Indiana Tribüne, Volume 24, Number 254, Indianapolis, Marion County, 31 May 1901 — Page 1
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Erscheint jeden llartjmittag und Sonntag Morgens. Jahrgang 24. Indianapolis, Ind., Freitag, den 31. Mai 1901. No. 254 ' " '
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Sie MMrilen i Berlin. G Königin Wilhelmine und Prinz Heinrich in Potsdam angekommen. Der Kaiser erweift den srauzösischen sfiziereu große Aufmerksam-feite.
Sraf Willzelm von Lismarck Schönhausen $ti Varzin ach kurzer Krankheit gestorben. Die Spiclwuth in der vornehmen Londoner Gesellschaft. Eugelmamcrei im Großen. . 5! Leichen von Kindern in Birming ham gesunden Vom Krieg in Ziidafrika. Königin Wilhelmine in Potsdam. Potsdam, 31. Mai. Die Köniiin Wilhelmine und Prinz Heinrich der ttiederlande kamen am Donnerstag hier in. Sie wurden am Bahnhof von dem Reiser unv der Kaiserin empfangen ,ino von ihnen nach dem neuen PalaiZ geleitet. Ueberall wurden die hohen Herrschaften von der Bevölkerung n er enthustastlschnen Weife begrüßt. Bei dem Bankett, das am Abend zu Ihren der Königin Wilhelmine und tftti GumchU im neuen Palais statt- , end, sagte der Kaiser, indem er die Königin willkommen hieß : ..Nicht als freunde, sondern als Verwandte bezrüßen wir heute Ew. Majestät, bei Zhrem zweiten Besuch in unserer Mitte. Das erste Mal kamen Sie kaum der Kindheit entwachsen ; heute kommen Sie im Frühling des Lebens, an der 5eiie eines geliebten Gatten, der von zuter Art ist. In diesen Hallen heiße ch die Urenkelin von Louife Henriett:. :er Rose des Hauses Oranjen. willkomnen. Wie kann ich unter diesen Unu känden die Königin der Niederlanoc anders als ein Mitglied unserer Famiie und unseres Hauses begrüßen." Der Kaiser fprach dann darüber, wie icl das Haus Hohenzollern oem Haus Dranjen verdanke und er brachte zuletzt !in Hoch auf das Wohl der Königin und chres Gemahls aus. Die Königin Wilhelmine dankte mit 'iner hübschen kurzen Rede für die Zreundschaftsverstcherungen und trank icrnn auf das Wohl des Kaisers und )er Kaiserin. Nach dem Bankett sahen die Majetäten von einem Balkon des Schlosses lus dem großen Zapfenstreich zu. zu Dem auch General Bonnal und die ämmtlichen Mili.är-Attach6s eingelaen waren.. Die Militärkapellen spielen eine Anzahl niederländischer Hymun. Die sämmtlichen Truppen Präentirten das Gewehr, als die Musik .Wilhelmus von Nassau" spielte. GrafWilhelmBismarck. f 'Varzin. Pommern. 31. Mai. Iraf Wilhelm von Bismarck-Schön-zausen, der zweite Sohn des Altkanzers. Fürst Otto von Bismarck. ist hier lach nur kurzer Krankheit gestorben. Graf Wilhelm wurde 1852 zu Frankfurt aM. geboren. Er besuchte ivn 1866 bis 1869 das Friedrich Werer'sche Gymnasium in Berlin und stulirte dann in Bonn' Rechts- und Ztaatswiffenschaften. Den Feldzug 187071 machte er beim 1. Garde-Dragoner-Regiment und als Ordon-,anz-Offizier des Generals von Maneuffel mit. Nach dem Friedensschluß tudirte er wieder bis 1872 in Berlin ind arbeitete dann beim Amtsgericht Wiesbaden, beim Kreisgericht Schlawe ind beim Kammergericht in Berlin. Nachdem er 1878 das Assessor-Examen ?estanden. war er bis zum Herbst 1879 Hilfsarbeiter in der Reichskanzlei und vurde dann dem Statthalter von El-aß-Lothringen. von Manteuffel. atachirt. 1881 1884 wurde er wieder n der Reichskanzlei beschäftigt und zarauf zum vortragenden Rath im Ztaatsministerium. 1885 zum Land:ath des Kreises Hanau und im Jauar 1889 zum Regierungspräsidenten n Hannover ernannt. 187881 war ;r Mitglied des Reichstags und 1882 85 Mitglied drs preußischen Abgeirdnetenhauses. Zur Zeit seines Able?cns war Graf Wilhelm Ober-Präsi-)ent der Provinz Ost-Preußen. mit zem Sitz in Königsberg. Graf Bismarck starb nach nur sechsägiger Krankheit. Seine Beerdigung -jndet am Montag statt, dem Tage, an zem in Gegenwart des Kaisers das vor xm Reichstagsgebäude in Berlin dem Fürsten Otto von Bismarck errichtete Denkmal enthüllt wird. Der Kaiser
