Indiana Tribüne, Volume 24, Number 264, Indianapolis, Marion County, 11 June 1901 — Page 1
J tu -yT m-"sv"Kw itttw Trillüne r AÄ !?S5?ftS 1 und rSSSSÄS d und . SonntaasMatt Sonr.tusbiait 10 $cr Sad;c. v 10 per Veche. 5 i GrlÄ7eint feden iladTmittatj unb Ksnntag Morgens. Jahrgang 24. Indianapolis, Ind. Dienstag, den II. Juni 1901. No. 264
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Der Soercn. Sin sensationelles Berliner Gerücht öom siitfnmrtigcii Amt iu Abrede gestellt. lkX'prasideut Krüger im Zjaalz nnqekommcn. Wo auch am Mittwoch Frau 0 tha ewtrenen wird. Ter Bcr. 5t. Haudelsageut LouiZ Etcrn hat in Bambcrg Selbstmord bcgaugeu. m 5in Priester in Mexiko in der Kirche ermsrdet. gfitfl Ferdinand von Bulgarien Nit der Prinzessin Xeuia von Montenegro verlobt. llus dem Deutschen Reich. Berlin, 11. Juni. Das Kleine Journal" veröffentlicht eine Depescke m Haag, in der die Behauptung aufgeßefli wird, daß der Besuch der Körigoi Wilhelmine in Potsdam den streck gehabt habe, den Kaiser Wilhelm u bestimmen, zu Gunsten der Beenngimg des Krieges in Südafrika einiutreten, da sowohl der Zweibund als mch der Dreibund Willens seien, durch ?as Haager Schiedsgericht in dieser Dichtung zu wirken; daß der Kaiser eine Einwilligung gegeben habe und XlS Schiedsgericht sich bereits mit der llngelegenheit beschäftige. Die Tepeche hat hier Sensation erregt. Tie Assoicirte Presse" hat im Laufe ?es Tages vom auswärtigen Amt die olgende, von dem Grafen von Bülow lutorissrte Erklärung über diese Anzelegenheit erhalten: Weder England, noch Frankreich ider Rußland hat sich jemals mit dem Ersuchen an Deutschland gewandt, etvas zur Beendigung des Krieges in Südafrika zu thun. Deutschland bat )on Anfang an einen Unterschied zwichen einer Einmischung und dem An'rbieten seiner guten Dienste gemacht. 5s würde möglich sein, daß Deutschand seine guten Dienste anbietet, wenn leide kriegführende Parteien darum lachsuchen sollten; man wird sich aber rinnern. daß England nur unter der Bedingung an der Haager Konferenz cheilgenommen hat, daß die BoerenStaaten sich nicht daran betheiligen dürften. Es unterliegt keinem Zweiel, daß Herr Krüger, der ein gewieger Staatsmann ist. nach Europa kam. im einige der Mächte zu veranlassen. ;u Gunsten der Beendigung des Krieges einzuschreiten; es ist aber auch Thatsache, daß England die guten Dienste der Mächte zurückweisen würze. Es ist zum Wenigsten Thatsache, zaß seit Beginn des Krieges in Südafrika England, weder mündlich loch schriftlich, weder offiziell noch konidentiell angedeutet hat. daß es die guen Dienste anderer Mächte akzeptiren vürde. Es ist möglich, daß die Boeren etzt das Haager Schiedsgericht ersucht laben, etwas im Interesse der Beendi. zung des Krieges zu thun, und daß das Schiedsgericht die Angelegenheit in eiicr Sitzung besprochen hat; das ist iber etwas ganz Anderes, als ein di--ektes Einschreiten zu Gunsten der Bendigung des Krieges. Der Krieg in Südafrika. London. 11. Juni. vLord Kitchcner telegraphirt aus Pretoria, ..aß im Monat Mai 2640 Voeren ge:ödtet oder gefangen genommen worden seien, oder sich ergeben hätten. Vom 1. bis zum 9. Juni wurden 26 Boeren getobtet, vier verwundet, 409 gefangen genommen und 33 ergaben sich. Auch wurden 651 Gewehre. 115.530 Patroi en. 120 Wagen und 4000 Pferde erbeutet. Ler. StaatenHandelsagent Stern begeht Selbstmord. Bamberg, Bayern. 10. Juni. öouis Stern, der frühere Der. Staaten Handelsagent in hiesiger Stadt, hat nch am Montag im hiesigen Stadtpark erschössen. Herr Stern war an der Volkszeitung in St. Paul. Minnesota, beschäftigt. :he er vor acht Jahren zum Ver. Staaten Handelsagenten Hierselbst ernannt wurde. Er war aus Deutschland gebürtig. hatte aber viele Jahre in den Ler. Staaten gelebt. Berlin. 11. .Juni. Der Vertre-
