Indiana Tribüne, Volume 24, Number 239, Indianapolis, Marion County, 16 May 1901 — Page 1
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In Tribüne ÄiiÄi loge und ömmtagsblatt 1C s per Woche. SSSSSSSL u ? 7 VlUH" UUV B SonntaasMatt 1 lOc per Woche. v ' i ?SSSSSLSESSS rfdftriut febcu llacijmtitag :?nd otap $lovgrst. Jahrgang 24. JndianaPoliS, Ind. Tonncrslag. dln 16. Mai 1901. No. 23'.)
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er Hlcichsiag vertagt. Das SpirituoscU'Gcset! bleibt bis nnf Weiteres unveränder!. , KaiZcr Wilhelm leitet die Manöver bei Metz. Da Zuckerrübenbau nimmt in Tcutschland an Umfang ;u. Tas Arscual vonKalgan in 5r. a Tch eine Pulvererplosion zerstört. Mehrere deutsche Soldaten getodtet und verletzt. Der Marquis de Lur-aluze kehrt nach Frankreich zurück Und iordert die französische Regierung heraus. A u s dem deutschen Reich. Berlin. 16. Mai. Der Reichsag bat sich bis zum 26. November oertagt. Noch in der letzten Stunde verhindertc die Linke die Annahme des neuen Tpirittlsengesetzes. Da jetzige Gesetz bleibt somit unverändert. Es läuft am 3Q. Sept. d. I. ab und wird dann pro-r-'orisch in Kraft bleiben, bis der idZstag nach dem Wiederzusammentri:t im "November eine neue Vorlage l tarnt, die sofort von der Regierung eingereicht werden wird. Tie Beamten des hiesigen auswärts Amtes erklären bei der Bespnchung der Antwort der chinesischen " cieenskommiffäre auf die Schadenersatzfor?erung der Mächte, es sei von ver größ:en Wichtigkeit, daß China sich ohne Rückhalt verpflichtet habe, die ganze Summe zu bezahlen; mit dem Zurückziehen eines Theils der Truppen könne somit begonnen werden. nTMn.i hur (Thtnpiim Kiti hr ! .U VwUfcU4 Wfc niwvti, vvl) v . . Einfuhr- und " Ausfuhrzölle erhöbt werden sollen, wird wahrscheinlich angenommen werden, denn die einzige andere Möglichkeit, die Einnahmen Cbi,as zu erhöhen, besteht in der ErHebung der Likin-Zölle. und die Mächte wollen damit nichts zu thun haben, denn sie würden sich sonst zu viel in die inneren Angelegenheiten Chinas einzumischen haben. Einem Bericht der internationalen Zucker-Affociation zufolge sind in diesem Jahre in Deutschland 1.166.17') Acker Land mit Runkelrüben bestellt worden. Es sind dies 63.947 Acker mehr als im vorigen Jahr. Interessante Manöver haben am Mittwoch in der Umgegend von Metz stattgefunden und zwar unter der persönlichen Leitung des Kaisers Wilheli?.. der die Operationen bei derErstürmun. eines Forts leitete. Der Kronprin; Friedrich Wilhelm wohnte den Manövern bei. Es waren im Ganzen achtzehn Bataillone engagirt. Der Kaiser wird sich zunächst nack, Cadinen und dann nach Prökelmitz ans die Jagd begeben. Tie preußischen Eisenbahnen (tafc benachrichtigt worden, daß eine starte Auswanderung von ruthenischen Ivarmern n.'.ch den Ber. Staaten im Gange ist und daß in den nächsten paar Tage:' 6(00 Personen die Eisenbahnen nach Hamburg benutzen würden. Das ..Berliner Tageblatt" versichert, daß ber Handelsverkehr an der russischen deutschen Grenze zwischen russischen und deutschen Juden in Folge des I Erlasses mehrerer russischer Dekrete bedeutend erschwert worden sei. Das Kriegsamt hat während des Tages die folgende Depesche von dem deutschen Hauptquartier in Peking erhalten : Die Truppen des Generals Liu baben 45 Kilometer südlich von Pao Ting Fu 1000 Boxer angegriffen und auseinander aetrieben." Vom britischen Parlament. London. 