Indiana Tribüne, Volume 24, Number 267, Indianapolis, Marion County, 14 June 1901 — Page 7
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Weltmacht.
Roman von M. t a hl. (Fortsetzung) Aber s mußte auf diesen Genutz ixrzichen, es hätte zu einem Bruch mit ibrem Gatten geführt. w?nn sie ihm Opposition machte. Der Oberst, der, nur durch die Verhältnisse gezwungen, höchst widerwillig seinen Kindern nachgab. untersagte ihr streng jede Beruhrung mit einem Glied des Herzogshaufcs. Infolge dessen zitterte sie jetzt noch, wenn sie an die Möglichkeit einer Entdectung ihres und ihrer Tochter früheren Verkehrs mit den fürstlichen Gescdwistern dachte, und sie wr dem Geschick ungeheuer dankbar, daß Wulfhilds Beziehungen zu "diesen jetzt unter dem Schutze des Rauschnigk'sche-N Hauses fortgesetzl werden konnten und durch den gesellschaftlichen Verkehr sanctwnirt waren, ohne daß der vorhergehende unerlaubte Umgang einem Scandal geführt hatte. Wulfhild war bald mebr der gefeirte Mittelpunkt in der Geselligst der Villa Rauschnigk, als Frau Nellie lieb war. Ihr ganzes Wesen dürstete nach Entschädigung für die Einsamkeit der langen, arbeitsamen Jahre und nach einem Entgelt für die grausam? Enttäuschung ihrer ersten Liebeshoffnungen. Sie war in der Stimmung, sich an Siegen über die Männerwelt und an gesellschaftlichen Triumphen schadlos zu halten für die erlittene Kränkung ihres Selbstgefühls, und bei ihrer Schönheit und mit dem Nimbus d,r in's Märchenhafte durch das Gerücht gesteigerten Reichthümer ihrer Familie, die itst Bruder erworben haben sollte, wurde ihr dies nicht schwer. Der Salon war in Feld, auf d-m sie die Protektion der Prinzessin nicht .brauchte. Sie behauptete sich aus eigc ner Kraft alö die Königin dieses Ge-s-Ufchaftskreises. Durch die Fügungen des Schicksalwar auch Roderich in der Lage, Betäubung zu suchen und zu verlangen. Trotzdem er jede Gelegenbeit. Elf: als Frau Normann wiederzusehen. ängstlich vermied, blieb es ihm nich: erspart. Der Zufall führte sie zusammen. In Angelegenheit eines Terrain-An-kaufes hatte Roderich bei verschiedenen Hausbesitzern, deren Grundstücke an Westland grenzten. Besuche zu machen. Auf diese Wsise kam er in das Haus. in dem sich der alte Normann, außerhalb der Stadt, mit seiner Frau eingemiethet hatte, und in Abwesenheit des .Hauswirths. aus Versehen, zu dem früheren Bankier seines Baters. Als Justus Normann seinen Namen hörte, grüßte er ihn mit so .großer Freude und Zuvorkommenheit, daß Ruderich wider Willen gezwungen war. zu verweilen. Es kostete ihn zwar eine heftige Selbstüberwindung, dem Gatten Elfens höflich und freundlich zu begeanen. aber Mrch seinen Bater wußte er von dem .Unglück seines Nebenbuhlers. von dem Zerwürfnjß mit seinen Söhnen aus Ehrgefühl. Er .tonnte dem Manne seine Achtung nicht versagen, der so viel geopfert, um sein Gewissen frei zu halten von einer unebrcnhaften Handlung. Auch fühlte. aus Normnns Worten heraus, welch' großen Werth dieser auf seine Gesinnung gegen thu legte, und daß er dem schwer geprüften 5.anne einen Stein von der Seele nehmen würde, wenn er ihm den Beweis gäbe, daß er ihm die Schädigung an seinem Vern-ögen nicht in feindlicher Weise nachtrüge. Nornizmn führte ihn mit vielen Complimenlen r. tn be,le Ztznmn uuo gratulirte ihm in der freudigsten Crregung zu seinen crstaunlichen Erfoloen im Auslande. Es gibt eine Gerechtigkeit. Herr Baron," fügte er irnt feuchten Augen hinzu. Gott hat Sie nicht verlassen. Er gab Ihnen zehnfach zurück. w2s (&M durch meine Schuld verloren." .Roderich fühlte sich seltsam durch 'diese Worte berührt. Der Mann da vor ihm hatte ja gar kein? Ahnung, wie vieler ihm genomv:n.' Würde er auch d!:scs verlorene Glütf einst zehnfach zurückerhalten? ..Lassen Sie gut sein. Hrr Normann, und die