ter der Assocurten Presie üxadfic qvtt n Erfahrung, daß das Wirken des Herrn Louis Stern in Bamberg ein sehr erfolareiches war. Er hatte aber in St. Paul, vor seiner Ernennung angeblich Schulden gemacht, die er nicht bezahlen konnte, und dies soll ihm viel Kummer bereite! haben. Zuletzt soll er beinahe trübsinnig gewesen sein. Er bildete sich ein, daß seine Kollegen in Deutschland ihn nicht achteten, weil er ein Jude war. und dies auch die Schuld daran
Tage, daß er noch nicht befördert wurde. Zr litt stark am Verfolgungswahn. Zn den letzten zwölf Monaten war e: nelancholisch und er vernachlässigte 'eine Arbeiten. Er beschränkte sich nur ms die allernothwendigsten Routinearbeiten und die Folge war. daß er vor ?inem Monat abberufen wurde. Von ::i an verschlimmerte sich noch sein Zustand. Er hinterläßt eine Wittwe, zber keine Kinder. Es heißt, daß ferne Sucher sich in bester Ordnuna. befinden. Präsident Krüger im Haag. Haag. 11. Juni. Der frühere Präsident Krüger und Dr. Leyds sind im Montag hier angekommen. Sie fuören in einer geschlossenen Kutsche vom Lahnhof in Hilversum Junction nsch :er Wohnung des Herrn Wolmarans, ?ines der Boeren Friedens - Delegaten, vq sie vorläufig bleiben werden. L o n d o n , 11. Juni. Frau Botha vird am Mittwoch nach dem Haag ab--eisen, wohin sich Herr Krüzer begeben int, um einer Konferenz der Boerenllgenten in Europa und den Ver. -taaten beizuwohnen. Ter Bericht Den Frau Botha von ihrem Gatten überbringt, wird in dieser Konferenz zerlesen werden. Es heißt, daß Botha Dem Präsidenten Krüger räth, zu den besten Bedingungen, 'die zu erlangen "rnd. um Frieden nachzusuchen. Spanien will rüsten. Madrid. 11. Juni. Senor Sa. ?asla. der Premier, erklärte am Mon:ag in einer politischen Versammlung, oaß die Regierung eine Anleihe auflehmen würde, um die Webrkraft der Landes zu stärken und die Flotte rcormnisiren zu können. Die Krawalle in Belfast. Belfast. 11. Juni. Die Krawalle, )ie am Sonntag hier begannen, als ein Pöbelhaufen die Frohnleichnahmspro;ession angriff, wurden am Montag 'ortgesetzt, indem am Abend die Polizei ,nit Steinen beworfen wurde. Die Polizei war machtlos und es muhte Nilitär requirirt werden, um die Ordrlung aufrecht zu erhalten. Die Kravallisten wurden schließlich von Lanliers auseinander getrieben. Fürst Ferdinand wieder auf Freiers Füßen. London, 11. Juni. Einer Dezesche der Daily Mail" aus Wien zufolge soll die Verlobung des Fürsten Ferdinand von Bulgarien mit der Prinzessin Zenia von Montenegro dem lächst angekündigt werden. Schlechte Finanzlage Frankreichs. Paris. 11. Juni. Die MorgenZeitungen enthalten fast alle Artikel iber die ungünstige Finanzlage Frankreichs. Anlaß dazu gab die Bekanntnachung, daß die Einnahmen im Verileich mit letztem Jahre um 43.000.000 Franks zurückgeblieben sind. Die Zeiungen weisen darauf hin. daß die Zeit schlecht für die Einführung einer Einkommensteuer gewählt sei, die Furcht ?or welcher bereits das Kapital aus )em Lande treibe. Von den Philippinen. M a n i l a , 11. Juni. Ueber das Äefecht bei Lipa. an dem Truppen vom 11. Infanterie-Regiment betheiligt waren, sind