Indiana Tribüne, Volume 24, Number 242, Indianapolis, Marion County, 19 May 1901 — Page 2

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Jüdiana Tribüne, Sanntag, 19. Mai 1 901

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Xtt Holzhacker. . Uine heitere Geschichte vo Alwm Rbm. L onfi hatte Papa Teichmüller, dem d bekannte Chocoladenfabrik gehörte, immer gelacht, wenn seine Bekannten offen oder verstohlen darauf ausgegaugen waren, ihn wieder zu verheirathen. Jch zähle so schon für Zwei!" hatte er mit einem humoristischen Hinweis auf seine anerkennenswerthe Leibesfülle gesagt oder sich mit der lachenden Bemertung. daß er sein Geld ganz allein derzehren könne, flott aus der Affaire geZogen. Als einmal sein einziges Töchterchen. ein sehr anmuthiges, dunkelzopfiges Fräulein von siebzehn Jahren, in einem Anflug von kindlicher OpferwiMZkeit gewagt hatte, ihm gleichfalls Andeutungen zu machen, war er sogar böse geworden. Du sollst keine Stiefmutter haben!"

d bar e er aesaat. .Danke Gott, dafe i

so vernünftig bin und an solche Dummheiten nicht mehr denke! Die Gesellschafterin, die wir bekommen. Wird Dir schon Unbequemlichkeiten geug machen.!" Höchst kampflustig hatte sie darauf yefragt Ist denn Heirathen eine Dummheit, Väterchen?" Selbstverständlich!" war es ihm herausgefahren. Darauf hatte sie ein Weilchen an der

V oller liebsten, ein wenig trotzig geratheJ 1 k a c 5 . w .

cn unicrupp genagi uno oann ploylich erklärt: Jch Heirathe aber doch!" Du? Hahahaha! So ein Guckindietoelt! Werde nur erst trocken hinter den Ohren!" Mama war auch siebzehn, als sie Dich nahm!" .Als ich sie nahm, meinst Du doch?" .Hm " Und dann wax Deine Mutter allerdings viel vernünftiger als Du Taugnichts!" Das sagen die alten Leute immer!" Höre mal, Lucie, Du wirst naseweis, und das steht Dir nicht. Ueber Dein Heirathen habe ich dereinst zu bestimmen. In fünf, sechs Jahren kannst Du mal nieder nachfragen. So lange bleibst Du im Haus und erheiterst Deinem alten Papa den Lebensabend!" Aber Väterchen!" hatte sie opponirt. 3och er war ihr mir einem barschen Punktum!" in die Rede gefallen, und schmollend hatte sie sein Arbeitszimmer Zxrlaffen müssen. Das waren nun noch nicht zwei Monate her. seitdem er diese Auseinandersetzung mit seiner Tochter gehabt, und ach! wie sehr hatte sich sein Herz seitvem verändert! Währender damals ein aufmerksames Auge auf alle jungen Herren, die im Haus verkehrten oder mit Lucie in der Gesellschaft zusamKntrafen, gehabt hatte in der heimlichep Besorgniß, es müsse ihr wohl irgend ein schneidiger Mitgiftjäger, vor denen er sie schon zu ihren Tanzpundenzeiten gewarnt hatte, das Köpfchen verdreht haben, fühlte er jetzt tief unten im Grunde seines Herzens den ihm selbst ganz abscheulich erscheinenden Wunsch, das Kind versorgt" zu wissen! Es war über ihn gekommen, wie die Furcht üfcr die Hühner, und zwar durch seine eigene 'schuld! Lucie's UnGebundenheit hatte ihm den Gedanken nahe gelegt, ihr ri recht ruhiges, klares Söffen als Gefährtin in's Haus zu Holen, und da just sich ein ihm befreundeAr.Pfsrrer mit der Bitte um UnterZunt oer Hilfe für eine Pastorentvaise an ihn gewandt hatte, und seine Erkundigungen über Alter. Bildunz nd Temperament des Mädchens sebr zufriedenstellend ausgefallen waren, so hatte er Hedwig Köhler als Gesellschafterin in sein Haus gebeten. Zwar war Tante Georgine ein iemg knurrig darüber gewesen, aber schließlich war eS ihr wie leider auch ihm ergangen: D Natürliche, frische Art des Prediger! indes. ihr zielsicheres und doch von aller Pedanterie freies Benehmen hatte sich in Verbindung mit ihrem schönen, sanften Gesicht und der angenehmen Altstimme ihr Herz zu erobern verstanden! Für Tante Georgine war das ja weiter kein Unglück; ihr Herz fühlte sich im Gegentheil sehr mollig dabei, wie daS alten Tantenherzen eben immer zu ergehen pflegt. Aber Papa Teichmüller's fünfundvierzigjähriges Männerherz hatte bei diese? Eroberung einen gehörigen Knacks" wegbekommen und Dämmerte seitdem so eiaentdumli , dumpf und hastig, fast wie in der Knabenzeit bei dem Genuß der ersten Ci'garre, die er aus der Kiste des Baters annectirt hatte. Vergeblich hatte er sich ihre Jugend als Abschreckmittel vorgehalten. Sein mit d-m Herzen verbündetes Gedachtniß hatte gleich eine ganze Reihe von Fällen hervorzukramen gewußt, in welchen Mädchen, die noch nicht einmal vierundzwanzig gewesen waren, wie Hedwig Köhler, wüt noch viel älteren Männern als er Ehen eingegangen und glücklich geworden waren. I. wenn e so ein Wirbelwind gewesen wäre, wie seine Lucie. da hätte ihn wohl die Angst beschlichen, nicht gleichen Schritt mit ihr halten zu können. Aber bei ihrer wohlig stillen Art durfte er sich's trotz 'semer vierundeinhalo Jahrzehnte och zutrauen! Nur wenn er so an seiner Statur heruntersah und die in dem letzten Jahrzehnt immer mehr vers,ren gegangene Schlankheit der Glieder dabei constatiren mutzte, wurde ihm ckt unbebaalick zu Muthe. Mit eine?

