Indiana Tribüne, Volume 24, Number 234, Indianapolis, Marion County, 11 May 1901 — Page 1

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ÄÄ8v!ise?eÄ w Ccac unk 1 wSASGSSS, Tage, und Sonntj$sMatt 10pcr Woche. SonniacjsMdtt lOo Y?r Woche. i v Grsrlxcint jeden vtnnittag unb Sonntag Morgen. Jahrgang 24. Indianapolis, In. . Samftag, den 11. Mai 1901. No. 234

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gemeiner MM ans Den M - iiia ttönnrö. Eine obscurc irländische Zeitung deshalb tonfiszirt. m Die Angelegenheit im britischen Parlament erörtert.

Kaiser Wilhelm in Straszburg angekommen. Die neuenMiuifter werden sich ihm in Urville vorftellen. 1? Die Amcrikaucr räumen Peking, Die Jrländer und König Edward. Dublin. 11. Mai. Die Polizei von Cork. Limerick und anderen Städten in Irland hat sämmtliche Kopien von Wm. Obrien's Wochenblatt ..The Jrish People" mit Beschlag belegt, die in den Buchläden zu finden waren. Der Grund ist ein Schmähartikel gezen König Edward, Kardinal Bauahn. und über die Adresse an den König, welche nach Ausspruch des Blattes so abgefaßt war. wie man sie vor 50 Iahren wohl hätte präsentiren können. Tas Blatt findet jedoch Trost darin, dah die Adresse nur an englische Katholiken übersandt worden sei. welche von der einzigen wirklich katholischen Nation, die es jetzt gäbe, repudiirt würden. Diese Katholiken und Loyalnten repräsentirten nicht die Katholiken, sondern nur England und wenn sich dieselben zu abergläubischen Götzenanbetern erniedrigen wollten, so sei das nicht die Schuld der irischen Katholik ken. Der gemeine Ausfall gegen die englischen Katholiken und den König wird in dem Blatte ungefähr mit folsenden Worten gemacht : Auf ihren Knieen lagen die eng lischen Katholiken vor einem alten kahlköpfigen Rou6. dem Liebhaber jeden Weibes, welches in den letzten 40 Iahren in der englischen Gesellschaft ersckien. vor dem meineidigen englischen Gentleman, der in einem historischen cheidungsproß falsch geschworen hat, ;or dem schmutzigen Helden eines der anrüchigsten Zola'schen Romane, vor ;er Centralfigur von Dutzenden der schmutzigsten Skandale, vor den Füßeii dieses englischen Königs, dessen letzte öffentliche Handlung es war. durch seinen feierlichen Amtseid die ganze kaolische Welt als abergläubischeGötzenznbeter zu brandmarken; auf seinen Knieen vor diesem König lag auch der in England geborene Kardinal, der Kirchenfürst, mit einem Dokument in der Hand, welches einem Sklavenhalter auf einer südlichen Plantag? vor 50 Jahren hätte überreicht werden können, über nicht von Onkel Tom in Harriet öeecher's bekannter Erzähluno, welche ich lieber seine schwarze Haut zollweise Glätte abziehen lassen, als seinen Namen ;nrer ein solches Dokument zu setzen, vie oas.welches vomKardinal Vaugban md dem Herzog von Norfolk unterzeich:et wurde. Wenn wir auch nicht glauben, dah :x die geringste Wichtigkeit seinem Eide und seiner Unterschrift beilegte, so bleibt doch die Thatsache unbestritten, naß dieser alte und abgelebte Spröhling eines Geschlechts von Schurken und cynischen Verübern der größten Sittenverbrechen durch seine Unterschrift behauptet hat. daß die heiligen Dogmen des katholischen Glaubens götzendienerisch und abergläubisch wären. Dies hat er noch nicht wioerrufen. Er hat mit keinem Worte zu oerstehen gegeben, daß er diese Eidesformel der englischen Könige, welche in den Tagen desTitus aufgesetzt wurde, mitzbillige. Der Eid eines Meineidigen ist nicht weniger verächtlich, wie der des herrschenden Königs. Aber auf seinen Knien lag vor diesem unaussprechlich abscheulichen Jndividium der Füust der Kirche. Trösten