Indiana Tribüne, Volume 24, Number 257, Indianapolis, Marion County, 4 June 1901 — Page 7

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Weltmacht.

Roman von M. S t ahl. (Fortsetzung) Und wenn sie zuweilen, aus Angst vor den Quälereien des Gatten, eine schüchterne Bitte an die Tochter wagtc, doch lieber nicht den Abend wegzu bleiben oder wenigstens nicht gar so häufig die Geduld des Vaters auf die Probe zu stellen, wurde sie von Wulf, hild hart angelassen und bekam Vorwürfe und Klagen zu hören, die ihr noch weit empfindlicher und schmerzli cher waren, als die des Gatten. So litt sie aus Mutterliebe ein wahres Martyrium. Sie besaß die Tugend der Schwachen, die Fähigkeit zur Selbstaufopferung, in hohem Maße. In den Tagen ihres Glanzes, der gesicherten Lebensstellung und des behaglichen Genuhlebens, hatte vie Familie von Dellmenhorst solche Zerwürfnisse nicht gekannt. Armuth und Noth zerbröckelten und zertrümmerten Stück für Stück die Piedestale ihrer Selbstherrlichkeit. Es zeigte sich wie stets in solchem Falle, wie leicht Geburts- und Standesvorzüge mit Tugenden verwechselt werden. 2 0. Cap ite l. In dem alten Bankhause Normann waren große Veränderungen vorgegangen. Wenige Wochen, nachdem Justus Normann Elfriede Eichler geheirathet hatte. Zehrten seine beiden Söhne. Martin und Gotthold, aus Amerika zurück und associirten sich mit ihrem Vater. Die Wiederverheirathung des Vaters mit einem jungen, gänzlich Vermögenslosen Mädchen hatte ihnen das Vertrauen in seine Geschäftsleitung und in seinen Charakter völlig genommen. Und da Justus Normann seine Leidenschaft für Elfe selbst als eine Schwäche empfand und seinen Söhnen gegenüber kein freies Gewissen hatte, kam er sehr schnell gänzlich unter ihre Oberhoheit. Er war weder ihrem Geschäftsgeist noch ihrer amerikanischen Rücksichtslosigkeit gewachsen. Martin und Gotthold bewohnten und beherrschten die ganze untere Etaqe und die Geschäftsräume des alten Lindenhauses. Der Vater hatte sich mit seiner jungen Frau in das obere Stockwerk zurückgezogen. Die erste einschneidende Veränderung. die Justus Normann gleich nach der Rückkehr seiner Söhne fühlen ließ, daß er seine Rolle ausgespielt, war die Entlassung des alten Geschäftsführers Gerhard. Die Brüder überblickten sofort die Situation und erkannten den Niedergang des Geschäfts. Sie kannten keine Wahl. Pietät und Rücksicht waren ihnen unbekannte Begriffe, sie ergriffen mit fester Hand die Zügel der Geschäftsführung und schoben die beiden altmodischen Schwachköpfe", wie sie ihren Vater und seinen Disponenten nannten, bei Seite. In sehr kurzer Zeit hatten sie das ganze Terrain ihrer Heimathsstadt sondirt und alle Bewohner nach ihrem Werth taxirt, d. h. nach den Geschäftschancen, die sie ihnen boten. Eine gewisse innere Verwandtschaft führte sie sehr bald mit Blumberg und Löffler zusammen. Der Geschäftsgeist dieser Beiden glich an Skrupellosikeit dem ihren, und in der Vorliebe für materiellen Lebensgenuß waren sie ihnen ebenbürtig. In anderen Dingen ergänzten sie Sch. Die Brüder Normann vertraten das Capital und die beiden Hosbeamten die erste Macht im Lande durch den direden Einfluß Löfflers auf den Herzog. Die beiden Normanns w.ren sofort entschlossen, sich diese Macht nutzbar zu machten. Sie kargten den stets geldhungrigen Beamten gegenüber nichi nli. Vorschüssen, und durch ihre VerMittelung borgten sie dem Prinzen Arnulf größere Summen, denn der Prmz steckte noch immer tief in Schulden. Die zehntausend Mark seines Vaters hatten ihn nur gerade über Wasser gehalten, und nichts war ihm willkommener als d'ie Eröffnung einer neun