solchen ffiaur um ein scbönes. ebenmä- .. m. an l t f Mk. ... . .i. 1 . .

Piges Vcaocyenouo zu jenen, iuici ihm Meine Lächerlichkeit! Und so rhlteWck denn seine Sorge in die fteuMucie, der er seine Ansichten sen Zrathen unlängst so unvo? dies segt hatte und das Besriedigu sch:ant'Ku werden, um .er..,; ntx wally !oi! azu feit kllli 1 wtorHein.

als et aber damit nicht dutchdrang, weil Papa Teichmüller durchaus nicht fottkonnte und wollte, so vetotdnete er ihm das alte Rerept, daS schon in Johann Peter Hebel's Schatz kästlein zu lesen ist: tüchtig laufen und fleißig Holz sägen! In aller Heimlichkeit machte sich Papa Teichmüller denn auch daran. Den ersten Morgen stand er gegen fünf Uhr auf und marschirte darauf los, wie ein Landbriefträger; aber die dielen Menschen, die ihm begegneten und sich verwundert erkundigten, was er in aller Herrgottsfrühe denn schon auf der Landstraße herumlause, genirten ihn. Er hatte nie geglaubt, daß zu solcher Stunde schon so viele von seinen Bekannten auf den Beinen wären. Es sah ihm fast wie eine boshafte Verabredung aus, und er beschloß daher, mehr dem zweiten Theile des Recepts zu folgen. Hinten in seinem Park, wo er an das Fld grenzte, doch von diesem durch eine hohe Mauer abgetrennt war, wußte er einen im Gebüsch versteckten kleinen Platz, der ihm votzüglich dazu geeignet schien, an der Verringerung seiner Taillenweite mit Beil und Säge zu arbeiten. Dorthin ließ er sich vom Portier seiner Fabrik eine tüchtige Portion Buchenholz schleppen, sowie Sägebock, Säge, Hackklotz und Beil besorgen. Der Mann war keine Plaudertasche. und ein blanker Thaler als Extrasgl schloß seinen Mund, wenn er's verlangte, über diese Angelegenheit auf ewige Zeiten. Mit Sonnenaufgang war Papa Teichmüller wieder auf den Beinen. Au seiner größten Befriedigung hatte er in seinen museumarti gen Kleiderschränken einen Anzug entdeckt, det ihm füt eine Holzhacketexistenz einigermaßen passend erschien. Et mußte wohl aus der Zeit stammen, wo er in der Fabrik drüben noch manchmal mit zugegriffen hatte, um den Leuten zu zeigen, daß auch der Herr sich vor der Arbeit nichc fürchte. Den zog er an, obwohl er ihn auch durch seine Weitenverhältnisse an frühere, schmalere Zeiten erinnern wollte, hüllte sich sodann in seinen Ueberzieher und schritt durch eine Souterrainpforte der Villa schnell und unbemerkt in den Park hinein. In sich hinein lachend vor komischem Behagen, machte er sich's, an seinem Arbeitsplatze angekommen, erst bequem, indem er Ueberrock und Jaquet in's Strauchwerk hing, ine alte, großschirmige Mütze, die er früher in der Fabrik getragen hatte, recht verwegen über das Hinterhaupt zog und alsdann den Sägebock so aufrichtete, daß ihm die aufschimmernde Morgensonne nicht in die Augen blendete. Danach schleppte er höchst eigenhändig den erstenBuchenstamm herbei, legte ihn mit schnaufendem Athem auf den Bock zurecht, ergriff die Säge und ließ deren Zähne die ersten knirschenden Eingriffe in das Holz th,m. Ganz fremd war ihm die Kunst ja nicht; aber im Anfang kam er sich doch recht ungeschickt vor, so oft blieb er stecken. Nach und nach ging's jedoch besser und zuletzt schrillte die Säge in so regelmäßigen Intervallen, daß ein Fremder sicher des Glaubens gewesen wäre: dem Manne da in der engen, wahrscheinlich von nem reichen Gönner geerbten karrirten Hose, dem grünen Jägerhemd und mit der drolligen Mütze auf dem Schädel ist die schere Arbeit doch Zeit seines Lebens nicht übel bekommen. DaS sieht man an seiner fröhlichen Wohlgenährtheit! Höchstens an den Schweißmengen. die der wackere Arbeitsmann vergoß, hätte ein aufmerksamer Beobachter Verdacht schöpfen können. Unaufhörlich rieselten die heißen, schweren Tropfen über sein Gesicht. Aber dieses Gerinsel war dem Fleißigen die wonnigste Gewähr für ein gutes Resultat und ließ ihn trotz aller Ermüdung, die sich in seinen Muskeln einstellte, nach kurzer Pause immer wieder von Neuem beginnen. Die Säge schien vor Vergnügen ordentlich zu kreischen; die Vögel in denZweigen ringsum pfiffen dazu; ein paar Frösche vom Teiche drüben waren auch nicht stumm: es war eine Parkidylle von ganz eigenartigem Humor, und das Beste an der Geschichte war: kein Mensch kam und sagte wie gestern: Guten Morgen, Herr Teichmüller, nun. was hat Sie denn so früh aus den Federn getrieben?" Wenn er das vierzehn Tage so fortsetzte, sah er schon ganz anders aus. Vielleicht konnte er es dann schon wagen. zu Hedwig in Wörtlein von Liebe zu reden! Ach. und daß sie ihm nicht gerade abge'eigt war, das hatte er an ihrem Vertrauen zu ihm. ihren Hebenswürdigen Handreichungen bei Tische und manchen anderen Zeichen zu be merken geglaubt! Wenn nur nicht die fatale Mittheilung an Lucie nöthig gewesen wäre, die ihm beinahe wie ein Geständniß vorkam! Gestern schon hatte er ihr eine Andeutung geben wollen: aber sie war ihm so merkwürdig unruhig vorgekommen, gerade als er angefangen hatte, sie mit ew paar ironischen Bemerkungen über seinenWankelmuth in Heirathsansichten einzuleiten. Einen Blick hatte sie ihm zugesandt. nur ganz kurz, aber voller Angst und Mtten. als ob sie schon Alles ahnte. Da war ihm der Muth wieder gesunken, und er hatte daS leidige Wort auf eine günstigere Gelegenheit verschoben. Er mußte eine Pause machen, wie er jetzt wieder daran dachte, weil ihm der Schmeiß dabei doppelt üppig aus der Stirn drang. Aufseufzend wischte er sich die Perlen herunter und sah trübselig zu einem lustigen Finken empor, der wie ein Bruder Leichtherz aus ihn loszwitscherte. Da plötzlich drang eine menschliche Stimme an sein Ohr. Herrgott, hatten sie ihn denn auch hier schon wieder aufgestöbert? Pst Sie da, Holzhacker!" tönte es jetzt deutlicher zu ihm herüber. Wie er üch umwandte, sah er einen Kopf über die Mauer 'blicken, einen hübschen, gescheidten MänUrtopf mit fröhlichen

