Indiana Tribüne, Volume 24, Number 246, Indianapolis, Marion County, 23 May 1901 — Page 1
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sssss Caac hk6 A vL-:--:: ronntaasbldtt ronnidasbldit 10 m Woche. 10 per Woche (irrsdrcint jodon Xadjmtttrtß unb Sonntag Morgens. Jahrgang 24. Zndianapol s, Ind. Tonnerstaz, den 23. Mai 1901. No. 24,!
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Ififitfaijrl Muft wahrscheinlich derschoben werden. Gfewafl II." im 8olcnt verunglückt. Der König Eduard, der sich ftfl ZZord befand, Einer großen Gefahr entgangen. Tie chmesiiche Frage. Die letzten Amerikaner aus jclteg aögezogen. Serbien von einer Revolution bedroht. Arabi Pascha begnadigt. Der König in Gefahr. Southampton.23. Mai. Die neue von Sir Thomas Lipton gebaute Dacht Shamrock II.", welche im August in New Jork mit einer Jacht des New Yorker Yachtklubs um den Ame-rica"-Becher zu laufen bestimmt war, erlitt im Sclent in Folge eines plöfclicren Windstoßes schwere Haroasie, und dieser Umstand gewann noch dadurch besondere Bedeutung, daß sich zur Zeit des Unfalls König Edward an Bord der Yacht befand. Die Yacht, welche mit ihrer Vorgängerin. Shamrock I.". eine Wettfahrt unternehmen sollte, näherte sich gerade dem ?:art. als sie von einem heftigen Windstöße getroffen wurde. Auf Deck befanden sich König Edward, Ladq Londonderry. Frau Jameson. Herr Jameson. der Erbauer Watson und oir. Thomas Lipton. Die Yacht legte sich vollständig auf die Seite und die Leute auf Deck hielten sich an irgend einem Gegenstand, den sie erreichen konnten. Der König versuchte, die Treppe zur Kajüte hinabzusteigen, und gerade als er die Treppe betrat, stürzte der Mast und die ganze Takelage der Yacht zusammen. Ein schwerer Block fiel gerade zwischen die beiden Damen und ein Tau fiel Sir Thomas Lipton mit solcher Gewalt auf den Kopf, daß er für einige Augenblicke bewußtlos wurde. Daß die stürzenden Masten und die über das Deck streifenden Segel Niemand tödteten oder über Bord rine::. ist ein Wunder zu nennen. Sobald die Yacht sich wieder aufrichtete, kletterte der König über die gefallene Takelage und fragte, ob Jemand verletzt sei. Als er erfuhr, daß der Unfall noch glücklich abgelaufen sei, begab er sich mit den anderen Herrschaften an Bord der Erin" und sagte: Wann wollen wir uns wieder treffen. Lipton?" und ehe er nach London abfuhr, wiederholte er: T2S näckste Mal. wenn Sie wieder mit der Yacht segeln, gehe ich mit Ihnen." Die Sache schien dem König grade durch das Element der Gefahr, welches mit dem Unfall verbunden war, Äerznügen bereitet zu haben. Die Shamrock II." ist ein vollftan oizes Wrack, entmastet und zerschlagen. Sie liegt jetzt bei Hnthe. Sir Thomas Lipton giebt zu, daß es ihm unmöglich sein wird, zur bestimmten Stunde in New York in die W?ttfahrt einzutreten. Er hofft, daß der New Yorker Jachtklub den Termin einige Zeit hinausschieben wird, um ibm Gelegenheit zu geben, die Shamrock II." soweit repariren zu lassen, daß sie mit Aussicht auf Erfolg den Wettkampf mit ihrem amerikanischen Gegner aufnehmen kann. Wenn nöthig, ist er sogar willens, ein neues Boot zu bauen, um um die vielumstrittene Trophäe zu kämpfen. Trotz der bisherigen Mißerfolge der Shamrock II." glaubt Konstrukteur Watson wie auch Sir Thomas Lipton, daß deren Vorzüge noch nicht zur vollen Geltung gekommen sind und daß das Boot mit geringen Verbesserungen