wir uns mit dem Gedanken, daß es englische Katholiken waren, die sich so erniedrigen konnten." Auch die Polizei in London befchlagnahmt alle Kopien des Jrish People". welche im dortigen Postamte ankommen. Im Parlament wurde die Angelegenheit der Konfiskation de? .Jrish People" zum Gegenstand eiitti Jnterpellation gemacht. Herr Jo,t Redmond (Nationalist) hielt die Konfiskation für eine Unklugheit, da dadurch die Aufmerksamkeit erst auf den besagten Artikel gelenkt würde. Herr Balfour sagte dagegen, dah die Regierung keineswegs einen Angriff auf die Freiheit der Presse beabsichtige oder die legitime irische Bewegung zu unterdrücken. Aber für einen solchen Schmähartikel gebe es keinen Ausdruck, der dessen Infamie qenüaend brand-

marke und seine Regierung wurde solchen groben Mißbrauch der Presse ungestraft hingehen lassen. Die Finanzen Italiens. R o m , 11. Mai. Signor Guiccardini. der Reporter des Budget-Kom-mittees. kündigte am Freitag in der Devutirtenkammer an. daß man in diesem Fiskaljahr auf einen Ueberschuß von 50,000.000 Lire rechnen könne, wovon 13.000.000 Lire für Eisenbahnbauten ausgegeben werden könnten, fcs

würde auch eine größere umme dem Tilgungsfonds zugewiesen werden und dann immer noch ein Ueberschuß von 15 bis 20 Millionen verbleiben. Revolution in San Dom i n g o . San D o m i n g o . 11. Mai. Die Distrikte Moca und La Vega haben sich gegen die Regierung erhoben und der Kongreß hat die Aufhebung der konstitutionellen Garantien in den beiden Distrikten angeordnet. Der VizePräsident Horatio Vaiqnez kommandirt die Truppen, die gegen die Rebellen ins Feld gezogen sind. General Lora ist getödtet und General Bobea gefangen genommen worden. Für unwahr erklärt. London. 11. Mai. Das Kriegsamt erklärt die in New Zork veröffentlichte Nachricht für unwahr, daß Lord Kitchener telegraphisch empfohlen habe, die sämmtlichen Bedingungen der Boeren. Unabhängigkeit ausgeschlossen, anzunehmen, da er überzeugt sei. daß die Boeren die Waffen noch lange nicht niederlegen und der Krieg noch ein ganzes Jahr dauern würde. Was der Telegraph England k o st e t. London. 11. Mai. Im Unterhaus lenkte am Freitag der Konservative Heaton die Aufmerksamkeit auf die Thatsache, daß der Telegraphendienst der Regierung jährlich einen Verlust von 700,000 verursache, und der Verlust, seitdem die Regierung die Telegraphen - Leitungen übernommen habe, sich auf 8,300,000 belaufe. Er frug dann, was die Regierung zu thun beabsichtige, um diesem Zustande ein Ende zu machen. Der Schatzamtskanzler, Sir Michael Hiess Beach, gab zu, daß die von Herrn Heaton angeführten Zahlen richtig seien und er fügte hinzu, daß die Schuld an den Verlusten daran liege, daß das Publikum überall Telegraphenlinien verlange, auch wenn es vorauszusehen sei. daß sie sich nicht bezahl len würden. Er erklärte zum Schluß, daß die Regierung einige der Linien. Die sich nicht bezahlen, aufgeben würde. Auf die Frage, ob die Regierung Willens sei. die Telegraphen - Linien an eine Privatgesellschaft zu verpachten. blieb Sir Michael die Antwort schuldig. Von den Philippinen. Manila. 11. Mai. General Cailles. der Jnsurgentenführer in der Provinz Laguna. wird jetzt von den amerikanischen Truppen scharf verfolgt. Er befindet sich jetzt wahrschein lich südlich von der Provinz und es ist kaum wahrscheinlich, daß er sich ergeben wird, da er wohl weiß, daß er wegen der vielen von ihm begangenen Grausamkeiten persönlich zur Rechenschaft gezogen werden wird. Einhundert Insurgenten griffen am Dienstag Abend Paglibac in der Provinz Tayabas an. die man für ganz pazifizirt hielt. Die Insurgenten wurden zurückgeschlagen, ohne daß die Amerikaner Verluste erlitten hätten. Eine Abtheilung vom 21. Jnfante-rie-Regiment vertrieb 150 Insurgenten aus Zurbanos. bei Lucban und erbeutete eine große Menge von Vorräthen. Vom britischen Parlament. London. 