Indiana Tribüne, Volume 24, Number 254, Indianapolis, Marion County, 1 June 1901 — Page 7
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Weltmacht.
Roman von M. S ! ahl. Fortsetzung) Sie schien Wulshilds Zurückhaltung nicht u bemerken und fuhr fort, sie mit Liebenswürdigkeiten zu überschütten. Und als Wulfhild nun mit ihr an dem silberfunkelnden Theetisch saß. fing der Zauber ihrer Umgebung und der unablässig gespendete Weihrauch feiner Schmeichelei an, auf sie zu wirken. Ein unnennbares Behagen beschlich sie in dieser Atmosphäre verfeinerten Comforts und Lebensgenusses, die Heimathsluft für sie war, lang und schmerzlich entbehrte tzeimathsluft. Welch ein Abstand zwischen dem bäurischen Milieu ihres jetzigen Daheims und diesem stimmungsvollen Rococo - Salon mit dem wunderbar gemaltcn Plafond, auf dem selige Götter und Göttinnen sich eine Liebesschlacht mit blühenden Rosen lieferten mit dem Spiegelparkett und den hohen Glasfensterthüren, die einen freien Ausblick auf die traumhafte Einsamkeit großer Rasenflächen, von dunklem Wald umkränzt, gestatteten! Wie entzückend diese knisternde, hellgeblümte Seide der Portieren und Sessei und Diwans, all dies Gold, Krystall und feine Porzellan umher, dies unbeschreibliche Parfüm des Luxus! Und dazu die wohlige Wärme, die von dem glimmenden Kohlenfeuer in dem Malachit - Kamin ausstrahlte, auf dem eine goldene Rococo-Pendule mit einem Schäferpaar aus Meißener Porzellan, leise tickend, Liebesmärchen zu erzählen schienen, ganz leise und verstöhlen. Nachdem die beiden Damen genug von dem köstlich duftenden Thee aus echten chinesischen Schalen, von dem süßen Gebäck und den feinen Confitüren genascht, saßen sie vor dem Kaminfeuer und rauchten russische Cigartten. Jetzt war Wurfhild so weit, daß sie an die Hcrzenswc'rme und Aufrichtig!eit Eloiras glaubte, und all der Zauder 'nd Duft umher machten ihr das H-?rz so weit und sehnsüchtig nach Verständniß und Mittheilung. Ich bin 'ganz Bäuerin geworden. Hcheit," sagte sie mit bittcrem Lächeln, als die Prinzessin die erste, zarte Anspielung auf ihre veränderte Lebenslage machte. Man muß nie etwas h2ld sein im Leben. So machte ich kurzen Proceß, vergaß meine frühere Existenz und wirthschaftete wie ein Bauer. Xc btx machte ich die Entdeckung, daß auch der Acker und Viehstall eine hohe, erziehcrische Macht auf den Menschen a,-üben können. Hoheit glauben nicht, wieviel Gesundheit, Selbstüberwindung, Energie und Gedankenarbeit diese Thätiqleit erfordert Wie ich Sie bewundere u'ld bee'.de!" rief die Prinzessin in Ekstase. Wie unsagbar originell! Ein Wesen wie Sie in dieser Thätigkeit! Ach. erzählen Sie mir doch mehr von dieser märchenhaften Idylle'." Ich glaube. Hoheit würden staunen, wie wenig märchenhaft es im Stall und auf dem Acker zugeht,- lächelte Wulfhild. wie sehr entfernt meine Eristenz von einer Idylle ist." Und nun schilderte sie höchst realistisch, mit einem Anflug von Humor, ihr Leben auf dem Wa'ldhof. Sie konnte sehr hübsch erzählen, und die Prinzessin amüsirte sich köstlich dabei. Aber Baroreß, Sie sind ein Genie!" rief Eloira voll Begeisterung. Gott, wenn ich denke, unsere faden jungen