Indiana Tribüne, Volume 24, Number 242, Indianapolis, Marion County, 19 May 1901 — Page 9
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ittiin Tribune 12 Seiten 12. Indianapolis, Ind., Sonnran, den 19 Mm 1991
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Vor der Gesellschaft für die Geschichte der Deulschen in Maryland" hielt L. P. Henninghausen einen interessantcn Vortrag, in welchem er durch Mi? Reihe von Thasachen die Wahrscheinlichteit der deutschenAbstammung Abraham Lincoln's nachzuweisen suchiz. Die Familie stammt aus der rein deutschen Ansiedelung in Berts Co., Pa.; ihr ursprünglicher Name war Linkhorn, wie sich aus jetzt noch vorhandenen Aktenstücken nachweisen läßt. Erst Abraham Lincoln's Vater änderte seinen Namen Linkhorn in Lincoln um. Präsident Lincoln selber wußte von seinen 2?hnen nicht mehr, als daß dieselben Quäker waren, in Berts Co., Pa., wohnten, von turn nach RockinghamCo., Virginien. zogen und daß sein Großvater Abraham im Jahre 1780 ungefähr 20 Meilen von Louisville, Ky.. eine Farm von 400 Ackern erwarb, für welche er 160 Pfund Kolonialgeld zahlte. In dem betreffenden Land ..Warrant" steht aber klar und deutlich der Name Linkhorn. Dieses von Zeugen beglaubigte amtliche Schriftstück ist noch vorhanden. Im Jahre 1786 wurde jener Abraham Linkhorn auf seiner Farm von Jndianern getödtet. Er hinterließ ein Söhnchen Namens Thomas, we.ches in harter Arbeit ohne alle Schulerziehung heranwuchs und später nach Jndiana übersiedelte, wo sein Sohn Abraham, der nachmaligePräsident, geboren wurde. Vpmai Linkhorn wandelte seinen Namen in Lincoln um. wie damals so oft deutsche Namen sich in ähnlich lautende englische änderten. Wenn aber andererseits die englischen Geschichtsschreibe? behaupten, daß der Name Linkhorn auf zenem Certifikat auf eine Verwechselung zurückzuführen sei so darf man dem gegenüber wohl beHäupten, daß es unwahrscheinlich ist. daß bei einer so wichtigen Geschäftstransaktion ein ursprünglich englischer Name wie Lincoln versehentlich in den deutschen Namen Linkhorn verwandelt teerten wäre. Loos der Schönen. Eine der ältest-n New Yorker Landmarken", an die sich namentlich für die deutsche Bevölkerung viele Erinnerungen aus früheren Zeiten knüpften, soll ihrenEigenthümer und damik wahrscheinlich auch ihren Charakter wechseln. Die Erben von William Kramer. des vor einiger Zeit verstorbenenEigenthümers des Atlantic Garden in New York, haben das Thalia-Theater. No. 46 48z Bowery. nämlich durch den Grundeigenthumshändler I. Freedman zum Verkauf ausgeboten. Das alte Bowery - Theater, jetzt Thalia - Theater genannt, an der Westseite der Bowery. gerade unterhalb der KanalStraße belegen, wurde 1826 gebaut und am 23. Oktober desselben Jahres seiner Bestimmung übergeben. Es war das erste New Yorker Theater, das sich des Vorzugs einer Gasbeleuchtung erfreute. Der Leiter des Theaters war eine ganze Reihe von Jahren Thomas S. Hamblin. der sich größere Verdienste um die Förderung des Dramas erworben hat. als irgend einer seiner Zeitgenoffen. In dem Hause trat der Tragöde Edwin Forrest zum ersten Male auf, und zwar im November 1826. ferner war dieses Theater der Ort des letzlen Auftretens der Malibran in An'crika am 28. Oktober 1827. von Cbarlotte Cushman's Debüt als Ladp Macbeth" am 13. September 1836 und der ersten in großem Stil gekaltenen Aufführung des größten Zugstückeö jener Zeit. London Assurance". am 26. Mai 1842. Das Theater wurde vier Mal durch Feuer zerstört, zum ersten Male am 26. Mai 1828. worauf es binnen drei Monaten wieder aufgebaut und eröffnet wurde, dann am 22. September 1836. zum 3. Male am 8. Februar 1838. und zuletzt am 25. April 1845. Das Haus führte denNamen Bowery Theater bis 1879. um welche Zeit