Indiana Tribüne, Volume 24, Number 236, Indianapolis, Marion County, 13 May 1901 — Page 7

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Vas Glück von Vlendheim.

$oinqn von Woldemar Urban. (Fortsetzung und Schluß.) 24. Mbr als zehn Jahre waren seit jener Zeit verflossen und hatten Tag um Tag. im Werden und Welken auch der Gegend von Blendheim ihrenStempel aufgedrückt. Wie viele Freuden, wie viele Leiden waren erloschrn und erstorven, beschattet von jener großen, ewigen Nacht des Todes, wie manches Herz, das so ungebändigt und wild aufgeregt geschlagen, hatte sich beruhigt im ewigen Frieden! Lang und länger waren die Reihen auf dem Friedhof von Blendheim geworden, und ohne Rucksicht darauf, ob sie Tret) im Leben gehaßt oder geliebt, bekämpft oder gehvlfen, hatte der T d seine Opfer, alt und jung, einer neben dem anderen hinyebettet, schön in einer Reihe, friedlich in regelmäßigen Abständen lagen sie da wie beiseite gepacktes SpielMg. Auch Oberfi von Plendheim ruhte in der Kapelle des Schlosses bei feinen Voreltern und an seiner Statt fübrte sein ältester Sohn Rittmeister Max das Regiment auf dem Schloß. Im Anfang wollte es dessen verwöhnter Gemahlin aus aem stillen und einsamen Schloß nicht gefallen, aber mit der Zeit kam ein zum andern und sie ge NVbnte sich in. Sie war auch nicht mehr ju :g, .und wenn sie davon auch nichts hiren wollte, so merkte sie doch nach und nach, daß es ihr ganz wohl that, wenn ihre Tage ruhig und gleichmäßig verflossen. Zudem hatte sie sechs Kinder. Man weiß, was das beißt. 'Sechs Kinder sind schon im Stande, sich ordentliche Eltern zu erziehen. Der afc Zierold war ebenfalls gekorben und der r:e Director Fcliz Sellemin war seit sieben Jahren unumschränktcr Herr und Gebitter auf den Wcrken von Blcndheim. Unter seiner Direktion hatten sich die Werke außerordentlich vergrößert. Auch ein neucs Wohnhans hat sich Do:to? Sclleniin gebaut. Es steht unmittelb.? neben dem Gutshof seiner Mutter, die sich rrrtz aller Kränklichkeit seit lange Jahrzeoutcn noch irnrr.a H5U. D Tov macht eben alle meuschliche Dciauv'ick't zu Schanden und geh! on clkz hinfälligen Leuten häufig vorüber, um junge, robuste Leute, v;n-'n alle Sßeli cru langes Leben propheit, mitzuneh rnrn. Wie manches Mal dachte auch Z)elir Sellentin an jenen Wintertaq, an dern er frierend und fiebernd am Lhn dn Wi'bcllnsburg bei Frau Kul.'cke gesivr. den und ihm ein edler Menscheufteun! zugewispert: Der hört den Kuckua auch nicht wieder schreien. Und jetzt ginz sein ältester Sohn schon in die Schu!e. Ueberhaupt hatte er sein neues WohnHaus nicht umsonst gebaut. Er bc: ernd) schon sechs Kinder und mußte Rath schaffen. Dabei entwickelte sich, seine rosige und rundliche Frau imirni Wehe und immer lebhafter, und rs war ganz erstaunlich, zu wie vielen Dingen fv: neben ibrer Eigenen W'.rthsclaft noch Zeit fand. Einen Ausstand hat man seit dem ersten auf Blendheim nicht mehr erlebi, obgleich die Arbeiterzah! noch bedeuterid gestiegen ist. Dagegen haben sich die Arbeiter einen llnterstützungsfvn.''s im Betrage von über hunderttausend Mart aufgesammelt, der in erster Linie den Invaliden, dann aber auch allen bedürftigen Fabrikanaehörigen zu gute kommt. Auch die Aktien der Blendheimer Werke haben seit langen Jahren einen stetigen Eurs. Sie sind nie wieder auf die Höhe der ersten Spiel- und Schwindelzeit gekommen, aber auch nie wieder auf den liefen Stand während des Ausstandes. Infolyedefsen eignet sich das Papier für Jobber -und Spieler nickt mühr. wenn ober Jemand wirklich Geld hat und eine Anlage dafür sucht, so greift er gern nach den Aktien des Glückes von Blendheim", wie es noch immer im Volksmund heißt, weil er weiß, daß er daran eine sichere und solide Anlage hat. Seit ewigen Jahren ist auch Käthchen Werner endlich glückliche Fnn: Baumert geworden. Lange wollte es nicht gehen und es dauerte noch verschiedene Jahre, ehe die Verbältnisse so lagen, daß es 'die beiden riskiren könnten. Jet acht es sehr gut. Sie haben auch schon drei Kinder die Blendheimer sind nun einmal so. Director Sternfeld hat sich vom Geschüft zurückgezogen. Das hauptftädtisehe Leben reibt auf. und wenn der Sommer kommt, geht er mit feiner Familie gern nach Blendheim, zum Besuch seines jungen Freundes, des Dietors Sellentin. Auch jetzt saßen sie wieder in der großen Parterre - Veranda beim Kaffee und liehen dleBncke hinüber schweifen über die ausgedehnten und noch immer wachsenden Blendheimer Anlagen. die im Laufe der Jahre wirklich sowohl für die Unterkunft der arbeitsuchenden Arbeiter wie für das Anläge suchende Kapital eine Zuflucht, ein Glück für die ganze Gegend geworden waren. Mit großem Eifer und gewohnter Lebhaftigkeit setzte Director Sellentin seinem alten Freund und Gönner die neuesten Fortschritte auseinander und suchte ihm die Aarnnftshläne. die e?

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B machen. Das Glück von Blendbeim blüht, bemerkte Sterufeld befriedigt, man sieht das jede-, Jabr von Neuem. Ja, Herr Director, erwiderte Felix Sellentin, wir haben auch tüchtig gedüngt. Das Glück ist eine Blume, die mit Thränen gedüngt werden muß. wenn sie gedeihen soll. Es wäre doch wunderbar gewesen, wenn sich unsere Blume nicht hätte entwickeln sollen. Nur sachte, lieber Freund, sagte Sternfeld ernst. Es waren Zeiten da und es werden wieder solche kommen, wo alles wankt und zittert, alles dem Niedergang und dem Verfall geweiht zu sein scheint, nirgends Verlaß und Sicherheit mehr ist. In solchen Zeiten ist die Arbeit der alleinige, feste RuhePunkt. Nur wer di Grundlage seiner Existenz in treuer, redlicher Arbeit sucht, wird sicher stehen, wo alles andcre versinkt. Die Arbeit ist ein Heiligthum des Staates, theurer Freund, denn sie verbürgt nicht nur die Wohlfabrt des Landes, sondern auch die Gesittung des Volkes. Ohne sie ist alles kernfaul und herbstkrank. Ein Sturm und es bricht alles zusammen. Alle Völker, die die Geschichte verschlungen hat. bestätigen das. Lassen S e den Sturm nur kommen, engegnete Director Sellentin mit der ruhigen Zuversicht eines in sich gefesteten Mannes, die Blendheimer sind ein guter Schlag und das Glück von Blendheim" steht fest. (Ende.) WNnächt. Äoman von M. S ! a hl. ( Fortsevunci) Famtlienftolz war das obeiste Gebor in diesem Hause. Die Vflicht. sich für der Besten einen, und seine Familie für die beste zu halten. wurde ihm früh genug eingeprägt. Dieser Pflicht hatte er reichlich genügt. Es batte ibn vor den Verirrungen und Ausschweifungen der Jugend bewahrt. Körper und Seele waren ihm rstarkt und gesund geblieben in diesem Pflichtleben, das frei von Verweichli chung und Verzärtelung den Charakter stähtte. Die Normanns waren nie urtersöhnchen gewesen, und es gehörte zur Fami'i.mtradition. den Körper früh abzuhärten, um ihn zum Ernst schwerer Arbeit tüchtig zu machen. Der Reichthum des Hauses war in jahrhundertelanger, schwerer und redlicher Arbeit erworben worden. Wohl hatte es kranke, wurmstichige