Indiana Tribüne, Volume 24, Number 261, Indianapolis, Marion County, 8 June 1901 — Page 1
W U tonn Tribüne ). ifvXdjcUxt fefccn Jladimlttaß unb Sonntag 3$lorgcn. Jahrgang 24. Indianapolis, Ind. Samstag, den 8. Juni 1901. No. 261
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Gras von Waldetsee
Wird bei seiner Rückkehr nach Berlin Ein glänzender Empfang bereitet werden. Seine Einmilchuny ni Gunsten der öocren möglich. Erklärt aufs neue Graf Goluchowoki. Räubkrunwcscn in Ungarn. Amerikanische Waaren sollen in der chaci; geboycottct werden, Wenn der amerikanische Uhreu-Trust zu Staude kommt. ntlcdge, einer der Torontocr Bankräuder, begeht Selbstmord. us d e m deutschen Reich. Berlin, 8. Juni. Der Sekretär zes Kolonialamts hat schon seit länge- , Zeit eine Modifikation des Gesetzes .on 1870 angestrebt, unter dem Tauende von im Ausland weilenden Deulschen, ohne daß sie es wollten, ihr-r rutschen Nationalität verlustig wurxn. Die Regierung kündigt jetzt an. )aß ein neues Gesetz abgefaßt würde, nter dem die Deutschen im Ausland ,ur dann ihre deutsche Staatsangehöciakeit verlieren werden, wenn sie es elbst so wollen. Die neue Vorlage wird dem Koloialrath und der Auswanderungsb?lörde zur Begutachtung vorgelegt werDen, ehe sie im Reichstag eingereicht rcrden wird. Es heißt, dah der Kaiser Wilhelm Lefehl gegeben hat, dafe Graf von Waldersee bei seiner Rückkehr vonCbina ,ii ungewöhnlich glänzender Weise emzfangen werden soll. Die sämmtlichen Militär- und Marine -Attaches der vermiedenen Botschaften und Gesandtet. asten beabsichtigen, sich offiziell an ?em Empfang zu betheiligen, oorausgejetzt, daß ihre resp. Regierungen dies jutheißen. Die Gräfin von Waldersee ist per Kabel von ihrem Gatten benachrichtigt vorden, daß er Ende Juli in Deutschand ankommen werde. Dies deutet an, zah er auf dem kürzesten Weg nach ause zurückzukehren gedenkt. Die Leiche des Herrn Jesse F. Earoenter, Erfinders der Earpenter Bremse, die bei den preußischen Staatsdahnen im Gebrauch ist. und der am Montag in Bad Nauheim starb, wird ,m nächsten Sonntag in Berlin beerdigt zerden. Herr Earpenter hinterließ Grundb?' itz im Werth von einer Million Mark leben der großen Fabrik in der sein; Bremsen angefertigt werden. bjegen Schmuggelns verhaftet. San Juan. Porto Rico, 8. Juni. Der Schooner Let Me Paß". Eigenhurn eines Bewohners der Insel Biegles. an der Ostküste von Porto Rico geegen. ist mit Beschlag belegt worden .md zwei Kaufleute sind auf die Anklage hin verhaftet worden. Spirituo'en und Lebensmittel von St. Thomas 'inaeschmuggelt zu haben. Das erste falsche Silbergeld in Port) ftico ist hier entdeckt worden. Die Gesammtausfuhr im Mai hatte ?inen Werth von $1,175,562 und die Einfuhrzölle beliefen sich auf $60.428. äraf von Waldersee's Nachf o l g e r. Berlin. 8. Juni. Es wird halboffizielle angekündigt, daß die Erwähung eines Nachfolgers für den Grafen ?on Waldersee. als Oberkommandear 7er internationalen Truppen in China, :n Kommandeuren der verschiedenen Truppenkontingente überlassen werden :oL Keine Vermittelung möglich. Wien. 8. Juni. Graf Goluchowski. der österreichisch ungarische Minister des Aeußeren, erklärte am Freitag einer österreichischen Deputa:ion gegenüber, daß die Regierung nicht zaran denken könne, zwischen England ind den Boeren zu vermitteln, da keine oernünftige Regierung daran denken könne. Vermittelungsoorschläge zu maixn, nachdem England erklärt, daß es seine solche Vermittelung annehmen -oürde. und eine solche Einmischung von der britischen Regierung als eine in--reundliche Handlung angesehen werden .vürde." Läßt sich auf keine Unt: rHandlungen ein. London. 8 Juni. Der KriegsBefttiSt, Herr St. John Brod rick,