es in Thalia - Theater umgetauft wurde, und zwar von Gustav Amoerg. der am 11. September jenes Jahres mit Mathilde Cottrelly als Bühnenleiterin das Haus übernahm. Gute deutsche Stücke und pern machten das Haus zu einem beliebten Wallfahrtsort der Bevölkerung. ' Die Peppie Gallmeyer. Marie Geistinger, Losi Stubel. Gertrude Giers. Possart. Barnay. Kainz. Mitterwurzer. von der Operette Frau Roberg. Mathilde Cottrelly. Lube und Schütz, sie all? feierten ihre amerikanischen Triumphe im alten Thalia - Theater. Grund und Boden, auf welchem das Theater steht, gehört, ebenso wie der Atlantic Garden, den Astors. von denen es Wm. Kramer erwarb. Das Theater als Bau ist veraltet und beinahe baufällig und wenn es in neue Hände übergeht, wird wahrscheinlich ein Neubau, möglieber Weise ein Geschäftshaus auf der historischen Stelle erstehen. Der älteste Veteran in Onkel Sam's Postdienst dürfte Herr I. D. Straßburg vom Postamt in Louisville, Ky., sein, der, trotzdem er im 82. Lebensjahre steht und bereits 57 Dienstjahre hinter sich hat. noch aktivet? Dienst thut. Herr Straßdurg tarn mit seinen Eltern nach Amerika "ib diese ließen sich in Lawrenceburg. 'tr. Später begab er sich nach Ifrj 1842 nach unterbro
chen wohnte. Im darauffolgenden Jahre trat er in den Dienst des Postmeisters und diente unter elf Postmeistern. John Bunch. bekannt als ..Bumblebeeman". hat einen Prozeß gegen das Städtchen La Plata, Mo., verloren. Bunch hatte die Stadtverwaltung auf $10,000 Schadenersatz verklagt, weil er im städtischen Gefängniß, wo ihn der Sheriff wegen ei-, nes geringfügigen Vergehens emgesperrt hatte, von Hummeln überfallen und mörderisch zerstochen worden war. Auf Grund des Falles Ulrich contra Stadt St. Louis entschied das Kreisgericht zu Macon. daß Bunch von der Stadt La Plata keine Entschädigung beanspruchen könne, weil ein Sheriff als Polizeibeamter den Staat vertrete. Bei Columbia, S. C., hat sich der seltene Fall ereignet, daß die Gattin eines Gemordeten den Mörder vor dem Lyngericht bewahrte. Der Pflanzer Walter Abrams hatte einem seiner Arbeiter, Preston Hillim mit Namen. Vorwürfe gemacht, weil dieser zu spät zur Arbeit gekommen war. und als er sich herumdrehte, zerschmetterte ihm Hilliam die Hirnschale mit einem Stein. Der Mörder entfloh, wurde aber von den Nachbarn des Pflanzers eing-fangen. welche ihn gelyncht hätten, wenn nicht Frau Abrams. welche die Tochter eines früheren Sklavenhändlers ist. gebeten hätte, dem Gesetze seinen Lauf zu lassen. Feuer - Versicherung eingegangen. Die ..Germania" - Feuerversicherungs - Gesellschaft von New Orleans hat zu existiren aufgehört und ihre gesummten Bestände sind in den Besitz der ..Germania - Fuerversicherungs - Gesellschaft von New Dort übergegangen. Die Germania" von New Orleans war eine der ältesten und angesehensten Versicherungs - Gesellschaften der Stadt. Sie wurde im Jahre 1866 gegründet und ihr erster Präsident war Herr Daniel Michel. Im Jahre 1891 wurde eine ReOrganisation der Gesellschaft vollzogen und Herr Jacob Hassinger, der schon seit dem Jahre 1869 zum Direktorium gehört hatte, wurde zum Präsidenten gewählt. Er hat dieses Amt bis jetzt bekleidet. Die Direktoren der pan-amerika-nischen Ausstellung in Buffalo haben die Sonntagsfrage nach dem Rezept geregelt: Wasch mir den Pelz, aber mach ihn nicht naß!" Die Ausstellung soll an Sonntagen von 1 Uhr Nachm. bis 11 Uhr Abends offen sein, sämmtliche Vergnügungs - Lokale müssen aber geschlossen werden. Die Folge dieses durchaus nicht salomonischenBeschlusscs wird schwacher Besuch und eventuell ein allsonntägliches Defizit sein, denn die Liberalen und namentlich die Arbeiter, die auf die Sonntage angewiesen sind, wollen bei den Ausstellungsbesuchen aus ein Bischen