Dinge ruhen, die nicht mehr zu ändern sind." erwiderte er und versuchte, dem Gespräch eine andere Wendung zu geben, aber sein Wirth kam immer wieder auf das zurück, was ihn am meisten bewegte. Er beklagte heftig den moralischen Nie'vergang seines Hauses und nannte seine Söhne die Zerstörer und Schänder seines guten, alten Namens Er beschuldigte sie der Gauner- und Wuchcrgeschäfte und erging sich in schonungslosen Ausdrücken über die Gewissenlosigkeit ihrer Handlungen. Roderich hatte den Eindruck, einen völlig gebrochenen Mann vor sich zu haden, der, einmal aus den altgewohnten Bahnen gerissen, nie sich selbst wiederfinden würde, sondern geistig und körPerlich an der Kränkung seines Selbstgefühls hinsiechte. An dem Feuer se!nes ohnmächtigen Zornes verbrannten ihm langsam Hirn und Seele. Sein ausgedörrter, hagerer Körper hatte etwas Schlottriges angenommen, was seinem früheren strammen Wuchs ganz fremd gewesen nr, und seine eingesunkenen Augen zeigten einen unstäten. lodernden Blick. . .
Tiefes Mitleid überkam Roderich bei dem Gedanken an die junge Frau mit ihrem weichen, empfindsamen Gemüth, die an dieses gescheiterte Leben, an dieses Wra.-k eines Mannes gefesselt war. Die kleine Häuslichkeit ließ, so weit er sie übersehen konnte, nichts an Behagen und Traulichkeit zu wünschen übrig. UefcnÜ verrieth sich die Hand der sorgsamen, feinfühligen Hausfrau, aber die Seelenqual in den Augen des unglücklichen Mannes schien alle guten Geister des Friedens und der Freude zu bannen. Roderich saß wie auf Kohlen und
sann auf eine Ausrede, um sich schiennigst wieder zu entfernen. Etwas wie das Ahnen eines nahenden Verhängnisses schlich an ihn heran und verursachte ihm eine Art von Beklemmung. Er fürchtete für seine Ruhe, wenn er Elfe wiedersehen mußte, denn Auge in Auge mit ihrem Gatten wurde es ihm zur Ueberzeugung, daß sie das beklagenswerthe Opfer der Verhältnisse geWesen, daß sie idm nie aus Liebe zu diesem Manne untreu geworden war. Der Maiblumenduft. der ihn von dem zierlichen Blumentischchen her anwehte, ließ ihn ihre liebliche Nähe fühlen. und ein undefinirbarer Hauch ihres Wesens, der Alles in diesem kleinen Heim umgob, rief ihm ihr Bild mit schmerzlicher Deutlichkeit vor die Seele. Die Schwäche, die tief in der menfchlichen Natur begründet liegt, daß Unerreichbares den höchsten Reiz und Werth gewinnt, besaß Roderich in hohem Grade. Elfe hatte wohl auch früher jenen unwiderstehlichen Zauber für ihn gehabr. aber als sie seiner Liebe kein Hinderniß entgegensetzte und leicht für ihn zu erreichen gewesen wäre, achtete er sie doch nicht hoch genug, um sie zum höchsten und letzten iel seines Lebens zu machen. Erst die unübersteigliche Schranke des Gesetzes, die ihre Ehe bildete, ließ sie idm in ganz neuem Lichte erscheinen und machte ihm fühlbar, was er an ihr verloren habe. Er war jedoch in der Selbsttäuschung besangen, sie stets mit gleicher Treue geliebt zu haben, da bis zetzt kein anderes Weib einen dauernden Reiz für ihn besessen. Als er jetzt Miene zum Aufbruch machte, bat ihn Normann flehentlich. .ihm die Freude feines Besuches nicht zu verkürzen, sondern den zufälligen zum freundschaftlichen zu gestalten und das bescheidene Abendessen mit ihm und seiner Frau zu theilen. Schließlich siegten bei Roderuch d ceugler uno ein heimliches Verlangen, sich zu überzeugen, ob ihm noch, etwas von der alten Macht über die Jugendgeliebte geblieben sei, und wie weit sie sich verändert habe. Es kommt ja vor, daß die ätherischsten. gefühlvollsten Mädchen behäbige, wohlgerundete Hausfrauen werden, die mit Leib und Seele in demPhilisterium Alltäglichkeit aufgehen und die eriien Sckwärmereien ihrer Jugendjahre nur noch von der humorvollen Scitc ansehen. Fast hoffte und wünschte Roderich im Stillen. Elfe so wieder