Indiana Tribüne, Volume 24, Number 258, Indianapolis, Marion County, 5 June 1901 — Page 1

, ... SSSiVSSMM QTage- oitb SonntagsblaU 10 per Woche. l MI n WZ1 sssss Grsctxeint sedcn Jladimittaß und Ssnta Msrgcns. Jahrgang 24. Indianapolis, Ind. Mittwoch, gen .". Juni 1901. No. 258

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Der Krieg in Süd Afrika. Weiteres über die Kämpfe bei Vlakfontein.

Tic Brite verloreu allein 63 Rn an Todten. Zamcstomn. in der Kap-Kolonie Hat sich dem Kommando Kritzin gers ergeben. Graf von Waldersee Wird vorläufig in Ticu Tün bleiben. Um eine Utttkrsnchnnq betreffs der olöatcn-Krawaüc zu führen. Andrew b'arnegie'S Prophezeiung. Nuchrichtcn von den Philippinen. Der Krieg in Südafrika". London. 5. Juni. Von Lord itckene? ist die folgende Depesche im Kriegsciin: eingetroffen : General Dixon's Bericht über den am 29. Mai bei Vlokfontein stattgefundenen Kampf, ist soeben eingetroffen. Auf unserer Seite waren 1450 Mann mit sieben Geschützen engagirt. Die Trupoen waren im Begriff nach zem Lager in Vlokfontein zurückzukeh:en, als der Feind, der im Gebüsch gelegen hatte, die Nachhut angriff, die zus zwei Geschützen von der 28. Ba:--erie und 330 Mann vom DerbyshireRegiment und Yeomanrn, bestand. Der eind erbeutete temporär die beiden Äescbüe, als die übrigen Truppen iber rni Gefecht eingriffen, wurden die öoeren vertrieben und die Gescbütze zuückerobert. Unser Verlust belauft sich ms sechs Offiziere und 51 Mann an Todten ; sechs Offiziere und 115 Nann an Verwundeten und ein Offizier und sieben Mann an Vermißten. 5in Offizier und vier Mann sind seit?em ibren Wunden erlegen. Die Boeren ießen 41 Todte am Platz zurück, lieber die weiteren Verluste des Fein)es ist nichts bekannt. Es werden Vertärkungen nach Vlokfontein geschickt. Eine weitere Depesche Lord Kitcherer's. aus Pretoria, 4. Juni, datirt, autet wie folgt: Jamestown. in der Kapkolonie, hat ich am Morgen des 2. Juni nach viertündigem Kampf an Kritzinger's Kommando übergeben. Die Besatzung rnd die städtischen Freiwilligen wur)en überwältigt, ehe unsere Verstä'.ungen herankommen konnten. Wir zatten drei Todte und zwei Verwunzete. Die Läden wurden geplündert. ?ie Garnison wurde aber wieder freigelassen. Habe Gen. French mit den Operaionen in der Kapkolonie betraut." L o n d o n. 5. Juni. Einzelheiten ;ie über den Kampf beiVlakfontein eingetroffen sind, lassen ersehen, daß dies iner der heftigsten Kämpfe des ganzen Krieges war. Die Kolonne des Gene:als Dixon durchzog den Distrikt und 'tablirte Posten, als sie von 1200 Boeen unter dem Kommandanten Kemp ingegriffen wurde. Die Boeren waren o nahe heran, daß bei der ersten Salve ünfzig Mann fielen. Die Aeomanry vertheidigte die Gchütze so lange es ging, und als die 2eute sahen, daß es unmöglich sei sie zu zalten, erschossen sie die Pferde der Bepannug, um die Boeren zu verhindern, ne Geschütze fortzuschaffen. Die ande:n Truppen kam?n aber bald zu Hilfe, ie Boeren wurden vertrieben und die beschütze zurückerobert. Sowohl das Oerbyshire Regiment wie die Aeomanry rliiten bedeutende Verluste. Es wird behauptet, daß während die öoeren die Geschütze temporär im Besitz )atten,-sie zwei Artilleristen kalten Blues erschossen hätten, weil sie sich weigeren die Geschütze, die auf ihre eigenen Kameraden gerichtet waren, zu bedieren. Ti, Ernennung des Generals Zrench. der sich eine Zeitlang aus Ge'undheitsrücksichten in Kapstadt aufzehalten hat. zum Kommandeur der n der Kapkolonie operirenden Truplen, beweist, daß Lord Kitchener der )ortigen Invasion ziemlich große Bezeutung beimißt. Nach den vielen heftigen Kämpfen )er letzten Zeit wird auf's Neue das Verlangen nach weiteren Verstärkungen aut. Die Uebergabe von Jamesown an den Kommandanten Kritzinicr hat einen sehr unangenehmen Ein?ruck gemacht, denn die Boeren baben zort viel Kriegsmaterial erbeutet. Zoeren in Bermuda erwartet. Hamilton. Bermuda, 5. Juni.

