Indiana Tribüne, Volume 24, Number 237, Indianapolis, Marion County, 14 May 1901 — Page 1
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ssÄStfÄisesjc r,iÄJss$sfcs vi.agc und fi zge und fi Sonntasblatt Sonntarblatt l IOoJki Woche. 3 1) v'fr Woche. r ÄiSÄS3 Grscizcint seöe:r P4 mittag t4l omtfeg lilorpena. Jahrgang 24. Indianapolis, Ind.. Dienstag, den 14. iWui 1901. No. 237
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Ein Ultimatum
IfffrilfH Die Jliiiiljlc an Die Mle srtjifftcn Hub eine Flottcuocmonstration veranstalten IDmii die Pforte in der postanKeKßttchtU nicht Klein bclqiedt. Zusammenkunft zwischen den ftb nigen von Rumänien und Griechenland. An ord eines griechischen Kriegs schiffes. Deutschland verstärkt seine Truppen an der russische Grenze. Die Mächte drohen. Paris. 14. Mai. Der hiesig: Korrespondent der Associirten Presse )ai aus zuverlässiger Quelle erfahren, sah die Mächte der Pforte innerhalb oeniger Tage ein Ultimatum zustellen ,md eine Flottendemonstration veranstalten werden, wenn der Sultan in Z.';ug auf den Streit wegen der ausvärtigen Postämter nicht aufgiebt. Die Nächte, einschliehlich Deutschland, sino n dieser Angelegenheit vollständig 'inig. Aus dem deutschen Reich. Berlin. 14. Mai. Fürst Münter von Derneburg wird sich, dem .Berliner Tageblatt" zufolge, nach seilem Gut Derneburg begeben, wo er eine Memoiren beenoigen wird, die sich Angehend mit dem Dreyfus-Fall be,'chäftigen. Der Fürst war deutscher Zotschafter in Paris während der Dreyfus-Periode. Der König Eduard von England vird Ende Mai zur Kur in Homburg Antreffen und einige Wochen dort bleijen. Die ..Kölnische Zeitung", die häufig ?ie Ansichten des deutschen auswärtiien Amtes zum Ausdruck bringt, beürwortet am Montag in einem LeitArtikel ein Zoll-Einvernehmen mit ftutzland. damit die beioen Mächte geTieinschaftlich gegen die Der. Staaten ront machen könnten. In dem Artiel heißt es unter Anderem: Der Kampf um die Existenz zwing! ?ie europäischen Mächte, gemeinschaftiche Sache gegen die Ver. Staaten ZU nachen. Die Ver. Staaten sind der gefährlichste Konkurrent Deutschland-, hauptsächlich in der Eisen-Jndustr:;. Deutschlands Zollpolitik mutz in Uebereinstimmung damit rearrangir: werden. ..Ein Uebereinkommen mit Rußland liefert Mittel und Wege, die Ver. Staaten zu zwingen, sich dem europäischen Tarif-System anzupassen, und Die deutsche Landwirthschaft würde ?ann auch weniger leiden." Der Ver. St. Botschafter. Herr Anorew D. White, gab am Montag lbend ein Diner zu Ehren des Herrn Frank A. Vanderlip. früherer HilfsSchatzamtssekretär in Washington. Unter den Anwesenden befanden sien Baron von Rheinbaben. Baron von Thielmann und Herr Thielen, sowie Professor Johnson von der Universität zon Pennsylvanien. Berlin. 14. Mai. Die Berliner Zeitungen versichern, daß eine ReadSprung der militärischen Streitkräfte IM der russischen Grenze nahe bevorstehe und eine bedeutende Verstärkung der betreffenden Garnisonen geplan: sei. Die Truppen zwischen Allerstein und Lyck. welche jetzt 11 Bataillone betragen, werden auf 19 Bataillon; verstärkt werden. Ein seltenes Phänomen. L im a . Peru. 14 Mai. Am Sonntag Abend wurde hier ein brillantes Meteor sichtbar, das plötzlich in zwei Theile au5einanderging. Der eme Theil war feuerroth und der andere blauwei und sehr hell. Die Meteore scheinen in den Ozean gefallen zu sein. Des Todtschlags angeklagt. London. 14. Mai. Die Grotzgeschworenen haben Jack Roberts, den Faustkämpfer, der am 22. April bei einer Boxerei im' National Sporting Club Billy" Smith so schlimm verletzte, daß er einige Tage nachher starb, sowie den Referenten Douglah. den Leiter des Sporting Clubs und andere formell des Todtschlags angeklagt. Der Recorder empfahl, daß dies geschehe, damit die Gerichte endlich einmal feststellen könnten, ob solche Faustkämpfe in Wirklichkeit Preisboxereien seien oder nicht.