ein ebenbürtiger Rivale seines Gegners werden wird. Die enorme Takelage der Shamrock II." sowie die riesigen Seael konnlen nach dem Sturze des Mastes auf dem Boote selbst gar nicht geborgen werden. Man kappte deshalb alles, was noch stand, und warf die ganze Betakelung nebst Segeln über Bord. Der Platz wurde durch eine Boje markirt und man wird die Takelage wieder aufzufischen versuchen, indessen wird dieselbe für die Yacht kaum mehr verwendbar sein. A r b e i t e r u n r u h e n in Rußland. St. Petersburg. 23. Mai. Die am Streik befindlichen Arbeiter der Obuchow-Eisenwerke in Alexandriosky. in der Nähe von St. Petersbura gelegen, hatten am Morgen einen heftigen Kampf mit der Voluei. Die j
'-ire:rer vewarfen die Polizisten mit Steinen und brachten zwölf Mann erheblicke Verletzungen bei. Die Polizei war gegen die Krawallisten. die unaefähr 3500 Mann stark waren, macklos und es muhten Truppen requirirt werden, um die Ruhe wieder herzustellen. Die Soldaten gaben drei Salv.'n ab und tödteten zwei Männer und verwendeten sieben. Es wurden au ßrdem 120 Personen verhaftet. Aus China. Shanghai. 23. Mai. Aus Peking 'wird berichtet. derFeldmarschall af von Waloersee habe die Cmnesen benachrichtigt, daß seine Truppen Pesing nicht verlassen würden, bis der Hof nach der Hauptstadt zurückgekehrt und ix, der Feldmarschall. vom Kaiser in feierlicher Audienz empfanden worden sei. Die Franzosen haben sich von der Shan Si Erpedition zurückgezogen und Die Engländer haben sich geweigert, daran theilzunehmen. Es ist daher wahrscheinlich, daß die Deutschen die Erpeoition allein unternehmen müssen. Trotz beständiger, drohender Schwierigkeiten hält Graf von Waldersee allein das Prestige der Ausländer in diesem Theil von China aufrecht. Peking. 22. Mai. Die letzten amerikanischen Truppen, die sich nocd hier befanden, außer der zurückbleibenden Gesandtschafts - Wache, nämlich das 9. Ins. Regiment, verließen am Mittwoch Morgen um sieden Uhr o?e Stadt Das Hauptquartier folgte um y.tn Uhr. Die sämmtlichen Musikkapellen des britischen Truppenkon:ingents begleiteten die Amerikaner nach dem Bahnhof, wo eine japanische Musikkcipelle die Truppen erwartete. Fmarschall Graf von Waldersee. Genera! Yam.iguchi. General Gaselee und die sämmtlichen britischen Generäle waren an Bahnhof versammelt, als die Truppen abfuhren. Peking, 23. Mai. Die Konferenz der Gesandten, die am Mittiroch stattfand.verlief in höchst unbefriedi?ender Weise. Nicht eine einzige Macht war Willens dem amerikanischen Vorschlag, die Entschädigungssumme auf 5200,000,000 herabzusetzen, zuzustimmen. wenngleich England es für xat:.sam erklärte, die Summe etwas zu ermäßigen. Am Donnerstag wird eine weitere Versammlung stattfinden. V e r u r t h e i l t. Manila, 23. Mai. Das KriegZgericht hat in Sachen der Unterschied gungen im Kommissariats - Departement die folgenden Urtheile gefällt: Kapt. Frederick I. Barrows. vom 30. Freiwilligen Ins. Regiment. DepolQuartiermeister für das südliche Luzon. zu schimpflicher Entlassung aus der Armee und fünf Jahren Z.::haus; Leut. Frederick Boyer. vom 39. Jnf. Regiment, zu schimpflicher Entlassung und einem Jahr Zuchthaus; Barrows und Boyer werden später in das Zuchthaus zu Leaoenworth, Kas., gebracht werden. Ausweisung der Nonnen aus Mexico. Mexico, 23. Mai. Von den Karmeliter Nonnen, deren Kloster aufgehoben worden war. dürfen sich nicht mehr