Indiana Tribüne, Volume 24, Number 255, Indianapolis, Marion County, 2 June 1901 — Page 9
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c? 1 121 Seiten. 12 Seiten. p Zeiten 9 12. Zeiten 9 12. Indianapolis, Ind., Sonntag, den . Juni 1901.
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Hin bringen wir ein Bild von General Ostrava Palma. dem beliebten cubanischen General, welcher währenddes Krieges zwischen den Ver. Staaten und Spanien als der Vertreter Cuba's in den Ver. Staaten fungirte. Die Delegaten befürworten sehr stark seine Kandidatur als erster Präsident von Cuba.
ine iränaerfahn. Von Scdon Schorch Zmifade. Gcocerieund Saluhnkieper. Mister Editor! (5 FeUch wo e Herbergsva-ter von tzeweräl Soßeieties sein thut, wie ich. thut das ganzJiehr ahlmost sei Rest ne: hawwe. Starßlie is die Hönting Sieson over. wo die Beus vom Hönting Clöbb ihre Exkörschens in die Kcntrie mache thäte, so komme die Beus von die Halbe Lunge" änd sage, es wär jetzt Zeit, daß sie e Sängerfahrt arrän'dsche thäte änd als EhrenPräsident von die Soßeietie müßte ich mit sie gehe. Well, ich fan es net recht gewollt änd getreid, die Beus uff annere Gedanke zu bringe, böt wo der Fred e Spietsch gemacht änd gesagt hat. e Singiny Soßeietie mitaus e Sängerfahrt thäte ihm ebaut so vorkomme, wie e Hund mitaus e Tähl. hen die Beus äpplahdet. wie krähsie, und e Räsoluschon. am nexschte Sonntag e Sängerfahrt zu hawwe. is mit alle gegen eine Schtimme, wo ich abgegewwe hawwe, gepäßt. Sie hen auch ät r. onz geschtarted, ihrePrepäräschöns zu mache. Ich hen den Bierkollektör äske müffe. uns ein'n von die Bierwage Wichter
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Dies ein Bild des berühmten Juristen Jerome von New Aork, wel-
cher sich durch nöchtliche Razzias auf tionalen Ruf erworben hat.
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von sei Brurie zu lehne, der Meik hat von sei Frend. wo im Förnitschur Busineß sein thut, e Muhowagen geprrmmißt bekomme, änd der Barber von der Korner hat volunrierd, die Bänd zusammenbringe. Er hat wieder geblohd, wie der Dickens änd gesagt, die Mjusischäns thäte alle so fliendlie zu ihm sichle, daß das ganze Snmphonie-Orchester zu die Beus ihre DJpoWhön stehe thät änd sie wollte mit die Sänyerfahrt e großes Konzert verbinde. Die Beus hen denn gesagt, das thät siärßlie angehe, bitohs so viele Mjusischöns thäte sei Platz net uff die Wägens hawwe, böt der Barber hat geklehmt. er würd auch die Kärndfches für die Mjusik fvrnische. Well die Beus waren zufriede. böt of kohrs, der verflixte Barber hat se wieder disäppeunted. Am Sonutag. wo se schtarte wollte, hat er inschted von Dem Äzmphonie - Orchester nur den dicke Meik gehatt, wo e allmächtig große Bombardon blahse thut, denn is sei zweite Hand im Barberschopp. wo zu dem Suburbän Drömm änd PeiperKorps belange thut, mit e Piccolo dagewese. der Barber hat e Treiängel geschlage, änd sei Porter, e Nigger wo die Buhts in sei Schopp bläcke thut, hat mit e Gittar dabei geseffe. Jnschtead von Kärridsches hat der Barber von sei Peddler e Efvreßwagen mit em blcind Mjuhl gelohnt gehatt, änd uff dem Ezpreßwagen, uff vier Bierkegs. hen die Mjusischöns gesesse änd dem Barber sei zweite Hand hat mit bfc eine Hand den Mjuhl dreive änd mit der annere das Piccolo schpiele solle. Wo der Barber mit sei Bänd zu mei Pläß gekomme is, als wir schiarte wollte, hen die Beus an zu kicke gefange änd rimarkt. es wär e Schähm vor die Halbe Lunge, mit solch e Bänd uff e Sängerfahrt "loi zu tWiwwele. Böt der Barber hat gesagi sei Mjusischöns wäre alle heih Kläß Artists, wenn sei Bänd auch nur aus vier Mann konßiste thät, änd espefchiällie Jerome. die New JorkerSpielhöllen einen fast
