Indiana Tribüne, Volume 24, Number 252, Indianapolis, Marion County, 29 May 1901 — Page 7
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Weltmacht.
Roman von M. S t ahl. (Fortsetzung) Liebe? Kind, fürchte nichts, dertraue mir!" sagte er mit bewegter Stimme. Ich will Dich von jetzt an wie eine Tochter ansehen." Er faßte ihre beiden Hände und zog sie sanft an sich. Ich dank? Ihnen um meiner armen Mutter willen muh ich Ihre Hilfe annehmen," flüsterte Elfe bedrückt, mit niedergeschlagenen Augen. MUtter wird nicht mehr lang leben hernach will ich mein ganzes Leben lang arbeiten, um Ihnen zu vergelten, was Sie an uns thun." Du sannst es mir am besten rgelten. wenn Du für mich auch etwas Theilnahme haft und mir vertraust, mein gutes Kind. Ich stehe sehr allein seit dem Tode meiner lieben Frau und fühle mich oft recht vereinsamt.Ach, wenn ich Ihnen nur etwas sein könnte, wie glücklich würde mich das machen!" entgegnete Elfe mit warmer Aufrichtigkeit. Ihr Mitleid war sofort wach, denn nichts erschien ihr trauriger als die vergebliche Sehnsucht eines vereinsamten Herzens. Also von heute an sind wir wahre Freunde und helfen uns gegenseitig die Last des Lebens tragen!" lächelte der Bankier von seiner stattlichen Höhe auf seine Sebutzbefohlene herab. Das ist ein Eontract auf Gegenseitigkeit, und keiner bleibt dem Anderen etwas schuldig. Und wenn wir diesen Freundschaftsbund m Namen des Herrn schließen, so wird er uns zum Segen gereichen fügte er in dem salbungsvollen Ton hinzu, der ihm. wie er sieb einbildete, von Herzen kam und zu einer mechanischen Angewohnheit geworden war. Für Elfe hatte diese Art. eine christliche Gesinnung zu bethätigen, etwas Fremdartiges, aber sie glaubte, daß ihr Vormund ein ganz besonders frommer, gottesfürchtiger Mann sei und hegte eine scheue Bewunderung für ibn, mit einem beschämenden Gefühl eigenen Unwertes, daß sie es ihm in dieser Beziehung nicht gleich that. Er ging jetzt würdevoll die Treppi hinunter und wußte selbst kaum, warum ihm so wohl nnd warm um's Herz war. Er glaubte, das Bewußtsein einer guten That erwärme itm, und die ganze Welt erschien ihm leichter und freudvoller, als sie es seit lange:, langer Zeit gewesen. Er ging sofort zu Blumberg. dem Leiter der Theaterschule, der ihn mit der größten Zuvorkommenheit empfing. Der Gewandtheit und Berste!lungskunst dieser gelernten Schauspielers war er nicht gewann, er tittlkfy ihn mit der großen Beruhigung, einer. Biedermann vor sich gehabt zu haben, der in seinem Benehmen gegen Elfe lediglich der Menschenfreundlichkeit gefolgt war, ihr zu einem schnellen Erfolg zu h?lfcn. Blumberg wußte die Sache m ewem so harmlosen Licht darzustellen und Elfuis irrige Auffaffung ganz ttxft ar auf Conto ihrer hysterischen Aufregung zu schieben, daß die Miene strafender Gerechtigkeit, mit der Norman vor ihn hingetreten war, völlig schwand und fast dem Wohlwollen Platz machte. Außerdem schwur Blumberg be: allem, was ihm heilig war, die Berantwortung für Schweigen von allen Seiten über den kleinen Vorfall aus sich zu nehmen selbstverständlich nur aus Rücksicht für Fräulein Eichler. für die er ein ganz besonderes, freundliches Interesse hege. Aber all sein Zureden, das junge Mädchen bei der Theater - Carriere zu lassen, die ihr einen schönen Erfolg verspräche, fruchtete nichts bei dem Bankier, in diesem Punkt scheiterte seine ganze Ueberredungskunst. Er schickte Normann einen giftigen Blick nach, als dies gegangen war. Der alte, heuchlerische Esel, dachte er bei sich, nimmt mir da meine beste Speculation! Die zimperliche Person war zwar dümmer als erlaubt ist, aber Frauen aus solchem Stof sind leicht zahm zu machen. Der Prinz brannte lichterloh, ich habe ihn noch nie so rasend verliebt gesehen mit diesem Köder an der Angel hätten wir den jungen Herrn Leichtfuß ganz in der Hand gebabt! Ich wette, diefer tutend- und ehrsame Herr Vormund ist nur darum ein so strenger Hüter seiner Schutzbefohlenen, weil er Gel?genheit für sich selber machen will! Aber warte nur, Alter! Das wollen wir Dir einsalzen, wenn es so weit ist! 16. C a p i t e l. Als der Schnee schmolz und die ersten milden Frühlings'üfte durch das Land wehten, lag Frau Eichler im Sterben. Elfe hatte schwere, bange Wochen der Krankenpflege hinter sich, kenn ihre Mutter gehörte zu den Kranken, die ihre Umgebung .namenlos quälen. Kein Opfer, keine Dienstleistung genügte ihr. sie gönnte ihrer Tochter keinen Schlaf, wenn die Schmerzen ihr selbst die Nachtruhe raubten, und keine Stunde der Erholung in frischer Luft. Dabei haderte sie mit Gott und der Welt wegen ihres Leidens und ihrer Armutk.
