Indiana Tribüne, Volume 24, Number 268, Indianapolis, Marion County, 15 June 1901 — Page 1

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imtö Tribüne 1 aac und tage und SoniitaasMati Sonntags Matt lO- per WAche. t d . . ,. M4., F, -CUUl.. SseseSS i Erscheint jeden Nachmittag und Sanntag Margen. Jahrgang 24. Indianapolis, Ind. Samstag, den 15. Juni 1901. No. 268

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Don den Philippinen.

Gen. Cailles kriecht endlich zu Kreuze. - Weiteres über das Gcsech! bei Lipa. (Crosje Zenersbrnttst bei At. Pe tersdury. Sin nWchn rcuzcr dabei vcrbrann:. , M . Der Verlust beträgt 10,000,000 Rubel. Tie SchKa des früheren Ber. 3t. Haudeligeuteii Stern in Bamberg Belaufen sich ans 8Ö000. Von den Philippinen. Manila. 15. Juni. Der Jnsurs,entenobe?st Bolanos hat sich mit fünf Offizieren und 41 Gewehren in 8ipa in der Provinz Batangas ergeben. T.is kürzlich bei Lipa stattgefundene Gefecht, in dem der Leutnant Sprince? getödtet und Kapt. Wilhelm uns Ltuinant Lee tödtlich verwundet wuren. war von den Amerikanern begonneu worden. Es heiht. dah der Umstand, daß nur ein Unteroffizier und ein Gemeiner verwundet, dagegen vier Offiziere von Kugeln getroffen wurden, ter Thatsache zuzuschreiben sei. daß siefc mehrere amerikanische Deserteure bei den Insurgenten befanden. Cailles. der Jnsurgentenführer in m Provinz Laguna. scheint nun doch nachgeben zu wollen. Er hat dem General Sumner sagen lassen, daß er am mstag hundert Gewehre in Santa Eruz abliefern wolle und die anderen, die sich noch in seinem Besitz befinden, innerhalb von drei Tagen, i! u ä d e m Deutschen Reich. B e r l i n . 15. Juni. Louis Stern. Der frühere Ver. St. Handelsagent in Bamberg. Bayern, der sich dort am 10. Juni im Stadtpzrk erschossen hat. bat linzefähr $5000 Schulden hinterlassen. E i n Riesen - Feuer. S t. P e t e r s b u r g , 15. Juni. Eine Feuersbrunst. die am Donnerstag in Gallen's Schiffsbauhof ausbrach, rstörte alle Hellgen. den Kreuzer Witjas" und andere Fahrzeuge, sowie cic sämmtlichen Regierungsgebäude und eine große Menge von Holz. Di? Flammen sprangen dann über denNewa Fcntanka-Kanal und zerstörten mehrere mit Vorräthen angefüllte Militär-Ma-:c'mt. Der Novoe Wremja" zufolge kamen vei dem Brand zwölf Personen um s Leben und derGesammtoerlust wird auf 10.000.000 Rubel abgeschätzt. Explosion in einer Patronenfabrik. Paris. 15. Juni. In einer Patronenfabrik in der Vorstadt Les Monlineuz kamen am Freitag in Folge einer Erplosion fünfzehn Menschen ums Leben und zwanzig andere wurden -mehr oder weniger schnxr verletzt. Die Verunglückten sind furchtbar verstüm-. melt. Die meisten der Verletzten wacen Frauen. Bevölkerungs-Statistik. London. 15. Juni. Dem neuen Census zufolge ist die Bevölkerung der fünf größten Städte in England, ausschließlich von London, folgende: LiverPool 684.947. Manchester 543.969. Birmingham 522.182. Leeds 428.953. Sheffield 380,717. Die Zahl der männlichen Einwohner von England und Wales beträgt 15, 721,728 und diejenige der weiblichen 16,804.347. Männer, die im Ausland in der Armee oder Flotte dienen, sind nicht mitgezählt. sartenmord. Stilist, Iowa. 15. Juni. Frau Jda M. Thiele wurde am Freitag von ihrem Manne, mit dem sie seit vier Jahren nicht mehr zusammengelebt, dreimal gestochen und tödtlich cerwundet. Das Paar war zufällig aus1 oer Straße zusammengetroffen. Der Mann wurde verhaftet und nach Re) : Oak aebracht. um ein Lnncbaerickt au: verhindern. DiePortRoyalMinen-Ka-st r o p h e. Port Royal, Pa., 15. Juni. Es ist hier ein Gerücht im Umlauf, daß bei dem Grubenunglück in der hiesigen Mine mehr als die achtzehn Personen ums Leben gekommen seien, die bis jetzt als verunglückt angegeben wurden. Kohlengräber von Smithton werden seit der Explosion vermißt und es heiß '. daß die Zahl der unbekannten Opfer auf dreißig anschwellen werde. Es wird lange Zeit dauern, bis genau festgestellt wo:den ist, wie viele Menschen bei der Katastrophe ums Leben gekommen sind.