lagt am Zxreiraa. die tfrace, ob ein baldiger Friedensschluß in Südafrika zu erwarten sei. im Unterhaus beant--rortend, daß die Regierung sich unter keinen Umständen auf Unterhandlungen betreffs der künftigen Unabhängigkeit Da eroberten Staaten mit den Boeren
einlassen würde. Für die Königin Victoria. L o n d o n . 8. Juni. Es heißt, daß lie zur ,?eit in London weilende Delegatton der New Aorker Handelskam mer eine größere Summe zu dem Na tional-Dentmal für die Königin Victoria beisteuern wird. Eine derartige vom Auslande kommende Achtungsbezeugung für die todte Königin würde den Sammlungen ohne Zweifel erheblichen Vorschub leisten. Die göttliche Sarah. L on d o n , 8. Juni. Sarah Bernhard wird in der kommenden Saison an hundert Abenden den Romeo spielen und Maud Adams wird mit ihr als Juliet auftreten. Das diesbezügliche Arrangement wurde bei einem Souper. welchesSarahBernhard Charles Frohmann gab. abgeschlossen. Frl. Bernhard wird die Rolle m Englisch geben und nach dem amerikanischen Tournee will dasselbe Ensemble noch eine Anzahl Vorstellunzen in Europa zeben. Ehe Frl. Adams nach Amerika zu."'cktehrt. wird sie die Bernhard in Paei treffen und die betreffenden Szenen mit ihr einstudiren. Die Handelskammer - Delegation in London. London. 8. Juni. Die Dclegation der New Dorker Handelskammer, ; welche zur Zeit .hier zum Besuche ist. wurde heute im Mansion House vom Lord-Manor und den Sheriffs emj pfangen. Ungefähr 20 von den Dej legaten waren bei dem Empfange anj wesend. Auch die hervorragendsten : Mitglieder der Londoner Handelskam- ; mer wohnten dem Empfange bei. Der Lord-Mayor dankte den Ame rikanern für ihren Besuch und sagte, derselbe sei ein weiterer Beweis der Freundschaft zwischen den beiden größten Nationen der Welt. Herr Jessup antwortete ihm im Namen der Amerikaner und verstieg sich zu folgender Phrase: Ihre Güte hat unsere Herzen gefangen; wir sind derselben nicht würdig." Dieser Bemerkung folgten indessen , laute Rufe: Nein", welche auch aus den Reihen der Amerikaner kamen. Der Lord-Mapor brachte dann einen Toast auf König Edward und Präsident McKinley aus. der von allen Anwesenden begeistert aufgenommen wurde. Andrew Carnegie bildete den Mittelpunkt der allgemeinen Aufmerksamkeit. Später fand ein informelles Frühstück in Salters Hall statt. R ä u b e r u n w e s e n in Un g a r n. Wien. 8. Juni. Eine Räuber bände überfiel am Freitag eine Postkutsche bei Retsag. Ungarn, erwürgte den Postillon, verstümmelte die bewaffneten Begleiter und entkam mit einer Beute, die auf $25.000 geschätzt wird. Der zweite der Torontoee Einbrecher im Sterben. Toronto, Ont.. 8. Juni. Rtledge und Rice, die zusammen mit ihrem am Donnerstag in Folge der Amputation eines Armes verstorbenen Genossen Jones der Beraubung einer Bank und des Postamts in Aurora schuldig befunden worden waren, wurden am Freitag zu 21 Jahren Zuchthaus verurtheilt. Gleich darauf wurden sie in's Polizeigericht gebracht und formell der Ermordung des Konstablers Boyd, bei ihrem Fluchtversuch am Dienstag, angeklagt. Beide Männer plaidirten nichtschuldig und der Fall wurde dann aus eine Woche verschoben. Als Rutledge in's Gefängniß zurückgebracht wurde sprang er über das Geländer in den Korridor hinab, wobei er sich tödtliche