Indiana Tribüne, Volume 24, Number 246, Indianapolis, Marion County, 23 May 1901 — Page 7

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Adolph Frey, (OM Fre.do A U(K lotary Pnbile, Translator, Correspendent etc . N. 970 West Walnut U? Tt ctt. Cai.

Weltmacht.

Roman von M. ! ahl. (Fort'Zung) (Sie wutzte ganz cenau. tn welcher Art ihr Vater diese Bauernwirthschaft besorgen würde. Er würde es nie der Mühe werth halten, sie ernsthaft zu nehmen, sondern nur ab und zu mit einem Donnerwetter dazwischen sahren. wenn die Unregelmähigkeiten. die nicht ausbleiben konnten, in seiner Kasse unangenehm fühlbar wurden. Zie traute der alten Hanne, die auf dem Wege war. in Haus und Hof die Zügel an sich zu reißen, garnicht, und Liese, die kleine Magd, war ein ganz unnützes Ding und dabei so schlau, dah sie mit Hanne machte, was sie wollte. Unter strenger Autorität konnte sie vielleicht etwas Tüchtiges werden. Siebert, der Knecht, der sich jetzt zu einem Verwalter aufgeschwungen hatte, besaß eine zahlreiche Familie im Torf, und es war mehr als wahrscheinlich. daß er bei der Wirthschaftführung des Obersten Gelegenheit sinden würde, diese Familie von den Erträgen des Waldhofes mit zu ernähren. Nein." sagte sie darum sehr energisch. wenn ich das Leben hier aushalten soll, mutz ich eine Thätigkeit haben, die über die Küche hinausgeht. Ich muß etwas haben, was mir Schwierigkeiten macht und einen Erfolg versvricht. sonst werde ich stumpfsinnig. Ich habe mir fest vorgenommen. die ganzeLandwirtbschaft gründlieft erlernen, um es so weit zu bringen, ein Gu: selbst bewirthschaften zu können." cs kannst Tu auch, ohne Dich und uns zum Gespött der Leute zu machen!" schrie der Oberst zornig. Willst Tu denn wirklich, daß man sich im ganzen Lande erzählt, eine Ereiln von Dellmenhorst sei zur Kuhmagd degradirt? Jedenfalls würde;: Tu unserm Freund, dem Herzog, ein ganz besonderes Vergnügen damit bereiten !" ;'ich, laß das Kind nur machen, was es will." fiel Frau von Tellmenhorst mit trostloser Miene ein. So oder so. es kommt schließlich auf eins heraus. Mehr kann es den Herzog auch nicht freuen, als wenn er hörl. daß Tu ein Bauer geworden bist." Tamit flog wieder der Funke in das Pulverfaß. Die Baronin traf stets mit wunderbarem Geschick die empfindlichste Stelle bei ihrem Gatten, w?nn sie begütigen wollte. Was redest Du da wieder?" schrie er. wie ein gereizter Löwe im Zimmer aui- und abstürmend. ich ein Bauer? Ick bin und bleibe der Freiherr von Dellmenhorst. ob ich in einem Bauernbaus ?der in einem Palast wohne! Ich werde jedem, der mich für etwas Anderes hält, zeigen, was ich bin! Ss thut mir leid für Euch, wenn Ihr so wenig Selbstgefühl und Würde habt, daß Ihr Euch mit dem Bauernpöbel auf einer Stufe fühlt, weil wir zufällig von Gaunern und Wortbrüchigen um Geld und Gut betrogen worden sind! Tu kannst mir glauben, daß In diesem Augenblick wurde die Thür polternd aufgestoßen, und Siebcrt in Holzpantinen, an denen Schnee und Koth klebte, mit einer Stalljacke bekleidet, die fettig glänzte und eine räudige Pelzkappe über die Ohren ge zogen, erschien ohn jedes Eeremoniel! a!if der Schwelle. Ick wull man seggen. dat ick hüt bi dat Wetter nich dat Korn nach die Mühle fahren kann " hub er an. aber weiter kam er nicht. Rrrraus!" donneire der Oberst den gänzlich Verblüfften an. Mütze runter! In des Treideibelsnamen. wie kann er sich unterstehen, unangemeldet hier hereinzukommen mit dem Flaps auf dem Kopf! Weiß er nicht, wen er vor sich bat? Hält der Kcc! mich etwa für seinesgleichen?" Und eine ganze Fluth kerniger Soldatenflüche hagelte dem Erschrockenen nach mit Verhaltungsmaßregeln für gute Lebensart, die fürs erste v?rständnißlos an dem Dickschädel des braven Siebert abprallten. Nachdem die Eommandosttmme des Obersten auch noch Hanne herbeigerufen und ihr in derselben drastischen Redeweise die Anttandsdressur klar zu machen gesucht hatte, die dem Dienstpersonal des Freiherrn von Dellmcnhorst zukäme, saßen die alte Magd und der Knecht kopfschüttelnd und verwundert in der Küche beisammen. Wat hät he seggt?" fragte Siebert. Wat soll ick dhun. wenn ick em wat tu melden hem?" Den Puckel raufsteigen kann he mi!" bemerkte Hanne. ärgerlich in der Küche herumhantirend. Und sie fügte wen'g respectvolle Betrachtungen über das Unglück bei. wenn Jemand mit dem Bettelsack noch den großen Herrn spielen wolle. Der Oberst, der seiner schlechten Laune auf diese Weise energisch Luft gemacht hatte, setzte sich endlich beruhigt zum Frühstück nieder, ab Wulfhild fühlte mit grenzenlosem Unbeha gen, daß ihre Eltern jedes Bestreben, die Situation erträglich und. haltbar zu machen, vereiteln würden. 11. Capitel. In bleierner Monotonie schlichen die Wintertage auf dem verschneiten Bauerndof dabin.

