Indiana Tribüne, Volume 24, Number 260, Indianapolis, Marion County, 7 June 1901 — Page 1

,J 4 g drUmue

r3c 0? i 44 C (Eaae uub lana LSS Sonntagsblatt 10 per Woche. iörsLtxeint jeden ladirnittag ixni Oountag füblorgcn. Jahrgang 24. Indianapolis, Ind. Freitag, den 7. Juni 1901. No. 26

t-

öV

I onntagsblatt I I IOo per Woche. I

KanniKalismusinZleu

Äuinca. Näheres über die Niedermetzclttng der deutschen Südscc- Expedition. Alle (p'öötetcn wurden von den Wilden ausgezehrt. iic 3ollfiüQf in Deutschland. Ein interessanter Prozeh in Ber lin tni Gange. Herzog (rniü Günther von SchleswigHolsteitt der Verklagte. Ter Tampfer Afftzrum" In der Nähe des Äap Nace gestrandet. Ta Zchiff wahrscheinlich ganz ver lorcn. Kannibalismus in NeuGuinea. Berlin, 7. Juni. Das J3La zeblatl" veröffentlich! eine SpezialKorrespondenz aus Neu - Guinea. die einen genauen Bericht über die ciedörmetzelung der Mitglieder der er sten deutschen Südsee-Expedition auf der Scarmivalttt-Jnfel von t. Wta this enthält. Die sämmtlichen Mitglieder der Erpedition, mit Ausnahme des Tr. Heimro:b. wurden getödtet und von den Kannibalen aufgegessen. Die Kolonialzeitung", das offizielle Organ des deutschen Kolonialvereins, veröffentlicht weitere Einzelheiten über das Mapacre. Es erscheint daraus, daß der Dampfer, der die Expedition nach der Insel St. Mathias gebracht hatte, nach einigen Tagen nach Herbertshöh. Neu Britannien, fuhr, um Kohlen und Lebensmittel zu bolen. Während der Abwesenheit des Tampfers beschlonen anscheinend die Eingeborenen, die. obwobl sie als Menschenfresse? bekannt sind, sich bis dahin freundlich gezeigt hatten, die Zurückbleibenden zu todten und zu berauben. Der Anschlag wurde eines Morgens ausgeführt, während die Mitglieder oer Expedition, die eine Leibgarde von 40 einexerzierten Papus hatten, ibre Gewehre reinigten, die sie auseinander genommen hatten. Urplötzlich brachen achtzig Eingeborene. Kriegsrufe ausstoßend und ihre Speere schwingend, aus dem Gebüsch hervor. Der Führer der Expedition. Dr. Menaken, war einer der Ersten die getödtet wurden, und fast gleichzeitig mit ihm wurde sein Sekretär, Herr Earo, und ein weißer Matrose getödtet. der unter einem Zelt schlief. Dr. Heinroth schoß seinen Revolver zuf die Angreifer ab. während die Leibwache sich mit den Verwundeten, von Dr. Heinroth gefolgt, nach den Hooten zurückzog, zwölf Todte zurücklassend. Die Boote wurden nach einer in der Nähe befindlichen Insel gezracht. wo der Dampfer der Expedition oie Ueberlebenden später aufnahm. Die Leute kebrten später nach St. Ma thias zurück, wo sie sich überzeugten, daß die Leichen alle aufgezehrt worden waren. Auch war das Lager ganz zusgeplündert worden. Aus dem Deutschen Reich. B e r l i n . 7. Juni. Die Konferenz ?on Vertretern der verschiedenen Bundesftaaten, die von dem Reichskanzler einberufen worden war, um die cüfrage eingehend erörtern zu können, hat. dem Vernehmen nach, zur Folze gehabt, daß Preußen und mebrere der größeren Staaten die Idee eines sögenannten doppelten Tarifs, d. i. eines Marimal- und eines Minimal-Zollcs ausgegeben haben. In Handelskrisen war man von vornherein gegen diesen voppelten Tarif, und es wurde geltend gemacht, daß ein solcher das HauptHinderniß für die Abschließung neuer und für beide Seite befriedigender Handelsverträge sei. Der Ver. Staaten Botschafter Whiie legt der Thatsache, daß die hauptsächlichsten deutschen Staaten den doppelten Tarif fallen lassen wollen, große Wichtigkeit bei, und er glaubt, daß dies die Unterhandlungen betreffs des neuen Handelsvertrags zwischen Deutschland und den Ver. Staaten erleichtern wird. Ein hoher Beamter des auswärtigen Amtes sagte während des Tages : Wir warten hier darauf, was die Ver. Staaten, in Uebereinstimmung mit kürzlichen Aeußerungen des Präsidenten McKinley und des Sekretärs Gage in Bezug auf die Reduktion der Zölle thun werden." Diese Aeußerungen haben die Aussichten auf Abschließung eines neuen Vertrags bedeutend ge-bessert.