Augen und einem flotten Schnurrbärtchen. Was wollen Sie denn?" Was ich will? Runter will ich! DaS seh'n Sie doch wohl! Bringen Sie mir 'mal Ihren eäaebock hierher, damit ich d'rauftreten kann!" Donnerwetter, der ist frech!" dachte Teichmüller und musterte den Eindringling erstaunt. Na, dann machen Sie doch aber, Männeken!" rief der Turner auf's Neue. Ich gebe auch was aus dafür!" Was wollen Sie denn hier im Park?" Bäume stehlen! Das merken Sie doch wohl!" Machen Sie keine faulen Witze! Ehrliche Menschen kommen zum Thor herein!" Hm sagen Sie 'mal, Männeken, Sie sind doch auch 'mal junj gewesen, was?" ja!" Vielleicht haben Sie sogar auch 'mal 'ne Braut gehabt?" Allerdings!" sagte Papa Teichmüller und mußte lächeln. Na, dann werden Sie mich ja wohl versteh'n können. Hier bei Teichmüllers der Park gehört doch Teichmüllers? habe ich auch so 'ne Art Braut " Wahrhaftig?" fragte Papa Teichmüller gespannt. Wer wäre denn das?" Sind Sie denn immer hier im Hause?" fragte der An'oere, der sich während dessen auf die Mauer geschwungen hatte, mißtrauisch. Ja!" Portier?-. So was Aehnliches wenigstens!" Wollen Sie mich auch nicht verra then?" Ganz gewiß nicht!" Mi? dann auch herunter helfen?" .Auch!" Bon! Also kennen Sie Fräulein Hedwig Köhler?" Da da das Gesellschaftsfräulein?" stotterte erbleichend Teichmüller. Der Andere nickte vergnügt. Ein Prachtmädel!" sagte er. Nicht wahr?" Und mit der haben Sie ein Verhältniß?" Zum Donnerwetter: ja! Nun aber bringen Sie endlich den Sägebock!" Und die hat Sie hierher bestellt?" Hm herbestellt nun gerade nicht. Weil ich sie aber zwei Tage lang nicht gesehen habe und weiß, daß sie alle Morgen sehr frühzeitig im Park spazieren geht, so bin ich eben gekommen, um " So, so!" sagte ganz geknickt Papa Teichmüller und schleppte den Sägebock an die Stelle, wo sein so plötzlich aufgetauchter Nebenbuhler saß. Na, dann kommen Sie nur, das heißt, wenn Sie's ernsthaft meinen!" Sieht Konrad Reising wie ein Schwindler aus?" fragte er, als er heruntergeturnt war und nun lächelnd ein Markstück aus den Sägebock legte. O nein, Alter, diesen Dienst haben Sie unserem Glücke geleistet, und das Fräulein wird Ihnen nicht minder dankbar sein, als ich! Nun sagen Sie mir aber auch noch, wo stehen denn die Rothbuchen? Da ist nämlich ihr Lieblingsplätzchen!" Dort drüben hinter dem Teich lang und dann rechts über die kleine Brücke!" Danke! Na und reinen Mund? Der alte Teichmüller braucht's noch nicht zu wissen, obgleich " Was: obgleich?" fragte der Holzlecker mit einem schwachen Versuch, zu lächeln. Obgleich der mir schließlich auch den Hobel ausblasen kann, der alte Brummbär! Wir sind nämlich jetzt, Gott sei Dank, über den Berg weg uno brauchen kein Vierteljahr mehr zu warten. wenn wir nicht wollen. Ich habe eine Anstellung als Oberingenieur bei den Hörmann - Werken in Hauchstedt! Was sehen Sie denn so mißvergnügt dabei aus? Was? Ich könnte vor Wonne aus der Haut fahren, seitdem ich deNxContract in der Tasche habe, und schwatze es aus wie ein altes Waschweib aber auf solch' ein Gesicht bin ich dabei noch nicht gestoßen!" ..O 0 " würgte Papa Teichmüller hervor, ..ich freue mich ja auch!" Einen langen Blick warf er dem jungen Glückspilz nach, wie er durch's Gebüsch schritt, froh und siegessicher wie ein Frühlingssonntag, und das wilde Begehren stieg in ihm auf. ihm nachzu stürzen, ihn beim Kragen zu packen und aus seinem Park hinauszuweisen. Aber dann huschte ein leises, müdes Lächeln über seine Lippen, das Zeugniß davon ablegte, wie schnell er den gewaltthätigen Gedanken ntedergezwungen hatte. Und schleppenden Schrittes holte er Jaquet und Ueberrock aus ihrem Laubwinkel und schlich sich endlich seine Schweninger - Arbeit

