzessin, die sie in letzter Zeit vernachlässigte, übet Rauschnigk. der sie einmal vergessen hatte, über alle! Und die Jugend regte sich in ihr, das heiße Jugendblut, sie wollte leben lieben! Sie wollte nichts wissen von dei heimlichen Qual, die ihr am Herzen fraß Thorheit! Als ob es nur der, einen Mann für sie gäbe auf der weiten Welt, den einen Mann, der sie verrathen hatte! Der sie geküßt und ein Andere geheirathet! Und jetzt war es Todsünde, wenn ihr Herz nach ihm schrie! Es sollte nicht schreien lieber wollte sie es tödten. dieses feige, schwache Herz! Tödten mit dem Gift der Eitelkeit und des Sinnenrausches. Sie lächelte ihren blonden Prinzen an und sah tief in seine brennenden Augen. Er flüsterte ihr heiße, wilde Wort, seiner Liebesmserei in das Ohr. ur.ts sie lächelte. Sie sah den giftigen Pftil. fccv ans Frau Nellies Augen zu ihr herüberfloo und sie lächelte. Sie nahm den Arm des Prinzen und ging, mit ihrer Schleppe Rauschnigk streifend, mit ihm zur offenen Gartenthür hinaus. Es ist fo heiß im Saal machcn wir einen Gang durch den Garten, Prinz." sagte sie mit schmeichelnder Stimme, sie wußte, daß Rauschnigk es hörte. Und Rauschnigk sah ihr weißesKeid durch die Syringenbüsche schimmern. Später, als der Prinz einige Convenienztouren im Tanzsaal absoloiren mußte, suchte er Wulfhild lange Zeit vergeblich. Endlich fand er sie allein in einem Nebengemach, das als lZusikzimmer diente. Sie stand am Notenpult und blätterte in einigen Overntexten. Auf ! dem weichen Teppich hörte sie sein Nahen nicht und sah sich erstaunt um bei seiner etwas jäben Anrede. . ,

Fräulein Wulfhild auf ein Wort mit dem Recht eines alten Freundes" Seine Stimme klang seltsam heiser und vibririe wie in starker Erregung. Halt!" unterbrach ihn Wulfhild. die großen, grauen Augen fest auf ihn richtend, ich gebe Ihnen das Recht durchaus nicht bedingungslos." Es ist mir vollkommen gleichartig, was Sie mir geben ich nehme mir also die Freiheit. Ihnen zu sagen, daß 2i-e sich in Gefahr begeben, und daß Sie mit Ihrer Familienehre spielen. Prinz Arnulf, der Besitzer von Ebersroda, ist kein Liebhaber für Sie." Wulfhilds ganze Gestalt schien zu wachsen. Sie maß Rauschnigk mit einem flammenden Blick von oben herab. Verzeihen Sie, Herr Rauschnigk, das geht Sie in keiner Beziehung etwas an. Ich bin für mich selbst verantwortlich." Sie kam an den Unrechten. Er war nicht der Mann, sich meistern zu lassen. Er trat einen Schritt näher und erwiderte ihren stolzen Blick mit zwingender Energie. Es ist Wahnsinn, Wulfhild," sagte er zornig. Sie sollen und dürfen sich nicht wegwerfen!" Wulfhild nahm mit unnachahmli-

cher Grazie ihre Schleppe mit der einen Hand auf, die andere schmale, weiße Hand, an der ein großer Brillant funkelte, wies sie Rauschnigk. Ich habe mich eben heimlich mit dem Prinzen verlobt da ist seinRing er will selbst Drachen tödten. um mich zu heirathen. Wenn Sie einen furchtbaren Scandal heraufbeschwörcn wollen, dann verrathen Sie unse: Geheimniß. Vorläufig sollte es Niemand erfahren als Roderich." Rauschnigk verneigte sich stumm und trat zurück, während Wulfhild an ihm vorbei zur Thür hinausrauschte. Sie können meiner Discretion sicher sein." sagte er ihr im letzten Augenblick, aber er war furchtbar bleich bei diesen Worten. Gleich darauf tanzte Wulfhild mit dem Prinzen einen improvisirten Cotillon als erstes Paar. Als zweites folgte Frau Nellie mit Roderich Und Wulfhild blieb die Königin des Abends, trotz Frau Nellies japanischer Reize. Der Prinz huldigte ihr in einer Weise, der alle anwesenden Cavaliere zum höchsten Wettbewerb anspornte. Man riß sich um eine Tour mit ihr und überschüttete sie mit Hu!digungen. Und wenn auch der reizenden Hausfrau ein guter Theil Anbetung gezollt wurde, so hatte Wulfhild doch den ersten Platz. Prinz Arnuls verlor so vollständig den Kopf in der Seligkeit seiner erhörten, heimlichen Liebe, daß er Frau Nellie untreu wurde. er hatte gar keine Augen mehr für sie. Wulfhild hatte den Triumph, den gewollt. Sie nippte am TaumeeT des Sinnenrausches. Ihre Wangen wurden bleich von dem rasenden Tanz, von dem es kaum ein Ausruhen für sie gab, und ihre Augen leuchteten wie zwei Sterne. Und immer wieder führte sie der Prinz in den schwindelnden Reigen, weil er sie keinem 2lndern gönnte, weil er sie an sein Herz pressen und ihr Liebesworte heimlich ins Ohr stammeln wollte. Die Lust im Saale stieg, die Flöten undGeigen sangen brünstiger ihre buhlerischen. schmachtenden Weisen. Plötzlich stand Rauschnigk vorWulfhild und re?Kte ihr in der Bumentour des Cotillons einige halberschlossene Rosen. Rosen vom Eiskeller in Stockhausen," sagte er mit einem besonderen Lächeln. Wulfhild nahm die Blumen und sagte leise: Nein, sie sind unecht." Sie erhob sich, um mit ihm zu tanzen. aber sie wurde plötzlich furchtbar bleich und wankte. Sie mußte sich schnell setzen. Ich kann nicht." flüsterte sie matt. Der Prinz war sofort mit leidenschaftlicher Sorge um sie bemüht und führte sie aus dem Saale. Er kehrte ohne sie zurück, sie war nach Hause gefahren. Bald empfahl auch er sich. Man tanzte noch eine Weile und klatfchte viel. Der Prinz und die schöne Delmenhorst boten azosgieoigen Stoff. Frau Nellie saß lange mit Dr. Lösiler flüsternd in einer Nische, als zum Schluß der schwarze Kaffee herumgereicht wurde. Sie ließ sich dic Antecedentien des UöCgi UU;;. UN0 vl' tUiitvilj0i . erzählen. Äh dos war sehr interessant sehr merkwürdig! Sie sehen, Gnädigste Romeo und Julia" in moderner Auflage mehr kann man in diesem gesegneten Städtchen wirklich nicht verlangen," schloß er seinen Bericht. Ich glaube, es liegt auch ein Schluß - Effect in der Luft." Kommen Sie doch morgen zum Lunch zu mir." sagte Frau Nellie, nachdenklich den Fächer auf- und zuklappend. Ihre Augen funkelten vor Neid und Aergcr, der ganze Abend war ihr verdorben, denn sie hatte heute mit ihrer Eroberung an dem Prinzen glän zen wollen! Sie hatte sich nun einmal den Prinzen in den Kopf gesetzt, lediglich weil er ein Prinz war. Es war so unbeschreiblich smart", einen Flirt mit einem Prinzen zu haden, noch dazu aus regierendem Hause! Wie sie Wulfhild haßte! Diese hochnasige KuhstaI - Vrinzessin.!

