Indiana Tribüne, Volume 24, Number 262, Indianapolis, Marion County, 9 June 1901 — Page 3

In der Mitte.

Von Nud. conhart, A. M. Copyn fb 1 1900 by the Gcmu Prws St Piste C. (12. Fortsetzung und Schluß.) Anstatt zu antworten, führte der Arzt sie zu einem Sessel, zwang sie, sich zu setzen und sagte zögernd: Ja, Frau Brown, ich bringe Nachrichten, und -traurige dazu. Fassen Sie sich, denn Sie bedürfen aller Ihrer Kraft, dieselben zu ertagen." Oh, ich weiß, ich weiß, mein armer Fritz ist todt, gemordet von seinem Vater. Ungeheuer, wetzhalb habe ich Dich nicht längst niedergeschossen, wie einen räudigen .Hund! Dann hättest Du wenigstens meinen armen Jungen nicht gemordet." Mäßigen Sie sich, Frau Brown, beschwor der Arzt. Es ist leider nur zu wahr, daß Ihr Gatte den Tod Jh?es Sohnes veranlaßte; alleinSie dürfen nicht vergessen, daß der Wahnsinn seinen Geist umfangen hielt, und daß tx deßhalb nicht verantwortlich für die That ist." Ich weiß es besser, Doctor," entgegmit sie heftig. Er mordete seinen Verwandten und Wohlthäter vor einundzwanzig Jahren. Er würde mich gemordet haben, hätte er nicht gewußt, Üaß ich auf meiner Hut und vorbereitet war. Ein Mann, der dies zu thun im Stande ist. ist zu allem fähig. Oh, warum folgte ich nicht der ersten EinHebung, als ich ihn in der Schreckensnacht vom Balkon medergleiten sah! Mein armer Sohn lebte dann noch. Aber warte, Tu Kindesmörder, ich werde Dich anklagen und des Mordes überführen. Auf dem Galgen sollst Du mir für Deine Missethaten büßen!" Erschöpft hielt sie inne und fragte dann in sanfterem Tone: Wojst sein Leichnam, Doctor? Führen Sie mich ZU ihm, ich will, ich muß ihn sehen." Damit wollte sie aus dem Zimmer eilen, doch der Arzt hielt sie zurück. Sie wollen ihn sehen," sagte er sanft und mitfühlend; doch warten Sie, bis ich sehe, ob sie schon da sind." Damit ging er in die Halle und von da auf die Veranda, an deren Fuße er die Bahre mit dem Körper stehen sah. Er winkte, und gleich darauf hörte man den gemessenen Schritt von mehreren Männern in der Halle. Bella vernahm sie und eilte aus dem Zimmer. Als sie die Halle erreichte, hatten die Träger eben die Bahre niedergesetzt. Mit einem durchdringenden Schrei warf sich die arme Frau auf den Leichnam, und eine Fluth von Worten, worin sich Schmerz und Verwünschungen seltsam mischten, en:strömte ihren Lippen. Arme Mutter. Tu hast unsere wärmste Sympatbie, denn wir können nicht vergessen, was Deinen Eharacter getrübt, Dein Leben verbittert hat. Wir lassen mitleidig den Vorhang auf diese schreckliche Stunde der Prüfung fallen und sprcchen zugleich die Hoffnung aus, daß der Leser in Zukunft die Worte Lauras vor Augen haben wird: Zu hoch, zu tief; zu grad, zu schief; Zu viel und. was noch schlimmer. Zu wenig, schau :es bricht entzwei Dein Glück in tausend Trümer." Der Schlaf floh in dieser Nacht nicht nur die Villa, sondern die ganze Nachbarschaft, denn mit gewohnter Schnelligkeit hatte sich die Schreckenskunde von dem Kindesmorde verbreitet. Am nächsten Morgen regte die Nachricht von der Mordthat die ganze Stadt auf, indem die Morgenblätter dieselbe mit der gewöhnlichen Extase brachten. Die Kunde erweckte außerdem die Erinnerung an den plötzlichen Tod Brunos und von tausend Lippen floß im Flüstertone der Argwohn, daß auch jener Tod der gleichen tückischen Habgier zuzuschreiben sei. Die Kunde, daß Frederic Brown dem Wahnsinne verfallen sei, wurde mit spöttischer UngläubigZeit entgegengenommen; allein dieselbe brachte nur die reine Wahrheit. Eine gründliche Untersuchung veranlaßte Dr. Braun zu der Angabe, daß der Verstand des Advokaten gänzlich zerrüttet sepund dieseAngabe wurde durch andere geschickte Aerzte bestätigt. In Folge derselben wurde Fred Brown einer Irrenanstalt übergeben, wo er trotz der besten Pflege eine Woche nach dem verhängnißvollen Freitage den Geist aufgab. Capitel 23. Uebersicht. Die Aufregung, welche jener Freitag in der Braun'schen Familie hervorgebracht hatte, legte sich schon nach wenigen Tagen; allein die Wunden, welche die grauenvolle Mordthat in den überbleibenden Gliedern der Brown'schen Familie geschlagen hatte, konnten nur durch den balsamischen Einfluß der Zeit geheilt werden. Der plötzliche und schreckliche Tod Fritzens hatte Johanna dergestalt mit Mitleid und Sympathie für Bella und Luzie erfüllt, daß sie nur mit Widerstreben daran dachte, -ihre Erbschaftsansprüche zu verfolgen. Gewissensbisse bewogen sie endlich, Truewrthy d'enAutrag zu geben,Bella von ihren Rechten in Kenntniß zu setzen. Da war erstens die Broeng Familie, welche ihres Beistandes bedürfte. Betsie wurde zu alt, um noch daran denken zu können, für Andere zu waschen und da Claude verschwunden blieb, so hatte sich auch diese Quelle des Einkommens geschlossen. Ferner hatte Karl zu verschiedenen Malen seine Absicht kund gethan, die Erbschaft zur Gründung einer wohlthätigen Anstalt zu verwenden, und Johanna scheute sich, ihm die Möglichkeit der Ausführung dieses philanthropischen Gedankens durch ihr Thun oder vielmehr Lassen zu rauben. Drittens hatte sie aus zuverlässigen Quellen erfahren, tafc Fred Brown mindestens eine hal