16. Mai. Das Unterhaus verwarf am Mittwoch mit 226 gegen 102 Stimmen in zweiter Lesung die Vorlage, derzufolge das Gerichtswesen in Irland reformirt werden sollte. Timothy Healy und andere Nationaliiten griffen in heftiger Weise das jetzige Jury-System in Island an. unter dem. wie sie behaupten, die Katholiken außerhalb des Gesetzes gestellt würden. Sie befürworteten die Abschaffung der Grand Juries und des Zwangs - Gesetzes und erklärten, daß sie offene, ehrliche Tyrannei und die Abschaffung der Geschworenengerichte der jetzigen Prozedur vorzögen. Der Gcneral-Anwali für Irland, Herr Atkinson. verdammte die Vorlage. Er sagte, daß. solange die Nationalisten im Unterhaus offenen Widerstand gegen das Gesetz predigten und die Verftümmelung und Ermordung von Geirhmarentn autbieken. die Reaieruna , VfvV wwj TW " 1
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unter allen Umstanden von der Macht
Gebrauch machen müsse, die Juries auszuwählen. Die Mißachtung der Gerichte nehme in Jrand täglich zu und es sei eher nöthig, die Gesetze zu verschärfen als zu schwächen. Aus China. P e k i n g. 16. Mai. Bei einer Erplosion. die am Mittwoch im Arsenal zu Kalgan stattfand, wurden ein deutsmer Offizier und vier Gemeine verletzt. Drei deutsche Soldaten werden vermißt. Man glaubt, daß sie in Atome zerrissen worden sind. Die Deutschen sind der Ansicht, daß die Chinesen das Pulver-Magazin absichtItch in die Luft gesprengt haben. Dr. Mumm von Schwarzenstein gab am Mittwoch dem General Chaffee zu Ehren ein Abschieds-Bankett. in dem er sich sehr lobend über die Amerikaner aufsprach. Auf das Kompliment antwortend, sagte General Chaffee. daß er sich stets mit Vergnügen der Zeit erinnern werde. die er gemeinschaftlich mit den Deutschen verbracht und daß er sich glücklich schätze, den Grafen von Waldersee kennen und bewundern gelernt zu haben. Er drückte zum Schluß die Hoffnung aus. daß Graf von Waldersee über die Ver. Staaten nach Deutschland zurückkehren werde. Der Graf sagte, er hoffe, es möglich machen zu können, die Ver. Staaten zu besuchen. Verderblicher F e l s st u r z. R o m. 16. Mai. Viele Häuser de: j Stadt Acerenza. in der Provinz und 1 im Distrikt Potenza. sind durch ei nen Felssturz zerstört worden. So-! weit sind bereits 15 Leichen gefunden worden. Es sind Truppen nach dem Schauplatz des Unglücks geschickt wor-! den. Die neue russischeAnleihe Paris. 16. Mai. Der Prospek i fall für die neue russische Anleihe ist! veröffentlicht worden. Die Subskrip tionsbüchcr werden am 22. Mai aufge- j legt werden. Der Emissions-Preiz beträgt 98i; ein Zehntel der Sub-l skription ist zu bezahlen, wenn die Applikatisn gemacht wird, ein Fünftel , wenn die Bonds zugesprochen Werder; und der Rest um 2. Oktober und 2 Dezember. (sine Herausforderung an die französische R e -g i e r u n g. Paris. 16. Mai. Die unerwartetk Rückkehr des Marquis de Lur-Salucc-nach Frankreich wird vielleicht zni Folge haben, daß der Senat nochmals als Staatsgericht zusammenberufer rjeroen wird. Der Marquis ist ein be-! kannter Royalist und früheres Mitgliec der Deputirtenkammer. Er wurde im Jahre 1900 bei den Verschwörungsprodessentwegen Landesverraths in con-; tumaciam zu zehn Jahren Verbannung , aus Frankreich verurtheilt. Der Prä- j sident des Senats. Herr Fallie'es. er- i hielt nun während des Tages ein Schreiben von dem Marquis. daZ wie j folgt lautet : ..Im jetzigen Augenblick, da die! Regierung der Republik sich die größte Mühe giebt. Handel und Industrien zu 1 ruiniren, die nationale Arbeit zu pa- j ralysiren, die Armee zu desorganisiren j und die Religion zu zerstören mit , einem Wort, das Vaterland selbst ganz ' zu zerstören beabsichtige ickabermals eine öffentliche Diskussion über die ! Frage, wer die wirklichen Verschwörer j sind, die die Existenz Frankreichs be- j drohen, vor dem Senatsgericht zu veranlassen. Ich stehe Ihnen zur Verfü- I gung." Der Marquis de Lur-Saluces hatte , sich zur Zeit der Verschwörungs-Pro- j zesse nach Belgien geflüchtet, wo er von der Polizei scharf beobachtet wurde. Aus Frankreich. Paris. 