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Also. Sie kommen, tteoer Doktor, ich bebe Ihnen auch von Ihrer Lieb lingspastete auf," verabschiedete - s.e Löffler. 32. Capitel. Den Rest der Ballnacht hatte Wulfhild schlaflos auf ihrem Lager gemessen, den Kopf in den Händen und die Finger tief in dem gelöstcn Blondhaar vergraben. Sie hatte den entscheidenden Schritt für das ganze Leben gethan, sich dem Prinzen zu eigen gelobt, und jetzt war ihr zu Muthe, als läge ein Stein auf diesem Wege, über den sie nie hinwegkäme. Dieser Stein war ihre erste Liebe, die sie todt geglaubt. Und sie war todt, sie mußte todt sein, oder sie mußte sich ja selbst verachten! Sie sagte sich das immer und immer wieder, sie suchte es sich mechanisch einzuprägen, indem sie ch den Satz Wort für Wort unzählige Male vorsagte, bis sie ein ödes, dumpfes Gefühl, wie Leere, im Hirn spürte. Jedes Mal. wenn sie soweit war, trat Rauschnigks Bild vor iher Seele. wie er sie in der Polonaise an sich ge-! rinen uno ausgesehen, als ob er jeden ermorden wolle, der ihr nahe kam. wie er mit zusammengebissenen Zähnen und bleich vor Wuth vor sie hingetreten, um sie vor denMPrinzen zu warnen, und wie er ihr zuletzt mit einem Blick, der seine Qual verrieth, die Rosen geboten. Und dann schüttelte ein Sturm von Glück und Jubel ihr Herz, die Lektion des Verstandes war vergessen, weggeblasen, das Herz sagte: er liebt Dich, Dich allein und Du liebst ihn, ihn allein! Sobald sie soiveit gekommen, durchzuckte sie ein tödtlicher, eisiger Schreck. Und sie fing von vorn an, sich zu sagen, daß ihre Liebe ja längst todt und gestorben sei. das es so sein müsse, denn es könne und dürfe nicht fein, daß ein Weib mit einem Funken Stolz und Ehrgefühl den Mann noch liebe, der sie so schnöde verrathen und verlassen habe. Nein, es kann nicht sein, darum hat sie sich ja mit dem Prinzen verlobt. Dem Prinzen! Nun wird ihr ganzes Leben dieser Ballnacht gleichen. Betäubung, Glanz. Lärm, Schein, Rausch, buntes Farbenspiel ohne Inhalt Lust ohne Glück Vergnügen ohne Freude Triumph ohne Befriedigung! Ist denn das der Mühe werth? Ein Ekel überkam sie, und muthlos fiel ihr Haupt matt und schwer in die soffen. In derselben Nacht hatte Rauschnigk nur wenige Stunden geschlafen. Er erwachte früh und erhob sich sofort; denn er fand keine Ruhe mehr. Es lagen wichtige Geschäfte vor, und derGedanke an die Ereignisse der Ballnacht bereitete ihm Pein. Das Verlangen nach ungeheurenAufregungen und Anstrengungen, um sich zu betäuben, beberrschte ihn aanz. (Fortsetzung folgt.) trvTäK 6 cöT No. 208 Nord East Str. HUc Telephon 2 on 1500. Neue Telephon 3670. Wir mackiru ciae 2rpva! :it vrn tünstlichkn gliedern und chirurgiickrii Gliedersliipei', I!r., ,- . Tckub - Erweiier unqrn. i?riictbönder . fträtfer ausBestelluiig gemacht : 26 Jahre bei A. kqwood Wir irrkchkn vor um Mah zu nehmen, wenn es rerlangt nird 9trbeit rnttwrirt.

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