zu finden, um für immer vcn der Sehnsucht nacb oer a!t:n Liebe kurirt zu werden, abedas Geaentdei! trat ein, seine schlimmsten Befürchtungen erfüllten sich. Er erschrak vor ihrem Anblick, a!s Normann ihn in das Ga'.tenzim-'Lr führte, wo der Theetisch an der offnen Thür gedeckt war und sie ihm im bmen der Thür entgegentrat Es war noch dieselbe schlanke, mädchenhafte Gestalt, und sie wandte ihm mit vollkommener Ruhe das Gesicht zu, ober dieses Gesicht war weiß bis in die Lippen hinein, und eine unheimliche Erstarrung lag über den einst so weichen. seelenvoüen Zügen. Ein eisiges .Gefühl griff Roderich an's Herz, als sät,e er einen Geist. So starr und ruhig begegneten ihm die großen Augen Elfens. rmd ihre Stimme hatte einen fremden, höflichen Klang. Er mvte mit Gewalt seine GemüthsbeweguHZ verbergen, und er aß und trank, ohne zu wissen, was er auf dem Teller hatte, während er sich in gezwungenen, conventionellen Recnsarten bewegte. Innerlich verwünschte er den Zufall, d?r ihn in diese qualvolle Situation gebracht. Das kleine Gartenzimmer mit seinen schlichten Rohrmöbeln und seinem reichen Blumenschmuck mit dem sanften Lampenlicht und dem zierlich gedeckten Theetifch, der das Beste des Hauses bot, hatte etwas Feingestimmtes in seinem Arrangement, das mit unwiderstehlichem Zauber die Sinne umfing. Durch die offene Thür blickte man in die dämmergrauc Abendluft mit ihren blassen Sternen und athmete den feuchten Duft der sinkenden Nacht. Es wcr ein Milieu und eine Stimmung, wie geschaffen für einen intimen, kleinen Kreis zu traulichstem Beisammensein und Lebensgenuß. Um so schärfer und peinlicher machte sich für feinfühlige Nrven die herrschende Disharmonie unter den drei Tischgästen geltend, die unter der Maske der Conventionalität herrschte. Es war etwas zwischen den Eheleuten, etwas Unausgesprochenes, doch so entsetzlich Bedrückendes, was Roverich instinktiv errieth, ohne ihm greifbare Gestalt geben zu können. Und er grübelte fortwährend über diesem Räthsel, wahrend er mit Norman über die Aussichten und Boitheile der BUlenColon debattirte und Slien von
Wulfhilds Thätigkeit auf dem WaldHofe erzählte. Er bemerkte, daß Wulfhilds Name allein etwas Licht und Leben in Elfens todte Augen brachte, für alles Andere hatte sie nur das Interesse der Höflichteit. Sie sollten ein Mal einen Tag mit meiner Schwester auf dem Waldhofe zubringen," sagte Roderich. Elfe schüttelte den Kopf. Ich kann mich nicht für einen aan-
zen Tag frei machen." criderte sie ablehnend. Normann widersprach lebhaft. Warum nicht? Wenn die Baroneß so gütig sein wird. Dich einzuladen, gebe ich Dir selbstverständlich Urlaub. Ich bin doch kein Tyrann, der Dir kein Vergnügen gönnt?" Ich habe jetzt viel zu thun," niurmelte Elfe mit einem gequälten Ausdruck. Aber, mein liebes Kind, rede doch keine Thorheit," beharrt der Gatte mit gereiztem Ton. Ich dächte, Du solltest eine solche Einladung mit großem Dank aufnehmen! Du weißt, wie übel es Dir von den Leuten ausgelegt wird, daß Du jedem Verkehr aus dem Wege gehst. Ich dächte, gerade Du hättest Ursache - ..Gewiß." unterbrach ihn Elfe, indem ein flammendes Roth über ihr weißes Gesicht lohte und gleich wieder verschwand, ich werde gern gehen, wenn es möglich ist." Natürlich nur, wenn es Ihnen paßt." lenkte Roderich ein, der bei diefer Gelegenheit wieder eine tief liegende Verstimmung zwischen den Eheleuten herausfühlte, etwas, was Elfe in ihrem Lebensnerv traf. Ihre früheren BeZiehungen zu ihm konnten nicht die Ursache sein, er merkte, daß ihr Gatte ihm gegenüber völlig harmlos war. Ja heftiger seelischer Erregung trat er später den Heimweg an. Das Wiedersehen und das Zusammensein hatten nicht nur alle alten Wunden aufgerissen und Alles in ihm aufgewühlt, was er einst an Lust und Leid seiner ersten Liebe empfunden, sondern ihn mit tiefer Sorge und mit Kummer erfüllt. Das weiße, starr Gesicht der jungen Frau mit den todten Augen verfolgte ihn wie ein Gespenst. Es erzählte ihm eine entsetzliche Leidensge schichte, und zum ersten Male regte sich der Slbstvorwurf in semer Seele, der ihn anklagte, seinen Theil beigetragen zu baben, dies junge warme Leben auf die Folter zu legen, die es zu einem wandelnden Leichnam machte. 