Indiana Tribüne, Volume 24, Number 238, Indianapolis, Marion County, 15 May 1901 — Page 1
1
.1 " Jndiann Tribüne f i3wS3&fii$Ä 1 1 -... ,,'x Vw'," iiliij $ Caae und -.MI" f. onntagsblatt f onr.taesMatt 100cr Vochc. IOo pcr W ??iS9SÄSS 4S6S5 Grscixeint fcen :a4imüt3 un onnia Morgrs. Jahrgang 24. Indianapolis, Ind.. Mittwoch, den 15. Sftai 1901. No. 238
K
4
,
. 1
-
J
??LS
.
China's Antwort
Ans die Joröf ninp öcrJIiüdjlc China erklärt sich todt die gcfoidette Schadenersatzsumme zu bezahlen Und erbietet sich jährlich 10, 000,000 aufzubringen. Bis die ganze Summe bezahlt ist. , Verschiedenes aus dem deutschen Reich. Amerikanische Banditeu auf den Philiupincn. Furchtbare Feuersbruust In Russischer . ; Polen. & 4 . nj. "S Aus China. Peking. 15. Mai. Die chinesischen Bevollmächtigten haben den Gesandten ihre Antwort auf die gemein jchaftliche Note geschickt, in der eine Gesammtentschädigung von 450.000.000 Za&i ($327,000,000) verlangt wird. Die Antwort der Chinesen ist ziemlich lang und sie erscheint beim ersten Durchlesen befriedigender als, die meisten Gesandten erwartet hatten. In dem erste Paragraphen wird erklärt, dah China nicht im Entferntesten sie Absicht habe, der Bezahlung seiner gerechten Verpflichtungen aus dem Wege zu gehen; daß es sich verpflichtet labe, alle legitimen Ausgaben der VerKündeten und allen den Ausländern wirklich zugefügten Schaden zu ersetzen, und dieses Versprechen auch halten werde. In dem dritten Paragraphen heiht es, daß die Resourcen Chinas immer kleiner würden. In den letzten Jahren sei die Regierung im Stande gewesen, inr ungefähr 88,000,000 Tais ($61,000,000) jährlich aufzubringen, wovon 24.000.000 Tals (Z17.000.000) für Die Bezahlung der Kriegsanleibe nöthig seien und 16,000,000 Taßls ($11, 300,-000) für andere auswärtige Anleihen. Nachdem dann nochmals des Längeren auf die Abnahme in den Ein künften hingewiesen und die auswärtigen Anleihen aufgezählt wurden, für die ein großer Theil der Einnahmen verwendet werden müssen, schlagen die chinesischen Bevollmächtigten vor. daß China jährlich 15.000.000 Tals $10,300.000) in monatlichen Zahlungen an die Mächte entrichten wolle, bis oie ganze Schuld getilgt sei. Weder in der Note der Gesandten noch in der Antwort der Chinesen ist :in Wort von Zinszahlungen gesagt. Leute, die mit den chinesischen Finanzverhältnissen genau vertraut sind, sind der Ansicht, daß China wirklich nicht mehr thun kann. Li Hung Chanz wünscht, daß die. Kosten-Rechnungen der Mächte von dem Hager Tribunal untersucht werden sollten, es ist ihm aber zu verstehen gegeben worden, daß wenn er eine solche Forderung stellen sollte, die Besetzung chinesischen Geöietes seitens der Verbündeten, die mehrere Millionen Tals den Tag kostet, andauern würde, bis die Eramination im Haag beendet ist. Die jährlich zu bezahlenden 15.000.090 Tals sollen wie folgt aufgebracht werden: Salzsteuer 10.000,000 Taöls. von den Likinq-Steuern 2,000.000 und von chinesischen Zöllen 3.000.000 Tals. In der Antwort wird ferner darum ersucht, daß die Marine-Zölle um ein Drittel erhöht werden und die Mehreinnahmen der chinesischen Regierung zugewendet werden sollten. Die Gesandten weigern sich, etwas über die Antwort zu sagen, solange diese noch nicht m der Konferenz besprachen worden ist. B e r l i n , 15. Mai. Die Nachricht, deß China sich bereit erklärt hat, die verlangte Schadenersatzfumme zu bezahlen, ist hier in allen Kreisen mit Ve. fuedigur.g aufgenommen worden, denn ganz Teutschland wünscht das Ende der Kampagne in China. Aus dem Deutschen Re-ch. Berlin. 15. Mai. Herr Krupp kaufte vor einiger Zeit eine Kobl-n-grübe in Westphalen, die dem Ko' ?nSyndikat gehörte. Das letztere eigerte sich aber, Herrn Krupp die aus der Grube geförderten Kohlen zu überlassen und er strengte deshalb eine Klage gegen das Kohlen-Syndikat an. Die Frankfurter Zeitung kündigt nun an. daß der Prozeß gegen Herrn Krupv entschieden worden sei. Die Wörmann Dampfer-Linie, die zwischen Hamburg und der Westküste von Afrika fährt, hat vier neue Dampfer bestell:. Zwillinge.. Frankfurt aM.. 15. Mai. - .