U Million eigenes Vermögen hinterlassen. eineSumme mehr als genügend, ohne Sorgen zu leben. Bella und Luzie waren nicht wenig erstaunt, dieVerwandtschafttbande zu erfahren, welche sie an die Brauns knüpften. Als Bella die Ueberzeugung gewann, daß die Ansprüche Johannas gerecht waren, und daß ihr Gatte in der That niemals das geringste Anrecht auf das Vermögen Carlos Brunos gehabt hatte, leistete sie sofort freiwillig Verzicht darauf und ersparte sich dadurch nicht nur enorme Kosten, sondern Verdruß und Plackereien. Sie erbot sich sogar, auf der Stelle aus der Villa auszuziehen, ein Anerbieten, welches Karl und JoHanna ablehnten, indem sie erklärten, die Sache habe durchaus keine Eile und darauf bestanden, daß die Frauen in der Villa verweilten, bis sie ein geeignetes eigenes Besitzthum erworben. Dies bot keine Schwierigkeit. Mehrere Eigenthume auf dem Plateau wurden zu eben der Zeit zum Kauf angeboten und eins derselben erstand Bella mit Beihilfe Adolphs, welcher sich als wahr Freund erwies. Die neue Wohnung war allerdings nicht so geräumig wie die Villa und statt der vielen Dienstboten besaßen sie deren jetzt nur zwei. Außerdem schmolzen die Kutschen auf eine und die Schaar der Rosse auf zwei zusammen; allein dieselben genügten, den jetzt bedeutend verminderten Kreis der Bekannten zu besuchen. Zwei Jahre sind seitdem vergangen. Wie wäre es, wenn wir schließlich noch mal eine Rundschau bei unserenFreunden machten, ehe wir sie gänzlich verlassen? Laß uns bei Bella Brown anfangen. Es ist Abend, und in dem bequemen, gemüthlichen Wohnzimmer ihres Hauses brennt eine helle Oellampe. Unter dem herabgelassenen Rouleau ist gerade noch genug Raum, das Zimmer zu überschauen. Am Tische, im bequemenSchaukelstuhle sitzt Bella und blickt lächelnd zu Luzien hinüber, welche ihr gegenübersitzt. Ihr zur Seite sitzt ein Mann, und trügt uns unser Auge, oder ist dies wirklich Claude Broeng? Ja, ja, er ist's und er ist es nicht, denn der Mann, welcher hier im Zimmer sitzt, ist ziemlich hoch in der Scala des sozialen Lebens emporgestiegen und steigt noch täglich höher. Er war eimge Monate nach den Ereignissen jenes Freitags wieder aufgetaucht, ohne eine Erklärung seiner Rückkehr zu geben. Nur Paul hatte er einen dunkeln Wink gegeben und gesagt: Wissen Sie, Paul, ich war auf böse Wege gerathen und in die Hände Browns gefallen. Eines Tages gab er mir zu verstehen, daß. er schmutzige Arbeit von mir verlange, welche das Verderben eines Mannes bezweckte, den ich nicht nennen will. Es blieb mir nur die Wahl zwischen Gehorsam und Flucht. Ich wählte die letztere das ist Alles." Von jenem Tage an hatte er immer eifriger nach Erwerbung von nützlichen Kenntnissen gestrebt und war zu einer Art Compagnon Pauls emporgestiegen. Jetzt war er der glückliche Gatte Luziens, welche ebenfalls durch die schwere Schicksalsschule profitirt hatte. Sie hatte die Seichtigkeit des höheren gesellschafUichen Lebens erkannt und diese Erkenntniß hatte ihren Charakter vertieft und veredelt. Ihre Neigung zu Paul Braun mochte auch gute Früchte getragen haben, indem wir nie etwas Edles kennen und schätzen lernen können, ohne dadurch veredelt zu werden. Sie hatte diese Neigung natürlich gänzlich überwunden und nun in Claude einen guten und liebenswerthen Lebensgefährten gefunden. Bella hat ebenfalls bon der erhaltenen Lection Gebrauch gemacht und verachtet nun das seichte gesellschaftliche Treiben ebenso gründlich, wie sie es früher gesucht. Bald nach dem Tode Fritzens hatte sie die Brauns durch einen Besuch in Erstaunen gesetzt, war aber von der Zeit ihre warme Freundin geworden und hatte nicht nur ihre Lebensweise copirt, sondern auch ihre schätzbaren Grundsätze angenommen. Die Mexikaner wohnen am nächsten, weßhalb wir ihnen den zweiten Besuch abstatten wollen. Wir finden sie noch immer wohl und munter, obschon sie aufgehört haben, im Gewächshause zu arbeiten. Sie machen tägliche Besuche bei ihren Freunden und sind allenthalben herzlich willkommen. Dr. Brauns Wohnung ist die dritte Stätte, welche wir zu besuchen haben. Im Flügel finden wir Klaus und Martha, so frisch unud munter wie je. Sie sind ihren Grundsätzen der weisen Mäßigung getreu geblieben und es sollte uns keineswegs wundern, wenn sie hundert Jahre alt würden und dann wie reife Früchte eines edeln Lebens in denSchooß der Ewigkeit fielen. Adolph und Marie sind ebenfalls nicht älter geworden, so weit ihre Kraft, Energie und Entwicklung in Betracht kommen, so daß wir hinsichtlich ihrer nichts weiter zu sagen haben. Wenn wir aber Lauras Zimmer besuchen, so- finden wir dort einen merklichen Wechsel, indem nicht Laura, sondern ihr Ebenbild", ergänzt der Leser, die