Indiana Tribüne, Volume 24, Number 247, Indianapolis, Marion County, 24 May 1901 — Page 7
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Weltmacht.
Roman von M. S ! a hl. Fortsetzung) Ijlttra war erst vor Kurzem aus Rom und Florenz HeimgeteHrt, sie hätte den ganzen Winter dort zubringen können; aber sie hatte es sehr bald satt, dort in dem Zusammenstrom der internationalen oberen Zehntausend neben den Königinnen der Schönheit und der Mode eine verschwindende Rolle zu spielen, während sie hier zu Hause, an Stelle der kranken Mutter, die regierende Herzogin war. Hier war ihre Person auch ohne Tugend und Schönheit von hervorragender Bedeutung und Wichtigkeit. Und das galt ihr mehr als Natur- und Kunstgenüsse. Immerhin war es sehr ärgerlich, nicht auch dort, roo die höchsten Preise des Lebens vertheilt werden, zu den ersten Bewerberinnen gehören zu tönnen, und sie war nervöser, galliger und edisanter von ihrer Erholungsreise heimgekehrt, als sie fortgegangen. Sie wandte sich eben hastig, wie alle ihre Bewegungen waren, vom Fenster dem Tisch zu, auf dem die eingelaufenen Zeitungen, Briefe. Broschüren des Tages lagen. Die unliebsame Erinnerung. wie sie in Rom auf dem Ball beim österreichischen Gesandten von der reizenden Comteß Franzi des einzigen Cavaliers beraubt wurde, aus dem sie sich etwas machte, war eben wieder beim Hineinstarren in das Flockengestöber aufgetaucht. Das war endlich einmal ein Mann gewesen, wie sie ihn sich geträumt alter Name, hoye Stellung. Schöngeist, Freigeist, mit blendenden Talenten für Mr.sik. Malerei. Poesie er hatte eine Operette componirt. sein SelbstPortrait einmal im altniederländiscken und einmal im altdeutschen Rittercostüme gemalt, außerdem machte er entzückende Gedichte, die von Frauen nur heimlich gelesen werden durften. Eine Seelensreundschaft hatte sie ! verbu?.r,en. d. h. er war,neben all seinen ! tr.'defTanten Etgenschasten auch noch Spiritist und entdeckte in ihr das Medium. das er lange gesucht. Sie ware im besten Zuge mit Geistertlopfen und Geisterbeschwören gewesen, und Elvira fii'g an, eine Verbindung zur linken Hard zu den Möglichkeiten zu rechnen un) sich in Gedanken damit zu beschäftizen. Selbst zu einer kleinen Entfübrung und romantischen mi i'UZxauunq in irgend einer ländlichen Kapelle, nach stattgehabtem Confessionswechsel, hätte sie sich entschlossen. denn für irgend eine ebenbürtige Partie fehlen zur Zeit alle Chancen. Ui'.d Elvira war in einem Alter, wo die Heirathsfrage bei Mädchen krennend wird sie näherte sich den Dr.'ißigern. Die reizende Wiener Comteß macht? allen diesen heimlichen Plänen und Träumen ein plötzliches Ende, sie schnappte ihr den interessanten italie-r-.ischen Marquis hoch: respektwidrig Lor der Nas? weg! Seitdem zwann E.'iviras Urtheil über die Männer bedeutend an Sctärft. Wenn selbst einer der Besten von ihnen solch einen geistlosen Grasaff" um oes Bischen Tugend und Schönheit willen einer reifen, seelenverwandten, geistig ebenbürtigen Frau vorzkht was war dann überhaupt an den Männern? Die gräßliche Verliebtheit und Glückseligkeit der beiden Leute auf dem österreichischenGcsandtenball hatte ihre Abreise aus dem schönen Süden beschleunigt. Mußte sie doch erleben, daß der Prinz Schwarzenberg. dem sie ihr Erstaunen über die geistige Ungleichheit des Paares aussprach, ihr erwiderte: Jesses. Hoheit, die Fränzi ist halt gar so a liabes Weancr Mad'l, wozu braucht's da Geist?" Na ja. die Männer! In dem einen Punki sind sie ja alle verrückt! Uebcllaunig warf Elvira die Journale und Briefschaften durcheinander, nachdem sie ihre Sekretärin, die :n e hu