11. Mai. Nur mit knapper Noth entging die Regierung bei der Berathung des Budgets für die schottische Unterrichts - Vorlage einer Niederlage. Der Antrag, einen der festen zu reduziren, wurde nur mit tu cci Majorität von 12 Stimmen verworfen. Chili befestigt die Magell a n Straße. Buenos A i r es, 11. Mai. Die Nachricht, daß die Chilenen die Magellan Straße befestigen, obgleich laut einer zwischen Argentinien und Chili getroffenen Vereinbarung keinerlei Befestigungen angelegt werden dürfen. hat hier Sensation erregt. Die Regierung wird wahrscheinlich von Chili eine Erklärung verlangen. Aus China. P e k i n g. 11. Mai. Die Amerikaner haben den bisher von ihnen kontrollirten Distrikt geräumt, mit Ausnähme der verbotenen Stadt, die sie trotz der Einwendungen der BefehlsHaber der anderen Mächte besetzt halten werden, wenn nicht andere Befehle aus Washington eintreffen. Da es unmöglich sein würde, den bisher von den Amerikanern besetzten Distrikt den Cbi-

neen zu uvergeven. hat GeneralChaffee den Feldmarschall ton Waldersee schor vor einer Woche benachrichtigt, daß er denjenigen Theil, der an den britischen Distrikt angrenze, den Briten, und den anderen Theil den Deutschen zur Berwaltung übergeben würde. Die Abreise der Truppen nach Manila ist um zehn Tage verzögert worden. weil der Trar.sportdampfer Indiana" in Nagasaki. Japan, in Quarontäne geschickt wurde, weil sich ein Blatternfall an Bord befand. Die sämmtlichen hier befindlichen amerikanischen Soldaten sind geimpft worden. Die Pforte herausford e r n d. K o n st a n t i n o p e l. 11. Mai. Die Botschafter Deutschlands. Oesierreichs. Frankreichs und Englands haben der Pforte die Antwort auf die Proteste der Mächte gegen die Besitzergreifung der europäischen Post zurückgeschickt, weil die Antwort die beleidigende Andeutung enthielt, daß die europäischen Postämter das Schmuggeln erleichterten. Inzwischen werden dit europäischen Postsachen von Courieren der Botschafter bis an die bulgarisch? Grenze gebracht, um jede weitere Einmischung der türkischen Behörden zu verhindern. Alle europäischen Postsäcke. die während der Tages hier mit dem österreichischen Spezialzug ankamen, wurden am Bahnhof von den Direktoren der auswärtigen Postämter in Empfang genommen und. von SpezialPolizisten begleitet, wurden sie nach der österreichischen. britischen und französischen Botschaft gebracht. Aus dem deutschen Reich, Berlin. XL Mai. Der kürzlich verstorbene Dr. Abraham. Eigenthümer der Musikverlagsfirma C. F. Peters in Leipzig, hat 400.000 Mark für die Etablirung eiaer Musik-Bibliothek in Leipzig hinterlassen. Die neuen preußischen Minister w:rden sich nach Schloß Urville begeben, um sich dort dem Kaiser Wilhelm vorzustellen. Der 5taiser wird am 25. Mai nach Berlin zurückkehren und der Hof wird dann sofort nach Potsdam übersiedeln. Straßburg. 11. Mai. Der Kaiser Wilhelm ist am Freitag hier ea gekommen. Am Abend fand im kön'glichen Schloß zu Ehren des 30. Iahrestages der Abschließung des Frankfurter Friedens ein Gala-Banketl statt. Elberfeld,11.Mai. Die Doktoren, die schuldig befunden worden waren, jungen Leuten geholfen zu haben, der Militärpflicht aus dem Wege zu gehen, sind am Freitag verurtheilt worden. Dr. Baunrann, der den Leuten die Pillen gab, die eine Art Gelbsucht erzeugten, wurde zu sieben Jahren Gefängniß verurtheilt und zu fünfjährigem Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte. Frau Backost erhielt zwei Jahre Gefängniß und dreijährigenVerlust der bürgerlichen Rechte. Mehrere Andere wurden zu kürzeren Freiheitsstrafen verurtheilt und acht wurden freigesprochen. Ludwigshafen. Rheinpfalz. 