i ;
te Prmzeyin Friedrich Karl von yep sen, die jüngste Schwester des Kai'erz Wilhelm, ist am Dienstag Morgen von Zwillingen entbunden worden. Das Wrack der ., Eolusa" gefunden. N a n a i m o , B. C., 15. Mai. -Das Wrack des amerikanischen Schiffes Eolusa" ist in einer felsigen Bucht ar Südwestseite des Reunill-Sundes Queen Charlotte Island, aufgefunden worden. Das Schiff war anscheinend auf hoher See von der Mannschaft abgetakelt und verlassen worden. In der Nähe der Bucht wurde keine Spur von einem Lagerfeuer oder anderen Zeichen gefunden, die darauf schließen lassen könnten, daß sich noch Jemand an Bord befand, als das Schiff in die Bucht ge trieben wurde. DieHandels-Kombination gegen die V e r. S t a a t e n. Berlin. 15. Mai. In Regierungskreisen wird in Abrede gestellt, daß Unterhandlungen zur Bildung einer Handels-Liga gegen die Ver.Staaten zwischen Deutschland und Oesterreich im Gange seien. Die Idee hält man angesichts der Verschiedenheit der Rassen- und Handels-Jnteressen für unausführbar. Auch der hiesige amerikanische Botschafter, Herr Andrew D. White, und der Ver. St. General-Konsul, Herr Frank Mason, erklären, nichts von einem solchen Plan gehört zu haben und sie drückten auch die Ansicht aus, daß keine zwei Nationen in Europa zuGunsten eines solchen Planes seien. London. 15. Mai. Die Idee einer gegen Amerika gerichteten Handelskombination erregt hier, wie auf dem Kontinent ziemlich große Auf-! merksamkeit, namentlich auf dem Kon-! tinent. wo die Zeitungen sich angelegentlich mit einem angeblichen Jnterview beschäftigen, in dem I. Pierpont Morgan erklärt haben soll, daß ,.er und seine Freunde nicht nur den britischen Markt erobern, sondern auch noch die Konkurrenz Deutschlands Paralysiren würden." Das Gerücht von einer deutsch-öster-reichischen Kombination findet deshalb bei den kontinentalen Zeitungen viel Anklang, obgleich zugestanden werden muß, daß es sich vorläufig noch um eine bloße Idee handelt. Hier ist man der Ansicht, daß man sich in deutschen offiziellen Kreisen der Gefahr der amerikanischen Konkurrenz" als Schlachtruf bedienen will, um die Agrarier zu veranlassen, der Kanalvorläge zuzustimmen, wie auch, um auf den Werth der kommerziellen Freundschaft zwischen Deutschland und Rußland hinzuweisen, welche beiden Mächten, der Kölnischen Zeitung gemäß, auch ohne das übrige Eurspa einen solchen Druck auf Amerika ausüben könnten, daß dieses gezwungen würde, seine Politik dem europäischenHandelssystem anzupassen. Verschwörung gegen den S u l tan. W i e n . 15. Mai. Die hiesigen Zcitungen veröffentlichen angebliche Ein?.elheiten einer Verschwörung der JungTürken, welch' letztere die Absicht geliabt haben sollen, den Sultan Abdul Hamid zu entführen und seinen jüngeren Bruder, den Prinzen Mohamed Rechad, an seiner Stelle auf den Thron zu erheben. Es wird versichert, daß der Plan von dem Sekretär des Sultans. Jzzet Bey, vereitelt worden sei. Viele Personen, die mit der Verschwörung in Verbindung standen, sollen verhaftet worden sein. Die Lage in Spanien. Madrid. 