Mädchen dageZ'.m! Und Sie. so jung, mit solch' einem Gesicht unty ein Bauerngut selbstständig bewirthschaften! Das ist einzig, das ist noch nicht dagewesen. Dabei noch geistig schaffen, ein solches Drama schreiben: In v.r.er Bodenkammer, abgeschieden von aller Welt, sich aus der Phantasie ein Königreich schaffen, ein Reich der Poesie liebste Baroneß. Sie sind aus großem Stoff gemacht! Sie werden unzweifelhaft eines Tages die Welt zu Ihren Füßen sehen!" Wulfhild lehnte sich mit einem le:sen Seufzer in den Sessel zurück, und gedankenvoll das feine Aroma ihrer Cigarette genießend, blickte sie in die lodernde Kamingluth. Ach, wenn sie r:ur den Einen, den geliebten Mann sich zu Füßen sähe hier allein mit ihm, in diesem Märchen schloß wenn er da kniete vor ihr auf dem Eisbärenfell und sie den dunklen Kopf zwischen ihren Händen halten und ihm nur einmal wieder in die Augen sehen könnte bis in die Seele hinein! Liebst ou mich noch? mehr als alles in der Welt? mehr als Gold, Macht und Erfolg? mich, mich allein? Und dann die jauchzende Antwort von seinen Lippen küssen o! Aber sie schüttelte energisch die Träumerei von sich und erwiderte: Hoheit überschätzen mich. Ich mache nur aus der Noth eine Tugend. In meiner Lage wurde jede dasselbe thun. I Ich gestehe Ihnen, daß ich ziemlich i bankerott mit Hoffnung. Geduld und Lebensmuth bin. Der Gedanke, trotz ! aller Arbeit und Anstrengung nicht weiter zu kommen als jeder Bauer, der sein Leben mit seinen Ochsen und j Kartoffelfeldern beschließt, ist geradezu vernichtend für mich. AuS dieser VerI zweiflung heraus habe ich den schnftftellerischen Versuch gemacht, aber eS j war auch eine vergebliche Hoffnung. ! Hoheit sagen selbst, daß mein Trauerlviel nicht bübnenfähia sei. Damit
ist es verurtyem, und mein Talent ist verurtheilt." Im Gegentheil. Alle. Vit es gelesen, sprechen Ihnen Talent zu! Sie besitzen Geist und Originalität gentg j für drei unserer modernen Tagesgroßen. die von der Reclame zu Sternen i ersten Ranges gemacht wurden," ereiferte sich Elvira. Es fehlt Ihnen ! nur Schule, aber das läßt sich lernen. Dr. Löfsler. unser Dramaturg, meint, Sie müßten sich nur erst die Hörner ! abschreiben." Wulfbilo schüttelte muthlos den Kovf. Ich habe nicht Muth noch Ge-, kuld zu einem zweiten Versuch. An diesen ersten setzte ich mein bestes Kön-1 nen. Besseres kann ich nicht, und der Zweifel an mir selbst würde mich lähmen. Ehe ich nutzlose Buchdramen j schreibe, will ich lieber lebenslänglich Rüben und Kartoffeln bauen. DaS j hat doch einen praktischen Werth." Dazu sind Sie aber zu schade! Das ; darf nicht sein!" rief die Prinzessin. ! Als Episode, als Durchgangsstadium ! ist Ihre Bauernwirthschaft unbezahlbar reizend, aber der Gedanke, Sie dort lebenslänglich begraben zu sehen, , ist haarsträubend. Es ist geradezu un-1
