Indiana Tribüne, Volume 24, Number 255, Indianapolis, Marion County, 2 June 1901 — Page 3
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Lndlana TribKne, Sonntag, 2. Juui 1901.
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3b der Mitte.
Bon Nub. Veonbiri, A. M. Oyrifh ,goo by th Gernsan Prco fc PUt C. (11. Forlsetzung.) Capitel 26. D i e !8cnib platzt, nächsten Morgen sehen wir Dr. Braun das Gebäude betreten, welches F:edric Browns Office enthält. Er tritt in den Elevator, allein anstatt denselben auf dem zweitenFlur zu oerlassen, steigt er zum fünften hinan, wo er an einer Thür anhält, welche auf einem an der Außenseite angebrachten Schilde verkündet, daß dies die Office des Advocaten Frank Trueworthy ist. Adolph harte ihn vor vielen Jahren kennen gelernt und besaß das vollste Vertrauen nicht nur in seine Fähigkeit, sondern auch seine Ehrlichkeit. Er trat ein und fand Trueworthy am Pulte sitzen. Kaum hatte der Advocat den Eintretenden erkannt, als er ihm die Hand entgegenstreckte und lächelno ausrief: Hallo, sind Sie das wirklich, Doctor? Was bringt mir diese seltene Ehre? Haben Sie aufgehört, die Leute nach den seligen Jagdgrünoen zu befördern ?" Wenigstens für heute, Frank. Der heilige Petrus rief mich an das Telephon und ersuchte mich dringend, eine Weile innezuhalten, indem der Zudrang so stark ist, daß sie nicht wissen, wo ihnen der Kopf steht." Ah, ich verstehe. Und nun benutzen Sie die gewonnene Muße, alte Freunde aufzusuchen? Das ist Recht. Bitte nehmen Sie Platz und theilen Sie mir hübsch mit, wie es Ihnen die letzten hundert Jahre gegangen ist: Denken Sie nicht auch, es ist mindestens M lange, seit ;oir uns zum letzten Male gesehen." Ungefähr," erwiderte der Arzt lachend. Nun, ich mache heute gut, was ich in diesen hundert Jahren versäumt, indem ich Ihnen heute Neuigkeiten von hohem Interesse mitzutheilen habe." Ei, ich bin gespannt, dieselben zu hören: Heraus damit!" Sie sind in diesen Papieren enthalUn, Frank." Dann her damit. Ah. dies ist Deutsch, d. h. Hebräisch für mich." Ich will es Ihnen verdolmetschen: Passen Sie wohl auf: Trauschein von Carlos Bruno und Johanna Redlich." Dann las Adolph den Inhalt und sagte schließlich: Merken Sie etwas, Frank?" Nichts Besonderes. Doctor. Ich meine, ich hätte diese Namen früher aehört, allein, wann und wo, ist mir entfallen." Ich will Ihr Gedächtniß auffriscben. Carlos Bruno oder Karl Braun war der Name des Mannes, welcher Frederic Brown sein colossales Vermögen hinterließ." Ah, jetzt erinnere ich mich. Fand man ihn nicht todt im Bette r Ja, vor einundzwanzig Jahren. Er hinterließ eine Frau und einen Sohn, und . . Aha, ich verstehe," unterbrach der Jurist. Sie kommen jetzt, Ansprüche zu erheben; allein weßhalb so verzweiselt spät, Doctor?" Die Papiere wurden erst gestern durch reinen Jufall entdeckt, erwiderte der Arzt und theilte dem Freunde sodann die Einzelheiten der uns bekannten Ereignisse mit. Das ist spannend," sagte der Advocat, dessen Interesse von Minute zu Minute wuchs; allein sperrt nicht das hinterlassene Testament solche Anfprüche ab?" Nein, Frank; denn es annullirt das Verhältniß im Falle einer Heirath, abgesehen von dem Umstände, daß dies zweite Document ein späteres Testament enthält, welches am Vorabend seines Todes ausgefertigt wurde uno von den Mexikanern beglaubigt ist." Der Advocat nahm das Papier und überflog es mit hastigen Blicken. Und die Zeugen leben?" fragte er dann. Jawohl und sind meine Nachbarn auf dem Plateau." Und sind noch fernere Beweise vor Handen, Doctor?" Ja, Frank. Hier ist das Tagebuch des Testators, welches in seiner eignen Handschrift die Geschichte seiner zweiten Heirath enthält, sowie der Anfertigung des zweiten Testaments. Ist das nicht genügend?" Vollkommen. Doctor. Der Fall ist äußerst klar, und ich danke Ihnen, daß Sie mir denselben mitgetheilt haben. Was gedenken Sie in der Sache zu thun?" Frau Braun und ihr Sohn haben mir Vollmacht ertheilt, die nöthigen Schritte zu thun und wenn Sie geneigt find, die Führung des Processes zu übernehmen . . ." Geneigt, Doctor? Ich sollte es denken. Es ist nicht nur ein höchst interessanier Fall, sondern verspricht auch, nette Spesen abzuwerfen, abgesehen von dem Aufsehen, welches die Sache in der ganzen Stadt erregen wird. Ich sag' Ihnen meinen herzlichsten Dank für Ihre Patronage, und verpflichte mich, Ihre Vermittlung in Anspruch zu nehmen, wenn ich die Reise nach n seligen Jagdgründen antrete." Was uns natürlich qmtt macht, sagte Adolph lachend. Allein was ist nun zunächst zu thun?" Ich bedarf einer Vollmacht seitens der Erben, ihre Sache zu führen. Wo kann ich die Leute sehen?" Ich kann sie heute Nachmittag oder spätestens morgen früh herbringen." Thun Sie das, Doctor. Wollen Sie schon aeben? Adieu dann und nochmals meinen besten Dank." .Adolph fand Zeit, sein Versprechen llselbigen NAchmütag zu erfüllen, l'rueworth ?dtti stand setzte.