Aeste und Wildlinge an dem triebkräftigen Stamm dieser guten Familie gegeben, aber sie hatten nie überwuchert, sie waren erbarmunoslos biskitigt worden, abgestorben, verdorben. Der gesunde Stamm mit saftstrotzenden Testen und guten Früchten war geblieben. Der bleiche Mann, der den Revolver in der Rechten hat, legt die Linke an seine kalte Stirn 'und grübelt. Was hat er sich vorzuwerfen? Aber so streng und ehrlich er mit sich in's Gericht geht, sei Gewissen ist rein. Als Geschäftsmann hat er die Geböte kaufmännischer Klugheit mit denen der RechtZchaffenheit zu vereinen gewußt. In feinem Privatleben ist er ein gläubiger Christ, ein treuer Unterthan. ein ruhiger Bürger gewesen, der persönliche Opfer zum Wohle seiner Stadt und seines Vaterlandes nie scheute. Als Familienvater hat er das sechste Gebot heilig gehalten und seine beiden Söhne nach den herkömmlichen Familientraditronen erzogen. Er hatte seinem Hause den Ruf eines hochangesehenen Bankhauses erhalten, es gehörte zu den angesehensten der Stadt. Die Mehrzahl der kleinen Leute trugen ihm ihre Ersparnisse zu. Er hat die Depositen nie angetastet. Vor zwei Jahren begann das Unglück. Der Zusammenbruch einer großen amerikanischen Firma, mit der schon sein Vater gearbeitet, verursachte ihm in seinem blühenden Getreide-Erport-Handel einen Verlust und einen Schaden, der nicht wieder gut zu machen war, da keine neue Verbindung ihm annähernd günstige Geschäftsbedingungen bot. Mit einer fremden Firma machte er sogar böse Erfahrungen und wurde derartig übervortheilt, daß er einen Proceß anstrengte. Der Proceß verschlang große Summen, und der Schadenersatz war dementsprechend gering. Um sein Unglück voll zu machen, brach kürzlich die' Ritterschaftliche Privatvank dfr Stadt ganz unerwartet und unvorhergesehen zusammen, und er wurde durch diesen in seinen Consequenzen furchtbaren Krach so in Mitleidenschaft gezogen, daß er vor dem nackten Ruin stand. Aber das war nicht das Schlimmste. Das Furchtbarste für ihn ist, daß er mehrere Geschäftsfreunde, denen gegenüber er große Verpflichtungen hat, mit in seinen Ruin zieht. Es sind deren nur zwei. Seine größte Schuld ist bei dem Gutsbesitzer Oberst von Dellmenhorft, dem er 100.000 Mark für Getreidelieferungen schuldet. Außerdem hat er für diefen mißglückte Spekulationen gemacht, welche ihn noch mit 150.000 Mark in Verlust bringen. Der Andere ist der Makler Petsch

uno vieie oeiven Haupiglauviger yal er zu einer Conferenz gebeten. Er erwartet Petsch um sechs Uhr. und die Angst vor dieserStunde drückt ihm den Revolver in die Hand. Er hat sich noch nie im Leben vor einem Anderen gedemüthiat. der Normann'sche Nacken ist zu steif dazu. Und keiner von diesen beiden Gläubigern hat eine Ahnung von der bevorstehenden Hiobspost. Es weiß bis auf diese Minute Niemand etwas von dem Unglück. daS über ihn hereingebrochen. Selbst sein alter, vertrauter Geschäftsführer Gerhard nicht. Das Gerede der jungen Leute im Comptoir bedeutete nur Geschwätz, es lag in der Tagesstimmung, daß man Gespenster am hellen Tage sah. denn das Unglück der Ritterschaftlichen Bank hatte die Stadt nervös gemacht und in hochgradige Erregung verletzt. Min! So ernsthaft Juftus Hubert Normann sich prüfte, sein Gewissen sprach das Nichtschuldig. Dabei überkam ihn jenes Mitleid mit sich selbst, das schwach macht zu einem harten Entschluß. Es war besser, sich auf den lieben Gott zu verlassen, er konnte einen braven Mann nicht verderben lassen. Vielleicht war er zu hochmüthig geWesen in seinem Selbstvertrauen, und Gott strafte ihn dafür, indem er ihn seine mächtigere Hand fühlen ließ. Nun er gescheitert mit dem Selbstvertrauen auf seine Arbeit, wollte er es mit dem Beten versuchen. Und er betete von Neuem und immer wieder: Aater, allbarmherziger Vater, laß diesen Kelch an mir vorübergehen, aber r.