Srfjicriisidje JliigstiiMitllr.

Ter Transport - Dampfer ,,Jngatts" in New Hork im Trockendock umgefallen. Eine yroszc Anznlil Nlcnläzcn da lici um's Leben gekommen. Zusammenstoß zweier Fährboote K lafi River. New Bork. $tal davou untergegangen und Die! leicht 100 Passagiere ertrunken. Taö West Laden Spring Hotel niedergebrannt. ZJk 268 Gäste anscheiuend entkommer Aber fast alle haben ihre sämmtlichen ' Zückten verloren Bedauerlicher Schifssunfall. New York. 15. Juni. Der Bundes-Transportdampfer Jngalls" wurde am Freitag Morgen in das schwimmende Trockendock des EricBassins gebracht, um einer gründlichen Reparatur unterworfen zu werden. Plötzlich glitt das Schiff von den Blöcken, auf denen es aufgekeilt lag, ab und stürzte auf die Seite. Die Balken, welche das Schiff an den Seitcn stützten, wurden durch die Gewalt des Falles durch die morsche Seitenwand des alten Trockendocks getrieben und durch die plötzliche Veränderung des Schwerpunktes legte sich das ganze schwimmende Dock auf die Seite und versank nach wenigen Augenblicken in 50 Fuß tiefem Wasser. Zur Zeit des Unfalls befanden sich etwa 240 Arbeiter. Maschinisten , Zimmerleute etc. an Bord und dreißig italienische Arbeiter befanden sich im Rumpfe des Schiffes. u mden Roheisen-Ballast zu verstauen. Eine große Anzahl der an Bord Befindlichen ging mit dem Dock unter und wurde zwischen die umhertreibenden Trümmer 'eingeklemmt, wie viele, konnte aber nicht mit Bestimmtheit angegeben werden. Ein Anstreicher. Namens Martin Anderson. gerieth unter die Seite des Schiffe und wurde auf der Stelle getödtet. Viele Andere wurden dem nassen Element entrissen und mit schweren Verletzungen oder halb ertrunken nach den Hospitälern gebracht. Unbekannt ist das Schicksal der Jtaliner. welche sich tief unten im Rumpfe des Dampfers Jngalls" befanden. Einigen gelang es. auf das Deck zu kommen und als dasselbe mit dem Schiffe sank, ins Wasser zu springen, aber die Mehrzahl ist wahrscheinlich mit dem Schiffe in die Fluthen versunken. Der Dampfer Jngalls" sollte mit einem Kostenaufwand von $80,000 reparirt und zur Reise nach Manila fertig gemacht werden. Das schwimmende Dock, worin die Reparatur vorgenommen werden sollte, war ein alter morscher Kasten, welcher bereits vor 50 Jahren gebaut wurde. Man versuchte, als der Unfall sich ereignete, das Thor des Docks zu schließen und so dem rapiden Eindringen des Wasser dorzubeugen, aber es war schon zu spät und in wenigen Minuten waren Dock und Schiff auf dem Grunde des Flusses. Ueber die Größe des Materialschadens konnte man noch keine Angaben erhalten. Zum Hotelbrand in West Baden. W est Baden, Ind., 15. Juni. Ueber das Fcuer, welches Freitag Morgen das Mineral Springs Hotel heimgesucht hat, wird noch folgendes bt sannt: Das Feuer kam in der Küche zum Ausbruch, die sich im untersten Stock des Hotels befand, gerade unter zwei Reihen von Schlafzimmern, die alle mit Gästen angefüllt waren. Die Flammen wurden von dem Nachtwächrer entdeckt, der sie mit Handgranaten zu löschen versucht:; 2?s er aber sah, daß alle seine Bemühungen umsonst seien, eilte er nach der Office, wo er den Nacht-Clerk benachrichtigte. Die Beiden liefen dann durch die Gänge. links und rechts die Thüren eintretend und Feuer" rufend, so laut sie schreien konnten. Die Aufregung, die sofort entstand, wurde noch verschlimmert, als nach einigen Aagenblicken die elektrisch? Leitung unterbrochen wurde und die Gäste im Dunkeln umhertappen und nach ihren Kleidern und Werthsachen suchen muhten. Von den 268 Gästen, die sich am Abend in dem Hotel befanden, gelang es nur zwölf, ihre sämmtlichen Sachen zu retten. Viele Leute entkamen nur in ihren Nachtkleidern. Frau Amv Leslie. die