erbietiger Haltung ihrer Befehl: er sich gegeben hat man kann nie harrte, ungnädig angelanen, sie nicht wissen, wozu man es braucht " beweiter zu belästigen, sie würde sie rufen j merkte der gemüthvolle Sohn, indem er lassen, wenn sie ihrer bedürfe. fein goldenes Tafchenetui mit den Die Secretärin entfernte sich sicht-' Cigaretten der Schwester vollstopfte, lich erleichtert. Es hätte sie wahrschein- Löffler ist ein Schandmaul eine lich ihre Stelle gekostet, wenn sie heute boshafte Spürnase." warf Elvira ein. nicht wie alle Tage auf dem Platze ge- Mit dem sei vorsichtig, ich warne Wesen wäre, aber daß ihre Pünktlich- , Dich, ich traue ihm zu, daß er den keit ihr diesmal einen Anranzer" ein- Mantel nach zwei Seiten trägt." trug, nun, das gehörte eben zu den O, wir kennen uns. er hat gerade Launen, die sie bereits gewöhnt war, j die nöthige Gerissenheit, die er in seiund die sie draußen dem Kammerlakai ! ner Stellung braucht bedenke doch! gegenüber mit der Bemerlung quit- ! was dazu gehört, in solcher Hof- und tirte: Geben Sie Acht. Franz. die ! Theater - Charge bei diesen nie enalte Schachtel ist heute wieocr gnatzig." denden Kabalen und Intriguen! Er Franz schnitt ein Gesicht. wird gegen mich nicht unsair handeln. Da drüben wettert's auch," sagte Er erzählte mir also gestern, daß er und deutete mit dem Daumen nach ! unser edler Erzeuger in der Sturmdem Flügel, wo der öerzoa wohnte, und Dranaperiode seiner Iuaend-
sollte unser Pnnz wieder was auf dem Kerbholz haben? Ich soll ihn eben anmelden, und wenn der sich da drinnen lieb Kind macht, dann steht's gewöhnlich mit ihm flau." Elva begrüßte ihren Bruder, Prinz Arnulf, den jüngsten Sohn des Herzogspaares, mit sichtlichem Vergnügen. Gott sei Dank. Arnulf, daß Du Dich auch mal sehen läßt! Ich hoffe, Du heiterst mich, wie üblich, ein bischen auf. ich fühle heute noch die Nach-
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dem gestrigen ledernen Der alte Randow wird
:mmer kindischer mtt seinen potnkelosen Manöver- und Wachtswben-Anekdo-ten. und die vertrocknete Mumie, die
Generalin. fällt mir stets auf die Nerven." Mach' es wie ich, ehfcre soeur, latz die ganze auf Pappe gezogene Marionettengesellschaft langsam in ihrem Fett oder an ihrer Magensäure ersticken und amüsir' Dich auf eigene Hand," erwiderte der Prinz lachend, indem er seine schlanke, sehnige Rettergestalt langsam, mit Rücksicht auf die knappe Husaren - Uniform, in einen Sessel fallen ließ. Sein knabenhaftes, feines Wachsgesiebt von hellblondem Typus war fast zu hübsch für einen Mann und zeigte trotz seiner Jugendlichkeit schon einen ausschweifenden, leichtsinnigen Zug. Gott, ja, wie ich Dich beneide! Tu hast doch was vom Leben, selbst hier in unserem Krähwinkel! Aber Papa war gestern sehr ungnädig über Dein Nichterscheinen, Carl hüllt sich in eisiges Schweigen, wenn Dein Name genannt wird, na, die Alice! ihr langes Gesicht verlängert sich gleich noch um einige Centimeter und sie gerinnt völlig