Indiana Tribüne, Volume 24, Number 242, Indianapolis, Marion County, 19 May 1901 — Page 11

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Nervöse Menschen. ach angäbe der berühmtesten ervenirztte gekört fast ein fünftel der Bevölkerung den Nervenkranken an, dieie Tlatiitik ist gan) überraschend wenn man bedenkt, da zu Anfang dieses adrbuderts von Rerven nichts bekannt war. 4 ist daher um so interessanter, auch die Gründe und Ursachen dieser so rasch verbreiteteu Leiden zu erfahren. Bor allem ift der rastlose, hastige ampf um eine Existenz, den heutzutage fast jeder in mebr oder weniger aufregender Weise durchzumachen oat, schuld daran. Mit diesem hängt unmittelbar die angestrengte Geistes und örperarbeit zusammen, wodurch sehr große Anforderungen an den Organismus gestellt werden. Nicht zu vergessen ift aber die unzweckmäßige Lebensweise, sowie die Jugendsünden usw., was im Widersprüche mi: der soliden und bescheidenen Lebensweise unserer Ahnen ftebt. Alle diese Erscheinungen unserer modernen Zeit, wie Jugendsünden, unreaelmähiger Zchlas. schwere e mütds-Erscheinungen. unglückliche ZZamilZverhältnifse. Mißbrauch von Alkohol und Tabak, können in küriefter Zeit ein Menschenleben zerstören, oder haben wenigstens ein ganzes Heer von Krankdei.en nervöser murfalge: Uafädiakrtt zur Arbeit, edächtnih: schwäche. Verlust der miinnlichen Kraft, Vricoeele, körperliche schwäche. Kopfschmerzen. Magen- und ?arm-Beschwerd"n. ttebelkeit. PPetttlottgkeit. ngstgefühl. chlaflosigteit. Lebensüberdruß. Nachefchweif,. nervösester NoPsen und viele Andere. Troß all' den Srrungeschaften unseres Jahrhunderts ist es bis jetzt nicht gelungen, ein stcheres Mittel zur Bekämpfung dieser rankbeiten anzugeben. Das fient Medical Institut zu Grand NapidS, Mich., kann sich rübmen. dieses Problem gelöst zu haben. Nm nun die Heilkraft ihrer Mittel und die Methoden derselben der Menschheit bekannt zu geben, erbietet sich das Institut, einem Jeden gauj frei, ohne welche Berechnung und odne da der Empsänger irgend welche Verpflichtungen eingeht, eine Probe der Heilmittel nebst Methoden zuzusenden. Ter wahre und groge Werth dieser einfachen Hausbehandlung zeigt sich ftetS, auch in den schwierigsten ,ZaUen, wo jedes andere Mittel ganz erfolglos war. lausende von urinen sind jeder Zeit gerne bereit, Zeugrfe von ihrer wunderbaren Heilkraft zu geben.

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Die schrecken d'e französischen Baguo.

Aus den Memoiren eines unschuldig Verurtheilten. Vor wenigen Jahren verurtheilte dl's Marine-Gericht in Brest die beiden Brüder Rorique - Degrave, zwei junge Seeleute, zum Tode. Man hatte schon damals auf die Gefahr des Irrthums hingewiesen, der hier anscheinend vorlag. Das Brester Kriegsgericht fällte trotz alledem das Todesurtheil für Piraterei und Mord". Der Präsident der Republik wandelte jedoch dieses Urtheil in lebenslängliches Zuchthaus, das die (übrigens einer hochachtbaren Familie entstammenden) Brüder in dem Bagno der Jsles des Salutes" verbüßen sollten. Nachdem die Gefangenen dort lange Jahre in Sträflingsqualen zugebracht hatten und einer von ihnen, Leon Degrave, daselbst durch den Tod erlöst worden war, stellte es sich heraus, daß in der That einer der schwersten juristischen Irrthümer mit dieser Verurtheilung begangen worden war. Eugene Degrave wurde hierauf vor einiger Zeit aus dem Bagnl! entlassen. Die furchtbaren Erlebnisse in jenem entsetzlichen Staatsgefängnih hat der ehemalige Sträfling in einem soeben erschienenen Werke, betitelt Le Bagne". veröffentlicht. Das Buch ist nicht in hochpathetischer oder dichterischer Form, sondern einfach, natürlich, aber gerade deshalb beredt und ergreifend schrieben. Selten geht ein Zeuge aus jener Schreckensstätte lebendig