Vergnügen haben und die Mucker gehen an Sonntagen, auch wenn die Midway Plaisance" geschlossen ist. doch nicht hin. Die Gefahr eines mächtigen Erdrutsches, der einen Theil der Stadt Vutte. Mont.. völlig vernichten müßte, starrt den Bewohnern derselben in's Gesicht. In einem Theile der Stadt. der schon verschiedene Senkungen zu verzeichnen hat. ist eine abermalige Senkung von sechs Zoll eingetreten. An den Häusern zeigen sich klaffende Risse. Die Wirkung war die eines kleinen Erdbebens. Der Erdrutsch erstreckt sich auf die Anaconda - Kupferminen. Weil die Senkung nur sehr langsam geschah, trat keine direkte Katastrophe ein. Aber die Bewohner stehen Todesangst aus. Die Stadt liegt an einem Berqabhange von 950 Fuß Höhe. Der bedrohte Stadttheil schließt die Geschäftshäuser mit ein. Eine offene" Stadt ist Zanesville, O. Dr. Holden, der von dem libcralen Element zum Mayor gewählt wurde, gestattet den Wirthschaften alle , Vergünstigungen, die in seiner Macyt stehen. Er hat sogar die EinwurfMaschinen (Slot" - Maschinen). d:e bislang durchaus verpönt waren, wieder freigegeben und begründet nun seine Handlungsweise mit folgenden Worten: Ich wurde von dem liberalen Element Zanesville's erwählt, das eine freie und offene" wenn auch zur selben Zeit conservative Stadt will. Die Mehrheit der Wahlmänner unterstützte mich, meil sie meine Ansichten kannte und sie soll nicht enttäuscht werden." Wie man sieht, ist der Herr Bürgermeister selbst auch offen", und das spricht für ihn. Hoffentlich wird Zanesville unter ihm prosperiren. ' Bekannter Deutscher gestorben. Im hohen Greisenalter von 92 Jahrren ist in Pittsburg Johann N.Hauch, einer der ältesten Bewohner der Eisenstadt. in der Wohnung seines Sohnes, des Juweliers Christ. Hauch, des ältestcn aktiven Turners im Pittsburger Turnbezirk. aus dem Leben geschieden. Der Verstorbene erblickte zu Saarbrücken. Rheinprovinz, das Licht der Welt und kam im Jahre 1840 nach ; diesem Lande, resp. Pittsburg. Den Rebellionskrieg machte er im 62.Pennsylvania Freiwilligen - Regiment von Anfang bis zu Ende mit. Er war ein prominentes Mitglied der G. A. R. und der älteste Veteran im Staate. Vor 18 Jahren war es ihm vergönnt, mit seiner ihm im Tade vorausgegan-
genen Gattin, einer geborenen Diekes, das FcN der goldenen Hochzeit zu feiern. Eine seiner Töchter. Frau Louisa Bauer, ist die Wittwe des bekannten Journalisten Karl Friedrich Bauer, des Gründers desPitsburger Volksblatt". Schach dem Eistrust. Dank der Konkurrenz, die Der gemeinste aller Trusts, der räuberischeEistrust in New ?)ork, in diesem Sommer gegen sich haben wird, dürften die Bewohner New Aorks in dieser Saison nicht gezwungen sein, ausbeuterische Preise für Eis zu zahlen. Selbst die Rate von 30 Cents für 100 Pfund, die noch im Herbst galt, wird wahrscheinlich um weitere 5 Cents herabgesetzt werden.ehe das heiße Wetter eintritt. Der Trust, der vergangenen Sommer nach eigenem Gutdünken schaltete, bis diePresse ihn zwang, seine Preise herabzusetzen, wird in diesem Sommer gegen die im August v. I. gegründete Peovle's Cooperative Jce Co. zu kämpfen haben. Außerdem sind über hundert unabhängige Eishändler zur Abwickelung von Geschäften bereit. Die unabhängigen Eishändker haben eine Kombination gegründet und eine Eisfabrik errichtet, welche die zweitgrößte in der Stadt ist. Pumpgenies hat es zu allen Zeiten gegeben und wird es geben, so lange die Erde steht, daß aber eine ganze Familie ein volles Jahr lang ohne eine rothen Cent auszugeben herrlich und in Freuden leben kann, straft doch wohl den bekannten hebräischen Weltweisen Ben Akibä Lügen. Und doch hat eine Mrs. I. W. MacCarton mit ihrer hoffnungsvollen Familie in der Stadt der Bruderliebe das Kunststück fertig