Indiana Tribüne, Volume 24, Number 237, Indianapolis, Marion County, 14 May 1901 — Page 7

Jndiana Tribune, 14. Mai 1901.

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Weltmacht.

Roman von M. S t a hl, (Fortsetzung) Gleich darauf tänzelte ein kleiner, beweglicher Mann mit zinnoberrothen Bäckchen. schwarzen Rosinenaugen, settig glänzendem, glatt angeklebtem Haar und einem langschooßigen, kasfeebraunen Rock herein. Servus! Servus, Herr Normann!" rief er so vergnügt, als wäre ihm eben etwas ganz Angenehmes widerfahren, und diesem Gruß folgte eine Lachsalve, eine Eigenthümlichkeit des kleinen Mannes. Diese unmosivirten Heiterkeitsousbruche bedeuteten bei ihm so gut wie gar nichts oder höchstens eine konventionelle Höflichkeit, die höchstes Wohlwollen und tiefste Ergebenheit ausdrücken sollte. Im Grund war er ein trockener. nllchternerGeschäftsmana von scharfer Intelligenz. Justus Normann zuckte zusammen bei diesem Lachen wie unter einem körperlichen Schmerz und schüttelte dem Makler wortlos die Hand, denn er fand nicht gleich die nöthige Faffu.g. zu reden. Immer noch der schöne Normann!" rief der kleine Mann, indem er sich hinüber bog, um zu der stattlichen Höhe seines Gegenüber aufzuseben. Bei meiner Seele! die Wittwerschaft bekommt Ihnen gut, Herr Normann! Wie steht's? Denken wir denn gar nicht wieder an's Heirathen? Warum nicht? Sind ja ein Mann in der allerbesten Jahren! Wir könnend uns immer noch aussuchn und würden überall mit Kuhhand angenommen!" Dabei küßte Petsch schnalzend seine Fingerspitzen, um die Sache anschaulicker zu machen, und lachte, daß er wackelte. Normann machte eine abwehrende Bewegung. Dies wäre wohl der ungeeignetere Moment für mich, an eine Wiederverheirathung zu denken", sagte er, indem er zwei Sessel zu einem ganz mo dernen Rauchtischchen schob und seinem Gast verschiedene Cigarren zur Auswahl anbot. Seine Miene drückt? düstere Feierlichkeit aus, er war todtenbleick. reilick, freilich," unterbrach 'Im der Makler, der wie Quecksilber im Zimmer herumfuhr, ehe er zum Sitzen kam, und dann fortwährend auf seinem Stuhl herumrutschte, plötzlich 'n die Höhe sprang, als habe ihn eine Nadel gestochen und gleich wieder w'e ein Taschenmeffer zusammenklappend. in den Sessel zurücksank. Freilich? Wir können die Selige noch nicht vergessen! War auch eine vorzügliche Frau, prima Quali:ät. Die reine Heilige! Aber ein bisä'?n streng und ein bischen zu ernst sind wir dabei geworden. Wir sollten einmal das Leben von der heiteren ei:c versuchen. " Danach ist mir wahrhaftig jetzt am allerwenigsten zu Muthe ." Ja. ja, es sind schwere Zeiten, man hat Scherereien und Widerwärtigkeiten genug, die einem die Laune itrderbcn! Böse Zeiten! und man weiß nock nicht, was für ein Ende diese Krisis im Geschästsleben nehmen töiri. Handel und Wandel liegen danieder. Der kluge Mann wartet am besten ruhig ab. Na, wir körinen's ja ein Weilchen mit ansehen! Ich danke nur meinem Schöpfer, daß ich mit dieser verfluchten Rittcrschaftlichen Privatdank nichts zu thun habe, daß Der Nachsatz wurde dem Makler abgeschnitten, Normanns Hand legte sich so schwer auf seinen Arm, daß er auf den Sitz, von dem er eben wieder emporschnellen wollte, zurücksank. Es war etwas in dem entgeisterten Geficht des Bankiers, was ihm einen jähen Schreck in die Glieder jagte. E: starrte ihn fragend an, während das Wort auf seinen Lippen erstarb. Ich habe über ernste Dinge- mit Ihnen zu reden", sagte Normann mit einem