hervor; ist es aber einmal, wie jetzt, der Fall, so muß er zum lauten Ankläger der französischen Justizbehörde werden, wenn man diese Schilderungen liest, von denen wir nur einige hier wiedergeben können. Schon auf der Ueberfahrt von Saigon nach Toulon bevor die Brüder Degrave noch verurtheilt worden waren wurden sie in einem kaum zwei Meter breiten Raum eingesperrt. Sie mußten sich auf den Fußboden setzen, und nun wurden ihnen die Beine kreuzweise mit Ketten an eine den Raum diagonal durchlaufende Eisenstange gefesselt. Hierauf wurden ihnen die Arme auf dem Rücken ebenfalls durch eiserne Fesseln zusammengezwungen, so daß Schultern und Gelenke unbeweglich wurden. Zwanzig Tage blieben sie in dieser schrecklichen Lage. Zweimal am Tage goß man ihnen etwas Suppe in den Mund, steckte ihnen ein Stuck Fleisch hinein und legte ihnen ein Stück Brod auf die Kniee, das sie mit den Zähnen mühevoll sich langten. Die Handgelenke waren bei der Ankunft in Toulon derartig geschwollen, daß die Ketten nur mit großer Anstrengung aus dem Fleische entfernt werden konnten. Die Henker, die diese Qualen den jungen Degraves auferlegten, hielten diese allrdings für Piraten und Mörder. Aber auch wenn das wahr gewesen wäre, so wäre Frankreich nicht der Vorwurf erspart, noch die Tortur auszuüben. Und nun erzählt Eugene Degrave von dem Bagno selbst, nachdem beide Brüder zu lebenslänglicher Zwangsarbeit begnadigt" worden waren. Danach ist jenes Staatsgefängniß einfach eine Hölle, in der entmenschte, vom Alkohol verrohte Aufpasser höchst willkürlich und brutal mit den ihrer Obhut anvertrauten Unglücklichen verfahren. Man urtheile nach folgenden von Eugene Degrave berichtetenVorgängen: Eines Tages waren drei Sträflinge von der Insel entronnen. Der Eine von ihnen war ein Feigling, der seine beiden Genossen denuncirte. Als diese nun an dem verabredeten Orte anlangten, wurden sie mit Flintenschüssen empfangen. Der Eine entkommt glücklich. Der Andere aber, ein gewisser Auftray, fällt schwer verwundet hin. Ein Wächter beugt sich über ihn. Er meint, daß er noch nicht genug" hat. schießt ihm in unmittelbarer Nähe eine Kugel in die Brust und läßt ihn so am Platze. Schlimmer noch erging es einem gewissen Sabotier, der in den MaroniSteinbrüchen mitarbeiten sollte. Zu kränklich, um die ihm auferlegte schwere Arbeit zu vollführen, wurde er aus letzterem Grunde von dem thierisch verrohten Wächter fortwährend mit Hieben traktirt und der Nahrung beraubt. Eines Tages aber, da Sabatier sich gänzlich kraftlos fühlte, wurde er nackt an einem Baum über einem Ameisenhausen angebunden. Der Biß dieser Thiere wird als ein furchtbarer beschrieben. Sein Henker bestach darauf den Körper Sabatiers mit einer süßen Feuchtigkeit, und nun scheuchte er die Ameisen auf, um ihn zu martern. So blieb der Unglückliche bis zum Abend hängen. In der Nacht schnitten ihn seine Kameraden los und brachten ihn halb todt und fast mahnsinnig nach dem Lager zurück. Ein anderer von den Sträflingen wird unter der Anklage der Trägheit eines Tages an einen Ort geführt, wo man ihm befiehlt, sein eigenes Grab zu graben. Der Arme hält das Wort für einen bösen Scherz. In Wahrheit aber. und trotz seiner flehentlichen Bitten, richtet man ihn auf, giebt ein Feuer von Revolverkugeln auf ihn ab, und ohne zu prüfen, ob er überhaupt todt ist. stößt man das Opfer mit dem Fuß in die von ihm selbst gegrabene Grube hinein. Das klingt fast unglaublich, aber es ist zu bedenken, daß das Buch die Pariser Censur passirt hat und der Verfasser sich seiner vollenVerantwortung für alle Behauptungen bei der Veröffentlichung bewußt gewesen sein muß. Die meisten der Thatsachen". so schreibt der einstige Sträfling die ich hier enthülle, sind dem Kolonialminister bekannt geworden. Und wa?