gebracht. Ohne auch nur einen Dollar ihr eigen zu nennen, gelang es dieser würdigen Dame ein großes herrschaftliches Haus im vornehmsten Viertel Philadelphia's zu miethen, mit den kostbarsten Möbeln, Gemälden.Blumen etc. ausstaffiren zu lassen, ihrer Familie die modernsten u. theuersten Kleider zu verschaffen, eine luxuriöse Tafel zu führen und glänzende Equipage zu halten und das alles auf Pump. Im Verlaufe des Jahres kontrahirte diese interessante Familie an $100,000 Schulden, welche von Hunderten leichtgläubigen Kaufleuten, Händlern, Handwerkern und Lieferanten getragen werden müsfen. Von einem Puma angegriffen. Fünf Meilen hinter Shohola, Pa., im Hinterwakd von Pikes County. wohnt Herr August Tempier. ein gewaltiger Nimrod vor dem Herrn. Vor einigen Tagen ging er nach der Poststation und gegen seine Gewohnheit ließ er seinen Hund daheim. Ahnungslos den Waldpfad entlang schreitend, wurde er plötzlich von einem großen Puma überfallen. Die riesige Katze sprang von einem Baumast auf Tempier'sRücken. Der Schlag kam so unerwartet, daß dem Jäger die Büchse entfiel. TemPier wehrte sich, so gut er konnte, gegen dasUngethüm.aber es zerkrallte ihmGesicht. Nacken und Hände in ganz schauerlicherWeise.bis der treue Hund Tem- , Pier's, der seinem Herr nachgelaufen war und des Weges kam, den Puma anfiel. Die Katze sprang nun auf den Hund ein, und Tempier. der sich schon für verloren betrachtet htte. benutzte die Gelegenheit, um seine Büchse aufGiraffen und dem Puma eine Kugel durch den Kopf zu jagen. Den Post1 gang verschob er bis auf Weiteres und kehrte, aus vielenWunden blutend, mit dem 85 Pfund fdjtoecir Panther auf dem Rücken heim. Schwere Strafe erwartet ihn. , Eine lange Zuchthausstrafe steht dem 20 Jahre alten Deutschen Frederick Wagner in New Jork bevor. Der junge Mensch, der Frau und Kind hat, wurde in den dortigen General - Assisen der Brandstiftung im ersten Grade schuldig befunden. Die Maximalstrafe für das Vergehen ist 40 Jahre ; Zuchthaus. Bis zum Anfang desJahres wohnte Wagner in einem großen Tcnementhause, das etwa 30 Familien ' als Herberge dient. Da er mit seiner Miethe im Rückstände war. erfolgte seine Exmittirung, und dies brachte I ihn fo in Wuth, daß er sich in Droh- ! ungen gegen den Hauswirth erging. ; Am 14. Januar erklärte er einigen in ! dem Hause wohnenden Kindern, daß er Rache für den ihm angethanen schimpf nehmen werden und wenn er '. dem Landlord" den rothen Hahn" auf Dach setzen müsse. Am 30. Jai nuar brach denn auch zu einer frühen Morgenstunde Feuer in der Mieth- ; kaserne aus, in welcher 170 Personen j im Schlafe lagen. Stephan Keil, ein Bäcker, bemerkte die Flammen auf lern i Wege zur Arbeit. Als er nach dem nächsten Alarmkasten eilen wollte, wurde er von Wagner aufgehalten, so daß er sich genöthigt sah. denselben mit ! Gewalt beiseite zu schieben. Zum ; Glück konnte der Brand unterdrückt werden, ehe nennenswcrther Schaden angerichtet war. Die angestellte UnVersuchung zeigte, daß das hölzerne Gebälk und die Treppe im Keller mit : Pretoleum getränkt waren. Der Angeklagte bestritt auf dem Zeugenstand , seine Schuld. Er nannte Keil einen Lügner, die Beweise gegen ihn waren ! jedoch so überwältigend, daß die Ge-
schworenen sich schon nach fünf Minuten auf einen auf schuldig" lautenden Wahrspruch einigten. Die volle Strenge des Gesetzes wird der Rc.ch-
süchtige, der sich elegant kleidet und allem Anschein nach eine guteErziehung '
