Indiana Tribüne, Volume 24, Number 239, Indianapolis, Marion County, 16 May 1901 — Page 7

Jndiann Tribune. 16. Mai 1901.

7

w K

The Eminent Kidney and Bladder Specialist.

Ü w LyTWW tht Discoverer of Swaap-Root t Work 1b His Ixcratorr. There is a disrase prevailing in this country rnost dangrrous because so deccptive. Many Sudeten deaths are caused by it Leart disea3t. pneurnonia, heart tailure or apoplexy arc often the rcsult of kidney disease. !f kidney trouble is allowed to advance the kidney -poisoned bleod will attack the vital organs, or the kidneys themseives break down and waste away cell by cefl. Then the ridvness of the blood the albumen leaks oüt and the sufferer has Bright's Disease, the worst form of kidney troubte. Dr. Kitmer s Swamp-Root the new discovery is the true specif ic for kidney. blatlder and urinary troubles. It has cured thousands of apparemly hopeless cases, after all other efforts have failed. At druggists in fifty-cent and dollar sizes. A sample-ixsttle senl free by mall, also a book telling about SwampRoot and its wonderful eures. Address Dr. Kirmer & Co.. Binghamton, N. Y. and menticn this papex. . P. STIRK & CO., No. 208 Nord Eaft Stt. Ue Telephon 2 on 1500. Rene Telephon 37 Wir mache eine Speatalität

fe 77-. rV 1

v Ty w

L. Z : I '111

bar-T- "

von künstlichen Gliedern ur.D chirurgischen Klieberftützer'. l'liraces), Sttub Srrroeitrtunqen, Bruchvönder u. Ärütfen auf Beftellvng gemacht: SS Jahre bei. L'ahwood Wir sprechen vor um Mak zu nedmen, wenneS verlangt ird Urbeit aarantirt. Rllixs recht blitzblank m Küche und rsi zu haben, erfüll, lede gute $auTiflu mti gerchr Stolz, tat Icfli Mittel, all, Me. tallwaaren in kürzester Zei unl ffli dir länaftr Lauer t i.fcfelcrtt und giftnzend ie rnen Spiele! ;n wachen, in die 8. S. METAL POLISK PASTE, rtr con er Llkdekannt uh bcratutt Vnn fiEBSSE W. HOFFMAN 54 u Ost Washington St., HWWMOcklW, n,.. beigesellt wirft. fu Aa',s:eldr i? da ailaewakrte fr oitttf on ivr.cibcn ftjrrna kere'trUk. cm 9ufr r Hr-irtartl rtt. e arti unenihfiri. rin u-rr rS rnmal dkchl ttat. nnr. , Art no e ei k! .ar Ke? Kr,ev du ie!i:der. z,e. ? fctofal in HI,tde'' 4i ItWft, 2lrranaircu Sie hre Sommer Reise zum Pciuche der Pan-Ammkanisch. Ausftelluno IN BrFFALO, Vom L Ma di 1. vdcmter 1901. Niagara Falls, Eine der 7 Weltwunder, blos ei Stirne von un.to entkernt, Tdvujand ,"siar&, Muekvta Üafev, Ädriondac! nnD 9ifi: (5nqland Punkte, nur ei krKk. -rr'imk ahrt per tjaljn oder zu Wasser. Wbcntliche Ausflüge BIG FOUR ROUTE :: nach $irnfio. den 7., 14 1. und 2. Zat. Orei4 von rinrr adrt, plui- 1 ToUar. Rundreise, gü.tig zur RUcksabri vo:i Buffalo bl Minernacht tee uachjtjolgenden Z?am'tags. Tickets zuin verkauf täglich. bkgin:nd Dienstag, den dO. pril, zur Rate von einer Zadtt und öindrittel für dir Nundtu.rt. Vut zur Rü ksabrl 15 läge. uk alle Iidtn, für einfache oder Rundfahrt . nach östlich von Pusfalo. wird das Recht bewilligt, auf 10 Tage in Buffalo anzuhalten, gegen Tevsnirung des Tickets beim Gemeinsamen Agenten daselbst und Bejahluiig einer Gebühr von Zl.it'. We.v Einzelheiten. Eirculare. rc, wende man sich an War re n I. Lynch. W. P. Teppe. en. Paff. & Ticket gt. sft. S. P. & LA. Tincinnati. O. H. . r v n s o n. ... . Indianapvli, Ittd Big Bahn. Der neue Florida Spezialzug via die Big Four Route. vollständiger Vestibul-Zug verlaß: Indianapolis um 5:15 Ubr Nachmit tags an jedem Mittwoch und Samftag an und nach dem 16. Januar und geht ohne Auf, enthalt nach St. Äuguftine durch, kommt in JachonviUe um 7.30 Abends und in St. Auguftine um 830 Abends am folaendev Taae an. Schlafstellen aten von $ndta polis nach beiden Platzen $6.50. Wegen Tickets, Aus!u5t uno Schlafwag aons spreche man bei Agenten der Big Four vor. f. V. rrsso,V.G. P..