15. Mai. Der Kabinetsrath hat beschlossen, den Belagervngszuftand in Barcelona aufzubeben und Catalonien und anderen Prooinzen einen gewissen Grad von Selbstverwaltung zuzugestehen. Verhaftungen in Rußland. Berlin, 15. Mai. Eine Depesche des Lokalanzeigers" aus St. Petersburg enthält die Mittheilung, daß Maxim Gorkie. ein bekannter Schriftsteller, und Wengeroa. ein Rcdokteur, sowie die Schwester des Letzteren von der Polizei verhaftet worden seien', die Tag und Nacht nach einer ge-l-eimen Presse sucht, auf der die revolutionären Proklamationen georuckt werden, die fortwährend unter den Arbeitern vertheilt werden. Wie dir Briten in Afrika Krieg führen. London, 15. Mai. Einem offiziellen Bericht zufolg? sind vom Juni 1900 bis Januar 1901 im OrangeStaat und im Transvaal 624 Farm-, gebäude. Fabriken und Wohnhäuser von den Militärbehörden niedergebrannt worden. Königlicher Besuch. Abbazia, 15. Mai. Der Köniz! und die Königin von Rumänien besuche ten am Dienstag Morgen den Kör.-; Geora von Griechenland an Bord de?
griechischen Kriegsschiffes Psara" und blieben bis um halb vier Uhr Nachmittags an Bord des Schiffes. Ein Riesen - Brand. St. Petersburg. 15. Mai, In Brest-Litowsk, in der Provinz Warschau, sind 652 Häuser, einschließ' lich von 190 Läden von einer Feuersbrunst zerstört worden. Der Verlust wird auf elf Millionen Rubel abgeschätzt. Die ungarische WeizenErnte. Budapest, 15. Mai. Einer offiziellen Ankündigung zufolge, ist di; unzarische Weizen- und Roggen-Ernte eine mittelmäßige. Auch Gerste ergieb! eine mittelmäßige Ernte, außer in der nördlichen Gebirgs - Distrikten. Mildes Wetter und Regen sind jetzt drin gend nöthig. Amerikanische Kohlen. London, 15. Mai. Die Daild Mail" veröffentlicht die folgende Depesche aus Genf in der Schweiz : I? Anbetracht der Thatsache, daß die deut schen Kohlenhändler die Preise erhöhen, haben die schweizerischen Eisenbahner und Fabriken ein Anerbieten der Rockefeller Coal Co. angenommen, de? Schweiz amerikanische Kohlen zu demselben Preise zu liefern, für welche du deutschen sie bisher geliefert haben." Alles ruhig in San Dom i n g o . SanDomingo.15. Mai. Dei Aufstand in den Provinzen Moca unr La Vega ist bereits unterdrückt. Di Regierungstruppen unter Befehl deVizepräsidenten Vasquez haben die Rebellen auseinandergetrieben und ihn Anführer gefangen genommen. Dit Regierung steht fest und die Geschäftt bessern sich. Amerikanische Räuber aus
den Philipinen. M a n i l a , 15. Mai. Die Polize' hat eine Bande amerikanischer Briganden unschädlich gemacht, die seit einiger Zeit in der Provinz Pampangs nördlich von Manila ihr Unwesen getrieben hat. George Raymond, Ulrick Rogers und Oscar Mushmiller sink eingefangen worden und Andrew Martin. Peter Heise, George Muhn unt zwei Andere werden noch verfolgt. Diese Bande hat in Bacalos in dei Provinz Pampanga und Umgegend sei! längerer Zeit Verbrechen aller Art begangen, gemordet, geraubt und geschändet und am letzten Sonntag ha sie noch einen Amerikaner Namen! Henry Dow ermordet. Manchmal gaden sich die Männer als amerikanisch Deserteure, dann aber auch wieder ali amerikanische Soldaten aus. Georg! Raymond trug eine Hauptmanns-Uni-form. Raymond und Martin warer, früher Polizisten in Manila. 