Aus Südafrika
L o n d o n , 14. Mai. Lord Kitchen?r berichtete in einer vom 12. Mai aus Pretoria datirten Depesche wie folgt an das Kriegsdepartement: Grenfcll hat Lonistrichard eingenommen und dort 60 Boeren gefangen genommen. Lonistrichart war schon Trüber einmal von den Briten befetzt, die sich aber den Boeren ergeben mutzim." Nach einer Depesche von Pietermarihburg soll Lord Kitc5,cner beabsichtigen, einen neuen Plan zur Abbrennung des Graslandes zu versuchen, um die Boeren dadurch zur Uebergabe zu zwingen. D u r b a n , 14. Mai. Frau LouiZ Botha. die Erlaubniß erbalten hat. den früheren Präsidenten Krüger zu besuchen, um ihn zu drängen. Frieden zu schließen, ist am Montag mit dem Dampfer Dunioegan Castle" nach Europa abgereist. MerkwürdigeAnsichten. London. 14. Mai. Bei einem Bankett der Non-Conformisten Union sagte Premierminister Salisbury unter Anderem Folgendes : Allerdings ist es ein trauriger Rückblick, wenn wir der vielen verlorenen jungen Leben und der zerstörten Hoffnungen gedenken- welche der Krieg in Südafrika gekostet hat. Es ist ein trauriger Rückblick, der aber jeden Gedanken an ein Unrecht seitens Englands ausschließt. Ja es sind viele Umstände vorhanden, die jeden Engländer mit Freude und Dankbarkeit auf die zwei letzten Jahre zurückblicken lassen. Diese Umstände haben bewiesen, welcher Geist in iem englischen Volke lebendig ist und wie dasselbe ebenso pstriotisck fühlt, wie in irgend einer Periode seiner Vergangenheit. Im Auswärtigen Amte habe ich oft boren müssen, datz die Zeit unseres Ruhmes vorüber sei und datz wir von dem Ruhm unserer Vergangenheit zehrten. Aber der Krieg in Südafrika hat Englands Machtentfaltung gezeigt, wie sie nie zu Tage trat. Und es giebt jeht keine Macht in der ganzen Welt, die nicht weih, datz England im Falle eineZ Krieges einer der furchtbarsten Gegner sein würde, mit dem sie sich messen könnte. Ueber die irische Frage äutzerte sich der Premier folgendetwatzen : Wenn im Jahre 1893 die Home Rule Vorlage angenommen worden wäre, was würde dann heute England's Stellung mit einer feindlichen irischen Regierung in Dublin fein ? Was würde Englands Lage gewesen sein, wenn es nicht nur mit dem Transvaal, mit dem Oranje Freistaat, sondern mir einein ebenso feindlichen Irland an seinen Küsten hätte Krieg führcn müssen ? Wir kennen aus Erfahrung die Gefabr, Irland auch nur ein geringes Matz von Unabhängigkeit zu geben. Wir wissen, datz wenn wir den Führern der iriscken Politik freie Hand lassen würden, roi: im Falle eines Krieges mit einer auswärtigen Macht, zuerst mit der Unterwerfung Irlands beginnen mützten " 3om britischenParlament. L o n d o n . 14. Mai. Der Kriegssekretär. Herr St. John Broderick. reichte am Montag im Unterhaus seinen Armee-Reorganisationsplan ein. demzufolge das stehende Herr auf sechs Armee-Korps gebracht werden soll, mit einer Miliz-Reseroe vn 50,000 Mann. Unter demPlan soll auch die Deomanrv l freiwillige Kavallerie) von 12.000 auf 35.000 Mann erhöht werden. 