Indiana Tribüne, Volume 24, Number 250, Indianapolis, Marion County, 27 May 1901 — Page 1

Indiann Tribüne.

äs?wss isfs Cos und öonntagsblaU fi Vi&& Und 5onntagsblatt IOo per Woche. 10 per Woche. Grsctzeint jeden glcuiimtttag im Sonntag Morgen. Jahrgang 24, Indianapolis, Ind.. Montag, den 27. Mai 1901. No. 230

Reibereien

Zwischen amerikanischen und deutscheu Soldaten iu Peking. fit Räumung der gzincsi scheu ZjlUlptstudt stcht bevor. Gras Waldersee wird Mitte Juni von dort abreisen. In Berlin macht sich der Northern Pacific Zwischenfall immer noch fühlbar. Allerlei Nachrichten aus dem alten atcrlande. Tie Arbeit der Bundes - Kommission auf der Insel Mindanao. ion dem Gruben-Unglück in Wales. lieber dreißig Leichen sind bereits geborgeu worden. Streit zwischen Amerikanern und Deutschen. Peking. 27. Mai. Die Ver. Staaten-Gesandtschaftswache hat ihren ersten Trubel gehabt. Die Gesandt-schfit'-irße wird zur Zeit reparirt und ein amerikanischer Posten war aufzestellt worden, um Passanten anzuweisen. einen anderen Wz als durch Die Straße einzuschlagen. Jedermann kam der Aufforderung nach, nur die Deutschen nickt, weder Offiziere noch Gemeint. welche den amerikanischen Post-'N c:et Unannehmlichkeiten verursacht haben. Einer der deutschen Offiziere zog seinen Säbel und ging auf einen amerikanischen Soldaten los, welcher sein Bajonett aufpflanzte, worauf der Offizier sich zusriedengab. Später drang :in deutscher Soldat an den amerikani schen vorbei. Der Letztere feuerte und traf einen in der Nähe der deutschen Gesandtschaft stehenden Soldaten, doch erlitt derselbe nur eine unbedeutende Wunde. Der Posten ist in Arrest geschickt worden und Major Robertson bat eine Untersuchung angeordnet. Sowohl Graf von Waldersee als Dr. Mumm von Schwartzenstein sind den Amerikanern gegenüber stets sehr zuvorkommend gewesen und man kann sich las Benehmen vieler deutschen Offiziere licht anders erklären, als daß die Deut:rfn sich dadurch beleidigt fühlen, dah die Amerikaner mit der Gesandtschaftswache ein Thor der verbotenen Staot besetzt halten. Man scheint jetzt wirklich eine baldige Räumung Pekings zu beabsichtigen, oenn die Vorbereitungen dafür werden getroffen. Zwei deutsche Marine-Ba-taillone haben Tsung Tan bereits verlassen und die Briten haben Transpcrtschiffe bestellt. Graf von Waldersee beabsichtigt, Mitte Juni abzureisen. Kaiser Kwang Su hat angeordn, daß oie Paläste für die Benutzung des Hofes hergerichtet werden sollen. Die Mitglieder des Hofes werden gleich nach dem Abzug der Truppen zurückkehren. Eine Ortschaft zerstört. Madrid. 27. Mai. Die Ortschaft Eparragoza in der Provinz Bajadoz ist fast vollständig durch einen Sturm zerstört worden. Eine Frau wurde getödtet. Der Krieg in Sü d-A f r i k a. London. 27. Mai. Das Kriegsimt hat von Lord Kitchener die folgen oe Depesche erhalten : Pretoria, 26. Mai. Eine starke Abtheilung Boeren griff am 23. Mai zwischen Ventersoorv und Potschefstroom einen Eonvoy an, wurde aber abgewiesen. Unsere Verluste waren vier Todte und 30 Verwundete." Geborgene Leichen. London. 27. Mai. Zweiunddreißig Leichen, zum Theil schrecklich verstümmelt, sind in der Universal"Ärube in Senghenydd. im RhonddaThale, wo am letzten Freitag eine (5r plosion schlagender Wetter ftattfano, geborgen worden. Die Rettungsarbeiten gehen langsam von Statten und die Scenen an der Einfahrt der Grube sind im höchsten Grade tragisch. König Edward hat den Hinterbliebenen der Verunglückten sein Beileid, sowie den Rettungsmannschaften seine Anerkennung für ihr heroisches Vor. gehen ausdrücken lassen. Von den Philippinen. D a p i t a n. Insel Mindanao, 8. April. Die Ver. Staaten Kommission ist nach vielen Konferenzen mit bekannten Filipinos zu der Ansicht gekommen, daß Mindanao nicht durch Lokalverwaltungen regiert u. die Sklaverei abgeschafft werden soll. Die Absicht war gewesen, verschiedene Provin-zial-Regierungen zu schaffen, doch kamen die Mitglieder der Kommission bald von dem Gedanken 7lb, da der größere Theil der Bevölkerung aus