Morgen
von der ihm gewordenen Mission in Kenntniß zu setzen. Er ging früh und fand Fred Brown deßhalb allein in seiner Office. Mr. Brown," sagte er, nach Austausch eines Guten Morßens", ich bin beauftragt worden, Ansprüche auf das Gesammtvermögen zu erheben, welches Ihnen vor länger als einundzwanzig Jahren von Carlos Bruno, alias Karl Braun, hinterlassen wurde." Fred öffnete die Augen weit bei diesen Worten, welche indessen verfehlten, Eindruck zu machen, weil er ihren Sinn nicht erfaßte. Als dies Verftändniß endlich in ihm aufdämmerte, erregte es mehr Zorn als Schrecken. Mr. Trueworthy," sagte er ärgerlich, ich muß Ihnen aufrichtig gestehen, daß ich keinen Gefallen an solchen abgeschmückten Späßen finde, und Sie deßhalb ersuche, Ihre Opfer in Zukunft anderswo zu suchen. Wenn Sie sonst nichts wünschen, so . . ." Mr. Brown," unterbrach Frank ihn barsch, ich liebc Späße der Art nicht mehr als Sie. Diese Papiere werden Sie belehren, daß ich im vollsten Ernste spreche. Es sind Aschriften von Original-Dokumenten, welche ich in aller Bälde dem Gerichte varzu legen gedenke, tvenn Sie nicht vorziehen, sich in das Unvermeidliche zu fügen und die Erbschaft gutwillig herauszugeben." Jetzt begann eine Leichenblässe die Wangen des Advocaten zu überziehen. Un un wer ist es der der solch alberne Ansprüche erhebt?" fragte er schwer athmend.
Die Gattm und der Sohn des Verstorbenen." Und und dieselben sind in den Ver. Staaten?" Auf Staten Island, Gäste Ihres Nachbars." Fred hatte sie gesehen, doch nicht im Entferntesten geahnt, daß jeneLeute sich als solche gefährliche Widersacher erweisen würden. Und und warum erheben sie diese Ansprüche so spät?" stammelte er. Sie entdeckten die Papiere, welche ihre Ansprüche erhärten, erst gestern. Dieselben wurden in einem geheimen Fache des Sekretärs gefunden, welchen Ihre Frau den Mexicanern geschenkt hatte, um das alte Möbel loszuwerden. Mr. Brown, Sie sind jetzt im Besitze der betreffenden Thatsachen und ich erwarte Ihren Bescheid: Was gedenken Sie in der Sache zu thun?" Ich muß Bedenkzeit haben. Mr. Trueworthy. Sie können nicht erwarten, daß ich eine so wichtige Angelegenheit über das Kme abbreche?" Nein, ich gebe Ihnen Zeit bis morgen Abend." Das ist ungenügend. Heute ist Mittwoch. Ich muß Zeit bis Montag haben, um die Sache gründlich zu überlegen." Sie sollen solche haben, wenn Sie dieses Papier unterzeichnen wollen." Was ist es? Lassen Sie sehen." Frank reichte ihm den Bogen und er las: Ich bescheinige hiermit, daß ich von Frank Trueworthy von den Ansprüchen in Kenntniß gesetzt wurde, welche Frau Johanna Braun und ihr Sohn Karl hinsichtlich des von Carlos Bruno, alias Kar! Braun mir hinterlassenen Vermögens machen." Fred zögerte einen Augenblick; dann unterzeichnete er das Papier und reichte es dem Andern zurück, welcher sich erhob und sagte: Leben Sie wohl, Herr Brown. Sie sehen ohne Zweifel ein, daß die Ansprüche meiner Clienten unabweisbar sind, und werden nach ruhiger Ueberlegung zu der Ansicht kommen, daß es thöricht sein wurde, einen langen Proceß' zu beginnen, welchen Sie verlieren wurden und der Ihnen bloß gewaltige Unkosten verursachen würde. Auf Wieder!eyen bis Montag." Ueberlegen! War Frederic Brown wirklich sähig zu überlegen? Schwerlich! Der Leser kennt ilfn von früher und weiß deßhalb ohne unser Zuthun, daß die Gedanken, welche an diesem Morgen, an diesem ganzen Tage durch seine Seele stürmten, Folterqualen bildeten, welche diejenigen früherer Gelegenheiten übertrafen. Damals hatte ihn die bloße Besorgniß gequält, diesmal war es die schreckliche Wirklichkeit, daß man ihn zwingen werde, seine so schwer errungenen und so lange gehüteten Schätze herzugeben. Dann und wann schweiften seine Gedanken zur Insel hinüber. Jetzt sah er Johanna und ihren Sohn, nxlche er auf der Stelle zermalmt haben würde, wenn sie in seiner Gewalt gewesen wären. Jetzt erblickte er seine Gattin, wie sie Franzisco den verhängnißvollen Sekretär übergab, und auch sie hätte er mit höllischer Lust erdrosseln mögen für die Dummheit, welche diese Krisis heraufbeschworen hatte. Jetzt wandern seine Gedanken zu einer andern Person und plötzlich lodert ein satanisches Feuer in seinen Augen auf, und ein wahrhaft teuflisches Grinsen entstellt sein Antlitz. Anfangs ist der Gedanke ein stummer; dann aber kleidet er sich in ein einziges Wort, welches leise über seine Lippen schlüpft