Theaterkritikerin der Chicago News", die sich mit ihrer kleinen Nichte in dem Hot.: befand, besaß all Reisegttde robe. als sie am Nachmittag nach Chicago abreiste, nur ihr Nachtkleid, ein Herrenhemd, das sie .in einem benachharten Laden gekauft hatte, und ihren Bademantel. Ihre Nichte trug ein Kleidchen, das ihr eine Negerfrau geschenkt hatte. Frl. Sinclair, die Tochter eines der Besitzer des Hotels, entkam nur mit vieler Mühe. Sie verlor ihre sämmtlichen Kleider, Diamanten und sonst! -gen Sachen. Frau Harris von Mit waukee verlor Alles und Herr unr Frau Davis, die sich vor zwei Wochen in Eincinnati verheiratheten und hier ihre Flitterwochen zubrachten, haben kaum Kleider genug gerettet, um sich nothdürftig bekleiden zu können. Fünfzig oder sechzig weibliche Angestellte des Hotels, welche die Zimmer im oberen Stock des neuen Badehauses bewohnten, das erst mit einem Aufwand von $70,000 errichtet worden war, gelangten alle unversehrt ins Freie. Das Badehaus ist ebenfalls ganz niedergeb:annt. Das Feuer wurde um ein Uhr entdeck: und um halb zwei Uhr stand schon das ganze Gebäude in Flammen. Das Gebäude war mit Feuerleitern versehen und an der Vorderseite des Hotels bt fand sich eine spiralförm.ge Feuörtreppe, die bis ans Dach hinaufreichte. Ueber diese Treppe gelangten viele Gäste ins Freie. Bei dem Bemühen, so schnell wie möglich hinauszugelangen, wurden vier Damen in dem Spiral eingeklemmt und während sie sich abmühten, sich freizumachen, ließ Jemand von oben herab einen kleinen Koffer hinabrutschen. Die Damen wurden dadurch verletzt, aber nicht aus ibrer schlimmen Lage befreit, Es gelang erst Luft zu machen, als ein Gast die Treppe hinauflief und eine der Damen gewaltsam herauszog. Eol. Wing von Eincinnati, ein Mitglied des Stabs des Gouverneurs Nash und Polizeikommissär von Eincinnati. bewohnte ein direkt über der Küche geUgenes Zimmer. Er rettete sich nur mit vieler Mühe und gelangte nur mit seinem Nachthemd auf dem Rücken ins Freie. Eine Frau bat ganz verzweifelt, daß Jemand ihren Koffer retten solle, unc sie tot schließlich $1000 für das Herausschaffen des Koffers aus dem brenmnden Gebäude. Niemand wollte oder kannte aber das Wagniß übernehmen. Von den 208 Gästen reisten 56 mit dem Morgenzug der B. u. O. Southwestern Eisenbahn nach Eincinnati ab und bald darauf fuhren 80 andere mu dem Monon-Zug nach Chicago. Man glaubt, daß Diamanten im Werthe von $50,000 un $5000 bis $6000 in Baar in den Flammen zu Grunde gegangen sind. Der große feuersichere Geldschrank in der Office enthielt $10.000, welche die Gäste darin deponirt hatten. Der Geldschrank liegt jetzt im Keller, ganz von heißem Schutt bedeckt, und es wird mehrere Tage dauern, bis festgestellt werden kenn, ob der Inhalt nock unversehrt ist. Die Monon-Eisenbahn beförderte alle Abgebrannten, die sich der Züge bedienen wollten, kostenfrei nach Chicago. denn nur wenige der Leute hatten Tickets, oder Geld, um solche zu kaufen. Und es war eine sonderbar aussehende, aber dennoch zufrieden: Menge, die sich der Züge bediente. Frauen, die nur ihre Nachtkleider anhatten oder in Männer-Ueberzieher steckten und Männerhüte und -schuhe