11. Mai. Ein eigenthümlicher Unglücksfall ereignete sich hier am Freitag, als der Straßburger Expreßzug ankam. Die Luftbremsen waren außer Ordnung und der Zug. der nicht kontrollirt werden konnte, fuhr mit voller Geschwindigkeit in den Bahnhof ein. durchbrach die Hintere Mauer des Vahnhofgebäudes. fuhr über eine 90 Fuß breite Strafe hinweg, durch einen auf der anderen Seite stehendenFrachtzug hindurch und fiel schließlich in den Hafen hinein. Eine Frau kam dabei um's Leben und mehrere Personen wurden schwer verletzt. Die Absetzung des Gouverneurs Dole verlangt. Honolulu. 4. Mai via San Francisco. Cal.. 10. Mai. Die erste Territorial Legislatur von Hawaii vertagte sich am 30. April, ohne irgend etwas Besonderes gethan zu haben. Nicht einmal die nöthigen Verwilligungen wurden gemacht. Von Anfang an war die Legislatur nicht im Stande mit dem Gouverneur Dole zu harmoniren und das Letzte was die Legislatur am Abend des 30. April that war. daß sie eine gemeinschaftliche Resolution annahm, in welcher der Präsident McKinley gebeten wird, den Gouverneur Dole abzusetzen. Der Letztere wird beschuldigt, die Geschäfte der Legislatur durch sein feindseliges Verhalten aufgehalten zu haben. Informativnen und Berichte, die benöthigt wurden, zurückgehalten und sich geweigert zu haben, mit der Legislatur zu cooperi-

ren. Vcytnsnachnchte. Hamburg. 10. Mai. Angek.: .Patricia", von New York. Southampton. 10. Mai. Abg.: Auguste Victoria", von Hamburg, nach New Jor?.

Jlflfjp ljmW Heiler an Wall Slrcgp. Kein einziger Bankerott an der Börse angemeldet. Die Kurse wieder ftark in die Höhe gegangen. Der Streit um die Northern jto cific noch nicht erledigt

T Stand der Saaten sehr befticdigend. Die Geschäftslage des Landes. m T ie Lage im Aktienmarkt. New Y o r k. 11. Mai. Die Lage im hiesigen Aktienmarkt hat sich ganz bedeutend gebessert. Die Kurse stiegen wieder gleich von Anfang an und die Verluste vom Freitag sind zum großen Theil wieder gutgemacht worden. Ganz besondere Befriedigung gewährte n, als um halb elf Uhr an der Börse angekündigt wurde, daß sämmtliche am Freitag gegebenen Checks durch das Clearinghoufe gegangen und honorirt worden seien. Dies verursachte ein Gefühl der Befriedigung und während des Tages herrschte dann eine Ruhe, wie sie seit mehrerenWochen nicht mehr bekannt war. Die Maßregeln, die während der Nacht getroffen worden waren, um di: Situation zu klären, erwiesen sich als völlig zureichend, und als die Vereinbarung. daß den Shorts" in Nortbern Pacific gestattet werden soll, zu $150 abzurechnen, wirklich zur Ausführung gebracht wurde, war die eigentliche Urfache der gestrigen Panik beiseite aeschafft. Auch wirkte es außerordentlich beruhigend, daß die Banken, die am Freitag mit ihren Millionen demMarkl zu Hülfe gekommen waren, frühzeitig ankündigten, daß die Darlehen währen" des Tages nicht eingerufen werden würden. David Lamar. ein Makler, erwirkte vor Oberrichter Gildersleeve einen EinHaltsbefehl gegen das Harriman-Moc-gan - Syndikat und die Aktienbörse, um sie abzuhalten, Aktien der NordPacific - Bahn zu kaufen. Damit bezweckte Lamar, hinter dem sich große Interessen verstecken, den Corner" in jenen Aktien zu vernichten. Als er vernahm, daß die Aktien zu $150 vom Syndikat ausgeliehen wurden, um weiterer Panik vorzubeugen, zog er den Befehl zurück. Unter diesen Umständen ist es