und Claudel" lautet. Erräth der Leser, was dieses Wort bedeutet? Es verleiht ihm die Ausdauer, den anscheinend endlosen Nachmittag zu ertragen; die Fassung, seine Ausregung vor der Welt zu verbergen; die Kraft endlich, die Anhöhe zur Klippen Avenue zu ersteigen. Schon ist er halb hinauf, als plötzlich von Neuem das teuflische Feuer in seinen Augen aufleuchtet. Was sieht er. das ihn so entzückt? Wir erblicken nur einen Federwagen wenige Schritte vor uns, und ah!, jetzt begreifen wir: der Lenker auf dem Wagen ist Niemand anders als Claude Broeng ! Fred beschleunigt seine Schritte, mit der augenscheinlichen Ab sicht. das Fuhrwerk einzuholen. Claude seinerseits scheint in rosiger Laune. Er pfeift eine der populären Melodien des Tages und schaut stillvergnügt vor
sich hin. Der Claude von heute und der Claude, den wir zuerst kennen lernten. sind verschiedene Personen. Der letztere war mürrisch, ausschweifend, roh und unk?issend; der erstere ist freundlich, mi'.ßig, zuvorkommend und verhältnißmäsig unterrichtet. Doch zurück u Fred, welcher jetzt den Wagen erreicht hat. Er schreite: dicht an seiner Seite dahin, und sein lauernder Blick hängt fest an dem srohsinnigen Fuhrmann. Jetzt ruft er halblaut, aber eindringlich: Claude!" und wie der junge Mann sich seitwärts wendet und den Sprecher erkennt tritt eine ebenso plötzliche, wie bedauerliche Aenderung in seinem Wesen ein. Er hört auf zu pfeifen; auf der Stirn lagert sich eine düstere Wolke, und aus seinen Augen blickt der Schrecken. Er weiß, die Krisis ist gekommen. Er weiß, der Gläubiger ist erschienen, sein Guthaben einzufordern. Nach dem ersten Blick des Entsetzens richtet er denselben wieder nach vorn, al& sei er im Stande, das triumphirende Lächeln des Fußgän gers zu ertragen; allein sein Ohr ist gezwungen, den Worten des Mephistopheles zu lauschen und er hört denselden sagen: Claude, die Zeit zur Tilgung Deiner Schuld ist gekommen. Ich erwarte Dich heute Abend um Punkt neun auf dem Boulevard der Klippen Avenue gerade vor meiner Villa. Verehle nicht, Dich einzustellen, denn Du kennst die Folgen. Auf Wieversehen." Damit tritt der Advocat nach dem Seitenwege zurück, Claude aber setzt die Fahrt nach dem Gewächshause fort, eine Person so verschieden von der. welehe vor dieser Begegnung die Rosse gelenkt hatte, daß wir ir)r nur mit Schwierigkeit wiedererkennen. Beim Stalle angelangt, spannt er aus, füttert und versorgt die Pferde und begiebt sich dann nach der elterlichen Wohnung, wo er den freundlichen Gruß der Mutter mit einem bloßen Kopfnicken erwidert. Bei Tische versucht er vergel'ens, ein paar Bissen hinunterzuwürgen, und weicht der verwunderten Nachfrage Betsies mit leeren Ausreden aus. Nach Tische begiebt er sich in sein Zimmer, zündet eine Lampe an, sucht Schreibmaterialien hervor und schreibt dann, nachdem er eine Weile nachgesonnen fort: Lieber Herr Paul! Wenn Sie diese Zeilen lesen, bin ich nicht mehr da, sondern in weiter Ferne. Wohin ich gehe, kann ich Sie nicht sagen, denn ich weiß es selber nicht. Ebensowenig kann ich Sie sagen, warum ich gehe; aber glauben Sie nicht, daß ich auf bösen Wegen bin. Ich gehe, um dem Teufel auszuweichen, und Sie dürfen sich darauf verlassen, daß Claude Broeng Ihre guten Lebren nie vergessen und irgmer darnach handeln wird. ' Ob ich je wiederkomme, weiß ich nicht, bitte Sie aber, meine arme Mutter zu trösten und ihr zu sagen, daß ihr Sohn gezwungen war. zu fliehen, um nicht dem Teusrl in die Hände zu fallen. Ihr dankbarer Claude." Diese Zeilen faltete Claude sodann, steckte sie in eil! Couvert, welches er adressirte. Sobald es dunkel geworden war, schlich er sich nach dem Gewächsh,se und steckte den Brief in einen Küsten, welcher dazu diente, solche Bestellungen zu empfangen, welche Paul nicht persönlich erreichen konnten. Dann ging Claude nach seiner Wohnung zurück, packte die nöthigsten Kleidungsstücke in einen Mantelsack, stickte seine geringen Ersparnisse in die Tasehe und benutzte eine kurze Abweftnheit der Mutter, das Haus zu verlassen. Eilenden Schrittes verfolgte er die Gasse, welche längs der Rückseite des Grundstückes entlang lief und gelangte ohne Entdeckung an die Fähre. An der Battery angelangt, ergriff er seinen Mantelsack und verschwand so rasch in der Dunkelheit, daß wir mit dem besten Willen nicht im Stande sind, ihn in der Dunkelheit zu folgen. Ob wir ihn je wieder sehen werden?
