Indiana Tribüne, Volume 24, Number 256, Indianapolis, Marion County, 3 June 1901 — Page 7
Jndiana Tridune, 3. Juni 1901
Keine Bezahlung, wenn nicht geheilt. T M mrin Dorfes :ap iLrn T a'intrrx vnd Tranen JKl4f an Warnten üTanfbttien IctDrr: . ftttniajitacst tntfcBHAi tetwfltftr :T utftn. jRt-ama::m:T. rltf . kpma et Sbnur,en in irgend cuu-ui Zdet'e tf ...- PN. Dr.MeLaughlin'.le?rri,ch,rGu.let IfUt IfcnrU ur.t rar iirnrer al: l'fiVr. ct1r Srt ,,!' d aatant!ct rt!U freit Mi urer '.ilsr. Den i snruo c. nud cor;anop ftinr v.'.un.' I MI .'tr Ade! itt Win "öt mt Tljfce- itrS. 5s.i .M -i:t irum bürt lOutnrtl ucd, irr:---: n. ' . ;-uu.t'. :v,;mcaoo rr lUlrtaTiC Tnitio UlNW i- ui't ' Tr. A P. MeLanghli, 214 State Straße. Chicago. Jacob Roller, 501 N. Washington Str. Restaurant und Sample Room. Guter Vunch und vorzügliche Grttönk. Offen Tag und Nacht. PETER BANY, 184 Süd Telawere Str. Deutsche Wirthschaft und Billiard-Ammer. ame Weine, Liquöre und ßigamn. Warmer unch von 9 biS 1. Gutes Bier, mportirte Meine und feine Cigarren )eden Samstag warmer Cunch CHAS. L0EWER, 1809 Süd tzait Straße. HOTEL - RESTAURANT. BISMARCK, cd.... JH0-1MS znrolvb 9u : Sammelvlab der Deutschen. ! Crown Laundry, 1237 Oft Washington Strahe. ragen und TilatifAftten ic. kraitrt:n frei. Nlle rbelen mrien ciarantin. cbgekvll und abg' eiert. Irlevdon WtM. iin,1iennialdk ein? ?ve'a!ikäl. Progress :: Laundry, Z tat0f!tct: Z o. :12 314 Ost Market Strasse. i 22H Massachusetts Slvenue. HweiaOmteu : 2 '.'kord SRttteti Straße. ) 622 Ost Waibinton Str. Viacht VMfiftltaf Vaildarbkitrn. ZrlkLbonirkn stt 0 llil für ten JUaaen. fCrMrr Landers. Präsideiitin. Mary Madanei,. , 2r'vrtäna. VSIOS C0-0PERATIVE LAUN0RY. John 5. WKite, Schatzmeister unv eiüftf ä&rer Telephon Ititi9. Jlacnturc überall. Hcrgcrt Dich letn oge. te trlt ich au unt erst cl niftt Bon t. lornbcr fe t 14 an KOlÄNDO vCBtt r Bo rnar mu 'Sr Sxtn uge oc Rsitfetgt kltlgt Aurft. S ge Barben ?$mtilof f.nttclta Brillen Vk nach fct Mftta eb - r alt Su Vernriethen : Zimmer im Majestic Gebsude tu revuzirten Preisen. Das feinste Osfia-Gebäude in der Stell, ollftandig senersicher. Ecknelle ffahrftutzl, aJU modernen Vequkml chkeUe. Nachzufragen bei sevnv &. APFEL seilte, fftt die Jadianapoli Va T. GIERKE, Deutscher :-: Buchbinder. G chd ! tr.. texatrml ) ßlSf
Weltmacht.