Herrin desselben ist. Wir wollen diese Vorlautheit entschuldigen, indem wir. wenn wir uns recht erinnern, mehr als einen Wink hinsichtlich Clairens Zukunft fallen ließen. Ja, Leser, Paul und Claire sind seit sechsMonaten verbeirathet. Claire besuchte eine höhere Schule, nachdem sie zu Hause alles aclernt hatte, was zu lernen war. Sie ist nicht nur ine gebildete Dame geworden, sondern auch die bedauerlichen Schwächen, welche wir früher entdeckten, sind dem Einflüsse guten Umganges gewichen. Paul hatte von Anfang an eine Neigung zu ihr gefaßt. Anfangs hatte Fritzens prospectiverReichthum und ihre krasse Unwissenheit sie verhindert, das echte Gold von bloßen Schlacken zu unterscheiden; allein, wie ihr Geist sich entfaltete, fielen ihr nach und nach die Schuppen von den Augen und in dem Grad' wie sie Pauls edle Eigenschaften erkannte und zu würdigen lernte, stieg auch ihre Neigung zu

ihm. so daß sie seinen Antrag mit t nem freudigen Ja" belohnte. Nun haben wir noch einen letzten Besuch bei Johanna zu machen, welche schon seit einem Jahre in ihrem Eigenthume wohnt. Karl hat dasselbe nicht nur verschönert, sondern auch vergrößert, da er schon über ein Jahr Lauras glüalicber Gatte ist. In einer Wiege sehen wir einen Knaben von zwei Monaten, welcher selbstverständlich das schönste, klügste und beste Kind auf Gottes Erdboden ist. Wenn Du geneigt bist, dies zu bestreiten, Leser, so bleibst Du lieber draußen, denn so liebcnswürdig Laura auch ist, in diesem Punkte versteht sie keinen Spaß. Laura ertheilt nur noch wenigen, viel versprechenden Schülern Unterricht, wirkt jedoch d,.nn und wann noch in einem Concerte mit, ein Verfahren, welches nicht nur ihren Ruf als Künstlerin auferhält, sondern ihr das nöthige Nadelgeld liefert. Einige ihrer Lieder sind so populär geworden, daß man sie allenthalben pfeifen und singen hört. Karl hat seine Office nach dem Plateau verlegt, indem der Bau des Ban dervilt'schen Schlosses und ähnlicher Gebäude seine Patrone veranlaßt haben, ihn daheim aufzusuchen. Johanna ist glücklicher als seit Jahren. Sie hat allerdings die traurige Vergangenheit nicht vergeben, lebt indessen nicht wie früher gänzlich in derselben und für dieselbe, sondern auch für ihre Kinder, denen sie mit gleicher Liebe zugethan ist. Von den Broengs läßt sich wenig sagen. Gust ist ein wenig mäßiger geworden; allein frühe Ausschweisungen haben ihn zu sehr geistig wie körperlich geschwächt, als daß eineW'.edergeburt möglich wäre. Betsie dagegen hat sich sichtlich erholt und verbringt jetzt einen großen Theil ihrer freien Zeit in Besuchen bei Claude und den andern Nachbarn, indem Johanna Ver. Staaten Schuldscheine in genügender Anzahl in einer Bank deponirt hat, daß die Zinsen derselben die Äedürfnisse des Broenz'schen Ehepaares während der Dauer seines Lebens decken. Nun zum Schlüsse noch einen Besuch in der Carlos Anstalt, wie Karl und Johanna das Institut titulirt haben. in welches die Villa verwandelt wurde. Ein weiteres Stockwerk ist auf die alten gesetzt worden und von beiden Enden springt ein Flügel vor, der fast bis an die Straße reicht. Auch hinten sind mehrere neue Gebäude errichtet worden, und nach den Dampfmasch:nen, welche hier und dort Puffen, sowie andern industriellen Merkmalen schließen wir, daß das Institut den Character einer Fabrik trägt. Dies ist insofern richtig, als es dazu dient, jungen Mädchen von Dürftigkeit und gutem Rufe eine Beschäftigung zu lehren, geeignet, ihnen später einen genügenden Lebensunterhalt zu sichern. Gern hätten Johanna und Karl ihre Wohlthätigkeit auch auf das männliche Geschlecht ausgedehnt; allein die ihnen zu Gebote stehenden Geldmittel erzwangen die Beschränkung auf das weibliche Geschlecht, welches es bekanntlich schwerer findet, sorgenfrei durchs Lcben zu wandern, als das männliche. In der Anstalt wurde sowohl Putz- wie Kleidkermachen gelehrt, und die verfertigten Waaren er. gros abgesetzt. In andern Zimmern wurdenBuchführung, Stenographie und ähnliche Erwerbszweige gelehrt. Außer den erwähnten Lehrfächern umfaßt die Anstalt noch viele andere; allein das schon Gesagte wird genügen, dem Leser einen Begriff von ihrem Character und den Absichten ihrer Gründer zu geben. Wie können wir besser schließen, als mit den herzlichsten Segenswünschen für alle die Personen, welche wir in dieser Erzählung haben kennen lernen, sowie für die Anstalt, welche ihrer Freigebigkeit und Menschenliebe entsprang? Hoffentlich ist dieselbe ein Wink für ähnlich Gesinnte und ein Fingerzeig für die Abschaffung der vielen Mängel, an welchen unsere sozialen Zustände leiden. Leser, wir danken Dir für die Ausinerksamkeit, mit welcher Du unserer einfachen Erzählung gefolgt bist; doch ungleich größer noch würde unsere Befriedigung sein, wenn wir hoffen dürften. Dich zu unserer Ansicht bekehrt zu haben, daß Wenn Du nicht in der Mitte bleibst. Suchst Du das Glück vergebens!" (Ende.)