Wer weiß! Jedenfalls begleiten ihn unsere besten Wünsche und wir freuen uns innig, daß Pauls Samen auf so guten Boden gefallen ist und Claude befähigt hat, dem Locken des Bösen zu widerstehen. Capitel 26. Ein entsetzlicher Irrthum. Mit der Rückkehr des Frühlings begann auch der Boulevard längs der Klippen Avenue seine Reize zu entfalten, und lud zu idyllischen Spaziergängen und Serenaden bei Mondschein ein. Unsere Bekannten verfehlten nicht. diesenEinladungen nachzukommen, obschon die Absichten verschieden waren. Hier erblicken wir Franzisco und Mercedes. allern ihre Schritte sind vorsichtig und ihre Blicke scheu. Leider sprechen sie Spanisch, wenn sie allein sind, so daß wir nicht im Stande sind, mit Bestimmtheit anzugeben, was sie mit diesen heimlichen Gängen bezwecken ; allein häufige Blicke nach der Brown'schen Villa, jowie die Namen Frederico und Carlos flößen uns den Argwohn ein. daß sie für die Sicherheit ihres jungen Hausgenossen besorgt sind, und daß diese Besorgnisse mit dem Advocaten in Verbindung stehen. Wir wissen, daß Franzisco ihn des Mordes seines theuern Herrn zeiht und haben ihn mit eignen Ohren diese Anklage aussprej chen hören, sodaß wir uns eigentlich nicht über die gegenwärtigen Kundgej bungen von Furcht zu wundern brau'chen. Bei Tage sind Mordversuche I ebenso riskant wie schwierig; allein I wenn die Nacht die Erde in ihren Man- ! tel gehüllt hat und den Dolch des Mör. ders verbirgt, ist die Ausführung soleher Schandthaten verhältnißmäßig leichter und wir sehen deßhalb diese treuen Seelen Abend nach Abend zwi schen den Gebüschen des Boulcvardi mherwandern, in banger Erwartung fernerer Mordthaten und der Hoff nung, dieselben vereiteln zu können.
Karl und Laura finden gleichfalls großen Gefallen an solchen Promenaden beim Scheine Lunas; allein ihre Motive sind entschieden anderer Natur. Sie müssen während des Tages ihre Berufspflichten erfüllen und sind deßhalb des Abends der Erholung bcnöthigt. Wo können sie diese aber annehmbarer finden als zwischen den duftenden Gesträuchen und Blumen des Boulevard, in Gemeinschaft mit dem Wesen, welches Beide über alles in der Welt lieben? Sie besuchen deshalb allabendlich den Boulevard und genietzen einen langen Spaziergang, während dessen sie die Zukunft besprechen und sich einander Versicherungen unwandelbarer Treue und Ergebenheit geben. So erschien der Abend des Freitags, welcher derEntdeckung der verhängnißvollen Dokumente folgte. Es war ein wonniger Maientag. Von der See kam ein leichter Zephyr und brachte vom Fuße der Klippen den melodischen Gesang der Wellen, die sich an dem Gestade brachen. Die Luft war mit dem Dufte der Blumen geschwängert und in den Bäumen girrten die wilden Tauben. Der Mond ging an dem Abende um neun Uhr auf; allein schon um acht zeigte sich am östlichen Horizonte ein hellerer Streifen, welcher das Nahen Lunas verkündete, und Jemanden, der auf der Straße stand, befähigte, dunkle Gegenstände gegen den lichten Hintergrund zu erkennen. Um diese Zeit kam Karl langsam von seiner Wohnung geschlendert, bis er eine der Bänke erreichte, welche, wie wir wissen, zur Rast der Wanderer angebracht waren. Er mußte mit Lura einen Gang verabredet haben; denn er schaute sich um und riej leise ihren Namen, ohne indessen eine Antwort zu erhalten. Er setzte sich deßhalb auf die Bank nieder und sog in vollen Zügen den Zauber des Abends ein. Es war ziemlich warm und er legte deßhalb seinen weißen Filzhut neben sich nieder auf die Bank, um sich die Schläfe durch die Seebriese abkühlen zu lassen. Er hatte vielleicht zehn Minuten gesessen, als sich klötzlich ein Paar weieher Hände auf seine Augen legten und eine süße Stimme fragte: Rathe, wer es ist." Circe, natürlich." So! Habe ich je menschliche Wesen in Schweine verwandelt?" Nein, aber Ulysses dergestalt bestrickt, daß er die Herrschaft über sich selber verlor." In dem Falle fordert Circe den Herrn Ulysses auf, sich zu erheben und einen Spaziergang durch diese duftigen Gebüsche zu beginnen." Karl erhob sich und so eifrig war er bemüht, Circen zu gehorchen, daß er seinen Hut auf der Bank liegen ließ. Zehn fernere Minuten mochten seit ihrer Entfernung verflossen sein, als sich plötzlich ein Schritt von der Avenue aus hören ließ. Derselbe war übrigens polternd und geräuschvoll, und die Schritte des Nahenden überdies schwankend, daß wir unwillkürlich einen Rausch beargwöhnen. Jetzt hat der Mann die Bank erreicht und fällt so plump und ungeschickt darauf niedr, daß unser Argwohn zur Gewißheit wird. Jetzt beginnt er zu sprechen und ein scharfer Blick belehrt uns, daß wir FritzBrown vsr uns haben. Hm," lallt er einfältig vor sich hin, hier wären wir ja. Ob sie wohl kommt? Ich schrieb ihr dringend um ein Stelldichein, um mehrere Verabredungen hinsichtlich unserer Hochzeit zu treffen. Denke natürlich nicht daran, aber mit Speck fängt man Mäuse, ha, ha. ha! Was mag nur aus meinem Hute geworden sein? Ah, da liegt er ja. Glaubte wirklich, ich hätte ihn verA-