in Wagner sei Komposischöns könnte sie gar net gebotte werde. Gleich beim Schtarte werd sei Bäwd den Kaisermarsch schpiele änd schpäter den Walkürenritt, änd wenn einer von die Beus die Trommel dazu schlage wollt, so könnte sie auch noch den FjuneralMartsch aus die Götterdämmerung schpiele. Sei Bänd könnte einiges von Wagner performe. Well die Beus hen ihre Köpp zu dem Bloher geschähkt änd gegrault, böt es war zu läht, annere Prepäräschöns zu mache, so seie wir denn mit die Bänd geschtarted. Wo der Barber das Seihn zum Schtarte giebt, fängt sei Bänd an zu blahse, änd der dicke Meik hat in sei Bombardon geschmettert, daß die Schornstein von die Dächer gefalle seie. Dazwischen hat dem Barber sei zweite Hand mit sei Piccolo gekwietscht, daß die Katze über die Dächer geschprunge seie änd der Barber hat sei Treiängel gehämmert, als ob er Schaum schlage thät. Dem Nigger sei Gittar konnt gar Keiner net höre, wenn er auch uff d'e Schtrings herumklaue that, daß die Fetzen herunnergehange hawwe. Well, Mr. Editor, schön is die Mjusik net gewese, böt der Fred meinte, bei Wagner sei Komposischöns thut es uff e Hand füll Note net so exaktlie ankomme, änd wenn der Barber riellie das ganze Symphonie - Orchester gekriegt hätt, so wär der Räcket noch schlimmer. Mit die vier Mann wärs noch zu schtände. Den Einzige, wo die Mjusiek riellie zu inschpeire schien, war das bleind Mjuhl, wo vor dem Bändwagen geschpannt war änd wo schon in der Schtadt allerlei Käpers mache that. Es that e paar Mal die Ohre klohs an sei Kopp lege änd sei Hinnerhufs in e ßöspischies Männer rehse, böt die Mjusischöns wäre so mit ihre Mjuhsik engädscht. daß se gar kei Attenschön uff das alte Mjuhl gepäht hawwe. So rimarkt der Fred: Zintfade, die Aktschöns von dem Mjuhl thue mir net ßuhte, net on Aekkaunr von die Bänd. denn die könnt for mei Part der Deuwel hole, böt bikohs daß wir all den Lunsch, unsere Whiskie änd Cigars uff die alte Karre gelade hawwe". Oh never meind". änßere ich, das Mjuhl is dschentel änd so kweiet. daß gar kei Dändscher net is, auch wenn die Bänd noch mit dem Walkürritt schtarte thät". Well, es is auch gegange, bis wir aus die City uff die Kontrie Road gekomme sein. Dann hat die Halbe Lunge" geschtartet: Der Mai is gekomme, die Bäume schlagen aus", böt skärßlie hen die Beus angefange, so hen net die Bäume, böt das alte Mjuhl ausgeschlage, änd net e i n Mal, böt ebaut zwei Dosend Mal händrönning. Das Erschte. was wir gesehe hawwe, war, wie die Bänd und die vier Bierkegs so ebaut 20 Fuß hoch in die Luft herumgefloge sein. Die Schplinters sein nur so dorch die Luft gefloge, änd im nexschte Jnschtänt fängt das Mjuhl in Schpeit von sei Bleindneß an zu schpringe änd dos Letschte, was wir von dem Viech änd unser Lunsch sehe thaten, war, daß er mit e Spchied von ebaut 60 Meils en, Aur über die Prairie gondeln that. Well, wir hen die Bänd uffgcpickt. böt die Beus hen ßorrre ausgekuckt. Dem Meik hatte das Mjuhl sei Vombardon ganz Plattgeschlage änd dem Nigger sei Gittar war Kindlingwood. Die Fellohs Ware alle so verskrätscht änd gebruhsd, daß se net schtehe änd net laufe konnte änd wir hen se uff unsere Wage liste müsse. Unser feiner Lunsch änd Whiskie war ennihau zum Deubel änd unser ganzer Fönn war gespcheult, so seie wir wieder zu mei Pläß zurück änd ich hen die Beus for ihr Disäppeuntmen: mit e halbe Bärrel getrietet. Böt bei die netschte Sängerfahrt muß der Barber e Bäckßieht nemme. Als Bändlieder is er kei Sockßöß net. Ihr Schan Schor ich Zintfade.