-f.i mein, sondern Dein heiliger Wille cj Dann kam eine gewisse Ruhe über ihn. Er hatte sein Acußerftes gethan, das Schwerste durchgekämpft. Weiter als sein Jntellect reicht, ist kein Mensch verantwortlich. Justus Normann hatte thatsächlich keine Ah-

nung. wo der Defect bei ihm zu suchen I war, der den Niedergang seines Wohlstandes verursachte. Er wußte nicht, daß sem Jntellect nicht ausreichte für die Complicationen des modernen Geschäftslebens, j Sein einziges Verbrechen war Mangel an Selbsterkenntniß, und dies war das folaerichtiae Resultat des Normannschen Familiendünkels. Er wußte auch nicht, daß ein einziger solcher Fehler in der großen Lebensrechnung ein völliges Deficit zu Tage fördern kann. Auch hier machte er einen Denkfehler. Er verließ sich immer da auf den lieben Gott, wo die unabwendbare logische Folge einer unbequemen Urfache eintreten mußte. Justus Normann war Zlug und arbeitstüchtig genug, um das vom Vater wohlgeordnet übernommene Geschäft unter den gleichen Lebens- und Geschäftsbedingungen glatt und ohne Schaden weiterzuführen. Aber seine geistige Begabung hatte nicht ausgereicht, um bei einer großen Zeit- und Geschäftskrisis mit sicherem, divinatorifchem Blick und fester Hand die veränderten, neuen Zeitforderungen zu erfassen. Dazu gehörte ein Größerer als er, ein geistig genialer Mann. Der Normannsche Familiendünkel verbot ihm natürlich, dies einzusehen und rechtzeitigHilfe und Anlehnung bei einer überlegenen Kraft zu suchen. Auch in seinem Familienleben war er nicht so glücklich, wie er es seiner Rechtschaffenheit nach verdient. Bei der Wahl seiner Gattin hatten Familienrücksichten und geschäftliche Klugheit den Ausschlag gegeben. Ein Normann konnte natürlich nur die Tochter eines ebenbürtigen Hauses heirathen und Sabine Wohlgemuth, die Tochter eines Geschäftsfreundes seines Vaters, war ihm von früher Jugend an von denEltern als Gattin bestimmt. Di Heirath gehörte zu den vielen Selbstverständlichkeiten, an denen sein Leben so reich war, daß er unbewußt des Nachdenkens und Entschlußfassens überhoben wurde. Seine Frau brachte ein reiches Heirathsgut und ein kaltes, enges Herz. Das Letztere entdeckte er erst später, als der Stolz, eine reiche, schöne Frau zu besitzen, nicht mehr ausreichte, sein Leben zu erwärmen. Sie hatte eine hervorragende Eigenschaft: pietistische Frömmigkeit. Er hielt diese strenge Kirchlichkeit lange Zeit für ihre größte Tugend, denn er selbst war ja ein frommer, überzeugungstreuer Christ. Erst als er einfah, daß ihr Herz und ihr Haus immer kälter dabei wurden, wollte er sie auf andere Wege bringen, die zu größerer Toleranz und Manschenfreundlichkeit zurückführen, denn er selbst brauchte Wärme. Seine E'ziehung und Lebensweise hatten ihn nur daran verhindert, früher zu entdecken, daß er ein warmes, nach Liebe verlangendes Herz hatte. Aber er begegnete bei seiner Frau starrem Eigensinn und völligem Mangel an Verständniß. Jetzt suchte er bei seinen Kindern, was er bei ihr nicht fand. Sie hatte ihm zwei Söhne gefchenkt. Sie aber gönnte ihm die Liebe seiner Kinder nicht. Ihr Herz war so kalt und eng, daß sie keinem anderen das Glück gönnte, daß fie selbst nicht schenken und besitzen konnte. Der Neid auf glückllchere Menschen fraß stets an ihrer Seele. Sie klammerte sich nur darum so fanatisch an die Askese des Christenthums, weil sie alles Licht. alleWärme. alles lachende Glück aus der Welt .hätte