als zwei zusammen in Privathäufern aufhalten. Wenn drei oder mehr Nonnen oderMöncke unter einem Dache weilen, dann ist dies eine Verletzung der Gefttze. Die Regierung beabsichtigt ober keineswegs, die religiösen Brüdersckaften zu belästigen, die sich nur mit dem Unterrichten befassen. Dampfer gestrandet. Insel P e r i n. im rothen Meer. 23. Mai. Der deutsche Dampfer ,.Ascania", der am 19. April von Hiogo, Japan, und am 30. April von Singa)ore nach Hamburg abfuhr, ist am Azalca Riff gestrandet. Das Schtff hat acht Fuß Wasser im Vorderraum. Schöne Aussichten. London. 23. Mai. Lord Raglan. der Unterkriegssekretär, machte am Dienstag Abend im United Service Club eine höchst ominöse Bemerkung. Er sagte, daß die Engländer keine Furcht vor der Einführung der Konskription zu haben brauchten. Es gäbe nur zwei Wege, auf welchen Mannschaften für die Armee zu erlangen seien: Man könne sie anwerben, sie anständig bezahlen und ihre Lage zu einer ganz annehmbaren machen; und man könne sie in den Dienst pressen. Es habe sich aber bereits herausgestellt, daß der erstere Weg unpraktikabel sei. In Verbindung hiermit ist es interessant. zu bemerken, daß der Zwang, in der Miliz zu ditnen, kürzlich auf der Insel Guernsey eingeführt worden ist. Serbien am Rande der Rev 0 l u t i 0 n. Wien, 23. Mai. Hier eingetroffenen Nachrichten aus Belgrad zufolge befindet sich Serbien am Rande der Revolution. Es ist gewiß, daß dte Dynastie Obrenovitch. die immer vom Bolk aehakt wurde, weaen des Schwindel?.
an oem der Kontg und die Königin betheiliqt waren, gestürzt werden wiro.
denn der König Alexander, der hier zum ersten Mal in seinem Leben einen festen Willen zeigt, hat die Forderung des Kabinets. daß er sich von der Königin Traga scheiden lassen solle, zurückgewiesen. Die Republikaner halten in vielen Städten heimlich Versammlunaen ab und sie haben ein Manifest erlassen, in dem das Volk aufgefordert wird, sich zu erheben und die königlichen Schwindler" aus dem Lande zu vertreiben. Die Pan-Slaven, wahrscheinlich von Rußland aufgehetzt, agitiren wieder für den alten Plan, Serbien und Montenegro unter der Herrschaft des Fürsien Nikolaus von Montenegro zu vereinigen. Eine andere Faktion tritt für die Rechte des Fürsten Karaaeorgewitch ein und eine weitere, kleine Partei hält zu dem jetzigen König und der Königin. Tie Belgrader Korrespondenten der biengen Zeitungen geben die verschiedenften Versionen über die küntt'nen Ereignisse, je nachdem sie zu der einen oder der anderen Partei gehören, und n,an kann sich nur über die wirklichen Thatsachen, die von allen anerkannt werden, eine Meinung bilden. Venezuela lehnt ab. Caracas, Venezuela. 23. Mai. Venezuela hat die Bedingungen zurückgewiesen, unter denen Frankreich sich bereit erklärt hat, die diplomatischen Beziehungen mit der Republik, die seit Jabren abgebrochen sind, wieder aufzunehmen. Es handelt sich haupt'äch lich um einen Paragraphen des Protokols, in dem Frankreich verlan, daß alle Ansprüche auf Schadenersatz in Folge der letzten Revolution schiedsgerichtlich erledigt werden sollen. Venezuela will sich darauf nicht einlassen, erklärt sich aber bereit, eine bestimmte Summe zur Erledigung aller Ansprüche zu bezahlen. Es ist zweifelhaft, ob Frankreich diesen Vorschlag annehmen wird. Die Erledigung der chinefischen Frage. Berlin, 23. Mai. Von maßgebender Seite wird angekündigt, die Mächte