Berlin, 7. Juni. Das Kriegsministerium hat folgende Depescke vom Grafen Walocrsee aus Tien Tstn vom 4. Juni erkalten: Ich habe heute den Oberbefehl niedergelegt und verlasse China via Tokio. Strenge Maßnahmen sind hier getroffen worden, um Zusammenstöße yr tn den einzelnen Kontingenten zu i.. irzxn. An der Spitze einer starken outschen Abtheiluna wohnte ich dem Leickenbegängniß oer sranzonichen Soldaten der, roeicge :t dem kurzlichen Zusammenstob getödtet wurden." Der Hamburger Korrespondent veriffentlicht eine Depesche aus dem Haag, in der versichert wird, daß das Schiedbricht am Mittwoch eine geheime Sitzung abhielt, in welcker der Krieg in Süd - Afrika besprochen wurde. Ein sensationeller Prozeß nahm am Donnerstag hier seinen Anfang. Anna Nilewiski, die Klägerin, war ehemals Gesellschafterin bei der PrinzessinAmalie von Schleswig - Holstein, und der verklagte ist niemand anders als der Bruder der Kaiserin Auausta Victoria, Herzog Ernst Günther von SchleswigHolstein. Die Klägerin giebt an, daß die Prinzessin nur 12,000 Mark jährlich von ihrem Bruder, dem Chef des Hauses, erhielt. Sie erklärte auch, daß sie, da sie ein eigenes Vermögen von 80.000 ö?ark besaß, der Prinzessin, die sich im letzten Stadium der Auszehrung befand und langsam nach Aegvpten reiste. Äeld vorgestreckt habe. Während ihres Aufenthalts in Malta hab? die Prin;effi als Kammerdiener einen Ameri(cct Namens Walker engagirt. der. vielleicht weil er keine Ahnung von den geringen finanziellen Resourcen der Prinzessin hatte, die Letztere vernlaßte. viel Geld auszugeben. Die Klägerin, die den Verlust ihres ganzen Geldes befürchtete, veranletzte deshalb die Prinzessin, die inzwischen in Cairo angekommen war. ikr die Summe von 20,000 Francs zurückzugeben. Die Klägerin giebt nun an, daß der Herzog Ernst Günther durch den Adjutanten des Prinzen Joachim von Preußen, zur Zeit in Cairo weilend, die egyptische Polizei veranlaßte, sie auf der Straße zu verhaften, worauf sie unter brutaler, grausamer Behandlung nach Preußen zurücktransportirt worden sei. wo sie schwer krank wurde. Walker habe inzwischen gewaltsam die 20.000 Francs ihrem Koffer entnommen und damit die unbezahlten