Hätte Elfe nicht seit ibrei Krisis im Hoftheater einen kräftigen Unterstützer in ihrem Vormund gehabt, so wäre sie wahrscheinlich dem Kampf mit den traurigen Verhältnissen körperlich erlegen. Aber Normann sorgte wenigstens dafür, daß die materielle Noth aufhörte und um Elfe das Drückende des Almosennebmenszu erleichtern, gab er ihr etwas leichte Schreibarbeit für sein Geschäft, die sie zu Hause, am Krankenbett besorgen konnte. Es war eigentlich nur eine Scbeinarbeit, aber er wußte ihr eine gewisse Wichtigkeit beizulegen, so daß Elfe sie mit großer Freude und peinlicher Sorgfalt besorgte. Das Honorar, das er ihr gab, war so reichlich, daß es genügte, die Noth von der Thür zu halten. Diese Arbeitsaufträge verschafften ihm Gelegenheit, sein Mündel alle paar Tage zu sehen. Er selbst scheute sich, die beiden alleinstehenden Frauen zu oft zu besuchen, weil er, der sehr streng auf einen tadellosen Ruf hielt, das Gerede der Leute fürchtete. Er wußte, wie schnell der Neid bereit sein würde, zu verdächtigen und zu verleumden, wenn er, der stadtbekannte, immer noch hochangesehen? Bankier, gar zu oft die steilen, dunklen Treppen zu der dürftigen Wohnung des vierten Stockes in dem Miethshause hinaufstieg, das nur von kleinbürgerlichen Familien und vom Proletariat bewohnt war. Darum ließ er Elfe zu sich in das Comptoir kommen, wo sie nur von ihm und dem alten Gerhard gesehen wurde. Diese Besuche des jungen Mädchens waren bald die Sonnenblicke in seinem verdüsterten Dasein. In dem Gefüh', unbegrenzter Dankbarkeit, das Elfe für ihn als ihren Retter und Heer empfand, begegnete sie ihm mit tzt:. an Verehrung grenzenden, schrank .'7.losen Vertrauen, dem ein Zug aufrichtiger. warmer Zuneigung zu Grunde lag. Für den vereinsamten M.inn, in dessen Leben Geld und Familienansehen eine größere Rolle gespielt hatten als Liebe, wurde dieser Verkehr bald zu einer Quelle nie bekannten Glücks. Langsam erwachte eine große, verspätete Leidenschaft in seinem Herzen, die alles, was an schlummerndem Liebesverlangen und unverbrauchter Liebesfähigkeit im Grunde seiner Seele vorhanden war, zu plötzlichem Leben erweckte. Der Verlust an Selbstbewußtsein und Selbstachtung, den er in dem Schisfbruch seines Wohlstandes erlitten, hatte eine Lücke in sein Dasein gerissen und eine Leere hinterlassen, die ausgefüllt zu werden verlangte. Die Ai'.ertennung und Verehrung, die ihm Elfe entgegenbrachte, waren Balsam auf die heimlichen Wunden seines Gemüths. Lange Zeit nach dem Tode seiner Frau hatte er noch unter dem Einfluß ihrer kalten, strengen Herrschaft gestanden und sich nicht von dem Zwang irrer Tyrannei befreien können. Doch nach und nach fing der Druck an, sich von seiner Seele zu lösen, den sie auf ihn ausgeübt, das Fremde, das ihm ausgezwungcn war. wich und laugsam kam sein eigenstes Selbst zur Geltung. Er hatte angefangen, das Weib zu entbehren, ehe das Schicksal ihn mit Elfe in nahe Berübrung brachte, und sie weckte zum ersten Mal die Ahnung in seiner Seele, welche Wonne das warmherzige, liebefähige Weib dem Manne zu geben vermag. Doch vollzogen sich in seiner ernsten, steif gewordenen Natur diese Wandlungen nur schwerfällig und sein sirenges Anstand-- und Gerechtigkeitsgefühl, das noch dazu in dem Zwang christlicher Askese wie in einem Panzer steckte, hielt ihn in gewissenhafter