anhatten, saßen ganz zufrieden am Bahnhos. sich gelegentlich zu dem glucklichen Entkommen gratulirend. Der Eigenthümer des kleinen Landkaufladens in West-Vaden machte glänzende Geschäfte. Die Gäste, die noch etwas Geld gerettet, hatten ihm bald seinen kleinen Vorrath abgekauft. Frauen kauften Männerhemden und sonstige Männerkleider und schienen ganz zufrieden damit. Der Stand der Geschäfte New York. 15. Juni. R. G Dun & Eo's. dieswöchentliche Uebersicht über den Stand der Geschäfte ir den Ver. Staaten lautet wie folgt Die aus Privatquellen stammender günstigen Nachrichten über den Stani der Getreide-Ernte sind nun auch von Ackerbau-Departement bestätigt wor den und dies hat in der Geschäftswel! einen vertrauensvollen Ton erzeug' Das Retailgeschäft hat im Osten roit im Westen zugenommen und in Wholesale-Geschäft war namentlich ir Schnittwaaren und Schuhen eine Besserung bemerkbar. Die Arbeiter-Si tuation bessert sich auch allmählig, na mentlich da die Arbeiter anfangen exn zusehen, daß viele Fabrikanten nur zr gerne die Gelegenheit wahrnehmer würden, temporär den Betrieb einzustellen. Die Produktion von Roheisen be lief sich am 1. Juni auf ungefähr 314 505 Tonnen wöchentlich. Die bishe? größte Produktion wird dadurch UN 13.380 Scmnen übertroffen. Sntee

essant dabei ist. daß die ZaHl der' irr Betrieb befindlichen Hochöfen jetzt rnn 252 beträgt, oder 44 weniger als am 1 Februar 1900. wann die wöchentliche Produktion 298,014 Tonnen betrug Die an Hand befindlichen Vorräthe haden seit dem 1. Mai um 30.565 Tonnen abgenommen und beliefen sich oui 407.723 Tonnen. Die Verhältnisse müssen in dieser Industrie gewiß rech! günstige sein, wenn, trotz der größerer Produktion von Rohmaterial, bei Konsum größer ist als die Produktion Preise sind im Ganzen williger. Bes semer Pig um $9 die Tonne billige: wie' im Februar vorigen Jahres, wann die Produktion fast ebenso groß wai wie jetzt. Diese Mäßigkeit der Preist ist das beste Symptom im Markt unt macht es zur Gewißheit, daß ein Zusammenbruch wie im letzten Jahr nichl stattfinden wird. Von fertigen Produkten werden hauptsächlich Platten Stangencisen und Sturktureisen für baldige Ablieferung verlangt. Saisongemäßes Wetter hat das Geschäft in Schnittwaaren stimulirt. Es ist allerdings noch nicht überwältigend groß, die Fabriken sind aber gut beschäftigt und die großen Vorräthe von Druckkattunen in Fall River sind erheblich zusammengeschmolzen. Niedrigere Preise haben auch etwas zur Stimulirung des Geschäfts beigetragen. Die Versendung von Schuhen unt Stiefeln von Boston betrug in den letz:en Wochen mehr als 100.000 Kisten wöchentlich und die Fabriken sind alle vollauf beschäftigt. Es laufen auch bereits Bestellungen für Herbstwaaren cin. Schweres Sohlenleder ist rar und out im Preise behauptet, leichte Waare hat aber einen ruhigen und schwächn Markt. Weizen ist in Folge des Nachlassen"er Spekulation im Preis zurückgegangen. Aus dem offiziellen Bericht d Ackerlau-Departements ist zu schließen, daß oie diesjährige Ernte eine der großten sein wird, die je in diesem Lande eingel?eilnst worden ist. und da die Zablen des Departements gewöhnlich sogar zu niedrig gegriffen sind, gingen Preise schnell zurück. Auch die Eportnachfrage hat sofort nachgelassen, da Käufer ajj noch günstigere Preise warten. Die Äusfuhr von otlantischen Häfen belief sick wahrend der Woche, einschließlich von Mehl, auf 2.935,983 Bu. geaen 4,520,144 Bu. in der vorhergehenden Woche und 3,081,926 Bu. in der korrespondirenden Woche des vorigen Jahres. Auch Welschkorn ist im Preis zurückgegangen, obgleich die Erntenachrichten nicht übermäßig günstig waren. Die Ausfuhr von atlantischen Häfen ist noch unbefriedigend. Sie belief sich in letzier Woche auf 2,187.525 Bu. gegen 3. 