hätten sich darauf geeinigt, daß die Einfuhrzölle in China in Zukunft in Gold bezahlt werden sollen. Es bedeutet dies eine Verdoppelung der Zölle. Auch wird die Salz- und die Opiumsteuer wahrscheinlich künftig in Gold bezahlt werden müssen. Deutschland will offenbar nichts mit den chinesischen Inland- (Likin-) Zöllen zu thun haben. Das System ist ein zu komplizirtes. erfordert eine zu große Verwaltungs - Maschinerie und würde eine zu große Einmischung in die inneren Angelegenheiten Chinas nöthig machen. Die hiesigen Beamten gestehen zu. daß die Mächte sich, in soweit die BeZahlungen der Schadenersatzsumme in Betracht kommt, in zwei Gruppen tbeilen werden; daß einige dem Plane Englands, wonach China Bonds ausgeben soll, zustimmen und andere dem Plan, die Schadenersatzsumme dun. ' ."'öhung der Einnahmen zu decken ,, '.amen werden. Man glaubt abe. r.i ,., daß diese Meinungsverschiedenheit die Harmonie unter den Mächten stören wird. Der Z 0 l l k u t t e r ..G r a n t" a estrandet. V i c t 0 r i a, B. C., 23. Mai. Der Ver. St. Zollkutter Grant" ist in der Nähe von Millboy im Saanich Inlet gestrandet. Die Mannschaft befindet j'ch jetzt nach Sydney unterwegs, tzin Spezialagent des Ver. St. Schatzamts, dien Name nicht bekannt ist, befand sä; an Bord der Grant". Aus dem deutschen Reich. B e r l i n, 23. Mai. Ein Vertreter der Associirten Presse hatte am Mittwoch eine Unterredung mit einem deutschen Staatsmann über die jetzigen Beziehungen zwischen Deutschland und Rußland. Der Betreffende sagte : Diese Beziehungen sind heute noch dieselben wie bisher. Die deutsche Politik ist so unabhängig von der russischen wie von derjenigen Englands und Deutschland steht mit dem einen Lande auf so freundschaftlichem Fuße wie mit dem andern. Daß der russische Botschafter dem Bankett in Metz beiwohnte, ist ohne jegliche Bedeutung, denn der. Kaiser feiert den Geburtstag des Zaren in jedem Jahre dort, wo er sich gerade aufhält, und der russische Botschafter wird jedesmal eingeladen. Die engen Beziehungen zwischen Ruhland und Frankreich machen es natürlich unmöglich, daß sehr intime BeZiehungen zwischen Deutschland und Rußland bestehen. Deutschland wird aber durchaus nichts thun, weder auf dem Balkan noch in China, was die Pläne Rußlands durchkreuzen könnte. Dies ist besonders wahr in Bezug auf die Mandschurei, in welchem Lande Deutschland keinerlei Interessen hat. Deutschland Hai bereits vor dem Abschluß des Aanatse-Vertrags England
oenacyrtmligi. ocn. es dte Erledigung der mandschurischen Frage den Mächten überlasse, die am meisten daran interessirt seien. Auf jeden Fall wird aber Deutschland darauf bestehen, daß es gleich: Rechte mit allen anderen Mächten in China erhält. Nach dem, Abmarsch der Truppen werden von Deutschen, abgesehen von der Gesandtschaftswache, noch 300c bis 4000 Mann zurückbleiben. Dieses kleine Corrs bat die Aufgabe, strategische Punkte zu bewachen und darauf zu sehen, daß China seine Verpflichtungen den Mächten gegenüber einhält. General Waldersee meldet aus Peking. daß Li Hung Chang ernstliche Maßregeln angeordnet habe, um den Borer-Unruben an der DemarkationsLinie ein Ende zu machen und daß seine Generäle mit dem General Bai!loud und Hauptmann Knörzer gemeinschaftlich auf dieses Ziel hinarbeiten. Zwei Kompagnien des 3. deutschen Infanterie - Regiments überraschten und zerstreuten 400 Borer fünfzehn Meilen