hat er gethan, um ähnliche Greuelthaten zu verhindern oder die Schuldigen zu bestrafen? Nichts, oder fttU nichts!" Das ist in der That wenig. Die französische Verwaltung sollte die Kritiken nicht unberücksichtigt lassen, die de n Werk Le Bagne" geworden sind. Unter diesen ist die von dem greisen Lucien Victor Meunier besonders bemerkenswerth. Dieser schreibt: Ich Haube in meinem Herzen und in meinem Stolz als Franzose schwer gelitten, als ich erfahren, daß foltf schauderhaften Greuel täglich im Namen der französischen Regierung, durch französische Beamte begangen werden. Ich sage, daß Für Ehre Frankreichs diese furchtbaren Skandale ein Ende nehmen müssen. Ich verlange, bebend vor Zorn und Schrecken, die Bestrafung der Henker!"

Die Würze des Gebens. Sie ist Allen erreichbar. Wer kennt ihn nicht, jenen neckischen Freund, den heiteren Gesellen, der uns durch das Leben begleiten und trübe und heitere Stunden mit uns theilen will? Er tritt uns überall entgegen, bald in dieser, bald in jejier Gestalt, und immer von neuem ladet er den ein, der ihn noch nicht angenommen hat, ihn zu seinem beständigen Begleiter zu machen. Manch?r aber weist ihn immer wieder ab und entzieht sich dadurch selbst der schönsten Sonne, die dieserFreund auf den Lebensweg wirft. Und welche Klugheit besitzt er! Wie geschickt weiß er durch schnelles Einspringen einem scharfen Worte die harte, verletzende Spitze abzubrechen! Wie gewandt vermag er sich im Gesellschaftssaal zu benehmen! Er allein bringt erst die rechte Stimmung und verscheucht durch seine Gegenwart alle Wolken auf der Stirn der Anwesenden! Ist er zugegen, so scheint es, als wären alle mit einem Zauberstab unmerklich berührt; die Traurigen werden fröhlich, die Ernsten ausgelassen, die Schüchternen gehen aus sich heraus und die Gedrückten athmen freier! Welch eine Macht besitzt er über das Menschenherz! Aber auch in trüben Tagen will er uns treu zur Seite stehen. Er hilft uns alles tragen, er beflügelt unseren Fuß. stärkt unsern Arm, giebt uns neuen Hoffnungsmuth in's Herz und läßt es nie zu, daß wir ganz im Dunkeln wandeln; durch die dichtest,'n Wolken bricht doch stets noch ein Sonnenstrahl hindurch, der sein Licht über unseren Weg wirft. Abends singt er uns mit leiser Stimme süße Melodien in's Ohr und wir vergessen unsere Qual und schlummern in seinem Arm wohlig ein. Morgens erwachen wir neu gestärkt und es scheint, als wäre an unserem Horizont eine neue Sonne aufgegangen. Wer kennt ihn nicht, diesen treuen Freund Humor? Wobl dem. in dessen Harfe er eine bleibende Stätte gefunfc:n hat! ..Tit Stimmuna ist alles im ! " schlichen Leben; sie macht aus ? . ,nen Geld und aus Geld Steine." ,Oie Au st, einen Gatten zu wählen". Plauderei für Frauen. Das letzte Abendläuten klingt durch den Lärm der Straße herauf in das trauliche Gemach, wo nur das Ticken der Wanduhr und das Knistern des Feuers im grünen Kachelofen die behagliche Stille unterbricht. Längst ist es zu dunkel zum Lesen geworden, und so sitzt die einsame Frau, die Hände über dem offenen Buch gefaltet, nachdenklich im Lehnstuhl und blickt, in ernstes Sinnen verloren, lange vor sich hin. Da tönt eine wohlbekannte Männerstimme vom Vorsaal her an ihr Ohr. Der Eintretende beugt sich mit ehrerbietigem Gruße über die dargereichte Hand. Sie klingelt. Bringen Sie die Lampe, Dorette!" Sie waren in Gedanken versunken", hebt