2ir Henry Campbell Banneman, der Führer der Liberalen, sagte, datz er selbst sehnlichst eine Verbesseruno de? Schlagfertigkeit der Armee wünsche, durch die vorliegendeMatzregel aber die Lasten, die das Volk zu tragen hat. bedeutend erhöbt würden, ohne datz di? militärische Stärke des Landes verbältnitzmätzig erhöht würde. Sir Henry beklagte sich darüber, datz die Vorschläge der Regierung prätentiös. kostspielig und doch werthlos" seien und er verlangte die Vorlegung von Zahlen und bestimmtere Erklärunaen. H?ir Wyndham. der Staatssekretär für" Irland, vertheidigte des KriegöDepartement und die dort herrschende Sparsamkeit. Er sagte, datz während ein britischer Soldat durchschnittlich 111 jährlich koste, die amerikanischen Soldaten, ganz abgesehen von den Pensionen, vor dem Krieg mit Spanien 287 jährlich kosteten. Spencer Churchill hielt eine der interessantesten Reden von allen. Er ver las das Schreiben, das sein Vater, Lord Randolph Churchill, vor 15 Jahren an Lord Salisbury geschickt hatte, und in dem. er die Regierung vor dem unnöthic.en Geldausgeben, namentlich für Milttärzwecke gewarnt hatte. Er wiederholte dann die Warnung und erklärte, datz England sich auf seine Flotte vernassen müsse, man jetzt aber anfangen wol'e. die Flotte aus Kosten einer nutzlosen großen Armee zu schwächen. Die Cioilliste des Köniqs würd: sväter. wie vom Ministerium vorge-
schlaaen. mit 24 gegen 49 Stimmen bewilligt. Admiral Schley von England abberufen. L o n d o n . 14. Mai. Rear-Admi-ral Schley wurde am Montag per Kabel benachrichtigt, datz ein Mitglied seiner Familie schwer erkrankt sei. Er hat seinen Besuch Hierselbst deshalb kurz abgebrochen und wird am Mittwoch mit dem Dampfen ..Kaiser Wi!Helm der Große" von Southampton aus nach New ?)o?k abgehen. Der Admiral hat sich bereits am Nachmittag nach outhampton begeben. Shamrock II, kein Erfolg. W e y m o u t h . England. 14. Mai. Die neue Dacht des Sir Thomas Lipton. Shamrock II. die im August nach den Ver. Staaten kommen wird, um mit einem neuen Fahrzeug des New Yorker Yacht-Klubs um die Wette zu segeln, scheint wenig Aussicht zu haben, die vielbezehrte Trophäe, den AmerikaBecher nach England herüberzubringen, denn in den Fahrten, die sie bis gemeinschaftlich mit der Dacht Sham red I gemacht hat, die im Jahre 1893 bei den Wettfahrten bei New Aork ge schlagen wurde, wurde sie jedesmal von der älteren Dacht überflügelt. Am Montag fand hier abermals ein Segeln über eine Strecke von 20 Meilen statt und Shamrock I kam fünf Minuten vor der neuen Dacht am Ziel an. Königs - Zusammenkunft. A b a z z i a . am adriatischen Meer. 13. Mai. Der König Karl von Rumänien und der König Georg von Griechenland hatten am Montag Nachmittag eine Zusammenkunft an Bord des griechischen Kriegsschiffes Psara". Der Zweck der Zusammenkunft zwiscben dem König Karl und dem König Georg ist. einer am 1. Mai in Athen veröffentlichten offiziellen Erklärung zufolge der. die zwischen Rumänien und Griechenland bestehende Freundschaft mehr zu befesti gen. Unoffiziell werden für die Zusammenkunft verschiedene Gründe angegeben. Der wicS tigste davon ist die Nothwendigkeit der nicht slavischen Balkan - Staaten. Rumänien und Griechenland, sich aus eine gemeinschaftliche Politik den panslavischen Staaten Bulgarien und Serbien gegenüber in Bezug auf die macedonische und andere Fragen zy einigen. Ter König Karl und der König Georg waren bisher noch nie zusammengetroffen. Die Zusammenkunft, die im Jahre 1898 stattfinden sollte, mutzte in Folge des Todes der Königin Louise von Dänemark aufgegeben werden. Wenngleich die griechische und die rumänische Presse grotze Erwartungen von der Zusammenkunft hegen, ist es doch wahrscheinlich, datz autzer einem Jdeen-Austausch und einer Befestigung der freundschaftlichen Beziehungen zwischen den beiden Ländern etwas Definitives nicht zu Stande