vtx Gouverneur Ist benachrichtigt vo:--?en, daß Der Transpcrtdampfer Arnenian" am 3. Juli mit 900 gefangelen Boeren hier ankommen Dero, und ?aß zwei Kompagnien vom Royal Varwickshire Regiment die Wache über ?ie Gefangenen übernehmen würden. Aus dem deutschenReich. B e r l i n . 5. Juni. Graf von Bü-

.otv führte am Dienstag in einer Ver- j Sammlung von Repräsentanten det: verschiedenen Bundesstaaten, die einberufen worden war, um die Zollfrage zu ! besprechen, den Vorsitz. Der Kanzler j hielt eine kurze Rede, in der er die Ueberzeugung aussprach, daß bald eine j Einigung in Bezug auf die wichtigsten ' Punkte der neuen Zollfrage zu Stanoe komme würde. Ueber die VerHandlungen der Konferenz ist soweit nichts . in die Öffentlichkeit gedrungen. Berlin. 5. Juni. Der Lokal ! Anzeiger" weist auf die gehässigen ; Aeußerungen" der Londoner Times" über den Grafen von Waldersee hin und fügt dann hinzu : Die Wuth der j Times" erklärt sich dadurch, daß meh-1 rece hundert Deutsche in Shanghai zu-1 rückbleiben. wodurch diese Stadt auch j permanent ihren Charakter als ausschließlich britisches Gebiet verliert." Die Zeitungen veröffentlichenArtikel aus anderen Londoner Zeitungen, in denen, im Gegensatz zu den Ausfällen der Times" Graf von Waldersee gelobt wird. Die Vossische Zeitung" j bemerkt dazu : Es wäre besser gewe-j sen. wenn die Mächte dem Grafen von Waldersee, während er in Peking war, j seine Aufgabe erleichtert hätten, als j daß sie ihn jetzt mit Lob überschütten." Die Rheinisch-Westphälische Zeitung" behauptet, daß Deutschland den Mächten definitiv die Ernennung eines französischen Nachfolgers für den Grar. nrv.(v.-r.. r . , I en vvu uuiucijcc uuiyciuiuycii iiuuc. Georg Vierling, der bekannte Berlmer Komponist, ist in Wiesbaden im Alter von 81 Jahren gestorben. Andrew Farnegie's Prophezeiung. London. 5. Juni. Merken Sie sich was ich sage." erklärte am Dienstag Herr Andrew Carnegie dem Ver- I treter der Associirten Presse gegenüber. ! es wird die Zeit kommen, in der die j kontinentalen Mächte sich verbünden werden, um diese kleine Insel von j Großbritannien zu unterdrücken. Wenn ! das geschieht, dann wird England sich I um Hülfe an die Ver. Staaten wenden müssen. Ich bin überzeugt, daß diese Hülfe nicht verweigert werden wird. Die Ver. Staaten werden hervortreten und sagen : Hände ab." Sie werden dasselbe thun, was England während des spanisch-amerikanischen Krieges gethan hat. Was es damals gethan, war eine große Handlung und sie wird jetzt noch nicht ganz nach Gebühr geschätzt. Von den Philippinen. Manila, 5Juni. Der Adjudant des Generals Cailles. Geuverra, hatte mit Aguinaldo eine dreistündige Besprechung. Er sagte, daß Cailles nicht an die Gefangennahme Aguinal- j do's geglaubt habe, und in Folge dessen I seine Adresse an die Filipinos für einen amerikanischen Schachzug erklärt nabe. Aguinaldo ließ General Cailles durch Geuverra die Anforderung zu-1 gehen, sich ohne weitere Zögern zu er- l geben. General Wade und General ! Summer eröffneten Geuverra nach die- i ser Unteredung, daß General Cailles bis spätestens Montag seine Entscheidung treffen und sie in Pagsanzan von derselben in Kenntniß setzen müßte ; eine Garantie, daß Cailles nicht straf- l rechtlich verfolgt werden würde, wollten ! die Generäle nicht geben. General Trias ist in Begleitung von Seuor Lucban, dem Bruder des noch in Samar operirenden Jnsurgentenführers, nach Samar abgegangen, um Letzteren zur Uebergabe zu veranlassen. Einige Führer der Föderalisten haben eine Resolution erlassen, worin sie die Auflösung der Partei in Aussicht stellen, wenn mehrere Philippinische Richter, die kürzlich entlasse? wurden, von der Philippinen-Kommis-sion nicht wieder in ihr Amt eingesetzt nir. cn,rf..i: in r weroen. neivtunon iii mor sen auf Anreihen der gemäßigteren Führer der Partei, sowie gewisser amcrikanischer Behörden bis jetzt der Kommission nicht offiziell zur Kenntniß gebracht worden, da man mit Recht von einem Bestehen auf obigen Beschlüssen Zwistigkeiten befürchtet, die man gerade jetzt, wo eine Centralregierung errichtet werden soll, vermeiden möchte. Die Kommission wird weiter mit der Organisirung der Civilregierung in den Philippinen fortfahren und zunächst eine Vorlage annehmen, welche 14 Gerichtsbezirke in den Philippinen einrichtet. Die Saläre der B: zirksrichter betragen $3500 öis $5500 per Jahr. Richter Bates und Richter Ladd werden wahrscheinlich die Richterstellen in Jloilo und Cebu erhalten.

