Indiana Tribüne, Volume 24, Number 249, Indianapolis, Marion County, 26 May 1901 — Page 12

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Jndiana Tribüne, Sonntag, den 26 Mai 1901.

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Der ÄrberuL

Humoreske Holländischen von an. Auf WunschWUer Frau hatte Jan Moster eine t!nVÄ:lla in einem itillen Voror: der Residenz gemiethet, Zwar mangelte derselben Verschiedenes, was heutzutage als unentbehrlicher Komfor: gilt,. eines; lag sie ziemlich :

weit ab von der nächsten Bahnstation; sollte sie schon so bald gezwungen gedafür aber besah M Hau; einen ! mcfCn sein, sich dem tyrannischen Wilhübschen Vorgarwi und eine epheuum- I Un Eheherrn zu beugen? Aber rankte Veranda, fahrend sich wilder vielleicht ist es ein fremder Hund, der Wein gefällig uWFenster und Thüren n;er ..nversebens in den Garten aelan

schlangelte. Und das aenügte rau Evelme. ' Herrn Moster fshien es nunmehr ge boten, eitlen wachsamen, nölhigenfalls zupacken denHund anzuschaffen, um sich nächtlicherweile gegen Raubgesindel zu schützen, allein seine Frau erklärte iatrgorisch, sie wolle es lieber mit einer rv? . t. ,

ganzen nieoesoanoe ais mu einem : gD(en, eÖCti ne! gellte bosartigenHunde aufnehmen und falls die"Stimme der Frau Mama durch den ihr Gemahl es fcnnoch wagen sollte, ; &ati Dod) 0 Erfolg, einen solchen zu kaufen, 10 wurde )it 1 verde doch nicht oen ganzen aus der stelle zu ihrer Mutter zu- ' 2slg stehen bleiben." dachte sie. ruckkehren. tt eine ihrer besten zll 'mal sehen, ob ich mich mit dem Freundinnen von .einem tollen Hunde !eheuer'da nicht anfreunden kann." gebissen worden hatte sie einen unuber- j zn.m doch 'mal her. mein Schnu. wtndlichen Abscheu vor der ganzen uim m m chts. Bist ja Hunderasse. ein braves Hündchen?" schmeichelte sie. So ungern Mofter auch auf denVer- , ruhig mein Freundtheidiger lerne Besitzthums verzichte-, n!" abei versuchte sie seinenKopf te, bewog ihn doch der Umstand, daß rj, tätscheln er erst ein paar Monate verheiratet 00oW uer Md? die Flitterwochen noch nicht Evelme? O 0 0 alle Süßigkeit emgebutzt hatten, zu tönte es gleich darauf von den nicht Utütx nachgeben und die Kriegs- :, her etieht urückfabrenden.

Ionen zaiuni uuic. aua nein: ocui -TL Cs r-rti- atc i ganzes eyeyerrllches Autorltatsgesuyt lehnte sich dagegen auf. Der Kampf mußte ausgefochten werden bis zur Entscheidung, koste es was wolle. Damit nahm er seinen Hut und begab sich in's Bureau. Frau Ludmilla aber frohlockte sv. l r . 5 , .Ich will doch sehen, wie lange er s , halt", sagte sie. Und als sie gegen cm?

Mlttag die Glocke vernahm die ihren ; fc mslr bcr Steuererheber. Stolzen Gatten avisirte. do konnte sie em ,cha- Schrittes und im Gefühl seiner Würdenfrohes Lachen nicht unterdrucken. am n rch das Gartenthor und (11 u i. 9 1. v. - - ! u.l . -4- '

aucr iuu iuuc uu: vi '""schritt dem Hause zu.