Ein wildcs Ding. ?vn Teo v. Torn. Adieu, Musch " Ada Leinert würgte hastig den letzten Bissen ihrer Kasfeesemmel herunter. wischte sich mit den ineinandergesteckten halbseidenen Handschuhen die Lippen und bot ihrer Mutter den Mund. Frau Hauptmann Leinert küßte ihr jüngstes Töchterchen herzlich aber ohne die Milch aus dem Auge zu lassen, die sie am Feuer hatte, und die eben im Aufwallen war. Geh' mit Gott, mein Goldchen." sagte sie in ihrem singenden westpreußischen Dialekt. Nachdem sie den Topf ibgehoben, säuberte sie ihre Hände an der groben blauen Küchenschürze und folgte der Kleinen auf den Corridor, indem sie ordnend und glättend an ihr herumstrich. Hast Du auch nichts vergessen, Adachen die Taschentüchter, die Du zum Zeichnen mitgenommen hat- ! test. und Dein Frühstück hast D:i Dein Frühstück? Na siehst Du. Kind! Wo hast Du nur Deine Gedanken r Während sie geschäftig in die Küche zurückeilte, um die in ein Stück Glanzleinwand gewickelten Butterbrode zu holen, schalt sie, nach einem besorgten Blick auf die Stubenthür, gedämpft vor sich hin. Hier, Ada, und paß doch nun end- ! lich auf, Kindchen! Wenn Du im G:

schüft auch so unachtsam bist, dann ist es doch kein Wunder, wenn die Direktrice Dich ausschilt. Und am Ende schicken sie Dich gar weg! Das wäre doch schrecklich, nicht wahr?" flüsterte sie, indem sie besorgt und zärtlich dem ungeduldig fortstrebenden Mädchen die Wangen strich. Wo wir doch das Geld so nöthig brauchen für unsere Grethe " Weiß schon, Muttchen brauchst gar keine Bange zu haben!" rief sie die Treppe hinauf. fn demselben dlo; ment aber zog sie den Fuß, den sie bereits auf die nächste Stiege gesetzt, zurück und spähte lauschend in den zweiten Stock hinab. Mit dem schwarzen Frühstücksbeutel winkte sie ihrer Mutter Schweigen. Unten wurden Schritte laut. Ein kurzes, scharfes Läuten der elektrischen Glocke dann wurde eine Thür geöffnet und eine sonore Männerstimme fragte etwas. Wir vermiethen nicht", klang es ordentlich beleidigt zurück. Vielleicht bei Leinerts oben die haben annoncirt, wenn ich nicht irre." Damit wurde die Thür zugeschlagen. Ada huschte zu ihrer Mutter hinauf. Muhsch, es kommt Einer", flüsterte sie interessirt, fast erregt; Einer, der miethen will ". Auch Frau Leinert machte aufgeregte Augen. Aber Kindchen, das ist wohl nicht möglich wo sollte Jemand in der Herrgottsfrühe und wir haben doch erst vorgestern " Dennoch nestelte sie in fliegender Hast mit den gichtisch verkrüppelten Fingern an dem Schllrzenband und warf das schmutz' ge blaue Linnen hinter die offene Enreethür. . Aber es wäre ein Glück wegen reichen," flüsterte sie fast' jauchzend, als sie die Schritt? treppan kommen hörte. Das eingetrocknete und von der Gicht wie verbogene Figürchen der verhärmten kleinen Frau richtete sich fast gerade auf; sie betastete die tief auf dem grauen Haare sitzende Haube und rückte heftig an ihrer Halsschleife. Geh nun jetzt, mein Kind," sagte sie dann laut und als wenn sie an gar nichts Anderes dächte, Du kommst sonst zu spät. Ada, geh." Ja. es gelang ihr sogar ein recht überraschtes Gesicht, als nun der Herr auf der Treppe erschien und höflich den Hut zog. Ada drückte sich kichernd an ihm vorbei. Nein, wie Mama sich verstellen konnte! dachte sie bei sich, indem sie He Stufen hinabsprang. Gleichzeitig aber dachte sie auch, daß es reizend wäre, wenn er wirklich miethen würde möglichst mit Pension, denn für diesen außerordentlichen Fall war vorgesehen, oaß sie dann nicht in's Geschüft gehen, sondern zu Hause bleiben und Mama helfen sollte. Jung sckien er auch noch und fein, sehr fein! Drei Treppen sind mir allerdings ein bischen hoch." bemerkte der Herr, nachdem er auf seine Frage nach möblirtem Zimmer eine freundliche, aber doch abwartend reservirte Bejahung erhalten hatte. Aus diesen Vorhalt wich die Reserve einem verlegenen