Verletzungen zuzog. Die Gefangnhwachen waren am Mittag im Begriff Rutledge und Rice zum Mittagessen in ihre Zellen zu bringen. als Rutledge plötzlich den Wachen entsprang. Er lief schnell die Treppen hinauf, die zu der Gallerie führt und. oben angelangt, sprang er. ohne einen Augenblick zu zögern, über das Geländer aus einer Höhe von 30 Fuß auf die Steinplatten hinab. Er schlug mit dem Kopf auf und starb am Abend im Hospital, ohne bfo Besinnung wiedererlangt zu haben. Durch den Selostmord, der letzte der sensationellen Ereignisse in Verbindüng mit der Verhaftung und Prozessirung der drei Bankräuber, ist es Rice beschieden. allein die lange Zuchthaus strafe abzusitzen. Jones starb an den Wunden, die er bei dem desperaten Fluchtversuch am Dienstag erhalten hatte. Die Schweiz droht mit ein e m Boycott. London. 8. Juni. Der Korre-
spondent ver Dailn Mail" rn Genf versichert, daß amerikanische Waaren aller Art in der Schweiz geöoycottet werden würden wenn der angedrohte Uhren-Trust in den Ver. Staaten gebildet wird. Echt französisch. Paris. 8. Juni. Im Parc des Princes fand heute Morgen ein Säbelduell zwischen dem antisemitischen Mayor von Algier. Max Regis. und einem algerischen Journalisten Namens
Laberdesque wegen eines Artikels, wel-1 chen Letzterer in der Petite Re-; publique" veröffentlicht hatte, statt. . Nach 19 Gängen, welche 2 Stunden dauerten, wies keiner der Duellanten eine Verletzung auf und das Duell wurde dann auf Samstag vertagt. Zu gleicher Zeit fand in einem anderen Theile des Parkes zwischen zwei Journalisten ein Pistolen-Duell statt, wobei der eine Journalist, ein Mitarbeiter der Temps", leicht am Bein vermundet wurde. Exotische Gesandte. L o n d o n , 8. Junx Die SpezialGesandtschaft des Sultans von Marokko. welche hierher geschickt war. um König Eduard zu seiner Thronbesteigung Glück zu wünschen, erregt beträchtliches Aufsehen. Die Gesandtschaft. an deren Spitze der marokkanische Kriegsminister steht, zählt 29 Personen, einschließlich zweier Frauen. Gattinnen von Gesandtschaftsmitgliedern. Als die Gesandtschaft am Portsmouth Pier von Admiral Aldrich und General Sir Russell Baker in Empfang genommen wurde, mußte die Begrüßung plötzlich unterbrochen werden, um den beiden Damen Gelegenheit zu geben. unbemerkt in den für sie bereit stehenden Spezialzug zu gelangen. Alle Europäer mußten sich während dieser Minuten entfernen. Auf der Fahrt von der Station in London wurden die Damen sorgfältig verborgen und die Diener drehten sich um, um den Damen Gelegenheit zu geben, ungesehen die königliche Equipage zu besteigen. Frau McKinley 's fcTank h e i t. Washington, D. C., 8. Juni Dr. Rixey blieb ungefähr vierzig Wv nuten im Weißen Hause bei Frau MeKinley. welche eine ruhige Nacht ver brachte. Eine Examination des Blute; der Patientin führte zu dem Resultate daß keine Spuren von Blutvergiftunc entdeckt werden konnten. Das Blu: wurde am letzten Dienstag dem Körpei der Patientin entnommen und chemisct analysirt. Später fand ein? Konsultation dei Aerzte statt, nach deren Beendigung folgendes Bulletin erlassen wurde: ,?rau McKinley's Zustand ist unge sklyr derlelde wie vor 24 Stunden. Uu; nennenswerther Unterschied in dem Befinden der Patientin seit gestern ist nicht zu konstatiren." Wollen Sauerkraut. Washington. D. C.. 8. Juni. Major G. W. Ruthers, der Chef deZ Kommissariats - Departements im nördlichen Luzon, hat einen längeren Bericht an das Kriegs-Departement übermittelt, der über die