nicht zu verwundern, daß die Kurse schnell wieder in die Höhe gingen. Unter denjenigen, die gestern riesige Verluste erlitten, befanden sich ohne Zweifel Viele, die über großeKapitalien verfügen, und diese Männer haben wohl zum großen Theil ihre Verluste wieder gedeckt, indem sie heute dem Markte folgten und auf das Steigen der Kurse spekulirten. Wie es mit der Kontrolle über die Northern Pacific Bahn steht, ist vorläufig noch nicht bekannt. Beide Seiten behaupten immer noch die Oberhand zu hoben und Gewißheit in die Lage wird wohl erst bei der definitiven Abrechnung gebracht werden; es scheint aber doch, daß I. P. Morgan & Co. die Kontroll! behalten haben. Die Papiere, die während des TageZ am meisten gestiegen, sind: Union Pacific 22, St. Paul and Lackawanna 174, Consolidated Gas 16, Burlington cnd Amalgamated Copper 12z, Jnternational Power 11$. B. & O. 11. St. Louis Southwestern pfd. 10j, Sugar. D. & H. und General Electric 10. Die Spekulation war aber im Ganzen nicht sehr lebhaft. Der Zusammenbruch von Donnerstag hatte zu tiefe Wunden geschlagen, und daß diese nicht in r.ntm Tage heilen konnten, war ersichtlich. Auffallend ist nur. daß bei dem unerhörten Kurssturz vom Donnerstag nicht ein einziger Bankerott an der AktienBörse angekündigt wurde. Der Stand der Saaten. Washington. D. C., 11. Mai. Dem Bericht des Statistikers des Acker-bau-Departements für Mai zufolge belief sich das am 1. Mai mit Winterwelzen bestellte Areal auf 29.267,000 Acres. Es ist dies um 2.015.000 Acres oder 6.7 Prozent weniger als im Herbst besäet wurde, aber um 2.032.000 Acres mehr als im letzten Jahr bestellt wurde. Von der Reduktion entfällt ungefähr die Hälfte auf Texas und California. In Texas wurde sie zum größten Theil durch die Verheerungen von Insekten verursacht, und in California wurde ein großer Theil der jungen Saat, wie es dort nicht ungewöhnlich ist. für Futterzwecke geschnitten. In den Staaten, die im Herbst eine Million Acres oder mehr mit Winterweizen bestellt hatten, wurde der folgende Prozentsatz umgepflügt oder für Futterzwecke schnitten: Missouri. 1: Kan-

,as. i; Illinois, l.y; Pennsylvania. 2; Jnoiana. 2.5; Ohio. 3.2; Tennessee. 4.7; Michigan. 9.6; Oklahoma. 12.5; California. 18. und Texas. 42.4. Der Stand der Saat beträgt 94.1. Es ist dies um 10.5 Points mehr wie der Durchschnittsstand im Mai in den letzten zehn Jahren, und nur dreimal in 17 Jahren war der Stand besser. In Kansas ist der Stand noch derselbe vorzügliche wie am 1. April, nämlich 105. und gebessert hat sich seit dem 1. April der Stand um 5 Points in Pennsylvania, Ohio und Jndiana; um 8 Voints in Illinois und 4 in Missouri, Dagegen hat der Stand in Texas um 4 und in California um 18 Points ab genommen, trotzdem so viel von dem Weizenland aufgegeben und aus der Berechnung fortgelassen worden ist. Der Durchschnittsstand von WinterRoggen war am 1. Mai 94.6 qegen 93.1 am 1. April. 88.5 am 1. Mai 1900. 85.2 am 1. Mai 1899 und gegen einen Durchschnittsstand von 89.2 im Mai in den letzten zehn Jahren. Der jetzige Stand ist der beste seit 1891. Pennsylvania und New Fork, die zwei Fünf' tel alles Winter-Roggens in den Ver. Staaten produziren. berichten einen Stand von 94. Es korrespondirt dies mit dem Durchschnittsstand der letzten zehn Jahre in New York, ist aber um 4 Prozent Höhe als in Pennsylvania Der Stand der Wiesen ist 92.3 gegen 90.8 im Mai 1900 und gegen einen Durchschnitt in den letzten zehn Jahren von 91.1 im Mai. Am 1. Mai waren ungefähr 66.c Prozent des für die Sommersaaten xt servirten Areals bestellt, während bei Prozentsatz gewöhnlich 75 beträgt Nur dreimal