Roman von M. S t ahl. (Fortsetzung) Wulfhild zögerte zwar, ein so großrnüthiges Anerbieten anzunebmen. aber Elvira wußte sie zu überreden, daß es eine höhere Pflicht sei. solche Begabung nutzbar zu machen, sobald sie den großen Erfolg für sich habe, bringe sie öem Professor als seine Schülerin unendlichen Nutzen, der alle gebrachten Opfer zehnmal aufwöge. Schließlich siegte der Selbfterhaltungstrieb. und Wulfhild willigte ei. Eine größere Schwierigkeit lag in dem Widerstand ihres Vaters. Sie verschwieg ihm zwar den Veriehr mit der Prinzessin und ihre Vermittlung, aber sie konnte ihm den Zweck ihres Musikstudiums nicht verschweigen, wenn sie es berufsmäßig betreiben wollte. Sie mußte dreimal in der Woche nach der Stadt fahren zum Unterricht und täglich mehrere Stunden üben und Musik ftudiren. Der Oberst verweigerte zunächst seine Einwilligung. s gab bewegte Familienscenen. Er fand es rm höchsten Grade unpassend, daß sie das Anerbieten des unentgeltlichen Unterrichts angenommen. und warf ihr Mangel an Ehrgefühl und Stolz vor. Das thut keine Dellmenhorst.' schrie er sie zornig an. Sich von so einem Fotzke von Musikprofessor protegin lassen! Du wirft ja sehen, wohin das führt, was Du Dir alles mußt gefallen lassen!" Davor bist Du sicher, Papa, ich lasse mir nichts gefallen," entgegnete Wulfhild erbleichend aber runig. Lehre Du mich die Welt kennen! Glaub Du, so einer thut etwas umscrist?" Ich habe ihm gesagt, daß ich ihm später meine Schuld abtragen werde ..Larifari, daran glaubt er nicht. Thu mir die einzige Liebe und warte noch die paar Monate, bis Roder: zurückkommt!" Ich kann nicht, Papa, ich kann nick,t diesen ganzen langen Winter mit nutz?cs?m Warten zubringen! Und was nützt es mir. wenn Rodcrich kommt? So lieb ich ihn habe, möchte ich doch nicht lebenslänglich bedingungslos auf seine Gnade angewiesen sein. Er ya. für seine Zuiur.ft und für Euch zu sei-fl-n. Ick stehe lieber auf eigenen Füßen; siehst Du. das ist mein Ehrgcfühl!" Der Streit zwischen Vater und Tochter nahm kein Ende, und die Sache wurde ganz schlimm, sobald Frau von Dellmenhorst sich einmischte und ihre Gatten begütigen wollte. Aber lieber Egolf. bedenke. e? kommt heutzutage oft vor, daß Damen von Geburt derartige Berufszweige ergreifen." fiel sie ihrem Gatten in die Rede, in der muthigen Absicht, der Tochter zu Hilfe zu kommen. In Verlin soll sogar eine Fürstin " Piznatelli. jawohl. Cancandame im TingelTangel geworden sein, meinst Du." höhnte der Oberst. .Sw schönes Beispiel, das Du Deiner Tochter af?llft! Wahrbaft.gcn Gott-, das ist nachahmungswerth! Na, ich würde mich hiernach allerdings über nichts mehr wundern!" Wulfhild setzte zwar wie gewöhnlich ihren Willen mit großer Energie durch, aber der Riß zwischen Vater uni Tochter wurde tiefer und es gab eine gegenseitige Erbitterung. Sie verstanden einander nicht mebr. Wulfhild fühlte seine Forderung, daß sie ibre Individualität und ihr Lebensglück einem bereits gescheiterten Familienansehen opfern und in thatenloser Resignation verkümmern sollte, wie eine Ungerechtigkeit und Grausomkeit. Ihre lebenskräftige Natui empörte sich dagegen und wandte sicb gegen cen DM wie gegen einen Feind. it eir.em röen Trotzaefühl machte sie ihm offene Opposition und be flenn ihr FtudhlTl mit aroßem Eis-. Er sagte kein Wort mehr, abtr er ignorirte dies Studium gänzlich und b'ec:cktete eine Tochter nur. so weit eZ nothwc.d-g war. Unter diesem gksp:te YtthBtni litt die arme Frau von Dellmenho'.n am meisten, und das Leben auf dem Waldhof, das an und für sich wenig Reize hatte, wurde im höchsten Grade ungemüthlich. Der Oberst suchte wieder einmal einen Ableiter für seine gereizte Stimmung in seiner Pompadour-Broschüre. Er verschwand förmlich in Tabaksw.,!ken