nordwestlich von Pao Ting Fuh. Von den Deutschen wurden fünf Mann verwundet. Der junge Großherzog von SachsenWeimar hat. unter dem dynastischen Gesetz, den Prinzen Bernhard von Sachsen - Weimar und seine Frau gezwungen, sich nach den Ver. Staaten zu begeben. Der Prinz Bernhard verbeiratbet. sich im Jahre 1900 in London mit der verwittweten Gräfin Lucchesni. der J'o.ter eines Lübecker öoteliers Namens Brockmüller. Das Paar lebte seitdem in Wiesbaden. Der Großherzog hat dem Prinzen, der 45 Jahre alt ist" ein genügendes Jahreseinkommen ausgesetzt. 2:t deutsche Presse druckt allgemein einen Artikel der streng konservativen und loyalen Straßburger Post ab. in dem der Kaiser Wilhelm dafür getadelt wird, daß seine Besuche in den Reickslanden immer einen ausschließlich militärischen Charakter haben undCivilisten von allen Festlichkeiten streng ausqesi offen seien. Das Blatt weist namentlick darauf hin. daß selbst bei der Grundsteinlegung in Hohkönigsbura keine Civilisten zugelassen wurden, obaleich die Gelder für den Neubau von den ellässischen Gemeinden und vom Reichstag geliefert wurden. Die kürzlichen Manöver bei Metz haben den Kaiser überzeugt, daß das Fort Kronprinz" rekonstruirt werden muß und es ist bereits ein diesbezüglich:? Befehl erlassen worden. Die offiziellen Berichte aus dem Königreich Preußen bezeichnen den Stand des Winterweizens als schlecht. Sommerweizen steht ziemlich gut. Graf Goluchowsky über die Lage. - . Wien. 23. Mai. In einer Anspräche an das Reichsraths-Kommittee für auswärtige Angelegenheiten sprach sich der österreichische Minister des Aeußern, Graf Goluchowsky. sehr pcssimistisch über die internationale Lage aus. In Bezug auf China hält er es im Gegensatz zu den Aeußerungen Lord Lansdowne's für äußerst wünschenswerth, daß die Kriegsentschädigung in einer Pausch - Summe den Mächten überwiesen würde und daß China iür die Bezahlung derselben sofort bindend; Garantie gebe. Bezüglich Europas sagt der Minister, daß es unmöglich sei. festzustellen, wie lange die Ruhe aufrechterhalten werden könne. Selbst das Abkommen Ruhlands mit Oesterreich bezüglich der Balkanstaaten sckützk durchaus nicht vor Überraschungen. Gewisse Symptome, namentlich di; bulgarischen Agitationen in Macedonien, gäben zu ernstlichen Befürcktungen Anlaß und die größte Wachsamkeit sei geboten.
Mord undSelbstmord. T a c 0 m a, Wash., 23. Mai. Frar Charles F. Gunzert. die Gattin eine-: Plumbers. hat am Mittwoch imWalde westlich von Lake Park Station, ihrer 13 Jahre alten Sohn erschossen unr dann Selbstmord begangen, indem si; eine Dosis Karbolsäure verschluckte ' Die That war offenbar im Voraus geplant worden, denn die Frau hatte der Knaben aufgefordert, sie bei eine:? Spaziergang in den Wald zu begleiten. Ein Pionier des NordWestens verunglückt. M a n k a t 0. Minn.. 23. Mai. -James Shoemaker. seit Jahren Präsident der Handelskammer und einer bei prominentesten Bürger von Mankato wurde am Mittwoch von einem Zug bei Omaha Eisenbahn in hiesigem Stao? i herfahren und getödtet. Er war 71 Jahre alt. Herr Shoemaker war einer der Ver tbeidiger von New Ulm während de; Jndianer-Aufstandes vom Jahre 186$ und er war Mayor von Mankato. al hier auf Befehl des Generals Sibler die 38 Jndiawr gehängt würben.
Kurchtöare Zlcöerschwemmungen. Alle Flüsse im öftlichen Tenneffce aus den Ufern getreten. m Soweit bekannt acht Personen ertrunken.