ren. Verzweifelt weit auf einmal, der Henker weiß, wie das zugeht. Ich wollte, Claire käme, es wird spät und es ist verzweifelt langweilig hier allein. Denke, ich mache mal einen kleinen Abstecher nach ihrem Hause." Mit diesen Worten erhob er sich, hatte aber noch immer das Gesicht dem Meere zugekehrt, als sich etwas ereignete, das einer eingehenden Beschreibung bedarf. Es war nun nahezu neun. Der Mond lugte eben über das Meer, allein der aus dem Wasser aufsteigende Dunst verlieh ihm eine tiefe Rothe und schwächte beträchtlich seine gewöhnliche Helligkeit, so daß stch die frühere Dunkelheit nur mäßig verringert hatte. Wenn wir uns der Bank jetzt von der Straße aus nahen, erblicken wir Fritzens Gestalt, allein zwischen uns eine zweite, welche sich bückt und so vorsichtig vorwärts schleicht, daß wir überzeugt sind, sie wünscht ihre Gegenwart zu verheimlichen. Langsam und vorsichtig kriecht sie der Bank näher und ist nur noch zwei oder drei Schritte davon entfernt, als sich Fritz, wie oben berichtet, erhebt. Eben will er sich drehen, als der Schleicher sich plötzlich erhebt, einen tigerartigen Sprung gegen Fritz ausführt und denselben mit einem gewaltigen Schub über den Rand des Abgrundes stößt. Zwei Schreie der Verzweiflung werden zu gleicher Zeit hörbar. Der eine entfährt den Lippen Fritzens, wie er im Abgrunde verschwi'.'.det, der andere kommt von der Straße her, und einen Augenblick später toird dieser Schrei wiederholt und ein Mann stürzt sich auf den Mörder, augenscheinlich in der Absicht, ihn festzuhalten. Es war Franzisco, welcher sich dergestalt zum Rächer des Gesetzes aufgeworfen hatte; allein er entdeckte gar bald, daß er die Rechnung ohne den Wirth gemacht. Sein Gegner war jedenfalls stärker als er und in wenigen Minuten lag er unten und der Mordgesell schob ihn mit jedem Augenblicke näher nach dem Rande des Abgrundes. Franzisco schrie so laut er konnte um Hilfe und athmete erleichtert auf, als ein paar Sekunden später zwei Personen auf dem Schau platze erschienen. Es waren Karl und Laura und der erstere erkannte sofort seinen Hausherrn an de mangelte
ten Englisch, welches der um Hilfe Rusende gebrauchte. Hallo, Franzisco, bist Du es?" rief er aus, und versuchte den Gegner von dem altenManne wegzuziehen, was ihm indessen nicht sogleich gelang. Si, Sennor Carlos, Hilfe, Hilfe! Sennor Brown sein Sohn Fritz hier hinunter geworfen und will nun mied selbes thun." Barmherziger Himmel!" riefLaura aus, welche diese Beschuldigung mit Entsetzen vernommen hatte. Kann es möglich sein? Oh. befreie ihn. Karl, befreie ihn!" Es gelang Karl endlich, den Wüthenden von dem Mexikaner wegzureißen; allein obschon er jung und stark und sein Gegner mindestens zweimai so alt war wie er, verlieh die fast wahnsinnige Wuth dem letzteren so viel Kraft, daß unser Held ihn schwerlich hätte bändigen können, wenn der befreite Mexikaner ihm nicht seinerseits Beistand geleistet hätte. Er sah indessen, daß er und Franzisco den Tobenden nicht allein sichern und transportiren konnten, und er sagte deshalb zu Laura: Laura, eile so schnell Du kannst nach Hause und bitte Deinen Vater, mit ein paar handfesten Leuten hierher zu komnn. Sie sollen einen Strick mitbringen. Schnell, Schatz, schnell!" Laura bedürfte aller ihrer angeborenen und durch stete, Uebung gestärkten Charakterfestigkeit, um nicht dem Eindrucke der furchtbaren Anklage des Vatermordes zu erliegen. Einen Augenblick drohten ihre Kniee allerdings den Dienst zu versagen; allein sie überwand diese Sckwäche mit Aufbietung ihres festen Willens, und flog dann förmlich davon. Kaum zehn Minuten später kamen Adolph. Paul und ein Knecht herbeigeeilt, und der erstere sagte keuchend: Was ist los? Laura sprach von Kindesmord! Träumte sie, der..." Rein. Sennor Doctor, sie Recht. Sennor Brown Sohn Fritz dort hinunter stoßen, mich selber sehen." Ein Schrei des Entsetzens entfuhr den Lippen der Angekommenen, welche inzwischen Karl von seiner erschöpfenden Lage befreit hatten und den Advokaten mit festen Griffen in