genossen hat. wahrscheinlich nicht auskosten müssen, aber zwanzig Jahre dürften ihm zum Mindesten blühen. Nachtwandlerin in Lebensgefahr. Zeigen einer aufregenden Scene wurden vor einigen Tagen, kurz nachMorgengrauen, mehrere Werftarbeiter und Arbeiter der Mollenhauer'schenZuckerrafinerie am Fuße der Division Ave. in Brooklyn. Eine nur mit einem leichten Hausrock bekleidete Frau sprang in's Wasser, schrie aber, sobald dic kalten Fluthen sie umfingen, um Hülfe und einer der auf dem Pier steheriden Männer sprang, ohne sich lange zu besinnen, der Unglücklichen nach und brachte sie. nachdem den mit den Wellen Ringenden vom Ufer aus ein eil zugeworfen worden, in Sicherheit. Der Netter murmelte etwas von Kleiderwechseln und verschwand, ohne daß seine Name festgestellt werden konnte. Die Bewußtlose wurde später als die 45 Jahre alte Frau Mary Driscoll. die einen Gatten und mehrere Kinder hct, identificirt. Die Unglückliche ist Nachtwandlerin und hat mit ihrem unsinnigenHang denJhrigen schon viel zu schaffen gemacht. Die Angehörigen schlössen immer Nachts dieThüren und verbargen die Schlüssel, doch diesmal fond sie einen derselben und während Gatte und Kinder im Schlafe lagen, wanderte sie nach dem East River und fiel, wie bemerkt, in's Wasser. Ambulanzarzt Dr. Vogt vom EasternDistrikt Hospital brachte die Frau bald wieder zu sich, worauf man sie nach d,;m Clymer Str. Stationshause schaffte. Hier aeberdete sie sich wie eine Rasende und weigerte sich, ihr Incognito" zu lüften. Mittlerweile hatten aber dte Angehörigen ihr Verschwinden bemerkt und fanden sich schließlich in der Revierwache ein. Die Frau wurde dann in's Lee Ave. Polizeigericht, nebenan vom Stationshaus, gebracht und aus der Haft entlassen. ?!ach dem braven Mann, der sie gerettct, hat man bisher vergeblich Umschau gehalten. Via Hamburg zum Nordpol. Eine von Evelyn Briggs Baldwin geleitete Nordpol - Expedition, oder wenigstens er und die 40 wetterfesten Männer, die an derselben theilnehmen sollen, fuhren vor einigen Tagen von New York an Bord des Dampfers Pretoria" nach Hamburg ab. von wo sie zunächst nach Tromsoe in Normeetn befördert werden sollen, pi wo cus die Expedition auf den Dampfern America" und Fritjof" ihren eigentlichen Ausgang nehmen wird. Beide Dampfer, der erstere von 466 Tonnen und der zweite von 270 Tonnen Gehalt, sind auch mit einer vollständigen Segelausrüstung versehen. Evelyn Briggs Baldwin. der Führer der Expedition. hat reiche Erfahrungen in Bezug auf arktische Reisen gesammelt. In den Jahren 1893 und 1894 nahm er an Peary's Nordpolexpedition theil, und 1898 an der Wellman'schen. nachdem er schon zweimal vorher hoch in die nördliche Zone vorgedrungen war. An die leider verloren zu gebende Andree''che Expedition versäumte er zu seinem Glück den Anschluß. Die Mittel zu ?er neuen amerikanischen Expedition hat ein patriotischer Deutsch - Amerikaner. Herr William Ziegler, hergege den, der Baldwin das höchste Zutrauen schenkt. Vierzig Doppeltrucks waren nothwendig, UM die besonders angefertigten Kleider und den Proviant auf 27 Monate, den die Expedition mitnehmen soll, an Bord des Hamburger Dampfers zu bringen. Von Tromsoe geht die Expedition, wie die des Herzogs djr Abruzzen. zunächst nachFranz Joseph Land, um von dort aus den Vorstoß nach dem Nordpol zu versu chen. Die Expedition führt einenBallon mit, der Führer wollte sich aber nicht darüber aussprechen, ob er denselben benutzen oder nach Erreichung des ewigen Eises sein Heil zunächst mit Hunden und auf Schlitten versuchen wird. Noch ist. Dank der Munificenz des Herrn William Ziegl?r. noch keine Nordpol - Expedition besser und praktischer ausgerüstet abgegangen als die Baldwin'sche. deren Chancen noch dadurch erhöht werden, daß etwa zu gleicher Zeit auch der Herzog der Abruzzen eine neue Nordpolfahrt antritt. Hierdurch ergiebt sich die Möglichkeit. daß eine die andere unterstützt und eine entsprechende Minderung de3 Risikos an Leib und Leben der Theilnehmer an beiden herbeigeführt wird. Typewriter wird Telegraph.