Wilvsn vejtey:. Bleie wollen stch schon von den Amerikanern regieren lassen, babn aber absolut keine Idee von Selbstregierung. Mindanao und die umliegenden Insel werben dab?r noch auf Jahre hinaus durch Vertreter der Central-Regierung. die am 1. Juli in Manila organisirt werven soll, verwcilte werden.

In der von der Kommission besuch-: ten Stadt Catabatto fand man eine fast ausschließlich chinesische BeOoI?erung. Als die Kommission ankam, lvurde von chinesischen und Filipino Kindern America" gesungen. Verbot der Vielweiberei auf den südlichen Inseln der PhilippinenGruppe dürfte vorläufig nicht durchgefuhrt werden. In Cagayan. der kommerziellen Hauptstadt des nördlichen Mindanao, wurde die Kommission herzlich empfanzen. Der Erste, welcher dem Präsidenten Taft beim Verlassen des Schiffes die Hand schüttelte, war General Cavristano. der vor seiner vor kaum 14 Tagen erfolgten Uebergabe der Hauptführn der Insurgenten auf der ganzen Znftl war und der durch das Strecken seiner Waffen den Feindseligkeiten auf der Insel ein Ende machte. Capristano erklärte, er habe sich gerne ergeben, als er die wirkliche Absicht der Ver. Siaaten kennen gelernt habe. Die Regierungsform. welche den Filipinos angeboten würde, gehe weit über deren ErWartung hinaus. Der General sprach auch in sehr intelligenter Weise über fre Handelsfähigkeit jenes Distrikts. Die Kommission beantwortete eine Reihe Fragen, welche klar bewiesen, wie sebr sich die Führer der Eingeborenen für ihr Land interessiren. Es wurde beschlossen, dem Theile der Provinz Misamis, in dem keine Moros wohnen, eine Provinzial-Regierung zu geben. Die Bewohner der Umgegend von Dapitan wollen durchaus nicht mit der genannten Provinz verschmolzen werden. besonders deswegen nicht, weil sie. wie sie sagen, von vornherein den Amerikanern freundlich gesinnt sind. waZ von den Anderen nicht behauptet werden kann. Die Kommission wird dem Wunsche der Dapitaner Folge geben. Neues ausDeutschland. Berlin. 27. Mai. Der Northern Pacific Zwischenfall macht sich hier immer noch fühlbar und hat zur Folge gehabt, daß das Geschäft in amerikanischen Papieren fast ganz still steht. Der neueste Hypotheken - Bank - Schwindel hat ebenfalls einen deprimirenden Eindruck gemacht. Dazu kommen di: schlechten Ernteberichte aus Preußen, die reduzirten Einnahmen der großen Kohlen-Gesellschaften und das erneute Fallen der Eisenpreise. Der BankSchwindel veranlaßte den Verkauf der Obligationen dieser zwei Institute, ccher die anderen Hypothekenbanken hatten nicht zu leiden, da das Publikum überzeugt war, daß dieselben auf einer soliden Basis stehen. Mit Spannung wird der Bericht der Regierungs-Kom-Mission über die Pommersche Bank erwartet und dasselbe gilt für die Ver sammlung der Aktionäre der Pommerschen Bank, die auf den 7. Juni einberufen worden ist. Deutschland's Einfuhr im April betrug 3,861.869 Tonnen, eine Zunahme von 200.896 gegen das Vormhr. Die Ausfuhr belief sich auf 2.493,864 Tonnen. Das bedeutet eine Ab. ahme von 106.499 Tonnen. Dem Lokal - Anzeiger" wird aus Bremen gemeldet, daß eine SpezialKommission den Fall Dietrich Weiland untersuchen soll. Weiland ist vom Asyl nach dem Gefängniß zurückgebracht. Die Königin Wilhelmine von Holland und ihr Gemahl werden nächsten Freitag der Frühjahrsparade als Gäste des Kaisers Wilhelm beiwohnen und sich einige Tage in Berlin aufhalten. Herr Ballin. der Direktor der Ham-burg-Amerikanischen Linie, ist nach Hamburg zurückgekehrt. In einigen Tagen wird er sich nach Potsdam begeben, um dem Kaiser Bericht über seine Asien-Reise zu erstatten. Die in den Ver. Staaten veröffentlichte Nachricht, daß die Privatvermögen des Kaisers und der Kaiserin und anderer Mitglieder der königlichen Familie durch die Operationen eines Schwindlers nahezu auf Null reduzirt seien, ist durchaus zuverlässigen Quellen zufolge erfunden. Die Wahlen in Spanien. Madrid. 27. Mai. Die Senatswahlen haben ergeben, daß etwa 120 Ministerialiften und 30 Vertreter der Opposition erwählt sind. Russische Preßfreiheit. London. 27. Mai. Aus St. Petersburg wird gemeldet, daß die Novoe Vremya" eine Woche lang ihr Erscheinen hat einstellen müssen, da sie die Regierung aufgefordert hat. den Arbeitern und Arbeitslosen thatkräf tige Hilfe angedeihen zu lassen und dadurch das Umsichgreifen revolutionärer Bestrebungen zu verhindern.