2L Capitel. Wenige Tage darauf erhielt Elfe ein Billet von Wulfhild mit der Anfrage, :ob ,sie am Nachmittag Theil an einer Spazierfahrt nach dem Waldhof nehmen wollte. Sie müsse dort einmal nach dem Rechten sehen und hoffe, Elfe werde sich allein mit ihr nicht langweilen. Der Frühling sei gar so schön da draußen. Elft nahm dieses Anerbieten an, weil ihr Gatte es wollte. Sie selbst fürch?t? sich vor diesem Wiedersehen. Die Seelenqual. die es ihr verursachte, ichwand jedoch bald, als sie in dem beuemen Landauer neben Wulfhild saß ind in die sonnige Landschaft hinaus,suhr. Wulfhild. die durch Roderich von Elfens Seelcnzusiand unterrichtet war, vermied mit feinem Tact jede Berührung der Vergangenheit. Sir kämpfte ihre Gemüthsbewegung nieder, als sie Elfe begrüßte, und ging so schnell wie möglich über daS Aufregende hinweg, das eine Begegnung nach so langer, ereignißschlverer Trennung mit sich bririgt. Auch sie erschrak über die traurige Veränderung Elfens, bemerkte aber mit Freude, daß die Erstarrung, die über ihrem ganzen Wesen lag, schon während der Fahrt einem Ausdruck von leisem Behagen wich. Die ZurückHaltung und angstvolle Scheu, mit der sie Wulfhild entgegengetreten, verwandelte sich langsam, ganz langsam in schüchterne Zutraulichkeit, nachdem sie sich sicher fühlte, daß diese mit keinem Worte die Ereignisse der Bergangenheit und die Verhältnisse der Gegenwart berührte. Wulfhild hatte mit tiefem, überströmendem Mitleid das Gefühl, eine Schwerkranke vor sich zu haben. Sie sprach in ruhiger, freundlicher Weise nur über Dinge zu ihr, die sie nicht aufregen konnten, umgab sie mit liebevoller Sorgfalt, ohne ihr mit Zärtlichleiten weh zu thun, die sie an frühere Tage erinnern mußten. Es dauerte nicht lange, so hingen Elfens traurige Augen mit unaussprechlichem Dank an ihr. und sie ging mit warmer Antheilnahme auf Wulfhilds Gespräch ein. Zuweilen saßen die Freundinnen auch schweigend neben einander. Elfens Blicke suchten die jubelnden Lerchen, die in den blaugoldenen Aether hinaufstiegen, schweiften träumerisch über die grünwogenden Kornfelder und sprachen deutlich: Wie schön, ach, wie schön ist es hier!" Auf dem Waldhofe kam fast ein Schimmer von dem früheren Leben und von Jugendfreude über die unglückliche junge Frau. Das Herz ging ihr auf in dieser ländlichen Idylle, die sie wohl an die einst so heißgeliebte. verlorene Heimath erinnern mochte. Sie freute sich an Allem, was sie sah. Das alte, hochgiebelige Bauernhaus mit dem vorsprinHenden Dach und den kleinen, weinumrankten Fenstern, dessen Interieur in der Verkleiduna der
bäuerischen Dürftigkeit mit verfeinertem Comfort. den Eindruck eines Märchenspuks hervorrief, entzückte sie förmlich. Es schien ihr ein Asyl des Friedens und dr Behaglichkeit mit dem kühlen, arünen Dämmerschatten, den der mächtige Wallnußbaum vor der Hausthür in allen seinen Räumen verbreitete. Der Viehhof und die Ställe interessirten sie lebhaft. Sie kroch mit Wulfhild in allen Winkeln und Ecken umher. auf alle Böden und hinab in die Keller. Wulfhild zeigte mit befonderem Stolz ihr Besitzthum und Alles, was sie selbst geschaffen, wofür sie von Elfe die gebührende Bewunderung erntete. Elfe liebkoste alle Thiere, die sie in jeder GestaS liebte. Sie konnte sich