Wulfvuo suqrre. ohne vtel zu fragen. ihren Entschluß durch, zu lernen, zu arbeiten und die Zügel der Wirthschaftsführung in die Hand zu nehmen. Es gab dabei den doppeltenWiderstand ihres Vaters und der widerwilligen Dienstleute zu bekämpfen. Ihr Vater quälte sie unablässig mit tbörichten Standesrücksichten, und die Leute, die gern zu ihrem Vortheil allein gewirthscbaftet hätten, gaben sich wenig Mühe, ihr das Lernen leicht zu achen. Aber ihr unbeugsamer Wille, der eigentlich Selbsterhaltungstrieb war. besiegte das alles. Es dauerte nicht lange, so hatte sie sämmtliche Schlüssel zu den Vorräthen in den Scheunen, auf dem Kornboden. in den Ställen und im Keller in Händen und wachte streng darüber. Sie kannte jedes Thier auf dem Hof und wußte, was es zu seiner Nahrung bedürfte. Siebert konnte kein Körnlein und keinen Halm veruntreuen. Ebenso hielt sie die alte Hanne unter Controle.; denn sie hatte ihr in kurzer Zeit so viel abgelernt, um die kleine Milchwirtschaft und die Vorrathskammer im Hause übersehen zu können. Die Widersetzlichkeit und der Spott der Dienstleute verwandelten sich sehr bald in einen unsagbaren Respect. Sie fühlten die Macht einer jungn, kraftvollen Persönlichkeit und die höhere Intelligenz, der sie sich bedingungslos unterwarfen. Sie fühlten vor allem, daß ihre junge Herrin das Rechte wollte und das Rechte that, und das machte sie ihnen lieb. Wulfhild war nicht hochmüthig und ungerecht geacn sie. fondern. nachdem sie sich gehör:? bei ihnen in Respect gesetzt hatte, vr:kehrte sie sogar höchst gemüthlich mN ihnen, gab ihnen reichlich, was oebübrte und verlangte nie zu viel. AlL ne einsahen, daß iie es gut vet t.zc hatten und sich gewissermaßen durch die herrschende Ordnung und Recht!ick'k?it gehoben fühlten, schworen sie b-!d auf das junge Mädchen und wolltcn keinen anderen Herrn mehr üb.-r sich anerkennen. Dadurch wurden cf! Conflicte mit dem Obersten heraufbeschworen, der ab und zu zur unrech:en Zeit und am unrechten Ort seine oberste Autorität anerkannt haben wollte und geräuschvoll geltend machte. Ihm gegenüber hatte Wulfhild die schwerste Stellung, aber es konnte nicht ausbleiben, daß sie auch ihm nach und nach eine gewisse Anerkennung und Achtung ür ihr Streben abzwang. Wenn es lhrn jedoch recht bequem war, alle Last und Verantwortung auf ihre Schulter t zu wälzen, so ärgerte es ihn noch viel mehr, daß sie ihm über den Kopf ttutfs und ihn gewissermaßen auf d'n Sand setzte. Und diesen Aerg?r bekam sie nur zu oft zu fühlen. Alle d'.ese Wandlungen vollzogen sich natürlich nicht im Laufe von Tagen und Wocken. sondern erst in einem längeren Zeitraum, und im Anfanz hatte Wulfhild einen schweren Kamf. Zu den Schwierigkeiten nach aufzen kam die ungeheure Selbstüberwindung, die diese neue Art von Thätigkeit sie kostcte. Die Details dieser Viehwirthschaft mit ihrem derben Realismus, diese ganze Stallathmospbäre mit ibrem Schmuy. Tnnst und Gestank, mit dem brutalen Naturalismus, bedeuteten für ihre verfeinerten Nerven und Sinne Folterqualen. Oft glaubte sie den Ekel nicht überwinden zu könn:n und krank daran zu werden, aber wenn sie am Abend muthlos einschlief, mit der festen Ueber5eugung. daß sie nickt im Stande sei. die Arbeit, die sie si auferlegt, durchzuführen, so fand sie der nächste Morgen doch stets wieder auf dem Platze. Sie wußte oft selbst nicht, woher sie die Kraft dazu nahm, sie wußte noch nicht, wie stark in einer gesunden Natur der Wille zum Leben ist. und Leben