! mit einem trüben Blick streifend wieder der Souterrainpforte zu, durch die er mit so frohen Vorsätzen noch vor kaum eine? Stunde herausgeschlüpft war. IL Erst gegen neun Uhr kam er wieder zum Vorschein. Im Gartenzimmer. wo die Familie das Frühstück einzunehmen pflegte, fand er nur Tante Georgine und sein Töchterchen, das ihn mit auffällig ängstlichem Gesichtsausdruck eintreten sah. In seinem Kummer aber hatte er keine Augen dafür. Schweigsam setzte er sich an den gewohnten Platz und rührte in seinem Kaffee herum, ohne die Tasse je an die Lippen zu setzen. .Du siebst heute gar nicht gut aus!" sagte Tante Georgine zu ihm. So abgespannt, so verdrießlich! Hast Du schlecht geschlafen?" Ach, laß mich zufrieden!" knurrte er, worauf die Tante mit der Miene ei.

ner beleidigten Königin ihte Häkelarbeit ergriff und aus dem Zimmer rauschte. Hui, Papa, wie Du aber heute bist!" erlaubte sich Lucie zu bemerken, die offenbar etwas auf dem Herzen hatte und sich nun doppelt fürchtete, mit der Sprache heraus zu kommen. Hast Du ein wenig Zeit für mich?" Nein, für Niemanden. Bitte Fräulein Hedwig in mein Zimmer. Mit der habe ich zu reden!" Papachen?" $ '. Was?" Willst Du aber Du mußt nicht böse werden willst Du Fräulein Hedwig nicht lieber nachher hören? Ich möchte gern vorher sie will mich nämlich anpetzen. und es ist doch ganz anders gewesen " Verschone mich um Gotteswillen mit Deinen Kindereien! Mich beschäftigen ganz andere Dinge! Und Fräulein Hedwig soll sich nur um sich selbst bekümmern!" setzte er bitter hinzu. Also sage ihr: in mein Zimmer!" Gewiß. Papa!" Nach ein paar Minuten saß das holdselige Geschöpf ihm in seinem Tuskulum gegenüber, doller Erwartung, was er ihr Wichtiges zu sagen haben würde. Er beschattete die Augen mit der Hand, als ob ihn das Licht blende, das goldig zum Fenster hereinströmte ; es war aber mehr, um sie nicht sehen zu lassen, wie sein Gesicht zuckte vor dem unsinnigen Weh, das ihn so jäh gepackt. Ich habe Sie her bitten lassen, Fräulein Köhler," sagte er geschäftsmäßig, weil weil ich aus bestimmten Gründen auf Ihre freundlicheHilfe, die Sie mir bei der Ausbildung meiner Lucie erwiesen haben, verzichten muß. Fragen Sie nicht nach diesen Gründen! Ich könnte Ihnen leicht irgend welche nennen, mit denen Sie sich zufrieden geben müßten, ohne daß sie trotzdem der Wahrheit entsprächen. Die Verhältnisse liegen einmal so eigenthümlich. Persönlich habe ich gegen Sie gar nichts im Gegentheil! Das heißt