Geldquelle. Martin und Gotthold Normann gaben aber nie im Leben einen Pfennig, ohne eine Mark dafür zu ernten. In diesem Grundsatz gipfelte ihre ganze Lebensweisheit. Für ihre Gefälligkeit ten mußte ihnen Löffler Armeelieferungen verschaffen. Damit war ihr Wohlstand begründet und gesichert. Sie ernteten Hunderttausende, wo sie nur Hunderte hingaben und einige Tausend. In kurzer Zeit kl:m das alte Bankhaus zu großem Aufschwung und blühte neu empor, aber es hatte seinen früheren, soliden Charakter ganz eingebüßt und wurde von dem skruvell?sen. amerikanischen Geist oerwegener Speculation beherrscht. Eine Speia.ität war jetzt neb dem Getreidehandcl die Güter? usschlachtung. Es war an einem schönen Frühlingstage, ungefähr ein Jahr nach der Rückkehr der Brüder, als diese sich zu einer wichtigen Geschäftsberathung in demselben Zimmer zusammengefunden hatten, in dem ihr Vater einst dem Oberst von Dellmenhorst seinen ContuxZ mitgetheilt. Die Bilder von Vater und Urgroßvater waren von ihrem Platz verschwuncen. Julius Normann hatte üe

mit sich m das overe Stockwert genommen, und an Stelle der strengen Ehrenwächter des alten Haufes hingen amerikanische Reklamen, Eisenbahnund Dampfschifffahrtskarten und einige secessioniftische Gemälde in grel len Farbentönen. Doch vor dem Fenster standen noch dieselben Lindenbäume, in denen eben wieder der Frühling knospte und süße Voge'stimmen von jungem Leben und neuer Liebe jauchzten. Ein brillantes Geschäft", sagte Martin, der ältere, der in einem kaffeebraunen Rock mit hellen Hosen nach amerikanischem Schnitt, am Schreibtisch saß und rechnete. ..Da giebt es kein Besinnen, wir müssen schnell zugreifen." Beide Brüder trugen die glattrasirte Oberlippe und den kurz geschnittenen Backenbart der Aankees, ihre kurzen, gedrungenen Gestalten und die fleischigen, farblosen Gesichter mit den scharfen hellgrauen Augen ließen sie wie Zwillinge erscheinen. Ohne die frühe Jugendschönheit ihrer verstorbenen Mutter geerbt zu haben, alichen sie dieser, doch sie hatten die Askese der leberkranken, gallsüchtigcn Frau in feisten, gesunden Lebensgenuß verwandelt. Also lassen wir den Vater rufen." erwiderte Gottbold, der die Hände auf dem Rücken hinter se'n m Bruder stnd und mit diesem in die vorliegenden Pariere blickte. Es acht ja nicht ohne ihn." Der alte Normann hatte gesetzlich noch eine gleichberechtigte Stimme im Geschäft. Obne ihn konnte kein Contract unterzeichnet, kein Wechsel au?--gestellt, keine Zahlung geleistet werden Laß ihn rufen." knurrte Martin zwischen den Zäbnen. Es ist nur eine Komödie, denn er muß ja doch, wie wir wollen, aber die Farce is: nicht zu umgeben." Auf den 'Ruf der Glocke trat ein iunger Laufbursche in straffer Haltung, ein. Der alte Herr soll sofort mal berunterkommen," lautete der kurze Befehl. Es dauerte jedoch eine gute Vierte!stunde, bis der alte Herr kam. Justus Normann hatte gealtert. Er war nicht mehr der schöne Normann. der stattliche Mann mit der hohen, ungebeugten Gestalt. Das volle braune Haupthaar war gelichtet und stark ergraut, die Haut welk und farblos geworden. Die Kleidung saß nicht mehr so adrett über den hageren Gliedern wie früher, und in den Auaen brannte ein zchrendes. unruhiges Feuer. Jbr Deutschen begreift doch nie, daß Zeit G:ld ist!" ließ Martin seinen Vater unwirsch an. Wenn Du in Deinem Leben immer siebzehn Minuten gebraucht haft, um eine Treppe bin, unterzugeben, dann wundert es mick nicht, daß Du es nicht weiter im Leben gebracht hast Justus Normann richtete sich unter diesen harten Worten höber auf un: stand mit einem letzten Rest von vä terlicher Würde vor seinen