fremde Männerstimmen? ?ie wollte au- dem Zimmer eilen, aber schon wurde die Thür geöffnet und Otto trat in Begleitung zweier Herren ein. Meine süße Ludmilla," sagte er schmeichelnd, erlaube, daß ich Dir zwei meiner Kollegen vorstelle: Herr Huber, Herr Fischer! Ich habe die Her5in sum Mittagessen eingeladen, weil ich zufällig horte daß Du selber 0k"' 4i !,,. tflr y.ii t(afi dem Einschlüsse, seiner Frau dieies )tfer ;n nrinfifn fntinsfi innkie der i -1 - a - n -w ir - - O .danke an den ersehnten Hüter des Hauses beständig in seinem Kopse, bis ihm eines Tages ein glücklicher Einfall kam. Er wollte sich einen Hund nach seiner eigensten Erfindung anfertigen lassen. Zwar wurde derselbe nch voraussichtlich etwas theurer stellen als ein cuc.ibca iciiui, uuu ltl N" terwochen kam der Kostenpunkt weni-; f 1 inri?e aU b" friedenheit Inner Ehehalste. Die Konstruktion des automatischen ! Hundes war ausgezeichnet. Es war i eine Bulldogge. Ein Auge derselben war roth und dick angeschwollen und eines der Ohren sah aus, als wäre ein Theil desselben auf dem Felde derEhre geblieben. Sowohl das gesunde Auge als der Gesichtsausdruck machten einen unheimlich bösartigen und das ganze Thier einen überaus abschreckenden i Eindruck. Wer das Vertrauen einesHundes zu gewinnen sucht, pflegt den Kopf desselben zu streicheln. In Folge dessen hatte Moster im Innern seines Cerberus eine Maschinerie anbringen lassen, die mit einer am Kopfe des Thieres befindlichen Feder verbunden war. So- ; Ud man letztere berührte, lief das ojeik ab wie ein Wecker. Streichelte

. . ml IVi.lll.VIli VlliV UllU UlVt V UUV yV man nun den Kopf des Hundes so ,f halten! Dafür muß ich mich sprang dieser einen Schritt vor, offne- Säcken' je sein grimmiges Maul und ließ ein l x ffnete vorsichtigerweise die Garentsetzliches Knurren ertönen, das als- in sich für alle Fälle einen bald m ein langes schauriges Gebell , -lAU,.nhMn nückum in nck,ern nd

überging. oba dem kaltblütigsten Vagabunden himmelangst werden Mußte. Als der Hund angekommen war. holte Moster in stolzer, freudiger Ergung seine Frau, um seine geniale Erfindung von ihr bewundern zu lassen. ff. tfAri, 5,.

öu Aechzend hinkte er von dannen; zwe: filr em ganz abscheuliches garstiges, m Lochen und zwei Twer. und als ste. der Bitte ihres Ge- ;nW h,rmn(f( ,riM ' henpn

ma.?U willfahrend, den Kopf derBull0We nreiajeiic, gruBic mz gunz mictn !x.i. ::ti.

wartet ein 10 furt tr liee Geheu Üb tteI Dettietn Moster bei seinerHeimsie mtt gellendem Aufschrei in Ohn- utjXf sein getreuer C.rberus, den macht sank. tt unversehrt auf dem alten leck ae-

Der Schreck war ihr so nachhaltig in Glieder gefahren, daß Moster zu ihrer Erholung mit ihr für acht Tage 1 1 a 'T U . y, i CTs C .1 1 1 P. n im ilur cccuuii icijic. joms War verschlossen und der automatische Hund an einer Stelle postirt, wo er am 3&;st?n am Platz schien. Am nächsten Abend blieben ein paar schmutzige Landstreicher vor demHause stehen. Einer von ihnen öffnete die Thür des Vorgartens und war imBegriff einzutretn, als sein Auge plötzlich auf den Cerberus fiel. Schockschwerenoth!" flüsterte er seinem Kameraden zu, sieh Dir 'mal den Sawnskerl an. Ich wag's nicht." , Ach Du Hasenfuß! Ich hab' keine Angst vor ihm." entgegnete der Andere barsch. Dabei näherte er sich dem Hunde, bemüht, ihn durch SchmeichelWorte zu ködern. Komm her, mein guter Hund. Bist n schönes Thierchen! Na. nur immer ruhig Blut!" Dann pfiff er ihm ermuthigend zu. So, mein Thierchen! nur immer recht kckbsch ruhig Blut!" sagte er. wahrenv er den Kopf der Bulldogge ftreichelte. Da aber sprang das Thier '.vor. und