346e stöhlen. St. Paul, Minn.. 15. Mai. -Leonard Wells, ein Sohn des Zigeu-ner-Königs Jsaac Wells, berichtete bei hiesigen Polizei, das Jemand aus sei nem Zelt an University Av. $3460 ge: stöhlen habe. Von diesem Betrag, waren $460 Gold und Silber und di. übrigen $3000 bestanden aus Deposi ten-Certifikaten von mehreren Banker in anderen Staaten, hauptfächlich ii Ohio. Eine Gegen - Kombination East Liverpool, O., 15. Mai Die kleinen Töpfereien in dem hiesiger Distrikt bilden eine Kombination zun gegenseitigen Schutz gegen die Konkurrenz der größeren Fabriken. Die neu, Kompagnie wird die East Liverpoo Potteries Company" genannt werden Chicagoer Kapital unterstützt das Projekt. Die Musiker - Konvention Denver. Col.. 15. Mai. Die amerikanische Musiker-Föderation, die jetz: ihre Jahres-Konvention hier abhält nahm am Dienstag eine Resolution an in der die Rag Time" Lieder als musikalisches Blech" bezeichnet werden unl in der die Mitglieder ferner verpflicht tet werden, alle möglichen Anstren. gungen zu machen, das Spielen un Publiziren solchen musikalischer Blechs zu unterdrücken und zu discouragiren." Es wurde auch beschlossen, die nächste Jahreskonvention in Buffalo abzuhalten. French Mary begeht Selbstm o r d. Pittsburg, Pa., 15. Mai. - I Frau Mary Leonard, besser als Frenä Mary" bekannt, eine Marketendern während des Bürgerkrieges und ein, ler interessantesten Figuren jener Zeit hat sich in der Nacht zum Dienstag ir ihrer Wohnung Hierselbst vergiftet. Frau Leonard diente während de; ganzen Krieges mit dem 114. Pennsylvanier Freiwilligen Regiment, und st, zeichnete sich in einer Anzahl vor Schlachten in hervorragender Weis, aus. Sie erhielt dafür lobende Aner kennuna und eine Tapferkeitsmedaille
leise Des plffleiilen.
Formeller Empfang in San Francisco. , Das Befinden der Frau McKiule etwas besser. , StraßcndahN'Streik in Albany, M' A. A. - Die Ankunft von Nicht-Uniomfte das Signal zu blutigen Krawallen. Staatstrnppen während der Nacht hcrausbcoröcrl. m Weiteres über den Untergang der Ein of Paducah". ' Fünfzehn Personen dabei umgekommen darunter sechs Weiße. Canie Nation in Topeka schuldig befunden. Konvention der Katholsschen Nittei von Amerika. DieReise de s P räsidenten San Francisco. 15. Mai Präsident McKinley hielt spät an Nachmittag seinen formellen Einzug ir die Stadt und wurde vom Mayor I D. Phelan begrüßt. Unter Begleitung einer aus Land- und Seetruppen be stehenden Eskorte fuhr er durch di Hauptstraßen der Stadt und wohnt, am Abend einem öffentlichen Empfang, in der großen Halle des Marktstraßer Fährgebäudes bei. In Folge des prekären Zustandevon Frau McKinley hat der Präsiden seinen Besuch der Stanford Unioersitä aufgegeben und beschlossen, nur der Festlichkeiten während dieses Tages ii San Francisco beizuwohnen. Um 2 Uhr 40 Minuten begab er sick von der Wohnung des Herrn Scot nach der Station an der Valencia Straße, wo er den Zug. der das Ka binet und seine sonstigen Reisebeglei ter brachtete, erwartete. Hier empfinc auch Mayor Phelan den Präsidentei und begrüßte ihn im Namen der Stadt Präsident McKinley bestieg den Zug der ihn zur 3. Straße Station brachte und sobald sich der Zug mit den Gäster in Bewegung setzte, begannen di, Glocken zu läuten, die Dampfpfeifen z; ertönen und Taufende von Stimmer hießen den Präsidenten in der Stad vom goldenen Thore willkommen. Ar der 3. Straße Station bildete sich di, Prozession, unter deren Begleitung dei Präsident in die Stadt einzog. Im Wagen des Präsidenten befan den sich Mayor Phelan und Jrving M Scott, der Präsident des Erekutiv Kommittees. Hinter seiner Kutsch, folgten die Wagen mit den Kabinets Mitgliedern, Gouverneur Nash vor Oio nebst seinem Stäbe und die Kon greß-Delegation von Ohio. Dann folg ten 4000 Mann Truppen, Infanterie