Söhnen. Wir Deutschen kennen noch andere Rücksichten als Geld und Geldgeschäft te", erwiderte er zornig. Goddam. aus den Flitterwochen könntest Du nun doch hinaus sein," lächelte der ohn mit beißendem Svott. aber wir wollen um Gottes willen nicht noch mehr Zeit verlieren. Gc:tbold. halte Du Vortrag, um was es sich handelt." Bei der rohen Anzüglichkeit Martinzuckte der alte Normann zusammen, als habe er einen Schlag bekommen. Das kurze Aufflackern seines Selbstgefühls war verflogen, er sah welker und gebeugter aus denn zuvor, als ei auf einem Sessel in sich zusammenqefunken Gottholrs Mittheilung lauschte. Es bandelt sich um den Ankauf einer Herrschaft, die unter Subhastation steht und zum Ersten unter den ,ammcr kommt," erklärte der jüngere Sohn. Er las nun von einer Liste alle Details des Geschäfts, die Größe des Areals, die Morgenzahl von Forst. Acker und Wiesen, das Inventar, die Hypothekenlast, Steuern und Abgaben. Netto- und Brutto - Einnahmen. Bei der Lage der Dinge bekommen wir das Ganze für ein Butterbrot und können die Kaufsumme sofort aus dem Forst herausschlagen." ergänzte Martin. Die ache ist klipp und klar, es bedarf weiter keiner Erwägung. Wir verlangen von Dir weiter nichts als den Federstrich Deiner Unterschrift, dann kanst Du Dich wieder ungestört Deinen ehelichen Freuden überlassen." Die Söbne sprachen selten ein Wort mit dem Vater, ohne seine zweite Ehe zu verspotten. Sie hatten es dahin gebracht, daß er jede Begegnung mit ihnen fürchtete. Wenn es so ist, wie Ihr meint." sagte er finster und zögernd, aber es gefällt mir nicht das ist eigentlich kein Geschäft für uns für ein Haus wie das unsere. Wenn Euer Großvater Um Alles in der Welt komm uns nicht mit dem Großvater!" rief Martin heftig aufspringend. Wenn wir ebenso wie Du bei dem Großvater ste, hen bleiben würden, gingen wir natürlich denselben Weg. d. h. bergab, dem Ende entgegen! Es ist unmöglich, mit Dir vom Geschäft zu reden! Ich rathe Dir, vns General - Vollmacht zu geben und Dich ganz zurückzuziehen, damit Dich nichts bei dem Cultus Deiner Familien - Traditionen stört, die nun doch einmal in die Rumpelkammer, aber nicht auf die Weltbühne modernen Geschäftsverkehrs gehören!" .Laßt doch die Streitereien!" unter-

brach Gotthold ärgerlich semen Bruder. Ich habe keine Minute Zeit zu verlieren. Also, Deine Unterschrift. Vater! Wir wären blöde Narren, wenn wir uns dies Geschäft entgehen ließen! Stockhausen ist ein Besitz, bei dem zum mindesten ein Profit von Hunderttausend herauszuschlagen ist, ohne daß wir einen Pfennig in baar verausgaben." Stockhausen?" rief der alte Nor. mann erschrocken. Stockhausen, daS Dellmenhorstsche Familiengut?" Freilich der jetzige Besitzer, ein dummer Bengel. der nichts von Landwirthschaft und noch weniger vom Geschäft versteht, dafür aber vierelang fuhr und Rennpferde hielt, hat sich in kurzer Zeit ebenso fest gemirthschaftet wie der alte Nußknacker, der Dellmenhorst, berichtete Gotthold gleichmüthig. Das geht nicht, das geht nicht! laßt Eure Hände davon!" rief Justus Normann, bleich vor Ausregung seinen Söhnen entgegentretend. Hier hat der Oberst das Vorrecht, und es ist meine heilige Pflicht, ihm zu helfen, sein Eigenthum zurückzugewinnen! Vielleicht wird sich ihm nie wieder eine ähnliche Gelegenheit bieten!" Was redest Du? was sagst Du?" fragten beide Söhne zugleich, beide gleich zornig und ungeduldig über den neuen Einwand. Der Augenblick ist gekommen ich muß Euch mittheilen " begann der alte Normann stockend, und sich zusammenraffend fuhr er fort: ..br wint damals nach den Ver-