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das Wiche MMöuf

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der Vagabund schleunigst das Weite suchte und sein Kamerad mit ihm. Am folgenden Morgen erschien die in einer Provinzialstadt lebende Frau Schwiegermutter des Herrn Mosters auf der Bildfläche, um das junge Paar ganz unangemeldet durch ihren Besuch zu überraschen. Beim Anblick des Hundes blieb sie zögernd an der Gartenpforte stehen. Welch gräßliches Unyethüm!" dach-

te sie. Mir ganz unbegreiflich! Ev,R konnte 5unde ia nie ausstehen, fen ist." IXnb dem Hunde mit ihrem Regenschirm drohend, rief sie: Hinaus mit Dir? Packe Dich, Du garstiges Bieb! Willst Du wohl machen, daß Du fortkommst, Du Monstrum?" Doch der Hund rührte sich nickt, sondern stierte sie nur drohend an. rrr'" i-v- j 1 w ' als das schreckliche K r r r r aus der Kehle des Hundes brach. ..Herr meines Lebens!" ächzte sie. als sie glücklich draußen vor der GartenPforte stand. ..ich vachte wahrhaftig, ich hätte den Tod vor Schreck." Und noch zur selben Stunde dampf- ? s? fnirwnh nnr Wii h hfn ftfiimfsfipn iv, v4, A..f, . - Gefilden zu. nSf,p Kwär des 5?.indbaiiDoch mit einem Hu!" prallte er ;ah ! zurück, als sein Auge auf den Serberus gefallen Ob sie das kolossale Thier wohl eigens dazu halten, um den Steuerempfänger fern zu halten?" dachte er. ..Kufch Dich, Du Malefiziakker! Kusch rw'w bei mir 'hätte, würde ich ihr. fach vor den Bullenschädel schie- . 1 7 rtm l tcr' Wlprtn ich ? , N ? N tzen." Dennoch zog er es vor, es in Güte mit dem Wächter des Hauses zu dersuchen. Borsichtig, mit beschwichtigenden Worten nahend, legte er seine Hand auf den Kopf des Thieres .... Dicht daneben stand ein Baum und ,iss hrtä. ß r r r N r r r hic fslfe fe teuererheber bereits geborgen droben im g. befIofe ini goni,m( rlh.n , u,ufr, jan . cv Ü nnsfl31lh(,nfn hiz h h slrf. fntffrnt vpmnnb 3U seiner Hilfe herbeigekommen sein würde; denn fünf volle Minuten schrecklichen Nothgeschreies hatten ihn überzeugt, daß das Landhaus zur Zeit unbewohnt war. Endlich riß ihm die Geduld und er beschloß, es einmal mit dem Herabklettern zu wagen. Und wie gedacht, so gethan. Als er glücklich die GartenPforte erreicht hatte, ohne daß der Hund sich auch nur gemusst hätte, kehrte sein Muth zurück und wuchs mit wahrer Treibhausgeschwindigkeit. Das Thier steht da so still, wie ein Steinbild." dachte er. Vielleicht schläft es wie die Hasen mit offenen Augen. Das soll ja sogar bei Menschen vorV J .,.. yj (j kommen. Und mich hier so lange aemachte sich bereit, seinen Rachedurst zu löschen. Ich werde ihm schnell einen Stoß geben und schnell wie der Blitz davonschießen." dachte er. Und er gab ihm den beabsichtigten Stoß nur einen einzigen, aber so kräfI v; V wt n ,i vi ivi ! tig. daß er selbst genug daran hatte ! , Ein zerbrochener Geleetops und ein v wvr v v v v q v - - v i .u im funrtpn b?rff r.fp &emt ! f,.nden mäbnd seiner ylm,s?K?it I seine Sckuldiakeit aetban batte. und er , beschloß, sich 'seine famose Erfindung . 1 M a . . . ; natentiren ZU a len. ocr, vie llnve des Rencontres mit seiner Schwieger mutter bewog ihn, davon abzusehen. 1 Einmal nnd nicht wieder. Humoristische Skizze. O über die Unverschämtheit heutzutage!" Mit diesem Ausruf und geratheten Wangen stürzte Tante Aurelie, wie man die ehrwürdige alte Jungfer der iürze halber nannte, vom Flur her in's Zimmer. Herr Lehmann, ihr Bruder, hob etwas erstaunt den Kopf von der Zeitung. Was ist denn los. Aurelie. Du thust ja gerade, als ob Dir Jemand einen Kuß gegeben hätte?" Die alte Dame warf ihm einen giftjaen Blick zu. p v pi r. l. em r lallig yan jüu oen naget aus opf getroffen, ich komme vom X mü dem Fleisch . . ." ft gum Abend

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In obigem bringen loir eine treffende Illustration des wichtigen Ereignisses, des Stapellaufs des Kriegsschiffes Ohio". Unten auf dem Bilde sehen wir die Ohio", wie sie heute ist. nach dem Stapellauf. Die Mitte des Bildes zeigt uns die Ohio" wie sie nach ihrer Vollendung aussieht. Die Photographie wurde von der offiziellen Zeichnung ihrer Erbauer genommen.