Die chinesische Frage. V e r l in . 5. Juni. Das Tageblatt sagt in Bezug auf die Depesche der Londoner Times", daß Frankreich die Absicht habe, im Juli die große chinesische Insel Hai-Nan zu annexiren: Ein solcher Schritt würde eine öirekte Verletzung der von den Mächten abgegebenen Erklärung sein, daß sie die Integrität des chinesischen Reiches respektiren würden, und es würde die anderen Mächte zwingen, ebenfalls eine Gebietsabtretung zu verlangen. Dies würde das Signal für eine Auftheilung Chinas sein." Aus London wird berichtet, daß der Kaiser von China im Jahre 1902 mit Einwilligung der Kaiserin-Wittwe Europa besuchen werde. Graf von Waldersee hat seine Abreise von Tien-Tsin bis ans Weiteres verschoben. Er wird zuerst eine Untersuchung betreffs desMilitärkrawalls fübren. der am Sonntag auf der nach Taku führenden Straße stattgefunden hat. Will der Papst sein. R o m , 5. Juni. Während der Papst am Sonntag in semem Privatzimmer arbeitete, drang ein Verrückter in das Vorzimmer ein und rief: Der Papst ist todt, ch bin sein Nachfolger; gebt mir die Krone." Die wachehabenden Nobelgarden packten den Mann und verhinderten ihn, in das Zimmer des Papstes einzudringen. Der Letztere hatte aber die Rufe gehört. Er öffnete die Thür und befahl, daß der Mann verhaftet werde. Er N'urde als ein an religiösem Wahnsinn Leidender Namens Valentins Palerno identifizirt. Wie der Mann an den Thürhütern und Wachen vom äußeren Thor desVatikans an vorbeikam und bis in das Vorzimmer des Papstes gelang, ist noch unaufgeklärt. Frau Maybrick nicht begnadigt. London. 5. Juni. In den Ver. Staaten wurde am Montag die Nachricht veröffentlicht, daß Frau Florencc Maybrick am 24. Mai aus dem Gefängniß zu Woking entlassen worden, und am nächsten Tag unter angenommenem Namen nach den Ver. Staaten abgereist sei. Nachfragen bei der amt rikanischen Botschaft haben ergeben, daß dort nichts von der Freilassung der Frau Maybrick bekannt sei. Auch in hiesigen Beamtenkreisen wird das Gerücht für unwahr erklärt. Verzweifelter Befreiung sversuch. Toronto. Ont., 5. Juni. Frank Rutledge, Fred. Rice und FrankJones. drei Bankräuber, die erst kürzlich von Chicago hierher ausgeliefert wurden, sollten am Abend vom Gerichtssaal nach dem Gefängniß gebracht werden und wurden zu diesem Zweck aneinander gefesselt in eine Kutsche aebracht. Die Polizisten Boyd und Stewart begleiteten sie. Als die Kutsche in oer Nähe des Gefängnisses ankam, warf .ine unbekannte Person drei geladene Revolver hinein. Jones ergriff eine oer Waffen und tödtete den Polizisten Boyd mit einem Schuß. Stewart schoß dann auf Jones, der an zwei Stellen verwundet wurde. Der Gefangenen sprangen dann aus der Kutsche und auf eine vorbeifahrende Trolley Car. Sie befahlen dem Wagenführer schneller zu fahren, als Antwort schlug aber der Motornier dem Rutledge mit einer Eisenstange auf den Kopf, während der Kondukteur die Trolleys von den Drähten abnahm und die Car zum Stehen brachte. Die Mänrer wurden dann überwältigt. Jones befindet sich im Hospital und wenn er mit dem Leben davonkommt, wird er