gar nicht wieder von den Kälbern und j dem kleinen Federvieh losreißen und freute ssch daran, wie zutraulich alle Haus- und Hofthiere mit Wulfhild verkehrten. Am besten gefiel ihr zuletzt der Garten, der jetzt im vollen Blüthenschmuck stand und einem großen Bouquet von blauem und ißm Flieder glich. Auf der Nachtigallen - Insel, unter dem Pilz blieb sie sitzen und bat Wulfhild, sie hier zu lassen, während diese ihren Wirthsäftsgeschäften nachging. Regungslos vor Entzücken verharrte sie auf dem verschwiegenen Plätzchen, verfolgte das Spiel der stahlblauen Libellen über dem schwarzen Teichspiegel mit den schimmernden Nixenblumen, das leise Wiegen und Wehen der schlanken Weidenzweige und lauschte der süßen Klage der Nachtigallen. Und jenseits der Insel lag der Wald, der geliebte Wald mit seinen geheimnißreichen Tiefen, mit Kukuksruf uud Finlenschlag, mit der blauen Märchenblume ihres Kinderglücks irgendwo in seinen verborgensten Gründen. Ihr war zu Muthe, als sei sie hier geborgen vor all' dem bitteren Leid, das ihr die Welt da draußen angethan, als könnten die Gespenster ihres Kummers ihr nicht hierher über die kleine Birkenbrücke folgen, nicht durch den Klettenwald und das Weidengesträuch dringen. Das Nachtigallenlied verscheuchte die bösen Geister. Die Eisrinde der Erstarrung, die ihr zu Tode verwundetes Ehrgefühl um ihr Seelenleben gelegt schmolz langsam vor des Frühlings schöpferischem Hauch. Heiß und übrcmachtig quoll es herauf aus ihres Herzens Tiefen, das große Lebenssehnen, und ihre Jugend erwachte. Als Wulfhild zu ihr zurückkehrte, fand sie das junge Weib aufgelöst in Thränen. Wie ein Krampf schüttelte es ihren Körper, aber Wulfhild that keine Frage. Sie nahm die Freundin- in ihre Arme, liebkoste sie wie ein Kind und ließ sie weinen, während auch ihr große, warme Tropfen, in die Augen stiegen und auf Elfens Scheitel fielen. Und an dem leifen Druck der Hände fühlten die Freundinnen, daß sie sich unausgesprochen gegenseitig verstanden, daß Eins das geheime Leid des Anderen kannte. Lange noch, nachdem ihre Thränen versiegt, saßen sie auf der NachtigallenInsel, und als sie den Waldhof veriie ßi intd zur Stadt zurückkehrten, beschlössen sie, den Ausflug bald zu wiede'rholen. Elfe versprach jetzt ihre Begleitung mit Freuden. Nachdem Wulfhild Elfe nach Hause gebracht, mußte sie in großer Eile Toilüte machen, um sich zu einem Gartenfest in der Villa Rauschnigk zu begeden. Sie trat als eine der Letzten in einen großen, heiteren Kreis, der gerade im Gartenzimmer und auf der Veranda Thee und eisgekühlte Getränke zu sich nahm. Die ganze Scenerie machte einen eigenartigen Eindruck durch die Beleuchtung vermittels Hunderter von farbigen Papierballons. die nach japanischer Sitte das Haus und den Garten schmückten. Als besondere Ueberraschung für ihre Gäste war Frau Nellie in echt japanischem Nationalcostüm von kostbarsten Seidenstoffen erschienen und nach japanischer Sitte frisirt. was ihre pikante Schönheit außerordentlich hob. Als Wulfhild von ihrem Bruder in den Salon geführt wurde, saß gerade Frau Nellie auf einer Bastmatte wie eine Japanerin am Boden, vor einem der bekannten, niedrigen javanischen Tischchen und bemühte sich, unter dem lebhaften Beifall einer ganzen Corona von Verehrern, dem Prinzen das Essen mit Stäbchen aus lackirten Schälchen, nach der Sitte des östlichen Jnselreibe eivbrinaen. (Fortsetzung solgr.) öd Eric & Western. $1 .00 A u s s l u g Nah Michigan Ci:y, Rochestcr und Peru, Ind. Sonntag, lsi. Juni. Schließt das Jndiana und Ohio Sängersest in Peru ein. Abfadrt von hier um 6:30 Morgens. Rückfahrt von Michigan City um 6 Uhr Abends, mit Aufenthalt an obigen Stationen. Madison und Zurück. Kl.ss Rundfahrt $1.25 S o n n t a g, 16. Juni. Spezialzug via Pennsylvania Bahn. verläßt Indianapolis 7:3 Uhr Vor mittags. Retourfahrt von Madison 6:00 Uhr Abends.