I m bringen", warf Herr Lehniann m a I M?itn in tntl hpr 'Nlnrit inih tntP I vv"' " ich gerade das Haus wieder betreten !

wtu. iprmgl in oer unretyeli e-niN in von yoyer cmigi-n. te teyri schnellen Entschlusses: die Freund- lau: sprach bel-bte doch ein juaendlimand auf mich zu. umarmt und kußt - uns vornehmlich da- eine, unser Ztuy schaften, die die leichtentzündlichen jun- ch-. Keu. eme qemüthvolle Herzlich-

t r . i i. -tn 1 , rvi illlU. Tante Aurelie begrub, wie von Scham überwältigt, das Gesicht in beiden Händen. Herr Lehmann aber lachte und seine Frau winkte das Dienstmädchen, das ebenfalls leise kicherte, zu sich in' Nebenzimmer. rn m i Ich ahne den Zusammenhang herrschte sie dieselbe an. der Kuß war

für Sie bestimmt, und die Wurst, die j Der Weltmensch, der kluge, gewiegAurelie in der Verwirrung zurückließ, te Menschenkenner aber beherrscht jegauch vielleicht längst versprochen; mer- licheSituation, im geqebenenFall durch

ken Sie sich deshalb, entweder Sie gehen noch heute, oder während der nächsten acht Taae thun Sie keinen jti T it.. I Schritt mehr zum Zimmer hinaus!" Tante Aurelie nebenan aber konnte nicht umhin, einen forschenden Blick noch in die dunkle Nacht hinauszuwerfen. i Es waren acht Abende verflossen seit dem Vorgange; Tante Aurelie kam vom Flur her in's Zimmer und Herr Lehmann hob wie damals den Kopf von der Zeitung. Na, wieder vergeblich, Aurelie?" Sie warf ihm wieder einen bitterböfen Blick zu. Der Unverschämte . . ." Herr Lehmann grinste. .Nicht wahr; nach dem ersten Rent , i dezvous unsichtbar zu werden, trotz aU ler Gänqe zum Metzqer." Jetzt brach auch das Dienstmädchen in lautes Lachen aus. Ja. nehmen Sie's schon nicht übel.

Fräulein, aber das zweite Mal läßt frische Grün; die Kirschbäume stehen sica der Wilhelm mit der Wurst allein in Blüthe und ihr bräutliches Weiß eben nicht fangen." glänzt hell im schmeichelnden Sonnen- ... . '?hein gleich den Wolken, die. ohne den nten Frühlingstoiletten verderblich: Wkltkevntniß. Trvpfen zu drohen, am klaren blauen Durch Lefen von Büchern erwirbt Himniel dahinwandern; auf den Wieman sich Kenntnisse undGelehrfamkeit. fen hat der Lenz mit weitem Schwünge die uns in unserem jeweiligen Beruf Gänseblümchen ansgestreut und in der sowohl wie in unserem späteren Leben Luft liegt es wie Veilchenduft. Welsehr zu Statten kommen, und ohne die chem Gymnasiasten und welcher höhern heutzutage kein Mensch Anspruch auf Tochter ist es erfpart geblieben, in eiBildung machen kann. Wie aber ge-; nem Aufsatze über die Jahreszeiten langen wir zu der ebenso nothwendigen ; und das menschlich? Leben verblüffend Gelehrsamkeit, zur Kenntniß derMen-, neue Philosophie zu offenbaren. Aber schen oder der Welt? dieser banale Vergleich drängte stch Diese läßt sich nicht aus Büchern er-, unwillkürlich auf. wenn man nach dem

lernen, wir können sie uns nur aneignen. indem wir Menschen lesen und sie in allen ibren verschiedenen Ausgaben studiren. Daß dieses keine lelrchteAufqabe ist. erhellt schon daraus, daß untet den Mensch?n selbst so gewaltige Unterschiede bestehen, besonders in moralischer, geistiger, religiöser und manch anderer Beziehung. Wie es in der Sprache unzählige Wörter giebt, die uns für gleichbedeutend erschienen, es aber für aufmerksame Forscher nicht sind, da in diesem oder jenem Worte ein kleiner Unterschied liegt, daß das eine mehr Nachdruck, Umfang oder Feinheit hat, ebenso verhält es sich mit den Menschen. Im Allgemeinen sind sie einander alle gleich; doch nicht zwei von ihnen sind völlig dieselben. Wer sie nicht sorgfältig beoba,