3

Weltmacht.

Roman von M. S t ahl. (Fortsetzung) .Das ttt frauenhaft gedacht." sagte Roderich. .Die Frau schreckt immer vor der großen Leidenschaft zurück, die den Mann über die Schranken desHe? gebrachten und der persönlichen cherheit hinwegführt." Ich glaube, jede rechtliche, ehrlich denkende Natur, ob Mann oder Fru. schreckt vor der Zügellosigkeit zurück, die über die Grenzen des Erlaubten hinausführt." erwidert Wulfhild, stolz daö blonde Haupt erhebend. .T?r Edeldenkende verzichtet auf ein Glück, das über die Leichen anderer hinwegsührt." Mit diesem Wort sprichst Du das verstockteste Philistertum heilig." ereiferte sich der Bruder, das Dir doch sonst so verhaßt ist. Das.Erlaubte"' was verstehst Du eigentlich darunter? Wo ist die Gr?vze des Erlaubten? Du wirst doch zugeben, daß sie bei Meister Schneider und Handschuhmacher wo anders ist wie bei mir und Dir!" Ich weiß nicht." sagte Wulfhild sinnend, in allen Grundbedingungen des Seins sind doch die Menschen eins. Wir entstehen, lieben und sterben alle aus die gleiche Weise. Wenn es für Meister Schneider schmählich ist. andere mit Füßen zu treten, um irdisck'k Glücksgüte zu erjagen, so ist es für Kaiser und König ebenso schmählich." Das ist mir viel zu demokratisch gedacht!" widersprach Rrderich. aber in diesem Augenblick wurde er von seiner Mutter abgerufen, die seine AnWesenheit bei Zubereitung einer Erdbeerbowle wünschte. Rauschnigk und Wulfhild blieben allein vor dem Bilde mit der goldstreuenden Glücksgöttin. Glauben Sie an ein Glück, da? über Leichen hinwcgführt?" fragte das junge Mädchen, den großen Strahlenblick fest in das Auge des Jünglinc heftend. Ich glaube rnchts tcy giauoe nur an mich selbst!" lächelte Dietrich Rauschnigk. Das ist ein stolzes Wort :n gewissem Sinne gefällt es mir. Es kann ein auter Glaube sein, dieser Glaube an sich selbst." Er ist es. der Berge versetzt. Lassen Sie alles stürzen und wanken, sc lange dieser Glaube nicht wankt, ist man nichi verloren!" Und Sie glauben an das Reckt des Menschen auf Glück um jeden Preis?" ..Ich alaube an das Recht seines Könnens" darüber hinaus gibt es kein Recht und Unrecht Das Recht des Könnens?" wieder holte Wulfhild nachdenklich. Dahinter liegen für mich noch Probleme." Frauen müssen nicht zu viel den ken. Kommen Sie. Fräulein Wulfhild. laufen wir noch ein Mal durch den Garten, ehe die große Geburtötagscour beginnt. Wir wollen noch ein paar schöne Rosen für Sie pslucken." Die beiden jungen Leute sprangen leichtfüßig die große Freitreppe hmab und verloren sich lachend und plaudernd in den schattigen Laubgangen des Parks. Seit einigen Tagen, seitdem Roderich mit Rauschnigk. nach bestandenem Ingenieur - Eramen. vom Polytecknikum zu einem wohlverdienten Feriengenuß nach Stockhausen gekommen war, genossen sie in vollen Zügen das Äeckt ihrer Jugend auf Frohünn. sorglosen Uebermuth, auf das lachende, reizvolle Glück, das das Woblgefallen aneinander in der großen Freiheit des Landlebens ihnen gewahrte. Von Morgen bis Abend nichts als Luft, Leben und Heiterieit.Scherz und Neckerei, heimliches, fast unbewußtes Entzücken gegenseitig und Freude an der herrlichen Sommerszeit. Scböner hatte der Sommer mit seinen Rosen nie geblüht, sonniger, wonniger hatte das Leben nie gelacht, und man schwelgte und schwärmte rn freier Natur, in thaufrischen Morgenstunden, in den langen, hellen Sommertagen und duftschwülen Mondnächten. Der alte, baumversteckte Garten m't seinen dämmergrünen Lauben und dunklen Schattenwegen, mit den stillen. kohlschwarzen Wasserflächen seiner schilfumkränzten Teiche, in die uralte Weiden ihre Hängezweige tauchten und in denen mächtige Linden und Ulmen die stolzen Kronen spiegelten, mit dem Ueberfluß seiner schimmernden Rosenpracht, war ein geeigneter Tummelplatz für Jugend und erw.chei!de Liebe. Dietrich Rauschnigk und Wulfhild stritten jetzt um die Rosenfarbe, die sie heute zu ihrem weißen Kleide tragen sollte, als wäre die Sache von unzeheurer Wichtigkeit. Wulfhild pflückte sich sonst die Rosen selbst, und der ganze Garten stand zu ihrer Verfügung, aber seit einigen Tagen schmückte sie sich nur mit den Rosen, die Dietrich für sie wählte und ihr brachte. Gab es eine poesievollere Huldigung als dieses Blumenopfer, dessen ganze Kostbarkeit in der Sorgfalt der Wahl und in der Aufmerksamkeit des Ge- j dankens lag? Heute muß ich etwas Besonderes j für Sie haben." ?agte Dietrich. Ich alaube. aanz weiß würde Sie entzü