Verpflegung der amerikanischen Truppen auf den Philippinen handelt. Am Schlüsse seines Berichts bemerkt Major Ruthers, daß die amerikanischen Soldaten auf den Philippinen die volle Ar-mee-Ration einschließlich des vollen Quantums frischen Fleisches haben müssen, um im dienstfähigen Zustande erhalten zu werden. Auch nach Süßigkeiten und stark gewürzten Zugaben macht sich unter der Mannschaft ein großes Verlangen bemerkbar. Besonders nach Sauerkraut sei die Nachfrage außerordentlich stark und er halte dies auch zur Erhaltung der Gesundheit der Truppen für sehr zuträglich. De: Gesundheitszustand unter den Filipi nos. welche amerikanische Rationen erhalten, sei viel besser wie derjenige der Eingeborenen, welche in ihrer bisherigen Weise fortlebten. )aö schloß zur Heiligen Stadt. New York. 8. Juni. Wie aui Washington berichtet wird, wird iir dortigen National-Museum in kurze, Zeit das Schloß und der Schlüssel zurr Frontthore der Heiligen Stadt von Peking ausgestellt werden. Das Thor bt findet sich unmittelbar vor der kaiserli chen Residenz. Die chinesische Inschrift auf dem Schlosse wird übersetzt werden. Das Schloß besteht aus einem eisernen Zylinder. 3 Fuß 10 Zoll lang, in welchen der durch das Gitter gehend Verschluß, ein Haken aus Eisen, eingesetzt wird. Der Schlüssel ist ungefah, vier Fuß lang. Das Schloß würd durch den Gesandten Conger dem Na-tional-Museum zum Geschenk gemacht Hamburg, 7. Juni. Angekom men: Pretoria", von New Nork. Southampton, 7. Jum. Abgegangen: Augusta Victoria, vor Hamburg, nach New Aork.
lir UlljäMge Sk5 Landes. Ein Lynchmord in Georgia vereitelt
Turch die Cntschloffenheit cmes Sheriffs, - Der auf die Anttürmendcn Zeucr ynb. Tcr bedrohte Gefangene sicher nach Atlanta gebracht. Feucrsbrünstc. , 26 Häuser in Lkrington, Ky., nieder gebrannt. Indianer von Mchigan Erheben Anspruch auf das Sccuscr tu Chicago Verheerender Wirbelsturm in Louisiana Der Stand der Geschäfte. New York. 8. Juni. R. G. Dun & Co.'s dieswöchent liche Uebersicht über den Stand der Geschäfte in den Ver. Staaten lautet wie folgt : Die Arbeiter - Situation ist in manä.en Theilen des Landes immer noch sehr unbefriedigend, und einige Jndustrien haben darunter zu leiden. Die unerquicklichen Verhältnisse verhindern vor allen Dingen neue Unternebmungen. Man erwartet aber, daß einige dieser Arbeiter - Kontroversen bald beigelegt werden, und inzwischen geben die guten Ernte-Aussichten dem Mrtt einen ziemlich vertrauensvollen Ton. T?r Stand des Winterweizens ist in einem sehr großen Theil des Landes ein durchaus befriedigender, und auch di:! Aussaat von Sommerweizen wuroe unter den günstigsten Verhältnissen vollzogen. Die Einnahmen der Eisenbahnen waren im Mai um 1.6 Prozent größer als im Mai 1900 und um 23.2 Prozent größer als im Mai 1899. Es deutet dies auf ein anhaltend lebhaftzs Geschäft hin. Die Clearinghouse-Um-sätze waren in New York während der Woche um 86.8 Prozent größer als in der korrespondirenden Woche des vorigen Jahres und um 59.1 Prozent grgßer als in 1899. Und diejenigen der größeren Städte außerhalb von New York waren um 27.1 Prozent größer als 1900 und um 27.5 Prozent größer als 1899. Durch das Nachlassen in der wilden Spekulation mit Welschkorn find Brodstoffe durchgängig um 2.1 Prozent im Preis zurückgegangen. Die Arbeiter - Schwierigkeiten spielen augenblicklich in der Industrie die größte Rolle. Die Maschinen - Fabrikanten sind der Ansicht, daß dieArbeiter ungerechte Forderungen gestellt