sie beständig, deiner "Ylti IßlMUlMMll" mit s:n

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c der verschiedenen Grabe ähnlicher , Gemüth., ffur d,ese fctnn taift j ttt tr!nnnt,itriri,o &UflIlmAH uttrlnfai m .m.i.hv,, """'"Q i lich. ja die einzige 'Sckul?. Weltkennt' i . i i 4 , r r m r r i a iiTrn ittti.ti- "iititt nniiT.T i tt Lage sein, seine Gefühle zu kontrolliren: er wird entweder von Zorn erhitzt oder von Scham zu Boden gedrückt. Zorn bewirkt alsdann, daß er als Unsinniger, Scham hingegen, daß er als Thor redet und handelt. ein verbindliches Lächeln oder durch Kaltblütigkeit, er handelt daher nach v i i..:tt:x. tu fci. uem vvlllrss.iaxcii vtuuuUK, nehm in der Form, aber uiu: Handeln zu sein. Aus Bonn. Der Kaiser und der Kronprinz. Auf dem Kommers der Bonner Studenten. Das Eorpsstudententhum. Die Dede auf den Kaiser. Des Kaisers Antwort. Das Semester dem jüngsten. älteste B o n n . 26. April. Das leichtbeschwingte Wanderlied ..Der Mai ist gekommen" wurde gestern. indem man den Thatsachen vorgriff, auf dem Antritts Kommers der, cw er . .? ... ' ' Bonner Corps gesungen. Und wirk- ; lich scheint der wetterwendische Monat April seinem liedergerühmten Nachfolsier den Rang ablaufen zu wollen.' An, , Baum und Strauch sprießt das erste TiiirsfifrifSrpn ivr fnsfinhpnTtriififinnS; .7v.l ..V . V v . - landschaft in den Kommerssaal trat und alle die jugendfrischen, in froher Erwartung leuchtenden Gesichter sah, sür deren Wangenglättc das Zentrum und die Linke eine väterlich ängstliche Fürsorge an den Tag legt. Das Korpsstudententhum ist nach vielverhreitetem Urtheil ein Ueberbleibsel mittelalterlicher Barbarei, das ärgerniherregend in die sanftere moderne Zeit hereinragt. Wer aber sein Wesen kennen gelernt hat und nicht übelwollend an Äußerlichkeiten haftet, muß den tüchtigen Kern rühmen, der in ihm steckt, und der seine Dauer allen Anfeindungen zum Trotz verbürgt. Der junge Student Aernt, dem selbstgewählten Obern iln Freiheit gehorchen. spätei chlen können: er P

ptiiMnun unu miui innnc wuiy ... grn herzen vereint. Dauern, von gluck- seit scine Worte. . .' M ( 1 . ; , . i im . (Tjs t . , , . . r j-

unicrc vuntuui tu uaui.imcu. ci ncyen Erinnerunaen verklart, ein gan- wf;r, fflplir.n Ir WosffntifTTrf ffiiit mirh hn h?m Ma o.t. i.' teuren

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Handlungen und Worle einzustehen! m ritterliche Waffenspiel stählt nicht , 7.: nf r , r . I ii-ui einen aim, onuern aiicn icinc Selbstbeherrschung und die Fähigkeit ' . i . " I i u men. als Eisenbande Auf dem S. E. ÄNirilts-ommerie oe ommeremefters 1891. der zufällig auf den Ge- . . , ... . . ri! 2t jetzigen jüngsten akademil . X1--' sttl' hatte der Kaiser mit beredten Worten Cfi CY rfVt einem jorrnnet Beyall gezollt, der

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.uB byycu vuue . ü ctaicm:fter Anhänqlichkeit an Kaiser und

oas orps !eme ÄNgeyorigen. ohne ',.. ..ft. Ul.i i . . 1 ? ooreiliae und vorzeitig XoMi au im - ben. zur wahren Treue für seinen Lan -

1 . L - t , 'V UIUUV .lMIlVIk iVll .111 fc iX m' ,5UV?m,C '9en P''"-; flammenden Worten gezeigt hat. Kaithlg beim z,p der Autorttat. zur Treue dem offe-! sliche Majestät? Die junn Vertreter