zum Eiszapfen, wenn sie Dich erblickt." Man muß das Unvermeidliche mit Würde tragen, und was Carl und Alice betrifft, so beruhen unsere Gefühle durchaus auf Gegenseitigkeit. Den Alten none iw beute mit einer Neuigkeit, die ihm höllischen Spaß ! machen wird, in die glänzendste Laune zu versetzen, und die kann ich gerade gebraueten. Denke doch nur, der alte Dellmenhorst ist oollständtg pleite! Dellmenhorst?" fragte Elvira sich ' ' ! - .' ' I besinnend. Sie setzte sich dem Brude' gegenüber und schob ihm eine Cassette mit russischen Cigaretten zu. die selbst mit Vorliebe rauchte. Ach ja, jetzt fällt mir ein, das ist ja der alte Krakehler, den Papa nicht leiden kann. weil er glaubt rechtmäßig Ansprüche .J ' 1 1 . I auf die Herrschaft Ebersroda zu haben und auf die respectwidrigste Weise behauptet. darum betrogen worden zu sein. Also der ist pleite?" Ja. Löffler hat es mir gestern Abend erzählt. Sein schöner Familienbenn Stocknausen kam unter den Hammer, iym vliev nicht als ein Bauernhof, auf dem ei jetzt mit seiner Familie als Bauer leben und wirthschaften muß, wenn sie nicht hungern wollen. Der Sohn zog es natürlich vor. in's Ausland zu gehen." Aber das ist ja impossidl! Wie können denn solche Leute als Bauern leben?" Prinz Arnuls zuckte die Achseln und schlug sich mit der Rechten schallend auf die prallen Husarenhosen. Ist mir furchtbar gleichgiltig. wie sie es machen, ich weiß nur. daß mein Alter eine Satansfreud' haben wird an der Geschichte, die ich ihm natürlich in den schönsten Farben ausmale. Wenn ich ihm erzähle, daß der Oberst jetzt selbst hinter dem Ochsenpflug geben um daß seine Frau dieSchweine füttern muß. ertheilt er mir gleich General - Pardon für alle meine Sünten." Weißt Du. Arnulf, ich glaube das ist e:ne von Papas schmierigen Geschichten, auf die man nicht gerade Urlache ha: stolz zu sein, tot) viel ich mich erinnere, sollen die Ansprüche des alten, kratzbürstigen Obersten durchaus gerechtfertigt sein." Na. hör mal. wenn auf Erden Recht vor Machtg:nge. dann sähe die europäische Landkarte wohl überhaupt etwas anders aus! Das ist doch ganz Nebensache, wer Recht hat. Wenm ich die Macht hätte, würde ich nicht nur Ebersroda, sondern noch einige angrenzende Fürstentümer in die Tasche stecken." Das Recht des Uebermenschen!" bemerkte Elvira und sah ihren Liebling zärtlich an. Aber Papa ist den Dellmenhorsts Dank schuldig, und es sieht ihm ganz ähnlich. si: dafür zu hassen und zu berauben." Das hat noch seine besonderen Gründe, ich habe mir gestern mal die Sache von Löffler ordentlich erzählen lassen weißt Du, es ist ganz nützlicb. dem Alten auf seine Schliche zu kommen und die Blößen zu kennen, die bluthe auch emmal den kühnen Ritt in's Fabelland himmelblauer Romantik gewagt hat. Nichts Geringeres als eine Kaiserkrone schwebte ihm als lockendes Ziel vor. Es war damals, als man noch von Reichseinheit und von einem deutschen Kaiser von Volkes Gnaden träumte. Da hat sich denn unser Papachen auf den populäken Fürsten gespielt. Geschichtsprofesio. ren und liberale Abgeordnete hatten in ihm den Traum genährt, an die Spitze der Nation als erwählter Kaiser zu treten, etwa die Rolle zu spielen, w der Oranier, alL er nach dem ftall der
Stuarts den errgltlchen Kontgstdron l bestieg. Dazu waren oft vertrauliche !