politische Ankündiginiqen.
Denlvtratn'chcr Stadtrathsandidat der 14. Ward. Guftave I. T. M,er, linterworien dcr Entschcivung der demrkra tischen Primärwahl. Für Ltadtraty dcr Ächten Ward. C. H. Warweg. Unterworfen der Entscheidung der demokratischen Primärwadl. Die Saison ist vorüber. Tapeten und Tapezieren billiger als je. Sprecht vor. C. Dierking, 407 Virginia Avenue, Dcr Flctchrr Place Sirchc grgr.'ibkr. Telephon 2401. COXRAD PETERS, Teutsche Wirthschaft,' :5 Cit Waskington Eerake. Jnvianaprls. Ter beste GeschäftSlun in der Ltadt. Feme Weine, Liköre und Ciparren. . Floren. Veorge ci fcclrt Geidenftickn. Florea & Seidensticker, Ädvolaten und Notare. IV 6i) Mnm ett. Telephon 177. Gelder f hypothekarische Eiche heu z verleihe. VKeoäoro F. Srnither geschickter und zuverlässiger Dachdecker, Pech- und Mesdächer, Tächer von Asphalt uud Gilsonit. Enqros-Händler in allen Arten ron TachMaterwlien. Telephon 8. 31 Weft Maryland Trratze. Tüdwekl. Ecke von enate Ave. und Mavland Ztr. HOUSE, EMIL MANTEL, - : Eigenthümer. 301, 303 & 305 Virginia Ave., Ecke New Jersey Straße. Die feinsten Weine und Liauöre in '.schen uno per Gallone! zu Engroövreisen. BenelluTige nach allen lheilen d tadt frei adgeUesen. Vp ii j nnsr 011 "X'O. 854.15 Sau Fraucisco uud zurück. via Monon Roulc. Tickets werden verkauft vom ri. bis einschließlich 13. Juli, gültig zur Rücksahrt bis einschließlich 30. August. Näheres zu erfragen bei Tickc:agcntcn oder R. P. Algeo, T.P. A. Jndianapol:?. Billige Raten nach Colorado. via Monon Route. Tickets werden verkauft vom 18. Juni bis 10. September, güllig bis ein schließlich 31. Oktober. Nähere zu erfragen bei Tickcragentcn oder P.P. Algeo, T.P.A. Indianapolis. Besuchen Sie Winona akc. Anziehender Sommerort zur Erholung und Unterhaltung. ! Winona Lake, Ind., an dcr Penn- ! sylvania Linie, ist ein anziehender ! Sommer Aufenthalt für Personen, j welche Belehrung und Unterhaltung mit ! Erholung verbinden. Hier versammelt sich die Winona Asscmbly und Sommerlchule und wird von Tausenden jährlich besucht, die neue Kräfte finden durch Benutzung der Bäder im Winonu See. Saison beginnt am 16. Mai, an welchem Tage AuSftugskartcn mit 15tägiger Gültigkeit von der Pennsylvania Bahn verkauft werden. Tickets find bis Ende August erhälllich. Ebenso werden vom 15. Mai angefangen täglich bis 14. September Saison. Tickets ver kauft. Ausftugstickets gut zur Rück, fahrt bis 17. September. Auskünfte ertheilt Sol. C. Dickey, Sckr., Winona Lake, Ind., betreffs der Schönheilen von Winona und wegen Einzelheiten bezüglich Raten , ett. , wende man sich an die Agenten dcr Pennsy'vania Linien oder an F. Ban Tuicn, Chicf.Aff t. G. P. Agent, Pittsburg, Pennsylvania. Beste matte tzabinets $1 Dz. Nur wenige Tage. Bennett, 38 E. Wash. Die neuesten Tapeten bei Karl Möller, 152 N. Delaware Str.
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