bedeutete für sie Bethätigung ihrer Kräfte. Fast noch schwerer wurde es ihr. die an Luxus undUeberfluß gewöhnt war, sich in die Dürftigkeit der Bauernwirthschaft hineinzufinden. Die Entbchrungen lasteten unsagbar schwer auf ihr. und nur der Gedanke an größere Leiden und Qualen, die von den Märtyrern der Weltgeschichte Heldenhaft ertragen wurden, gaben ihr Standhaftigkeit. In dieser Beziehung machten ihre Eltern ihr große Noth, sie schienen zu alt dazu, sich noch in neue Verhältnisse finden zu können und zeigten sich gänzlich unfähig, ihre Ansprüche den jetzigen Verhältnissen anzupassen. Vielleicht wäre Wulfhild trotz Jugend und Jugendkraft all' diesen Widerwärtigkeiten unterlegen, wenn sie nicht das eine große Glück ihrer heimlichen Liebe im Herzen getragen hätte, das ihrem ganzen Wesen höhere Schwungkraft verlieh. Gegen die Wonne und das Weh dieser Liebe schienen ja alle anderen Erdenleiden und Freuden gering. Aber wie ein häßlicher Schatten stand die Sorge neben ihr, die Sorge vor der Noth. Sie konnte bald übersehen, daß die kleine Bauernwirthschaft trotz aller Ordnung und Sparsamkeit nicht die Einnahmen lieferte, die ihre Eltern zur Befriedigung ihrer Lebensbedürfnisse brauchten. Und ihr Vater war nur zu geneigt, auf Roderichs künftige Schätze hin von dem Capital, das das Gut repräsentirte, zu zehren. Wie nun, wenn es aufgezehrt war, ehe Roderich die Hoffnung verwirklichte. die man auf ihn setzte? Es gab nur ein Hilfsmittel, es mußte eine neue, große Einnahmequelle gefunden werden.

'Nach einigen Wochen angestrengter Arbeit beherrschte sie die kleine Wirthschaft, die in den Wintermonaten nur wenig Arbeit bot. so weit, daß sie ihr viele Freistunden am Tage ließ, oder vielmehr an den langen, einsamen Abenden. Auch diese Stunden mußten mit Arbeit. Hoffnung und Streden ausgefüllt werden, wenn sie nicht unerträglich werden sollten. Es gab nur zwei Möglichkeiten für Wulfhild, auf künftigen Gelderwerb zu hoffen, entweder mit ihrer schönen Stimme oder mit der Feder. Aber trotz ihrer großen, muikalifcken Begabung hatte sie dieMusik bisber nur dilettantisch und oberflächlich betrieben, ihrer Stimme fehlte jede ernste Schulung, und vorläufig gab es keine Mittel und Wege, sie auszubilden. Sie hatte zwar das alte Pianino ihrer früheren Schulstube von Stockhausen nach dem Waldhof gerettet, und es erwies sich in der Verbannung des Bauernhofes als ihr bester Freund und Tröster, sie gab sich auch jetzt die erdenklichste Mühe, ein ernstes Studium aus der Musik zu machen, fühlte aber selbst nur zu gut. wie ungeheuer viel ibr zur künstlerischen Vollendung fehlte. Sie versuchte es also mit derSchriftstellerei. zu der sie von jeher eine heim liche Neigung gehabt. Ganze Stöße von blauen Heftchen mit lyrischen Ergüssen aus der Schul- und Backfischzeit bis zu neueren Daten befanden sich in dem alten Empire - Schreibtisch aus der Urgroßmutterzeit, der jetzt ihr Giebelstöbchen schmückte, darunter zahlreiche Entwürfe zu Romav.cv. und Dramen. Und da sie sich nie ,?fn mit Kleinheiten aufhielt, machte ve sich jetzt mit Feuereifer an die Aus7rbeitung eines" großen historischen Tramas in Jamben. Cfi wen Eltern in ihrer verdrießlichen Langeweile schon früh zur Ruhe gingen, saß sie noch halbe Nächte in ihrem Zimmer, zu dem eine steile, leitcrartige Treppe hinaufführte, enn es lag im Bodenraum des Hauie!. uni schrieb mit fliegender Feder und glühendem Eifer beim Schein ihrer kleinen, läßlichen Petroleumlampe. Wind, der