Frank D. Pearne von Joiva hat eine Erfindung gemacht, die irgend eine Person, welche mit der Schreibmaschtne umgehen kann, in den Stand setzt, ein Telegramm abzusenden. Mit Hilfe geschickter Handhabung elektrifcherStröme wird ein 400 Meilen vom Empfangsort entfernter TypewriterTaster derart arrangirt. daß er Worte niederschreibt, die ein Telegraphist ablesen kann. Di? Erfindung soll eine Revolution im Telegraphiren hervorrufen. Pearne stand bis vor zwei Jcchren in Diensten der Iowa Telephone Co. und war in Davenport anlässig, seit Kurzem lebt er indessen in Chicago und Syracuse, wo seine Modelle hergestellt werden. Er hat alle seine Rechte dzirchPatente geschützt und mit Experimenten den untrüglichenBeweis erbracht, daß sein Druck - Telegraph das bishenge Telegraphen - SyT I
stem ersetzen wird. Ich hoffe, meine Maschine oerart zu vervollständigen, daß man sie in Verbindung mit der Mergenthaler'schen Setzmaschine wird benünen können", sprach der Erfinder, in kurzer Zeit wird es möglich sein, eine Botschaft von New Aork nach Chicago zu senden und sie ohne Hilfe eines Telegraphisten auf dem Empfangsort in Blei zu setzen. Meine Erfindung wird den Nachrichtendienst revolutioniren. Telegraphisten haben mit Zerstörung meiner Modelle gedroht, weil sie befürchteten, daß Hunderte ihres Berufes beraubt werden würden, aber ich glaube, daß die Erfindung den Telegraphisten zum Segen gereichen wird. Sie wird die Schnelligkeit von Botschaften vergrö-ß-rn und Zeitungen werden im Stande sein, mehr Manuskript zu bewältigen, als dies bisher der Fall war. Empfänger werden in allen Redaktionen aufgestellt und die Anzahl derTelegraphisten wird mit der. Zeit erhöht werden. Dann wird das neue System der Absenkung von Nachrichten viel wemger schwierig sein und die Arbeit der Angestellten wird sich verringern. Der Absender ist ein Tastapparat, dessen einzelne Drücker mit elektrischenDrähten verbunden sind. Auf dem Empfangsort befindet sich einSelector. ein .Zwischenschalter und der Theil der Schreibmaschine, welche das Drucken besorgt. Ein Vorzug des Systems ist. daß es sowohl über Telegraphen- als Telephondrähte verwendet werden kann und daß die Drähte gleichzeitig zu anderen Zwecken benützt werden können.
ÄntLndijcbos.