Selbstbeherrschung gefangen, die kaum ihn seibst. geschweige denn sein Mündel etwas von den Vorgängen in seinem Innern ahnen ließ. Der Einzige, der vielleicht kommen sah.was kommen mußte, war der alte Gerhard, und dieser. an Discretion und bedingungslose Ergebenheit gewöhnt, schwieg, wenn auch nicht ohne ernste Sorge, denn das Wohl seines Principals, mit dessen Person und Hause er durch lange Lebensarbeit verwachsen war. lag ihm sehr am Herzen. Trotzdem nun der Bankier und sein Mündel fortgefetzt in den gewohnten Formen mit einander verkehrten, bahnte sich doch ein immer wärmer Nrdendes Freundschaftsverhältniß zwischen ihnen an. Elfe war zu jung, um sich in der traurigen Jsolirung ihrer Nothlage und in dem schweren Kummer um die sterbende Mutter nicht nach menschlicher Theilnahme zu sehnen. Das warme, persönliche Interesse, das ihr der Vormund entgegenbrachte, verfehlte darum nicht seine Wirkung. Die Wege zu ihm und die kurzen Viertelstunden, die sie mit ihm verplau-Den-?, warn :a d:e einzige Adwechzelung in ihrem schweren, entsagungsreichen Leben, sie wurden bald zu Lichtblicken, die ihre Trübsal in dem taglichen Einerlei der Krankenstube erhellten Es war an und für sich ein Bergnügen für sie. ein Weilchen in dem woh!-.g durchwärmtem und erhellten kleinen Comptoir ihres Vormunds zu sitzen, dessen etwas steife, altvaterische Gediegenheit ihren an Dürftigkeit gewöhnten Augen als Inbegriff der Behaglichkeit und des Comforts schven. Er hatte stets den bequemsten Sessel und ein Glas guten, stärkenden Weines für sie in Bereitschaft und die warme Antheilnabme. die er an ihrem Eraehen zeigte.
that ihr unendlich woyl. E?em Jnieresse reichle sogar bis in ihre Veraan-
genheit und früheste Kindheit hinab. uno ne ronnte mit ihm, was sie fo gern that, von der Heimath und von ihrem verstorbenen Vater plaudern. Der Bankier hatte nicht umsonst gehört, daß der Prinz ihr Zutrauen durch dieses scheinbare Interesse an ihrer alten Hcimath gewonnen, und vielleicht war es der unbewußte Jnstinct der Liebe, der ihn diesen Weg zu ihrem Herzen wählen lieh. An den Taaen. an denen er fin Mündel erwartete, ergriff ihn schon ! fiunoenlang vorher erne sledernde Unruhe. Zerstreut saß er über der Arbeit, blickte fortwährend nach der Uhr, zeigte jedem Dritten, der ihn störte, und jedem anderen Ereigniß. das von außen an ihn herankrat. eine gewisse nervöse Gereiztheit und Ungeduld. alles so schnell wie möglich zu erledigen oder sich vom Halse zu schicden. Kopfschüttelnd mußte der alte Gerhard zuweilen wichtige Geschäftsbesuche abfertigen oder mit eingelaufenen Geschöftsnachrichten warten, wenn die Stunde nahte, wo eine gewisse, junge Dame im alten Bankbause zu erscheinen pflegte und bescheiden und zaghaft an die Thür klopfte, die. als Verbindung zwischen dem Vorderhaus und den Geschäftsräumen im Hinterhause, außer dem Chef nur ihm zugänglich war. Der Alte hatte einen ziemlich richtigen Jnstinct. was die Frauen betraf, und Elfens Gestalt verfehlte nicht, ihm Symvathieen abzugewinnen, aber seine Libenscrfabrung ging dahin, daß allzu .rce.