itt man wluens. die Enthüllung des Denkmals zu verschieben, da alle VorBereitungen daür getroffen sind und Tausend? von Gäste auS allen Theilen Deutschlands dazu eingeladen worden inb. Es ist aöer doch möglich, daß im letzten Zkzgenbluk noch die Enthüllung aufgeschoben werden wird. Die Abendzeitungen enthalten alle ftccl-rnfe für Graf Wilhelm Bismarck. Jlui wenige daoou sind schmeichelhaft und die meisten erklären, daß der Sohn alle Schwächen seines Vaters, aber nichts von seiner Größe besas' Graf Wilhelm, der seit 1885 mit Sybille von Arnim verheirathet war. hinterläßt drei Töchter und einen Sohn.
Aus dem Deutschen Reich.! B e r l i n . 31. Mai. General Bon-' nal. der Direktor der französischen Kriegsschule von St. Cyr. der den ; Manövern der ersten Garde-Brigade am Mittwoch als Gast des Kaisers Wilhelm beiwohnte, drückte dem Bertreter der ..Associirten Presse" gegenüber seine arökte Befriediquna über den herzlichen Empfang aus. der ihm und den anderen französischen Offizie- i ren von dem Kaiser Wilhelm, wie von ' den deutschen Offizieren im Allgemeinen bereitet wurde. Der General sag-! te: ..Ich war erstaunt über das durch-1 aus offenherzige und soldatenmätzige j Benehmen und Reden des Kaisers, j Wiederholt drückte der Kaiser Befriedi-1 gung darüber aus. daß die Deutschen i und die Franzosen in letzter Zeit öfters I Gelegenheit hatten, nebeneinander zu ! kämpfen, nicht nur in China, sondern auch in West-Afrika. wobei sie gelernt hätten, sich gegenseitig zu schätzen." Der Kaiser sagte aucam Mittwoch zu General Bonnal: Wenn Sie nach Frankreich zurückkehren, sagen Sie Jhren Landsleuten, daß man hier nur mpathie und Achtung für Frankreich empfindet". Ueber die deutsche Armee sagte General Bonnal: Weder die deutsche, noch die französische Armee ist dieselbe wie im Jahre 1870. Beide haben große Lerb'Nerungen erfahren und doch kann noch jede Armee viel von der anderen lernen". Der Kaiser Wilhelm wird dem General Bonnal einen hohen Orden verleihen. Die französischen Offiziere werden den Paraden am Freitag und Samstag beiwohnen und am Sonntag wieder nach Frankreich abreisen. Die Kommentare der Zeitungen über den Toast, den am Mittwoch der Kaiser Wilhelm nach der Parade bei dem Bankett der Offiziere der ersten Garde Brigade ausbrachte, gehen weit auseinander. Die Kreuzzeitung" weist daraufhin, daß, nach der Depesche des Zaren zu schließen, kein persönliches Mißverständniß zwischen den beiden Kaisern wegen Chinas entstanden sei. Das Berliner Tageblattt" hält es für wichtig, daß der Zar dem Grafen von Waldersee. und der Kaiser den Franzosen Gerechtigkeit widerfahren läßt. Die Zeitung zieht einen Vergleich zwischen den freundschaftlichen, versöhnlichen Worten des Kaisers WilHelm und der chauvinistischen Rede, die kürzlich der französische Kriegsminister, General Andrs in Troyes gehalten. Die Vossische Zeitung" sagt dagegen: Alles dies sind nur leere Höflichkeiten. die nicht den geringsten Einfluß auf