gewaltsamen Entschluß. Es kann doch wohl nichts Schlimmes sein?" stammelte Petsch, erschreDen Sie mich dock nicht so , Sie machen ja ein Gesicht wie das heilige Donnerwetter " Ich will mich kurz fassen. Zuerst eine Frage: Halten Sie mich für einen Ehrenmann?" Na. ich sollte meinen . Wollen Sie etwa Complimente hören? Ich machte doch schon zwanzig Jahre und darüber mit Ihrem Hause Geschäft. cedes ftmd weiß, was Normann" it . Gut. Sie wissen aber auch, daß es im Geschäftsleben Unglücksfälle giebt, daß eine Krise ein großes Haus stürzen kann ." .Allmächtiger Gott! Wo sollen Sie hinaus?" Also, klipp und klar: Ich. an dessen Redlichkeit Sie nicht zweifeln, ar der wohl niemand zweifelt ich bin durch die Handelskrise vor einem Jahr j und jetzt durch den Krach der Ritterschaftlichen Bank an den Ruin gebracht!" Unmöglich, das kann ja wohl nicht sein. Allmächtiger wer hätte das gedacht!" rief Petsch in höchster Beftürzung und rannte wie ein Besessener im Zimmer herum, als Normann Hand ihn wieder frei gab. Mein Gewissen ist rein", sagte Normann dumvf. .Da lieaen meine

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lanz. Sehen tote dieselben ein. Brauche ich nicht , wenn Sie es sagen, wird es schon so sein. Gott. Gott, was sind das für Zeiten! Jetzt glaube ich an nichts mehr. Alles wankt, alles bricht zusammen! Fatal, furchtbar fatal! Aber ich will Ihnen hier kein Lamento vormache:'.. kann mir schon denken, wie Ihnen zu Ätuthe ist! Das fehlte noch, Innen hier Geschickten zu machen! Und t'i bricht mir ja nicht gerade den Hals aber es ist erne bittere Pille, höllisch bitier! c-agen Sie bloß, muh das Ganze in den Schornstein ge schrieben werden? Werden wohl 200. 000 Märker sein? " Wenn Concurs eröffnet wird, kann nicht Viel herauskommen." erwiderte Normann mit der Ruhe der Berzme'flung. Sie wissen ja, wie es zugebt. bei einer schnellen Liquidation, wo alles in Baar umgesetzt werden muß, Speculationen, die in der Schwebe sind, zu Waffer werden da wird der Verlust größer. DasGericht verschlingt auch eine Masse " Weiß ich. weiß ich ein Accord ist da- Äcrtheilhaftestc wie viel würde da herausschauen?" Ungefähr 25 bis 30 Procent." Na, das ist doch etwas. Wenn nur nicht zu viel Gläubiger da sind . Wissen Sie, ein einziger Halsstarriger kann alles verderben." Ich habe nur mit vier Gläubigern zu thun. Der eine sind Sie." Und die anderen?" Kann ich Ihnen nicht nennen." Begreife. Aber nun, lieber Normann, lassen Sie mich mal einen To:: reden. Ich habe schon mit Ihrem Vater fünfzehn Jahre Geschäfte gemach :. als Sie noch ein blutjunges Vörschchen waren " Dann habe ich mit Ihnen über zwanzig Jahre gearbeitet und ein gut 5:ück Geld dabei verdient. Ich bin ein gemachter Mann, selbst wenn i die ganzen 200,000 Märker auf mein Verlustconto schreiben müßte, würde mich die Geschichte nicht arm machen. Also lassen Sie mich mal mit Ihnen so ohne Lamento und Redensarten, die doch nichts nützen, offen reden. Und tu frage ich Sie nun, wie Sie mich fragten: Glauben Sie, daß ich ein ehrlicher Kerl bin?" Aber bester Petsch!" Einfach: ja oder nein?" Der kleine Makler hatte bei dieser Frage beide Hände gegen Normanns Brust gestemmt und die blitzenden Aeualcin fest in den umflorten Blick des Bankiers gebohrt. ..Nun denn, drei Mal: ja. ja, ja!" betheuerte dieser aufrichtig. Na, dann reichen Sie mir mal die Hand und sagen Sie mir, ob ich Jhnen als Freund helfen kann ." Nein, nickt mehr ausgenommen wenn Sie in den stillen Accord