ttr Arm verlieren. Feuer. B r i st o l , Tenn., 5. Juni. Das Fairmont' Hotel wurde Montag durch ein Feuer zerstört, das Kinder, welche in dem Dachstuhl spielten, angesteckt hatten. Das Gebäude und die Einrichtung fielen den Flammen zum Opfer und der Verlust beträgt $105.000. SchiffSnarichren. New Y o r k . 4. Juni. Angekommen: Friesland" von Antwerpen. Friedrich der Große" von Bremen und Sou" iton. H 2 ii jig , 4. Juni. Angekommen . orthman" von Chicago, via Mont?eal; August Korff" von New Vor!. Antwerpen, 4. Juni. Angekommen: Pennland" von New Aork. B r e m e n ..4. Juni. Angekommen: Kaiser Wilhelm der Große" von New York. Glasgow. 4. Juni. Angekommen: Sarmatian" von Monkeal, Aftoria" von New York.

Keine tzitra -Sitzung des Kongrelfes. Tiefer Beschluß ist am Dienstag gefaßt worden.

Civil-Regierung auf den Philippioen Wird im Zuli etablirt werden. Die gacht Conftitution" Bon eiiicrn ähnlichen Unfall wie Ehamrock II. befallen , Ter Mast dcS Bootes abgebrochen. schlimmer Eisenbahnunfall bei Atlanta, Ga. 5rci Personen gctödict und füufzchn schwer verletzt. Wettfahrt von Passagierdampfern auf dem Eriefcc. Keine Extra-Sitzung Kongresses. des Washington. D. C., 5. Juni. Das Kabinet hat am Dienstag einnimmig beschlossen, daß eine Einberufung des Kongresses zu einer Extra-Sitzung in diesem Sommer unnöthig sei und nicht gerechtfertigt sein würde. Sekretär Root und der Generalanwalt Knox sprachen die Ansicht aus, daß die Autorität, die dem Präsidenten durch das Spooner - Gesetz übertragen wurde, oollständig hinreichend sei, um eine Ci-oil-Reigierung auf den Philippinen zu etabliren. und die sämmtlichen anderen Mitglieder des Kabinets stimmten diescr Ansicht zu. Die Entscheidung des Kabinets wurde nach der Sitzung von dem Sekretär Cortelyou wie folgt angekündigt : Der Präsident hat beschlossen, daß die jetzigen Verhältnisse eine Einberufung des Kongresses zu einer ErtraSitzung während des Sommers weder nöthig machen noch rechtfertigen, und daß auch eine Aenderung der bisher in Bezug auf die Philippinen befolgten Politik nicht zu erwarten ist." Es kann auf gute Autorität hin versichert werden, daß der Dingley - Tarif auf Waaren, die von den Philippinen nach den Ver. Staaten gebracht werden, auch fernerhin erhoben werden wird. Und es werden nur solche Veränderungen an den in den Philippinen erhobenen Zöllen vorgenommen, wie die Taft - Kommission sie etwa in Vorschlag bringen sollte. Die Etablirung einer Civil - Regierung kann vor sich gehen, sobald die Militärbehörden der Ansicht sind, daß die Zeit dafür gekommen ist. Aus derBundeshauptstadt. Washington. D. C.. 5. Juni. Ungefähr am 1. Juli wird eine volle Civilregierung für die Philippinen organisirt werden, genau nach dem Programm der Philippinen-Kommission. Sobald wie