Kavallerie und Artillerie von dem Pre sidio, unter Führung des General! Shafter, und 1000 Matrosen und See soldaten von den Kriegsschiffe? Iowa", Philadelphia" und Wiscon sin", unter Führung von Admiral Ca sey. Der Enthusiasmus der Bevölkerung der ganzen Marschlinie entlang vai großartig und unter brausendem Jube zog der Präsident in die Stadt ein Die ganze Marschroute war mit Flag gen, Bannern und Fahnen prächtig ge schmückt. Bei der Van Neß Avenue an gekommen, ließ der Präsident die Pa rade Revue passiren und begab sick dann zur Wohnung des Herrn Scotzurück. Um 8 Uhr Abends fand ein Empfang im Market Straße Fähren-De pot statt. Die riesige Halle war glän zend illuminirt. Mayor Phelan hiel eine kurze Begrüßungsrede, worau' der Präsident einige passende Worte er widerte. Am südlichen Ende der Halle wo der Präsident inmitten seiner Kabi netsmitglieder Aufstellung genommer hatte, defilirte dann die tausendköpfig, Menge vorbei. Der Präsident schütt 'lt, den Vorübergehenden nicht die Hand sondern erwiderte die Grüße derselbe? durch eine Verbeugung. Der Untergang der Citi of Paducah". St. Louis. Mo., 15. Mai. Di, erste adthentische Nachricht über der Untergang des Dampfers City of P ducah" von der St. Louis & Tennesse, River Packet Co. ist nach Eintreffer des Dampfers City of Clifton" er langt worden, der am Morgen um hall drei Uhr mit den Ueberlebenden a: Bord hier ankam. Es Üellte ich dann heraus- dan be
der KataUropye 15 Personen ums Le ben kamen, sechs Weiße und neun Farbige. Die Verunglückten sind: Dr. I W. Bell von Cuba Landing. Tenn., Frl. Mabel Gardiner von St. Louis' Charles Johnson. 84 Jahre alt. Deck Wächter; Frank Gardner vonPaducah Ky.; zwei weiße Heizer, Namen unbekannt, und neun farbige Deckarbeiter Die City of Paducah" legte n halb neun Uhr Abends in Brunkhorst'Landing an und nahm eine Anzahl Sacke mU Welschkorn an Bord. Aldas Boot wieder im Begriff war. av zufahren, wurde der Achtertheil von de, Strömung mit großer Gewalt geqn das Ufer geworfen und dabei riß ein Baumstamm, der am Ufer imSchlamm steckte, ein großer Loch in den Rumpf, durch welches das Wasser in großen Massen einströmte. Schon nach drc', Minuten ragte nur noch das Dach, das Texas-Deck und das .Lootsenhaus aus dem Wasser heraus. Die Offiziere halfen sofort, als da? Boot anfing zu sinken, den Passagieren, daö Kajütendach zu erreichen, von wo aus sie mit Booten ans Lands gebracht wurden. Frl. Mabel Gardner von Sr. Louis schlief in ihrer Kajüte, als der Krach kam und ste kam wahrckrinlich vms Leben, weil sie versuchte, sich an--zukleiden. Die anderen Passagiere hatten, wie sie waren, in ihren Na.htkleidern Rettung gesucht. Die Leiche des Frl. Gardner wurde im vorderen Theil der Kajüte gefunden. Die Leiche des Dr. Bell ist noch nicht gefunden worden. Die farbigen Deckarbeiter, die umkamen, befanden sich zwischen den Maissacken auf dem unteren Deck. Das Boot legte sich schon in der ersten Minute stark auf die Seite und die Folge war. daß sich die Ladung verschob und di? meisten der Deckarbeiter unter den Säcken begraben wurden, wo sie entweder erstickten oder ertranken. Straßenbahn st reik in Albany. N. Y. A l b a n y . 