Gewahrsam hielten. Er focht wie ein Rasender, schäumte am Munde und schrie: Er lügt. Es war jener Teufel, den ich in den Abgründ stieß, und nun kommt er zurück, mich zu foltern. Hebe Dich von mir, Satan!" Während dieser Worte hafteten seine Blicke auf Karl mit einem Ausdrucke wahnsinnigen Hasses und Abscheus. Er rast wirklich.Vater," sagte Paul nun mitleidig. Sollen wir ihn binden?" ,63 wird uns wohl nichts Anderes ubikg bleiben, denn hier kann er nicht bleiben und freiwillig wird er nicht gehen. Füge ihm keine unnöthigen Schmerzen zu. So, nun halte ihn einen Augenblick. Richard, bis wir untersuchen können, ob diese entsetzliche Anschuldigung auf Wahrheit beruht. Ist nicht ein Pfad hier in der Nähe, worauf man in die Tiefe hinabsteigen kann? Ja. Vater, aber er ist eng und steil und der Mond scheint nicht hell genug, das Hinabsteigen zu wagen. Ich will rasch laufen und eine Laterne holen." Und wir wollen Brown nach Hause führen, Richard. Nimm den andern Arm .so? Karl, ich komme zurück, so bald ich kann." Es war keine leichte Aufgabe, die er sich gestellt hatte; denn Brown tobte in Einem fort, und wand und sträubte sich dergestalt, daß seine Wächter irrn mehr schleppen als führen mußten. Es verging deshalb eine volle halbe Stunde, bis sie die Veranda des Braun'schen Hauses erreichten, wo Klaus und die
drei Frauen ihrer angsterfüllt harrten. Vater", sagte Adolph, nachdem sie den Gefangenen auf eine Stufe niedergelassen und Athem geschöpft hatten. Sei so gut und telephonire nach der Polizeistation am Strande und ersuche den Chef, einen Patrolwagen hierher zu schicken und den Wahnsinnigen hier in Gewahrsam zu nehmen. Uns erwartet eine böse Nacht und wir sind außerdem nicht darauf eingerichtet, ihn hier zu behalten." Klaus eilte nach dem Telephon in der Office und meldete fünf Minuten später, daß der Chef binnen Kurzem mit der nöthigen Mannschaft hier sein werde. In der That waren kaum zwanzig Minuten verflossen, als man das Rollen eines Wagens hörte, welcher vor dem Hause anhielt. Der Chef hörte mit Schaudern auf die Einzelnheiten des graungen Ereignisses, soweit dasselbe bekannt war und sagte dann: Ich werde Mr. Brown nach der Station bringen und ein Gehilfe genügt dazu. Die Andern können Ihnen bei der Auffindung und Sicherung des Leichnams behilflich sein. Ich würde selber bleiben, wenn meine Anwesenheit nicht in der Station nöthig wäre. Kommt. Ihr Leute, und helft den Gefangenen auf den Wagn heben." Dies geschah unter fortwährenden Protesten seitens des Advokaten und selbst als der Wagen eine Strecke ntfernt war. hörte man noch immer das j Rasen des Wahnsinnigen. Jetzt geht ! hinein, Kinder," sagte Adolph cschwichtigend zu den Andern. Ihr könnt dort nicht helfen, abgesehen davon, daß Ihr grausige Auftritte zu gewärtigen hättet. Ich weiß, an Ruhe ist nicht zu denken, allein versucht wenigstens, Euch zu fassen. Ade, ich gehe jetzt." Damit eilte er nach der Stätte des verübten Verbrechens, welche indessen einsam und verlassen dalag. Er schaute über die Brüstung und sah am Füße des Felsens ein Licht, welches hin und wieder wanderte. Hallo, da unten!" rief er; .habt Ihr etwas entdeckt?" Jawohl. Fritzens Leichnam; toi bringen ihn hinaus
Ein Ruf des Schreckens und des Mitleidens entrang sich der Brust des Arztes und er fuhr fort, die Bewegungen der Laterne zu beobachten. Lang sam stieg das Licht aufwärts; allein, 3 dauerte eine volle Viertelstunde, ehe die Heraufsteiaenden die Brüstung er reichten und dann völlig erschöpft den Leichnam Fritzens auf die Bank nieverlegten. Ernst und schweigend umstanden sie die Bank. Die Gegenwalt des Todes ist eindrucksvoll selbst unter den günstigsten Verhältnissen; allein, wenn sein Opfer plötzlich und ohne Warnung abgerufen wurde und wenn es, wie in diesem Falle, blutend, mit geschundenem Antlitz und zerbrochenem Knochen vor ins daliegt, so ist die Wirkung ungleich stärker. Mehrere Minuten vergingen, ohne daß ein Wort gesprochen wurde. Dann sagte Adolph: Dies ist schrecklich: allein noch schrecklicher wird die Scene werden, die sich in der Villa entwickeln wird, wenn die Nachricht und der Leichnam dort eint?ff?n. Ich schaudere vor der Aufgäbe, die Nachricht zu überbringen; allein, sie ist unvermeidlich, und je tbn wir sie unternehmen, desto schneller ist sie gethan. Besorge irgend eine Bahr?, Paul und laß den Körper vor die 8c randa der Villa tragen; dort aber warte, bis Tu von mir börst. ch gebe jetzt, um den armen Frauen die Äse Kunde so schonend wie möglich zu brinaen."