-oöbnlicce Schönheit des WeiK ein Ueb.l sei, dem man besser aus vs Wege ginge. Und Elfe war ihm v! zu schön, darum fürchtete erUnhei! für seinen Herrn und für das Haus, das sie jetzt oft betrat. Normann merkte nichts davon, er fuhr seinen alten Geschäftsführer unhöflicher, als sonst seine Art war. an. ihn in Ruhe zu lassen, wenn er bereits lange vor der festgesetzten Stunde auf jeden Laut horchte, ob es nicht der bekannte leichte Schritt vor seiner Thür sei. Und wenn endlich das leise Klopsen ertönte, das Elfe ankündigte, ging er ihr in gemessener Haltung, aber wie erlöst entgegen, denn er hatte stets bis zum letzten Augenblick gefürchtet, der Zustand der Mutter könne sie gerade heute am Kommen verhindern. Wenn sie ihm dann gegenüber faß und das blasse Gesicht mit den schönen, traurigen Augen sich langsam erbellte und erwärmte bei seinem tröstlichen Zuspruch, so wallte ein seltsam heißes Glücksgefühl in ihm auf, das eigentlich garnichts mit den angelernten, salbungsrollen Phrasen zu thun hatte, die er aus alter Gewohnheit gebrauchte. Es war ein Drängen und Sehnen in ihm, diesen künstlichen Panzer gottseliger Tugend zu sprengen, das reir, menschliche Empfinden in ihm rang nach Befreiung und verursachte ihm Qual, aber diese Qual war süß im Vergleich zu der früheren Oede seines Gemüths. Und wenn sie, die ihm dieses fremdartige Entzücken rursachte, wieder gegangen war, blieb ihr Bild Tag und Nacht vor seiner Seele. Dieser Zustand steigerte sich von Woche zu Woche, bis sein ganzes Sein, Denken und Fühlen nichts mehr war als eine bis zum Schmerz gesteigerte Nervenanspannung. die künstliche Selbstbeherrschung aufrecht zu halten. Er hatte endlich aufhören müssen, sich selbst zu belügen und die Thatsache in's Auge gefaßt, daß ihn nach EUens Besitz verlange, in einem Grade, der die Erfüllung dieses Wunsches zur Leber.frage für ihn machte. Aber wie er von Kindheit an gewöhnt war, sich den Mantel christlicher Tugend umzuhängen, fand er auch jetzt nicht den Muth, ganz wahr gegen sich zu sein. Er gehörte zu den Menschen, die immer eine Entschuldigung vor sich selbst brauchen und eine Umkleidung und Maskirung der eigenen Natur. So machte er sich selbst weis, daß echt christliches Mitleid mit Elfens Noth und Verlassenheit der Beweggründ seiner Zuneigung fei, daß vor allen Dingen die Furckt. ste könne den Verführungen und Versuchungen der Welt schließlich doch erliegen, ihn wünschen lassen müsse, ihre Jugend und Schönheit in den sicheren Hafen seines Hauses zu retten. Aon diesem Gesichtspunkte auS wußte er selbst die Scrupel zu beschwichtigen, die ihm kamen bei dem Gedanken, in seinen jetzigen Verhältnissen ein bettelarmes Mädchen zu heirathen. Aber die Scrupel kamen doch immer wieder, und vor allen Dingen beängstigte ihn die Vorstellung, was der Oberst von Dellmenhorst, und was seine Söhne in Amerika zu dieser Verbindung sagen würden. Hatte er ein Recht, so zu handeln? Durfte er es thun, ohne gewissenlos zu sein? Er betete um Erleuchtung von oben, er schlug in der Bibel nach und las viel in frommen Büchern, und natürlich fand er stets die Antwort heraus, die er suchte, nämlich, daß es ein gottseliges Werk sein würde, die junge Mädchenseele vor der Welt und ihren Tücken zu retten, indem er sie in seinen Schutz nahm. Immerhin bereiteten ihm diese Zweifelfragen tiefgehende Seelenkämpfe. Es war an einem jener werrlichen tzrühlinastaae. die den Trofe und die