Rechnungen der inzwischen verstorbenen Prinzessin beglichen und für den Rücktransport der Leiche nach Deutschland bezahlt. Zum Schluß verlangte die Klägerin die Rückerstattung der 20,000 Francs mit Zinsen. Der Vertheidiger des Herzogs Gllniher. Graf Bredow. bestritt die Richtig' keit einer Anzahl der Angaben der Klägerin und das Gericht entschied, daß. ehe der Fall weiter verhandelt werden könne, der Adjutant des Prinzen Joackim, der sich noch in Cairo befindet, aussagen müsse. S cb i f f b r n ch . S t. I o h n s . N. F.. 7. Juni. Der Dampfer Assyrian" von der LettlandLinie, mit einer Ladung von 2000Tonnen von Antwerpen nach Montreal bestimmt, ist in der Nacht zum Donnerstag beim Kap Race gestrandet. Das Schiff wird wahrscheinlich ganz zu Grunde gehen. Das Schiff fuhr kurz vor Mitternacht auf. Das Land war nur eine Minute vorher in Sicht gekommen. Es herrschte zur Zeit ein dichter Nebel und es war keine Zeit mehr vorhanden, die Geschwindigkeit des Schiffes zu reduziren. Bei dem Auflaufen auf die Fclsen wurde der Boden im ganzes vorderen Theil des Schiffes aufgerissen und der Dampfer legte sich dann stark auf vie Seite, er wurde aber von den Felsen zehalten. Es wurden sofort alle Vorsichtsmaßregeln ergriffen, um die an Bord Befindlichen, wenn nöthig, sofort ans Land bringen zu können. Aber erst bei Tagesanbruch war es möglich, oen ersten Maat an's Land zu bringen. Er kletterte die Klappen hinauf und begab sich dann nach der Signalstation am Kap Race, von wo aus die Nachricht von dem Unglücksfall nach Quebec und Montreal telegraphirt wurde. Soweit ist es noch nicht möglich, zu bestimmen, was gethan werden wird, um das Schiff wieder flott zu machen, wenn dies überhaupt noch möglich ist. Drei Dampfer und drei Taucher befinden sich jetzt nach dem Wrack unterwegs und am Freitag wird mit der Untersuchung des Schiffes begonnen werden. Der Dampfer ..Siberian" von der Allen-Linie wird, von Philadelphia kommend, am Freitag Morgen Kap Race passiren und er wird durch Signale aufgefordert werden. Hilfe zu bringen. Die Mannschaft hatte während des Tages große Mühe, an's Land zu kommen. Jn's Danaiden-Fatz. London. 7. Juni. Nach einer

