Indiana Tribüne, Volume 24, Number 267, Indianapolis, Marion County, 14 June 1901 — Page 1
iann Tribüne r!-esescsjj j Tage und Tac- und Sonntaasblat ! er Woche. SonntasMatt lOc per Woche. Grsckxetnt jeden iiadnuitiag iml Sonntag Morgens.
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Jahrgang 24.
Die Minium Des Srnsal - Tollen einen Theil der Kriegskoften bezahlen. Interessanter Bericht des Sir Ta-; vid Barbonr lieber die ZZcsonrccn der füll asrikanilchcn Republiken , Ter Bericht der britischen TpezialKommission Die eine Untersuchung betreffs der Transvaal'Konzcssioncn geführt hat. In Teutschland gauz entschieden vcr dämmt. Die Goldminen im Transvaal müssen bezahlen. London. 14. Juni. Diebritische Regieing hat beschlossen, daß die Goldminen im Transvaal die Hälfle oer Kriegskosten in Südafrika. $250, DOO.OOO, bezahlen sollen. Sir David Barbour. früher Finanzminister für Indien, der beauftragt worden war. darüber zu berichten, in wie weit die Goldminen besteuert weroen könnten, rieth dem Kolonial-Se-kretär. Herrn Chamberlain. von den Minen $175,000,000 zu erheben. Herr 'lmbcrlain erhöh:e die Summe ab;? nach einer Unterredung mit Lord Milner aus $250,000,000. In politischen und finanziellen Kreisen wartet man ii dem größten Interesse auf die Veröffenilichung desBarbourschenBerichts. Die Empfehlung des Letzteren hat in den Kreisen der südafrikanischen Minenbsstzer und der Aktionäre, die geglaubt hatten, daß die Idee von einer Besteuerung der Minen fallen gelassen worden sei. die größte Bestürzung veruriacht. Die Aktien der Minen befinden sich fast ausschließlich in den Händen britischer Kapitalisten. Da diese Goldminenbesitzer in Wirklichkeit die Veranlassung zu dem Krieg gegeben hatten, wurde von Anfang an geltend gemacht, daß sie auch ihren Theil an den Kriegskosten bezahlen sollten. Ueber den Bericht des Sir David Barbour ist während des Tages noy das Folgende bekannt geworden: ..Die Goldminen sollen zur Bestreitung der Kriegskosten zehn Prozent ihres Profits abgeben, was, die Profite vom Jahre 1898 zur Basis genommen, 450,000 jährlich ausmachen würde. Sir David ist der Ansicht, daß selbst nach dieser Abgabe die Minen einen größeren Profit abwerfen würden, wie früher, da sie die 600,000 sparen wür:en, die sie früher jährlich an das Dy-namit-Monopol bezahlen muhten. Die Oranje River Kolonie wir) noch Jahre lang nicht im Stande sein. iu gewöhnlichen Verwaltungskosten zu tragen und ihren Theil an den Ausgaben für die Militär-Polizei zu bezahlen. Die Kolonie kann daher vorläufig nichts zur Deckung der Kriegskosten beitragen. Sir David Barbour ist der Ansicht, daß das Transvaal zwei Jahre nach dem Friedensschluß im Stande sein wird, aus den gewöhnlichen Einnahmen einen Theil der Kriegskosten zu tragen, er ist aber nicht im Stande, anzugeben, wieviel. Zum Schluß schlägt Sir David aor, daß alle Einnahmen aus dem Verkauf von Ländereien und der Minen-Kon-Zessionen zur Deckung der Kriezsschul) verwendet werden sollten. Die Transvaal -Konzes-s i o n e n. Berlin, 14. Juni. Der Bericht des britischen Kommittees. das ernannt worden war. um zu untersuchen, in wi; weit die britische Regierung eventuell gehalten sei. die von der TransvaalRegierung an verschiedene Korporativ,'en gewährten Konzession? zu respektiren. wird von der ganzen hiesigen Presse aufs Entschiedenste verdammt. Die Zeitungen erklären die Entscheidüngen des Kommittees für willkürlich, indem sie, im Widerspruch mit den Theorien und Gebräuchen aller zivilisirter Länder, die Heiligkeit des Pribatbesitzes in Kriegszeiten nicht anerkennen. Die Entscheidung des Kommittees ging imWesentlichen dahin, daß die britische Regierung nicht verpflichtet sei, die von der Transvaal-Regierung gewährten Konzessionen zu respltiren. und auch die Netherlands South Africa Eisenbahn, obgleich eine Privatkorporation, der britischen Regierung verfallen sei, weil die Bahnverwaltung .während des Krieges offenkundig die Boeren unterstützt habe. Die deutsche Regierung hat nun ihre Botschaft in London angewiesen, ganz energisch gegen das Unrecht zu protestiren. das gegen die deutschen Aktionäre
oer genanrnen rienvayn-Gelellschrfr beabsichtigt wird, sobald es als gewiß oder auch nur wahrscheinlich erscheine.