Sendungen wichtiger Botschaften und Correspondenzen nothig, und da der alte General Dellmenhorst unserem Hause schon einmal so große Dienste geleistet, glaubte man, der Sohn könne das Geschäft, für uns die Kastanien aus dem Feuer zu holen, fortsetzen. Man wollte ihn mit dem Amte eines Geheimboten an andere Höfe betrauen Jedenfalls ein arger Mißgriff, denn j der alte poltrige Grobian und Hau degen hätte nie den gewiegten Diplo maten abgegeben, den man zu einer solchen Mission brauchte, und von vornberein die Karre verfahren. Er lehnte solches Ansinnen sehr energisch ab und zeigte sich den Wünschen und Plänen unseres Alten durchaus feindlieh." Ich kann mir denken, daß Papa ihm das nie verzeiht, sondern es ihm ewig nachtragen wird!" rief Elvira lebhaft interessirt. Ja. das nahm er ihm höllisch krumm, es kam zu einem Bruch zwischen beiden, und bald darauf zog Papa das Lehen, auf das er sicher speculirte. ein." Von dieser Episode mit der deutscben Kaiserkrone wußte ich," unterbrach Elvira ihren Bruder, aber nicht welche Rolle Dellmenhorst dabei gespielt. Jetzt wird mir manches klar." Unser Papachen wäre beinahe da rüber gestolpert und zu einem unliebsamen Fall gekommen." fuhr Prinz Arnulf fort. Er hat sich mit liberalen Abgeordneten in Corcefpondenzen eingelassen und war deshalb beim ruischen Hof verdächtig geworden. mi v-l f m P . .. . . u 1 1 '-. letzte alles daran, dteier Briefe fc-rü Hashast u werden, um sie als Beweise zu gebrauchen, und sie hätten unfehlbar unserer Dynastie den Hals gebrock,cn. Weißt Du. wer unser Retter war? Dr. Löffler! Er hat die Misfron ausgeführt, die compromittirenden rn r l. ewrf- . m Briefe von den Abgeordneten zurückzu schaffen. Daher feine Stellung, sein Orden und der Einfluß, den er an höchster Stelle hat. Er hat mir das selbst höchst offenherzig erzählt und welcke Mühe und Opfer es kostete. Papas Dummheiten unschädlich zu machen." Wir verdanken also Löffler mindestens ebenso viel wie den Dellmenhorsts." bemerkte der Prinz, wenn man von unserer Seite überhaupt von Dank reden will. Meiner Meinung nach thut jeder nur seine verdammte Pflicht und Schuldigkeit, der seinem Souverän dient, und kann es sich obendrein zur Ehre rechnen." Feilich." erwiderte Elvira. das ist Unterthanenpflicht. Aber ich warne Dich noch einmal vor Löffler. Mir ist er nicht geheuer. Du solltest Dich ih nicht rückhaltslos decouriren. sür Geld ist der zu haben. Bist Du denn äugenblick'.icb wieder sehr broullirt in Deinen Finanzen? Oder liegt sonst etwas vor? Es ist doch nichts Ernftes?" Gott bewahre une Bagatelle! Habe neulich im Club Pech gehabt und dann die Lona! Das verdammte Frauenzimmer hat mich Unsummen gekostet und heirathet jetzt ihren Clown!" Lona? Hieß denn die Steffens so?" Nein, ich spreche von der Chansonnette aus dem Wintergarten. Ich ließ sie öfter herüberkommen, nachdem ich sie dort kennen gelernt." Ach so, das reizende Bild, das ich neulich auf Deinem Schreibtisch sah! Ja, was habt Ihr Männer es doch gut!" In diesem Augenblick meldete der Lakai den Intendanten. Baron von Ledersteeg, bei der Prinzefsin. Prinz