langen und hitzigen Debatte über die

Geschäftsführung im Kriegsamt mit Bezug auf den Ankauf von Pferden für Südafrika bewilligte das Hzus mit 159 gegen 60 Stimmen den verlangten Kredit von 15.779.000 Pfund Sterling für Transportschiffe und frische Remonten. Der Konservative Herr Blundell Maple erhob schwere Beschuldigungen gegen die britischen Remonte-Offiziere. welche den Ankauf der Pferde in Oesterreich und Ungarn besorgt hatten. Er behauptetc, diese Offiziere hätten unbrauchbare Thiere zu exorbitanten Preisen angetauft und den Gewinn mit den Verkäufern getheilt. Er verlangte eine Untersuchung, welche der Finanzsekretär des Kriegsamtes. Lord Stanley, auch sofort einzuleiten versprach, die aber seiner Meinung nach nur die Unrichtigkeit derartiger monströser Anschuldigungen darthun würde. Der Kriegssekretär. Herr Broderick, fügte hinzu, daß die britische Regierung für Pferde in England durcy fchnittlich 42 Pfund bezahlt habe, in Canada 30 Pfund, in den Vereinigten Staaten und in Ungarn 20 bis 23 Pfund. Später theilte im Verlaufe der Debatte Herr Broderick dem Hause noch mit, daß er eine Depesche von Lord Kitchener erhalten habe, derzufolge jetzt etwa 50.000 60,000 Mann in hinlänglicher Weise mit Pferden versehen seien. Vom Kriegsschauplatz in Südafrika. Pretoria. 5. Jui. Oberst Wilson hat mit 240 von KitÄener.'s Kundschaftern 400 Boeren von Bever's Kommando. 34 Meilen von Warm Batks entfernt, überrascht und in die Flucht gescblagen. Die Boeren leisteten hartnäckigen Widerstand, sie erariffen aber schließlich die Flucht. 37 Todte, hundert Gefangene, alle Wägen mit den Vorräthen und 8000 Rinder zurücklassend. Die Briten hatten drei Todte und 15 Verwundete. Beyers Hauptkommando tam nach Schluß des Gefechtes an Ort un Stelle an. es gelang den Boeren abH. nicht, die Vorräthe zurückzuerobern. Beyer ist somit ohne allen Transport und ohne Vorräthe. Ernteaussichten in Frankreich. P a r i s . 7. Juni. Aus dem soeben veröffentlichten Erntebericht geht hervor, daß der Winterweizen sehr gut in drei Departements steht, gut in 45, ziemlich gut in 34 und mittelmäßig in fünf Departements. Sommerweizen steht sehr gut in ei nem Departement, gut in 18, ziemlich gut in 20 und mittelmäßig in drei. In den anderen Departements wird kein Sommerweizen aezogen. Priester niedergemetzelt. London. 7. Juni. Einer Spezialdepesche aus Peking zufolge sind in Ring Tio Siang in der südlichenMongolei der Pater Bearmin. ein Italiener, und vierzehn andere Priester niedergemetzelt worden. Die Einbrecher schuldig befunden. Toronto. Ont.. 7. Juni. Jones. Rice und Rutlidge. die drei Einbrecher die von Chiacgo aus hierher gebracht wurden, sind schuldig befunden worden. das Postamt in Aurora. Ont., beraubt zu haben. Es sind dies dieselben Einbrecher, die am Dienstag Aöead einen so verzweifelten Fluchtversuch gemacht hatten, wobei der Konstabler Boyd getödtet und Jones so schwer verwundet wurde, daß sein Arm ampu tirt werden muhte. Jones ist am Dienstag Morgen gestorben. Die beiden Anderen werden jetzt wegen Mordes prozessirt werden. Der Kronanwalt Currin erklärt, daß Rice, der angeblich den Schuh abgab, der Boyd tödtete. in Chicago einen Mann, den er beraubt, erschossen baben soll. Das Feuer in Antwerpen. Antwerpen, 7. Juni. Der Schad-n. den das Feuer am Mittwoch, im ZoUmaqazin angerichtet hat. wird verschiedentlich auf 1.500.000 bis 3.000.000 Franks abgeschätzt. Unter den verbrannten Waaren befand sich für 280.000 Franks amerikanische? Tabak, sowie viel Getreide. Hanf, Jute und mehrere Tausend Fässer Wein. Lord Milner geehrt, aber auch kritisirt. London, 7. Juni. Der Common Council hat am Donnerstag beschlössen. Lord Milner of Cape Town das Ehrenbürgerrecht von London zu verleihen; es geschah dies aber erst, nachdem eine scharfe Kritik an Lord Milner geübt worden. Herr Mortoq, der Führer der Opposition, erklärte, daß Lord Milner die ganze Schuld für alles Ungemach das England in SüdAfrika befallen, trage, wie au dafür, daß zwischen den Engländern und dem holländischen Element ein solch feindseliges Gefühl herrsche.