Ruhe herrscht wieöer in West Point. Die fünf entlaffenen nd sechs uspendirten Kadetten Haben bereits die Anstalt verlassen. Präsident McKinley in San Franciseo Tie Besserung der Frau McSinley hält an. Ein theures Theeren und Federn Überschwemmungen. Elizabethtown. Tenn., 23 Mai. Hiesige Stadt und Umgegend sind in der Nacht zum Mittwoch 007 einer furchtbaren Ueberschwemmunc heimgesucht worden. Nicht weniger aU 62 Wohnhäuser sind zerstört worder und brei Personen sind ertrunken nämlich: Frau Gregg, Frau Fille: und ein Neger. Mehrere andere Personen werden vermißt und man glaubt daß auch sie ertrunken sind. Ungefähr 250 Familien sind obdachlos und alle Brücken in der Stadt mit im County sind fortgeschwemmt worden. Die Telegraphen- und TelephonLinien sind zerstört und die Kommunikation mit der Außenwelt ist ganz etgeschnitten. Alle Farmhäser am Ro, und Wautauga Fluß sind fortgeschwemmt und der in Carter Countr allein angerichtete Schaden wird cuj eine Million Dollars abgeschätzt. K n 0 r v i l l e, Tenn., 23. Mai. Di Überschwemmung bei Elizabethton if viel schlimmer als aus den erster Berichten von dort anzunehmen war Der angerichtete Schaden beläuft sick auf mehrere Millionen Dollars unr soweit bekannt, snrd acht Menschen um? Leben gekommen. Die Ueberschwemmung war eini Folge des Umftandes, daß ein Damm der sich bei Elizabethton quer über der Doe River zog, in Folge des An schwellens der vielen Gebirgsbäche. di, sich in den Doe River entleeren, durch brach. Elizabethton. ein Ort vor 2000 Einwohnern, der am Zusam menfluß des Doe und des Walangc River liegt, wurde ganz überschwemmt Alles Eigenthum, das im Pfade dei tosenden Fluth lag, wurde im Augen blick zerstört. - Ueberall im östlichen Tennessee sinl die Flüsse aus den Ufern getreten Am Chuckee-Fluß sind die drei Kinde? von Jof. Hill ertrunken, während dei Vater sich im Stall befand, bemüht sein Vieh zu retten. Der Holston Fluß steigt mit großei Schnelligkeit. Zwölf Häuser schwammen während des Tages an Morris town vorbei und eine Leiche würd, ebenfalls gesehen. Auch 100 Fuh Ei: senbahnschwellen, die von den darauf liegenden Schienen zusammengehalter wurden, trieben an Morristown vorbei. Dampfkessel - Explosion. L i s b 0 n, Ohio, 23. Mai. Al am Mittwoch Morgen eine Anzah' Bergleute in der Nähe des MaschinenHauses standen, bereit, in die Grub, hinabzufahren, explodirte der DampfZessel und die Folge war. daß viel Männer schwer und viele andere gefährlich verletzt wurden. Die air schwersten, wahrscheinlich lebensgefähr lich. Veletzten sind : Jeff. Davis. 18 Jahre alt; Wm. Rigam. Wiley Lamborn und Harry Lamborn. Der Dampfkessel war alt und galt schon lange für unsicher. Feuersbrünste. Denver. Col.. 23. Mai. Di, Fabrik und das Magazin der Eato? Ritchell Co.. Fabrikanten von Blech Waaren, wurden am Mittwoch durck Feuer zerstört. Der Schaden beläuf, sich auf ungefähr N25.000. ist adel ganz durch Versicherung gedeckt. D Eaton Ritchell Co. wurde erst kürzlict von dem American Tin Trust absor birt. Das Befanden der Frar , McKinley. San Francisco. Cal.. 23 Frau McKinley verbrachte am Mittwoch wieder einen guten Tag und ihn völlige Genesung ist jetzt nur noch ein Frage weniger Tage. Der Präsiden! wird die Rückreise nach Washington wahrscheinlich am Samstag oder am nächsten Montag antreteu-