die weiteren Einzelheiten einzetroffen: Kapt. Wm. H. Wilhelm vom 21. In-anterie-Regiment stich mit 50 Mann Z0N diesem Regiment sechs Meilen südöstlich von Lipa. Provinz Batangas. auf mehr als 200 Filipinos, wahrscheinlich zum Kommando Malvar's zchörig. Die Insurgenten wurden ver trieben, über ihre Verluste ist aber lichts bekannt. Sie werden jetzt von :inem Trupp vom 1. Kovallerie-Rcgi-rient verfolgt. Wahrend des Engagements wurde der Leutnant Anton Springer vom 21. Regiment durch den Iopf geschossen und gctödtet. Leutnant Lee. vom Genie-Korps. wurde so schwer verwundet, daß er bald darauf starb. ffapt. Wilhelm erhielt einen Schuß in oie Schulter und Leutnant Charles R. ZZamsey vom 21. Regiment wurde in dik linke Seite geschossen. Beide Offiziere sind schwer verwundet. Außerdem vurden noch zwei Sergeanten und ein Äemeiner verwundet, die beiden Ersteren schwer. Die amerikanischen Offiziere berciieten einen Angriff auf eine Jnsurgen-ten-Abtheilung vor. die sich vor ihnen befand, als von der Seite her auf sie zeschossen wurde.
Ein Priester in der Kirche
ermordet. Mexiko, 11. Juni. In San Äeronimo. bei Otuiba. bzt ein sensationelles Ereigniß stattgefunden. Eine Senora Villaviceneio. die auf einen spanischen Priester Namens Marcario wahnsinnig eifersüchtig war. weil et 'eine Aufmerksamkeiten einer anderen Frau geschenkt hatte, drang während ver Beichtstunde in die Krrche des Priesters ein. den sie ohne ein Wort auf der Stelle niederschoß. Es ist dies das erste Mal in der Geschichte dieses Landes. Daß ein Priester in der Kirche ermordet morden ist. Die marokkanische SpezialGesandtschaft in London. London. 11. Juni. Köni Eduard und die Königin Alerandra empfingen am Montag die marokkanische Spezialgesandtschaft im St.James Palast, und zwar in Gegenwart des Marquis of Lansdowne und einer Anzahl anderer distinguirter Persönlichleiten. Die Gesandten fuhren in so manchen Galawagen nach dem Palast. ie waren von Kaid McLean. einem Schotten, begleitet, der Oberkommandeur der marokkanischen Armee ist. Ernte-Aussichten in Eur o p a. London, 11. Juni. Mark Lane Erpreß" sag: in ihrer w'öchentlichen Uebersicht über die Ernte - Aussichren: In Folge Regenmangels wird di; Heuernte in England ohne Zweifel un:er dem Durchschnitt ausfallen, undJ-.-pcrteure. die jetzt über die übermäßig großen Vorräthc von Hafer und Mais klagen, werden eventuell noch einen guen Markt dafür finden. Die Vorräthe von ausländis-. Weizen sind keineswegs übermäßig groß. Die offiziellen Berichte lassen ersehen, daß die französische Weizenernte besser ausfällt als man erwartet hatte. Amerika und Rußland werden große Quantitäten für den Export übrig haben. während England und Teutschland viel Weizen importiren müssen. aber kaum genug, um den Ueberschuß dcr beiden erstgenannten Länder zu absorbiren. Es hängt deshalb viel von dem Ausfall der Ernte in Frankreich ob. ob die Preise in die Höhe oder zurückaehen werden, und man erwartet deshalb mit Interesse die Bestätigung der Nachrichten aus Frankreich. In Ungarn richtet der Rost am Weizen großen Schaden an. Wenn es nicht bald regnet, wird die Ernte verhältnißmäßig schlecht ausfallen. In Oesterreich sind die Ernte-Aus-sichten sehr ungünstige und die landwirthschaftlichen Verhältnisse der Monarchie sollten aufmerksam verfolgt werden, denn eine Verschlechterung der Ernte in Frankreich und OesterreichUngarn würde die ausschlaggebende Gewalt im Getreidemarkt verändern und