Schweres Anglück.

Bei einem TtraheubahnUnfall kommen 5 Per fönen um s Leben. Viele prominente Personen von Zlcw Albany, A. i. schwer verletzt. Der Schauspieler Edgar Beaucleigh ei schießt seine Braut, Jnez Leonard, Worauf er seinem eigenen Leben auch ein End acht. Tas Befinden der Frau McKmlcy desscrt sich trotz der Reise. Der Präsident und seine Gesellschaft iu Ogden, tttah, augekommen. Ex-Gouverneur Tanuer's Leiche in Springfield, IN., beigesetzt. Die wichtige Entscheidung in deu Iu sular'FällkN Wird wahrscheinlich Montag vom Bun des-Odergericht abgegeben werden. Entsetzliches Unglück. A lbany. N. Y.. 27. Mai. Bei der Kollision zweier elektrischen Straßenbahnwagen. die mit einer Geschwindigkeit von etwa 40 Meilen die Stunde um die Wette fuhren, kamen fünf Personen um's Leben und etwa ein halbes Hundert anderer wurden mehr oder minder schwer verletzt. Das Postamt, wohin die Todten und Verletzten vorläufig gebracht wurden, bot einen entsetzlichen Anblick dar. Laut weinende Frauen und schreiende Kinder suchten nach ihren Angehörtgen; Aerzte legten den Verletzten die ersten Nothverbär!de an und halfen dabei. dieselben in die Ambulanzen zu tragen, welche in rasender Eile herbeikamen, um die Aermsten nach d:m Hospital zu befördern. Der Unfall ereignet sich an einer Kurve, etwa zwei Meilen von Greenbush. Der eine Wagen fuhr direkt durch den anderen hindurch und das. was dem Zusammenstoß folgte, spottet jeder Beschreibung. Ein Motormann war auf der Stelle todt. Beide Beine waren ihm von Oberkörper getrennt und dieser lag oodn auf einem der Wagen. welcher am Rande eines Abhangs stand. Die weniger schwer Verletzten befreiten sich, so schnell sie konnten, und halfen dann den Anderen, obwohl sie selbst zum Theil aus Wunden bluteten oder gebrochene Gliedmaßen hatten. As Ost-Greenbush eilte schnell Hilfe herbei und die Todten und Verletzten wurden auf allerlei Gefährten nach der Stadt befördert. Da beide Motormänner todt sind, läßt sich nicht genau angeben, wie das Unglück verursacht wurde, doch scheint es. als ob beide Wagen sich beeilten, einer Weiche zuzufahren. Die Todten sind: Frank Smith. Motormann; William Nichols. Motormann; Maud Kellogg, von Round Lake; Annie Rooney. von Stuyvesani; David Mahoney. Schwerverletzte: George C. Barrv. Troy; Fred. I. Smith. Albany; William F. Barry. Troy; Mary Barry. Troy; George P. Bittner. Moerville; Jsaac Blauvelt. Albany; Dewitt C. Peltz, Albany; Charles Peltz. Albany; Howard I. Rogers, Albany; Frau H. I. Rogers. Albany. Rogers, Albany; A. W. Crotsley, Albany; George Lane. Albany; Fred. Herzog. Albany. andelsbeziebungen mit Oen erreich. Washington. D.E.. 26. Mai. Von den Konsuln FZahin in Reichenberg in Gesterntes und Hoßfeld in Trieft sind in der i Theilung für aus' wärtigen Handel de Staats-Departe-ments Berichte über Handelsbeziehungen mit Oesterreich eingelaufen. Herr Mahin sagt, daß die böhmische GlasIndustrie unter amerikanischer Konkurrenz leidet. In der Maschinenindustrie dagegen haben die Amerikaner nicht den Fortschritt gemacht, den sie hätten machen sollen. In Tausenden von Fabriken ist nicht eine einzige amerikanisch Maschine zu sehen. Landwirthschaftliche Geräthe aus amerikaNischen Fabriken würden in und um Reichenberg großen Absatz finden, denn österreichische Kaufleute haben große Hochachtung vor amerikanischen Maschinen. Konsul Hoßfeld sagt, daß vor 15 Jahren ganze Waggonladungen von getrockneten Pflaumen nach New Dort versandt wurden, wäbrend jetzt califor-