daß der Bericht des Kommittees von , der Regierung angenommen werden würde. Deutschland ist der Ansicht, deß die deutschen Aktionäre zu voller Entschädigung für ihre Aktien seitens Englands berechtigt seien. Deutschland beruft sich auf sein eigenes Handjin. ate es nach dem Kri:z von 187071 di französische Ostbahn in Elsaß-Lothrin gen für einen hohen Preis ankaufte, ob gleich die Bahn während des Krieges in jeder möglichen Weise Frankreich gehol. fen hatte. Es hat sich hier eine Gesellschaft gebiloet, die es sich zur Aufgabe macht, die deutschen Aktionäre der Transvaal Eisenbahn zu beschützen, und die Beamten der Gesellschaft erklären, daß bereits Schritte gethan worden seien, um England zu zwingen, den Aktionären Gerechtigkeit widerfahren zu lassen. Aus der Reichshauptstadt. i Berlin, 14. Juni. Einer Depesche aus Tokio zufolge wurde Graf ; Waldersee von Kaiser Mutsuhito zum j Frühstück eingeladen und mit ungeähnliche Ehrenbezeugungen empfan-, gen. Heftige Gewitter und Stürme ha-; den in verschiedenen Theilen Deutsch- j lands großen Schaden angerichtet und I auch einige Menschenleben gefordert. In Berltn wurde das Dach des Hauptgebäudes der internationalen Feuer-wehr-Ausstellung abgerissen und die telegraphisch? und telephonische Ber-, bindung ist vielfach unterbrochen. Das Börsen-Kommittee hat nach ei-! nem gründlichen Studium des gegen- j wältigen, sehr strikten Börsengesetzes ; gewisse Modifikationen anempfohlen. ; welche dem Reichstag unterbreitet wer- j den sollen. Auf das Ersuchen der Mutter und der Wittwe des Barons von Ketteler I hin hat der Kaiser Wilhelm eine De-' pcsche an den deutschen Gesandten : Peking. Dr. Mumm von Schwarzen- j stein, schicken lassen, in welcher der Ge-! sandte angewiesen wird, die Leiche seines Vorgängers ausgraben zu lassen und sie nach Berlin zu schicken, damit sie später in Westphalen beerdigt werden könne. Ein Berliner Bildhauer ist bereits mit der Anfertigung eines passenden Grabmals beauftragt worden. In der offiziellen Ankündigung, daß der Bundesrath, in Uebereinstimmung mit dem Gesetz vom 29. Mai. beschlossen habe, alle Produkte von Großbritannien und seinen Kolonien vom 30. Juli an als diejenigen einer am meisten begünstigten Nation zu behandeln, ist Canada ganz speziell ausgenommen. Ein Mann Namens Ende, den man für einen Amerikaner hält und der angeklagt ist. hiesige Juweliere um Waaren im Werthe von 50.000 Mark bestöhlen zu haben, wurde am Donnerstag in dem Augenblick verhaftet, inoem er die Wohnung eines bekanntenDiebsHehlers betreten wollte. Ende versetzte dem Polizisten, der ihn verhaftete, einen Stich, es gelang ihm aber nicht, zu entkommen. Berlin. 13. Juni. Der Ansturm auf die Dresdener Kredit-Anstalt hält an und die Direktoren haben sich in Folge dessen am Donnerstag veranlaßt gesehen, die Bank für bankerott zu erklären. Ein ganzes Dutzend kleinerer Jndustrie-Banken und elektrische Kompagnien werden dadurch in Mitleidenschuft gezogen. Krawalle in Frankreich. G r e n o b l e . Frankreich. 14. Juni. Bei den La Motte und D'Arcillaur Minen haben ernstliche Unruhen stattgefunden, weil die Kompagnien sich geweigert hatten, die dort beschäftigten italienischen Arbeiter zu entlassen. Mehrere Häuser wurden ausgeplündert und viele Personen wurden verletzt. Von hier aus ist Infanterie und reitende Artillerie nach dem Schauplatz der Unruhen geschickt worden, um der Gendarmerie bei der Aufrechterhaltung der Ordnung zu helfen. Max Regis abermals ver w u n d e t. Paris. 