möglich nach diesem Datum wird auch der neue Tarif für die Philippinen veröffentlicht werden, dem Plane gemäß, welcher bereits vor der letztwöchentlichen Entscheidung des Oberbundesgerichts ausgearbeitet war. Eine Extra-Sitzung des Kongresses wird nicht für nöthig gehalten. Diese Beschlüsse wurden nach sorgfältigem Studium des legalen Status der Angelegenheit durch Generalanwalt Knox und Sekretär Root in der heutigen Ka-binets-Sitzung gesaßt. Das Kabinet sprach nach zweistündiger Berathung einstimmig die Ansicht aus. daß die in letzter Woche erfolgte Entscheidung des Oberbundesgerichts keine Aenderung in dem ausgelegten Programm der Regierung nöthig mache. Ueber die gesetzliche Stellung der Philippinen haben die Beamten nichts zu sagen, mit Ausnahme, daß die Oberhoheit auf den Inseln auf Grund der Machtvollkommenheiten ausgeübt werden, mit welchen der Präsident der Ver. Staaten durch die Konstitution bekleidet ist, oder auch auf Grund spezieller Bestimmungen des Spooner-Ge-setzes. Beide Eventualitäten sind in diesem Falle genügend. Die CivilRegierung auf den Philippinen wird unter der militärischen Regierung etablirt werden und wird eine Civilregierung sein, welche durch die militärischen Prärogative des Präsidenten ausgeübt wird. Der Hafen-Kollektor in San Francisco wird von allen aus den Philippinen importirten Waaren den Dingley-Tarif erheben, da das Kabinet der Ansicht if. daß die ErHebung dieses Zolles in keiner Weise mit den Entscheidungen des Oberbundesgerichts in Widerspruch steht. Die detaillirten Vorschläge der Pbi-

lrppmen-Kommijjion. in welcher Weise die Civilregierung etablirt werden soll, liegt jetzt in Washington vor und wird binnen Kurzem durchberathen werden. Richter Taft wird per Kabel von seiner Ernennung zum ersten Civil-Gou-verneur der Philippinen in Kenntniß gesetzt werden müssen, da eine diesbezügliche briefliche Mittheilung ihm bis zum 1. Juli nicht übermittelt werden kann. Eisenbahn-Unfälle. P i t t s b u r g. Pa., 5. Juni. Der Passagier-Zug No. 106 der Nanhandle Eisenbahn, als der Carnegie Akkommo dationszug bekannt, fuhr in der Nacht zum Dienstag im Troy Str. Tunnel in eine mit Oel gefüllte Tank - Car. Das Oel gerieth sofort in Flammen und der Passagierzug wurde ganz zer stört. Es befanden sich glücklicherweise nur neun Passagiere an Bord und diese entkamen durch das Hintere Ende des Tunnels. Der Verlust, den die Eisen-bahn-Kompagnie erleidet, beläuft sich auf viele Tausend Dollars. Atlanta, Ga.. 5. Juni. Am Dienstag fuhr hier, in der Nähe der Reparaturwerkstätten der Southern Eisenbahn, eine Rangir-Lokomotive in einen vorbeifahrendenPaagierzug und es wurden dabei drei Passagiere getödtet und fünfzehn verletzt, drei davon wahrscheinlich lebensgefährlich. Die Getödteten sind: Frau A. A.