denkbar und ich wette, der Retter ist nicht fern, der ie erlösen wird! Wir leben in einer sehr realistischen Zeit, ich glaube, solche Retter und Er löser sind ausgestorben," entgegnere Wulfhild melancholisch. Jvder ist darauf angewiesen, sich selbst zu helfen und wer das nicht vermag, über den geht man zur Tagesordnung hinweg. Es giebt wohl noch eine andere Möglickkeit der Erlösuna für mick. ain vorläufig ist der Weg dazu für 1 v".rcb!ossen. Das wäre?" fragt: die Pri',e.7. neugierig. Durch meine Stimm?. Ich glaute, ich habe Stimme. Mein früherer, gu ter alter Musiklehrer behauptete imnier ich hätte Millionen in der Kehle. Elvira fuhr wie elektrisirt auf. Und dzs sagen Sie so trübselig? Da spre cfctu Sie von Mutlosigkeit und wollen sich lebenslänglich begraben? Ich bitte Sie um Goties willen, was wollen Sie denn noch mebr? Da gehören Sie ja zu den Au-erwählten! Alle Schätze der Welt gehören Ihnen, Sie brauchen nur anzugreifen!" Das ist leichter gesagt als gethan. Eine Stimme allein genügt nicht. Es gehört vor allen Dingen die Schule, eine gründliche technische Ausbildung dazu, um debutiren zu können und dazu fehlt mir jetzt alles Ncthwenige Zeit und Mittel." "Lächerlich!" rief die Prinzessin aufgeregt, das sind unbedeutende Hindernisse! Das findet sich alles! Wir müssen nur erst wien. wie 'veit Ihre Stimmmittel reichen! Sie müssen in den nächsten Tagen mit mir zu Sprengel! Wenn Sie die Probe bestehcn. unterrichtet Professor Sprenge! Sie selbst! Da können Sie ein rasendes Glück machen mit Ihrer Schönheit! Was für eine wundervolle Bühnenerscbeinung würden Sie sein!" Wulfhild starrte in die Flamme. Wie ein bunter Zaubertraum stieg diese Zukunftsperspective vor ihr auf. Aber Berge von Schwierigkeiten lagen vor v.x. Jbr Vater! Was würde der dazu sagen? Sie machte von neuem Einwände. aber die Prinzessin wollte davon nichts wissen. Schließlich verlangte sie nichts weiter von ihrem Gast als das feste Versprechen, mit ihr an einem festzusetzenden Tage bei Profesicr Sprengel zusammenzutreffen, den sie vorher davon benachrichtigen wollte. Wulsbild konnte dieser Aufforderuna ebenso wenig widerstehen wie der heutigen Einladung. Es lockte sie aewaltig, einmal ein entscheidendes Urtheil von einer Autorität über ihre Stimme zu hören. Das Weitere könnte sie sich ja noch immer vorbehalten. Die jungen 'amen' waren noch ganz mit ihren Plänen beschäftigt, als der alte Diener ziemlich hastig auf der Scbelle erschien und meldete: Seine Hoheit. Prinz Arnulf!" Elvira hatte sich kaum umgedreht, dc: schob der Prinz auch schon den Eaf:elWr bei Seite und trat in seiner üblichen heiteren, legeren Weise ein. Er war in einem sehr hübschen, malerischen Jagdcostüm. das ihn vortrefflich kleidete. Seine schlanke, elegante Gestalt und sein schönes Knabengesicht machten in dieser Kleidung einen wahrhaft pocsievollen Eindruck. Aber Arnulf. Du weißt, ich liebe es nicht, hier überrascht zu werden, wenn ich Besuch habe!" zürnte Elvira ihm enteegentretend, als wollte sie ihm die Annäl'rung verwehren. Hier ist neutrales Geviet, chtre Fot-nr, Du wirst doch einem müden Jägersmann nicht ein paar Minuten Rast verweigern." plaidirte der Prinz, der Schwester galant die Hand küssend und sich tief vor Wulfhild verneigend. Stundenlang habe ich mich in Wind und Wetter herumgetrieben, und als ich zufällig Licht aus diesem alten Feenschloß durch die Bäume schimmern sah. ging es mir wie Hansel und Grete! im Märchen, ich folgte dem einladenden Strahl. Meine Vermuthung, daß die Feen hier eingekehrt seien, um den Namen dieses alten Rumpelkastens wieder zu Ehren zu bringen, hat sich auf das angenehmste bewahrheitet, wie ich fehe.Nun, so soll Dir verziehen sein. Nicht wahr, baroneß, wir jagen ihn nicht wieder binaus? Qt in im aan-