Kraft des Winters brechen, als er zum ersten Male vergeblich auf Elfe war iete. Und gerade heute hatte er formlich auf der Folter der Sehnsucht nach ihr gelegen. Die weiche erschlaffende Frühlingsluft nahm ihm den letzten Rest seiner Widerstandskraft; das Liebesverlangen wurde zum brennenden Fieberdurst, zu einem Zustand hochgradiger nervöser Erregung. Durch das geöffnete Fenster seines Comptoirs strömte die srische. gährende Luft des Lenzabends mit den seltsam aufregenden Gerüchen feuchter, keimender Erde, sprießenden Laubes und treibender junger Säfte. In dem sinkenden, grauen Zwielicht der Dämmerung sang eine Amsel vom Dachfirst ihr süßes, lockendes Abendlied. und von sern und nah tönten Laute und Stimmen neu erwachter Lebensluft, Helles Kinderlachen und Jauchzen von der Straße, und irgendwo in einem Hof oder Garten pfiff Jemand eine schmelzende, sehnsüchtige Weise. Normann saß schon lange am Fenster, die Uhr in der Hand, und wartete. Die Schatten im Garten wurden tiefer und blauer, das Kinderlachen schlief müde ein, nur ab und zu noch hallten Menschenfchritte die ftille Straße hinauf und hinunter. Es wehte kühl herein, und am Nachthimmel, der wie bläulichesEis schimmerte, stand scharf und klar abgezeichnet die goldene Mondsichel. Der Wartende hatte vergeblich die Minuten gezählt Elfe war nicht gekommen. Jetzt fühlte er sich am Ende s?inc? Geduld, schnell entschlossen verließ er sein Comptoir, hüllte sich tief in seinen Mantel und ging durch Hintergassen nach der Eichler'schen Wohnung. Es war ihm eingefallen, daß Elfe ihm bei ihrem letzten Besuch erzählte, ihre Mutter sei in letzter Zeit so viel ungeduldiger und milder geworden, sie sei ganz verändert und habe Anwandlungen großer Weichheit. Hatte das nickt vielleicht ihr nahes Ende bedeutet? Elfe wollte eine Besserung darin erkennen, denn sie klagte auch weniger über Schmzizen, aber die Erfahrung lehrt in solchem Fall das Gegentheil. Seine Vermuthung täuschte ihn nicht. Als er das Krankenzimmer betrat, fand er die Sterbende in den letzten Zügen und Elfe ganz aufgelöst vor Schmerz vor ihrem Bette knieend, ihre erkalteten Hände umklammernd. In seinem erregten Gemütszustand erschütterte ihn dieser Anblick so tief, daß auch er fassungslos vor der Majestät des Todes zusammenbrach und neben Elfe in die Knie fank. Die Sterbende fchien noch einmal zum Leben zu erwachen, sie richtete sich auf und sagte mit klarer Stimme: Jetzt kann ich ruhig sterben mein Kind ist geborgen! Gott segne Euch!" Dann fank sie zurück und hauchte bald darauf ihren Geist aus. (Fortsetzung folgt.) Die Hauptsache. Köchin A.: Ich finde. Dein Heinrich ist rech: maulfaul!" Köchin B.: Der? Der küßt in einer Tour!" SchöneAussicht. Freier: Kann Ihr Fräulein Tochter kochen?" Schwiegermutter In spe: Nein, das besorg' ich." Pessimist. Wo ich die letz, ten drei Wochen war? Auf der 5ochzeitsreife." Ab. ich dachte mir gleich, daß Ihnen 'was passirt sein muß." E i n SHfinade man". Untersuchungsrichter: Haben Sie dtn nichts in der Jugend gelernt?" Einbreche? : Nee, Her? Richter, wat ick bin ,det bin ick durch mir!" Siegesfeier. Freundin : Dem Schatz ist aus China glücklich zurückgekehrt?" Köchin: Ja, ur.d gestern Abend hat er bei mir Victoria gcgessen Galant. So. der Doktor Maier ist so galant?" Fräulein (mit kleinem Munde): Er hat auf mein Rezept geschrieben: Alle zwei Stunden einen Kinderlöfsel zu nehmen?"
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