der Professor an. und nicht in freudigen, wie mir schien. Darf ich wissen, was Sie so beschäftigt?" Sie schiebt schweigend das Buch ihm hinüber. Ah. Mantegazza! Nun. haben Sie ihn gelesen und ist er der Grund Ihrer Verstimmung?" Ich bin nicht verstimmt, nur ernsthaft geworden, lieber Freund." entgegnete sie mit mildem Lächeln. Sie haben mir dies Büchlein gebracht, weil Sie wissen, daß mein Kind, meine einzige Tochter, im Begriffe steht, sich zu verloben, und ich danke Ihnen herzlich für den guten Rathgeber, aber dennoch " Also ein Aber", sagte er lächelnd. Gewiß! Denn sehen Sie, gerade so in Gedanken saß ich bereits gestern, als ich, das Buch zum erstenmal in die Hand nehmend, den seltsamen Titel las: Die Kunst, einen Gatten zu wählen." Denn schon der Titel allein hat mich lange, lange Zeit gefesselt und mannigfache Gedanken und Erinnerungen sind dabei an mir vorüber gezogen. Meine eigene Jugend, meine Liebes- und Leidenszeit ist wieder lebendig geworden. Die Kunst, einen Gatten zu wählen!" Ja, meinFreund, das setzt allerdings eine Wahl voraus. Allein ich habe traurig den Kopf geschüttelt. Hat denn eine Frau, ein Mädchen stets die Gelegenheit zu wählen? Hat sie das Recht dcrSelbstbestimmung, besonders wenn sie arm ist, wie ich es war? Ist sie nicht einzig und allein auf denjenigen angewiesen, der ihr, sei es nun aus Wohlgefallen, aus Liebe oder aus Berechnung, Aufmerksamkeiten erweM, der sie mit

einem Wort zur Ehe begehrt? Freilich hat sie das Recht, ihn zurückzuweisen, allein wer sagt ihr, daß eine derartige Gelegenheit wiederkehrt, wenn sie dieselbe einmal ausgeschlagen! Und nimmt sie nicht, was sich ihr bietet, wird sie vielleicht für immer entsagen müssen! Und doch ist es ja der Beruf des Mädchens, zu heirathcn. nicht allein weil die Ehe ihre natürliche Versorgung ist. sondern weil sie in derselben ihren Halt, ihre Stütze, ihr Glück, ihr alles findet!" Ja, wenn sie wirklich glücklich verheirathet ist", wirft der Professor ein. Die blasse Frau lächelt trüb. Wissen Sie, wie Ihr Freund Goethe sagt" Schon einem rauhen Gatten zu gehorchen, ist Pflicht und Trost zugleich." Wir alle, die wir fröhlichen Herzens in die Ehe treten, suchen das Glück mit Freuden, um später vielleicht mit Thränen zu finden, daß wir vergeblich gesucht. Lassen Sie mich schweigen," bat sie, ich habe den Mann, der mir ja viel, wenn auch nicht alles gewesen, mit Schmerzen für immer von mir scheiden sehen, jetzt steht lebend und blühend an meiner Seite mein einziger Trost, mein einziges Glück, meine Tochter! Für sie lebe und webe ich,für sie nur denk' und fühle ich. für sie möchte ich sorgen und wählen. Sie ist schön, sie ist jung, sie hat Vermögen; sie. mein Freund, kann wählen, kann es besser, als es ihre Mutter gekonnt, und so habe ich mit regster Aufmerksamkeit dieses Buchlein gelesen, das sicher in vielen Fällen ein kluger, ein vorsichtiger Rathgeber ist, nicht so sehr für die Mädchen selbst, als für die Mütter, die schützend noch die Flügel über die Unerfahrenheit des Kindes breiten. Zum Beispiel ist die Charakteristik der einzelnen Berufsacten, die ja nie ganz verfehlen werden, dem Manne einen gewissen Stempel aufzudrücken, eine ganz ausgezeichnete. Hab' ich doch bei dieser Beobachtung selbst ein wenig an Sie denken müssen, mein sehr verehrter Doktor der Philosophie, oder glauben Sie nicht, daß die lange ängstliche