end tletven. Er sprach mit der Miene eines Mannes, der etwas Werthvolles verschenken will. Am schönsten sind die weißen Kletterrosen am Eiskeller. Aber haben wir noch Zeit? Es ist weit dorthin." sagte Wulfhild zögernd und auf die Uhr blickend. .,). wir machen uns Zeit. Vor einer halben Stunde kommt wohl Niemand. Kommen Sie, wir gehen schnell!" Wir wollen Wette laufen!" lachte das junge Mädchen, und den großen Strohhut im Nacken, flog sie quer über die Rasenfläche leichtfüßig nach der Tiefe des Parks. Sie sprang wie ein Reh, aber Dietrich holte sie bald ein. und im dichten Laubholz faßte er die Falten ihres fliegenden weißen Kleides und hielt sie fest. Hochathmend, mit glühenden Wangen und lachendem Uebermuth stand sie vor ihm und sah ihn an. Lebensgluth und Jugendmuth sprühten förmlich von ihr, die Frische und die Kraft des fruchtbaren Bodens, auf dem sie aufgewachsen und der reinen Landluft, die sie lebenslänglich geathmet, waren in ihr und gingen wie ein erquickender Strom von ihr aus. Aber diese Gesundheit des Leides und der Seele gaben ihr eine unbewußte jungfräuliche Hoheit, die das heißeste Begehren ihr gegenüber in Schranken hielt. Dieses Begehren brannte in dem Blick des jungen Mannes, der auf ihr mit Entzücken ruhte, dennoch hätte x nickt gewagt, sie zu berühren. Wie sie so vor ihm stand, empfand er zum ersten Mal in seinem Leben die ganze Holdseligkeit des Weibes wi? eine berauschende, fast unfaßbare, süße Offenbarung. Eine Ahnung flammte durch seme Seele von der überirdiscken Wonne, die nur das Weib dem Manne zu geben vermag, vor dem er niederknieen kann, um es anzubeten. Es waren nur wenige Sekunden, die sie sich Hand in Hand gegenüberstanden, unter dem hochgewölbtenBlätterdach alter, blühender Linden, in das die Sommersonne goldgrüne Funken streute. Aber in diesen Sekunden erwachten ihre Seelen und :n dem dunklen Unterbewußtsein, das einem unterirdischen Strom gleicht, dessen leises Rauschen man aus der Tiefe hört, empfanden sie ahnungsvoll, daß sie sich gegenseitig die höchste und letzte Erfüllung ihres Seins bedeuteten. Zum erstenMal senkte sich der offene, klare Blick der unbefangenen Mädchenäugen vor dem des Jünglings in süßer Verwirrung und Wulfhilds Wangen färbten sich mit Purpurgluth. Sie wandte sich zwar gleich ab und lief weiter in das Dickicht hinein, aber ihr ganzes Wes?n stand in Flammen, wie er ihr folgte. Die blaue Blume des Glücks war zwischen ihnen emporgeblüht, jene Blume, die nie auf den schwindelnden Pfaden zu finden ist, auf denen die Leidenschaft über Abgründe rast, sondern nur im Schutz stiller Wäldertiefen. fernab vom Lärm und Staub der Welt und ihres Treibens.