Arnulf erhob sich und drohte seiner Schwester scherzhaft mit dem Finger. Ach. was habt Ihr Frauen es dock gut!" sagte er mit einer affectirten Grimasse. Aber Arnulf! Ich bitte mir doch sehr aus es stnd rein künstlerische Interessen, die Ledersteeg zu mir fü! ren." Natürlich, es waren auch rein künstlerische Interessen, die mich zur Steffens führten. Und nun erst Lona. der süße Käfer die reinste Kunstbegeisterung!" Geh. Du bist unausstehlich!" . Ich gehe schon, ich mutz mich schleunigst bei Serenissimus melden lassen, sonst entwischt er mir. Addio, Schwesterherz, wir verstehen uns. Ich üb:?falle Dich bald mal wieder übrigens Deine Cigaretten sind ausgezeichnet. besser als meine." Er verschwand hinter der Portiere. und man hörte ihn noch im Vorzimmer und die Treppe herunter den neuesten Gassenhauer pfeifen. 13. Capitel. Elvira ließ den Intendanten in ihren Salon führen und zehn Minuten warten, während sie schnell ihre Morgentoilette mit einer kleidsamen Robe vertauschte. ! Dann kam sie ihm mit einem strahlenden Lächeln, leicht gepudert, dustend von feinen Parfums, entgegen und bot ihm huldvoll die Hand zum Gruß, die ' tz inbrünstig küßte. ; Baron Ledersteeg. ein Mann in der Mitte der Dreißig, vermied in seinem Aussehen alles ängstlich, was an das Theater erinnerte. Er war von Kopf bis Fuß der tadellose Hof-Cavalier, ganz in Uebereinstimmung mit seinem aiisgesprochen aristokratischen Typus. Seine lange, hagere Gestalt, die hohe. etwas steile Stirn, stark ulicktetes.
correct gelchetteltes Haupthaar, wundervoll gepflegte, starke, blonde Bart-
cotelettes und eine feingebogene Rasfen - Nase verschafften ihm am Hof den Ruf eines Beau und Elegant. Die Damen schwärmten für seine schönen Hände, und er gehörte zu den tonangebenden Herren, was die Mode betraf. Der Chic und Takt, mit dem er sich kleidete, waren phänomenal. Entschuldigen Sie. lieber Baron, daß ich Ihnen Ihre kostbare Zeit ge- i stöhlen," begrüßte ihn die Prinzessin. doch der Intendant verneigte sich noch einmal tief und versicherte: Die Zeit, die ich meiner gnädigsten Prinzessin opfere, ist nie verloren." worauf Elvira in bester Laune ausrief: O. ich kenne Ihre liebenswürdige Nachsicht! Kommen Sie. machen Sie es sich bequem, ich habe mich lange auf dies Plauderstündchen mit Ihnen gefreut! Gott, was fange ich an. wenn ich Sie hier nicht hätte, den Einzigen, der mein Streben und meine Intentionen versteht!" Ebenso dankbar bin ich dem Geschick, das mir in Eurer Hoheit eine verständnißvolle Kämpferin für meine Ideen und Pläne verliehen, eine Vorkämpferin im Streit gegen veraltete, morfch gewordene Traditionen der Kunst," versicherte der Intendant, indem er der Prinzessin, die sich auf eineu Diwan niedergelassen, in einem Sessel gegenüber Platz nahm. Aber sacn Sie, bester Baron, wann werden wir endlich zum Siege kommen? Kämpfen wir nicht bis jetzt vergebens?" fragte Elvira mit einem schmachtenden Augenaufschlag. .Geduld, Hoheit. Geduld! Wir dürfen nichts überstürzen. Eine e'N. z'ge Niederlage würde uns um Jal-.re zurückbr.ngen. Wir müssen unsere? Sache gan sicher