nnche Pflaumen in großen Mengen nach Trieft gesandt werden. Dem Lederandel ist in Folge der hohen Preise bedeutender Abbruch getban. Oesterreichisches Leder wird nach Amerika versandt, dort gegerbt und geht dann wieder nack Oesierrcich zurück. Guten Absatz würden Möbel, Schuhe, Maschinerie. Kutschen u. s. w. in Oesterreieb finden, wenn unternehmende amerika Nische Kaufleute Niederlagen errichten oder energische Agenten entsenden woll ten. Wichtige Entscheidung er wartet. Washington. D. C.. 26. Mai. Da erwartet wird, dah das Bundes Obergericht vor seiner Vertagung am Montag seine Entscheidung in den Insular - Fällen abgeben wird, hat der Generalanwalt Richards eine Zusammenstellung der verschiedenen Fälle gemacht. Dieselben betreffen : Zölle auf Waaren, die von den Phi-

lippinen nach den Ber. Staaten nach der Ratlsizirung des Vertrages emgeführt wurden ; Zölle auf Waaren, die während der militärischen Besetzung Porto Rico's von den Ver. Staaten ,iacf) dort importtrt wurden und zwar nach der Unterzeichnung des Protokolls und vor der Ratifizirung des Pariser Vertrages ; Zölle auf nach Porto Rico ausgeführte Waaren, während der Okkuvation aber nach der Abtretung der j Insel an die Ver. Staaten und vor der Passirung der Porto Rico - Bill und cine Anzahl ähnliche Fälle, welche theilweise auch Bezug auf Hawaii haben. Fast in jedem einzelnen Falle handelt es sich um Bezahlung von Zöllen, die meistens unter Protest hinterlegt wurden. Die Hauptfrage, welche zu entscheiden ist. ist die. ob die in dem Pariser Vertrage enthaltene Abtretung Porto Ricos und der Philippinen diese Inseln zu einem Theile der Vereinigten Staaten macht und zwar so. daß die Bestimmung auf sie Anwendung findet, welche besagt : Alle Zölle sollen in den ganzen Ver. Staaten einheitlich sein." Die zweite wichtige Frage, welcbe zu beantworten ist. ist die. ob das Porto Rico Gesetz, nach welchem Zoll von nach der Insel exportirten und von da nach den Ver. Staaten imvortirten Waaren erhoben werden, bis Porto Rico für sich selbst sorgen kann, die konstitutionelle Verfügung verletzt, daß keine Steuer oder Zoll auf Waaren gelegt werden soll, die von irgend einem Staate ausgeführt werden. Frau McKinley's Befinden. - ' Ogden . Utah. 27. Mai. Der Zug des Präsidenten durchfuhr am Sonntag Revada und kam um 6 Uhr 30 Mini Abends hier an. Fast während des ganzen Tages befanden die Reisenden sich in einer Höhe von 3000 Fuß über dem Meeresspiegel und fortwährend konnten sie schneebedeckteBerggipfel sehen. Um diese Jahreszeit ist die Fahrt durch Revada gewöhnlich nicht sehr angenehm, da 'es sehr heiß und ungeheuer staubig ist. Glücklicher Weise hatte es Samstag Abend aber tüchtig geregnet und es war in Folge dessen sehr angenehm. Frau McKmley's Befinden ist den Umständen entsprechend sehr gut. Im Allgemeinen befolgt der Präsident die Regel, am Sonntag nicht zu reisen, er hat aber dieses Mal eine Ausnahme gemacht, damit seine leidende Frau so schnell als möglich nach Hause kommt. Der Präsident bespricht auf der Heimreise mit den Mitgliedern seines Kabincts die Situation in China eingehends. Man beklagt, daß die übrigen Mächte nicht dem Vorschlage der Ver. Staaten, die Jndemnitätssumme herabzusetzen, beistimmen, obwohl man dies in Anbetracht der Thatsache, daß die europäischen Mächte große Armeen nach China schickten, erwartet hatte. Der Präsident und das Kabinett sind der Ansicht, daß die von den Mächten von China gestellten Anforderungen exorbitant und geeignet sind, China vollends an die Wand zu drücken. Sollten die Mächte darauf bestehen, so wäre eine Auftheilung Chinas nicht unwahrsckeinlick. sollte aber China wider Erwarten die verlangte Summe bezahlen. so wurden auch Die Bereinigten (Staaten keine Veranlassung haben, die auf sb fallende Quote der Entschädigungssumme zurückzuweisen. Gegen eine von den Mächten zu garantirende Anleihe erhebe die Regierung der Vereinigten Staaten Einsp"uch. Sie sei Willens, für die den Vereinigten Staaten zufallende Quote dreiprozentige Bonds der chinesischen Regierung ohne Garantie der Mächte zu nehmen, um den übrigen Mächten dadurch ein Beispiel versöhnlicher Haltung zu geben. Der Präsident und seine Begleiter werden Chicago am Dienstag Rachmittag. Washington am Mittwoch Abend erreichen.