5. Capitel. Langsam, mit einem Ausdruck verträumten Glücks in den Augen, kam Wulfhild aus dem Park zurück und ging auf ihr Zimmer, um sich mit den Rosen zu schmücken, die Dietrich ihr in herrlichster Auswahl gepflückt. Sie stand noch vor dem Spiegel, als der erste Wagen anrollte, der Gäste brachte, und gleich darauf klopfte es an ihrer Thür. Ein ganz junges, siebzehnjähriges Mädchen trat ein und flog ihr an den Hals. Es war ihr bevorzugter Liebling, Elfriede Eichler. allgemein Elfe" genannt und von Wulfhild Waldelfe-, denn sie war ein Kind des Waldes, die Tochter eines verstorbenen Forstmeisters aus dem Harz, die jetzt mit der Mutter von deren Wittwenpension in B. lebte. Frau Forstmeister Eichler, eine geborene vn Ulmenried, war eine Jugendbekanntc von Frau von Dellmenhorst. Die beiden Damen stammten aus derselben Stadt und waren sich als junge Mädchen in dortigen Gesellschaftskreisen begegnet. wo das schöne Fräulein von Ulmenried eine bevorzugte Stellung eingenommen. Die Ehe mit einem unvermögenden Oberförster war nicht zu ihrem Glück ausgeschlagen. Das Vermögen, das sie selbst mit in die Ehe gebracht, wurde durch die großen Ansprüche, zu denen sie erzogen war, aufgezehrt, ebenso das Einkommen ihres Gatten. Er starb viel zu früh, sehr bald nachdem er die Stellung eines Forstmeisters erhalten, und nach seinem Tode stellte sich heraus, daß der Wittwe nichts blieb als ihre Pension, die kaum zu ihrem Unterhalt und zur Erziehung ihrer Tochter reichte und nach ihrem Tode Elfriede unversorgt ließ. Frau von Dellmenhorst. die iebr gutherzig und großmüthig war, nahm sich der alten Jugendbekanntschaft so viel wie möglich an. In Frau Eichlers Küche wanderten fast täglichSpenden an Nahrungsmitteln aus der reichen Landwirthschaft von Stockhausen; der Milchmann, der tägllich die Milch aus dem Stockhausener Kuhstall nach der Stadt fuhr. IieferteMilch und Butter, Eier, Gemüse. Obst. G?flügel. Wild, Wurst und Schinken in die Speisekammer der kleinen, dürftigen Stadtwirthschaft. Auch waren