zen ein gurer unge. und aus seine Discreticn können Sie sich so gut verlassen, wie auf die meine. Ich habe nämlich die besondere Freude, lieber Arnulf. Baroneß von Dellmenhorft
hier bei mir zu sehen, die so liebens-l würdig war. meiner Bitte um ihre persönliche Bekanntschaft heute nachzukommen. Du wirst indessen begreifen, daß wir uns nur incognito trafen und dieses Incognito derWelt gegenüber gewahrt zu wissen wünschen." Verschwiegen wie das Grab," sagte der Prinz feierlich, die Hand aufs Herz legend. Fräulein von Dellmenhorft brauchte nur zu befehlen: doch sollst Du mich nicht fragen, woher ich komme der Fahrt um mich zu ewigem Schweigen zu verurtheilen aus Furcht, daß irgend ein unvorhergesehener Schwan sie uns wieder entführt." Wulfhild, die mit allen Zeichen der Ueberraschung und Verwirrung aufgesprungen war, als der Diener den Prinzen meldete, weil sie nicht wußte, wie ihre Anwesenheit von einem anderen Gliede des Herzoghauses aufgenommen werden würde, beruhigte sich wieder. Die einnehmende Erscheinung Prinz Arnulfs und sein liebenswürdiges Wesen verfehlten ihre Wirkung nicht. Er gefiel ihr auf den ersten Blick. Sie war zu sehr ausgehungert nach menschlichem Verkehr, nach etwas Anderem als dem täglichen Umgang mit Hanne. Siebert und den Bewohnern der Viehställe, um die Bekanntschaft mit den fürstlichen Geschwistern nicht wie eine Erfrischung zu empfinden. Die offenkundige Hulgung, die ihr bier entgegengebracht wurde, war Lalsem auf die tiefen Wunden, die cc Geschick ihvein persönlichen Selbstgefühl geschlagen. Die Furcht ist unbegründet. Hoheit," lächelte sie gutgelaunt als Ant. wort. Da meine Schwanengondel höchstens in Gestalt eines Ochsenkarrens für mich erscheinen könnte, verzichte ich gutwillig darauf. Nichtsdestoweniger werde ich Ihnen außerordentlich verpflichtet für Discretion sein, sonst könnten die Eonsequcnzrn meines Besuches sehr trübe für mich sein." Meine rechte Hand und mein Manneswort darauf. Baroneß," sagte der Prinz ernsthaft, und als er Wulf' hilds Hand faßte, küßte er sie mit einer Inbrunst, die eine feurige Huldig ung bedeutet. Und da ich nun einmal den furchtbaren Dusel gemacht habe, hier so bezaubernde Gesellschaft zu finden, wollen wir es uns doch recht gemüthlich machen!" rief er in heiterster Stimmung, denn er war auf den ersten Blick Feuer und Flamme für Wulfhild. Was meinst Du. Elvirchen, wir brauen uns einen kleinen Grog?" Da weiß ich ein vorzügliches Recept. Hoheit." sagte Wulfhild. ich mußte es immer zu den Jagdfrühstücken in Stockhausen benutzen, und unsere Jäger waren entzückt davon." Famos. Baroneß. Sie dürfen nur befehlen, ich mache alles nach Ihren Anordnungen. Oder kommen Sie. wir brauen den Göttertrank gemeinschaftlich, das wird eine fidele Geschichte!" Lachend und scherzend begaben sich alle drei nach der kleinen, zierlich gebaltenen Küche, in der die Frau des