ich schätze Sie und achte Sie nach wie vor. Es wird sich sicherlich bald eine andere Unterkunft für Sie finden. So lange steht Ihnen natürlich mein Haus zur Verfügung! Ich selber muß mit Lucie verreisen " Aber, Herr Teichmüller!" stammelte, verwirrt über diese plötzliche Wendung ihres Lebens, Hedwig. Bitte, fragen Sie nicht, Hedwig!" bat er. Wenn Sie aber einmal Hochzeit machen, so erlauben Sie wohl mir altem Brummbär, Ihre Aussteuer zu besorgen! Als Stellvertreter Ihres Vaters, wissen Sie, der das doch nun einmal nicht mehr kann!" O Gott. Herr Teichmüller." schluchzte das Mädchen hoffnungslos, ich werde nie heirathen!" Nie?" fragte er mit einem resignirten Lächeln. Auch Konrad Reising nicht?" Sie hob den Kopf und sah ihn mit einem Ausdruck voll unschuldigen Staunens in's Gesicht, so daß er zum ersten Male eine Regung des Widerwillens übet sie empfand, weil et iht eine solche Heuchelei nicht zugetraut hätte. Es ist gut!" sagte er verstimmt. Gehen Sie!" Aber Herr Teichmüller!" rief sie gequält. Wollen Sie mir nicht sagen Nein, nein! Ich glaube Ihnen ja! Aber nun aönnen Sie mir eine Stunde der Ruhe!" Sie schüttelte nur d:n Kopf und schwankte hinaus. Et saß gebückt auf seinem Arbeitsstuhl. Die goldene Sonne spielte in seinem Haar, das hiet und da silbern aufglänzte, aber so voll war wie in seinen Jünqlingsjahren. Zwischen den Fingern stahl sich langsam eine Thräne hindurch, und auch mit dieser fingen die Strahlen an zu spielen und kosen, daß sie aufblitzte wie ein schöner großer Diamant Es klopfte cber in seine Herbstgesanken drang der bescheidene Schall nicht. Plötzlich jedoch fühlte er sich von zwei weichen Armen umschlungen, und die Stimme seiner Tochter drang liebreich an sein Ohr. Thränen. Väterchen?" saqte sie bebend. Doch nicht um mich? Hättest Du mich doch zuerst gehört! Es ist ja Alles ganz ander?, wie Hedwig sist) das gedacht hat! Hinter Deinem Rücken!" sagt sie immer, hinter Deinem Rücken!" Gott ja doch! Aber ging denn das anders, wenn ich dahinter kommen wollte, ob er's ehrlich meinte? Ich habe mir Alles gründlich überlegt, gleich, wie ich ihn traf auf der Pferdebahn damals " Ja, von wem redest Du denn eigentlich. Mädel?" Nun, von ihm! Ich denke doch, Hedwig " Ach. Unsinn? Mit Hedwig habe ich über Deine Thorheiten nicht gesprochen!" O weh und ich dachte " Jetzt aber heraus mit der Sprache! Wer ist der ihm", den Du auf der Pferdebahn getroffen hast damals?" .Wissen solltest Du's so wie so! Schon längst! Ich hatte blos nicht die Courage, weißt Du! Er ist Ingenieur. Väterchen, ein sehr tüchtiger Ingenieur, Ober - Ingenieur bei den Hörmann - Werken in Hauchstadt v Was?Jawohl, seit gestern! Und er liebt mich zum Rasen, sag' ich Dir. Väter, chen!" Ja. bist Du denn toll? Hinter meinem Rücken solch Sachen anzufangen? Scheint mir übrigens ein sauberer Herr, dieser Herr Ober - Ingenieur! Er heißt doch Konrad Reising. nicht?" Allerdings!" sagte Lucie. und der Mund blieb ihr vor Entsetzen eine ganze Weile offen stehen. Woher welkt '