!V S n einer Schadenersatzklage, welche der Braumeister George Traub von ' Elizabeth gegen die BrauarbeiterUnion No. 2 von Newark anaestrenqt hat. beschuldigt er die Union, sich gegen ihn verschworen zu haben. Er war früher in der Rising Sun Brauerei in Elizabeth angestellt, galt als tüchtiger, zuverlässiger Arbeiter und erhiel ein bedeutendes Salär. Durch eine dumme Schwätzerei verlor er seine Mitgliedschaft in der "nion und dann auch seine Stelle, deshalb er erhielt ein bedeutendes Salär. Durch die Schwätzerei während eines Kirchenbesucbes wurde er mit einer Frau in Verbindung gebracht und der Gatte der Frau machte ihn für die Redereien über seine Gattin verantwortlich. Ehe er sich vertheidigen konnte, wurde er von der Union ausgestoßen und. er verlor infolge dessen auch seine Stellung. Da er kein Mit'lied der National - Vereinigung der Brauereiarbeiter ist, kann er auch in anderen Union-Brauereien keinen Platz erhalten. Die Klage wird im County Gerichte in Elizabelh zur Verhandlung kommen. D e u t s ch e E x p o r t - N e v u e". Unter diesem Titel wird demnächst eine neue Vierteljahrs - Zeitschrift in der Teutschen Verlags - Anstalt in Stuttgart zu erscheinen beginen, die regelmätzig über die Fortschritte auf mdustriellem und technischen Gebiete Deutschlands berichten und ausschließlrch dem deutschen Export dienen soll.
Kumorikisches.
Modern. Gnädige: Hier. Fräulein die Nota des Metzgers mit 83 Mk.. die des Bäckers mit 21. und dem Kaufmann vorläufig eine a Eonto-Zahlung von 60 Mk.! Bezahlen Sie dies einstweilen. dU mein Mann im nächsten Monat die Bagatelle regelt!" Hausfräulein (verlegen): Bedauere, gnädige Frau, das geht über mein Vermögen! Ich kann Ihnen meine Kräfte, abec keine Geldmittel zur Verfügung stell?n!" Gnädige: Empörend! Ich labe mich, scheint es, in Ihrer Person giindlich getäuscht! Was verstehen Sie denn unter Stütze einer Hausfrau?!"" Gemüthlich. Ein Tourist wird von :rolchen, dis im Chaussecgraben liegen und Karten spielen, angehalten und ausgeplündert. Nachdem die Räuber ihie Beute getheilt, beginnen sie ihr Spiel von Neuem, während der Ausgeplünderte ihnen melancholisch eine Weile zusieht. Schade, daß Sie kein Geld mehr habcn", bemerk: einer der Strolche, als sich der Beraubte entfernen will sonst hätten Sie mitspielen können!" Ein Weinlenner. Richter: Es liegt der Verdacht nahe. daß Sie, außer dem zugestandenen Einbruch bei dem Weinhändler, auch den früheren bei ihm ausgeführt haben!" Angeklagter: Bitte sehr. .Herr Richter, diesen Wein niehlt man nur einmal!" Bosheit. A: Und was thaten Ihre Collcgen. als Sie plötzlich in's Wasser sielcn?" B (entrüstet): Wissen Se. was se haben gethan? . . . E' Stück Seif' haben se mir zugeschmissen!" Erhebendes Gefühl. A: ... . . Also ein Gärtchen haben Sie auch bei Ihrer neuen Wohnung?" B (stolz): Selbstverständlich! Gestkrn hab' ich bereits die ersten Leib'chmerzen von selbstgezogenen Gurken gehabt!" Beruhigend. Nun. läßt Ihre alte Erbtante noch M5.nch.nal etwas von sich lören?" j a. edes Jahr am Ersten Januar spickt sie eine Posttarte: Ich lebe imner noch, 5tinder"!" Bei'm Examen. Studiosus (der vom Professor um die Definition des Wechsels befragt wird): Der Wechsel ist ein Document, vermöge dessen der Gläubiger sich verpflichtet, bis zu der darin erwähnten Fipt seinen Schuldner in Ruhe zu lassen!" Verblümt. Aber. Fritze, warum ißt' Du denn Dein Fleisch nicht?" .,Ja, Meesterin, det is noch zu heeß!" Nu, warum bläst Du es denn da nicht?" Ja, ich fürchte nor. da fliegt's weg!" Gegenseitige Liebenswürdigkeit. Sie: Hier, liebes Männchen, nimm zu Deinem heutigen Namenstag diesen 'c!?rock!" Er: Ein so kostspieliges Geschenk! Aber, theurer Engel, ich hätte wirklich nicht verlangt, daß Du mir so große Auslagen machst!" Schauspielertalent. Geck: Ich versichere Sie, Fräulein Bertba, ich habe sehr viel dramatisches Talent." Fräulein: Unglaublich. Was haben Sie gespielt?" Geck: .I den Räubern" den Mann im fiinften Akt, dem geholfen werden kann." Ewig zerstreut. Fräulein Jda: Na. Herr Professor! Gestern Abend sprachen Emma und ich so viel von Ihnen haben Ihnen nicht die Ohren geklungen?" Professor: Nein ich war gestern Abend gar nicht zu Hause!" Meldung. Ein Amtsvogt meldet: Auf'm Anger sind schon wieder die jungen Baumle abgefressen, und das thut kein anderer Mensch, als der Zollbäuerin ihre Küh'." Schlechtes Zeichen. Mutter (eine Postkarte in der Hand): Was habt denn Ihr mit Hubers gehabt?! Die schicken uns heute bereits die dritte Karte ohne Ansicht!" iß Auf Umwegen. Er: Ich habe heute ein gutes Geschäft gemacht und mochte Dir deshalb eine kleine Freude bereiten! Hast Du einen Wunsch?" Sie: Gewiß, lieber Max! Ich möchte zu gern in einer Kurliste gedruckt stehen." Deut icher Wink. Student: .über sagen Sie nur, Herr, warum nennen Sie mich denn seit einiger Zeit stets Bergwerksbesitzer?" Wirth: Nun. Herr Lehmann, weil Sie eine große Zeche" baben."