haben. und viele von ihnen sind entschlossen, am nächsten Montag Nicht - Unionisten anzustellen, wenn die Streiker bis dabin nicht zur Arbeit zurückkehren. Der Umstand, daß in Folge des Streiks nur wenige neue Bestellungen plazirt worden sind, macht diesen Schritt möglich. Im Allgemeinen hatten die Fabrikanten keine Bestellungen für später als den 1, Juli angenommen und es sieht aus, als ob sie sich für den Kampf vorbereitet hatten. Roheisen hat einen ungewöhnlich ruhigen Markt. In Pittsburg ist' während der Woche nicht ein einziger Verkanf von Bessemer berichtet worden, U7.d Quotirungen sind nur nominell. Groß; Bestellungen von Schienen halten aber den Preis für Billets aufrecht und Stahlprodukte aller Art sind in starker Nachfrage, wie auch Stangeneisen für Ackerbaumaschinen. Platten für Schifft und Brückenmaterial. Wie gewöhnlich in dieser Jahreszeit, wurde auch in dieser Woche wieder ein Versuch gemacht, die Getreidepreise in die Höhe zu treiben, indem übertriebene Gerüchte über Beschädigung der Saaten in Umlauf gesetzt wurden. di Wahrheit konnte aber nicht lange unterdrückt werden und es wird jetzt allgemein zugestanden, daß die Aussichten recht befriedigende sind. Eine große Ernte in den Ver. Staaten bedeutet aber nicht nothwendigerweise niedrige Preise, denn die Ernteaussichten in Ausland sind nicht die besten und di; Exportnachfrage ist anhaltend eine sehi starke. Die Ausfuhr von Weizen au; den atlantischen Häfen, einschließlick von Mehl, belief sich während der Woche auf 4,520,144 Bu., gegen 2,855,26 Bu. im vorigen Jahr und 1,849,37c Bu. vor zwei Jahren. Auch die Ausfuhr aus pacifischen Häfen hat zugenommen. Sie belief sich auf 854,51? Bu.. gegen 591.015 Bu. vor einem Iah, und 623.400 Bu. im Jahre 1899. Ein schließlich der Ausfuhr von Duluth Minn.. und Portland. Me., belief sick die Gesammtausfubr wäbrend der Wo
che. ausschlienlich der canadTschen Kä
fen. auf 5.646.597 Bu.. gegen 3.838.364 Bu. im letzten Jahr und 2.748.46". Bu. im Jahre 1899. Die Versendung von Schuhen unr Stiefeln von Boston ist immer noch ein, sehr große und war in dieser Woch um 20,000 Kisten größer wie in de: korrespondirenden Woche des voriger Jahres. Seit Beginn dieses Jahres belief sich die Versendung auf mehr al zwei Millionen Kisten. Kleinhändler offeriren schwarze Sommerschuhe zr reduzirten Preisen und es ist auaenscheinlich, daß die Produktion diese, Sorten übermäßig groß war. währen! braune Schuhe in stärkerer Nachfrag, waren als man erwartet hatte, und di, Fabrikanten werden gedrängt. Bestellungen prompt zu effektuiren. Di, Preise sind stätig und bessere Waare is namentlich in Nachfrage. In Folge des jetzt eingetretenen wärmeren Wetters hat sich der Markt sü, Baumwollenwaaren gebessert und ei war während der Woche mehr animir wie zu irgend einer Zeit in diesem Jahr Auch sonst herrscht in der Textil-Jn-dustrie mehr Leben. Die Zahl der Bankerotte belief sick während der Woche in den Ver. Staaten auf 163. gegen 144 in letzter Woch und 184 in der korrespondirenden Woche des vorigen Jahres. Aus dem Eldorado. D a w s o n. via Seattle. 