Seftigc Gewitter

G Richten in Ohio und an derwarts großen Schaden an. Viele Leute ums Leben gekommen. Zroft und Schnee im Nord wetten. Tcr Ttallion'Mord in Galena, Mo. Eine geradezu teuflische That. !?rau Etallion und ihre zwei Söhne in Gefahr gelyncht zu werden. Eine diebische Studentin. Hat Uhren, Riuge und Geld im Be trage von 3000 Bon ihren Kameradinnen gestohlen. Verheerende Stürme. Z a n e s v i l l e. )., 7. Juni. Die Nachmittags-Vorstellung von Buffalo Bills Wild West Show hatte kaum be--gönnen, als ein heftiges Gewitter losging und das Riesen-Zelt vom Sturm umgerissen wurde. Henry Butler und William Cane wurden von einem fallenden Zeltpfosten getroffen und tobt idj verletzt. Ein Dutzend andere Personen wurden mehr oder weniger schwer verletzt. Auf der Rose Farm wurden Daniel Gilcs und Jacob Roß vom Blitz getroffen. Giles wurde auf der (Stelle cetcdtet und Roß tödtlich verletzt. In Crooksville wurde die Baptistenkirchc vom Blitz getroffen und stark beschädigt. R i p l e y, O.. 7. Juni. Ein heftiger Wind- und Regensturm suchte in der Lackt zum Donnerstag die hiesig! ! - ' :;rd richtete überall großen Schaden an. Die Frau und Tochter von John Hiett. in der Nähe vom Hiett Postamt wohnend, verließen die Stadt, ehe der Sturm'lcsbrach und sie sind wahrscheinlich beide umgekommen. Herr Hiett befindet sich hier, um nach den Seinen zu suchen. Die Ortschaften am Eagle Creek hatten stark vom Sturm zu leiden unö es werden einc Anzahl Leute von dort vermißt. Sie sind wahrscheinlich ertrunken. Mehrere Gebäude sind von den Fluthen fortgeschwemmt und drei Brücken zerstört worden. P o r t s m o u t h, O., 6. Juni. Robert Lawson von Süd Portsmouth ist bei dem Sturm in der letzten Nacht ums Leben gekommen. Er hatte sich in eine Scheune geflüchtet und diese wurde vom Blitz getroffen. Der Mann wurde auf der Stelle getödtet. Aus Manchester wird berichtet, daß der Regenfall dort der stärkste in vielen Jahren war. Die Tabak-Ernte hat ganz bedeutend gelitten und viele Brücken sind zerstört worden? Cedar FatMs, Iowa. 7. Juni. Während ines Hagelsturms schlug bei Littleton der Blitz in das Schulhaus ein. Die Lehrerin, Frl. Jane Harvcy. und ein Knabe, Paul Roberts, wurden dabei tödtlich verletzt. Sieben andere Schüler kamen mit weniger schlimmen Verletzungen davon. Aus derBundeshauptstadt, Washington, 7. Juni. Dik neue Civil-Regierung für die Philippinen beschäftigt augenblicklich den Präsidenten und den Kriegssekreiär. Die Art, in welcher dieselbe funktioniren soll, wird sich wenig von dem ursprünglich gefaßten Plane unterscheiden. Die Regierung des Archipels wird durch einen Gouverneur, sowie durch eine gesetzgebende Körperschaft und andere Beamte ausgeübt werden, Diese Regierung wird entscheidend in allen civilen Angelegenheiten handeln, jedoch unter der militärischen Oberhoheit. welche durch den Kriegssekvetär repräsentirt wird. Zwischen den MachtVollkommenheiten des kommandirenden Generals in den Philippinen und dem Civil-Gouverneur ist keine genaue Grenzlinie gezogen und keiner wird offiziell als der Vorgesetzte des anderen designirt werden, nur die höchste Autorität über beide Beamte bleibt dem Kriegssekrctär vorbehalten. Die Regierung wird ungefähr dieselbe sein, wie sie eine kurze Zeit in Neu-Mexiko kurz nach dessen Erwerbung bestand. Auch dort wurde ein Civil-Gouverneur vom Präsidenten ernannt, der neben dem kommandirenden General der Armee die Regierungsgewalt ausübte, Beide waren beauftragt, die Ordnung aufrechtzuerhalten und die Angelegenhüten des Territoriums zu beaufsicktigen. Das Kriegsvepartement ist benach-