Lemmon von McDonough, Ga.; deren ' 10 Jahre alte Tochter Arma und H. H. ! Vickers von Floville, Ga. . Die wahrscheinlich tödtlich Verletzten : sind: Frau Julia Kersey von Atlanta; j A. F. Vunn und A. Fouche von McDonough, Ga. Gerade jenseits derReparatur-Werk-stätten befinden sich eine Menge von Nebengeleisen. Auf einem dieser Neb.'naeleise und nur weniqe fuß von dem

Hauptgeleise entfernt, stand eine Ran- spieler und Theater-Unternehmer. er-qir-Lokomotive. die nur urze Zeit vor- . schoß hier im Hotel Vernon die Schauher von dem Maschinisten und dem , spielerin Frl. Edna Stokes aus SedaHeizer verlassen worden war. lia. Mo. Das Paar lernte sich vor 6 Als der Zug die Stelle passirte, an Jahren gelegentlich eines Gastspiels in der dieses Nebengeleise sich mit dem St. Louis kennen, sie spielten dann geHauptgeleise vereinigt, fuhr die Ran- ' meinschaftlich in verschiedenen Städgirlokomotive plötzlich rückwärts in den ten des Landes und fanden im letzten Zug hinein. Der Waggon erster Klasse . Herbst ein Engagement bei der GeseUwurde umgeworfen und theilweise zer-': schaft, welche ständig hier im Victoria stört; ein Pullman-Waggon wurde vom ' Theater spielt. Das Paar hatte ein Geleise geworfen und ein anderer wur- heftiges Renkontre vor drei Tagen und de ganz zertrümmert, während der Forshav soll die Stokes arg mißhanRauchwaggon theilweise zerstört wurde, i delt haben. Sie gab daher den HotelDie Getödteten befanden sich in dem , Angestellten Ordre, Forshay nicht vor-

Waggon erster Klasse. Nachdem die , Todten und Verletzten fortgebracht worden waren, wurde G. B. Dunton, ein Angestellter der Southern Eisenbahn, wegen unordentlichen Betragens verhaftet. Diese Anklage wurde nur erhoben, um Dunton festhalten zu können. Er wurde wirklich auf den Verdacht hin verhaftet, die Rangir-Loko motive in den Passagierzug hineinge- i rannt zu haben ob absichtlich oder unabsichtlich, darüber ist vorläufig noch j nichts bekannt. Dunton bestreitet, ircend etwas mit dem Unglucksfall zu thun gehabt zu haben, und er behaupt

tet, auch nicht auf der Lokomotive ge- den Hotelangestellten eingeholt und der Wesen zu sein. Die Eiser.bahnbeamten Polizei übergeben. Er hatte offenbar erklären aber, daß er gesehen worden Selbstmord zu begehen beabsichtigt, da sei. wie er die Lokomotive bestiegen ha- sich an seiner Person ein Abschiedsbrief be. und auch, daß er nichts darauf zu an seine Mutter, sowie ein Brief an den thun gehabt habe, da er ein Yard-Kon- hiesigen Polizeichef befanden. Im entdukteur sei. Dunton hat mehrere Wun- i scheidenden Augenblicke fehlte ihm, den am Kopf und er giebt zu. sie bei ! scheint es, der Muth, sein Vorhaben dem Zusammenstoß erhalten zu haben, j auszuführen, er besteht aber darauf, daß er nicht auf Forshay wurde während des Tages der Lokomotive gewesen sei. Die Be- von einer Coroners-Jury an die Groß-

amten der Southern Bahn schickten bald nach der Katastrophe anen Spe-zial-Zug nach McDonough, um Herrn Lemmon, dessen Frau und Tochter bei dem Zusammenstoß ums Leben kamen, nach Atlanta zu bringen. Herr Lemmon brachte dtt Leichen am ilcachmtttag nach McDonough zurück. Dampfer - Wettfabrt. Cleveland. O.. 5. Juni. Die Wettfahrt zwischen dem Clevelander ! Passagier-Dampfer City of Ene" Von der Cleveland und Buffalo Transit Co. und der Tashmoo" von der White Star Co. von Detroit war eine der interessantesten Wettfahrten, welche tmals auf en großen Seen stattfanden. Die Erie" legte die Distanz von ICO Meilen in 4 Stunden, 19 Minuten und 9 Sekunden zurück und schlug ihre Rivalin, die Tashmoo". nur um 45 Sekünden. Außer dem Ruhm, das schnellste Boot auf den Seen z sein, gewann die Erie" für diejenigen, wel ehe auf das Schiff gewettet hatten, volle $100,000. Das Wetter war der Tashmoo" entschieden günstig, da der See so ruhig wie ein Teich war und die Tashmoo" bei ihrem geringen Tiefgange durch hohen Seegang schwer behindert morden wäre, während die ..Erie" bei jedem Wetter große Schnelligkeit entwickeln kann. Die ganze Strecke war mit Ex kursionsbooten besetzt, welche die Wettfahrt aus nächster Nähe beobacht.'n wollten und am Ufer standen dichte Menschenmengen. Beide Boote waren für die Wettfahrt ;lar gemacht und Alles yom Deck eni-