die wirklich ernste Lage haden." In Greifswalde ist bei der Ersatzivahl für den Reichstag der konservative Kandidat. Herr Coutbehr, von dem freisinnigen Kandidaten Gotheim geschlagen worden. Man legt diesem Resultat die größte Wichtigkeit bei. weil die Wahl in einem streng agrarischen Distrikt stattgefunden hat. und es sich dabei hauptsächlich um die Zollfrage bezw. die Erhöhung der Getreidesteuern handelte. Trotzdem fordert die Deutsche Tageszeitung". das Hauptorgan der Agrarier, die preußische Regierung auf. den bedrängten Landwirthen zu helfen, da die nächste Ernte ohnedies eine schlechte sein werde. Der Ver. Staaten Senator Albert I. Beveridge ist in Berlin angekommen. Lr hatte den Fürsten Hatzfelo in Schlesien besucht und dort die Verhältnisse )er Landbevölkerung studirt. Am Freitag wird er Unterredungen mit dem Grafen von Bülow. Baron von Rheinbaben. Dr. von Miquel und Dr. von Siemens haben und am Samstag nach Rußland Weiterreisen. Wollen Sklaven bleiben. London. 31. Mai. Das auswärtige Amt hat die Korrespondenz mit dem Vertreter Englands in Sansibar über die Befreiung der Sklaven dortselbst bekannt gemacht. Es geht daraus hervor, daß 98 Prozent der Sklaven von Sansibar und Pemba vorziehen. Sklaven zu bleiben. Im Jahre 1900 haben weniger Sklaven um Gewährang ihrer Freiheit nachgesucht, als im Jahre 1899. weil, wie der britische
ommWN erklärt, sie trnflen datz in nen die Freiheit keine Vortheile bringt. Sie haben gesehen, wie schwer es den Freigelcrssenen fallt, sich selbstständig zu ernähren und sie werden, seit dem Erlaß der Emanzipirungs-Akte. auch, von den Sklavenhaltern viel besser behandelt, sodaß sie im Ganzen mit ihrer Lage recht zufrieden sind. Von den Philippinen. Manila, 31. Mai. Vor einigen Tagen stießen 33 Mann vom 20. Ver. St. Jnfanterie-Regiment bei Paracalc. in der Provinz Nord Camarines. auf die Bande Segovia's. In dem Kampfe, der sich entspann, wurde der Arzt St. Johp getödtet. Die Insurgenten hatten süiis Todte und zwei Verwunbete. Doniol ist abermals von den Jnsurgenten angegriffen worden und von Boac. Marinduque. aus sind Verftärkungen dorthin abgeschickt worden. Aus China. V e r l i n. 31. Mai. Dr. Mumm v. Schwarzenstein, der deutsche Gesandte in Peking, bestätigt die Nachricht, vay Der chinesische Kaiser am Montag, den 27. Mai, ein Edikt erlassen hat, in dem ix einwilligt, die volle Schadenersatz'umme von 450,000,000 Taöls mit oier Prozent Zinsen bezahlen zu wollen. Spielwuth in derLondoner vornehmen Gesellschaft. London. 31. Mai. Die SpielWuth, von der jetzt die Londoner vor-
nehme Gesellschaft besessen ist. wird binnen Kurzem mehrere interessante i Skandalgeschichten an den Taa brin- j gen. Es sind allerlei Gerüchte über i wohlbekannte Frauen im Umlauf, die i große Summen im Spiel verloren haden und sich in finanziellen Schwierig- j sehen befinden sollen. Eine dieser j Frauen soll an einem einzigen Abend 8,000 verspielt Haben. Die ..World" schreibt über die jetzt , :n London tzerrschende Spielwuth : j Jedermann scheint darauf bedacht jju i lein, seinen Nachbar auszuplündern. ! Die Damen der vornehmen Gesellschaft laden ohne Rücksicht auf die Pflicht. Oie ihnen freundschaftliche persönliche Beziehungen auferlegen sollten, Leute nach ihren Wohnungen ein.ediglich, um ihnen ihr Geld abzugewinnen. Sie sind nur darauf bedacht. Leute nach ihren Wohnungen zu locken, die Roulette und Bridge" spielen und die im Stande sind, auch zu bezahlen, wenn