Von keiner B e d e u tu n g. Washington. D. C.. 27. Mai. Die Beamten hier messen den Reibereie:i zwischen deutschen und amerikanischen Posten in Peking keine Bdeutung bei. Derartige Geschichten sind ihrer Ansicht nach nicht zu vermeiden, obwohl sie zu beklagen sind. Sie werden zuwetten dadurch herbeigeführt, daß die Soldaten einander nicht verstehen. Das Kriegs-Departement hat keine Nachricht über den Vorfall, der aus Peking berichtet wird, erhalten. Tanner's Begräbniß. Springfield. Jll.. 27. Mai. Mit militärischen Ehren wurde Sonntag die Leiche des plötzlich verstorbenen früheren Gouverneurs Tanner von Illinois auf dem Oak Ridge Friedhofe beigesetzt. Sein Grab befindet sich in unmittelbarer Nähe des LincolnDenkmals. Der Sarg war mit einem Sternenbanner drapirt und von Herrlichen Blumenstücken völlig bedeckt. Mannschaften des 5. Jllinoiser MilizReaiments aaben drei Salven ab. Seit dem Begräbniß des Präsidenten i!rn coln im Jahre 1865 hat die Stadt nicht ein so großes Leichenbegängnih gesehen. Ueber 3000 Fremde befanden sich in der Stadt. Bei Sonnenaufgang wurden 13 Kanonenschüsse abgefeuert und dies wurde am Abend wiederholt. Während des ganzen Tages ertönte allr halbe Stunde ein einzelner Kanonenschuh. Früh Morgens war die Leiche nach dem Kapitol gebracht worden, wo sie im Laufe des Vormittags von 30.000 Menschen besichtigt wurde, während eine Ehrenwache Posten stand. Bischof Seymour und Erzdiakon Taylor, der Rektor der St. Paul's Kirche, hielten die Leichenreden. In dem Leichenzuge waren Gouverneur Dates und Stab in voller Uniform, das fünft? Regiment der Staatsmiliz unter den? Befehl des Oberst Culver, Mitglieder der G. A. R. und des Ordens der Maccabäer, 1200 Bergleute, die Federation of Labor von Springfield. 500 Odd Fellows u. s. w. Dankbare Farbige. Springfield. Jll.. 27. Mai, Der farbige Repräsentant John G. Jones. welche zum Begräbniß des ErGouverneurs Tanner nach hier gekommen war, sagte, daß unter den 12.000,000 Negern des Landes eine Bewegung im Gange sei, in einem Chicagoer Park ein Denkmal für Tanner zu errichten, weil er der einzige Gouverneur war. der im spanisch-amerikanischen Kriege ein farbiges Regiment einmusterte, das nur farbige Offiziere hatte. Es war dies das 8. Jllinoiser FreiwilligenRegiment, welches sich bei der Uebergäbe von Santiago auszeichnete. - Der Maschinisten-Streik. P h i l a d e l p h i a, 27. Mai. Beim Beginn der zweiten Woche des Maschi-nisten-Streiks ist die Lage wie folgt: Von den 150 Firmen haben 67 die Forderungen bewilligt, d. h. sie bezahlen ihren Arbeitern für einen neunstündigen Arbeitstag den Lohn, den sie früher für 10 Stunden