O, ich weiß noch mehr, mein Ftäulein Leichtfuß! Dieser Herr OberJngenieut hat Dir nicht allein den Kopf verdreht! Wer kann ahnen, wie viele Dutzend Mädels hier herum laufen, die alle " Aber. Vater, so sprich doch, was weißt du denn?" Nun, ich weiß, und zwar aus seinem eigenen Munde, daß er auch mit Hedwig Köhler " Weiter kam et indeß nicht. Ein hetzbefteiendes. lustigesGelächtet sptudelte übet Lucie's Lippen, das Lachen des Glücks, det Etlöfung. det köstlichften Seligkeit Zum Donnerwetter, hör' auf!" rief er endlich. Ach, Du lieber dummer PapaDu sagte sie darauf, diese Hedwig Köhler bin ja ich! Du hattest mich doch oft genug geivarnt, mich nicht um Deines Geldes willen heirathen zu lassen, und da habe ich mich gleich, wie ich ihn kennen lernte und er mir so riesig gefiel, als Hedwig Köhler vorgestellt und ihm erzählt, daß ich Gesellschafterin bei Teichmüllers wäre . . . ." Ah .... und das hat er Dir geglaubt?" fragte Papa Teichmüller mißtrauisch, aber innerlich doch schon wie von einer Centnerlast befreit. Aber ja!" erklärte sie lachend. AuS Gnade und Barmherzigkeit hattet ihr mich genommen mein Vater war ein Freund von Deinem Vater gewesen und so weitet " Schwindlerin!" sagte Papa Teichmüller und versuchte vergeblich, ein strenges Gesicht zu machen Ach. Väterchen," sagte sie und flog ihm an den Hals, ich bin ja so froh, daß es endlich heraus ist! Und nicht wahr, Du sagst nicht nein"? Bitte, bitte!" Kind, Kind!" murmelte er und versuchte sich vergeblich zu fassen, weil ihm die vorhin eingesargten Gedanken an ein herbstlich Glück wieder lebendig geworden waren. Ich kann doch nicht gleich so ich sieh mal weiß er denn überhaupt schon, wer Du eigentlich bist?" Sie nickte Vorhin im Park habe ich's ihm gestanden. Du schliefest noch den Schlaf des Gerechten!" Oder auch nicht!" dachte Väterchen und fragte darauf: Da war er wohl höllisch vergnügt, was?" Das nun gerade nicht!" bemerkte sie kleinlaut. Er hat erst mächtig gewettert über den Betrug, und ich mußte ihm dann versprechen . . . ." Was?" Daß ich ihn nie wieder hintergehen wcllte!" Und das hast Du gethan?" Sofort Es hat micy lange genug gedrückt!" erklärte sie tapfer. Und mich beinahe unglücklich ge macht. Lucie!" sagte er leise und küßte seiner Tochter die Stirn, damit sie das Zucken seiner Mundwinkel nicht sehen sollte. Dich?" fragte sie entsetzt. Da erzählte er ihr von der merkwürdigen Leidenschaft, die Hedwig Köhler in ihm entzündet habe, und wie bitter er gequält worden sei. seitdem er heute Morgen dieBckanntschaft Konrad Reisings gemacht. Wie er geendet hatte, flüsterte sie ihm ein paar Worte ins Ohr. zu denen er zwar heftig den Kopf schüttelte, aber das Mädel konnte er trotzdem nicht zurückhalten . . . Herzklopfend saß er noch immer in cinem Stuhl und wagte sich nicht zu rühren. Nun kamen endlich, endlich Schritte den Gang heraus. War das nur Einer? Oder waren das Zwei?. . Nun klinkte Jemand auf die Thüre und . . . nun schob Lucie mit freudestrahlendem Gesichte die über und über erglühende Hedwig herein ..MeinStiefmütterchen !" rief sie und schlug die Thür dann wieder zu Tante Georgine war wie vom Donner gerühtt, als sie die wundersame 5unde von ihres Bruders neuem Glück erfuhr, wiewohl sie es ihm und Hedwig von ganzem Herzen gönnte. Doch war da Einer, der gegen elf Uhr den Herrn Teichmüller zu sprechen wünschte und sich Konrad Reising nannte: der machte doch noch ein erstaunteres Gesicht, als ec endlich vor seinem künftigenSchwiegeroater stand .... Ja, ja. wir kennen uns schon, lieVer Herr Ober-Jngenieur!" sagte vergnügt Papa Teichmüller. Ick bins wirklich!" Der Holzhacker?" flünerie der arme Konrad entsetzt. . . Aber dann flog ihm auch schon seine Braut on die Brust und belehrte ihn über das vrächtigeVaterherz dieses Holzhackers!"

Tcr kluge adi. Von S. arzcbec?,. Zum weisen K.di Ibrahim kam eines Morgens der reiche Kaufmann Mustapha. warf sich ihm zu Füßen und bat: O. Du Weisester aller Weisen, hilf mir!" Ernst, bedächtig nickte der Kadi: Erzähle!" Und Mustapha begann: Siehe, ich kehrte soeben von einer weiten Reise in mein Haus zurück. In diesem, mcinem Hause wohnen meine vier jüngeren Brüder. Sie haben kein Glück gehabt, sie sind arm geblieben, aber s sind rechtliche Leute. Und doch meine Lippen sträuben sich, es auszusprechen einer von ihnen muß ein Dieb sein. Denn höre: Mein Geschäftsfreund schuldete mir 50.000 Piaster in Gold. Heute hat er mir nun mitgetheilt, daß er mir dieses' Geld am Tage nach meiner Abreise durch seinen treuesten Diener Ali zurückgeschickt hätie. Zum Zeichm -W erfüllten Auftrages hat.i5Kder Diencr einen werthlosen nq und meine - - gefälschte hingebracht.