in den letzten 15 Jahren waren die Farmer am 1. Mai soweit zurück. Besonders spät ist die Saison in New York. Pennsylvania. Jndiana Minnesota, Iowa. Kansas und Nebraska. Auf schreckliche Weise veru n g ! ü ck t. T r o y. N. Y.. 11. Mai. Samuel Bolton jr., ein millionenreicher Bierbrauer und einer der prominentesten Bürger hiesiger Stadt, wurde in fein.ek Brauerei in einem Kessel kochenden Bieres todt aufgefunden. Seine Leich; war buchstäblich gekocht und der Toc muh bei dem Manne augenblicklich eingetreten sein. Der Fall ist ein ziemlich mysteriöser Auffallend ist, daß der Hut. sowie Uhi und Kette Bolton's in der Nähe be; Kessels auf dem Fußboden gefunden wurden. Trotzdem sind die Angehöriger des Mannes der Ansicht, daß es sich un einen Unglücksfall handelt. Niemand in der Brauerei ist im Stande, Licht in das Geheimniß zu bringen und es hat sich auch soweit Niemand gefunden, bei gesehen hat, wie er sich in den zweiten Stock der Brauerei begab, in dem für, der Kessel befindet. Herr Bolton stand zur Zeit seine Todes nicht nur an der Spitze de! Brauer - Firma S. Boltons Sons sondern er war auch Präsident de, Beacon Electric Company. Direktor fcei Manufacturers National Bank und de: People's National Bank. Präsident bei Star Knitting Company von Cohoei und ein Mitglied des Riverside Klubs Er stand auch noch mit vielen anderer Korporationen in Verbindung. Der Stand der Geschäfte New York, 11. Mai. R. G Dun & Co.'s Uebersicht über den Stand der Geschäfte in den Ver. Sraaten lautet wie folgt : Eine Panik an Wall Street bedeutet keineswegs, daß das legitimt Geschäft plötzlich in's Stocken gerathen ist. noch werden Handel und Jndustrik durch ein starkes Fallen der Börsenpa Piere besonders affizirt. Im ganzen Lande ruhte das Geschäft niemals auj einer solideren Basis als wie dies jetzt der Fall ist. und die Berichte, die während der Woche aus fast allen Städten des Landes eingetroffen sind, beweisen, daß das Volumen der Geschäfte ein ungewöhnlich großes ist. und Zahlungen sehr promvt gemacht werden. In den Stahlwerken ist die Produktion kaum groß genug, um die Nachfrage u decken und alle Pittsburgei Fabriken sind um wenigstens zwei Monate mit der Deckung ihrer Bestellungen im Rückstand. Stangeneisen ist nicht, wie man erwartet harte, im Preis gestiegen, der Markt hat aber einen festen Ton und neue Bestellungen sind von großem Umfang. Die Fabriken haben so viele Bestellungen füi Schinen und Struktureisen an Hand, als sie nur wünschen und sie geben sich vorläufig keine Mühe, weitere Ordres zu erhalten. Roheisen ist in weniger starker Nachfrage, hat aber einen festen Markt und Schmiede- und Foundryeisen wird etwas fester gehalten. Obgleich am 1. Mai 40 Hochöfen weniger im Betrieb waren, als am 1. Februar 1900. belief sich die wöchentliche Produktion doch auf 301. 125 Tonnen. Es ist dies die größte Produktion, dik je dagewesen und trotz der außergewöbnlichen Produktion haben die an

Hand befindlichen Vorrathe noch um 34.729 Tonnen abgenommen. Im Getreidemarkt herrschte größere Ruhe wie in voriger Woche, die Preise gehen aber nur langsam zurück. Welschkorn ist um ein paar Cents gefallen, es ist aber immer noch um ungefähr IC Cents per Bu. oder beinahe um 25 Prozent höber als in den beiden vorhergehenden Jahren. Die Zufuhr in westlichen Märkten ist dabei ungewöhnlich groß. Sie belief sich während der letzten Woche auf 3.247.094 Bu. gegen 2.196.202 Bu. in der korrespondirenden Woche des vorigen Jahres. Ver-