kommen wird. Tie Unruhen in Rutzland, ! Berlin, 14. Mai. Der St. Pe- : tersburger Korrespondent des LokalAnzeiger" sagt: Die revolutionäre i Bewegung unter der Arbeiterbevölke- ! rung Rutzlands greift immer mehr u:r sich. In den letzten paar Tagen allein sind mehr als 400 Arbeiter verhaftet worden, sowie auch eine Anzahl Zei-tungs-Redakteure und Frauen. Zwei Professoren, die verhaftet worden waren. sind ins Innere versetzt worden. Aus China. L o n d o n , 14. Mai. Dem Daily Telegraph" wird aus St. Petersburg berichtet, datz die russische Regierung auf Ersuchen 'des Admirals Alerir'; noch zwei Schlachtschiffe und vier Kreuzer zur Verstärkung der russischen Flotte in chinesischen Gewässern nach dort absenden wird, da ernstlich; Schwierigkeiten zu befürchten seien. Zur Unterbringung gefangener Boeren. H a m i l t o n , Bermuda. 14. Mai. Die britische Regierung hat Tuckers uno Morgans Islands gepachtet, um gefangene Boeren darauf unterzubringen. Auch auf Darrells Island werden jetzt Gebäude für die Unterbringung gefangener Boeren hergerichtet. I n Quarantäne geschickt. New York, 14. Mai. Der italienische Dampfer Duchessa di Geno. va" kam am Montag mit 1181 Zwi' schendeckspassagieren direkt von Neapel hier an. Zwei junge Männer erkrankten am 9. Mai an den Blattern unc sie wurden hier bei der Ankunft sofort nach dem .spital gebracht. Der Dam pfer mutz in Quarantäne geben und wird gründlich desinfizirt werden. Einhundertundsechsunddreitzig Passagiere, die sich in derselben Abtheilung mit den Erkrankten befanden, wurden zur Beobachtung nach Hossman Island gebracht.
Der Danlpftr Gity of Uaducah" Bei Grand Tower, Jll. im Mississippi untergegangen. , 25 bis 50 Personen ertrunken. 0 Nur sieben gerettet.
Schreckliches Verbrechen. Eine Familie von drei Personen ermordet. Und das Haus angesteckt, um die Spu rcn des Verbrechens zu verwischen Ein Flutzdampfer untergegangen. Grand Tower, Jll., 14. Mai. Der Dampfer City of Paducah" ginc? am Sonntag Abend um neun Uhr in 26 Futz tiefem Wasser in weniger all fünf Minuten, nachdem der Dampfe? auf ein im Wasser befindliches Hindernitz gestotzen war, unter und zwei Passagiere sind dabei ertrunken, währent 22 Mann von der Besatzung, fast lauter Neger, noch vermiht werden. Di Leichen der beiden Passagiere sind aufgefunden worden. Der erste Maat To bias Royal von St. Louis erklärt. da sich nur zwölf Passagiere an Bord befanden und alle bis auf zwei gerettet wurden. Die Leiche des Dr. I. W Bell, von Bells Landing. Tenn., un diejenige einer Dame wurden am Montag aus dem Dampfer herausgeholt. An der Dame wurde eine Visitenkarti gefunden, welche den Namen Frau Mary L. Allen, St. Louis. Mo., trug. Zwei Mitreisende, die nach St. Loui-i I zurückgereist sind, erklärten, datz dik j Dame mit Dr. C. A. Meredith von St, ' Louis verlobt gewesen sei. Schmuckfachen im Werth von mehreren hunderl j Dollars befanden sich an der Leiche. ' Das Unglück ereignete sich, als de , Dampfer von Brunkhorn Landtng ab' fuhr. Ein im Wasser liegender Gegenstand, wahrscheinlich ein Baumstamm stietz ein großes Loch in die Seite de Dampfers, der sich sofort mit Masse! zu füllen begann, er trieb aber bei dei starken Strömung doch noch eine Drit telmeile, ehe er unterging. Nur da-Texas-und das Hurricane-Deck rage7 aus dem Wasser hervor, das bis an di, Oberlichter der Kajüten reicht. All, Schlafzimmer sind mit Wasser ange füllt. Es ist wahrscheinlich, datz dh