geschäftigen Eifer. Frau Leinert drückte nervös an ihren kranken Händen und erwiderte eifrig: Aber die Treppen sind gar nicht steil und nicht hoch, mein Herr, ich versichere Sie! Ich laufe diese Treppen mindestens zwanzig Mal des Tags, ohne die allergeringste Ermüdung. Wollen Sie nicht näher treten, mein Herr, bitte ." Der junge Mann verbeugte sich mit einem leisen, halb gutmüthigen, halb überlegenen Lächeln und folgte der beweglichen Frau, die schnell Dies und Jenes vor ihm aus dem Wege räumte, in das Entree und dann in die gute Stube. Dies wäre das Zimmer " sagte sie, indem sie nach einem flücht: gen Rundblick ihre Augen forschend auf sein freundliches, etwas müdes Gesicht richtete: Die Schutzbezüge werden von den Polsterstühlen natürlich abgenommen. Es ist braunrotber Rips darunter sehen Sie und das Sopha ist ebenso. Wir haben uns diese Garnitur erst vor sieben Jahren angeschafft, als mein Mann noch tiver Officer war. Vor drei Jahren bekam er den grauen Staar und mußte leider seinen Abschied nehmen. Aber wir haben noch nie vermiethet und gar so nöthig haben wir's auch jetzt nicht. Es ist nur wissen Sie, mein Herr, unsere älteste Tochter ist so hoch talentirt, sie studirt Musik in Berlin und das ist doch ein bischen kostspielig deshalb, nur deshalb." Ich verstehe. sehr wohl, natürlich, gnädige Frau," versicherte er verkindlich. Das Zimmer ist sehr hübsch ich müßte nur noch ein zweites haben " Das ist gleich nebenan durch jene Tapetenthür. Es ist noch nicht aufgeräumt; wir ." Aber, bitte, das macht nichts nur ein Blick, des räumlichen Umfanges wegen so, danke verbindlich. Das würde als Schlafzimmer genügen. Und nun der Preis, gnädige Frau V Die bewegliche kleine Frau bot mit einem Male ein Bild peinlichster Hilflosigkeit und Verlegenheit. Ihre oerunstalteten Hände preßten sich wieder an- und aufeinander, und auf dem faltigen Gesichtchen malten sich dunkle Flecken. Ich sagte schon, mein Herr daß wir es eigentlich nicht nöthig haben ja und es soll Ihnen absolut an nichts fehlen ich besorge Alles selbst, verzeihen Sie einen Augenblick. Ernst!" Wie auf ein erwartetes Kommando trat ein hochgewachsener alter Herr

in's Zimmer. Eine prächtige militasche Erscheinung mit schneeweißem Schnauzbart; nur der leere Blick unter den buschigen Brauen erinnerte an das Leiden dieses noch männlich schonen Hünen. Mit dem gespannten tastenden Ausdruck des Blinden lauschte er nach der Richtung hin, wo er den Fremden fühlte und als wenn er auch gefühlt hätte, daß dieser sich verbeugte, schlug er die Haken seiner buntgestickten Morgenschuhe zusammen. Mein Name ist Leinert, Zeughauptmann a. D. Wenn ich recht gehört habe, wünschen Sie zu miethen. Herr ' Hoffacher. Pardon.Dr. Heinz Hoffacher. Ich bm Kunsthistoriker und möchte mich studienhalber ein Jahr hier aufhalten." Wieder klappten die Haken der buntgestickten Morgenschuhe aneinander. Dann knöpfte der alte Herr an seinem Rocke und hustete verlegen in die hohle Hand. Wir haben es eigentlich nicht nöthig, Herr Dok:or, ich habe meine Pension und es ist nur wegen meiner Tochter, die als Künstlerin eine große Zukunft hat sie studirt Musik." Frau Gemahlin erklärte mir bereits. Herr Hauptmann," unterbrach der Fremde verbindlich, aber doch schon mit einem leichten Beiklang von Ungeduld. Wenn Sie die Güte haben wollten " Ja, Ernst den Preis wie denkst Du darüber?" Hm hm was meinst Du, Mamacben?" Dr. Hoffacher empfand die Verlegenheit der alten Leute nun felbst peinlich, und er war ordentlich mit erlöst, als er sah, daß es in ihren Gesichtern hell aufleuchtete bei seinem Vorschlag: Darf ich Ihnen sechzig Mark mcnatlich proponiren? Es wäre das ungefähr der ?atz, den ich mir gemacht habe ." Beide drückten ihm wiederholt die Hand und so herzlich, daß es fast abermals genierlich wurde. Der junge Doktor beschleunigte daher die letzten Abmachungen, und