14. Juni. Im Parc des Princes fand am Donnerstag ein Duell zwischen Mar Regis. dem anti-semi-tischen früheren Bürgermeister von Algier, und Gerault Richard, dem Geschäftsführer der Petite Republiqu6". statt. Regis wurde am Handgelenk verwundet. Das Duell war eine Folge des Zweikampfes. der kürzlich zwischen Max Regis und Herrn Laberdesque stattgefunden hatte. Kühne Seeleute. H a l i f a z . N. S.. 14. Juni. In Sheet Harbor, 40 Meilen östlich von hier, kam am Mittwoch ein kleines Boot an. in dem sich drei Männer befanden und das 700 Meilen weit gesegelt war. um Hilfe für den Dampfer Border Knight" zu suchen, zu dem es gehörte. Herr Mathie. der erste Offiner de.! Dampfers, dcc mir zwei Matrosen die
Indianapolis, Ind. Zrcitag, den 14. 3im: 1901.
zefayrooue ZZayrt unternommen hatte. die fünfzehn Tage in Anspruch nahm. erfuhr aber bei seiner Ankunft, dah der Dampfer fast zur selben Zeit in Halifax angekommen war., wohin ihn der spanische Dampfer Duranco" ge schleppt hatte. Die ..Duranco" war von Philadelphia nach Blligo unterwegs und hatte den ..Border Knight" 450 Meilen von Halifax angetroffen und im Schlepptau hierheraebracht. Als die Triebwelle des Vorder Knight" 300 Meilen nordöstlich von Bermuda brach, wurden auf dem Dampfer Segel gesetzt und das Schiff segelte dann langsam nordwärts. Die Lebensmittel waren bereits sehr knapp, da der Dampser auf der Fahrt von Afrika ungewöhnlich lange zur See war. und die Lage schien desperat, da das Schiff sich ganz außerhalb des Pfades der Europa-Dampfer befand. Herr Mathie und die zwei Matrosen erboten sich freiwillig, in einem offenen Boot, das nur mit einem kleinen Segel versehen war. den Versuch zu machen, die Küste zu erreichen und Hilfe zu holen. Dies war am 29. Mai. und arr 7. Juni sah die Duranco" die Noth signale des britischen Dampfers. De, letztere, der von den Kap de Verde Inseln aus nach New Jork unterwegs war. wurde ins Schlepptau genommer, und auch glücklich hierhergebracht. Her! Mathie und seine zwei Begleiter hatter volle fünfzehn Tage in dem offenen Boote zugebracht. Von den Philippinen. M a n i l a . 14. Juni. - Admiral Kirchhofs, von der deutschen Marine, der sich auf der Reise nach Australien und China befindet, machte am Donnerstag dem General MacArthur und der Philippinen-Kommission seifte Aufwartung. Die Insel Paragua ist vom 10. In-fanterie-Regiment besetzt worden. Dic 29.. 30.. 32. und 38. Batterie von der Küstcn-Artillerie werden wahrscheinlich am 20. Juni mit dem Transport.dampfer Jndiana" nach den Ver Staaten zurückgeschickt werden. Ein Geschenk für den Kö n i g. L o n d o n . 14. Juni. Eine Deputation. an deren Spitze der Herzog von Marlborough stand, überreichte am Donnerstag dem König Eduard eine Rüstung, die in früheren Zeiten dem ..Champion des Königs" gehört hatte, Diese historische Rüstung wurde kürzlich auf Auktion verkauft und von einem Kommittee erstanden, das wünschte, dack sie im Schloß zu Windsor aufbewahrt werden sollte. Der Selbstmord des Ver. Staaten Handelsagenten Stern. Berlin, 14. Juni. Es hat sich herausgestellt, daß der frühere Ver. Staaten Handelsagent Louis Stern in Bamberg, Bayern, der sich dort am 10 Juni erschossen hat. in den letzten 15 Monaten nicht mit dem Staatsdeparte ment in Washington abgerechnet hatte, wenn er der Ver. Staaten Regierung aber noch Geld schuldet, dies nur ein kleiner Betrag sein kann. Es