, lüften bei Baker u. Co. in New York, j brachte mich der Zusammenbruch der 'tterschaftlichen Privatbank hier an ren "and des Ruins " ,,Glo?rcichen Angedenkens!" murmel Martin spöttisch. ..Aber Jt,r mißt nicht, daß außer PetsÄ der Oberst von Dellmenhorst mein Haupt - Gläubiger war neben Lenz und Bierbaum. Alles Andere batte für mich nichts zu sagen neben dem Unglück, das ich über ihn und sein Haus brachte. Die Anderen konnten den Verlust ertragen er nicht! Er kam mit einer Summe von 250.00O in Verlust, und das bedeutete seinen UnHergang, den Ruin!" Um so schlimmer sur tyn, aver was aeht das uns jetzt an?" unterbrach Gotthold ungeduldig seinen Vater Muß es sein, diese alte Geschichten '.'M aufzuwärmen, dann bitte, mach's kurz." Es aeht uns so viel an. als daß ich mit meiner Ehre verpflichtet bin. ihm seinen Verlust zu ersetzen," erwiderte der Vater mit starker Betonung. Damals in jener schwersten Stunde meines Lebens, als er nach hartem Kampfe auf den Accord einging, der mich vor Schande und unser Haus vor dem Untergang bewahrte, beschwor ich ihm bei dem Andenken meines ehrenhaften Vaters und bei der Ehre unseres Namens, meine ganze Kraft darr , zu setzen und nicht zu ruhen, bis ich ihm seinen Verlust ersetzt und seine recktmäßigen Ansprüche besriedizt hätte. Der Zeitpunkt ist nun gekommen, wo ich es. nicht länger mit meinem Gewisi'en verantworten kann, daß wir ihm das vorenthalten, was wir ihm schulden. Ihr werdet Euren Vater in dieser Ehrensache doch nicht in Stich lassen wollen! Ihr müßt einsehen, daß es unvereinbar mit der Würde unseres Hauses ist. jetzt Stockhausen. das er durch meine Schuld verloren, mit großem Vortheil an uns bringen, ebe wir nicht seinen Forderungen gerecht geworden sind. Ja. wir müssen ihm die Vorhand lassen, sein früheres Eigenthum zurückzugewinnen, wenn dies im Bereich der Möglichkeit liegt." Beide Söhne starrten ihren Vater einen Augenblick fast sprachlos an. Besitzt der Oberst etwas Schrift!: che's. irgend eine Urkunde mit Deiner Unterschrift über dieses Abkommen?" fragte Martin scharf und gespannt. Er hat mein Manneswort, meinen Eidschwur das genügt unter Ehrenmännern." Bleiben wir bei der Sache und lalsen" wir alle Phrasen und Sentimentalitäten bei Seite." entgegnete Martin trockenen Tones. Unter Geschäftsleuten gilt nichts als die gesetzlich bindende Namensunterschrift, Der Oberst ha: die Deine nicht, folglich sind wir ihm zu nichts verpflichtet. Was gescheben ist, ehe wir, Teilnehmer des Geschäfts wurden, geht uns nichts crn. Narren wären wir. die unter Curatel gestellt werden müßten, wenn wir unser sauer verdientes Geld für Deine früheren Unzulänglichkeiten heraeben wollten!" Was sagst Du?" Höre ich recht?" stammelte der Vater zu seinem Sohn tretend und flehend die Hand auf seinen Arm legend. Das Ehrenwort, der Eidschwur Eures Vaters nicht bindend für Euch für mich für unscr Haus? Du hast mich wohl nicht verstanden? Ich will eZ Dir wiederholen, was sich damals zugetragen " Ich habe Dich vollkommen verstauden. aber Du bist nicht im Stande, zu verstehen, was Geschäft ist." schrie Martin seinen Vater mit der Geberde höchster Ungeduld an. Du rechnest mit Begriffen und Werthen, die es unter uns Geschäftsleuten absolut nicht giebt. Bei uns giebt es Zahlen und gesetzlich bindende Urkunden weiter nichts! Alles andere ist Sentimentalität und himmelblaue Romantik für Phantasten und alte Weiber!" Also dahin, dahin ist es mit Euch ! gekommen? Ihr kennt kein Gewissen. keine Ehre mehr? Der Schacher ist ! Euer Goit. und die Kuntt. andere zu