man kam überein, daß er noch heute zuziehen sollte. Die Familie Leinert hatte eben il)r Mittagessen beendet. Da ihnen von ihren drei Zimmern nur eine Schlafstube geblieben war, so speiste man in der Küche. Aber das machte nichts. Fräulein Ada aß. wie immer, für zwei, und der alte Herr war aufgeräumt wie nie zuvor. Der Doctor hatte die Miethe für einen Monat gleich im Voraus erlegt, und der Hauptmann brannte darauf, abgezählte baare fünfzig Mark gleich nach Berlin zu schicken. Ada sollte ihn zur Post begleiten aber aufgeben wollte er das Geld an seine Grethe selbst! Er war schon zum Ausgehen fertig und hielt die fünf Goldstücke warm und fest in der Hand. Mit Ada war aber natürlich wieder kein Fertigwerden. Was muddelst Du denn so lange, Mädchen?" rief der alte Herr schloßlich zwischen Lachen und Ungeduld. indem er mit dem Spazierstock auf stieß. Gott ja, Papa ich komme ja schon! Ich finde es überhaupt unrecht, daß Du das Geld partout schon heute wegschicken willst. Morgen könnten doch meine zehn Mark, die ich kriege, auch gleich mitgehen da hätte Grethe doch aucki 'was von mir nickt war. Muhschi?" Frau Leinert antwortete nicht. Sie schien noch kleiner, noch eingefallener als sonst. Sie hielt ihren Teller in der Linken und stocherte mit der G?bei darin herum, um etwas zu genießen. Jst Dir 'was Mamachen?" fragte der alte Herr, indem er seine rmgeduldige Promenade in der engen Küche unterbrach und lauschend den Kopf hob. Mir fällt jetzt ein Du warst schon den ganzen Vormittag so still!"' Aber Ernst " wehrte die Frau ab. indem sie ncch eifriger in ihrem Teller stocherte. Ada lachte. Muhschi ist blos traurig, weil inr der garstige Doktor die schönen gehäkelten Sophadeckchen abgeräumt hat, und die Nippes von der Etagere. Sogar den süßen kleinen Porzellanhund mit der braunen Schnauze hat a 'rausgeschmissen ." Drüben ging die Thür, und sleich darauf klopfte es bescheiden an der Küche. Frau Hauptmann, verzeihen Sie gütigst einen Moment, wenn ich bitten darf " Der Teller klirrte zu Boden, aber sie achtete nicht darauf. Als sie mit zitternden Knieen im Zimmer ihres Mi;thers stand, sah dieser verlegen lächelnd auf sie hernieder. Ich bitte taufend Mal um Entschuldigung," sagte er. ich vermisse ein Bild auf meinem Schreibtisch vielleicht haben Sie beim Aufräumen oder es ist ja etwas sehr gewagt im Kostüm. Ich bin gern bereit, das Bild zu verwahren, wenn Sie da. vielleicht mit Rücksicht auf Ihr Fräulein Tochter wünschen aber missen möchte ich es nicht gerne " Frau Leinert schluckte ein pa?r Mal mit Anstrengung dann sah sie aus brennden Augen zu ihm auf und wies mit der krüppeligen Hand auf den Tisch. Da unter der Schreibmappe schließen Sie es, bitte, weg. Herr Doktor. Es ist wohl unbesckeiden. zu fragen, was wen diese Photographie vorstellt ?" Gott Gnädigste man ist doch jung vorübergehende kleine Liaison in Berlin Chansonette! Ein wildes Ding aber nett scheint übrigens trotz ihres englischen 00a de

gnerre eine Landsmännin von Ihnen zu sein dem Dialekt nach." Frau Leinert nickte vor sich hin und tastete wortlos hinaus. Draußen lief Ada lachend auf den Treppenflur hinaus und hinter dem blinden Papa her, der sich die Stufen allein hinuntergetastet hatte und von dem ersten Absatz her launig hinaufrief: Wenn Tu nicht kommst, so bringe ich eben unserer Grethel allein das Geld r