16. Mai. Die politische Stille wird hier durch zwei Ereignisse in unvorhergesehener Weise unterbro--che. einmal durch die Rückkehr des Marquis de Lur Saluces und dann durch angebliche Enthüllung eines Skandals, in welchen Herr Monis. der Justizminister verwickelt sein soll. Letzterer soll zu resigniren beabsichtigen. Eine deutsche Firma, welche in der Ausstellung eine Auslage von Brandy hatte, war nicht mit einem Preise bedacht worden, weil der Brandy durch seine Farbe und die Art seiner Etikette eine allzu auffällige Imitation des echten französischen Cognacs darbot. Trotzdem ist diese Firma im Journal offiziell als preisgekrönt aufgeführt worden. Die Libre Parole" behauptet, daß Herr Monis als Ehrer -Präsident dieses Etablissements für die Fälschung verantwortlich sei und direkten Nutz-n aus derselben gezogen habe. Der Abgeordnete D'Ornano. welcher Charente. den Cognac - Distrikt, in der Kammer vertritt, hat nun dem Minister-Prasi-denten Waldek-Rousseau die Thatsacden übermittelt und wird in der nach.
sten Kammerjltzung etne Untersuchung der Angelegenheit beantragen. Die Rückkehr des Marquis de Lur Saluces wird in der ministeriellen Presse als ein Manöver der Royaliften und Klerikalen bezeichnet, um im Se nate die Annahme der Vorlage über Verein? und religiöse Orden zu verhindern, da der Senat seine regulären Geschäfte sofort unterbrechen und als höchster Gerichtshof das Verfahren gegen den Marquis aufnehmen müsse, der trotz des Verbots aus der Verbannung nach Frankreich zurückgekehrt sei. Nach Ansicht der ministeriellen Or gane wird dies indessen nicht geschehen, sondern der Senat wird in aller Eile die Vorlage erledigen und dann seine Aufmerksamkeit dem Marquis zuwenden. Letzterer ist bis jetzt noch nicht verhaftet worden. DiePost- Kontrovers k. K o n st a n t i n o p e l. 15. Mai, Die Botschafter haben von der Pforte eine Note erhalten, worin die Letztere ibr Bedauern darüber ausdrückt, das die Gefühle der fremden Gesandten durch die vorhergehenden Noten verletzt worden seien, und daß die Pforte auf die Mitwirkung der Botschafter hofft, um die Meinungsverschiedenheiten über die Postbestimmungen im Sinne der Pforte zu erledigen. Frau Narionwillappell i r e n. T o p e k a. Kas.. 16. Mai. Frau Nation, die am Dienstag schuldig befunden wurde. Murphy's Billard-Hallk zerstört zu haben, erklärt Berufung ein legen zu wvllen. Sie will sich in Zukunft selbst vertheidigen und eine Juri; ron Frauen verlangen. Ich hatte gegen zwei ungünstig Umstände anzukämpfen", sagte sie. meine Advokaten haben mir den Fall verdorben und dann befanden sich Anarchisten an der Jury. Ich bin nicht irrsinnig und ich bat meine Advokaten, keine solche Vertheidigung vorzubringen." Eine mysteriöse Affaire. W a s b i n g t o n. D. C.. 16. Mai James P. Ayres. 