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. , l:T IZT' k-r, Dtm a der Bonner Studentenschaft haben geter.ande . Der Kaiser hat das da- ftern ÖOr . Majestät das feierliche mals abgegebene Versprechen, daß sein Gelübde abgeleat. daß sie sich zu deut?ohn beim Bonner C. eintreten mnWr,

werde, gehalten; wie vorgestern in die! gesammte Studentenschaft, führte er ihn gestern in den engeren Kreis der ; Bonner Korps ein. Das ist. einer der I Ruhmestitel des Korpswesens, daß so oft diejelven Farben, tu der Vater einst getragen und mit blanker Wehr vertheidigt hat, auch dem Sohne voranleuchten. Der Kommers fand wiederum in dcr Beethovenhalle statt. Das Bild war noch farbenalänzender als ae- . , P 53 farn; denn der dunkle Grundton. den die schwarzen Röcke der nickttarbentragenden Studenten vorgestern gegeben hatte, war durch die ve'rmehrteahl bunter Pekeschen verdrängt und auf den Gallerien saßen und standen Kopf an Kopf, eifrig in das summendeTreiben htnabspähend. die Damen in schönem Kran. Wieder begrüßte endlofer Jubel, wehende Mützen und Aufblitzen der Schläger den Kaiser, der in ifirt f'ai CT. C . 71 : ' v)"-'"ittiL,UJlu lilll UCUl lCUKCtllUCmer erschien, und den Kronprinzen, der auch heute Uniform trug. An der Ehrentafel, die diesmal zu ebener Erde stand, nahm der Kaiser inmitten des präsidirenden Korps Borussia Platz, rech's neben ibm sak der iünaste Preußensuchs. ar? den die Universität . ' . ' fc üi--Vcnn mit freüdiatM Stolz blickt, dann

folgten Graf Pfeil und die vom Schnee 1 Nacht vom 16. zum 17. Juli empfing. Weizenernte. Nach dem neuesten Wodes Alters bedeckte, aber noch soldatisch! da zogen die Schaaren der Studenten-; chenberickt des Bunde- - Ackerbau-De-aufrechte und frische Erscheinung des Schaft zumRegimentskommandeur. um ! partements hat zwar der Mangel an Generalobersten v. Loe, das schwarz-1 stck die Bestätigung zu holen. Und als j Regen in einem großen Theil von Ne-weiß-schwarze Band über die Uniform: diese Bestätigung erfolgt war. da folg- ', braska. Kansas nnd dem südlichen

zur Linken des Kaisers s ß der erste Chargirte derBorussia. stud. jur. FreiHerr v. Alvensleben. der Herzog von Ratibor und Prinz Adolf zu Schaum - burg-Lippe. Der Kaiser war außer-lirdn?sil-s mnni?r unier heiierem flrrcken sprach und scherzte er mit seiner Umgebung, man bemerkte, wie er voller Aufmerksamkeit den Fechtbewegungen eines ihm gegenübersitzenden Preußen zusah und selbst mit energischem kräftigem Armruck ein Dessin" anzugeben schien. Die Hoffnungen aller alten und jungen Korpsstudenten wurden erfüllt, als der Kaiser, umbrauft von gewaltigem Hochruf, gleich nach dem Beginne des Kommerfes das Präsidium übernahm. Das Fiducit. das er den " " - - .v-; K f .) V-

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G0V. GAGEor CAL-IFQRNiA I i Sängern ker Lieder zurief, fand stets i knn:rndes langandauerndes Echo, . , . . fn?isi rhftti n yr.r ht t hie Wpk nitf ren Kaiser; wenn er auch nicht sehr , . Kommilitonen und Nachdem gestern an diedemische Jugend Sr. Majestät den Kaiser mit begeistertem q,..,.? benrühi und ivm Krnnnr.nn iubelndes willkommen entbot 1 V V V W . W.UlVIll.ltkt. VVWVi; hab sich heute die Korpsstudenten zu gleichem Ziele in gleichem Geiste vereinigt. Im gleichen Geiste, dem Geiste t J a i v V( v v vr v ft v patriotischer Begeisterung und felsenfei Reich, mit dem idealen Schwünge zu 1 : 'rlr rX : ' "3" S 2 l:? Zru ; iui uci Jiui ti lll.cn ucuciu uiu h'ni tcr Qniitr frnpn nff ' i'i. .VlUUUVill UUUIltUl.Ui 1 t i . i. . I . , um die Güter des Vaterlandes zu schützen und zu schirmen nach dem Sinne und in der Weise, wie Ew. Majestät es gezeigt haben. Heute haben die Bonner Korpsstudenten den ältesten hier anwesenden Korpsstudenten beauftragt. Ew. Maiestät zu bekräftigen, daß die Bonner Korps den Vätern gleich unter Ew. Majestät Führung das Vaterland schützen und schirmen werden, sowie Ew. Majestät Ruf an