Eine Stunde darauf wat det alte Ali todt. Ein Schlagfluß hatte seinem Leben ein Ende gesetzt. Ich kann und will keinen meiner Brüder verdächtigen, meinGut gcraubt zu haben, doch der Abscheu schüttelt mich, wenn ich denke, daß ich mit dem gewissenlosen Dieb und Fälscher unter einem Dache weilen.soll. Aber wie. o weiser Ibrahim, wie finde ich den Schuldigen?" Wir lassen das Haus durchsuchen." sagte der Kadi. Nein!" rief Mustapha, o nein, nur das nicht! Mein ältester Bruder hat eine schwerkranke Frau. Der Schreck würde sic tödten. Und meine alte Mutter würde mir nimmer verzeihen, wenn sie erführe, daß ich meine leiblichen Brüder eines Verbrechens verdächtigt hätte." Du hast Recht," meinte der Kadi. Bringe mir unter irgend einem Vorwände am Abend Deine Brüder hierher. so will ich das Urtheil sprechen." Zur festgesetzten Stunde erschien Mustapha mit seinen vier Brüdern beim Kadi. Ibrahim ließ sich dieselben mit Namen bezeichnen. Dann, ohne sich lange zu besinnen, wies er auf Mustaphas jüngsten Bruder Sadi, und mit lauter Stimme rief er strenge: Dieser hier ist der Dieb!" Wie vom Blitze getroffen stürzte Sadi zu Boden. Er begann zu zitrern, das Haar sträubte sich ihm auf dem Kopfe, so daß der bunte Turban zu wanken begann, und mit bleichen Lippen wimmerte er um Gnade. Mustapha aber und seine Begleiter waren höchlichst erstaunt über die schnelle Entdeckung des Schuldigen, und sie baten den weisen Kadi, sie darüber aufzuklären. Und Ibrahim erzählte: ZurMittagszeit, da ich wußte, daß alle zu Hause waren, schickte ich einen Fremden insgeheim von einem Bruder zum anderen. Sagtest Du nicht, 0 Mustapha. daß Deine Brüder arm. sehr arm wären? Nun gut. Der Fremde sprach mit ihnen. Als geschickter und erfahrener Agent beredete er sie. sich gegen Einbruch versichern zu lassen. Wir besitzen nichts, antworteten ihm wehmüthig die drei älteren Brüder. Welches Gut könnte uns wohl geraubt werden? Aber siehe. Dein jüngster Bruder Sadi er hat sich mit drei Piastern gegen Einbruch versichert."

Die Unbekannte. In den Frühstunden eines Lenztages, in einer Gartenwirthschaft war es. Nun wenige Gäste waren anwesend. Ich trat ein, setzte mich geeinzelt an einem der Tische nieder, bestellte etwas und blickte dann müßig umher. Bald erweckte eine junge Dame meine Aufmerksamkeit, die in der Nähe in Gesellschaft eines älteren Herrn Platz genommen hatte. Die solltest Du doch kennen!" dachte ich mir bereits beim ersten Anblick und suchte in meinem Gedächtniß. Es war vergeblich. Sie lachte übermüthig. Sie sprach scherzend, spottend auf ihren schweigsamen Gefährten ein. Worte, die mich, ich weiß nicht warum, ärgerten und mir doch so bekannt schienen. Unsinn!" sagte ich zu mir selber, als meine suchende Erinnerung plötzlich ein Vierteljahrhundert zurückzuschweifen versuchte. Damals konnte dieses Persönchen noch nicht geboren gewesen sein. Aber kennen muß ich sie doch! Bekannt sind mir diese Worte, diese Gesten, dieses Lachen! Alles so ärgerlich und anziehend zugleich." Sie war unermüdlich im Geplauder. Man hätte ihr manchmal ein zurechtweisendes Wort zurufen mögen, wenn ihr Gehaben nicht in allem und jedem ein Lächeln erzwungen hätte. Ich winkte den bejahrten Oberkellner heran, um ihn zu fragen, ob er näheres über die mir bekannte Unbekannte wüßte. Er blinzelte hinüber, that dann, als ob er nachdächte, den Zeigefing'r der Rechten an den Nasenflügel haltend, und erklärte dann, mit einem lauernden Blick auf mich gerietet, daß er es nicht wüßte, obgleich sie ihm bekannt vorkäme. Damit ging er. Ich beobachtete und lauschte noch eine gute Weile. Dasselbe Treiben wie vorher, dieselben Eindrücke und doch! und doch! Mein Gedächtniß scheint nicht mehr zu taugen! Endlich gingen die Beiden. Der kleine Kellnerjunge grinste der Unbekannten, wie mir schien, vertraut nach. Kennst Du diese Dame?" rief ich ihm unwillkürlich zu. Ja. das Fräulein Jugend Noch ein Bier gefällig?" r weiß, wie's thut. Bettler: öitt schön, schenken & mir was. ich hab' ein krank's Weib daheim " Student: Hab' selber nix!" Bettler: " und sechs hungrige Kinder!" Student: Hab' selber nix!!" Bettler: Seit zwei Tag hab' ich nix mehr gegessen " Student: Hab' selber nix!!!" Bettler: und getrunken!" Student: Armer Kerl! Ich hab' selber bloß mehr 50 Pfennig. Da ha ben S' die Hälft'! Kaufen S' Ihnen eine Maß Bier dafür!" H ö ch st e s S e l b st b e w u ß t. sein. Duodezfürst: Jetzt unterbreche ich mein Regieren durch ein Mittagsschläfchen mag mal eine Pause in der Weltgeschichte eintreten." O we h ! Er ( sich von der Familie verabschiedend): Ich glaube, ich hab' Ihnen schon einmal Lee woh! "gesagt, mein Fräulein?" Sie: Oh. bitte, es ist mir immer ein besonderes Vergnügen, Ihnen Leben Sie wohl zu

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Ursprung des tarkens.