21 Jahre alt. von Port Arthur. Mich., wurde am Mittwoch Morgen in einem hiesigen Hotel todt aufgefunden. Sein Körper wies mebrere Schußwunden auf. Ayres war ein Clerk im CensusBüreau. Der Coroner Nevitt kam, nachdem er die Leiche in Augenschein genommen, zu der Ansicht, daß Ahrei ermordet worden sei. An der Feuerleiter vor dem Hotel wurden Blutflecke gefunden und ein Nachbar behauptet. Schüsse gehört und bald darauf gesehen zu haben, wie ein Frauenzimmel die Feuerleiter hinabkletterte. Einer der Gäsic des Hotels hörtt um 2 Uhr Morgens Hilferufe, aber ers! um 8 Uhr Morgens legte man dem Vorfall Wichtigkeit bei und es wurdi dann nach einem Polizisten geschickt. Das Anti-Lynchgesetz aufrecht erhalten. C o l u m b u s . O.. 16. Mai. Daz Ohioer sogenannte Anti Lynchgesetz ist vom Supreme - Gencht für giltig befunden worden, indem das Gericht das Urtheil des Kreisgerichts von Champaign Countv in dem Falle bestätigte. Click" Mitchell. ein Neger, war am 4. Juni 1897 in Urbana gelyncht worden. Sein Administrator. Benjamin F. Church. verklagte unter dem söge nannten Ohioer Anti-Lynchgesetz. web chcs das betreffende County in solchen Fällen haftbar macht, die Kommissäre don Champaign County auf $5000 Schadenersatz. Es wurde ihm auch der volle Betrag zugesprochen und die Enlfcheidung ist von allen Instanzen aufrecht erhalten worden. Hat 53000 zurückerhalten. St. Paul, 16. Mai. Leonart Wells, der Zigeuner, dem aus seinem
Zelt in hiesiger Stadt $3460 gestohlen worden waren, erhielt am Dienstaa Nachmittag per Post Depositen - Certifikate im Betrage von $3000 zurückgestellt. Der Dieb hat sich mit den $460 in Baar, die er vorgefunden, begnügt. Die Certifikate befanden sich in einem Couvert. das in Minneapolis auf gegeben worden war. In New York angekommen. New York. 16. Mai. Der Vize - Admiral Sir Cyprian Bridge, der zum Nachfolger des Admirals Seymour als Kommandeur der britischen Flotte in asiatischen Gewässern ernannt worden ist, ist mit seinem Stab mit dem Dampfer " "nie" von Liverpool hier angekomn 77.. Die Char' . Bankräuber verurtheilt. C h a r d 0 n . O., 16. Mai. Chas. Lowrey und Joseph Gallagher wurden am Mittwoch von dem Richter Gilmore wegen der Beraubung der Bank von Smith u. Fowler in hiesiger Stadt zu je zehn Jahren Zuchthaus verurtheilt. ' , .
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wink Und das Schlimmste steht zu befürchten. Der Präsident fyat seine Reise uach dem Nordwesten aufgegeben. Er wird öirekt mi) Wasliiny' ton zurückkehren, Sobald Iran McKinley die Reise ertragen kann. Der Streik in Albany, N. I. Tie Stadt von StaatStruppen besetzt. Blutige Krawalle fanden wahrend des Tages statt. Grubenunglück in West-Virginien. Frau McKinley gefährlich krank. SanFrancisco, Ca!., 15. Mai. In Folge der sehr schweren Erkrankung der Frau McKinley hat der Präsident am Mittwoch beschlossen, seine Reise nach dem ordwesten definitiv aufzugeben und direkt nach Washington zurückzukehren, sobald seine Gemahlin im Stande ist, die Reise zu ertragen. Schon seit mehreren Tagen war den Mitgliedern der Reisegesellschaft des Präsidenten bekannt, daß Frau McKinley's Zustand ein gefährlicher sei. die Thatsache wurde aber verheimlicht, da man hoffte, daß sie sich wieder erholen würde, wie dies schon öfters früher der Fall gewesen ist, und daß sie nach ein paar Tagen absoluter Ruhe wieder hergestellt sein würde. Ihr Zustand hat sich aber anstatt dessen verschlimmert und der Präsident kam am Morgen zu der Ueberzeugung, daß es Zeit sei, das Publikum von der wahren Lage zu benachrichtigen. Er wünschte auch, daß die Bewohner der Städte im Nordwesten, die so weitgehende Vorbereitungen für feinen Empfang getroffen haben, benachrichtigt würden, was ihn zum Aufgeben der Reise veranlaßt hat. Am Nachmittag wurde Dr. Henrr Gibbons von San Francisco als konsultirender Arzt hinzugezogen, und er brachte zusammen mit Dr. Rixey und Dr. Hirschfelder längere Zeit