die Kontrolle über den Weizen- und Meblmarkt vom Käufer auf den Verkäufer übertragen. m Beim Boxen getödtet. Middlesboro, Kto., 1L Juni Charles Varney, Jr., 18 Jahre alt wurde am Montag durch einen Schla; in die Herzgrube getödtet. alö er sict mit Jerome Wood, einem Cigarren Händler, vor dessen Laden zum Spas herumboxte. Wood ist, wie es scheint, in Folge des Unglücks wahnsinnig ge worden. Mysteriöse Kabine ts sitzun g. W a s h i n gton. D. C.. 11. Juni. Eine mysteriöse Kabinetssitzung fand am Montag Avend im Weißen Hause statt. Die in der Stadt befindlichen Sekretäre hielten am Nachmittag, nachdem der Präsident McKinley eine halbstündige Unterredung mit dem Sekretär Hay gehabt, eine Einladung. um acht Uhr Abends sich im Weißen Haus einzufinden. Sekretär Hay reiste noch vor der angegebenen Stunde nach Buffalo ab, wo sich auch der Sekretär Root befindet; die Sekretäre Long, Httchcock. Gage, Wilson und der Generalanwalt Knox erschienen aber prompt um acht Uhr, einige von ihnen in Abend-Toilette. Sekretär Lona ! brachte seinen kleinen Sohn mit. Keiner der Herren wußte, um was es sich handelte. Die Herren begaben sich sofort nach dem Kabinetszimmer. wo sie beinahe eine Stunde blieben. Was dort besprachen wurde, ist noch ein Geheimnih. Jeder einzelne der Sekretäre sagte, daß es eine persönliche Angelegenheit sei. und einige von ihnen sagten, daß eS sich weder um die Beziehungen zu Cuba. China, die Philippinen. Porto Rico, noch um die SupremegenchtsEntscheidungen, den Boerenkrieq oder sonst welche lmchtige Dinge handle. Alle hatten versprochen, nichts über die Angelegenheit zu sagen. Nach alledcm scheint es sich um eine persönliche Anlegenheit des Präsidenten zu handeln.
Per Stand der Saaten G Im Ganzen ein ziemlich guter. Dr. Ungcr und F. W. Brown m Chicago schuldig befunden G , Und auf unbestimmte Zeit ins Zuchthaus geschickt. Scheußlicher Mord bei Atlanta, Georgia. Ein junges Paar begeht in Chicago Selbstmord.
Die Folge einer Turchbrenuerei und geheimen Heirath. Der Stand der Saaten. Washington, D. C.. 11. Juni. Dem Bericht des Statistikers des Acker bau-Departements für Juni zu- j folge ist das mit Sommerweizen be-! stellte Areal um 1.200,000 Acres odei 6.4 Prozent kleiner wie im vorigen! Jahr. Von den 26 Staaten, die 10.-! 000 Acres oder mehr bestellt haben,! berichten acht eine Zunahme des Areals j um 34,000 Acres und zwölf eine Ab-1 nähme von zusammen 1,235,00C Acres. Der Durchschnittsstand von Som-', merweizen war am 1. Juni 92.0, ge. gen 87.3 am 1. Junt vorigen Jahres und 91.4 am 1. Juni 1899. In den letzten zehn Jahren war der Durchscknittsstand am 1. Juni 92.6 und in den letzten fünfzehn Jahren 92.7. Jr den hauptsächlichsten Sommerweizenfloaten ist der Stand folgender: Oregon 95. Californien 93. Minnesota 93. Iowa und Süd-Dakota 92. NordDakota 91. Wisconsin 89. Nebraskc, 88. Der Durchschnittsstand von Winterweizen ist im Mai um 6.3 Points zurückgegangen. Am 1. Juni betrug! der Stand 87.8. gegen 94.1 am 1. M;i. Am 1. Juni 1900 betrug dei St..nd 82.7 und am 1. Juni 1899 nur! 67.3. In den letzten zehn Jahren be-' trug der Durchschnittsstand am 1. Juni 81.2 und in den letzten fünfzehn' Jahren 82.3. In den hauptsächlichsten ! Winterweizen-Staaten ist der Stand! folgender: Maryland 100. Virginien 98. Pennsylvanien 96. Californien 92, Ohio und Jndiana 90. Tennessee 88, Kansas 87. Missouri. Illinois und Oklahoma 84, Michigan 68 und Texas 46. Der niedrige Stand in Texas ist eine Folge von Troaenhert und zum! Theil auch den Verheerungen von In- j selten zuzuschreiben. In Kansas ! Oklahoma und Missouri haben di Saaten in Folge von Trockenheit unc durch die hessische Fliege gelitten, und die letztere hat auch bedeutenden Schaden in Michigan und Theilen von Indiana. Illinois und Kentucky angerichtet. Das mit Hafer bestellte Areal ist um 3.8 Prozent kleiner, wie das im Jährt! 