hat sich aber auch herausgestellt, daß Stern von verschiedenen Leuten in den Ver. Staaten. für die er Erbschaften erhoben hatte, wegen Nichtablieferung der Beträz: verklagt wurde. Das Gericht in Bamberg hatte erst vor Kurzem Stern zu: Bezahlung von 2000 Mark verurtheil? und Stern beging an dem Tage Selbst mord. an dem er das Geld bezahlen sollte. Stern hatte eine sehr gute Stellung als Leiter einer Fabrik in Bamberg er halten, die Firma machte das Engagement aber wieder rückgängig, aTs sie von der Klage und dem Zahlungsurtheil hörte. Die Unterhandlungen nock im Gange. H a m b u r g 14. Juni. Die Ham-burg-Amerikanische Dampfer - Gesellschaft stellt in Abrede, daß die UnterHandlungen mit der Atchison. Topeka & Santa F6 Eisenbahn betreffs der Etablirung einer trans - pazifischen Frachtlinie in Verbindung mit der Hamburger Linie abgebrochen worden seien. Die chinesische Frag". Peking, 14. Juni. Alle Anzeichen deuten darauf hin. daß die Entschädigungsfrage in der nächsten Versammlung der Gesandten definitiv erledigt werden wird. Diese Versammlung wird wahrscheinlich am Samstastattfinden. Die Gesandten sind über zeugt, daß den Unterhandlungen t'v: für allemal ein Ende gemacht werden müsse. Von Kannibalen gefressen. V i c t o r i a. B. C.. 14. Juni. Au Neu-Guinea kommt die Nachricht vor der Abschlachtung der Missionär' Rev. James Chalmers und B. F Tomkins, sowie 14 eingeborener Leh rer durch die Kannibalen. Die Weisen wurden von den Wilden gefressen
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er Piayv wo die Metzeiei ilarrgefunden hatte, wurde von den Twppen die zur Berichterstattung über dtt Mordthat abgesandt waren, besichtig' und ein Theil einer Kinnlade, sowii die HüfUnochen der Missionäre gefunden, ebenso die oerschiedenen Chalmers gehörenden Kleidungsstück: Die Truppen bestraften die Eingebonen und zerstörten ihre Hütten unr Tanoes. E r n Revolutionär. Honolulu. 7. Juni, via San Francisco. 14. Juni. Dr. San Jet Sen. der chinesische Reformator, hat Hawaii verlassen und sich am 5. Jun nach China begehen, um eine Revolu tion w China anzuzetteln. Er beabsichtigt. die Kaiserin-Wittwe zu stürzen und China eine republikanische Verfassunz nach Art der amerikanischen zu geben. Er behauptet, einen starken Anbang sowohl unter den Weißen wie unter den Eingeborenen in China zu haben und erwartet mit Sicherheit, sein Ziel zu erreichen. Es ist dies das dritte Mal. daß dieser unerschrockene Reformator einen Versuch zur Revolution machen wird. Familien - Tragödie. Montreal, Canada. 14. Juni Frau I. I. Redpath. eine der Führerinnen in der vornehmen Gesellschaf hiesiger Stadt, liegt kalt im Tod ir ihrer prächtigen Wohnung an Sherbrook? Str.. und ihr Sohn. Clifforr Redpath. befindet sich im Royal Vic-toria-Hospital. mit einer Kugel im GeHirn. Um sechs Uhr Abends ertönten zwe Nevolverschüsse aus dem Zimmer bei Frau Redpath. Als die Dienerschaf dorthin eilte, fand sie Mutter un Sohn, beide bewußtlos, auf dem Boden liegend. Es wurden sofort Aerztk herbeigeholt, die Frau starb aber schon nach wenigen Minuten. Ihr Sohr wurde in sterbendem Zustand nach derr Hospital geschafft. Frau Redpath war seit längerei Zeit leidend, und sie litt ganz besonders an Schlaflosigkeit. Man glaubt, daß die Frau in einem Anfall temporarer Geistesstörung versucht hat Selbstmord zu begehen und ihr Soh? geschossen wurde, als er sie daran verhindern wollte. - Das Vereinigungs-Geseh In Frankreich. Paris, 