di; Stunde der Abrechnung kommt. Dem reichen jungen Mann drohen in Monte Carlo oder auf dem Rennplatz keine größeren Gefahren, als auf dem arisiokratischen Landsitz, auf der Dacht seides Freundes oder in einem Londoner Gesellschaftssaal. Nacht für Nacht ermuthigen die Frauen Vää Spielen in ihren Wohnungen und sie sehen mit der größten Gemüthsruhe zu. wie ihre Freunde ausgeplündert werden. Die Ankündigung, daß eine Dame an einem gewissen Nachmittag in der Woche zu Hause" ist. bedeutet für alle diejenigen, die spielen wollen und bezahlen können. daß der Gesellschaftssaal der Gastgeberin prompt in einen Spielsaal umgewandelt werden wird, und so begierig sind viele Damen", Anderen das Geld aus den Tasche zu eskomotiren. daß sie ! sich nicht scheuen, als Schlepperrnnen zu dienen und Leute mit Geld in die . Salons" Einzuführen. Der Krieg in Südafrika. Q u e e n s t o w n . Kap - Kolonie. 29. Mai. Der Kommandant Kritzinger konzentrirt eine ungewöhnlich große Zahl von Boeren nördlich von Bailey. Man hegt hier ernstliche Befürchtungen um die Sicherheit der Stadt und die Bürgergarde verbringt die Nächte in den Schanzgräben. Der Passagierverkehr nach dem Norden ist ganz eingestellt worden und alle Frachtzüge sind mit Soldaten besetzt. Die Banken schließen schon am Mittag die Thüren. Engelmacherei im Großen. L o n d o n . 31. Mai. In Birmingham sind in einem Keller unter dem Etablissement eines Leichenbestatters 31 Leichen von kleinen Kindern gefunden worden. Die Leichen befanden sich in verschiedenen Stadien der Verwesung und lagen meist paarweise in Seienkisten. Das Haus, in dem die Leichen gefunden wurden, gehört einer Wittwe, die sofort auf die Anklage hin verhaftet wurde, den Tod der Kleinen ' verursacht zu haben. Anarchisten-Verschwö-r u n g. B a r c e l o n a. 31. Mai. Die spanische Polizei hält an der Grenze und in den Hafen scharfe Wache, in der 1 Hoffnung, zwei Anarchisten abfangen ! zu können, einen Spanier und einen Italiener, von denen man glaubt, daß sie in Marsaille gelandet seien und die Absicht haben, sich nach Madrid zu begeben, um den jungen König zu ermorden. Die Verschwörung soll in einem Anarchisten-Centrum in NordAmerika ausgeheckt worden sein. Alle von Marseille und Genua kmnmcnden Dampfer werden genau durchsucht.
Präsident ZUcKinkey , Wieder in Washington angekommen. Frau McKinley noch sehr krank.
Sieben junge $cnte, fünf Mäö' chen und zwei junge Männer 0 Im Schuylklll'Flnß ertrunken. Lynchgericht im Süden. O Tie Revolte der Kadetten in West Point. 57 von den Augeklagten schuldig befunden. Und zu verschiedenen Strafen verui' theilt Präsident McKinley in Washington angekommen. Washington. D. C.. 31. Mai. Der Spezialzug des Präsidenten McKinley ist am Donnerstag Morgen um halb acht Uhr hier angekommen. Frau McKinley wurde sofort nach einem bereitstehenden Wagen gebracht und langsam nach dem Weißen Hause gefahren. Sie sah bleich und angegriffen aus. Sekretär Cortelyou sagte aber, daß sie eine gute Nacht gehabt habe und sich verhältnißmäßig wohl fühle. Präsident McKinley machte am Nachmittag um fünf Uhr eine kleine Spazierfahrt mit dem Kriegssekcetär Root, nachdem er vorher eine lange Konferenz mit dem Kriegssekretär. Senator 0. H. Platt, Vorsitzer des Se-nats-kommittees für Beziehungen mit Cuba, und Senator Spooner von Wisconsin über die Lage in Cuba gehabt hatte. Die cubanische Angelegenheit wird wahrscheinlich am Freitag im Kabinetsrath eingehend erörtert werden. Frau McKinley ist sehr schwach, ihr Zustand soll sich aber allmählig bessern. Sieben jungeLeute ertrunk e n. Philadelphia, Pa., 31. Mai. Ein Ruderboot, in dem sich acht jungt Leute befanden, wurde am Donnerstag über den Flat Rock Damm im Schuylkill-Fluß geschwemmt und sieben davon, fünf Mädchen und zwei Knabe kanren dqhei ums Leben. Die Opfer, sämmtlich von Philadelphia, sind: Florence Densmore. 