8. Juni. -Die Frühjahrs-Eoldwäsche ist in aller Theilen des Klondike-Distrikts jetzt ii vollem Gange. Gold im Werthe voi mehreren Millionen Dollars ist durcl den schmelzenden Schnee von den Ge birgen gewaschen worden. Jnnerhall eines Monats erwartet man weiter Goldfunde im Werthe von 3 bis Millionen Dollars zu machen. Di Frühjars-Goldgewinnung wird in Ganzen auf 15 Millionen Dollars, di des Sommers auf 10 Millionen Dol lars veranschlagt. Goldstaub kommt jetzt in Dawso: zum Betrage von 30.000 bis 40,00( per Tag an. In zwei oder drei Wo chen werden die Wege trocken sein un die GoldMuhr wird sich erheblich stei gern. Die erste Goldsendung von hie nach der Küste wird in etwa zwei Wo chen erfolgen. Aaron Ewing von Leeton. Mo. starb am Hunter Creek in Klondike in letzten Monat an Wasserscheu. DeMann war sechs Wochen zuvor von ei nem Hunde gebissen worden und dc ärztliche Hilfe nicht zu erlangen war erlag er nach entsetzlichen Leiden in dortigen Lager der furchtbaren Krank heit. Vom Sturm zerstört. O p e l o n s a s. La.. 8. Juni. -Ein verheerender Wirbelsturm fegte an Freitag Nachmittag über das extren nordwestliche Ende dieser Stadt hii und zerstörte fast gänzlich die große! Gebäude der Saint Landry Baumwoll saamenöl-Mühle. Albert Cantreaux ein 14 Jahre alter weißer Knabe, wur de getödtet und ein junger Mann Namens John Zoder schwer verletzt Beide waren in der Oelmühle beschäf tigt. Drei Wohnhäuser und die Of fice der Opalausas Jce & Bottlinc Works wurden ebenfalls zerstört. De Pfad des Sturmes war ungefähr 40 Fuß breit. Versuchter Lynchmord. Carrolton. Ga.. 8. Juni. Ein Volkshaufe von 300 Menscher brach in das hiesige Gefängniß ein un: versuchte sich des Negers Williams zi bemächtigen. der heute gehäng werden sollte, aber einen Aufschub de Einrichtung erhalten hatte. Vor de' Thür der Zelle stand der Sheriff unl feuerte auf die anstürmende Menge, wo bei zwei Leute verwundet wurden, einewahrscheinlich tödtlich. Die Lynchei schössen dann nach dem Sheriff und ein. Kugel gig durch seinen Hut. er selbf wurde indessen nicht verletzt. Gouver neur Chandler bat eine Kompagnie Mi liz per Eztrazug nach hier abgesandt da man fürchtet, daß ein weiterer Ver such gemacht werden wird, den Neger p lynchen. Durch das Feuer des Sheriffs würd Daniel Bennett von hier getödtet unl Frederick Ward, der Vater des Knaben den Williams ermordet, schwer verwun det. Andere erhielten Fleischwunden Die Führer der Lyncher haben nack Pemple und Villa Rica um Hilfe tele graphirt und geschworen, den Neger z, lvnchen. Sheriff Merrill vereidigte alle Hilfssheriffs. deren er habhaft werden konn t?. aber es mangelt an Feuerwaffen sü' dieselben. Gouv. Chandler hat telegraphirt. das er zwei Kompagnien Miliz, unte? Oberst W. W. Baker, von Atlanta ver mittelst Spezialzuges fortschicken wird Der Gouverneur Chandler telegra phirte am Nachmittag eine Proklamation an die Bewohner dieses Countys, die um vier Uhr von der Treppe des Gerichtsgebudes verlesen wurde. Dei
Gouverneur befahl den Leuten darin, auseinanderzugehen und er erklärte, daß er die ganze Civrl- wie Militär Macht des Staates aufbieten würde, um die Ordnung aufrecht zu erhalten. Die Proklamation übte anscheinend ei-, nen guten Einfluß aus, denn der Pö belhaufen löste sich bald in kleinen Gruppen auf, man glaubt aber, daß ir der Nacht weitere Unruhen zu befürchten sind. Um sechs Uhr Abends kamen zwei Kompagnien Milizsoldaten von At' lanta an und eine Stunde später wurde der Neger, der von demSheriff Merrill begleitet war. von den Milizen nack dem Bahnhof begleitet, wo ein Extra Zug bereit stand, der den Neger nac! Atlanta brachte. Williams, der Neger, war schuldic befunden worden, am 1. Januar 1901 einen kleinen weißen Knaben. Namen! Otis Word, den er allein beim Fischer angetkoffen hatte, ermordet zu haben und er sollte am Freitag gehängt werden. Erst am Freitag Morgen verwei gerte ihm der Richter Harris einer neuen Prozeß. Die Anwälte Williams appellirten aber an das Supremegerich des Staates. Eine große Menschenmenge aus benachbarten Orten wai nach der Stadt gekommen, um der Hin richtung beizuwohnen, und die Ent täuschung. 