14. Juni. Im Senat hielt am Donnerstag der Premier Hen Waldeck-Rousseau eine wirksame Redi zu Gunsten des Vereinigungs-Gesetzes Er sagte, daß die religiösen Orden noch niemals so reich und mächtig gewesen seien wie unter der Republik, und daß ihre ausgesprochene Tendenz sich bei jeder Gelegenheit in die Politil einzumischen, sie gefährlich für den Staat mache. Die Rede machte einen tiefen Eindruck und viele Senatoren drückten später die Ansicht aus. daß die Vorlag! bald angenommen werden würde. Keine Friedensuntcrhand lungen im Gange. London. 14. Juni. Herr A. I. Valfour sagte am Donnerstag im Un terhaus. eine bezügliche Frage beern! wortend. daß die Gerüchte, es seien Friedensunterhandlungen mit den Boeren im Gange, aus der Luft gegriffen seien. Herr Balfour sagte weiter, daß du Zahl der noch im Felde stehenden Boeren auf 17.000 abgeschätzt werde. m Die S t a l l i o n s zum Pro zeß festgehalten. Ga len a. Mo.. 14. Juni. Frar John Stallion. ihr Vater Thoma! Crabtree und die beiden Söhne de! letzteren. James und Frank Crabtree sind unter der Anklage, die 16 Jahr, alte Stieftochter der Frau. Alice Stallion, ermordet zu haben, zum Prozes im Oktober-Termin überwiesen wor den. Dir Bürgschaft für Frau Stal lion und Thomas Crabtree wurde au je $10,000 festgesetzt und diejenige de' beiden jüngeren Crabtrees ouf j $5000. Man glaubt, daß jetzt all, Gefahr eines Lynchgerichts vorbei ist Die Ver. St. Regierung damit zufrieden. Washington. D. C.. 14. Juni Die Ver. Staaten Regierung hat nich gegen das Verbleiben einer starker deutschen Garnison in Shanghai protestirt und sie beabsichtigt auch nicht dies zu thun, wenigstens nicht untei den jetzigen Verhältnissen, obgleich da! Belassen einer 800 Mann starken deutschen Garnison in Shanghai in Eng land große Aufregung verursacht zr haben scheint. Die deutsche Regierunc war in der Vergangenheit den Ver Staaten gegenüber sehr offen und ent gegenkommend, wenn immer es nötbic war, in irgend einer Weise Vorstellun gen zu machen und die Regierung is überzeugt, daß Deutschland gut. Gründe hat und in uneigennützige, Eigenschaft handelt, wenn es ein, Garnison in Shanghai unterhält.
Arch ÄujreWg Herrscht noch in her RSh der Fofter Plantage bei Shreveport, La. W Folge der Ermordmnz des jun geu Johu GruH Foftcr. Sie dreizehn gefangenen Ziegei noch nicht gelyncht. Ihr Leben aber noch in größter Gefahr. Die Lage in Cuba. Die Unabhängigkeit der Insel Ende des Jahres wahrscheinlich ein, Thatsache. Ermordung eines geeichte te? Pflanzers. Shreveport, La.. 14. Juni. -Diese Stadt und Umgegend sind in ei ner fieberischen Aufregung seit der bru tolen Ermordung des angesehenei Pflanzers John Gray Foster durch ei nen Neger, Namens Prinz Edwaro welcher als Feldarbeiter auf Foster' Plantage beschäftigt war. Zwischen dei farbigen Arbeitern auf dieser Plantag unö dem Aufseher hat schon seit einige Zeit böses Blut geherrscht und Foste wurde aufgefordert, vermittelnd einzu greifen. Er begab sich in Folge dessen nach den Negerhütten, um mit den Leu ten zu reden, hatte sich aber kaum de ersten Hütte genähert, als er durch ei nen Schuß aus derselben todt zu Bodei gestreckt wurde. Es befanden sich un aefähr ein Dutzend Neger in der Hütte welche nach allen Richtungen auseinan derstoben, doch die Aufseher nahmen so fort die Verfolgung auf und mit Hilf der inzwischen alarmirten Nachbarn ge long es ihnen in kurzer Zeit, sämmtlich Neger festzunehmen. Nur