19 Jahre; Marie Kennedy. 18 Jahre; Maut Rutter, 19 Jahre; Mamie Sullivan. 21 Jahre; Florence Bond. 21 Jahre; Bertram Osmond. 19 Jahre, nnb Ror' Riefet), 18 Jahre alt. Derjenige. de gerettet wurde, ist John Moore, 21 Jahre alt. Eine kleine Gesellschaft machte am frühen Morgen einen Ausflug den Schuylkill-Fluß hinauf und hatte bei Rose Glenn ein Lager aufgeschlagen. Nach dem Mittagessen wollte ein Theil der Ausflügler in Booten auf dem Fluß fahren und die obigen acht jungen Leute begaben sich in ein Boot. In Folge des starken Regens der letzten Woche war der Fluß hoch angeschwollen und die Strömung stärker wie gewöhnlich. Trotzdem ruderten die jungen Leute direkt in die Mitte des Flusses hinaus. Die Mädchen saßen alle im Hinteren Theil des Bootes. Einer der jungen Männer ruderte und ein anderer sah auf dem Bug des Bootes. Die Strömung erwies sich bald als zu stark und das Boot wurde wieder dem Ufer zu gerudert. Die Strömung trug es jetzt langsam den Fluß hinab. Der Ruderer beschloß, durch die Schleuse zu fahren und als er sich dem Damm näherte, rief ihm der SchleusenWärter zu. nicht näher heranzukommen. Die Warnung blieb aber unbeachtet und der junge Mann fuhr fort zu rudern. bis er entdeckte, daß die Schleuse geschlossen war. Er versuchte jetzt das Boot, das sich noch 60 Fuß vom Damm und 25 Fuß vom Ufer entfernt befand, zu drehen ; er drehte es aber in der falschen Richtung und einen Augenbliä später befand er sich in der Strömung. Die Mädchen, die jetzt zum ersten Mal begriffen, daß sie sich in Gefahr befanden. fingen an zu schreien und der Ru derer verlor vollständig die Kontrolle über das Boot. Es wurde schnell deni Damm zugetrieben, und gerade als es diesen erreichte, standen alle acht Personen aufrecht in dem Boot, das mit dem Achterlei! zuerst über den Fall hinwegging, der ungefähr 12 Fuß Ho4 ist. Das Boot schlug kielaufwärts un-. ten auf und die sämmtlichen jungen Llute befanden sich unter ihm. Beinah? eine Minute wurde nichts mehr gesehen dann erschien das Boot wieder und tb
ner oer Zungen Manner klammerte sick am Kiel fest. Gleich. darauf tauchte de, zweite junge Mann auf und er machtt einen verzweifelten Versuch, sich durch Schwimmen zu retten. Keins von den Mädchen kam wieder an die Oberfläche, Den jungen Mann, der sich durch Schwimmen retten wollte. Osmond. verlietzen bald die Kräfte und er ertrank ehe ihm Hilfe gebracht werden konnte. Moore trieb eine halbe Meile den Flu Kinab. ehe es aelana. ihn zu retten. E: war ganzllcy erlchopft. Bis zu spater Stunde war noch keine der Leichen gefunden Word. Die Meuterei in West Point. West Point. N.J.. 31. Mai.Erst jetzt ist Näheres über die Untersuchung bekannt geworden, die von den Offizieren der Militär-Akademie betreffs der Meuterei der Kadetten geführt worden ist. Bon den 83 Kadetten, die schuldig befunden wurden, sind 57 bestraft worden. Alle Diejenigen, die OffiziersRang hatten, sind zu Gemeinen degradirt worden. Die Strafen, die schwersten. die jemals in der Anstalt verhängt wurden, sind folgende: Fünf Kadetten, deren