Zahnarzt Kennedy
Obiges ist ein Bild von Zahnarzt Kennedy in New Aork. welcher bereits zweimal wegen Ermordung von Dollp Reynolds prozessirt wurde. Er hat jetzt seinen dritten Prozeß zu bestehen, bei welchem ihm jedoch seine Frau nicht zur Seite sein darf wie bei den beiden ersten Prozessen.
Porto Rico auf der panamcrikanischcn Ausstellung inBuffalo. Auf der großartig angelegten Panamerikanischen Ausstellung in Buffalo hat auch die an die Vereinigten Staaten annexirje halbtropische westindische Insel Porto Rico Vertretung gefunden. Zu Ausstellungs - Commissären hat die Regierung der Insel Senor Don Jose T. Silva, Dr. Jose Gomez Brioso und Gcneral-Ma-jor Fishback ernannt. Senor Silva führt in der Commission den Vorsitz. Die Regierung der Insel hat die liberale Summe von 510,000 in Gold bewilligt, um im Ausstellungspark zu Vuffalo eine angemessene Vertretung der Hilfsquellen und Produkte der Insel herbeizuführen. Unter der Aunicfn des Porto Ricanischen Baumeisters Don Armande Morales ist ein typisches Landhaus. Rancho, wie man sie auf der Insel findet im Ausstellungspark errichtet worden. Dasselbe kostete etwa zwei tausend Dollars, ist 43 bei 78 Fuß und 20 Fuß hoch. Die Eommissär für Porto Rico haben sich ganz besondere Mühe gegeben, eine angemessene und thunlichst vollständige Vertretung 'ber Produkte des Ackerbaus und der Gärtnerei auf der Insel zu erzielen. Zu diesem Zweck ist ihnen in der sehr umfangreichen und geräumigen Ackerbauhalle ein Raum von 1200 Quadratfuß angewiesen worden. Schon um die Mitte des Aprils sind die zur Ausstellung bestimmten portoricanischen Produkte in Vuffalo angelangt. Es sind bereits Anstalten getroffen, um während der Dauer der Ausstellung einer Kapelle aus Porto Riro die Gelegenheit zu bieten, auf Saiteninstrumenten die bei ihnen üblichen spanischen Melodien und Volkslieder vorzutragen. Bei der Porto RicanischenEommission fungirt GeneralMajor Fishback als Zahlmeister und er hat als solcher so weit gute Dienste geleistet. Eine abessimsche Venus. Aus Paris schreibt man: Ein Brief aus Adis - Abeba berichtet Näheres über die am Hofe Meneliks mit großem Hird.
Man scheint allgemein zu glauben, daß der Marquis von Salisbury. Englands Premierminister, binnen Kurzem als solcher resigniren wird. London spricht schon von seinem Nachfolger. Man ist der Ansicht, daß der König das Portefeuille zuerst dem Herzog von Devonshire und sollte dieser dasselbe ablehnen, Baltour antragen wird.