206,593 Bu. vor einem Jahr. Provlsionen hatten aber trotz der niedrigeren Ouotirungen für Welschkorn einen festen Markt und im Westen wird star? in Pork-Produkten spekulirt. MeßPort ist hier auf $15.75 gestiegen. Die Zahl der Bankerotte belief sich während der Woche in den Ver. Staaten auf 179. gegen 162 im letzten Jahr, und in Canada auf 23. gegen 21 im letzten Jahr. Fünffache Hinrichtung. Sylvania. Ga.. 15. Juni. Arnold Augustus. Andrew Davis, Richard Sanders. Wm. Hudson uni Sam. Baldwin. sämmtlich Neger wurden am Freitag kurz nach Mittac im Hofe des Gefängnisses von Screrev County gehängt. Die Exekution fand um 12 Uhr 2t Minuten statt. Bei vier der Delinquenten wurde durch den Fall das Genick gebrochen und der Tod trat faf augenblicklich ein. während der fünft, langsam an Erstickung starb. Die Neger starben gefaßt. Sie angen im Gefängniß geistliche Lieder uni marschirten unter militärischer Eskort zum Schaffot. Dort angekommen hielten sie kurze Ansprachen und empfingen die Tröstungen der Religion Sie tranken dann einige Gläser Limonade. welche der Sheriff ihnen reichen ließ und dankten ihm für du freundliche Behandlung während ihrei Gefangenschaft. Keiner behauptete unschuldig an dem Verbrechen zu sein daß er mit seinem Leben zu sühnen in Begriffe war. Die Hinrichtung hatte von aller Seiten eine große Anzahl Neugierigem herbeigezogen. Schon bei Tagesan bruch füllte sich die Stadt mit Frem den aus der Umgebung und die an Morgen eintreffenden Passagierzüg, hatten Extrawagen anhängen müssen um dem Andrang der Menge zu genügen. Die hiesige Miliz-Kompagnie. roel ehe während der ganzen Nacht Wachtdienst gethan hatte, wurde am früher Morgen durch 50 Hilfssheriffs ver: stärkt. Außerdem hatte Sherif' Thompson noch eine Anzahl Extra Polizisten vereidigen lassen. Um da Gefängniß wurde eine Postenkette gezoaen und Niemandem stattet, sick

dem Gefängniß auf mehr als 75 Fuf zu nähern. Der Galgen befand sich ir einer Einfriedigung gerade außerhall des Gefängnisses. Es wurde kaun ein Versuch gemacht, die Verurthcilter den neugierigen Blicken der sensations lüsternen Menge zu entziehen, und al; die Todeskandidaten das Schaffot betraten, waren sie von allen Seiten zi sehen. Fünf Stricke hingen von den Galgen herab und die Fallthür, au' welcher die Verurtheilten standen, wai ungefähr 8 Fuß breit. Es hatte die ganze Nacht geregne! und auch am Morgen fiel der Reger in Strömen. Einer der Verurtheilter sagte am Morgen zu dem Aufseher daß es niemals zu regnen aufHörer würde und daß nach ihrer Hinrichtung eine Fluth hereinbrechen würde. Die Hinrichtung verlief Programm mäßig und wenige Minuten, nachden die Delinquenten das Schaffot betreten hatten, bekundeten ihre leblos nie verhängenden Körper, daß der Majestät des Gesetzes Genüge geleistet war Das Verbrechen, welches die Negei mit ihrm Leben büßten, war ein Mord welcher von einer Bande von Verschwörern, den Knights of the Ar cii:r", geplant und von den Hingerich teten ausgeführt worden war. Da5 Motto der Bande war: Tod der Weißen." Dieser Mord war nur bei Gipfelpunkt einer langen Reihe vor. Verbrechen, welche von der Bande begangen wurden. Es heißt allgemein daß der Kompakt, welcher die verbrecherischen Mitglieder der Bande zu ein müthigem Handeln verpflichtete, mil Blut geschrieben sei und der Häuptling derselben. Andrew McKinney versammele seine Getreuen nur bei Nacht und ließ sie unter den absurde sten Ceremonien Treue, Verschwiegenheit