ringe hen" erwiderte Normann, indem er den festen Händedruck des Maklers zurückgab. Na. für meine Häufer kann ich Ihnen bürgen. Abrr wie ist es mit den Anderen? Kriegen die viel !" Zwei von ihnen unbedeutend. " Sind das Lcut?. die den Verlust verschmerzen können?" Es sind reiche, große Firmen." Nun denn, wenn Sie glauben, dan ick ein rechtschaffucr Freund bin, wenn Sie meinem Ehrenwort glauben, dag ich verschwiegen wie das Grab sein werde so lassen Sie mich Ihnen einen Freundschaftsdienst erweisen. Ich will mit dsn Leuten verhandeln. W''sen Sie, einem Tritten wird das leickter. man verständigt sich auch schneiler." Ja. das ist wahr! Sie sind ein ecrter Freund? Wenn lie also mit Lenz u. Comp. und Bierbaum Söhne verhandeln wollen " Lenz Bieröaum gute Leute werden ein Einsehen haben, denke ick Uebrigens was bleibt ihnen anderes übrig? 2530 Procent oder garnichts was ist da für eine Wahl? Werden in den sauren Apfel beißen müssen. Lassen Sie mich man mii ih7.en reden. Natürlich darf keiner vom anderen wissen und muß schwören, reinen Mund zu halten. Soll ich V Ja. Sie erweisen mir einen großen Dienst damit." Wie aber steht es mit du Letzten? Kriegt der viel?" Er ist mein Hauptgläubiger mehr eil Sie den kann ich Jhnn nickt nennen ich muß allein mit ihm fs.rtig werden. Ich erwarte ihn jetzt, und ich fürchte, es wird nicht so leicht gehen wie mit einem so guten Kerl, wie Sie sind, alter Freund. " Und wenn er nicht will?" Dann Concurs was nachher geschieht das weiß Gott. " So reden Sie erst mit ihm vorher mit Lenz und Bierbaum zu sprechen hat keinen Sinn. Heute Abend um zehn Uhr werde ich mal anfragen. Und nun. guten Muth. Herr Normann! Lassen Sie uns die Flinte nicht ins Korn werfen! Wenn's Ihnen hart ankommt, sehen Sie sich ihre beiben Alten da an" er wies mit dem Daumen über die Schulter nach den Bildern vom Bater und Großvater an der Wand die erwarten von Jhnen. daß Sir feststehen, wenn auch die alten Mauern um sie her wackeln. Das waren Männer na. Sie wissen's ja am besten! Was Sie mir gesagt haben, ist mir hötKsch auf die Nerven fallen nicht nur wegen

meiner paar Hunoernauieno" oogleich das auch gerade kein Kinderspiel ist aber sast noch mehr, weil ein gut Stück von meinem Leben mit di--sem Hause verwachsen ist. Na. wollen sehen, was sich machen läßt am alten Petsch soll's nicht liegen, wenn's schief geht Allmächtiger! Wer hätte das gedacht! Ja. ja, böse Zeiten, schlimme Zeiten! Wer steht, sehe wohl zu. daß er nicht falle na, adieu, Herr Normann. gute Verrichtung wün sche ich. Wir sprechen uns ja heute noch. Nur Muth. Muth das ist die Hauptsache!" Und nachdem er sich mindestens sechs Mal um sich selbst gedreht, dem Bankier beinah den Arm aus dem Gelenk geschüttelt und verschiedene Stühle angerannt hatte, quetschte er sich durch einen ganz schmalen Spalt zur Thür hinaus und lachte dabei laut auf. als sei ihm etwas höchst SpaßHaftes begegnet. Der Bankier sank auf den nächsten Sessel und wischte sich den Schweiß von der kalten Stirn. Wieder faltete cr die Hände. Laß diesen Kelch an mir vorübergehen! Barmherziger Gott, womit habe ich mich so schwer versündigt, daß du mich so strafest in Deinem Grimme? Wr nicht stets Dein Name und Dein Wort hochgeehrt in meinem Hause? Haben wir Dir nicht gegeben von allem, was wir hatten? Ich kenne viele Gottfofe, denen alles gedeiht, und sie stehen hoch in Ehren warum läßt Du mich zu Schanden werden, Herr, der ich stets Dein treuer Knecht gewesen? Warum?