der Mörde Prince Edward entkam und konnte bii jetzt noch nicht verhaftet werden, trotz dem Mannschaften in allen Richtungei ruf der Suche nach ihm sind. Die festgenommenen Neger wurdet vorläufig in Kennebrew's Laden in ternirt und von einer Mannschaft voi 25 Hilfs-Sheriffs bewacht. Die wäh rend des Tages auftauchenden Gerüch te, daß die Neger in unmittelbarer Ge fahr wären, gelyncht zu werden, erwie sen sich als unrichtig, obgleich mehrfacl Drohungen gegen die Gefangenen lau wurden. Falls die Situation sich nich ändert, so ist Aussicht vorhanden, das man die Mehrzahl der Gefangenen mi einer gehörigen Tracht. Prügel laufei lassen wird. Sollte Edwards verhaftet werden so wird er ohne Zweifel gehängt, wem nicht verbrannt werden. Große Erbit terung macht sich auch gegen den . Pro pheten" Smith und Edwa-d Wa'hing ton geltend. Smith soll die Sltqt zur Unbotmäßigkeit aufgestachelt uni Washington dem Edwards zur Fluch verholfen haben. Beide befinden sicl unter den Gefangenen. Der ermordete Pflanzer Fstcc wa allgemein bekannt und beliebt. Er ent stammte einer der ältesten Familien de; Staates und war der Schwager de; Gouverneurs McMillin von Tennessee Gouverneur Heard hat an den She riff des hiesigen Countys (Caddo Pa rish) sowie an den Sheriff von Bossie Parish telegraphirt. die gefangenei Neger unter allen Umständen zu be. schützen und militärische Unleruutzunc in Aussicht gestellt, falls sich dieselb als nothwendig erweisen sollte. De' Versuch, die Neger von Kennebrew' Store nach Benton zu transportiren mußte indessen aufgegeben werden Die Gefangenen und ihre Eskort waren ungefähr eine Meile in der Rich tung nach Benton vorgeschritten, als di einbrechende Dunkelheit sie zwang, zu zurückzukehren. Di? Neger zogen vor in Kennebrew's Store den Gang de' Ereignisse abzuwarten, als sich der Ge fahr auszusetzen, in der Dunkelhei überfallen und gelyncht zu werden. Die Ehren-Ritter. M i l w a u k e e . Wis.. 14. Juni. -Die Supreme-Loge der Ehren-Rittei der Ver. Staaten, die hier ihre Jahres Versammlung abhält, erwählte an Donnerstag die folgenden Beamten: Supreme-Diktator. D. S. Bigg; von Boston; Supreme-Vize-Diktator Ex-Gouverneur I. C. Sheppard vor Edgefield. S. C.; Supreme-Hilfs-Dik tator, Clarke H. Johnson von Provi dence, R, I.; Supreme-Reporter Noah M. Biggs von Harrison. I.; Supreme-Schatzmeister. Joseph W Brauch. St. Louis; Supr'me-Kaplan Rev. Herbert M. Hope von Richmond Ba.; Supreme-Führer. John H. Han cock von Louisville; Supreme-Wache Wm. Grover von Indianapolis; Su-
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preme-isermnei. H. H, Collier voi Memphis. Cuba"s Unabhängigkeit. W a s h i n g i o n, D. 14. Juni Im Krregs-Departement ist man dei Ansicht, daß die Unabhängigkeit Cll' das Ende des Jahres eine vollendet, Thatsache sein wird. Nachdem jej, das Platt-Amendement angenommer worden ist. bleibt der kubanischer Konstituante nur mehr übrig, ei Wahlgesetz anzunehmen, in dem für di Erwählung der sämmtlichen Beamter für eine unabhängige Regierung Vorkehrungen getroffen werden. Es Wirt hier versichert, daß eine solche Vorlage schon ausgearbeitet ist und jeden Augenblick der Konvention unterbreitet werden kann. Es ist guter Grund zu der Annahme vorhanden, daß Sekretär Root die Vorlage gesehen und sie gutgeheißen hat, wenn er nicht selbst thatsächlich etwas mit der Abfassung zu thun hatte. Man glaubt, daß die Konvention diese Angelegenheit in spätestens