sein, um die erste entscheidende Action zu wagen." Aber ich habe keine Geduld mehr! Ucberall. an allen Bübnen von Bedeutung regt sich der moderne Geist und feiert Triumphe! Soll denn mein Traum, auch unsere Bühne zu einer bahnbrechenden sür das neue Drama zu machen, nie in Erfüllung gehen?" Hoheit dürfen die Welt nicht mit dem Maßstab höchsteigener geistiger Erkenntniß messen. Diese Ungeduld ist von jeher die Qual erlauchter Geister gewesen, die ihrer Zeit, oder vielmehr der vulgären Menge, um Jahrzehnte voraus sind. Das Bewußtsein, auf einfamer Höhe zu stehen, ist immerhin etwas." Warum soll aber die vulgäre Menge entscheidend für unsere Hofbühne sein? Ist es nicht von jeher die Aufgabe der Höchststehenden gewesen, erzieherisch auf die Masse zu wirken? Lassen Sie doch einmal einen Versuch wagen, bester Baron! Auf meine Berantwortung! Ick dächte, diese Saison mit den eclatanten Erfolgen, die das naturalistische Drama in Berlin, Wien und München erzielt hat, wäre gerade geeignet, um einen Coup zu ristuen. Wir kommen natürlich ckt gleich mit dem Gewagtesten heraus, wir suchen einen Uebergang " Wir haben vorläufig nicht die Kräfte, Hoheit bitte zu bedenken unsere gute Wiltmann und solch eine moderne Rolle!" Ja. die Wiltmann! Gott, wenn man die Person beseitigen könnte!" Ja, wenn das gelänge! Aber Hokeit kennen ihre verbrieften und versiegelten Rechte." Leider ja! Bis jetzt habe ich vergeblich dagegen gekämpft. Auf geradem Wege geht es nicht, wir müssen intriguiren. Helfen Sie mir. Baron!" Das ist eine gewagte Sache, die mir leicht den Hals brechen könnte. Hoheit erinnern sich, daß Seine Excellenz der Herr Minister von Sendling springen mußte, weil er Frau Wiltmann nicht die nöthige Aufmerksamkeit erwies." Oder vielmehr, weil er eine Frau hatte, deren Concurrenz man fürchtete, weil sie sich angenehm zu machen verstand. O, ich kenne all diese HofKabalen. Aber wir müssen eben mit der Stelle rechnen, wo unser Jupiter sterblich ist. Es gilt eine junge Kraft zu finden, die unsere Wiltmann nicht nur auf der Bühne, sondern auch anderen Orts vollständig auf den Sand setzt." Das ist nicht leicht. Solche jungen Kräfte sind nur mit großen pecuniären Opfern zu haben, und Hoheit wissen " Der Intendant lächelte vielsagend. O ja, ich weiß, wie knickerig Papa ist?" sagte Elvira mit schonungsloser Verachtung. Aber dennoch will ich es versuchen, Jemand zu finden. Arnulf muh mtr helfen! Er hat in der Beziehung eine gute Spürnase. Die Betreffende müßte jung, schön, genial und hochmodern sein, um sich für unsere Zwecke ?u eignen. Um sich für Weiteres zu eignen, müßte ein brennender Ehrgeiz sie beseelen ohne Gewinnsuckt." (Fortsetzung folgt.) E r k e n n t s i e. Kellner: Herr Müller. Ihre Frau wünscht Sie am Telephon zu sprechen !" Gast (kopsschüttelnd): Wünscht?.... Nein! Da wird ein anderer Müller gemeint sein!" Energische Abwehr. A.: Wissen Sie, Sie smd doch wahrhaftig das größte Rindvieh des Jahrhunoerts!" B.: Wie können Sie so etwas behaupten? Das Jahrhundert fänat doch erst an!"
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