richugr woroen. oay oer TransportKämpfer ..Kentuck" in Nagasaki wegen eines Pestfalles an Bord in Quarantäne gehalten wird . . ) nicht vor dem 15. Juni seine Reise fortsetzen kann. Ermordet. Flint. Mich.. 7. Juni. Frau Jennie Parish. eine 34 Jahre alte Wittwe, wurde am Mittwoch Abend in ihrer Wohnung in hiesiger Stadt von Lewis Weeks erschossen. Weeks war nach dem Hause der Frau Parish gekommen und hatte Einlaß verlangt, dieser wurde ihm aber verweigert. Weeks schlug dann die Thur ein und sagte darauf zu Frau Parisb. daß er gekommen sei. sie zu tödten. Gleichzeitig schoß er ihr zwei Kugeln in die rechte Seite. Die Frau brach auf der Stelle sterbend zusammen. Weeks entkam aber. Der Mann hat eine Frau und drei Kinder. Die 12jährige Tochter der Frau Parish war Augenzeugin der Blutthat. Frost im Juni. Baker City. Oregon. 7. Juni. Hier herrscht das kälteste Juni-Wettcr in zwanzig Jahren. Das Thermometer stand in letzter Woche auf sechs Grad unter dem Gefrierpunkt und die Folge ist. daß alles Obst. wieKirschen. Aepfel. Birnen, Zwetschen und Pflaumen ruinirt wurden und alles Gemüse erfroren ist. Auch in der Umgebung von Boise City. Jdaho. hat der Frost bedeutenden Schaden angerichtet. I a m e s t o w n. R. D.. 7. Juni. Ein Schneesturm im Juni ist selbst in Nord - Dakota eine ungewöhnliche Erscheinung. am Donnerstag hat es aber lm ganzen mittleren und nördlichen Theil des Staates geschneit. JnJamestown und Umgegend schneite es am Morgen zwei Stunden lang, der Schnee schmolz aber sehr schnell. Im Jahre 1891 schneite es hier einmal Ende Mai. ein Schneefall im Juni ist hier aber noch nicht erlebt worden. Wirdgelynch t werden. S t. I o s e p h. Mo.. 6. Juni. 200 erbitterte Farmer suchen das Holzland zwanzig Meilen nordöstlich von hier nach einem unbekannten Neger ab, welcher die 14-jährige Tochter des Farmers George Diron band und knebelte und in den Wald fortschleppte. Schulkinder, welche das Verbrechen beobachteten, gaben den Alarm und der Neger bekam Angst und lief davon. ' Falls er erwischt wird, wird er ohne Zweifel gelyncht. UnterschwererAnklage. Atlanta, Ga., 6. Juni. G. B. Dunton. ein Bahnkondukteur der Southern Railway Co.. wurde ohne Zulassung von Bürgschaft wegen Mordes dem Kriminalgericht überwiesen. Dunton war der Führer der Rangir Maschine, welche am Dienstag in den von Macon kommenden Passagierzug lief, wobei drei Leute getödtet wurden. Ballonfahrt. Q u i n c y. Jll.. 7. Juni. Evelyn B. Baldwin unternahm am Donnerstag in Gemeinschaft mit Sam. Baldwin, einem hiesigen Aeronauten, eine Ballonfahrt. Der Ballon stieg bis zv einer Höhe von zwei Meilen empor unl segelte dann bei klarem Himmel in südöstlicher Richtung davon. Evelyn B. Baldwin steht an bet Spitze der Baldwin-Ziegler NordpolErpedition, die im Juli nach dem Norden abgehen wird. Er unternahm die Ballonfahrt, um sich vorzubereiten. Seine Expedition ist gut mit Ballonund Zubehör ausgerüstet. Der Ballon wurde 20 Meilen von hier entfernt wieder zur Erde herabge lassen. Auf- und Abstieg waren durchaus erfolgreich. Es war dies die erste Ballonfahrt des Forschers. Baldwin hatte babsichtigt. mit Prof. Andre zu gehen, er wurde aber im letzten Augenblick daran verhindert. Er wird sich jetzt Mühe geben. Spuren von Andree im hohen Norden zu finden. Ein Wüt her ich. U b r i ch s v i l l e , O., 7. Juni. Weil er glaubte in ungerechter Weise mit ein.'r Geldstrafe lelegr worden zu sein, versuchte am Tonnerstag I. P. Carey. ein prominenter Geschäftsmann von hier, den Mayor G. W. Reed und den Gesundheitsbeamten Dr. I. A. McCollam zu tödten. Als ihm dies nicht gelang, beging er Selbstmord. Carey war wegen einer Verletzung der gesundheitspolizeilichen Vorschriften verhaftet und vom Mayor mit einer Geldstrafe belegt worden. Er gerieth darüber so in Aufregung, daß er den Mayor beleidigte, wofür er wegen Mikachtung zu einer weiteren Geldstrafe verurtheilt wurde. Er erhielt Erlaubniß, nach Hause zu geben, um das Geld zu holen, er kehrte aber mit einem Revolver zurück .mit dem er aus den Mayor und die anderen in der Offtce Befindlichen zu schießen begann. Die Leute entkamen aber alle und Ca rey schoß sich dann selbst eine Kugel ir den Kopf.