und hinter Papiermassen, die berghoch aus dem Papierkorb hervorquollen. warf mindestens ein Mal jeden Tag das Tintenfaß um und schrieb einen so unzweideutigen. drastischenStil, daß seine geängstigte Gattin ihn im Geiste bereits als Hochverräther hinter Schloß und Riege! sah. Zuweilen empfand Wulfhild noch et. was Gewissensbisse wegen ihres Verkehrs mit der Prinzessin, aber sie wußte diese Skrupel zu betäuben. Der Groll gegen ihren Vater half ihr darüber hinweg. Sie sah Elvira häufig, dieselbe empfing sie sogar unter vier Augen im Schloß, wo sie für die Dienerschaft Fräulein von Horst" war. Unter diesem Pseudonym hatte sie sich auch bei dem Musikprofessor einführen lassen. Am liebsten traf sie sieh mit der
Prinzessin in der Feenlust, wo sie oft. nach beendetem Gesangunterricht zusammen den Thee einnahmen. Prinz Arnulf störte fast jedesmal dieses t&te-fc-tete, wenn seine Schwester um nicht vorsätzlich fern hielt, indem sie ihm Wulfhilds Besuch verschwieg. Es hing von Elviras Laune ab. ob sie ihm das Vergnügen gönnte. Er wußte das und war darum stets sehr fügsam und liebenswürdig gegen sie und sie benutzte die Macht, die ihr plötzlich über ihn gegeben. Für Wulfhild waren die Huldigungen des Prinzen eine kleine Zerstreuung. sie machten ihr sogar viel VerSnügen. Sie gaben ihr die beruhigene Gewißheit, daß sie reizvoll und be-
ehrenswerth war. Von seinem groen Leichtsinn und ausschweifenden eben hatte sie keine Ahnung und von der Unwissenheit ihres vornehmen Standpunktes aus war er nichts als ein ritterlicher Eavalier. mit dem es sich in der großen Sicherheit des ,.'- dlfse oblige" sehr angenehm verkehrte. Und schließlich war sie Weib genug, um der Versuchung, mit dem Feuer zu spielen, nicht widerstehen zu können. Sie wußte selbst nicht, wie machtvoll das Weib in ihr sich regte, wie Jugendblut und Jugendmuth nach Bethätigung verlangten. Sie war bald mit den fürstlichen Geschwistern auf ganz intimem Fuß. Jetzt planten alle drei den ersten geselligen Abend und Elvira ließ dazu die kleine Bühne im Spiegelsaal in Stand setzen. Sie waren einen ganzen Nachmittag mit der Auswahl eines Lustspiels beschäftigt gewesen, das sie zur Aufführung bringen wollten, wie mit Vorschlägen zur Darstellung von Charaden. Wulfhild hatte einige glänzende Einfälle und es gab viel Scherz und Neckerei dabei; Prinz Arnulf ließ sich die Gelegenheit zum Flirt nicht entgeden und Wulfhild ging so lange darauf ein. bis es ihr plötzlich überdrüffig wurde. Dann lag sie ausruhend im Sessel vor dem Malachitkamin und starrte wie abwesend in die Flammen. Eine grollende Ungeduld war über sie gekommen. Der Prinz mit seinem schönen Knabengesicht und der verhaltenen Gluth seiner Huldigungen hatte etwas Aufreizendes für sse. was ihre Nerven heute in unerträgliche Spannun versetzte. Wozu das alles? Wozu diese Tändelei. dies Komödiespielen? Es schien so zwecklos, es kam doch nicht eine einzige Stunde des Glücks dabei heraus. Ach, wie lang, wie lang war der Weg noch, den sie gehen mußle. bis sie das Glück fand, nach dem sie hungerte und dürstete? Der Prinz beugte sich plötzlich über die Lehne des Sessels, in dem sie lag. Elvira war bei den Arbeitern im Spiegelsaal. und es dämmerte im Gemach, das nur durch Ofengluth er. leuchtet war. Zuweilen flackerte ein Holzscheit auf und warf einen grellen Schein auf die Liebesschlacht des Deckengemäldes. auf die nackten Götter und Göttinnen, die sich mit blühenden Rosengeschossen bekämpften und die Rosenmassen von oben herabzuschleu dern schienen. Wulfhild war in diesem Augenblick der Gegenwart entrückt, ihre Seele suchte den Geliebten weit, weit über Länder und Meere hinweg. Sie träumte wieder von jener schmerzlich süßen Scheidestunde, wo er sie geküßt im tiefen