Geistesgegenwart auf der Bühne. Eine glänzende Probe von Geistes, gegenwart und Schlagfertigren fyit Frau Odilen bei einer der letzten Aufführungen von Wienerinnen" von Hermann Bahr im Wiener Deutschen Volkstheater abgelegt. Im zweiten Akte hat Frau Odilen - Daisy ihrem Stubenmädchen zu schellen, Sini, der dienstbare Geist, hat hierauf sofort zu erscheinen. Aber Lini kam nicht. T:e betreffende kleine Schauspielerin, der diese Rolle anvertraut war. hatte das Auftrittszeichen überhört, und Frau Odilen war nun auf offener Scene sich allein überlassen. Aber eine jituaticnsbewußte ichauspielerin kommt nickt so leicht in Ber'gcnheit. Nun, was ist's denn eigentlich mit der Lini ? Kommt sie. oder kommt sie mf,i?. Ich h.be doch geschellt!" rief Frau Odilen zur Salonthür gegen die Hinterthür hinaus, als ob diese Worte in ihr:r Rolle stünden. Aber Lini kam :rotz dieses Alarmrufes nicht. Frau Odilon ärgerte sich, unto ließ nun ihrer wirklichen Mißstimmung freien Lauf, indem sie über die Unpünktlichst der Dienstmädchen zu schimpfen begann. Es ist doch unglaublich," rief die Künstlerin ans, was man heutzutage mit den Dienstmädchen aussteht! Jetzt habe ich doch geschellt und der Lini sogar zur Thür hinaus nachgerufen. Aber wer nicht kommt, ist die Lini. Natürlich, wenn ich sie rufe, da ist sie nicht pünktlich, aber wenn sie ihren Ausgang" hat, da wird sie gewiß pünktlich jtmJ' Heiterkeit im Publikum. Mit dieser Lini wird es doch nicht weiter gehen", fuhr Frau Odilon in plötzlicher Eingebung fort, als sich dieThür noch immer nicht rührte, durch die das. Stubenmädchen eintreten solltc. Was hat mir diese Lini heute auch außerdem angethan. Ich bestelle mir in einem Eonsettionsgeschäft eine ganz gewöhnliche Hausblouse, für die sie dort im Geschäft zwölf Gulden verlangen. Die- schicken mir Nachmittags die Blouse; ter Diener aber verlangt 12 Gulden 50 Kreuzer. ..Geben 2ie dem Mann nur seine 12 Gulden, die ausgemacht w?ren." sag' ich der Lini. indem ich da? Geld aus dem Portemonnaie nehme. Aber gnä' Frau sagt mir die kecke Person, wer wird sich denn wegen einer Krone herstellen d Da werd ich lieber aus meiner Xa sche für Ihre Blousen die fufzig Kreuzer draufzahlen!" Abermaliges schallcndes Gelächter im Publikum. Frau Odilon hatte die Geschichte um fo fließender erzählen können, als sie dieselbe oft, zuletzt ihrer Collegin Glöckner mitgetnerlt hatte . . . Endlich öffnete sich die Thür und Lini kam. Am liebsten würde ich Jbnen kündigen!" rief Frau Odilon der erstaunten kleinen Schauspielerin entgegen. Und nun kam wieder der Verfasser zu Wort. Auf der .Straye. An einenr Spätherbstabend schriti e;:: Mann durch die Straßen eines leblofen Theiles dcr Stadt, in dem die sparlichen Gas.laternen in unbestimmtesLicht verbreiteten. In Gedanken versunten,, hörte er plötzlich neben sich ein Wimmern. Er blickte auf und sah zwei Kinder, die zum Erburmen schluchzten, an derGosse hacken und mit. den Fingern im Kothe wühlen. Ter Mann trat herzu und fragte., warum, sie weinten. Wir wir haben wir habenzwanzig Cents verloren' Unsere Mutter " Die Worte rnur den von Neuem durch Schluchten unErbrochen. Könnt ihr denn das. Geld nicht fin-den?-Nein wir suchen schon. fo lange " Dann steht nur auf. Die Sache ist nicht so schlimm. Kommt her" Er trat in das Licht der nächftenL7.terne, zog sein Portemonnaie ans. der Tasche und sucht einen Ouarter ixbor. Die Kinder standen, mich immer jammernd, daneben. Da nehmt hin und ght nach Haus. Und hiermit lauft znm Zuckerbäcker für eure Thränen." Er drückte dem älteren Kinde zwei Münzen in die Hand. Dann wandte er sich und ging seines Weges. Er hörte noch, wie dr? Kinder davoneilten. Die werden sich freuen," dachte er, die armen Würmer." Ein paar Abende späker führte der Weg denselben Manu durch eine g e chfalls menschenleere Straße. Er hnie cs eilig da hörte er neben sich w'eder das Gewimmer, das ihm von n:ulich noch deutlich in den Ohr?n lag. Erstaunt blieb er stehen. Wahrhzflig da faßen dieselben Kinder wieder und wühlten im Schmutz und jammerten zum Herzzerbrechen. Nun?" fragte er was ist tud)V Wir wir haben zwaniz Cents verloren Unsere Mutter " Der Mann sagte nichts mehr. In einem unendlichen Wehzefuhl ging er weiter N i ch t 'm a l M e i e r. .Denk Dir. der Bräutigam der Erna heißt nicht 'mal Mei!- Wie heißt denn?- Blos Meierlein !

?xüv die Köche.