die Nation ergeht. Ich will als Korps- dreifaches Hurrah aus da- alteite -e-studenk von 108 Semestern heute von mester hinzufügte. Den Schluß des oer Veraanaenbeit sprechen, nachdem offiziellen Theiles des Kommerses

die jugendlichen Vertreter zuversichtlich auf die Zukunft binqewiesen haben, Ich will erinnern, wie. als es galt, damals unter Führung des großen Kaisers und Ew. Majestät herrlichen Va-

lers die Grenzen Deutschlands zuson mitten unter ihnen stand. Es schirmen, die deutschen Studenten, die ! war halb eins, als der Kaiser, dn deutschen Korps in erster Linie, sich in Kronprinz und ihre Begleitung den den ersten Reihen befanden. Als da-l. sommers verließen unter begeisterten mals die Kampfesstimmunq in jenen Hoch- und. Hurrahrufen, die wie ein Julitagen durch Deutschlands Gauen einhelliges stolzes Gelübde unverbrüchzog, da wurde selbstverständlich die licher Treue durch den Saal brausten, Bonner Studentenschaft in erster Li-; ein Gelübde, das das Lied bündig zunie ergriffen. Als in der Nacht vom sammenfaßt in die schlichten Worte: 16. zum 17. Juli der Ruf des Königs i altm will ich stets auf Ehre, in alle Garnisonen drana. als hier "rtets ein braver Bursche sein.

. . V , der Ober,t des Konigsguiaren-Negi-! i ments die Modilmachnngsordre iN oer i te ein vierhundertsttmmig.es Hurran. j ein brausendes Hoch auf ?e. Majestät. und jubelnd zogen die Schaaren nach ! Hause. Am anderen Morgen trat eine j große Anzahl Studiren der in die ArI mee ein. Die sÜbrer wissen, dasi sie ----- J J M l-r keine besseren Soldaten hatten, als die Studirenden aus jener Zeit. Und so wie sie damals waren, so sind sie noch heute, und ich will im Namen der hier versammelten Kommiltonen vor Ew. Majestät die Bürgschaft übernehmen. rinf Vrvpnrr Hfyr 1?iis4Xt frrfi nn bit Nation wenden werden, um die Güter vu n. I VV llll IV. ..1111V 1U1 I 1 VU V. . . zu erhalten, die JhreVorfahren erworben haben, die Studenten in erster Linie kämpfen werden. Nicht wahr, meine jungen Freunde, wir wollen heute

'vrr Sr. Majestät das Gelöbniß able.