Walde im brauenden Herbstnebel! Der Wind pfiff und klagte mit allelei seltsamen Stimmen um das alte Liebesschloß der todten Herzöge oder waren es die Geister lang vermoderter Schönen, die um verlorene Lust und gestorbene Liebe klagten? Der Prinz saß plötzlich auf einem niedren T'oouret zu ihren Füßen, und dann glitt er auf den Boden und lag langgestreckt auf dem zottigen, weißen Fell vor ihr. Mlt brennendem Blick sah er zu ihr auf. Setzen Sie Ihren Fuß auf meinen Nacken. Baroneß!" flehte er. Sie lächelte immer noch traumbefangen. Sie sab sehr schön aus. wie sie in einem ganz schmucklosen, aber nach der Mode eng anliegenden, dunklen Tuchkleid mit hohem Kragen in der hellen Seide des Sessels lag. Ueber der Stirn eine schwere Flechtentrone, in die das flackc:xde Feuer metallisch wimmernde L.chtttf'.:re streute. Seien S:e kein Kind. Prinz!" sagte sie halblaut. Da kniete er vor ihr. Glühend, sprachlos umschlang er ihre Kniee und preßte den Kopf gegen ihr Gewand. Sie war einen Augenblick fassungslos und wie betäubt. Er stammelte leise Lieüesworte und hob das brennende Gesicht empor, um sie zu küssen, aber sie wand sich aus seinen Armen und stand hochaufgerichtet vor ihm. Prinz Sie rgessen - Er war von Sinnen, ihr Widerstand machte ihn rasend, und noch einmal wollte er sie in wilder Umarmung an sich reißen. Er kam an die Unrechte, im näch sten Augenblick schlug ihn Wulfhild gerade in das Gesicht, so daß er zurücktaumelte. Es war ein harter Schlag, und seine Wange trug die Spur. Es thut mir leid, Hoheit.- sagte Wulfhild eisig, aber ich hoffe, - Sie werden es nie vergessen! Sie geftatten mir wohl, den Wagen zu besti. len?" .
C Iu7N wieder au sich. Das war grausam. Baroneß, ick werde es allerdings nie vergessen! Aber von Ihnen lasse ich mich schlagen und mit Fiißen treten! Erlauben Sie mir nur die Hand zu küssen, die mich schlug. Ich will ihnen meine Reitpeitsche holen, und dann dürfen Sie mich noch einmal schlagen. Oh. Sie wissen nicht, wie entzückend Sie im Zorn sind!" Hoheit, meinen Wagen.itte!' Um Gottes Willen, machen Sie seinen Skandal! Bleiben Sie. ich werde gehen. Sagen Sie meiner Schwester, ich sei dienstlich abgerufen. Aber versprechen Sie mir das Eine! Verzeihen Sie mir. und bitte, bitte, entziehen Sie uns nicht Ihren Besuch! Ich schwöre Ihnen, ich werde ein schlechter Mensch, ein Teufel, wenn Sie fortbleiben! Wollen Sie mir verzeihen und wiederkommen, als wäre nichts geschehen?" Wenn Sie mir dagegen oersprechen. in Zukunft Ja, ja. ich verspreche alles! Ich thue alles, was Sie wollen ich werde Sie nur noch aus der Ferne anbeten leben Sie wohl!" Man hörte Elviras Stimme, und er eilte hinaus. Dise Scene übte einen entscheidenden Einfluß auf den Prinzen aus. Er liebte zum ersten Male krnsthaft. Sein ganzes Wesen verwandelte sich unter Wlushilds Einfluß, sie vermochte alles über ihn. Sie hielt Wort und setzte den Verkehr mit den fürstlichen Geschmistern fort, als wäre nichts geschehen. Nur, daß sie dem Prinzen mehr Zurückhaltung und Würde zeigte, zuerst eine gewisse scheue Verlegenheit, di? ihr reizend stand. Das reizte ihn jetzt noch mehr als de? vorhergehende, übermüthige Flirt. AIs sie zum ersten Mal nach der Krisis die Prinzessin in der Feenlust besuchte, war er nicht dort erschienen, aber er begegnete ihr zu Pferde auf dem Waldwege und ritt ein paar Mi nuten neben dem Wagenschlag, indem er sich ehrerbietig nach ihrem Befinden erkundigte. Die tiefe Gluth, die ihre Wangen bei der Begrüßung färbte, erfüllte ihn mit rasender Freude und ließ ihn von neuem hoffen. Sie spielten dann in dem geplanten Lustspiel beide die Hauptrollen. Es war ein elegantes, kleines Salonstück ohne Leidenschaften, aber es brachte sie doch wieder näher, denn die Proben führten