Die heute alltäglich gewordeneMode des Stärkens der Leibwäsche hat eine eigenartige Entstehungsgeschichte; vor etwa vi;r Jahrhunderten hat man dieses Verfahren zuerst am Hofe der Königin Elisabeth von England angewandt. Die jungfräuliche Herrscherin hatte einen, wenn auch kleinen, so doch recht peinlichen Mangel an ihrer Büste zu beklagen; diesen kunstvoll zu ver decken, gelang einer Holländerin Namens Guilheem. deren Mann als Hofkurscher im Dienste der Königin stand. Mit einem geradezu bewundernswerthen Raffinement verstand es Frau Guilheem. durch die Kunst zu ersetzen, was die Natur ihrer Gebieterin versagt hatte und dazu benutzte sie die von ihr eigens erfundene Methode des Stärkens der Leibwäsche. Der Dank der Königin kannte keine Grenzen mit Wohlthaten wurde FrauGuilheem überschüttet; der neue Rang einer Oberhofwäscheinspectorin wurde geschaffen und die glückliche Holländerin als erste dazu befördert. Als die Königin Elisabeth zum ersten Male in ihrer neuen Tracht bei Hofe erschien, war sie der Gegenstand der Bewunderung aller Damen. Schnell erkundigte man sich nach den Geheimnissen dieser neuen, staunenerregenden Methode, und bald wurde die holländische Stärkesteiferin eine der populärsten Gestalten bei der englischen Damenweit. Musterscwtz und Patente kannte man damals noch nicht, und so war es kein Wunder, daß in wenigen Wochen die neue Mode eene Ausdehnung erfuhr, wie man sie kum geahnt hätte. Von Tag zu Tcg wuchs der Geschmack in dieser Kunst", und bald etablierten sich in London sogenannte Professorinnen der holxn Stärketunst. Eine besonders hohe Stellung nahm unter diesen eine Flamländerin Namens Dinghen von der Plasse ein. Sie erwies sich alsMeisterin der neuen Methode, und ihre Unterrichtsstunden wurden mit dem recht ansehnlicher Honorar von 5 Pfd. Sterl gelohnt. Keine Dame der Gesellschaf versäumte es, sich belehren zu lassen, und so artete die Mode bald in eine Manie -aus. Die wunderlichsten Dinge werden aus der damaligen Zeit berichtet. Die 'Salons der Damen wurden mit einer vollständigen Wasch- und Stärkcanstalt ausgestattet. Ohne eine solche galten sie nicht mehr als fashionable. Ja selbst die Damen der höchsten Aristokratie verschmähten es nicht, sich an den Waschtrog zu stellen und selbst die Wäsche zu stärken. Eine besondere Gunstbezeugung war es für die Caoaliere, wenn sie den Damen während dieser Arbeit einen Besuch abstatten durften. -Eine ganze Zeit lang wurde so gesteift und gestärkt, als eines Tages die neue Methode noch eine Neuerung erfuhr. Zu der Stärke nahm man sogenannte Bläue hinzu und gab so der Wäsche eine fein blauweiß abgetönte Färbung. Indessen man hatte die Rechnung ohne die Königin gemacht. Sie kam zu der Ueberzeugung, daß ihr Teint durch die Farbenmischung etwas grünlich beleuchtet wurde. und da ohnehin schon die Schönheit ihres Gesichtes vielen etwas fragwürdig erschien, so erließ die jungfräuliche Herrscherin ein Blaugesetz", das den Unterthanen befahl, nur rein weißgestärkte Wäfche zu tragen. Der Zusatz von Bläue wurde bei strenge? Strafe verboten. In den Gesetzesgründen war gesagt, daß durch das Blauen und durch das Tragen von gebläuter Wäsche in hygienischer Beziehumj Schaden angerichtet würde, dem man vorbeugen müsse. So umkleidete Königin Elisabeth ihre persönliche Eitelkeit mit einer gewissen mütterlichen Fürsorge für ihre weiblichen Landeskinder. Indessen erwies sich doch die Mode stärker als der Wille der Königin und ihr drakonisches Gesetz; trotz der vielfachen Strafeil, die wegen Uebertretung des Blaugesetzes erkannt wurden es wurde weitergeblaut. Erleichterung. Das Glück ja. das vertrackte Glück! Das ist voll Hinterlist und Tück'. Fällt nur den Dümmsten in den Schooß. Ist schäm- und treu- und skrupellos, Ist launenhaft und ungerecht, Ist blind und dumm und falsch und schlecht Und läßt die Würdigsten im Stich! D'rum. wenn Du, Les?r. so wie ick. Niemals die Gunst des Glück's gewannst. Dann schimpf', was Du nur schimpfen kannst! Es hilft zwar nichts, was sehr fatal. Doch es erleichtert kolossal! Modern. Jung.r Gatte: Di Ehe, die ich mit dir einging, ist mir wahrhaftig ein große? Räthsel!" Gt. tin: Das können wir ja auflösen!" Feine Familie. Morgen muß ich auf der Anklagebank Platz nehmen." mO Sie, da macht man manchmal auch interessante Bekanntschaften . . . meine Frau habe ich auch da kennen gelernt!" Gauners Entrüstung. Gauner (einem nobel gekleideten Herrn verächtlich nachblickend, dessen Taschen er durchsucht und leer befunden hat): So ein Lump, nicht einmal ein Porkmonnaie hat er in der Tasche!" Doppeldeutig. Deine Frau war als 'Mädchen ?me auffallende Schönheit." Pantoffelheld: Und jetzt ist sie eine die 2luoen springende Schönheit.- ' Zerstreut. Patient: Ich womz ie wegen meines geschwollenen Fußes consultiren, 5err Proserv Qs)riitZnr- 01 I zerstreut): . iiJdK T" vwtlv tue Jiz J5CIIUJ12 rflrii

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