zwei Wochen besorgen kann und die Arbeiten der Konvention werden dann zu Ende sein. Da;', Wahlgesetz kann aber erst drei Monate nach seiner Annahme in Kraft treten. Es wird vielleicht nöthig sein, noch auf einige Zeit nach der Inauguration der neuen Beamten amerikanischi Truppen in Cuba zu lassen, wenigsten bis die Cubaner Zeit gegabt haben, ei, ne Militärmacht oder Gendarmer zur Aufrechterhaltung der Ordnung zi. organisiren, es wird aber wahrscheinlich von den Wünschen der Cuban selbst abhängen, wie lange die Trupper dort bleiben sollen. Kaiser Wilhelms Glückwünsch. Boston, Mass.. 14. Juni. Eine hübsche Episode in der JubiläumsKonvention der christlichen Jünglingsvereine inBofton wardieVerlesungein Schreibens des deutschen Botschafters in Washington, welcher ein Telegramn des Kaisers Wilhelm übersandte. Dez Kaiser sagte darin: Ich beauftrag; Sie. dem Verband der christlichen Jünglingsvereine, welcher zu seiner Jubiläums-Konvention versammelt ist, meine herzlichsten Glückwünsche zu übermitteln. Der Verband kann mit Stolz auf seine bisherige Wirksamkeit zurückblicken und mit frohes Hoffnüngen auf Wachsthum und Gedeihen in die Zukunft blicken.. Nöaen sich diest Hoffnungen im reichsten Maße erfüllen Mit Freude sehe ich, daß auch die deutschen Vereine, die derselben Sache die nen, sich an dieser Konvention brüder lich betheiligen. Mögen die amerikanischen Vereine in Zukunft für ihr großes Vaterland Bürger heranbilden, di gesund an Körper und Geist sind und di' voll Ueberzeugungstreue auf dem einzigen sicheren Fundament stehen, nämlich auf dem Namen Christi, dessen Name über alle anderen Namen erhaden ist. Wilhelm I. R." Die Konvention schickte als Antwort eine Dankesdepesche an den Kaiser, worin sie ihre tiefe Bewegung über die Er, wähnung der brüderlichen Beziehungen zwischen den deutschen und amerikanischen Vereinen zum Ausdruck brachte Die Depesche schloß mit den Worten: Möge unsere auf Christus gegründet Brüderschaft auf immer die freundschaftlichen Gefühle erhalten, welch jetzt zwischen den beiden Ländern beste hen." Vrei Knaben ertran'ön. B e l l a i r e . O.. 14. Juni. DreZ Söhne von Lawrence C. Mellott sind am Donnerstag im Capnna Creek er trunken. Die Leichen der Knad. di im Alter von 15. 9 und 6 zb:r. standen, sind noch nicht aufgefunden wor den. Wichtige Entscheidung. A n n a p o l i s. Md.. 14. Juni. Das Appellationsgericht von Maryland hat am Donnerstag eine Entscheidung in einem Falle abgegeben, in den es sich um den Status der Prior-täte-Aktien der Baltimore & Ohio Eisen bahn handelt. Die Entscheidung lautet in Kürze, daß die Inhaber solche, Akt'en nur zu den vier Prozent Zinsen berechtigt seien, die ihnen von dei Kompagnie garantirt wurden. Die Kläger hatten geltend gemacht, daß sie außer den vier Prozent noch zu einem Antheil an dem Profit der Kompagnie gerade wie die Inhaber de, Stammaktien berechtigt seien. Explosion einer Lokomotive. Clarks, Neb., 14. Juni. Di Lokomotive eines Frachtzugs de, Union Pacific Eisenbahn explodirt, hier am Donnerstag. Der Lokomotive führer Charles Faul kner von Counci Bluffs und der Heizer Daviv Jenkin! von Omaha wurden auf der Stell, getödtet und der Bremser Wm. Flem ming von Omaha so schlimm verbliiht daß er jeden Augenblick sterben kann. Der Zug. der mit großer Geschwindig keit fuhr, als die Explosion stattfand entgleiste. Weitere Depesche ans Seite 5.
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