i i

Qiau tcyler uno tote Tochter häufig Gäste in Stockhausen und wurden stets mit der Dellmenhorstschen Equipage abgeholt und wieder nach Hause zefahren. Und all diese Wohlthaten wurden in wahrhaft nobler Weise, wie etwas Selbstverständliches, gegeben. Frau von Dellmenhorst war so vornehm in ihrer Gutherzigkeit, daß sie die Wittwe in ihrer bedrängten Lage nie fühlen ließ, wie sehr sie ihr zu Dank derpflichtet sei. Sie behandelte sie stets wie eine Gleichberechtigte. Zum Lohn dafür wurde sie von Frau Eichler tyrannisirt. Die arme Frau hatte weder Selbsterkenntniß noch Seelengröße in ihrem Unglück. Sie sagte sich nicht, daß sie ihre Lage durch früheren Unverstand selbst verschuldet, sondern fühlte sich zur größten Bitterkeit gegen das Geschick berechtigt. Und weil sie Alberta von Dellmenhorst in ihrer bevorzugten Stellung beneidete, war sie ungerecht gegen dieselbe. Elfe harmonirte innerlich wenig mit dieser Mutter und litt unter deren Verbitterung und Gehässigkeit. Sie hatte ihren verstorbenen Vater schwärmerisch geliebt, der mit seinem warmen Herzen und einfachen Sinn bei der Tochter das gefunden, was er bei seiner Frau schwer entbehrte, nachdem die Illusion der Verliebtheit verflogen war. die Herzensgüte und die Zärtlichkeit einer tiefen Liebesfähigkeit. Der Verlust dieses geliebten Vaters wurde von Elfe viel schwerer empfunden. als der Verlust ihres früheren behaglichen Lebens. Sie trug alle Entbehrungen ohne Klage, litt aber heimsich schwer unter dem Heimweh nach ihn Wäldern und Bergen, für deren Tlönheit die Mutter nie das rechte Verständniß besessen. Eli? raßte wenig oder garnicht in die (tcdt, in der sie sich nie heimisch fühlen konnte. Die Sonnenblicke ihres jungen Lebens waren die Besuche in Stockhausen. Ah. meine Waldelfe! Da bist Du ia!" rief Wulfhild, sie warm ans Herz drückend, komm, ich theile die Roscn mit Dir. Es wird ein rührendes Bild geben, wenn wir beide so schwesterlich gleich gekleidet erscheinen, beide ganz weiß!" Ein oerrätherisches Roth färbte Elfens Wangen, als Wulfhild noch ein Mal neckend fragte: Willst Du? willst Du mein Schwesterchen sein?" Ihr tiefstes Herzensgeheimniß, ihre heimliche Liebe zu Roderich, die sie sich selbst kaum einzugestehen wagte, wurde mit dieser Frage berührt. Und daß Wulfhild dieses Geheimniß ahnte und ihr mit liebevoller Theilnahme entgegenkam. entflammte das Herz des jungen. eben der Kindheit entwachsenen Mädchens mit leidenschaftlicher Liebe zu der älteren Freundin. Elfe verdiente ihren Namen. Sie war so zart und weiß wie die Waldanemonen. unter denen sie aufgewachsen war. und aus ihrem Blumengesichtchen sahen ein paar große Sternenaugen, tief und zärtlich und weltfremd wie ein Märchen. Fast noch Kinderaugen und doch schon beschattet wie von leidvoller Ahnuno. daß sie nirgends in der ganzen, weitenWelt den Waldfrieden ihrer Heimath und glücklichen Kindheit wiederfinden werde. Wulfhild steckte ihr einen Büschel weißer Rosen in das dunkelbraune Gelock. So. mein Elfchen, so bist Du unwiderstehlich. Dela von Kramzow und Comteß Liane haben alle Ursache eisersüchtig auf Dich zu sein. Sie platzen ja immer vor Neid, wenn sie Dich sehen. Laß Dich nur nicht von ihnen an die Wand drücken, ein bischen mehr Unverfrorenheit könnte Dir nichts schaden." Wie lieb Du bist. Wulfhild", sagte Elfe. Unter Deinem Sckutz fühle ich mich sicher, sonst würde ich mich kaum in Eure Kreise trauen." Ist heute kein besserer Schutz für Dich da, als der meine?" neckte Wulfhild. Ich habe etwas auf dem Herzen. Wulfhild, was ich mit Dir besprechen möchte, wenn Du mir versprichst, zu keinem Menschen darüber zu reden zu keinem verstehst Du?" sagte sie zögernd mit einem fragenden, besorgten Blick. Du kannst mir vertrauen. Kleine, komm, sag mir. was Dich bedrückt", tu widerte Wulfhild sehr herzlich, den Arm um Elfe legend und sie mit auf einen Diwan ziehend. Das Zimmer. Wulfhilds Schlafgemach, war das Bild eines lauschigen, behaglichen Mädchenstübchens. das Eleganz und Wohnlichkeit vereinte. Das große Himmelbett und andere Geräthstücke stammten von einer Vorfahrin aus dem Anfang des Jahrhunderts. da waren aber auch Truhen, Schränke und Sessel aus früheren Zeitperioden, dazwischen der allermodernste Comfort der Neuzeit und alles das harmonisch verschmolzen durch den guten Geschmack verfeinerter Lebensgewohnheit und förmlich eingespönnen in weibliches Behagen und echt weibliches Empfinden für Häuslichkeit. Elfe liebte dieses Gemach und den anstoßenden kleinenSalon. der in demselben Geist und Stil eingerichtet war. über alles. Es waren ihre glücklichsten Stunden, wenn sie hier mit Wulfhild allein sein durste. Ich weiß nicht, ob Du mich verftehen wirst." begann sie jetzt beklommen, Du mußt es versuchen. Dich in meine Laae bineinzudenken. Du weißt, daß