Capitel 27. Chaos. Leser, hast Du je ein solches ChaoZ erlebt, wo nicht nur die schauerlichsten Ereignisse einander drängen, sondern auch die wildesten Gedanken, die intensivsten Gefühle und die tollsten Phantasten im unaufhörlichsten Wirrwarr sichtbar werden? Dann wirst Du es begreiflich fincen. daß wir vor derAufgäbe bangen, ein solches Chaos zu schildern, und uns Deine Nachsicht nicht versagen, wenn wir ein trauriges Fiasko machen. Dr. Braun fand die Villa in noch größerer Aufregung, als seine eigene Wohnung gewesen war. als man den gebundenen Nachbar dorthin gebracht hatte. Dies ist begreiflich; denn hier war die Aufregung nur der Sympathie, dem Mitgefühl für fremde Leiden entsprungen, während dort die Stelle war, wo die Lawine desSchmerzes und der Schande vernichtend niedersausen mußte. Allerlei schauerliche Gerüchte hatten die Villa erreicht, und die Bewohner in etwas auf die entsetzliche Wirklichkeit vorbereitet. Als Dr. Braun die Halle betrat, sah er die Dienerschaft entweder unruhig hin und her wandern oder in flüsternden Gruppen zusammenstehen. Wo ist Frau Braun?" fragte er eine Magd, welch mit angsterfüllten Zügen erwiderte: Im Parlor. Herr Toctor. Sie ist aber ganz außer sich vor schmerz und Schrecken und Miß Lucie ist bei ihr, um zu verhüten, daß sie Hand an sich legt." Der Arzt ging an die Parlorthür und klopfte an; allein obschon er Luziens aufgeregte Stimme erkannte, erhielt seine Bitte um Zulaß keine Beachtung. Erst als er zum zweitenMal und lauter geklopft hatte, hörte er Fußtritte auf die Thür zukommen und einige Augenblicke später erschien Luziens thränenfeuchtes Antlitz in der Oeffnung. Sie war augenscheinlich froh, den Nachbar zu erblicken, denn sie sagte eifrig: Ah, Sie sind's Doctor. Bitte treten Sie näher und helfen Sie mir, Mama zu beruhigen. Sie ist außer sich und droht, sich ein Leid anzuthun." Der Arzt trat ein und als Bella ihn erblickte, stellte sie das rastlose Mandern ein, welches sie bis dahin unter halten hatte und sagte hastig und argwöhnisch: Sie bringen Nachrichien, Doctor. Läugnen Sie es nicht: Fn, mein armer Junge, ist todt?" (Schluß folgt.) Der Unrechte. Der Handlungsreisende Maier hatte beim Kaufmann Brauchnichts schon mehrmals vergeblich um Aufträge vorgesprochen, darüber ärgerlich, sann er auf Rache, falls es ibm das nächste Mal wieder so gehen sollte. Im Hause Brauchnichts, das in einer klcinen Stadt dem Bahnhofe gegenüber gelegen, angekommen, ergeht cs unserem Maier leider wie seither, er wird abgespeist, er muß leer abziehen. So. jetzt will ich ihm wenigstens zum Abschied, denn kommen kann ich nun nicht mehr, eins versetzen, dachte Maier und sagte beim Herausgehen: Ich hätte mir's eigentlich längst sagen sollen. daß es für unser Haus nicht rentabel sein kann, einen Landkrämer zu besuchen!" Das saß. das wurmte Vrauchnichts, der ober schnell entschlössen war, diesen Hieb heimzugcben. Johann", ruft er. schnell hinüber auf den Zug. Du läufst am Perron auf und ab und rufst Maier, Maier. und sobald er herausguckt, schlägst Du ihm eine gehörige an den Backen." j Maier hat das laute Rufen seines Namens wohl gehört, ahnt aber schon nichts Gutes und bemerkt einem ihm im Wagen gegenüber sitzenden Herrn, was das wohl sein mag. der sofort ahnungslos den Kopf zum Fenster hinausstreckt, im selben Moment aber einen wuchtigen Backenstreich erhält. Wüthend zum Wagen hinausgestürzt, führt er Johann vor den Bahnhofvorstand und erzählte diesem den Hergang .woraus ihn der Bahnoorstand fragt, ja heißen Sie denn eigentlich Meier? Nein," erwidert er. Ja dann", meinte der Bahnvorstand, geht Sie die ganze Sache ja auch gar nichts an!" ,E r schreibt an. Backfisch: Führen Sie kein Tagebuch. Herr Süffel?" Süffel: Wozu denn? Dei besorgt ja mein Wirth!"