Eine Millionen - Erbin. Hopkinsville. Ky., 7. Juni. Durch den Tod ihres Onkels John Tyson, in Australien, hat Frl. Ollie Tyson, ein junges Mädchen von Todd County. mehr als eine Million Dollars geerbt. Der Nachlatz Tysons soll sich auf ungefähr 540.000.000 belaufen. Diese Summe fällt achtzehn Erben zu, die alle, mit Ausnahme von Fräulein Tyson, im Westen leben. Selb st Mordversuch. C l e v e l a n d . Ohio. 7. Juni. Horace Pcll. Mitglied einer hier spielenden Theatergesellschaft, versuchte am Donnerstag sich in seinem Hotel zu erschießen. Er ist 22 Jahre alt und kommt aus New )ork. Sein Zustand ist ein kritischer. Schlaflosigkeit schein! ihn zu der That getrieben zu haben. Pell stammt aus einer wohlhabenden Familie und hatte nicht nöthig, seinen Lebensunterhalt als Schauspieler zu verdienen. Eine diebische Studentin. Northampton. Mass.. 7. Juni. Frl. Mabel Lawrence Burt, von Bridgeton. N. I.. Tochter eines prominenten Advokaten von dort, wurde am Donnerstag im Distrikt - Gericht auj die Anklage hin vorgeführt, einer Studentin einen Diamant - Ring im Werthe von $1000 und Anderen Geldsummen im Betrage von wenigstens $1500 gestohlen zu haben. Sie bekannte sich schuldig und wurde in Ermangeluno von 51500 Bürgschaft ins Gefängniß geschickt. Die Eltern des Mädchens befinden sich auf dem Weqe hierher. Die Polizei ist der Ansicht, daß der Gesammtwerth der von Frl. Burt gestcblenen Dinge, einschließlich des Geldes. und aus Uhren. Ringen und anderenSchmusachen bestehend, wenigstens 53000 betragen wird. Begnadigt. Washington. D. C.. 7. Juni. Harry Johnson, früher ein Postmeister in Wilberforce. O., der am 4.Okt. 1900 wegen Unterschlagung von $500 zu drzehn Monaten Gefängniß und ?800 Geldstrafe verurtheilt wurde, ist vom Präsidenten begnadigt worden. Furchtbare Tragödie. Toledo. O.. 7. Juni. Lery Grove. der 16 Jahre alte Sohn eins wohlhabenden, in der Nähe von Napoleon lebenden Farmers, hat in der Nacht zum Donnerstag seiner 24 Jahre alten Schwester ein Messer ins Herz gestoßen und sie auf der Stelle getödtet. Er erwürgte dann seinen dreizehnJahre alten Bruder, steckte die Scheune in Brand und schoß sich dann selbst eine Kugel durch den Kopf. Die Tragödie spielte sich kurz nach Mitternacht ab. Seine verkohlte Leiche wurde am Morgen in den Trümmern der Scheune gefunden. Man glaubt, daß das Lesen von Dime - Novellen den Burschen verrückt gemacht hat. Plötzlich gestorben. C l e v e l a n d . O., 7. Juni. Ma-

jor George Arthur. Hilfs Zahlmeister der Ber. Staaten Armee, ist am DoTnerstag Morgen plötzlich im Wedoe House in hiesiger Stadt gestorbei wahrend er auf emem Stuhle saß. war gerade von den Philippinen gekonM men und kurz vorher im Weddell House abgestiegen, als ihn der Tod ereilte. Major Arthur war der Sohn von P. M. Arthur. Chefs der Brüderschaft der Lokomotivführer. Eine im Laufe des Tages vorgenommene Autopsie der Leiche ergab die Thatsache, daß der Tod durch das Bersten eines Blutgefäßes an der linken Seite des Kopfes verursacht worden ist. Ein großer Klumpen geronnenen Blutes wurde dicht hinter dem Ohr gefunden. Im letzten Herbst wurde Major Ar thur auf den Philippinen von einer An zahl betrunkener Soldaten angefallen, die ihm seine Geldkiste rauben wollten. Während er seinen Schatz vertheidigte, wurde er von den Soldaten a mißhandelt. Es scheint nun. daß er einen Schlag auf den Kopf erbielt. wobei das Blutgefäß platzte, und sein Tod da durch später herbeigeführt wurde. Echiffenachrichtcn. New York. 6. Juni. Ange kommen : Deutschland" von Hambürg. Liverpool, 6. Juni. Angekommen : Teutonic" von New Fork ; ..Ultonia" von Boston. Abgeg.: ..New England", nach Boston. Abgegangen : Oceanic" nach New York. Queenstown, 6. Juni. Ab--gegangen : Rhynland" von Liverpools nach Philadelphia bestimmt. Browhead. 6. Juni. PassirU Tauric". von New ')ork, nach Liver Pool bestimmt. Plymouth. 6. Juni. Angekommen : Columbia" von New Fork, nach Hamburg bestimmt. l Weitere Depeschckjanf Seite 5.

;