! warum?" Mit fast blöden Augen stierte der Unglückliche zu dem Bilde feines Vaempor, all könne ihm dort eine i Antwort werden auf die erste, unlösbare Räthselfrage seines Lebens. Bis hierbe? hatte sich das Rechenexempel des Lebens so schön für ihn gelöst. Es war alles so klipp und klar gewesen, so selbstverständlich, daß er in Wohlstand und ehrsamer Tugend ! geboren und erzogen, wohlanständig und bevorzugt durchs Leben ging wie auf einer glatten Straße. Daß andere litten, darbten. Noth. Elend und schwach litten, war ebenso selbstverständlich, denn so war es ja stets geWesen und mußte darum so sein. Aber er er! Warum sollte er jetzt leiden ohne Verschulden? Das war das Räthsel, das nicht in die göttlicke Weltordnung hineinpaßte! Dahinter lag etwas Dunkles, Unbegreifliche-. Entsetzliches, was sich nicht zusammenreimen ließ mit seinem Gottesglauben und seinem Gerechtigkeitsgefühl. Mußte nicht alles darüber aus den Fugen gehen? 3. Capitel. In der Verhandlung mit seinem Hauptgläubiger, dem Oberst von Dellmenhorst. mußte Justus Normann den Kelch seines Leidens bis auf die Hefe leeren. Hätte er vorher die ganze Bitterkeit dieser Stunde ermessen können, würde er nie den Muth gefunden haben, sie zi durchleben. Der Oberst ersparte ihm nichts, was er an gerechten und ungerechten Vorwürfen, wie an Demüthigung auf ihn häufen konnte. Er kam bereits in hochgradig gereizter, erbitterter Stimmung zu ihm. Selbst im alltäglichen Zustand litt er an einer chronischen Verbitterung gegen das Schicksal; denn er gehörte zu den Menschen, die alle Unzulänglichleiten des Erdenlebens als persönilch gegel ihr Wohlbefinden gerichtete Attcntate auffassen. Die wirklichen Schicksalsschläge, die ja bei keinem Sterblichen ausbleiben, schieben solche Leute stets ihren Mitmenschen als Verbrechen in die Schuhe. Sie haben immer einen ode? mehrere Todfeinde ihres Glücks. Der Freiherr von Dellrnenhorst hatte vielleicht zu früh seine Soldaten-Carriere aufgegeben und war in verhältnißmäfc.ifc noch jungen Jahren in den Ruhestand getreten, um auf seinem Famt liengut das angenehme Leben des freien Herrn auf eigener Scholle zu führen. Die Freiheit und die Ruhe sagten ihm aber weder körperlich noch geistig zu. Die Disciplin und die Schahriegeleien des militärischen Dienstes waren ihm so zur zweiien Natur geworden, daß er sich ohne dieselben gräßlich unbehaglich fühlte. Aeußere Salamitäten, Enttäuschungen und Verluste in Vermögensverhältnissen hatten ihn bereits fast zum Menschenfeind gemacht, als er von seinem Bankier Normann den harten Schlag erfahren sollte, der thatsächlich seinen Ruin bedeutete. Anfänglich konnte und wollte er die Tragweite des Unglücks garnicht verstehen. Er war zu seinem Bankier gekommen, um eine beträchtliche Summe bei ihm zu erheben, da er sich gerade wieder in Geld - Kalamitäten befand. Er hatte das Gespräch, nach der ersten Begrüßung, mit Klage und Verwün. schungen eröffnet. Klagen über das Wetter, das Reißen in dt Gliedern, über die Zeitoerhältnisse, über die Dienstboten, über dicKosten des HausHalts, über mangelnde Energie und Sparsamkeit ftiner Frau, über die moderne Geistesrichtung seiner Kinder, über seinen Schneider und über die schlechten Fahrwege nach der Stadt. Von diesen Klagen war er zu Berwünschungen übergegangen. Verwünschungen gegen die Feinde seines Lebensglücks'. Dazu aebörte in erster Li-