Arbeit bezahlten. EZ arbeiten 2800 von den 7000 Maschinisten unter diesen Verhältnissen. Die 2000 Angestellten von 41 anderen Fabrikanten sind noch am Streik. In einigen Fällen, wo die Leute der Union nicht angehörten, sind Kompromisse abgeschlossen, während in anderen Fabriken unter den früheren Verhältnissen weitergearbeitet wird. In diesen waren die Maschinisten noch nicht genuc, organisirt, um mit Erfolg einen Streik beginnen zu können, doch dürften Manche von ihnen bald geschlossen wer den, da die Arbeiter doch streiken wollen. T o l e d o , O.. 27. Mai. Die Toledo Machine & Tool Company benachrichtigte Sonntag die streikenden Maschinisten, daß sie ihre Forderungen bewilligen wolle. Die Offerte der grotzen Fabrik kam ganz unerwartet. Buffalo. N. Y.. 27. Mai. Be triebsleiter Van Allen, von der Lehigk Valley-Bahn. erklärte Sonntag, da der Maschinisten - Streik beendet sei. soweit die Werkstätten seiner Gesellschaft in Betracht kommen. Vor dem Streik hätte er 354 Mann beschäftigt und jetzt habe er 315. mehr als er nö thig habe. Eine L i e b e s t r a g ö d i e. Key West. Fla.. 27. Mai. Das Hotel, welches von einer hier gastirenden Theatergesellschaft, der d'Ormonde Füller Co., bewohnt wir.', war der Schauplatz einer erschütternden Tragödie, deren Ursache allen Näherstehenden ein Räths?l ist. Die Opfer derselben sind Frl. Jnez Leonard und Edgar Beaucleigh, beide Mitglieder der Gesellschaft. Nach der Vorstellung am Samstag Abend ging Frl. Füller, ebenfalls ein Mitglied der Gesellschaft, als sie sich in ihr Zimmer begab, an Beaucleighs Zimmer vorbei und fand ihn lesend auf einem Stuhl sitzen. Sie rieth ihm. zu Bett zu gehen. was er auch anscheinend that. Kurz nachher begab sich auch Frl.

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London, 26. Mai. Angekommen : Minneapolis" von New Fort. Abgegangen : Brazilian" nach Que bec und Montreal. Antwerpen. 26. Mai. Angekommen : Southwark" von Nen: York. . Liverpool. 26. Mai. Abgegangen : Sicilian" von Glasgow nack St. Johns. N. F.. Halifax. N. S.. unr Philadelphia ; ferner Caledonian' ( , nach Boston. Q u e e n s t o w n . 26. Mai. Ab- .. gegangen : Etruria" (von Liverpool! nach New York. 1 Southampton, 26. Mai. Abgegangen : Friedrich der Große ' (vo .i ; Bremen) nach New York. Malinhead. 26. Mai. Passirt : Buenos Ayrean" von Montreal ., und Quebec nach Glasgow. I Kinsale. 26. Mai. Passirt Georgiern" von New York nach Livev ' Pool. ' New York. 26. Mai. Angekom men : .City of Rome" von Greenock und Moville ; .LaBretagne" von Havre : t Weitere Depeschen aus Seiten 3 und 5

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