Russischer Salat. Rinds zunge, recht weich gekocht, Rindsmaul, Knackwurst. Hering, Kalbsbraten, Sardellen. Gurken. Kapern und Neunäugen werden in kleine, länglich-oier-eckige Stücke geschnitten. Die gehackte Heringsmilch wird mit Oel und Essig gerührt, durch ein Sieb gegeben und der Salat damit vermengt. Paprikaschnitzel. Man schneidet nicht zu große Schnitzel auS einer Kalbskeule, klovft sie. dreht sie in Mehl um. bestreut sie nicht zu start mit Paprika und dem nöthigen Salz, legt sie in heiße Butter, bratet sie ab, gießt Rindsbrühe an. läßt sie aufkochen und richtet an. Als gute Beilage dient Risc-tto. Maccaronis, Kartoffel jeder Art. auch wohl Klöße. uppe mit Frühlingskräutern und Parmesanc r 0 x i 0 n 5. Grcb zerbackter Kerbel, Salarblätter, Portulak. Estragon, S.iuerampfer und Petersilienkraut muß 15 Minuten in etwas Fleischbrüe sieden. Indessen schneidet mn aeschäl:e Semmel in Scheiben, taucht sie in zerlassene Butter, darauf in feinijerievenen Parmesanläse und backt diese Eroutons auf einem Backblech in oralen. Sobald die iur Suppe bestimmte Fleischbrühe über den gedünsteten Kräutern angerichtet ist, werden auch diese hineingelegt. Blumenkohl in Bouillon. Wcnn der Blumenkohl geputzt und in '.Inrasser rar gekocht ist. gießt man das Wasser davon ab. Qz soll hierz nickt ganz bleiben, sondern jede Rosein etiva acht Theile zerlegt werden. Tann schmilzt man Butter rn einer größeren Kasserolle, rührt etwas Wei zenmehl daran, fügt starke, helle Bouillon, gestoßenen Pfeffer und Salz hinzu, fügr den Blumenkohk der in laßt ihn mehrmals ordentlich durchtochen. bevor man ibn in einer gioßeir. runden Schüssel zur Tafel bringt. 5 p a r g elf cru c e. Ein Stückche frische Butter rührt man schaumig, rührt so viel Mehl darunter, als die. Butter annimmt, nebst dem Saft einer Citrone und einem Eidotter. Wen dies zu einer feinen Creme (lait) verrührt ch. gießt man nach und nach eine Tasse abgekühltes Spargelwafser darunter, giebt alsdann die Sauce auf gelindes Feuer, rührt dieselbe bis fast zum Kacken, richtet sie über Spargek an oder servirt sie extra in der Sauciere. Echt italienischer Risot t 0. Ein halbes Pfund Reis wird eine halbe Stunde abgewässert, blanchirt und wenn er recht abgelaufen ist, thut man ihn nebst einem Bieriel Pfund Butter, einem Pint Bouillon und einer Zwiebel in eine Kaserolle und läßt ihn langsam ausquellen. Wird er tr cken. so gießt man etwas Bouillon an. Er muß sich angenehm essen, doch ja nicht zu weich sein. Zuletzt fügt man einige Hände voll geriebenen Peirme sankäse hinzu,, läßt denselben noch. ernige Minuten mit durchkochen, richtet den Reis in Berg oder Kranzsorm an. bestreut ihn mit Käse, belegt ihn mit kleinen Flöckchen Butter und läßt ihn in der Röhre einige Minuten Far be nehmen. O st p re u ß i s ch er H crck b r cr. ten. Ein Pfund rohes Rindfleisch ?ird durch eine Flischhackmaschine ge trieben, was ein- b.s zweimal geschehen kann. Dann reibt man etwas Semmel, fügt ein ganzes Er uird die Hälfte eines zn-eiten (rat verquirlt zu dem Fleisch und der Senrnrei. schnei det ein Viertel Pfund Speck in feine Würfel urttr mischt-sie ebenfalls an daK Fleisch. Man würzt die Masse nach elieben mit feingeroiegter Zwiebel, cknittlauch und Petersilie, formt sie sodann zu einem Rehrücken, be'-reui ihn. nachdem incnr ihn mit dnrr aude ren halben Ei bestrichen ycn. gut mit Scmmel.. was ziemlich dick geschehe kann, legt: ihn in die Brube, lvelche man aus dm Sehnen :ird Aoiälle ds Fleisches gewonnen bar und bratet ihn langsam unter fleißigem Beziehen mit vorder schon- etwas angebräunter Butter.. Der Haekbraten wird sowohl warm. Äs auch kalt genossen. Recht gut schmeckt, dieser Braten auch aus ''.ireineileisch oder Koltxfleisch bereitet, auch läßt er sich aus verschiedene gemisctjreir Fleischsorten machen. Dat dazu vestimmtc Fleisch niuß aber immer rech sein. Wiener Backhähndel. Hat man die Füße bis zum knie abgehaen. so werde die Hühner der LängE nach ausemauder geschmtten und jed Hälfte knapp -iber dem Schenkel auseiander getheilt. Die Flügel werde rülkwärts gegen d Hals gedreht, dcnm die Gelente der Schenkelbei angeschnitten und die Schenkelbeine einwärts gesteckt. Die zerschnittenen Hühner werden nun gesalzen, in Mehk -?:.?ucht. in aufgetlopfte. gesalzene (5-ier getunkt, in Semmelbrösel ge x'äUt und kurz vor dem Anricht i einer Ziasscrolc in drei Finder hohem, heißem Fett (Butter oder ein Theil äwein- und ein Theil Rindschmalz) backen. Wenn die Hüyner ans beiden Seiten gelb gebacken sind, wt.eden fi mit einem Backlrfel herausgenommen, auf Löschpapier in eine Schüssel geg ben und in die offene Röhre gestellt. ich der Magen und die Leber m den. in Mehl. Eier und Semmelbröf getaucht, in dem beißen Schmalze gß backen und auf eine Schüssel zu de gcbackenen Hühnern gelegt. Man beftreul sie tar.n mit gebackener grüner Petersilie und giebt sie mit beliebigem Salat oder Kcmvti u Tiscbe. B 0 s h c. f t. Weinhändlett'

Also den Wein wokken Sie mir ichV bezahlen?" Kunde: .Nein; aber ve nigstens sollen Sie an mir nichts verlieren ich gebe Ihnen du kett Flaschen zurück! Wer Perlen haben will, raufe tief schövses.