am Krankenbett zu. Frau McKinley war gefährlich krank, seitdem sie in der Residenz des Herrn Scott ankam. Das alarmirendste Zeichen ihrer Krankheit war von vornherein ihre extreme Schwäche. Ihre Lebensgeister sind fast ganz erschöpft und nur selten richtet sie ein Wort an die in ihrer Nähe Befindlichen. Der Präsident befand sich seit Tonntag Abend, die paar Stunden am Montag Nachmittag ausgenommen, als er sick nach San Jose begab, und während der drei Stunden, der er gestern der Parade zusah, beständig am Krankenbett. Es war ein großes Opfer, das der Präsident gebracht hat. daß er soweit die eingegangenen Verpflichtungen erfüllt hat. und er beabsichtigt auch fernerhin, an dem arrangirten Programm theilzunehmen, soweit ihm dies unter den Umständen möqlich ist. Am Mittwoch brachte der Präsident den ganzen Tag. mit Ausnahme einer blben Stunde, am Krankenbett zu. Die Mitglieder des Kabinets vertraten den Präsidenten bei den Festlichleiten in der Universität von Cakifornien und in Oakland. Der für Donnerstag geplant: Besuch auf Mount Tamalpais ist aufgegeben worden, wenn der Zustand der Frau McKinley es aber gestattet, wird der Präsident am Nachmittag dem Empfang beiwohnen. der von den verschiedenen Vetera-nen-Associationen veranstaltet wird. Die Krankheit der Frau McKinley hat einen Schatten über die ganze Stadt geworfen und auf hundert verschiedenerlei Weise hat die Bevölkerung ihrer Sympathie Ausdruck gegeben. Die Nachricht von der schweren Erkrankung der Frau McKinley ist offenbar schnell über das ganze Land gezogen. denn schon am Nachmittag trafen aus allen Theilen der Ver. Staaten Sympathiedepeschen ein. Um sieben Uhr am Abend war noch keine Besserung im Zustand der Fnrj McKinley eingetreten. Sie hat seit mehreren Tagen nur flüssige Nahrung zu sich genommen und ihre extreme Schwäche giebt zu den schlimmsten Befürchtungen Anlaß. Nach dem Diner, am Abend, spra chen die Kabinets - Mitglieder in der Scott'schen Residenz vor. Sie berichten, daß der Zustand der Frau McKinley unverandert sei. Wenn sie bei Besinnung ist.
Tttwn ftt cen Pranoenlen, uno lvcu :r nicht im Zimmer ist. fragt sie nach :bm. Man glaubt nicht, daß sie sich in lugenblicklicher Gefahr befindet, bei hrem geschwächten Zustand ist es aber rnmerhin möglich, daß der schwache Ledensfunken erlischt. Der S t r a ß e n b a h n - S t r ei k in Albany. Albany, N. Y., 16. Mai. Die Lage hier hat sich so ernst gestaltet und Die Streiker haben eine so herausfordernde Haltung angenommen, daß Äouverneur Odell seinen beabsichtigten Besuch verschiedener Staats - Jnsti:ute verschoben hat und nach dem Exekutiv - Gebäude zurückgekehrt ist. 2000 Nilizen befinden sich in der Stadt und 2500 sind marschfertig, um auf den ersten Befehl Gouverneur Odell's sich nach Albany zu begeben. So lange wie die Straßenbahn-Ge-I ellschaft es nicht versucht, den Betrieb wieder aufzunehmen, verhält sich die lausendköpfige Menge der Streiker und ihrer Freunde ruhig, aber in dem Augenblick, da die Straßenbahn - Ge-
sellschaft die Cars laufen lassen oder nicht zur Union gehörige Arbeiter nach ihrem Depot bringen will, geht der Tu- ! mult los. 75 nicht zur Union gehörige Arbeiter trafen kurz vor 6 Uhr im Union Depot ein und unter einer starken Eskorte I von Kavalleristen und Polizei, legten ! dieselben den etwa l Meilen langen Weg bis zum Straßenbahn - Depot an , der Quail Straße zurück, wobei es an jeder Straßenecke zu Zusammenstößen mit den Streikern kam. Mit Wuthverzerrten Gesichtern durchbrache die I enragirtesten der Streiker den