meisten der vermitzten Deckarbeiter, dil sich auf dem untersten Deck befanden den Flutz hinabgetrieben sind. Dei Dampfer liegt ungefähr 100 Futz von Jllinoiser Ufer entfernt und er schern; ganz ruinirt zu sein. Thomas Johnston. von St. LouiZ der Wachmann des Bootes, der sich ira ter den Vermitzten befindet, war Sl Jahre alt und hat sechszig Jahre landauf den Flutzdampfern gearbeitet. E wohnte in St. Louis. Carbondale, Jll., 14. Mai. Den letzten Nachrichten zufolge sint zwischen 25 und 50 Personen bei dem j Untergang des Dampfers City of Pa-! ducah" ums Leben gekommen und nut sieben Personen wurden gerettet. E ! waren dies der Rabbiner Black, feint Frau und Tochter und vier ander! Passagiere,diedasJllinoiserUfer erreichten indem sie sich an treibendem Hol: festhielten. Die sieben Ucberlebenden gingen den Flutz hinab bis nach Gran: Tower, wo sie im Tremont Hotel Unterkunft fanden. Sie hatten alle ihn Kleider und Werthsachen verloren unr befanden sich in ihren Unterkleidern, als sie in Grand Tower ankamen. Unter den Ertrunkenen befanden sick ungefähr 25 farbige Deckarbeiter Rev. Black reiste am Montag mit Frau und Tochter nach Evansville weiter, wc sie in Zukunft wohnen werden. Die Reise desPräsidenten, San Francisco, 14. Mai. Sekretär Cortelyou gab am Morgen folgendes Bulletin über den Zustanl derFrau McKinley aus : Frau McKmley schlief während der Nacht ruhio und befand sich am Morgen verhältnitzmätzig wohl." In Folge des günstigeren Zustandevon Frau McKinley, beschloß der Präsident, den programmmäßig in St, Jose geplanten Besuch zu machen Tausende von Leuten zwischen Del monte und St. Jose, welche den Präsi denten seit Monaten erwartet hatten, sahen sich in Folge der gesteril berichteten Aenderung des Reiseprogrammenttäuscht. Für diese Enttäuschuno wurden die Bewohner St. Jose's durch die Anwesenheit des Präsidenten theil weife entschädigt, obgleich sich derselb: nur etwa eine Stunde daselbst aufhieli und dem zu seinen Ehren veranstalteten Rosenkarneval beiwobnte. Das Kabinet und die übriaen Reise-!
oegleiler des Prasioenten führten indesi sen das Reiseprogramm durch, fuhrer von Delmonte nach Pajaro und Santa Cruz, besichtigten die Riesenbäume im San Lorenzo Thal, nahmen aber die ihnen in Abwesenheit des Präsidenten dargebrachten Ovationen nur mit gemischtenGefühlen entgegen, da die Enttäuschung über das Nichterscheinen des Präsidenten deutlich auf allen Gesichtern zu lesen war. Präsident McKinley kehrte spät am Nachmittage von St. Jose zu seiner Frau zurück und wird bis morgen bei ihr :m Hause des Herrn Scott verweilen. Falls ihr Zustand es gestattet, so Wird der Präsident das ursprüngliche Programm mit einigen Einschränkungen einhalten und die Leland Stanfor) Ur-iversität in Palo Alto sowie San Mateo und Burlingame besuchen. In Palo Alto wird er wieder mit seiner Reisegesellschaft zusammentreffen. Falls Frau McKinley's Zustand zu irgend welchen Besorgnissen Anlatz geben sollte, so ist es nicht unwahrscheinlich, daß der Präsident die geplant? Reise nach dem Nordwesten aufgeben wird. Falls bei der Patientin nicht vollständige Besserung eintritt, so wird di; Rückreise nach Washington erfolgen, fcbalo die Festlichkeiten w diesem Staat! vorüber sind. Präsident McKinley ist in grotzer Besorgnitz über den prekäre:! Zustand seiner Frau, und es ist möglich, datz ein Theil der für diese Woche in Aussicht genommenen Festivitäten verschoben oder ganz