1900 eingeerntete. Der Durchschnitts-1 stand von Hafer beträgt 85.3. gegen' 91.7 am 1. Juni 1900 und 88.7 am 1. Juni 1899. während der Durch-' schnittsstand in den letzten zehn Jahren j 90.0 betrug. Von den Staaten, die mehr als eine Million Acres in Hafei haben, ist der Stand in Pennsylvanier um drei und in Ohio und Michigan um zwei Points besser als der Durchschnittsstand in den letzten zehn Iahren. In Iowa ist der Stand 94. derselbe wie in den letzten zehn Jahren und in allen anderen Staaten ist t: von einem bis zwölf Pomts niedrlger. Das mit Gerste bestellte Areal ist um 1.2 Prozent kleiner, wie das im, vorigen Jahre erngeerntete. Der Durchschnittsstand beträgt 91.0, gegen 86,2 am 1. Juni 1900, 91.4 aml, Juni 1899 und gegen einen Durchschnittsstand von 88.5 in den letzten zehn Jahren. Der Durchschnittsstand von Roggen beträgt auf einem Areal, das um l.S Prozent kleiner ist als im vorigen Jahr. 93.9, gegen 87.6 am 1. Juni 1900. 84.5 am 1. Juni 1899 und ei. nen Durchschnittsstand in den letztem zehn Jahren von 89.4. Klee steht in Ohio 12 Points höher wie der Durchschnittsstand der letzten zehn Fahre, in Nebraska und Wisconsin 10 Points und in New York unZ Mlchigan 9 Points höher; dagegen in Missouri um 14. Pennsylvanien 11, Californien und Illinois 3 und Minnesota 1 Point niedriger. Doppelselbstmord. Chicago. 11. Juni. In einem Zimmer des Great NorthernHotel wurden L. Hartman und seine Frau. Seite bei Seite, todt im Bette gesunden. Beide scheinen sich selbst das Leben genommen zu haben.
Bon 5en Seldstmöroern ift nicht die' bekannt, doch scheint die Trcizödik das Ende einer Turchbrennerei zu sein welche ein hartherziger Vater nicht sanktioniren wollte. Hartman soll reiche Verwandte in New Aork haben. Die Frau war eine frühere Schauspielerin, welche unter dem Namen Rose Violet dem Publikum bekannt war. Hartman und seine Frau nahmen am 6. Juni im Great Northern HotJ Wohnung und gaben als ihre Heimath New Dort
an. Dt?selben hielten sich von den anderen Gästen zurück und trugen ein so zärtliches Benehmen zur Schau, dafc 5ie Hotelangestellten sie für ein neuve? mähltes Paar hielten. Am Sonntag Abend zogen sie sid auf ihr Zimmer zurück und als sie an Montag Abend noch kein Lebenszeicher von sich gaben und das Zimmermädchen trotz mehrmaliger Versuche keiner Einlah erhalten konnte, benachrichtigt, sie die Hotel-Office und das Zimmei wurde gewaltsam geöffnet, wobei di traurige Entdeckung des Doppelselbst mordes gemacht wurde. Um Mitternacht wurde inErfahrunc gebracht, daß die Todte Rose Le Febre eine Variet6Künstlerin. ist. Der Va ter des Selbstmörders soll ein reiche Tabakshändler in New Dork sein. Gegen die Fanatiker. Denver. 