sie häufig zusammen. In diesem näheren Verkehr offenbarte sich dem jungen Prinzen, der nicht älter war als Wulfhild, ihr ganzes geistiges und moralisches Uebergewicht. Wulfhild besaß gerade das in hohem Maß. was ihm fehlte. Charakter und sittliches Ehrgefühl. Seine sonst liebenswürdig und reich veranlagte Natur fühlte die Ergänzung in ihrem Wesen. und mit dem leidenschaftlichen Jnstinct der Jugend zur Selbststeigerung klammerte er sich an sie. Er wurde zum Erstaunen seiner Umgebung solide. Die früheren Ausschweifungen, die Trinkgelage und Spielabende verloren die Anziehungskraft für ihn. Er wurde häuslich, verkehrte viel mit seiner Schwester, zeigte plötzlich Neigung und Talent für Musik, beschaftigte sich mit Literatur und Kunst. Er war sogar pflichttreuer im Dienst, in der Aasübung seiner militärischen Pflichten. Alles dies geschah nur. weil Wulfbild Thatkraft. Intelligenz und Tüchtigkeit von dem Mann als sebstoerstündlich voraussetzte, den sie ihrer Beachiung würdig halten sollte. So selbstverständlich, daß sie keine Ahaung katte, welchen moralischen Zwang sie dem Prinzen auferlegte. Sie ließ ihm oft durchblicken, daß sie Großes u.c Hebt, von ihir erwartete, daß seine Geburt, seine Stellung und die großen Mittel, über die er verfüg, khn zu Außerordentlichem verpflichteten. Das war ein gewaltiger Sporn, er glaubte plötzlich selbst daran, daß er zu Hervorragendem berufen sei und Großes leisten könne. Mit tiefer Befriedigung gewahrte dcr Herzog die Veränderung, die mit 'einem Lieblingssohn vorgegangen. Er sete alles aus Rechnung seines väteriichen Einflusses, jener letzten ernsthaften Auseinandersetzung, die er mit ihm .ebabt. Und a er glaubte, daß Prinz Ar nul' sich nun die Hörner abgelaufen habe und endgültig zur Vernunft gekommen sei, hielt er den Zeitpunkt für geeignet, ihn zum Herrn auf Ebersroda zu machen, dem prächtigen Lehn, das er der Familie Dellmenhorst entzogen. Mit dem Jahreswechsel erhielt der Prinz den Besitztitel. Dieses Ereigniß wühlte allen Groll und alle Bitterkeit im Herzen des Obersten von Dellmenhorst auf und brachte ihm böse Tage. Wulfhild hatte in dieser Zeit ein sehr br.ses Gemissen. In dem schweren Conflict ihres GeWissens ging sie zu ihrer Mutter und gestand dieser den Verkehr mit Prinzessin Elvira und dem Prinzen. Frau von Dellmenhorst war furchtbar erschrocken und zugleich sehr geschmeichelt. Ihre mütterliche Eitelkeit hatte für Wulfhild immer das Höchste im Sinne gehabt und namenlos unter der Degradation der so sehr bewunderten Tochter gelitten. Es war solch ein Trost, daß sie sich wieder in die Sphäre erhoben, wohin sie ihrer Geburt und all ihrer Vorzüge nach gehörte. Es konnte ja nicht ausbleiben, daß sie dort ihr Glück machte.
Frau von Dellmenkorst war viel zu schwach, um ihrer Tochter das moralische Gegengewicht zu halten. 'Sie that nicht, was sie hätte thun müssen. Sie machte Wulfhild nicht darauf aufmerksam, daß diese Heimlichkeit zu nichts Gutem führen könne, daß sie ihrem Vater Rücksicht und Wahrheit schuldig sei. Sie ließ sich vielmehr von der Tochter beeinflussen, ihr den Rath zu geben, den diese hören wollte, nämlich, die Heimlichkeit mit der größten Sorgfalt zu wahren. Wulfhild überredete sie dazu, daß sie unmöglich dem zwecklosen Groll ihres Vaters ihre ganze Zukunft opfern könne. Unter dieser Zukunft" verstand Frau von Dellmenhorst allerdings etwas anderes als ihre Tochter. Wulfhild dachte an ihre musikalische Carriere und die Mutter träumte im Stillen von einer glänzenden, standesgemäßen Partie. Und um diesen Preis machte sie sich zur Helfershelferin der Heimlichkeit. Sie bestärkte den Obersten in dem Glauben, daß Wulfhild unter den Schülerinnen des Professors Sprengel einen passenden, angenehmen Umgang