Ein blutiges Drama wird aus Paris gemeldet: Der sogenannte Naturarzt Pezzantini. ein Italiener, welcher in Paris vorwiegend eine Frauenklinik hatte, tödtete in seiner Wohnung in einem Anfall von Raserei eine seiner Patientinnen, Frau Ternois,durch zwölf Messerstiche. Den Leichnam verbarg er unter'm Bett. Dann versuchte er seine Nachbarin, eine Frau Coffier. welche Leute herbeirufen wollte, zu erdrosseln. Frau Coffier wurde in einem Zustand der Betäubung aufgefunden, konnte aber die Angaben machen. welche zur Auffindung desLeichnams führten. Bevor die Kommission kam, hatte sich schon Pezzantini die Halsader durchschnitten. Erschießt eine Frau im Scherz. Der Büttnergeselle Schient. Vater von drei kleinen 5iindern. hantirte in einer Wirtschaft zu Würzburg mit einem von seinem Nachbarn geliehenen Gewehre. In der Meinung, es sei nicht geladen, sagte er im Scherz zu der zufällig anwesenden Arbeiterfrau Rehling: Soll ich Dich erschießen?" In diesem Moment krachte auch schon der Schuß und die Frau stürzte, in's Herz getroffen, entseelt zu Boden. Sie hinterläßt sechs unmündige Kinder. Schle.'.' wollte aus Verzweiflung die Waffe nun gegen sich selbst richten, wurde aber daran gehindert. Er stellte sich freiwillig der Staatsanwaltschaft, man setzte ihn jedoch wieder auf freien Fuß. Vom Bord eines Bremerhavener Dampfers entkommen. Ein räthsclhafter Vorfall wird aus Bremerhaven gemeldet. Der von New Dort dort angekommene Schnelldampfer Lahn" hatte als Arrestanten einen Falschmünzer anBord, welcher von Amerika an Deutschland ausgeliefert war. Als aber Bremerhavener Polizeibeamte an Bord erschienen, um den Verbrecher in Empfang zu nehmen, fanden ste dieArrestzclle leer. Auch eine sorafältige Durchsuchung des Schiffes , hatte kein Resultat. Wie es dem Manne hat gelingen können, aus der Zelle und von Bord des noch mitten auf dem Strom liegenden Schiffes zu entkommen, ist schwer zu erklären. Es scheint nicht ausgeschlossen, daß er über B?rd gesprungen und ertrunken ist. Der Mann soll im Besitz eines großen Vermögen s sein. Ein Stück Alt - Wien. Unter den Häusern, die gegenwärtig in Wien demolirt werden, um Neubauten Platz pi machen, befindet sich auch das geräumige zweistöckige Gebäude am alten Fleischmarkt, der Hauptpost gegenüber, in welchem das Gasthaus zur Stadt London" untergebracht war. Dieses Haus ist mit der Geschichte des Nevolutivn?jahres 1848 verknüpft. Hier wurde am 4. November des Sturmjahres Robert Blum verhaftet. Er hatte mit Fröbel in der Stadt London" ruhig sein Schicksal erwartet und folgte ohne Widerstand den Soldaten Windischgrätz'. als sie ihn abholten. Fünf Tge darauf wurde er, nachdem er zu Pulver und Blei begnadigt worden, weil kein Freimann zum Hängen da war, in der Brigittenau erschossen. Eine Traucrkunde für Freimarkensammler. Während die vielen in letzter Zeit ausgegebenen neuen Briefmarken das Herz jedes Briefmarkensammlers mit Freude erfüllt haben, ist vom hohen Norden her eine ernste Gefahr für die Philatelisten im Anzuge Im Postgebäude zu Christiania ist kürzlich ein Frankirungsautomat vorgeführt worden, der die Freimarken ganz überflüssig macht. Mit Hilfe
dieser sinnreichen Vorrichtung erhält man nach Einwerfen einer Münze von 5 oder 10 Oere, entsprechend 5 oder 10 Bani, einen Stempel auf den Brief gedruckt, welcher Stempel besagt, daß das betreffende Porto auch wirklich bezahlt ist und an Stelle der Freimarke gilt. Man beabsichtigt, in Norwegen derartige Automaten neben jedem Brieflgsten anzubringen; der Stac. erspart das Drucken der Marken und das Publikum braucht nicht am Schalter zu warten. Ein Brudermord in Ludwigsyafen. Ein entsetzliches Vervrechen ist