11. Juni. Etwa 10C Reformer" hatten sich in Richter Petr L. Palmers Gericht eingefunden, un gegen die Gewährung eines Einhalts befehls gegen die städtischen Behörde! zu protestiren, welche dadurch verhin dert wurden, einen Wirth u verhaften der Sonntags mit dem Eyen Getränk verabreichte und einen anderen Wirth welcher an seiner Bar Frauen Ge tränke verabreichte. Der Richter sagte in seiner Entsckei dung. daß er die juristische Frage bei der Fälle einer genauen Erwägung un terziehen wolle, daß er aber auch gegei gewisse Geistliche von Denver Vorzüge hen beabsichtige, welche ihn am Sonn tag von den Kanzeln herab beschimpf hatten. Sollte das Gesetz ihm gestat ; ten. diese Gottesmänner wegen Mißach tung des Gerichtes vor sein Forum z: laden, so würde er sie die volle Streng des Gesetzes fühlen lassen. Das Befinden von Frau McKinley. Washington. D. C.. 11. Juni Als Dr.Rirey am Montag nach seinen ' üblichen Abendbesuch das Weihe Ham verließ, erklärte er. daß sich das Be ; finden der Frau Mcmley bestand bessere. Ein junger Fälscher verhaftet. Chicago, Jll.. 11. Juni. Mel ville Ehester, jr.. Sohn von Meloill, Ehester, von der Bankierö-Firma Ba ker. Gettin und Ehester in Boston wurde hier auf die Anklage hin verhaf tet. eine ganze Anzahl von Fälschung in verschiedenen Theilen der Ver. Staa ten begangen zu haben. Der jung Mann versuchte zu entfliehen und wur de über sechs Blocks verfolgt, abe, schließlich im Hofe des Auditorium! nach heftiger Gegenwehr festgenommen Er soll in den letzten sechs Monater mehr als 60 Fälschungen begangen ha ben. Er ist schon lange von den Poli zeibeh'örden von Memphis. Tenn. Boston. Mass.; San Francisco. Cala. Eincinnati. O.; Louisville. Ky.; Pitts bürg. Pa.; New York; Galveston uni Libertv. Mo., gesucht worden. In Liberty. Mo., soll er den She riff verwundet haben, als dieser ihr verhaften wollte, und es gelang ihn dann, wieder zu entkommen. Er sol auch in Bloomington. Jll.. Normal Jll.. Gertrude. Okla.. und Kansa; City Fälschungen begangen haben. Jugendliche Mordgesellen Arkansas Ccty. Kas.. 11 Juni. Ein Mordprozeh. in welchen die Angeklagten noch im jugendlichster Alter stehen, nahm heute hier seine? Anfang. Die Angeklagten sind Chas Bettes, ein 14jähriger Junge, der nocl in Kniehosen zum Prozeß erschien, uni der um zwei Jahre ältere Clyd Moore. Die Anklage lautet, daß dl; beiden Jungen den Farmer C. L Weltberger auf der Landstrahe vo? hinten erschossen haben. Weltbergei hatte sich mit einer Ladung Weizer nach der Stadt begeben und war au' dem Heimwege begriffen, als er der Mördern zum Opfer fiel. Man glaubt daß die Mardbuben Weltberger berau ben wollten. V e r s i cherungsschwindln verurtheilt. Chicago. 11. Juni. Dr. Au ust M. Unger und F. Waylant Brown, welche mit Hilfe von Marn Deffenbach verschiedene Versicherungs gesellschasten zu beschwindeln versuch ten. wurden von einer Jury des ver suchtenBetruges schuldig befunden unl auf unbestimmte Zeit in's Zuchthaus geschickt. Frank H. Smiley, welche, desselben Verbrechens anaeklaa :z trat als Zeuge füi den Ssaat auf unk
w:ro voraussichtlich mit einer leichter Strafe davonkommen. Aus den Verhandlungen ging her-
vor. daß Unger. Smilen und die Desfenbach einen Versicherungsschwinde', planten, bei welcbem Smiley als ht Bräutigam der Deffenbach fungiren muhte. Letztere sollte sich nach erfolge ter Versicherung krank stellen und an geblich sterben. Die Versicherung im Betrage von 525.000. welche in einer Versicherungs-Gesellschaft und zwe' Ordens-Organisationen herausgenommen war. sollte dem Smiley zufallen. In ihrem Testament verlangte die Deffenbach. verbrannt zu werden und die Verschwörer beabsichtigten, eine Leiche aus dem Hospital im Krematorium zu substituiren und so jede Spur ihres Verbrechens zu verdecken. So weit war alles