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29 nd 31 Weit Washington rr. veriilgen mögen. Jyre Schonkeit hotte sie früh verloren, gleich nach der Geburt des ersten Kindes. Sie war skelettartig mager und ihre Züge hart und scharf geworden. Von dem Augenblick an. der sie zur Mutter machte, wandte sie sich feindselig gegen ihren Gatten und war seine erbitterte Rivalin in dem Bestreben, ihre Kinder für sich allein zu besitzen. Sie gönnte ihm weder Vaterglück, noch Vaterfreude. Es war ein häßlicher Kampf, der alle niedrigen Instinkte bei ihr wachrief. Justus gab ihn bald ermüdet auf. seine Frau war ihm an zäher Willenskraft überlegen. Sie blieb vollständig Siegerin. Seine Söhne blieben ihm stets fremd, sie hatten ebenso wenig Herz für ihren Vater, wie für ihre Mutter. Der Neid ihrer Mutter auf alle Glücklicheren hatte sich bei ihnen in unersättlicher Gier nach der höchstenMacht der Welt, nach Gold vererbt. Die Macht des Reichthums war von früher Jugend an für sie der Gipfelpunkt des Lebens. Vor anderthalb Jahren hatte der Tod die freudlose Normannsche Ehe gelöst. Sabine starb an Leberverhärtung. Der Geistliche pries sie laut an ihrem Grabe als leuchtendes Vorbild iner guten Christin, aber keine einzige Tbräne der Liebe wurde um sie geweint. Justus setzte ihr ein prunkvolles Denkmal aus Marmor mit einer hochtönenden Inschrift, er hätte sie jedoch nach acht Tagen vergessen, wenn nicht der kalte Schatten ihres Geistes über seinem Heim gelegen. Es hätte viel Sonnenlicht dazu gehört, diese eisigen Schatten zu bannen, und wo sollte das jetzt herkommen? Seine Söhne schickte er bald nach dem Tode der Dkutter nach Amerika, ihrem Wunsche entgegenkommend. Im Dollarlande wollten sie das Geheimniß lernen, der Arbeit ihre höchsten Werth abzuringen und Zeit in Gold umzusetzen. So war r allein, ganz allein im alten Lindenhause, als das Unglück kam und der Ruin an seinen festen Mauern rüttelte. Und jetzt rückt der Zeiger der großen Standuhr in dem messingbeschlagenen Mahagonigehäuse auf sechs Uhr. Das war die Stunde, in der er den ersten seiner Gläubiger erwartete. 2. C a p i t e l. Die alte Standuhr, die aus dem Anfang des Jahrhunderts stammen mochte, hatte eben sechs Glockenschläge gezählt und zog innen im Gehäuse schnarrend ihre Gewichte auf, als sich nach leisem Anklopfen die schwere rothbraune Ripsportiere vor der Thür auseinanderschob und ein grauköpfiger Diener in schmuckloser Livree meldete: Herr Petsch wünscht sein Aufwartung zu machen Führen Sie ihn sofort herein. Grüt?ner befahl der Hausherr, indem er feinem Diener in völlig gefaßtes Gesicht zeiate. (Fortsetzung folgt.) Cinyarakter. Du. fchau 'mal Felix, mit der bin ich voriges Aahr verlobt gewesen." Warum hast Du fie denn nicht geheirathet?" .Ach. weißt Du. ihre Eltern waren fo dagegen, und sie mochte mich auch nicht, und da habe ich die Partie zurückgehen lassen." Die theure Photographie. Student: Ei, lieber Onkel, wie ich sehe, hast Du meiner Photographie, die ich Dir sandte, einen Platz bei Deinen kostbaren Oelgemälden eingeräumt." Onkel: Allerdings, ich ord ne die Bilder immer etwas nach dem Preise." . , , . .

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