Castellans unumschränkt herrschte. In übermüthigster Stimmung wurde das Getränk bereitet. Der Prinz, der auf sehr cordialem Fuß mir Frau Kohlmetz stand, die seine Amme gewesen war, ließ sich von dieser eine Riesenschürze umbinden und benahm sich wie ein ausgelassener Junge. Er merkte jedoch gleich, daß er in Wulfhild die große Dame vor sich hat:e. die trotz ihrer gesellschaftlichen Teklassirung wie eine Ebenbürtige zu behandln war. Sie verband mit dem freien, sicheren Umgangston vollendeter Erziehung jene Würde echter Vornehmheit. die auch im Uebermuth die Schranke zu wahren weiß. Sie impcnirte ihm ebenso wie sie ihn entzückte. Hernach wurde bei dem belebenden, anregenden Getränk ein sehr heiteres Stündchen am Kamin verplaudert. Der Prinz war voll lustiger Einfälle, und für Wulfhild war es ein wirklicheS Vergnügen, einmal wieder in dem leichten, gefälligen Umgangston ihrer früheren Gesellschaftskreise zu verkehren und sich den Hof machen zu lassen, wie sie es in Stockhausen als etwas Selbstverständliches gewöhnt war. Elvira wetteiferte an Liebenswürdigkeit mit ihrem Bruder, sie hatte eine spontane Neigung zu Wulfhild gefaßt, die den Reiz des Neuen und der Abwechselung in die Langeweile ihres Ta.ins zu bringen versprach. Sie träumte bereits von kleinen intimen Zirkeln hier in der Feenlust", bei de. nen das schöne, geistvolle Fräulein von Dellmenhorft den Magnet bilden soll te. um einige auserlesene Herren ihres Kreises anzuziehen. Solch' eine Daj menbetanntschaft hatte ihr gerade gefehlt, um Arnulf zu veranlassen, sie i bei derartigen gesellschaftlichen Unter- , nehmungen zu unterstützen, denn sie allein konnte es nicht machen. Bis jetzt I war Arnulf nicht dazu zu haben gewesen, weil die Damen der Hofgesellschaft :hn entsetzlich langweilten. Wulfhild mußte endlich an die ' Heimkehr denken, nachdem sie mit Elvira Tag und Stunde für ein Zusammentreffen bei Professor Sprengel verabredet. Prmz Arnulf brachte sie bis an den Wagenschlag und überreichte ihr zum Abschied das Sträukcken Eri.
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r4fr uwrArij 1 m r . i HoSl RHK s la und TanneniplVtn und Berberitzen. das er im Knopfloch getragen. Auf Wiedersehen, Baroneß," wai sein letztes Wort gewesen. Wie amüsant das war! dachte Wulf, hild aufs angenehmste erheitert und angeregt, wie sie in die Wagenpoli'ter gelehnt auf Gummirädern dahinflog durch den dunklen Wald. Der nette Prinz! Er ist wirklich allerliebst! Und die Prinzessin ist außerordentlich liebenswürdig! Und dann versank sie in Träumerei, in der unklare, verworrene, aber glänzund lichtvolle Zukunftsbilder auftauchten. Das Leben war doch noch nicht jo hoffnungslos! Elvira, ich bin weg! ich bin verliebt, verschossen bis über die Ohren! Sie ist eine Göttin, ein? Zauberin, ein entzückendes Weib!" rief Prinz Arnulf, in Ekstase zu semer Schwester zurückkehrend. Wie hast Du denn das angefangen, sie aufzugabeln?" Das war ein Meisterstück! Aber bild Dir ja nicht ein. daß ich sie Dir überlasse!" Siehst Du. was ich für eine feine Spürnase habe!" triumphirte ' Elvira. Sie is- wirklich charmant!. Ich oeripreche nnr viel Vergnügen von diesem