gut. aber das Programm erlitt eine unerwartete Aenderung. Die Deffenbach wurde anscheinend krank, doch nicht nur anscheinend. sondern in Wirklichkeit und starb. Ein Jnquest wurde über den Todesfall abgehalten und ein Wahrspruch aus natürliche Todesursache'' abgegeben. Das Ableben der Deffenbach ist "jedoch to)tz des offiziellen Wahrspruchs in undurchdringliches Dunkel gehüllt und die Sachverständigen konnten sich über Die Todesursache nicht einigen. Der Staat erhob die Anklage wegen Mordes, eine Anschuldigung, die indessen nicht bis zur Evidenz bewiesen werden konnte. Es ergab sich, daß die gesammte auf das Leben der Frau aufgenommene Versicherungssumme vor ihrem Tode übertragen worden war und daß das Testament nach diesen Übertragungen aufgesetzt wurde. Das Testament war deshalb ohne Wirkung auher was die Verbrennung der Leiche anbetrifft, und der Staat sucht zu beweisen, daß das Testament nur zu dem Zwecke gefälscht sei. um die Leiche der Deffenbach spurlos durch Verkrennunz oerschwindei zu lassen. Schreckliches Verbrechen. Atlanta. Ga.. 11. Juni. Frl Bessie Jackson, die Adoptivtochter vor R. C. Flower. einem Milchereibesitzer der bei Poplar Springs. einer Vorstad von Atlanta, wohnt, ift am Montaj Morgen ermordet aufgefunden worden Das Mädchen wurde seit letzten Don nerstag vermißt. Ein junger Neger der bei Flower in Diensten steht, ist au den Verdacht hin verhaftet worden, daj Verbrechen begangen zu haben. Da Mädchen hatte Brunnenkresse in bei Hand und dies beweist, daß es dein Einsammeln des Krautes überrasch und ermordet wurde. Die Kehle bei Unglücklichen war von Ohr zu Ohi durchschnitten. Bei dem CoronerS-Jnquest. der an Nachmittag stattfand, sagte Dr. I. H Green aus. daß das Miwchen geschän. det worden sei, eö wurden indehe keim direkten Beweise für die Schuld be Negers, dessen Name Gathro Englisl ist, beigebracht. Der Neger wurde an Abend hierher ins Gefängniß gebracht Wahrscheinlich Mord. La Porte. Ind.. 11. Juni. Weil er von seinem 15jährigenBruder Chas. Pahlin geneckt wurde, stach der 13jährige Frank Pahlin ihn mit einem Mi ser. Dasselbe drang in die linke Lunge ein und verursachte eine Wunde, welche voraussichtlich den Tod Chas. Pablin's zur Folge haben wird. Der unglückliche Messerheld ist nahezu wahnsinnig vor Schmerz über das von ihm aiigerichtete Unheil. Ein Bankräuber geständig. Mineral Point. Wis.. 11. Juni. Stewart Jelleff. der auf den Verdacht hin verhaftet wurde, vor drei Wochen die Erste National-Bank von Mineral Point um mehr als 526.000 beraubt zu haben, hat ein Geständnis abgelegt. Das ganze Geld ist wiedererlangt worden, bis auf 000, die in einem Kleeacker in der Nähe der Ctadr verborgen sind. Feuer in einer KohlenGrube. Port Royal. Pa.. 11. Juni. Der Schacht No. 2 der Pittsburg Coal KCokeCo. steht wieder einmal inFIammen. nachdem er sieben Jahre ununter brechen in Betrieb war. Es befinden sich 30 Männer in der Mine, von denen wahrscheinlich manche umkommen werden. Wie das Feuer zum Ausbruch hm ist unbekannt. Die Pittsburger Mörder vor Gericht. Pittsburg. Pa.. 11. Juni. Am Montag begann hier der Prozetz gegen John und Edward Biddle und Walter Dorman. alias R. D. Wilcox. wegen der Ermordung des Grvcers Thomas D. Kahney und des Detektivs Patrick Fitzgerald. Die Biddles plaidirten nichtschuldig, zur Ueberraschun Aller bekannte sich Dorman aber schul dig. . Weitere Depeschen auf Seite 5.
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