und Ausführung seiner verbrecherischen Befehle geloben. In einer O.ktobern'cht im !ahrk 1899 ging der Konstabier von Screven Countq, Milton Mears, in Begleituno von Fillmore Herrinaton und Kapitän Jesse Wade von Sylvania nach dem Hause eines jungen Negers Namens Joe Sanders, um ihn eines geringfügigen Vergehens wegen in Haft zu nehmen. Kaum httn sie das Haus erreicht, als ein mörderisches Feuer aus sie eröffnet wurde. Aus den Ritzen zwischen den Balken des Hauses und aus einem neben demselben liegenden Gebüsch blitzten die Schüsse zu Dutzenden auf und schwer verwundet stürzten die drei Beamten nieder. Kapitän Wade gelang es trotz seiner schweren Wunden sein Buggy zu erreichen und nach der Stadt zurückzukommen, wo er die Bürgerschaft alarmirte. Die beiden anderen Beamtei. wurden wie Siebe von den Kugeln der Farbigen durchlöchert. Die Mörder entkamen, aber einer nach dem anderen wurden fünf derselben in Gewahrsam gebracht und diese Fünf haben jetzt ihre That am Galgen gebüßt. Die Anderen. darunter die hauptsächlichsten Führer der Knights of the Archer" und auch der Häuptling der Bande. McKinney. entkamen und die Behörden konnten derselben niemals habhaft werden. Brunswick. Ga.. 15. Juni. Tricey Griffin, ein Farbiger, der im ktoder vorigen Jahres R. Marion Latimer, den Kondukteur eines Passagierzuges ermordet hatte, ist hier am Freitag durch den Strang hingerichtet worden. Der Neger hatte den Kondukteur erschossen, weil dieser ihm befohtn hatte, die Plaform zu verlassen und sich in den Waggon zu begeben, während der Zug in Bewegung war. Der P r i n c e - K e n n e d y Mordprozeß. Kansas City. Mo.. 15. Juni. Das Zeugenverhör in dem Mordprozeß gegen Frau Lulu Prince-Kennedy. die angeklagt ist, ihren Gatten Phillip Kennedy ermordet zu haben, ist zu Ende und die Plaidoyers haben begonnen. Frank G. Johnson, früher Polizeirichter, hielt die erste Reoe für die Anklage. Er sagte, daß es sich bei der Erwägung, ob die Frau schuldig oder unschuldig sei, lediglich darum handele, ob sie geistig zurechnungsfähig oder wahnsinnig gewesen sei, ob sie im Stande gewesen sei. zwischen Reckt und Unrecht zu unterscheiden. Sie habe den Mord aus Rache begangen, und zwar nach reiflicher Ueberlegung. Nachdem Kennedy von ihrem Vater und Bruder gezwungen worden, die Angeklagte zu heirathen. wäre sie gefragt worden, warum sie Kennedy geheirathet habe und sie habe darauf geantwortet: Weil ich mich rächen wollte." Sie wollte sich rächen, weil Kennedy die Absicht hatte, ein anderes Mädchen zu heirathen. Und doch habe sie ihren Ruin nicht Kennedy, sondern oem Baseball-Spieler Case Patton zu verdanken, mit dem sie den ganzen letzten Sommer und bis zum Oktober Umgang gehabt habe. Herr Johnson schloß, indem, er die

Geschworenen aufforderte, die Angeklagte des Mordes im ersten Grade schuldig zu finden. Diese letzten Worte, die in sehr fräs tiger Weise ausgesprochen wurden, übten nicht die geringste Wirkung aus die Angeklagte aus. Als einige Augenblicke später Mittagspause gemacht wurde, begleitete sie den Hilfssherif lachend und plaudernd ins Gefängniß zurück. In der Nachmittagssitzung hielt der Anwalt Nearing die erste Rede für du Vertheidigung. Er sagte, daß der Staat keineswegs den Beweis dafür erbracht habe, daß die Prince'sche Familie sich verschworen habe, um Kennedy zu tödten. Die Angeklagte habe Kennedr in einem an Wahnsinn grenzenden hysterischen Zustand erschossen, nachdem der Mann sie ruinirt und nachdem si ihn vergeblich gebeten, mit ihr zusammenzuleben. Charles