Polizeikordon. umdrängten die im scharfen ; Trabe sich vorwärts bewegenden Kaj valleristen und machten die größten Anstrengungen, um an die neuen Leute. ! welche sich innerhalb der schützenden , Linie befanden, heranzukommen. Nur wenige der letzteren kamen bei ! dem allgemeinen Renkontre mit heiler Haut davon. Steine und andere WurfI geschosse prasselten hageldicht auf sie i nieder und wenigstens ein Dutzend der ; Leute erlitten ernstliche Verletzungen. lrwa ein Dutzend Andere verloren, als I sie die wuthschnaubende Menge gegen . sich anstürmen shen. den Muth, sie ! sprangen von den Wagen, auf denen I sie transportirt wurden, herunter und I mischten sich unter die Streikenden. 6000Leute erwarteten an derStation die Ankunft der Streikbrecher. 50 Po- ! lizisten versuchten vergebens, die nach j dringende Menge zurückzudrängen. Es ! gelang mit vieler Mühe, vorn ein Weg I durch die Menge frei zu machen, aber ! an beiden Seiten standen die Menschen- ' massen wie lebende Mauern und jeder ! Versuch, sie fortzutreiben, scheiterte. ; Die neuen Ankömmlinge waren in einer Alley nahe bei )em Depot auf große , Transportwagen verladen worden und das Erscheinen derselben war das Sig- ! nal zu beispiellosen Scenen. Hoch i oben in den Fenstern eines Hauses a.l i Broadway brüllte ein wild aufgeregter , Kerl einen Fluch auf die Häupter der i Streikbrecher herunter und 10.000 ra- ! biate Gesellen in den Straßen antworj teten darauf. In geschlossener Pha- ; lanr warf sich die Polizei über die i Strafe, um cin Nachdrängen der Men- ! fchenmassen zu vereiteln. Doch vergeblich. Die dünne Linie der Polizisten i wurde von der brandenden Menschen- ! menge mit elementarer Gewalt fortge- , rissen. Die Menge drängte den Streikbrechern in dichten Massen nach und eben- ! solch dichte Massen versperrten ihnen i vorn den Weg. Mit der größten An- ! strengunz gelang es den berittenen ! Truppen, den Weg für die Fuhrwerke frei zu machen, welche unter einem Steinhagel mit möglichster Geschwindigkeit den Berg hinauf und an dem Kapital vorbeifuhren. Hier sah man sich einer ebenso tumultuarischen Menge gegenüber und nur durch ein geschicktes Manöver zweier Kompagnien des 10. Bataillons gelang es endlich, die gefährdeten Leute in Sicherheit zu bringen. Diese beiden Kompagnien waren in Chapel Straße versteckt und sobald das Kavallerie-Detachement mit den Streikbrechern diesen Punkt passirte, stürzten beide Kompagnien aus dem Hinterhalt über die State Straße und schnitten die Bedrängten von ihren Verfolgern ab. Die blitzenden Bajonette verfehlten ihre Wirkung nicht. Auf einem Flügel zwnr gerieth die Stellung der Kompagnien in's Wanken. aber im Ganzen wurde durch das Manöver der gewünschte Erfolg erreicht und die Verfolgten bekamen Luft. Vor Angriffen waren dieselben allerdings noch immer nicht sicher. An allen Straßenecken flogen Steine und Knüppel auf sie nieder und als man vor dem Straßenbahn-Depot ankam. blockirten wieder Tausende den Eingang. Die Infanterie ging nun it gefälltem Bajonett vor und nach mehreren Angriffen wurde endlich ewe Bresche in die Mauer der VtreUer e-
! legt und die Stretlbrecyer Mer m daZ Depot hineingebracht. Al b a n y. N. Y., 16. Mai. Edj ward M. Hoffman. von Elmira. GeneI ral-Adjutant der Nationalgardc und