. 1 1 1

Hauen Sie kuMHli i i mm Mama ieyr ungiualtm tu uoer unsere beschränkten Verhältnisse, die Aermste war es doch von Jugend auf fo ganz anders gewöhnt. Ich zerbreche mir Tag und Nacht den Kopf, wie ich ihre Lage bessern könnte, es ist gewiß meine Pflicht, etwas für sie thun." Aber, liebes 5ind. Du thust ja. was in Deinen Kräften steht, so viel ich weiß, überaroeitest Du Dich fast. Du kochst und besorgst den ganz?n Haushalt, weil DeineMutter nicht arbeiten kann und will, außerdem näbst und stickst Du für Weißwaareng:schäfte. Was willst Du denn noch mehr thun?" Ach. Du weißt doch, wie unglücklich Mama über diese Nadelarbeit ist. die mich in ihren Augen degradirt. Ich darf es ja nur heimlich thun, wenn iu, nicht Weinkrämpfe bei ihr heraufbeschwören und sie krank machen will. Ich muß etwas Anderes finden, einen Beruf, der mir viel Geld einbringt, ohne Mamas Ehrgefühl zu verletzten. Ick wollte Dich fragen, ob Tu keinen Rath weißt?" Liebes Herzchen. Du bist eine sehr tapfere kleine Person, und ich glaube. Deine Mutter macht Dir das Leben schwerer, als erlaubt ist." erwiderte Wulfhild. Elfen die Hände streichelnd. Aber im Grunde hast Du Recht, wenn Tu höhere Ziele suchst und Dich bei Deiner letzigen Existenz nicht beruhigen willst. Wer nicht strebt, erreicht auch nichts, und hauptsächlich um Deiner selbst willen stimme ich Dir bei." Es ist nur sehr schwer, das Passende zu finden", unterbrach sie Elfe. ..Talent zur Musik und Malerei habe ich nicht. Ich hatte daran gedacht, die Buchführung zu erlernen und wollte meinen Vormund. Herrn Bankier Normann, bitten, ob er mich vielleicht in seinem Geschäft unterrichten lassen urkb anftellen könnte; aber ohne MamaS Wissen konnte ich es nicht thun, und sie gerieth außer sich bei dem Gedanken. Vielleicht hat sie Recht, wenn sie mir jedes Talent zur taufmännischen Carriere abspricht, denn ich bin ein sehr schlechte Rechnerin." Wie ist es mit dem Lehrerinnen. Beruf?" fragte Wulfhild. Leider bin ich der Verhältnisse wegen zu früh aus der Schule gekommen und habe so wenig von dem nöthigen Schulwissen, daß ich noch nicht sin Mal in einem Seminar aufgenommen werden' würde, sondern ich müßte auf die Schulbank zurück, und das dauerte zu lange. Ohne ein Examen gemackt zu haben, könnte ich aber höchstens als Kinderfräulein bei kleinen Kindern oder als Gesellschafterin bei jungen Mädchen und alten Damen Stellung suchen, und beides wird zu schlecht bezahlt. Ich kann ja Mama nicht verlassen, wenn ich ihr nicht einen dienstbaren Geist an meiner Stelle halten kann, denn sie ist außer Stande, für sich allein zu sorgen. Nun habe ich Tag und Nacht darüber nachgedacht, und ich komme zu keinem anderen Schluß, als daß ich Schauspielerin werden muß. Ich habe mich erkundigt, ich könnte hier die dramaturgische Schule besuchen, ohne Mama zu verlassen, ich könnte nach wie vor dabei den Haushalt besorgen. Nur Schauspielerinnen, Sängerinnen ode: Schriftstellerinnen können viel Geld verdienen, alle anderen Frauenberufe werden im Verhältniß zu den geforderten Leistungen schlecht bezahlt. Und ich glaube, gegen die Theatercarriere hätte Mama am wenigsten einzuwenden. es gehen ja heutzutage viel vornehmere Damen zu Bühne, als ich bin." Aber hast Du denn Talent? Hast Du Lust und Neigung dazu?" fragte Wulfhild unaläubia. (Fortsetzung folgt.) nein W a o n e. durch eine Hochlicenz die allgemeine Moral fördern zu können, hat der weise Stadtrath von Moundsville, W. Va.. die Licenzgebühr für Schanklocale aus $500 festgesetzt. Aber die Wirthe wußten sich zu helfen. Sie gründeten flugs eine Combination, um gemeinschaftlick nur eine Schankwirthschaft im Großen zu betreiben. Mitten im Orte werden sie diese Lavestätte einrichten, während ihre alten Lokale geschlössen bleiben. Die Wirthe werden zusammen das Geschäft betreiben und abwechselnd die nöthigen Dienstleistungen verrichten. Wenn der schöne Plan sich praktisch bewährt, wird die Ortschaft durch die Reform-Verwaltung eine jährliche Licenz-Einnahme von $3000 verlieren. Paragraph Elf wird aber uach wie vor auch in Moundsville seine Giltigkeit behalten.