'die diese Leute erfuhren, wai es. die zu dem Angriff auf das Gc fängniß führte. Die 5i a b i n e t s s i tz u n g. ' Washington. D. C.. 8. Juni Das Kabinet war am Freitag zwe Stunden lang in Sitzung, in welchei Zeit die cubonische und Philippinen Angelegenheit eingebend besprocher wurde. Es wurde ein Schreiben vor General Wood aus Havana verlesen, ik dem der General seine Ansichten übe, die Möglichkeit einer bedingungsloser Annahme der Platt - Amendement! zum Ausdruck brachte. Der Inhalt de; Schreibens wird aber vorläufig gehein gehalten. Es kann indessen gesag! werden, daß man in Administrationskreisen voller Hoffnung ist. daß di Konvention, nachdem die erste Ent täuschung einmal überwunden ist. ein sehen wird, daß es für Cuba am Bester ist, wenn das Amendement angenom men wird. Ueber die dem Genera Wood zu schickende Antwort wurde ir der Kabinetssitzung berathen. Die bestehenden Verhältnisse in Cuda werder inzwischen unverändert bleiben und di, Regierung denkt nicht daran, eine andere. zweite, konstituirende Versamm lung einzuberufen, für den Fall, das die jetzige Konstituante die Bedingun gen der Ver. Staaten nicht annehmer sollte. Bedeutendes Feuer. M a n s f i e l d . O.. 8. Juni. Dr große Gießerei und Emallir-Werksiät te. sowie mehrere andere Gebäude bei Etablissements der Humphrey's Manu facturing Co. brannten früh am Frei, tag Morgen nieder. Der Verlust be trägt ca. $75,000 u. ist durch Versiche rung gedeckt. 250 Leute verlieren durcß den Brand temporär ihre Beschäftig gung. In den Maschinenwerkstättei wird die Arbeit innerhalb einer Woch, wieder aufgenommen. F i n d l a y . O.. 8. Juni. Die hie sigen Ziegel-Werke von Dorney & Har ris wurden vollständig durch Feuer zer stört. Der Verlust beträgt ca. 550.000 Die Werke lagen außerhalb des Röb rensystems der städtischen Wasserleitum und die Feuerwehr mußte dem Brand unthätig zusehen. Die Versicherun, beträgt nur 57.600. L e 5 i n g t o n. Ky.. 8. Juni. An Freitag Nachmittag sind hier 26 Häu ser an Georgetown, Short und Todt Straße durch Feuer zerstört worden Der Gesammtverlust beläuft sich au ungefähr $60.000 und die Versicherung auf die Hälfte. Die meisten de: zerstörten Häuser waren kleine Backsteinoder Holzgebäude und von armer Leuten bewohnt, die sich jetzt in größte, Noth befinden. Die Flammen verbreiteten sich, von einem heftigen Wmd angefacht, mit solcher Schnelligkeit, das nur wenig Haushaltunasgea?nständ gerettet werden konnten. . Mehreri Kinder wurden schlimm, aber nich: lebensgefährlich verbrannt. Das St Joseph's Hospital, das sich im Pfat des Feuers befand, wurde nur mit vieler Mühe gerettet. Um vier Uvr Nachmittags hatte die Feuerwehr di Flammen bewältigt. Einbrecher verurtheilt. NewLexington. Ohio. 8.Juni Die sechs Männer, die angeklagt ma ren, vor mehreren Monaten die Ban! von Somerset beraubt zu haben, wur den am Freitag schuldig befunden. Qi sind Frank Green, Joseph Hosinz James Rodgers, Harry I. Simmons. George Harris und Jobn Williams, Der siebente, der mit der Beute $400C in Baar und ungefähr ebensoviel i Bonds entkam, ist soweit noch nicht verhaftet worden.
Weitere DepeschenZaus Seite 5.
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