gen. daß, wie damals die Vater pämpften. so auch Sie einst kämpfen werden. Se. Majestät hat als Losung ausgegeben: Wir wollen sein ein einigVolk von Vrüdern. und nach diesen Worten und in diesem Geiste lassen Sie uns die Gläser erheben und rufen: Seine Majeftät Kaiser Wilhelm der Zweite 5ur!rah! Nachdem die stürmischen Hurrahrufe verhallt, ergriff der Kaiser das Wort: Meine lieben Kommilitonen! Sie haben sich an einen der besten Sprecher gewandt, die wohl je aus den Reihen ( der Korpsstudenten hervorgegangen Ttnd. und von tiefem Dank ist mein .Herz durchdrungen für den freundli:rfttn Gruß und Willkomm, den Se. ' Ercellenz in Ihrem Auftrage ausgi.j sprechen hat. Er hat di? rechten Saiten angeschlagen, um bei deutschen Jünglingen lie Freude, die Begeincrung zu entfesseln. Er bat erinnert an unsere Vergangenheil, an die großen ; Tage und die großen Zeiten, die Ihre j Väter und noch viele von Ihnen, die , unter uns sind, mitaefochten und mitgekämpft haben. Nun. meine Herren, ich hoffe und erwarte von der junaen ! Generation, daß sie mich in den Stand setzen wird, unser deutsches Vaterland ! in dem Sinne, wie ich es gestern vorzeichnete und aussprach, in seiner engen festen Begrenzung im Gefllge der germanischen Rasse zu erhalten. Niemand zu Liebe, niemand zu Leide. Wenn aber je uns jemand zu nahe tre- ' ten sollte, dann werde ich an Sie appelliren, und ich erwarte, daß Sie mich nicht sitzen lassen werden. Es bedarf aber natürlich der Vorbilder und so will ich uns allen nur da Eine wünschen und Ihnen vor allem, die heute Abend hier versammelt sind, daß Sie am Abende Ihres Lebens auf ein so schönes Leben zurückblicken, wie e. Excellenz es thut, als treuer ergebener Vener meines Großvaters, und daß, wenn Sie dereinst Ihr Haupt zur Ruhe legen, es auch von Ihnen heißen kann: Tu guter und geireuer Knecht. Auf dicfe Gesinnung hin. die ich bei J'hNrn allen voraussetze, reibe ich einen kräftigen Salamander auf Se. Excellenz und den Bonner S. E. Der Salaniander rasselte und rollte wie dumpfer Donner, und dem letzten kurzen Schlag folgte wiedcr ein 5)uldißungsruf. daß einer glauben mußte. Wände und Tische müßten von den Schallwellen gesprengt werden. Der erste Chargirte der Borussia sprach dann auf denKronprinzcn. dessen durch die aleiche Haartracht noch aebobene Ähnlichkeit mit dein Kai'??, namentlich im Profil, auffallt. Mit seiner liebenswürdigen Bescheidenheit antwortete der Kronprinz: Ich bin meinem Vater von ganzem 0 v yy X - - . . - M, a-, Im l"bensfrische, freudige Gesev fcdän q brach, ha und ich hoffe. U lu mich ' ' Vl Vv!lv luD w nie &rmm;r;in ir- v n);u ! freundlich aufnehmen werden. Ich werde stets bestrebt sein, treue Kämeradschaft und Korpsbrüderschaft zu halten. In diesem Sinne trinke ich auf das Wohl des Bonner S. E. Im Namen der alten Herren des Bonner S. E.. auf die der Kaiser nach i der Kommersordnung einenSalaman- ! der kommandirte. antwortete derKultusminister Studt. der die blaueMüne der Sachsen trug. Dr. Firle hielt für die ebenfalls begrüßten fremden Korps eine begeisterte Ansprache, in der er daran erinnerte, daß der Kösener S. C. schon die deutschen Universitäten vereint habe, als noch die Mainlinie Deutschland durchschnitten habe. Das Semesterreiben bot häufig Anlaß zu stürmischer Heiterkeit: oft nickte der Kaiser den Sprechern zu und oft schüttelte er sich in herzlichem Lachen. Die einzelnen Semester tranken auf das Wohl desPräsidiums. des Kronprinzen, der Kaiserin. des Seekadetten der kaiserlichen Familie, dann folgte ein Salamander dem anderen auf alle möglichen, auch auf das älteste Semester, den Geh. Justizrath Lauff aus Köln, der ganz erblindet. als ältestes 120 Semester dem jüngsten sein Glas leerte, dem Kaiser zugeführt wurde, welcher ihn freundlich empfing, und einer augenblicklichen, liebenswürdigen Regung geborchend. dem üblichen Salamander ein ! machte der Landcsoater: durch drang ein eigenthümlich packendes iSe suhl, nach althergebrachtem feierlichem .udentenbraum demLandesiurncn zu i huldigen, während er in eigener Persi u i t (v u t c Ä li s 1 i ch : e n tu: du Missouri die Entwickelung des Winterweizens auf den Feldern etwas ausgehalten, aber in den anderen zum Winterweizengürtel gehörenden Staaten wird allgemein über einen fehr günfiigen Stan-d des Weizens berichtet. Ganz besonders gute Aussichten bestehen in Ohio und Michigan. Mit Ausnahme des südlichen Theils von Californien lassen die Aussichten für Weizen an der Pacificküste nichts zu ... ." . - -T-. . " t rrs - mummen uoria. ias aen o mprYneiiert ist fn nut hi iiiiiivitnn i. I V MM . V r;:c . r . i . iuy lCfUC.C Stand oer von gei