von den ödenScheeselbem kam, pfiff und heulte nebenb? in dem großen Rauchfang, in dem di Würste und Schinken vom letzte Schweineschlachten hingen, und au dem Bodenraum, wo die Obsternte de: Herbstes auf Stroh geschüttet lag. ra schoten und huschten die Mäuse, ab?' in der großen, niedrigen Giebelstub mit den gelbgestrichenen Wänden unt dem schwarzen Kachelofen hatt? Wulf' hild doch etwas von dem gewohnten Behagen um sich zu verbreiten verstanden. Sie mußte ihr zwar als Wohnund Schlafgemach dienen, war aber groß genug, um eine Theilung zu gestatten. Auf der einen Seite stand ein mächttg großes Bett, eine echt bäuerliche Pfostenbettstelle, die mit den weißen Betten und hellen Cretongardinen höchst einladend aussah, daneben fin Toilettentisch, aus einer umgestülpten Kiste und einem alten Spiegel herge stellt, aber mit weißem Mull, ein wettia Spiy.e und rosa Band so allerliebst dccorirt. daß er fast elegant auss-.h. Von gleicher Art war der Waschtisch, und ein großer Bauernschrank mi: blumenbemalten Thüren fügte sich stilvoll in das Ensemble. Ter Wohnraum war ganz mit alten Stockhausener Scharteken gefüllt, die für das Bauernhaus noch unerhörte Pracht bedeuteten. Tas große, altväterische Canape und die tiefen, steifen Sessel, die feierlich wie Kirchenstuhle aussahen, hatten dort nur aus einer Logirstube ein unbeachtetes Dasein gefristet, kamen aber hier wieder zu vollen Ehren. Dazu das Klavier, ein Büchergestell mit einer kleinen Bibliothek. der Schreibtisch, etwas Stoffbekleidung an den Wänden mit Bildern. Fächern. Consolen und Nippes und über dem allen der undefinirbare Duft und Hauch. i.'n verfeinertes weibliches Schönheitsgefühl stets einem Heim aufprägt. Auf diese Art hatte sich Wulfhild aus der gewöhnlichen Bodenstube doch einen erträglichen Aufenthalt geschaffen, in dem sie dichten und träumen und singen konnte und Erholung von der fürchterlichen Prosa des Viehhofes fand. Die unteren, von den Eltern bewohnten Räume waren bedeutend be'ser ausgestattet, mit dem Besten, was man aus dem Ruin vom Stockhausener Inventar gerettet hatte. Es gab da außer der Schlafstube allerdings nur ein Wohn- und ein Eßzimmer, ebenfalls mit niedrigen, weißgekalkten Decken und gestrichenen Wänden, mit kleinen Fenstern und ungeschlachten Kachelöfen, aber die häßlichen Dielen waren ganz mit Teppichen belegt, man hatte Portieren und doppelteGardinen angebracht. dieWände übereich mit Familienportraits und allerlei stilvollem Schmuck decorirt, dazu die vollständig Einrichtung eines altdeutschen Eßzimmers und ZÜohnzimmers mitgebracht. So wzr auch hier ein Schein früherer Wohlhabenheit und Lebensstellung aufrecht erhalten. der die unglücklichen Bewohner etwas über die Misere ihres jetzigen Daseins hinwegtäuschen konnte. Die Lichtblicke in der trübseligen Stille und Einsamkeit dieses Daseins waren Briefe aus Japan. Ohne diesen Trost wären die alten Leute verzweifelt. Roderich schrieb nicht allzu häufig, denn das war bei der Art seines Lebens und seiner Thätigkeit nicht mög-