15. Mai. Der Versuch der hiesigen Straßenbahn-Kompagnie. mit nicht zur Union gehörigen Angestellten den Betrieb fortzusetzen, ist am ersten Tage kläglich gescheitert. Um IC Uhr Morgens öffneten sich die Thüren der Wagenremise und eine Car fuhr aus. Wüthendes Geschrei der tausendköpfigen dort versammelten Menge empfing dieselbe und sofort wurde der Versuch gemacht, in dieselbe einzudringen. was indessen von den Polizisten erfolgreich vereitelt wurde. Mit voller Geschwindigkeit fuhr die Car wei ter und ehe die erregte Menge recht zur Besinnung kam, hatte sie bereits eine beträchtliche Wegstrecke an der QuailStraße zurückgelegt, erreichte bald darauf die Union Station und kehrte aus demselben Wege zurück. Die zweite Car war mcht so gluck: lich. Mit einer nicht uniformirten Bemannung von vierMann versehen, fuhi dieselbe aus und wüthend drang die Menge auf dieselbe ein. Es gelang der Polizisten, die Angreifer temporär zu: rückzutreiben und einem Kommittee dei Streiker wurde Erlaubniß ertheilt, sid; der Car zu nähern und mit der Bemannung derselben zu verhandeln. Letztere lehnte eine Aufforderung dei Streiker, sich ihnen anzuschließen, al und der Motormann setzte dieselbe wieder in Gang, als die Menge einen erneuten Angriff auf dieselbe unternahm Hageldicht sausten Steine und anden Wurfgeschosse auf dieselbe nieder. Der. beiden Polizisten, welche die Car bei der Ausfahrt bestiegen hatten, wurder die Helme eingeworfen und sonstige Verletzungen zugefügt und in weniger Minuten waren sämmtliche Fenster dei Car in Trümmer und die Car selbst demolirt. Die Leute auf derselben versuchten sich vor dem Steinhagel fc gut wie möglich zu schützen, doch vergebens. Ein schwerer scharfer Stein tras den Motormann an den Kopf, daß a besinnungslos in sein Blut auf die Platform niedersank; sein Assisteni sprang an seine Stelle und versuchte die Car weiterzufahren, doch schon nack wenigen Schritten stieß sie auf eir Hinderniß mit solcher Gewalt, daß alle Insassen vorwärts geschleudert wurder und einer der Kondukteure in einer Haufen zerbrochenes Glas fiel, wodurck er sich schwere Schnittwunden zuzog Die Angestellten schlössen sich dann der Streikern an und der verwundete Motormann wurde nach dem Hospital gebracht. Fünf Verhaftungen wurder vorgenommen und damit endete dei Versuch des ersten Tages, den Betrie! der Straßenbahn aufrecht zu erhalten. Nach eingetretener Dunkelheit begaben sich die Tausende der Streikern und ihre Freunde, welche am Tage Wach; gehalten hatten, nach Hause, aber ebensoviele Tausende lösten sie ab. um auch während der Nachtstunden das Auslausen der Cars zu verhindern. Me Polizei erklärte sich im Laufe des Na ! mittags nicht im Stande, den Tausenden von rabiaten Streikern gegenüber die Ordnuna aufrecht zu erhalten
' ,
sMo ütz Verrreosiener McNamara wandte sich an General Oliver, dem Kommandeur der dritten Brigade, um Schutz. Er sagte, die Kompagnie sei entschlossen, den Betrieb wieder aufzunehmen und wenn die Miliz des ganzen Landes zu ihrer Beschützung her angezogen werden müßte. General Oliver ließ sofort das 10. Bataillon von Albany. aus 4 Kompagnien bestehend, und das dritte berittene Signal Corps in ihre Zeughäusern antreten und avisirte den Rest der Brigade. sich in Bereitschaft zu halten. Die Lage ist eine sehr drohende und der Tumult am Vormittag war voll von aufregenden Zwischenfällen. Später wurde auch das 23. Regiment von Brooklyn aufgeboten und dasselbe wird am Mittwoch Mittag in Albany erwartet. Ein Wagen von nicht zur Union gehörigen