Ueberlegung, die gewissenhaft prüfendeVernunft nicht manchmal das richtige impulsive Gefühl zurückdrängt, ob zum Vortheil oder Nachtheil, wer mag es wissen? Ein Seufzer klang durch den stillen Raum, schweigend legte der ernste Mann die Hand über die Augen, als er sie sinken ließ, traf ein liebevoll bittender Blick ihr Auge. Lassen wir die Vergangenheit," fuhr sie anmuthig lächelnd fort, meine Gegenwart und meine Zukunft liegen einzig und allein in meinerTochter! Was in Mantegazzas Buch der Vater in treuer Sorge für sein Kind gedacht, beobachtet und gesprochen, wird stets einen innigen Wiederklang bei jeder Mutter finden, weil es so direkt sich an das Gemüth der Tochter wendet u. sie in der fremden auch ihre eigene sehen wird. Eine glücklichere Form hatte Mantegazza gar nicht wählen können. Dabei ist es mit der ganzen Wahrheitsliebe und Geradheit des Ausdrucks geschrieben, die diesem Ver-

fasser so vor allen anderen eigen ist; er beschönigt, er versteckt nichts, er nennt alles offen beim Namen, und er zerreißt den Schchleier der Unwissenheit, ohne die Unschuld zu verletzen." Helene wird es also ebenfalls zu lesen bekommen?" Warum nicht?" entgegnete die Mutter. Sie ist es, die jetzt am Entscheidungswege steht. Zwei Bewerder bemühen sich um ihre Hand, ein Künstler und ein Beamter. Für den Die Künste, eine Frau polsskkzz einen spricht dieses, für den anderen jenes; ein jeder hat seineBorzÄge, sicher auch seine Fehler. Mantegazza hat jeden in eine eigene Kategorie untergebracht, und so mag ihr das Büchlein immerhin ein werthvoller Wegweiser sein, mag es ihr helfen, jeden auf seine Eigenschaften als Ehemann hin zu prüfen und zu beobachten, und dann Ihr eigenes Herz entscheiden zu lassen," unterbricht sie der Freund lächelnd. Sie nickt. Ja, freilich." erwidert sie. das ist es auch was ich dem geistreichen Verfasser entgegenhalten mächte. Was der Vater in diesem Büchlein an seine Tochter schreibt, ist richtig und in vielen Fällen unanfechtbar. Denn er hat die Klugheit, die Ersahrung des Lebens, die Objektivität des Urtheils vor dem Kinde voraus, mit welchem er die Freier betrachtet und moralisch sezirt. Aber ein Mädchenherz ist ein eigenwillig Ding, und so kann die Tochter dennoch im Stande sein, das ganze kunstvolle Gebäude der väterlichen oder mütterlichen LebensWeisheit über den Haufen zu werfen mit dem einzigen Wort: Ich liebe ihn! Mögen andere besser, klüger, reicher oder hochgestellter sein, ich liebe ihn. gerade ihn.so wie er ist. und darum, liebe Mutter, bleibt mir keine Wahl!" Nun, wenn sie so spricht, liebste Freundin, so ist sie eben ein echtes Weib, das die Liebe über alles stellt, und glücklich der Mann, der dies schöne. zärtliche Geschöpf für immer sein eigen nennen darf." versetzt er mit warmem Blick. ..Gebe Gott, daß sie durch die Liebe glllcklick werden möge," entgegnet die Mutter. Was mich betrifft, so werde ich das Meine thun, um in ihr die feinen Fühlfäoen der instinktiven Erkenntniß. die ja vor allem dem Weibe eigen ist, zu jener Kunst des Wählens zu entfalten, von der Mantegazza in so geistvoller Weise dem Weibe predigt und die sich in dem einfachen und doch so ewig wahren Worte zusammenfassen läßt: Prüfet Alles und das Beste behaltet!" W a s früher Old Maid" war, heiht heute New Woman". Verwundete nicht. Eitelkeit stirbt

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