Die Revolte in W e st Point. Washington. D. C.. 23. Mai. Die Namen der Kadetten, die wegen Theilnahme an der kürzlichen Revolte in der Militär - Akademie aus West Point entlassen wurden, sind folgende : Henry L. Bolby. von Nebraska ; John A. Cleveland. von Alabama : Trangett F. Teller, von New Aork ; Raymond A. Linton. von Michigan. und Birchie O. Mahaffey. von Texas. Alle diese Kadetten sind von der zweiten Klasse. Die folgenden Kadetten sind ohne Löhnung bis zum 1. April 1902 suspendirt worden : Clan C. Aleshire. von Jlliaois ; Benjamin F. MeCTeNan. von Mississippi ; James A. Shannon, von Nrnnesota ; Charles Telford. von Utah, alle von der zweiten Klasse, und Thomas N. Gilnperling. von Ohio. und Harry Hawley. von New York. oon der dritten Klasse. Westpornt. N. Y.. 23. Mai. Die fünf Kadetten, die aus der Mili-är-Akademie entlassen wurden und die sechs, die suspendirt wurden, sind alle nach Hause abgereist. Es fand keinerlei Demonstration seitens der anZeren Kadetten statt und Alles ist hier ruhig. Man glaubt, daß die Entlassungen die Kadetten, die sich angemaßt hatten, vorschreiben zu wollen, wie die Anstalt geleitet werden soll, zu Verstand bringen wird. DiePrinzessin vonChimay unter Kuratel. Chicago. Jll.. 23. Mai. Die Prinzessin vonChimay. geborene Clara Ward, von Detroit, wurde am Mittwoch im hiesigen Probatgericht für eine Verschwenderin erklärt, die nicht im Stande ist, ihr Vermögen zu verwalten. Thomas R. Lyons, ihr Onkel, wurde zum Kurator ihres Vermögens ernannt und er stellte auch prompt Bürgschaft im Betrage von N00,000. Lyons sagte, daß die Prinzessin seit dem Jahre 1894, wann sie ihr väterliches Erbthcil erhielt. $400,XK) verausgabt habe, ganz abgesehen von ihrem
ahres-Einkommen von Z3o.000 m ' it." r -vin E 1 X. CI1 . . -! s w . ou.vju. zi legie crocc oayui uui, daß seine Nichte die Ernennung eines Kurators selbst für nothig befunden habe. Der Weiteren sagte Herr Lyons, daß der jetzige Schritt nöthig geworden sei. nachdem er '.m Februar von Aegypten aus eine Aufforderung erhalten habe. Schulden der Frau im Betrage von 550.000 zu bezahlen. Diese Schuldenlast hatte sich in zwei Jahren angehäuft und war die größte, die er bisher zu bezahlen gezwungen war. Einmal hatte die Prinzessin in Paris 160,000 Frcs. in sechs Wochen ausgegeben. Alle diese Rechnungen mußte Herr Lyons als Verwalter des Vermögens, dem Kapital selbst entnehmen. - Als die Forderung aus Aegypten kam, veranlaßte Herr Lyons seine Nichte, mit ihm in London zusammenzutreffen. Bei dieser Gelegenheit gestand sie zu, daß sie nicht im Stande sei. der Versuchung zu widerstehen, links und rechts Geld auszugeben und alles zu kaufen, was sie haben wollte. Logan County muß bezahl e n. B e l l e f 0 n t a i n e. O.. 23. Mai. David Rickman wurden am Mittwoch $3000 Schadenersatz für die von tu nem Pöbelhaufen erlittene Mißhandlung zugesprochen. Rickman und Ed. Jackson. Farbige, und Frau Nell Jackson, eine Weihe, waren von entrüsteten Bürgern von West Liberty getheert und gefedert und aus der Stadt gejagt worden. Das Trio verklagte darauf Logan Countr auf Schadenersatz. Jackson erhiel, $1000 zugesprochen und Frau NeL Jacksvn $7000. Präsident McKinley in San Francisco. SanFrancisco. Cal., 23.Mai. yfla Präsident McKinley war am Nachmittag der Gast der Tempelritter im Mechanics Pavillon. Er kam um 3 Uhr dort an und nahm dann eine Revue über 1800 uniformirte Ritter ab. Das Programm im Innern der Halle, wo 12.000 Personen versammelt waren, war ein höchst interessantem, Nachdem Präsident McKinley vorgestellt worden war, sang ein Chor von 150 Stimmen Des Templers Gebet", vo einer 60 Mann starten Musitkapelle begleitet. Der Präsident hielt dann, die Bewillkommnungsreoe beantwortend, eine Ansprache an du Versammelten und es wurde ihm daraus eine prächtige seidene ainerikanische Fahne überreicht. Die Stange ist aus Manzanillo-Holz und die Spitze aus solidem Gold. Die Feier schloß mit dem Singen von Star Spangled Banner". '. Der Präsident fuhr sofort nach der Scott'scheir Residenz zurück. Weitere Depeschen ans Seite 5
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