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nie sein Hausarzt, der ihn mtt VUU und Entziehung des Tabakgenusses quälte, in zweiter Linie der regierende Herzog, der ihm ein seiner Familie rechtmäßig zufallendes Lehen vorenthielt und dadurch vom großen Standesherrn zum Proletarier herabdrückte und endlich sein Wirthschafts - InI spector, der nicht so viel aus dem Gut ! herauswirthschaftete, wie die Zinsen der Hypotheken und das standesge- ! mäße Leben der Familie an Kosten trugUnd während er sich diesen Zorn von der Seele redete, tobt er auf sein Gegenüber, auf den Bankier, ein, als sei dieser die Ursache aller Widerwärtigkeiten seines vergangenen und zegenwärtigen Daseins. Es war eine seiner kleinen liebenswürdigen Eigenheiten, denjenigen, den er gerade vor sich hatte, zum Blitzableiter seines Ärolls gegen viele zu machen. Srumm ließ Justus Normann die Fluth des drastischen Redestroms seiTl Pi . 9 4 1 nes Bastes uver ncy crgeyen. und in dem er sich den Obersten betrachtete, sagte er sich, daß er von diesem Manne keine Gnade zu erwarten habe. Wie er ihm aeaenubertan. vom Scheitel bis zur Zehe der elegante Mann der großen Welt, in seinem Aeußeren vom hellen, tadellos sitzenden Jaquetanzug bis zur allermodernsten Cravatte und Fußbekleidung die höchsten Ansprüche an den Luxus des Lebens repräsentirend, mit dem harten, ausaemerqelten Soldatenaesicht. der zähen, sehniaen Reiterfiaur war kein Zug x ihm, der auf Güte, Rücksicht und Resignation schließen ließ. Und ohne auch nur zu fragen, ob die Gesammtforderung seinem Bankier in diesem Augenblick bequem oder unbequem fei, verlangte er die Auszahlung seiner 100,000 Mark. Normann wollte die Zunge fast den Dienst versagen, um diesem Mann die Wahrheit, die fürchterliche Wahrheit, mitzutheilen, daß er ihn ruinirt habe. Er setzte ein paar Mal an, ließ sich wieder unterbrechen, rang nach Fassung, stammelte etwas halb Verstandliches, trocknete sich den Angstschweiß von der Stirn und brach endlich stöhnend zusammen. Mein Gott, was ist Ihnen? Jhn?n ist unwohl ja, ja. die verfluchte Hitze das Wetter, das in der Luft liegt haben Sie Congestion.'n nach dem Kopf? Kann ich Ihnen behilflich sein? " Es war unterdessen sehr dunkel im Zimmer geworden, der Oberst riß eine Jalousie in die Höhe, und ein fahles Gewitterlicht drang durch das Lindengeäst vor dem Fenster. In demselben Augenblick grollte ein dumpfer Donner auf, und ein zischender Wind fegte Staubsäulen in der Straße auf. Danke nein es ist schon vorüber mir ist nichts es ist nur das, was ich Ihnen zu sagen habe, was mich so furchtbar angreift aber es muß sein so wahr Gott mir helfe es ist nicht meine Schuld!" Was sagen Sie? Was meinen Sie!" fragte der Oberst völlig verständnißlos. Ich bin ruinirt". ächzte Normann. der Fall der Ritterschaftlichen hat auch mich ins Verderben gestürzt." Der Blitz, der jetzt vom Himmel herunterzuckte, zeigte dem Obersten ein fo geisterbleiches, verzerrtes Gesicht sich gegenüber, daß er den Ernst der Situation begriff. Aber das eigene Unglück begriff er noch nicht. Und doch dachte er nur an sich im ersten Schreck. In des drei Teufels Namen, da haben wir ja eine nette Bescherung! Das hat noch gefehlt das hat gerade noch gefehlt!" jammerte er an das Fenster laufend und in das aufziehende Wetter starrend. Und nun soll ich Ihnen meine Forderung stunden soll warten aber ich kann nicht, bei Gott, ich kann nicht!" Der Bankier sah fassungslos zu seinem Gläubiger hinüber. (Fortsetzung folgt.) Tie Tage- und SonntagsAusgabe der Jndiana Tribune" kgftet nur 10c per Woche.

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