Das ist der Kautaback welcher auch gewMenhaN und reell

El

jabritfrt wird r thint Vriatea! ,,K?rtmorr' vrß" reinst sich totam friatt tte um cuhtit. Wird ausschließlich fadriptt von da V.E.WetmoreTobakeoCo. LUvil, 9. &fc flrüfett abhängig Fabr m Aita. wm i MoDitor, 0. 306 West Wasdin; ton Strafte, findet man sämmtliche Herren und Tamen Ausstattungs - Waaren neuester Mode in größter Auswahl. 8. BINZER, Manager. Theodore F. Srnither geschickter und zuverlässiger Dachdecker, Pech- und Kicsdächcr, Dächer von Asphalt uud vilsonit. Engroschändler in allen Arten von DachMaterialien. Telephon 861. 301 Weft Maryland Strafte. -üdmrstl. Ecke von Senate Ave. und Maryland Ttr FETER, BAUT, 124 Süd Telaware Str. Deutsche Wirthschaft und Billiard-Zimmer. Feine Weine, Liquöre und Cigarren. Warmer Lunch von 9 bis 1. Gutes Bier, Zmportirte N?eine und feine Cigarren. Jeden Samstag warmer (unch bei CHAS. LOEWER, 1809 Süd M Straße. Wrn. Sioeffler Saloon. 202 Nord Noble Str. COLUMBIA HALLE 801 Süd Tellmne Str. JOHNEBftER, Eigenthümer Gewählte Weine. Lianöre und Cigarre. Die Halle Nnrd verrentet für Balle, Hoch eiten zu mäßigen Preisen. Telephon c alt 7943. Jacob Roller, 301 w. Washington Str. Restaurant und Sample Room. Guter Lunch und vorzügliche Gerrnke. Offen Tag und Nacht.

Adolph Frey, (OH fr.i i M Ki tu.) Sotary Public, Translator, Correspondeat etc N. 970 Wett lniit It rk b a ov 0.

')