jnm, was oem Wmbe lrger?? welchen Wiederstand bieten konnte. Auf der Eric" hatte man selbst die Rektungsboote unter Deck gebracht. Mehrfach war die Eric" mehrere Längen binter der Tashmoo" zurück, während aber dic Letztere ruckweise bald große und bald geringer? Geschwindigkeit entwickelte, fuhr die Erie" mit fast unverminderter Schnelligkeit und überholte vor Ashtabula Tashmoo" um einige Längen. Als das siegreiche Boot am Abend wieder in Cleveland einlief, wurde es mit riesigem Enthusiasmus empfangen. Der Asphalt - Dampfer gefunken. A t l a n t i c C i t y. N. I.. 5. Juni. Der britische Dampfer Renaldo", von Trinidad nach New York bestimmt, dessen Ladung von Asphalt geschmolzen war, was zur Folge hatte, daß oer Dampfer sich stark zur Seite neigte und am Montag hier von Anker gehen mußte, ist am Dienstag Morgen ungefähr eine Meile von Youngs Pier entfernt untergegangen. Das Schiff liegt in ungefähr sechs Faden Wasser. Die Mannschaft kam in Ruderbooten ans Land.

Asphalt-Funde. New York 5. Juni. Einer Kabeldepesche aus Ecuador zufolge sind sehr reiche Asphalt-Lager auf der an der Küste von Ecuador gelegenen Insel Salango gefunden worden. Trinidad liefert jetzt den meisten Asphalt, der auf der Erde verbraucht wird, und die ganze dortige Produktion wird von dem Trust kontrollirt. Mord aus verschmähter Liebe. Cchicago. 5. Juni. Edward Forshay. von Kansas City, ein Schauzulassen und mahrend des Tages wurve lym aucy zwei oer gratn zu dem Zimmer der Stokes verweigert. Er bat den Besitzer. Frl. Stokes rn den Parlor des Hotels rufen zu lassen, wo er sie in seiner Gegenwart sprechen wollte. Der Eigenthümer gab seine Einwilligung und Frl. Stokes kam in L fW W L. den Parlor und sprach etwa zehn Mlnuten mit Forshay, als dieser plötzlich einen Revolver zog und Frl. Stokes durch die Lunge und die Brust dicht unter dem Herz schoß. Sie war fast augenblicklich eine Leiche. Forshay versuchte zu entfliehen, wurde jedoch von geschworenen überwiesen. Forshay sagte, daß er die Absicht gehabt habe, den Eigenthümer des Hotels, Herrn Vernon Jones. zu todten, die Kugel aber fehlgegangen sei. lEinemLynchgerichentgan - gen. P i t t s b u r g, Pa., 5. Juni. B?njamin Foley. der angeblich einen verbrecherischen Angriff auf ein vier adre altes Mädchen gemacht haben soll und am Montag beinahe in McKecsporl von einem wüthenden Volkshaufen gelyncht worden wäre, wurde am Dienötag Morgen zu früher Stunde im hieiigen County - Gefängniß abgeliefert. Der Mayor Black von M'Keesport hatte in Erfahrung gebracht, daß qe Heime Versammlungen abgehalten wurden. in denen ein Plan für die Erstürmung des Gefängnisses vereinbart werden sollte. Er benutzte dic temporäre Ruhe, um den Gefangenen hierherbringen zu lassen. In die Tinte gerathen. Co lu m bus. O.. 5. Juni. Clay M. Runyan und Burt I. Steel wurden am Nachmittag dem Supreme-Ge-richt unter der Anklage der Mißachtung des Gerichts vorgeführt. Die beiden Männer sind beschuldigt, sich die Fragen verschafft zu haben, die den Kandidaten für die Zulassung zum Barreau vorgelegt werden sollten, und die selben den Studenten zum Verkauf angeboten zu haben. Der Fall wurde auf Wunsch der Anwälte dr beiden Angeklagten bis zum Fitag vertagt. Weitere Depeschen auf Seite 5.

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