gefunden. Der Oberst zeigte sich merkwürdig mißtrauisch. Er hatte nun einmal einen Zorn auf den Musikprosessor. der feiner schönen Tochter umsonst Unterricht gab. Er war nicht im Stande, einem' Menschen ein selbstloses Jnteresse zuzutrauen. Außerdem konnte er sich nicht damit besreunden. daß die gesellschaftlichen Rücksichten frühere? Tage nicht aufregt erhalten wurden. Es war ein Verstoß gegen diese gesellschaftliche Sitte, daß Wulfhild die Fabrten nach der Stadt ohne jede Begleiiung machte und zuweilen sogar spät, mit dem letzten Zuge heimkehrte. Wulfhild erwiderte ihm. sie trage keine Schuld an den veränderten VerHältnissen. Es sei nicht möglich, die Etiquette aufrecht zu erhalten, wenn die Mittel zur Repräsentation fehlten. Der Oberst wurde fuchswild. Er warf ihr vor, zum Anstand und zur quten Sitte gehörten keine äußeren Mittel, sondern nur Taktgefühl und Frauenwürde. Letztere müsse ein anständiges Mädchen unter allen Umständen wahren. Ich habe eine andere Ansicht von Frauenwürde wie Du", war Wulfhilds Antwort. Es ist unter meiner Würde, lebenslänglich hilflos und abhängig zu bleiben, ich muß den Kampf mit dem Schicksal aufnehmen. Ich opfere lieber die Rücksichten aus die Etiquette, ehe ich hier auf dem Bauernhofe unthätig verkümmere. Das sind verrückte, verschrobene Emancipationsideen", wetterte ihr Tzter. Du wirst Dir und vielleicht auch uns die Rückkehr zur guten Geselllchaft unmöglich machen, wenn Roderich uns rehabilitirt und die alte Position zurückerobert hat!" Darauf kann ich nicht warten. Bis dahin würde ich eine traurige, stumpfsinnige alte Jungfer geworden sein, wenn ich hier unthätig vergraben blei" ben sollte." erwiderte Wulfhild mit kalter Ruhe. Es blieb ein offener Streit zwischen Vater und Tochter, die sich nicht mehr aussöhnten. Der Druck der Noth und des Unglücks. der stets die wahre Natur des Menschen von innen nach außen kehrt, hatte alle Härten und Schwächen in beiden Charakteren zum Vorschein gebracht. Sie mußten sich unausgesetzt aneinander reiben. Am schlimmsten kam Frau von Dellmenhorst dabei weg, da sie in ihrer Herzensgüte Und Charakterschwäche von beiden unterjocht war. Es waren böse Stunden für sie. wenn Wulfhild in der Stadt war oder gar Abends lange ausblieb. Ihr Gatte machte ihr in der schonungslosesten Weise Vorwürfe darüber, daß sie die Autorität über die Tochter verloren, daß sie dieselbe schlecht erzogen und sich von ihr tyrannisiren lasse. Er gebrauchte in seiner drastischen Sprechweise häßliche Ausdrücke, sprach von Herumtreiben", von einem Verhält niß" zu dem Musikprofessor und malte schwarz in schwarz entsetzliche Zukunftsbilder, bis er die geängstigte und empörte Mutter zu Thränen gebracht. Sie wußte ja ganz genau, daß ihr Kind in bester Gesellschaft war und vertraute sowohl Wulfhild als ihren fürstlichen Freunden blindlings, mit der Harmlosigkeit einer gedankenschwachen, geistig trägen und daher weltunkundigen Natur. Aber sie durfte ja nicht reden, sie mußte schmeigen, um der Zukunft ihrer Tochter willen. - i (Fortsetzung folgt.)
E i n P e s s i m i st. WaS unser Freund Fritz doch für ein Glücksoogel ist. ich sage Dir, seine kleine Braut ist ein wahres Juwel!" ü loeh. den wird die Freude nicht lange dauern, dann versetzt er sie zweifelics!" Auf Umwegen. Herr: O, Fräulein Olga, wie glücklich wäre ich. wenn ich Ihre Schwester " Dame (piliri): Nun, was soll's mit meiner Schwester?" Herr: Wenn ich Ihr Fräulein Schwester meine Schwägerin nennen dürfte!" Heimgegeben. Cd wohl alle Männer solche Narren sind wie Du?" keifte Frau Siemandl ihrem Gatten zu. Ob bewahre, meine Liebe," wagte Herr Siemandl schüchhm zu erwidern, es giebt ja noch Iunaaesellen in Men5' "
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