Für die Köche. Gebackene Kalbsfühe.--Sehr sauber geputzte und gebruhte Kalbsfüße läßt man in Salzwasser weich kochen, dreht sie dann in einfachen Fridattenteig fest 'in und backt sie in heißem Fett aus. H e r i n g s s a u c . Ein Hering wird sechs bis acht Stunden in Milch gelegt, abgehäutet, entgrätet, sehr fei gehackt und mit drei hart gekochten Eidotiern und zwei kleinen gehackten Schalotten. Pfeffer, vier bis sechs Etzlöffeln Provenceröl und sechsEßlöffeln Weinessig zu eine? dicklichen Sauce verrührt, die man zu kaltem Fleisch al ler Art auftischen kann. Rhabarberschnittchen. Die geschälten und in kleine Stückchen gescbnittenen Rhabarberstengel werde mit viel Zucker und etwas Zimmt ohne Wasser zu Brei gekocht. Nun nimmt man altbackene Brötchen oder Weih brotscheiben, schneidet sie in beliebige Schnitten und bäckt sie in Butter auf beiden Seiten gelb, legt dann den Rha barberbrei darauf; die Schnitten auf eine Platte cngenchtet und den Saft der Rhabarber darüber gegossen. Pariser F r ü h l : n gss u p p e. Von zwei Suppenhühnern und cinenr Pfund Kalbfleisch kocht mau eine gute Geflügelbrühe. Eine Anzahl Kartof feln schält man, schneidet sie in Scheiben und kocht sie in Milch mit eine eigroßen Stück Butter weich, woral man sie durch ein Eieb streicht. JungU Gemüse. wie Blumenkohlröschen. Kohlrüben, Möhren, junge Schoten, kocht man für sich ganz gar, ebenso Spargelstückchen. Die letzteren lafcft man abtropfen und wendet, sie in einem Backteig, um sie danach in C-'innti fit2iiif.tsfn ifüntm
S ... 44 JUVUUVIt. jtHUklbrühe wird mit den durchgeriebenen
Kartoffeln verkocht, die Gemüfe hin eingelegt, gewiegte feine Kräuter (Sitz I l v i n i 4 r
du uno Perernlie) yineingeurem uno zuletzt die Suppe mit 3 bis 4 Eigell? abgezogen. Die ausgebackenen Spargel reicht man nebenher. Kalbfleisch a. la Financiers Man wählt ein schönes Stück 'Ka!bfl,isch. klopft es mürbe, spickt eS, legt es in eine Kasserolle mit. brauner Butter und bratet es eine Stunde schön braun. Indessen schabt man ein wenig Kalbfleisch dazu, eine halbe Un ze in Wasser geweichte 'Semmel, eine Messerspitze Salz. Pfeffer, ein Eidot. ter, mischt alles gut. formt auö der Masse kleine Klößchen und kocht sie ein paar Minuten in Brühe, Unterdesserr nimmt man das Fleisch aus der Sauce. streicht sie durch, zieht sie mit einem Eßlöffel in Wasser verquirlten Kartoffelmehles ab. schmeckt die Sauce mit ein wenig Wein, einem Theelöffel Kapern, ebensoviel Champignons und etwas Citronensaft ab, nimmt dana die KlöHe aus der Bouillon, thut sie hinzu und richtet die Sauce über. das . -gebratene Fleisch an. Man reicht Sauerkraut und KartoffelcroquetA oder gebratene Kartoffeln dazu. Lammfleisch mit Gurken. Man nimmt drei Pfund Lammfleisch, legt es auf Sveckscheiben. läßt es mlß Zwiebeln anbraten, bestreut es mit Pfeffer und Salz und gießt ein Pint kochendes Wasser dazu. Das Fleisch mutz in gut verschlossener Kasservlle langsam 1 Stunden dämpfen. Man schält nun fünf schöne Gurken uni schneidet sie in 'Scheiben, welche man in Butter weich dämpft. Eine braune Mehleinbrenne wird dann,mii :ni Fond der Gurken und der Brühe deS Lammfleisches zu einer dicklichen Sau ce verkocht, der man einen Theelöffel Maggi zusetzt. Die Gurkenscheiden das ebenfalls jetzt zerschnittene Fleilch. und etwa drei Unzen murfhg geichkÜH rener, m Buner rasch uveroeor Schinken werden in der fertigen Sauce beiß gemacht, in tiefer Schussel anaerichtet und mit einem Kartrelmus Trsch gegeben. E s k a l o p e s von H a m rne k Man schneidet vom ausgelöstenRücken fleisch Schnitzel, klopft sie, paniert sie und brät sie in Butter. Junge, grü Bohnen werden gar gekocht, in Butter. Fleischextrakt mit gehackter PekrtfU geschwenkt und dann in die Mitte der kranzförmig angerichteten tska-lopeR gefüllt. Klare Kraftbrühe wird nebft Petersilienkartoffeln dazu gegbe. Feiner wird das Gericht, wenn ntafe die gebratenen Schnitzel abwechselnd mit in Bouillon herß gemachten Scher ben von Fray-Bentos -Zunge anrichtet und statt Bohnen in die Mitte Champignongenröse füllt. V r i n c e ß - C a l es. Ein Vfn Mehl wird mit eme fund zerlassener Butter, einem Pfund Zcker. einem Viertel Pfuad Corinrhe, einem Theelöffel voll gestoßenem Zimmt. und der abgeriebenen SchaKZ eine? Citrone und emem WeinalaH roll Rum vermischt. Vcu diesem z.tu ge rollt man dünne Platten auö, die man mit einem Glase abstreicht. kleinen Cakes bäckt man auf eine gebutterten Blech bei schwacher Hit.e. Wiener Braten. Mürben, ge klopften Lendenbraten salzt man u durchzieht ihn schies mit federkield geschnittenem Speck. Man dünstet i mit Zwiebeln, gelben Rüben und wcis Sellerie recht mürbe, passirt o die Wurzeln, gibt sie wieder zum sche und mischt eine Tasse sau Rahm, den man damit noch gut Im Zechen laßt, und eme Messerspitze .iebigs Fleilchertract dazu. Der Br ten muß eine kurze, gelbliche, doch zu dicke Sauce haben. Die treue Gattin. Gemahlin ist doch Nicht ua krank?" Junger Luftspieldichtn: nein, hat sich bloß über mewe Arve ein bischen krank ge lacht Wer seiner Zeit tovufc darf sich nicht wundern, wem. sie mitkommt.
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