Namen bereits bekannt gemacht worden sind, sind aus der Akademie entlassen, und sechs andere bis zum 1. April 1902 suspendirt worden. Einunddreißig andere haben HausArrest bis zum nächsten Feld-Lager, sind zu Gemeinen degradirt worden und müssen dreimal wöchentlich, auch während des Lagers. Strafmärsche ausführen. Unter diesen befindet sich auch ein Sohn des Generals Phil. Sheridan, und fünfzehn haben Haus-' Arrest bis zum 9. Juni und müssen bis dahin dreimal wöchentlich Strafmärsche ausführen. Der bezügliche Bericht ist von dem Kriegssekretär Root in allen Theilen für gut befunden worden und gleichzeitig ist von dem Kriegssekretär ein Befehl eingetroffen, daß in Zukunft alle Fuchsprellerei, und selbst Bracing". mit sofortiger Entlassung aus der Akademie betraft werden soll. V Lynchgericht. Birmingham Alg 8i. "Mal Frank Reeves. ein Neger, ist am Donnerstag zwischen Georgiana und Dunham. zwei kleinen Ortschaften in Butler County, von einem Volkshaufen gelyncht worden. Der Neger hatte versucht. Frl. Ada McMillan aus ihrem Buggy zu zerren, um einen verbrechenschen Angriff auf sie zu machen, ihre Hilferufe brachten aber Leute herbei und der Neger entfloh. Er wurde aber verfolgt und schließlich eingefangen. Er wurde dann nach einer Brücke geführt und. nachdem ihm ein Strick um den Hals gelegt worden, gezwungen. hinabzusprinZen. ..m.iwnnj MerkwürdigerWahrspruct). S t. L o u i s , Mo.. 31. Mai. In de? Pähe vom Edgemont Park. Ost St. LoulS, Jiss., wurde am Donnerstag Morgen der Kopf eines Mannes, in einen alten Rock eingewickelt, gefunden. Einige leere Kouverts. die in dem Rock sich befanden, waren an F. R. Williams. New Aork. gerichtet. Der Coroner hielt einen Jnquest ab und sein Wahrspruch lautete Selbstmord". In der Nähe der Fundstelle wurde ein altes verrostetes Rasirmesser gefunden. Ungefähr 100 Aards von der Stelle entfernt . wo der Kopf lag. war im April die kopflose Leiche eines Mannes gefunden worden, die niemals identifizirt wurde. Kohlenflotte verunglückt. I r o n t o n . O., 31. Mai. Der Schleppdampfer Acorn". mit einer Kohlenflotte von Pittsburg nach Eincinnati unterwegs, rannte am Donnerstag Morgen bei Kenova. W. Va.. gegen einen Pfeiler der Norfolk & Western Eisenbahn-Brücke an. Acht Kohlenbarken gingen unter und die anderen wurden alle stark beschädigt. Das Werftboot, die Landungsbrücke des Fährboots und mehrereHolzflöße wurden von den den Fluß hinabtreibenden Trümmern fortgerissen. Der Unfall ereignete sich während eines dicken N?bels. Freigesprochen. M a n s f i e l d. O.. 31. Mai. May Flemming. die angeklagt war. die Namen von Mitgliedern der Gesundheitsbehörde auf Zahlungsanweisungen gefälscht zu haben, wurde am Donnerstag von einer Jury nach halbstündiger Berathung für nicht schuldig" erklärt, Der Wahrspruch wurde von den im Gerichtssaal Anwesenden mit Beifall aufgenommen. Mordversuch und Selb stmord. B e d f o r d. Ind.. 31. Mai. Nelson Hatfield, ein alter Unions-Veteran. der bei hiesiger Stadt wohnt, versuchte am Donnerstag Morgen seine Frau zu ermorden, indem er ihr mit einem Re-