abgesagt werden. Frau McKinley wird unter keinen Umständen, selbst im Falle, datz si; den Präsidenten weiter begleitet, an denselben theilnehmen. Die Zusammensetzung der Ver. St. Armee. W a s h i n g t o n , D. C., 14. Mai. Das Kriegsdepartement machte am Montag die Reorganisations-Ordre bekannt, in de? die Stärke der Arme: definitiv festgesetzt wird. Sie wirr demnach 77.287 Mann betragen, abgesehen von dem Stab, der 2183 Mann stark ist. Die Zahl der Unteroffiziere und Gemeinen beträgt 74,504 Mann. Jedes Kavallerie-Regiment wird in Zukunft aus zwölf Trupps :V 85 Mann bestehen, ohne die Offiziere, sodas; die Kavallerie im Ganzen aus 15,840 Mann bestehen wird. Die KüstenArtillerie wird aus 126 Kompagnien ü 109 Mann bestehen, zusammen 13.73 Z Mann, und die Feldartillerie aus 3" Batterien ;i 160 Mann. Die Artillerie wird im Ganzen somit aus 18.86 Mann bestehen. Die dreitzig Jnfanterie-Regimentc? werden aus 12 Kompagnien & 104 Mann, im Ganzen also aus 38.520 Mann bestehen. Die drei Genie-Ba-taillone werden aus je vier Kompagnien von 104 Mann bestehen und mii einer Musikkavelle zusammen 125 Mann stark sein. Vier Personen verbrann:. Dover. Me., 14. Mai. Ta Farmhaus von Wesley Allen. beiShorley. brannte in der Nacht zum Montag nieder und Allen, seine Frau, seine 4 Jahre alte Tochter und ein? anderePerson, deren Identität vorläufig nock nicht bekannt ist, kamen in den Flammen um. Alle Umstände deuten daraufhin, datz ein schreckliches Verbrechen begangen wurde, datz die Leute ermordet worden sind und das Haus ansteckt wurde, um die Spuren des Verbrechcns zu verwischen. Weitere Nachforschungen haben mii Gewitzheit ergeben, datz es sich hier um einen fürchterlichen Mord bandelt. Be, der Durchsuchung der Ruinen des Allen'schen Hauses wurden an einemPlatz eine Blutlache und mehrere Büschel von den grauen Haaren Allen's gefunden. Die einzige Spur, die zur Jöentifizirung der Mörder führen kann, wurde von einem Mann Namens Johnson ! geliefert, der wahrend des Tages berichtete, datz er am Morgen von vier betrunkenen Männern angefallen und ausgeraubt wurde. Auf einen der Männer patzt die Beschreibung deBanditen, der in letzter Woche die Willimantic Postkutsche beraubt hat. In der ganzen Gegend herrscht dik größte Aufregung. Die Farmer bewaffnen sich ganz allgemein, um aus einen Besuch der Mordbrenner oorbereitet zu sein. Jacksonville braucht Hilfe. Jacksonville, Fla., 14. Mai. In einer Versammlung der hiesigen Hilfs-Association wurde am Montag Nachmittag beschlossen, einen Aufruf um Zusendung von Liebesgaben, namentlich von Geld, das jetzt dringend benöthigt ist. um den Schutt fortzuräumen. Ordnung und Disziplin aufrecht zu erhalten, Krankheiten fern zu halten und um die Kranken gehörig verpflegen zu können, an die Bürger der Ver. Staaten zu erlassen. Das Kommittee kam zu der Ansicht, datz das Unglück zu grotz ist. als datz die Bürger von Jacksonville. die nicht von dem Brand heimgesucht wurden, es allein traan könnten, namentlich da die