F. Burnham, für die Anklage, erklärte die Behauptung, da Frau Kennedy wahnsinnig gewesen sei für unwahr und er wies darauf hin daß sie von verschiedenen Augenzeugev der That als durchaus kühl und gefaßt" bezeichnet worden sei. Auch wiederholte er. daß nicht Phil. Kennedy, sondern Case Patten der Mann gewesen sei. der sie ruinirt habe. Kennedr sei ermordet worden, weil er sich unterstanden, an die Gerichte zu avpellircn um seine Heirath annulliren zu lassen Sie wußten," sagte er, daß du Schandthat, die sie begangen, an's Tageslicht gezogen werden würde. Sit wollten nicht, daß Phil. Kennedy eini Gelegenheit erhalte, vor Gericht sein Aussagen zu machen." Bei diesen Worte rief Frau Kennedr aus : Oh. Gnade. Mann ! Oh Gnade !" Die Gefangene lehnte danr ihren Kopf auf die Schulter ihres Va ters. Major Blake Woolson schloß für di Vertheidigung. Er bat um Gnade fü: seine Klientin. ein armes, zitterndes kaum den Kinderjahren entwachsene; Mädchen." Nachdem dann noch der Staatsan walt Hadley die Schlußrede für die Anklage gehalten, in der er die Anwälh der Vertheidigung beschuldigte, dü wahren Thatsachen mißrepräsentirt zi haben, was beinahe zu einer Prügelei zwischen den beiderseitigen Anwälter geführt hätte, wurde der Fall den Geschworenen übergeben. Vier Personen überfahren F l i n t . Mich.. 15. Juni. Der um 9 Uhr Morgens hier fällige Pere Marquette Passagierzug überfuhr an der Hamilton Avenue Kreuzung in der Vorstadt Oak Park eine Kutsche, in de, sich vier Personen befanden, und alle wurden auf der Stelle getödtet. El waren dies Major George W. Bucking, ham von Flint. Frl. Abbie Buckinghan von Flint. Frau Thomas Applegatt von Adrian und Frau Wm. Humphret von Adrian. An der Hamilton Avenue befinden sich neben dem Geleise mehrere groß Fabrikgebäude, und dadurch wird ts unmöglich, das Geleise auf eine längere Strecke zu überblicken. Major Buckingham fuhr direkt vor den Zug, der mit großer Geschwindigkeit daher kam Der Kuhfänger der Lokomotive würd durch die Gewalt des Zusammenstoßes zerbrochen und die furchtbar versrrmmelien Leichen von zwei der Damen wurden auf ihm gefunden. Der Lokomotivführer Wiggins be hauptet, daß er das Signal für die Kreuzung gegeben habe und er sagt, daß er nichts von der Kutsche gesehen habe, bis sie von der Lokomotive ge troffen wurde. Frau Applegate und Frau Hum phrey waren Gäste des Majors Buck ingham während der G. A. R. Reunion, die am Donnerstag Abend ein Ende erreichte. Mord im ersten Grade. P i t t s b u r g , 15. Juni. John Biddle. ein professioneller Einbrecher, der angeklagt war, den Grocer Kahneq ermordet zu haben, ist am Freitag von den Geschworenen des Mordes im ers:en Grade schuldig befunden worden. Verderbliche Kollision. N e w York. 15. Juni. Der hölzerne Raddampfer Northfield", welcher seit 38 Jahren im Dienste der Staten Island Ferry Co. als Fährboot zwischen New Aork und Staten Island sich befand, kollidirte mit dem stählernen Schraubendampfer Mauch Chunck". einem Fährboote der N. I. Central Bahn, und sank etwa zwanzig Minuten später am Ende des Piers der spanischen Dampferlinie im East River. Die Kollision ereignete sich geraoe an der Einfahrt zur Staten Jsland Fähre am Fuße der Whitehall Straße. Auch der Dampfer Mauch Chunck" erlitt Beschädigungen, hatte jedoch nur etwa 20 Passagiere an Bord, die er ohne Zwischenfall landete. Schlimmer stand es mit dem Fährboot Northfield". das gedrängt voll mit (Fortsetzung auf der 5. Seite.)

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