volver eme ttugel in den Rücken schoß. Er tödtete sich dann selbst mit einem Schuß in die Schläfe. iD? Frau ist schwer, aber nicht unbedingt tixdtlich verletzt. Sie hatte kürzlich eine Scheidunsklage gegen den Mann eingereicht. Die Reunion der KonfoderirtenVeteranen. Memphis. Tenn.. 31. Mai. Begünstigt vom schönsten Wetter fand am Donnerstag die Parade der Konföderirten Veteranen statt, deren Reunion mit dem heutigen Tage ein Ende erreicht. Ungefähr 4000 Veteranen nahmen an der Parade theil. Am Abend fand ein großer Ball statt. Nummer Zwei verurtheilt. Upper Sandusky. Ohio. 31. Mai. George Ury. einer der Männer. die der Ermordung des CellerieKönigs" Johnson in Carey. Ohio, angeklagt waren, ist am Donnerstag des Mordes im ersten Grade schuldig befunden worden. Die Jury empfahl Ury aber der Gnade des Richters. Es ist dieö die zweite Verurtheilung. GräberfchmückungLtag. New Y o r k . 31. Mai. Der Gräberschmückungstag wurde diesmal hier mehr allgemein wie gewöhnlich gefeiert. Es fand zuerst eine große Militärparade statt, die Gouverneur Odell und Mayor Van Wyck am MadisonSquare abnahmen, und dann fand eine groe Feier amGrabmal des Generals Grant statt, wo der chinesische Gesandte. Wu Ting Fang, eine Rede hielt und einen. Kranz niederlegte. Später fand die Einweihung der Ruhmeshalle in der New Zjorker Univcrsität statt, wo Senator Chauncey M. Depew die Hauptrede hielt. Es wurden dann eine ganze Anzahl Gedenktafeln in der Ruhmeshalle enthüllt. Gouverneur Nash'sBefin den . C o l u m b u s . O.. 31. Mai. F. N. Sinks. der Privatsekretär des Gouverneurs Nash, machte am Donnerstag das Folgende bekannt : ' ..Seit der RückkeHves Gouverneurs Nash von California ist wiederholt Hweie! darüber ausgedrückt wordeu. Zerr NaZtz als Karzoldat sir die Wiedernomination auftreten werde. Einigemal hieß es, daß der Gouverneur so krank sei. daß er sich gezwungen gesehen habe, mit Bestimmtheit zu erklären, daß er nicht als Kandidat auftreten werde. Es ist absolut keine Veranlassung für solche Gerüchte und solche Zweifel vorhanden. Der Gouverneur steht heute noch aus demselben Standpunkt, wie vor mehreren Monaten. wann er erklärte, daß er die Wie-
dernomination nehmen würde, wenn die rerUkanische Partei ihm die Ehre zu Theil werden lassen timt te. Der He'undttsMtand Hes oHverneur? beerl sich sonwUhrend und Herr Nash wird vollständig im Stande sein, seine ngene ampagne zu lUgre. Telegraphische Notizen. Die türkische Regierung hat ein Dekret erlassen, demzufolge Armeniern, die sich in Rußland oder in den Ver. Staaten haben naturalisiren lassen, verboten wird, die Türkei zu betreten. In Memphis, Tenn.. wurde am Donnerstag William Wooten von sei. nem Bruder Jesse H. Wooten erschossen. Familienangelegenheiten hatten zu dem Streit geführt. Der Marquis de Vogue. eine Autorität ersten Ranges in Bezug auf östliche Kunst und Architektur, sowie der Dramatiker Edmond Rostand sind zu Mitgliedern der französischen Akademie ernannt worden. Die Verlobung des Richters Da vid I. Bremer vom Oberbundesgerichr mit Frl. Emma Miner Mott. einer prominenten Schullehrerin von Washington. D. C.. ist dort angekündigt wo?den. Richter Bremer rft ein Wittnxr. Schiffsnachrichten. Liverpool. 30. Mai. Angekommen: Cufic" von New Aork. Abgegangen: Noordland" nach Philadelphia. G r e e n o ck . 30. Mai. Angekommen: Corean" von Philadelphia. P l y m o u t h . 30. Mai. Angekommen: AugusteVictoria" von NewAork. nach Cherbourg und Hamburg be stimmt. Glasgow. 30. Mai. Abgegangen: Peruvian" nach Boston. L o n d o n , 30. Mai. Abgeganoen: Manitou" nach New York. Q u e e n s t o w n . 30. Mai. Ab. gegangen: .Majestic" (von Liverpool) nach New Aork. ' B r o w h e a d . 30. Mai. Passiu: Bovic" von New Aort. nach Liverpool bettimmi. Weitere Depeschen aus Seite 5.
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