ubervortheilen. Eure Ebre?" rief der alte Normann verzweifelt. Es ist Euch gleichgültig, ob man Euren Vater einen wortbrüchigen Schuft nennt, wenn Ihr nur den sicheren Profit in die Taschen streichen könnt? Aber nein! Das soll und darf nicht sein! So lange ich lebe und athme, sollt Ihr solche Unehre n?cht über unser Haus bringen! Ich verweigere Euch meine Unterschrift! Ohns mich könnt Ihr nichts machen. Besinnt Euch einmal auf Euch selbst, welchen Namen Ihr vertretet! Denkt an Eure selige Mutter. die eine streng gottesfürchtige, ehrbare Frau war!" Bitte, nur keine Theaterscenen!" lächelte Martin mit eisigem Svott, und in diesem Augenblick sah er der streng gortesfürchtigen, seligen Mutter so ähnlich, daß seinem Vater ein kalter Schauder durch die Glieder ging. Er hatte dieselben erbarmungslosen Augen, die Justus einst gefürchtet. Du verweigerst uns also Deine Unterschrift? Gut, es kommt auf einen Proceß an. Es wird uns ein Kleines sein, zu beweisen, daß Du ohne unser Verdienst nie im Stande gewesen wärst, an eine Rückzahlung dieser alten Schuld zu denken, mit der wir ab solut nichts zu schaffen haben." Und deren Rückzahlung schon insofern eine Unmöglichkeit für uns ist. weil uns die Rehabilitirung des atten Dellmenhorst die Allerhöchste Ungnade des Herzogs zuziehen würde, und das bedeutete jetzt Verluste für uns. die dem Ruin gleich kämen," fiel Gotthold ein. Du weißt, daß. unsere Existenz jetzt zum größten Th?il auf Armeelieferungen begründet ist. die uns sofort entzogen würden, wenn wir dem Todfeind des Herzogs wieder auf die Beine helfen. Also davon kann gar keine Rede sein, wir würden es auf jeden Proceß ankommen lassen." Du hast die Wahl entweder die Unterschrift oder den Proceß," bekräftigte Martin unerbittlich. Sollte es zu einem Proceß kommen, so würden wir auf Deine Entmündigung klagen. Es würde uns nicht schwer werden nach allem, was vorgegangen ist. zu beweisen, daß Du nicht mehr im Stande bist, das Interesse unserer Firma zu vertreten und an der Geschäftsführung theilzunehmen, ohne dem Haufe Schaden zuzufügen. Dein Bankerott und die' darauf folgende vernunftwidrige Heirath sprechen gegen Dich. Mit dieser Heirath hast Du der sogenannten Familienehre, die stets Dein drittes Wort ist, mehr Abbruch gethan als wir mit unserem Schacher", wie Du ein vortheilhaftes Geschäft zu nennen beliebst. Es dürfte Dir nebenbei nicht ganz angenehm sein, wenn bei Gelegenheit dieses Processes die Bergangenheit Deiner Frau Gemahlin vor die große Oeffentlichkeit käme." Justus Normann, der unter den Worten seiner Söhne wie unter KeuAnschlägen zusammengesunken war. fuhr taumelnd auf und fragte heifer: Was sagst Du? Du Bube! Was sagst Du da gegen meine Frau?" Verzeih, Vater, wenn ich Dir vor allen Dingen den Rath gebe, ruhig Blut und kühlen Kopf zu behalten, wenn Du mit uns verhandelst. Deine Tiraden und Gefühlsergüsse, die wohl noch aus der 'Großvaterzeit stammen, machen auf uns absolut keinen Eindruck." erwiderte Martin gleichmüthig. Du weißt doch ebenso gut wie wir von der ehemaligen Bühnen - Carriere Deiner Frau Gemahlin, die ein zmlich schnelles Ende in einem gewissen cnarnrjr? spar nahm. Prinz Arnulf soll imstande sein. Näheres darüber zu erzählen." Lügner! Verleumder!" keuchte Jusius Normann zitternd mit fahlen, verzerrten Zügen. Sie ist unschuldig, es war eine Falle ein schändlich abgekartetes Spiel sie " Beruhige Dich unter uns bedarf es ja keiner Komödie. Ich rathe Dir, ungestört weiter an die Unschuld Deiner bezaubernden Gattin zu glauben, aber Dich nicht in unsere Geschäfte zu mischen. Du siehst. Du ziehst dabei den Kürzeren. Also wie ist es mit der Unterschrift?" Zortsetz'tng folgt.)

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