in dem durch die oft erwähnten -Unj thaten des pfälzischen Jack bekanntgej wordenen Ludwigshafener StaMyeil begangen worden. Dort lebte seit ah- ! ren der 49jährige Tagner Wilbelm i ' ' , ' jf l -r, t ireioei in nicvis weniger als uiurcii cher Ehe. Streidel's Bruder Adam, ein'39jähriger Heizer, war seit einiger Zeit der Hausfreund" in der Familte seines eigenen Bruders, der nichts von dem verbrecherischen Verhältniß ahnte, das zwischen Frau undBruder bestand. seit jener Zeit, wo Adam sich von seiner ! eigenen Frau getrennt hatte. Als man nun eines Tages Wilhelm tmdel in seinem Hause erhängt vorfand, wurde allgemein auf Selbstmord geschlössen. Allerlei Gerüchte und die Thatsache, daß die Leiche Spuren von Verletzungen aufwies und au-s Mund und Nase geblutet hatte, veranlaßten eine neue Untersuchung und die Sektion des Todten. Diese ergab, daß der Todte ermordet worden war. Wie sicy nun jetzt herausstellt, hat Adam Streidel seinen Bruder, ob aus Eifersucht, ob im Verlauf eines Streites niedergeschlagen und ihn dann, um den Anschein zu erwecken, als habe er selbst Hant an sich gelegt, aufgehängt. Die Frau des Ermordeten giebt ihre ehebrecherischen Beziehungen mit dem Bruder ihresMannes zu. will aber von der That selbst nichts gewußt haben. ! Der Mörder wurde verhaftet und ge- ! fesselt vom Gendarmen in das Landgerichtsgefängniß nach Frankenthal abgeführt. Cleo de Merode in ihrer Heimathsstadt Wien. Aus Wien schreibt man: In die Räume des Danzer'schen rpheums ist unter großem Tra-ra und Bum-bum der Reklame Cleo d: Merode. die ehemalige Tänzerin der Pariser Oper, die geniale Erfinderin einer kapriziösen, die Ohren verbergenden Scheitel - Haartracht eingezogen. Allabendlich, wenn sich schon die Atmospläre in bläulicher Rauchfärbung angenehm verdickt, tritt die berühmte Pariserin, die Heldin einer Legende, auf. und begleitet ihre Schönheit mit Tanzbewegungen. Die Wiener, die in dieser Saison theilnahmslos ein paar Theater verkrachen ließen, drängen sich in Schaaren zu der berühmten ..Französin", die im Grunde ihre Landsmännin ist. deren sicher vonGrazien umspielte Wiege in dem nahen Mödling stand. Cleos Mutter war eine Oesterreicherin. ihr Vater einGrieche und hieß Christomanos. Die schöne Cleo nennt sich aus Gründen nach der Mutter. Merode ist der wirkliche Name ihrer Mutter und in Wien lebt jetzt noch ein Baron Merode als talentvoller und anerkannter Maler, der der Onkel dieser Weltberühmtheit ist. Cleo de Merode ist also eine geborene Nieoerösterreicherin. denn Mödling, am Wiener Wald gelegen, ist ja kaum eine halbe Stunde vomWeichbild der Wienerstadt entfernt. Jedenfalls hat sie es unter allen Mödlinger Kindern zur größtenBerühmtheit gebracht. Cleo, die hier 14 Tage lang täglich auftritt, wohnt im elegantesten Ringstratzen - Hotel, und es giebt Leute, die seit diesem Zeitpunkt sich mit Vorliebe in der Nähe des Hotels aufhalten, um französisch Landsmännin womöglich bei Tag in bürgerlicher Kleidung" von Angesicht zu Angesicht zu sehen. Es sollen schon Irrthümer vorgekommen sein, denn die weiblichen Hotelgäste. die ihrer schönen Hausqenossin oft begegnen. haben sich zum Theil wenigstens bereits die Merode - Frisur zugelegt. Ja, sie ist schön.und ihre biegsame, graziöse. schlank: Gestalt, das gefällige Spiel der Muskeln, die Figur einer eleganten Sportsdame zeichnet sie unter Hunderten aus. Solche Figuren findet man doch nur bei den Französinnen? seufzen unsere hübschen, zur angenehmen Rundung neigenden Wi( nerinnen, denen das Geheimniß ihre land.männischen Abstammung n'ch bekannt ist. Andere Glückliche genießen Cleos Anblick schon am Tage, es sind die Wissenden, die das Ringstraßen - Restaurant besuchen, in welchem sie den Naturgesetzen ihren Tribut zollt und so prosaisch und profa' wie es die anderen Sterblichen thu ihr Mittagsbrod einnimmt. T Wirth müßte eigentlich Entree nehmen. Das Orpheum aber war jedenfalls lange nicht so gut besucht, wie es seit dem Erscheinen dieses Sternes am Schönheitshimmel der Fall ist. Und doch washut sie, was kann sie? Nicht viel. Sie ist schön. Voila tout! Man ist versucht, sich zu wünschen,! daß ihr schöner Mund eme Spur des Intellekts verrathe, daß sie sprechen oder singen möge. Aber es ist am Ende besser, daß es nicht geschicht. Wenn die Venus von Milo den Mund öffnete. wer weiß, ob da was Gescheidle? herauskäme.
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