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lieg, aoer aue vier uocpen ram etn ausführliche? Brief von ihm. und alle diese Briefe waren voll guter Zuvcrsicht und sprachen den Eltern Muth und Trost ein. Es gab zwar anfänglich mehr Schwierigkeiten, als die jungen Leute in ibrer sanguinischen Auffassung der Dinge geahnt hatten. Schwierigkeiten durch die Vertreter anderer Nationen, die den Deutschen keinen Vorzug gönnten und dadurch langwierige Unterhandlungen mit der japanischen Regierung herbeiführten, in der sich ebenfalls zwei Strömungen geltend machten, eine fortschrittliche und eine fortschrittfeindliche. Die letz tere that alles, was in ihren Kräften stand, den Bahnbau zu verhindern, und sie besaß ziemlich viel Macht dazu, denn die Daimos, die altconservatioe Partti. waren als japanische Großgrundcsitzer zum Theil Herren des Tcnains. das zum Bahnbau in ftift s'cht glommen war. Indem sie die Hergabe ih cs Grund und Boc-is verweigerten, machten sie die zusam menhängende. große Bahnlinie unmöglich. Es gab Prozesse zwischen ihnen und der Regierung, die sich ins Endlose zu verwickeln drohten, und wahrscheinlich wäre alles daran aescheitert, wenn nicht die Energie und fortschrittliche Gesinnung des juno?n Mikado allen Widerstand mit Gewalt gebrochen hätte. Er verhalf der Fortschrittspartei zu vollständig Siege, und der Oposition wurden die altererbten Rechte, auf denen sie fußte, durch den Machtspruch neuer Gesetze genommen. SDer Bahnbau war auf diese Art gesichert, und endlich nach einer aufreacnden Wartezeit wurde die Concession ertheilt. Der Jubel darüber war groß, aber jetzt fing erst der Kampf mit den Terrainschwierigkeiten und mit den Arbeitskräften an. Roderich ließ seine Eltern nicht die Tragweite all dieser Hindernisse und Schwierigkeiten auf dem Wege zum Erfolge wissen, konnte ihnen aber die Thatsachen nicht ganz verhehlen, die sie in ver Hauptsache auch aus den Zeitungen erfahren konnten. Aus den Thatsachen ergab sich das Uebrige, und bei der namenlosen Herzensangst und Sorge, mit denen man dabeim die Ereignisse verfolgte, wuchsen natürlich Furcht und Zweifel ins Ungeheure. Der Oberst, der nur zu sehr zu einer pessimistischen Auffassung der Sachlage neigte, peinigte die Seinen mit Schwarzfeherei. mit Klagen und Vorwürfen über das ganze Unternehmen. das Roderich den Rest seines Vermögens kosten würde. 12. C a p i t e l. In dem rechten Flügel des Herzoglichen Stadtschlosses der Residenz hatte Prinzessin Elvira, die einzige Tochter des regierenden Herzogs, ihre Gemächer, während ihre nervenkranke Mutter, seit einer Reihe von Jahren von de Gemahl getrennt, auf einem einsamen Landschloß nur ihrer Gesundheit lebte. An demselben kalten Januarmorgen. an dem Wulfhild von Dellmenhorst im Kuhftall des Waldhofs das Melken erlernen wollte, stand Prinzessin Elvira verdrießlich am Fenster ihres wohlig durchwärmten, mit Luxus- und Kunstgegenständen überladenen Salons. Schnee, nichts als Schnee, alle Tage dasselbe Bild!" murmelte sie gähnend und sah mit einer Anwandlung von Neid auf die Kinder herab, die, aus der Schule kommend, am Fuße des Schloßberges johlend und schreiend vor Vergnügen ihre Schneeballschlachten lieferten. Alle Tage dieselben verschneiten Dächer und Thürme, die ereignißlosen Straßen und den Hügel hinauf der todte Schloßpark mit den abscheulichen Holzgehäusen über den Marmorbildern. unter dem eintönigen SchneeHimmel Gott! wie einem das auf die Nerven fiel! (Kortietzuna folgt.) Ein Glückspilz. Gast: Ein kleines Glas Münchner. Herr Wirth!" Wirth (nach fünf Minuten das Bestellte bringend): ..Wissen. Sie. da haben Sie aber Glück gehabt, g'ral a kleines Glas ist noch drin gewesen im Faß!" Gefühlvoll. Mann (der die Treppe hinabgepurzelt ist): .Wie sieht mein Auge aus?" Frau: Schroarzblau sieh einmal in den Spiegel, so ein Kleid wollte ich mir imcner anschaffen !"

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