Verkehr, sie hat etwas Fascinirendes. jenen prickelnden Reiz der Dame, die durch Verhältnisse aus den Bahnen des Hergebrachten entgleist ist. Aber sie ist tadellos und hat das qroße air. Das Beste dabei ist, daß sie eine ! Dellmenhorft ist ! Wenn das Papa wüßte! Ist es nicht himmlisch, ist es nicht zum Kranklachen, daß wir mit einer Tochter vom alten Dellmenhorft solche Freundfchaft schließen?" ..Freundschaft?" rief der Prinz entrüstet, Ich liebe sie!" Das schadet nichts. Liebe sie nur. so viel Du willst. Es macht mir heillosen Spaß! Weißt Du, Arnulf, wir werden diesen Winter kleine Theeabende hier in der Feenluft arrangiren, ganz fntiv nous. Du bringst ein paar Freunde mit, z. B. Baron Ledersieeg. und ich lade außer der Dellmenhorft noch eine oder die andere Dame, die kein Spielverderber ist. Wir werden uns schon amüsiren. wir könnten, was ich schon lange plane, die kleine Bübne im Spiegelsaal wiederherstellen lassen und mal eine französische Komödie oder am liebsten ein modernes Drama aufführen. Auch lebende Bilden wären nett!" Wenn die Dellmenhorft dabei ist. bin ich für alles zu haben, da will ich wie ein dressirter P.:del tanzen und apportiren. wenn es Euch Spaß macht", betheuerte der Prinz, und El vira war sehr zufrieden mit dem Erfolg des Tages. 1 9. C a p i t e l. Jetzt begann für Wulfhild ein Le ben reich an neuen Hoffnungen und ernuen ampten. Professor Sprengel gab bei der Prüung dk rnarung av. vatz ue ttn gu tes Stimmmaterial besäße ; es fei der Ausbildung werth und würde sogar für die Bühne ausreichen. Er erbst sich sofort, sie selbst unentgeltlich zu unterrichten. Elviia hatte vorher eine heimliche Conferenz mit ihm gehabt, ihn beveutet. daß ne für alle Kosten des Unternchts aufkäme, er möge nur Fräu lein von Dellmenhorft Glauben ma chen. daß er aus Liebe zur Kunst vielversprechende Talente stets umsonst ausvilde (Fortsetzung folgt.) I n ver Ör'ts chast B a c sTopolya hielt sich eine Zigeunerkarawane auf, deren Mitglieder verschiedene Diebstähle verübten und darum in das Gemeindehaus citirt wurden. Hie rschor man sie für einen Zigeuner ein großer Schimpf ratzekahl und jagte sie sodann aus dem Dorfe. Äie Zigeuner übten jedoch schreckliche Rache. In der Nacht schlichen sie sich in das Torf zurück und vergifteten das Wasser der beiden Gemeindebrunnen. Tags darauf starben nach dem Genusse dieses Wassers fünf Personen. Der Gendarmerie gelang es, die Zigeuner festzunehmen. Man fand bei ihnen eine große Menge von Strychnin. Arfenik und anderen Giften. Schwache, nervöse Persontt!, ?rcfr"v.!b Srrrtfcfn. Mitten, fifrl
!Ictftit uud chitck'tn Itcurntn, t tfoftttn ci Dtin ,.3u?nt-frcurtC'' air tiriü: mit 6.i:.fl fffcfctiit fr.mfbvit.it. Zoigtn der lNündcn, Kr'mrsIrbruch (Oarif odlf . crftt)6tffnrr Siiünc ane rt in ,rt u d l.nr.tv r; hrtudc tttbtr, Idjnrl! aub toiittnb giht.lt 5t,Stti fYnntn. Qtanj tut? Ättlfttf abrtn. Auch ein Naplttl übst tttwitunp m prrV 5 ui trtfn (t!imn? Plp n tlji'tt 5t5 ..v,tiac r.tf;-n ntutnt Huf a.t rcai -nfttd ven .5 Gent Ifcurfmaiitit vtint ji.l: '.' i ton ct Pft'. . i. 2 1 ölb fc. , Yerfc, KJ
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