Chef des Stabes des Gouverneurs, ist hier am Mittwoch plötzlich gestorben. Er sprach mit dem Generalmajor Roe über die Disposition der hier versammelten Truppen, als er plötzlich ohnmächtig wurde. Er wurde nach seinem Zimmer gebracht, starb aber, ehe ein Arzt herbeigeholt werden tonnte. Gen. Hoffman war ungefähr 50 Jahre alt. Bankraub. Munfordville, Ky.. 16. Mai. Am Mittwoch Morgen um zwei Uhr drangen Einbrecher in das Gebäude der Hart County Deposit Bank and Trust Company ein und stahlen mehr als .D3000. Der Geldschrank wurde mit Nitro - Glycerin gesprengt. Auch drei Privatkästen, die Geld und WcrthpaPiere enthielten, wurden gestohlen. S e l b st m 0 r d e. New York. 16. Mai. Frau Edith Thomas, die bekannte Schriftstellerin und Freundin der Armen, hat sich am Dienstag Abend in hiesiger Stadt erschossen. Frau Thomas war kränklich und in letzter Zeit entmuthizt in Folge des Elends, das unter den Kindern der ärmeren Klassen in de: Stadt, in deren Interesse sie viele Jahre lang gewirkt hat. herrscht. Die bekannteren Bücher, die Frau Thomas geschrieben hat, sind: Jßoux Money or Your Life". Croh Kriß" und A Modern Rosalind". Frau Thomas hatte sich seit Jahren bemüht, die Lage der Kinder der Armen in den Miethskasernen zu verbessern. Tacoma. Wash.. 16. Mai. John Fan, ein Angestellter der Seattle öridge Co. in La Conner. Wash.. schalt am Dienstag seinen iß Jahre alten Crchn wegen eines geringfügigen VerGebens. Dies verletzte den Knaben in solchem Maße, daß er sich ein Gewehr l,olte und sich mit einem Schuß in den Kcpf tödtete. Der Vater, der den Schuß hörte, eilte hinaus, und als er den Knaben im Tokämpf auf dem Boden liegend sah, ergriff er das Gewehr und er jagte sich ann selbst eine Kugel in den Kopf, sod.'.ß er todt, neben sewem Sohne zusammenbrach. Die Katholischen Ritter von Amerika. gJg , i S t. L 0 u i s . Mo.. 16. Mai. In der heutigen Sitzung der Katholischen Ritter von Amerika wurde beschlossen, das Salär des Supreme-Präsidenten von ß1000 auf $1500 zu erhöhen, dasienige des Supreme - Sekretärs von $3,500 auf $4,000 und des SupremeSchatzmeisters von $2,000 auf $2,500. Der upreme - Präsident kündigte unter Anderem in seinem Jahresbericht .n, daß das Vermögen der Organisation jetzt $542.682 betrage, die in Ver. Staaten, städtischen und CountyLonds angelegt seien. Ein Flußdampfer verb r a n n t. , Evansville. Ind.. 16. Mai. Der Dampfer ..Owensboro". ein Schleppdampfer, der der Green River Coal Transportation Company von hier gehörte, ist in der Nacht zum Mittivoch bei Calhoun, Ky., auf den Was,'erspiegel verbrannt, und es kamen dabei vier Männer um's Leben. Das öoot hatte keinen Nachtwachmann und war in Calhoun festgemacht. Das Feuer brach ungefähr um elf Uhr Abends aus und verbreitete sich mit grotze? Schnelligkeit. Der Kapitän Eastman und der Ingenieur Robinson von hier retteten sich mit vieler Mühe. Die beiden Heizer. Crenshaw und Brinkmann. kamen um's Leben. ' Das Boot hatte einen Werth von
$6000. Die Prohibitionisten von Ohio. A k r 0 n. O., 16. Mai. Die Staats-Konvention der Pohibitionisten trat am Mittwoch hier zusammen. Richter Heaton L. Peeke von Sandusky hielt die Hauptrede. Er ließ sich in scharfer Weise über die Union Reform Partei aus, von der er sagte, daß sie die Prohibitions-Partei gespalten habe. Obgleich aber die Prohibitions-Partei . allein dastehe, befinde sie sich in bedeutend besserer Verfassung wie früher. In einer Massenversammlung, die am Abend im Grand Opera House stattfand, hielten Clinton N. Howard von Rochefter. N. Y.. und O. W. Stewart, von Chicago. Vorsitzer des Nationalen Prohibitions-Kommittees, Reden. Am Abend wurde von den Führern prophezeit, daß E. I. Pinney. von Cleveland, für das Gouverneursamt nominirt werden wird, und der Rev. F. H. McLain. von Toledo, zum Vize Gouverneur. , Weitere Depesche aus Seite 5 i 1 Xt