Leuten, welche von der Gesellschaft ausgeschickt war. die von den Streikern zerschnittenen Leitungsdrähte wieder zu repariren, wurde bei einbrechender Dunkelheit von den Streikern angegriffen. Unter einer Eskorte von 50 Polizisten, darunter zahlreiche Berittene, verließ der Wagen die Stalion und fuhr mehrere hundert Aardd von der Süd Quail Straße entlang durch eine mehrere Tausend Personen zählende Menge. Kaum hatte der Wagen indessen Halt zemacht und die Leute Anstalten getroffen. an die die Arbeit zu gehen, so erfolgte ein allgemeiner Angriff auf dieselben. Aus den leeren Baustellen, Seitenfenstern und von den Häufern herab wurde ein solcher SteinHagel auf dieselben geschleudert, daß sie sich flach auf die Wagen werfen mußten, während die berittenen Polizisten mit Knüppeln die vordersten der Angreifer zurückschlugen. Den Anstrengungen der Polizei gelang es schließlich, die Leute nach der Station zurückzudrängen. Zwei derselben waren ziemlich schwer verletzt, aber auch viele der Tumultuanten waren durch Knüppelhiebe verwundet worden. Drei Personen wurden verhaftet. ilarrie Nation schuldig be, funden. Topeka. Kans.. 15. Mai. Die Geschworenen haben Frau Carrie Nation. welche angeklagt war. im letzten Februar in Ed. Murpho's Wirthschaft eingebrochen zu sein, am Dienstag fch'r schuldig befunden. Der Prozeh fand im Distriktsgericht statt und Frau Nation wird am Mittwoch verurtheilt werden. Man glaubt allgemein, daß sie mit einer Geldstrafe und den Kosten
davon kommen wird. Der Prozeß begann am Montag unc die Vertheidigung sucht- zu beweisen, daß Frau Nation bei Begehung des Einbruchs irrsinnig war. Die Geschworen! beriethen sich nur kurze Zeit, Jbr Wahrspruch war eine Ueberraschung, da man allgemein angenommen hatte, daß Frau Nation freigesprochen werden würde. Die Katholischen Ritte, von Amerika. S t. L o u i s. Mo.. 15. Mai. -Die Jahres-Konvention der Katholischen Ritter von Amerika wurde hier am Dienstag eröffnet. Fast jeder Staat der Union ist durch zwei reguläre Delegaten vertreten. Die Konvention wurde von dem Präsidenten P. I. O'Connor von Savannah, Ga., zu? Ordnung gerufen. In der ersten Sitzung wurden nur Routinegeschäftk erledigt. Der Mann mit dem musikalischen Herz gestorben. Elgin, Jlls., 15. Mai. Herbert E. Brown, der Mann mit dem musikalischenHerzen, dessen melodiöses Schlagen des Herzens ihm Jahre lang einen angenehmen Lebensunterhalt gewährt, den Aerzten im ganzen Lande aber viel Kopfzerbrechen verursacht hat, ist im hiesigen Sherman-Hospital an der Lungenentzündung gestorben. Die vorgenommene Leichenöffnung hat ergeben, daß Brown's Herz vier- , mal so groß war, als ein gewöhnliches Menschenherz. SollPL0,0 00 unter, cylage, haben. New York, 15. Mai. E. L Chetwood. Zahlclerk der Bankier; Broten Bros , ist auf die Anklage hir verhaftet worden, der Firma meh: ' als $20,000 unterschlagen zu haben Chetwood stand seit 20 Jahren i, Diensten der Firma u.rd genoß in der letzten Jahren ein solches Vertrauen daß die Firma nicht einmal die üblich, Bürgschaft von ihm verlangte. Feuer. Detroit. Mich., 15. Mai. Dn Walkerville, Ont., Streichholzfabrit is am Dienstag Morgen zu früher Stunde ganz durch Feucc zerstört worden Der Verlust beläuft sich auf $115,00( und die Versicherung auf $73.000. Un gefähr 100 Männer waren in der Fa ikbeschäftiat. , Weitere Depeschen auf Seite 5 '
D
Ja