AUfrecyreryattung ver Ordnung und die sanitären Matzregcln viel Geld kosten. Die Armee auf den Philip, pinen wird reduzirt. Washington. D C.. 14. Mai. Auf Befehl des Kriegssekrctärs wurde am Montag General MacArthur in Manila ver Kabel angewiesen, die folgenden Truppen der regulären Armee so bald als thunlich nach San Irancisco zurückzuschicken: Das 14.. 18. und 23. InfanterieRegiment; das 4.Kaoallerie-Regiment,' di? 29.. 30.. 32. und 33. Kompagnie der Küsten-Artillerie. und die 1., 8., 10.. 12. und 13. Feld-Batterie. General MacArthur wurde angewiesen, alle Soldaten dieser Organisationen. die noch mehr als ein Jahr zu dienen haben, anderen Regimentern zuzuweisen; ebenso diejenigen Mannschaften, die in den Philippinen zu bleiben wünschen. Alle Mannschaften von anderen Truppentheilen die nur noch Drei Monate oder weniger zu dienen iaben und die sich nicht wieder anwer?en lassen wollen, sind cm die zurücklehrenden Truppentheile abzugeben. Man erwartet, datz mit dem Zurücksenden dieser Truppentheile bald nach oem ersten Juli begonnen wird. Die Freiwilligen - Regimenter befinden sich dann alle in den Ver. Staaten. Das Kriegsdepartement hat die Absicht, die nach Hause zurückkehrenden Truppen durch neuorganisirte Regimenter zu ersetzen. Nach Durchführung des jetzigen Programms wird die Armee auf den Philippinen noch ungefähr 40,000 Mann betragen. Gelyncht. Little Rock. Aik., 14. Mai. -Ein Haufen maskirter Männer begab sich in der Nacht zum Montag vor das Haus eines Farbigen Namens Lee Kz bei Knoxville, Johnson County und rief den Mann vor die Thür. Bei Tagesanbruch wurde er vor seiner Thüt todt aufgefunden; er war erschossen worden. EL heitzt, datz er alle Neg: in der Nachbarschaft terrorisirt hat. Wirthfchafts stürmerinnen v e r u r t h e i l t. T o p e k a, Kas.. 14. Mai. Frau Rose Christ. Frau Chadwick, Frl. Madeline Southard und C. R. McDowell haben sich am Montag im Distriktsgerickt schuldig bekannt, im März gemeinschaftlich mit Frau Carrie Nation Murphy's Billardhalle zerstört zu haben. Sie wurden zu je $10 Geldstraft verurtheilt. Einbruch. P e o r i a. Jll., 14. Mai. srEinbre. cher drangen in der Nacht zma Montan durch ein Oberlicht in Thielbar's En-gros-Schuhhandlung ein. sprengten den Geldschrank und stahlen dara i ungefähr $1000 in Baar. Der Gel. schrank wurde genau in dersclben Wei'? geöffnet, wie der Geldschrank im Bun-. desgebäude, aus dem kürzlich cine gr?ße Menge Steuermarken gestohlen wurden. Silber - Dieb'stahV Salt Lake. Utah. 14. Mai. In Park City, Utah, wurden am Montag George Redsull und Albert Niles aus d Anklage hin verhaftet, von der Madsaic Raffinerie in Park City SU ber-Bullion im Werthe von $15,00 a''':ohlen zu haben. Redsull war Nachtaufseher in dem Etablissemenl und Niles ist sein Schwager. Der größte Theil des Silbers wurde am Montag von dem Sheriff in Niles' Haus gefunden.
, . Schiffsnachrichten. !i t tv Y o r k , 13. Mai. Angekom. men: Ethiopia" von Glasgow. ..Min, neapolis" von London, Bovic" üvc Liverpool. Kaiserin Maria Theresia' von Bremen. L o n d o n . 13. Mai. Angekommen: Menominee" von New Jork. Glasgow, 13 Mai. Angekom men: Laurentian" von New Aork, Norwegian" von Boston. Bremen. 13. Mai. Angekom men: Königin Luise" oon New Jork. Moville. 13. Mai. Angekom. men: Parisian" von MontrealKopenhagen. 13. Mai. Ange kommen: Norge" von New York. London. 13. Mai. Angekom men: Minnehaha" von New Aort. m m m John B. Forsythe, ein wohlha bender Farmer von Kay County. Ol lahoma. wurde am Montag in seiner Wohnung ermordet aufgefunden. Von dem Mörder hat man keine Spur. In Campo Dolcino. in Engadin, sind acht italienische Arbeiter von einer Schneelawine verschüttet und getödtet worden. Das 26. Ver. St. FreiwilligenRegiment ist am Montag in San Francisco ausgemustert worden. Weitere Depeschen aus Seite k
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