Pomp gefeierte eheliche Verbindung des Ras Makonen mit der Tochter des Ras Walje. der von den Poeten Aethiopiens, und nicht von den Hofpoeren allein, als Frauenideal gefeierten Wayzaro Mentwab. Der Name Mentwab bedeutet: Wie schön bist Du!" Die kaum zwanzigjährige Frau Ras vereinigt viele körperliche Vorzüge; ihr Teint ist überraschend hell, der Gesichtsschnitt kann als klassisches Zeugniß für die Richtigkeit der Annahme gelten, daß sie in der abessinischen Aristokratie" manches kaukasische Urelement erhalten hat. Man hatte erwartet, daß die jugendliche Gemahlin des Ras Makonen als Hochzeitseschenk von ihrer Tante, der Kaiserin Thaytou, die Freiheit des noch immer im Kerker für Rebellen" schmachtenden Ras Mangascha erbitten und erhalten werde; denn Ras Mangascha ist der Gatte der einzigen, innigst geliebten Schlvestcr Wayzaro Mentwabs. Diese Erwartung blieb unerfüllt. Ras Mangascha. der Sohn König Johannes, hörte in seiner Zelle während der ganzen Hochzeits - Woche Tamtamschläge. Trompetenklänge und Flötenspiel; die Menge jauchzte glücklichen Neuvermählten zu; aber die Sonne kaiserlicher Gnade sollte dem Staatsefangenen nicht leuchten. ..öie schön bist Du" ist die zweite Gemahlin des Ras Makoncn. Die Gesellschaft" von Adis Abeba fand, daß der mächtigste aller Ras bei der Entgegennahme der Glückwünsche nicht gerade die liebenswürdigste Miene zur Schau trug. Schon munkelte man von intimen Zerwürfnissen, von allerlei Anekdoten, die geschäftige Zungen der jungen Frau zugetragen hatten. Erst nachträglich erfuhr man die Wahrheit: Der Ras hatte den Hochzeitsmorgen auf dem Friedhofe zugebracht, um an dem Grabe feiner ersten Frau, deren Ver lust er länger als ein Jahrzehnt betrauert hatte, zu beten. In der Reihe der Glückwünschenden aber bemerkte er manches Gesicht, das am Tage seiner ersten Hochzeit genau dieselben verzückten Grimassen schnitt wie heute. Diese Gratulanten waren es, die den Ras übelgelaunt fanden.
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Daß ein Angeklagter trotz eigenen Geständnisses freigesprochen wied, dieser seltene Fall ereignete sich kürzlich vor dem Schwurgericht in Zweibrücken. Angeklagt war der Landwirth Philipp Becker aus Mutterstadt wegen versuchier Brandstiftung. Im Januar v. Is. hatte Jemand versucht, den Heuspeicher des Handelsmannes Dillmann in Mutlerstadt anzuzünden, indem er 'ein Packet mit Pulver, Zündschnur und Zünder in den Speicher schleu1er?e. Die Zündschnur war jedoch wieder erlöscht und der Brander" versagte. Anfänglich richtete sich der Verdacht gegcn die Frau und Tochter des Angeklagten, bald darauf machte der Letztere jedoch das Gesiändniß. die That begangen zu haben. Auch in der VerHandlung wiederholte er die Selbftbeschuldigung. Er will die That auS Rache begangen haben, weil Dillmann feiner etwas leichtfertigen Frau dnrch Kreditgeben hinter seinem Rücken im Schuldenmachen Vorschub geleistet hat, hinterher aber seine Forderung, abermals ohne ihn in Kenntniß zu setzen, rücksichtslos eintrieb und zu einer gerichtlichcn Zwangsversteigerung griff, die die Frau dem Angeklagten aller, dings nicht mehr verheimlichen konnte. Becker trieb nun sofort 'das Geld auf, will jedoch aus Rachsucht den Brand-siiftuna-i-rcrsuch unternommen haben. Dcr Staatsanwalt hielt in Folge des Geständnisses die Anklage aufrecht und beantragte Bestrafung. Der Vertheidiaer betonte dagegen, d(fc nach der ganzen S '.cklage den: GestRndniß nicht zu glauben sei. Nach seinerBEHarakteranläge sei der Angeklagte ?f nicht zu dem ihm zur Last gelegten Aerbrechen fähig, er habe lediglich, um ne iltnahestehende Person vor demZuchthaus zu retten, uirt vielleicht auch unter dem Einfluß rerselben,' seine Angaben gemacht. Auch nach dieser Vertheidigungsrede. die mit dem Antrag auf Freisprechung schloß, beharrte der Angeklagte auf die dringenden Fragen des Richters bei seinem Geständnih. Die Geschworenen erkannien trotzdem auf Nichtschuldig und das Gericht sprach den Angeklagten ftei. Gespannt kan man jetzt d-arauf sein, ob dieAngelegenheit noch ein Nachspie! haben wird.
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