! ..c C! (n.j. t t iuuc ui uusiuuiugc jicujnuna, yaoen in Folge der hohen Preise fast ganz aufgehört, und die Ausfuhr aus atlantischen Häfen belief sich auf nur 1.211.244 Bu. gegen 3.709.880 Bu. vor einem Jabr. Die Versendung von Schuhen und Stiefeln aus Boston war ungewöhnlich groß und belief sich während der Woche auf 103.328 Kisten, gegen 79..371 Kisten in der vorigen Woche und 68.151 in der korrespondirenden Woche des vorigen Jahres. Baumwolle hielt sich nur für kurze Zeit auf den höheren Preisen und öciddling Uplands ist am Schluß auf den niedrigsten Preis während des Jahres gefallen. Obgleich der Ballen Baumwolle jetzt $9 weniger kostet wie vor einem Jahr, zeigen weder die einheimischen wie die ausländischen Spinner wenig Lust zu kaufen. Trotzdem beim Beginn der Saison viele sogenannte Sachverständige prophezeiten, daß die Produktion nicht für den Konfum hinreichen würde, ist davon nichts zu bemerken und die Zufuhr ist allwöchentlich zwei- bis dreimal so groß wie vor einem Jahr. Da wieder eine große Ernte in Aussicht steht und die Lage der Baumwoll-Jndustrie keinesWegs eine befriedigende ist. suchen InHaber ihre Waare möglichst bald loszuwerden. In der Wollen-Jndustrie herrschen ähnliche Zustände. Rohmaterial ist in großem Vorrath, die Fabrikanten klagen aber über schwache Nachfrage nach Waaren aller Art. Die Zhl der Bankerotte belief sich während der Woche in den Ver. Staa ten auf 187. gegen 192 im letzten Jahr, und in Canada auf 26. gegen 15 im letzten Jahr. Straßenkrawall in De-' troit. Detroit. Mich.. 11. Mai. In den Hauptstraßen der Stadt tobte am Freitag Abend eine wenigstens 10.000 Köpfe starke Menschenmenge und drei Stunden lang fand ein fast ununterbrochener Kampf zwischen der Menge und der Polizei statt. Soweit bekonnt, wurden zwölf Bürger und fünf Polizisten verletzt, aber nur die Namen von zwei der verletzten Bürger sind bis jetzt bekannt. Es sind Mike Waldin und Louis Caplin. Beiden waren die Schädel von den Hufen der Pferde, mit denen sie überritten wurden, eingetreten worden. Der Krawall begann schon am Donnerstag Abend, als der neue PolizeiSuperintendent Frank Andrews, der an Stelle des alten Polizeiraths gesetzt worden war. der Polizei anbefahl. Nie mand zu gestatten, in der Nähe des Wagens Tom"Bowdens zu stehen, des hiesigen SingletaxApostels, der allabendlich Reden hielt und wegen seiner heftigenAngriffe auf sogenannte reiche Steuerdrücker" Aergerniß erregt hatte. Am Donnerstag gelang es der Polizei. die Leute, die sich in der Nähe des Wagens, von dem aus Bowden seine Reden hält, fortwährend in Bewegung zu halten, am Freitag war die Menge aber so groß, daß die Polizei nicht aus reichte und die Reserve-Mannschaften herangezogen werden mußten. Bow den durfte nirgends bleiben, er mußte von einer Straße zur anderen ziehen und es folgte ihm immer eine riesige Menschenmenge. Die Leute fingen dann an. die Polizei zu verhöhnen, dann wurde ein Stein geworfen und der Anfang dei Krawalls war da. Als sich die Polizei bedrängt sah, gab sie einige Schüsse in die Luft ab, dies machte die Lage aber noch schlimmer, denn das Steinwerfen wurde dann allgemein und einige der Polizisten wurden schwer verletzt. Der Krawall dauerte bis gegen elfUhr.wann sich die Menae allmählia verzog. Wollen keinenSpanier als Superintendenten. K e n t o n, O.. 11. Mai. Weil Joe Ribert, ein Spanier, zum Superinten denten der Kenton Hardware Mfg. Co. ernannt worden ist, legten am Freitag 125 Männer und Frauen die Arbeit nieder. Es find dies die sämmtlichen Angestellten mit Ausnahme der Former. Die Leute weigern sich, an die Arbeit zurückzukehren, wenn nicht Ribert entlassen wird. Die Fabrik ist mir ihren Bestellungen sowieso schon im Rückstand und der Streik kam dahe; doppelt ungelegen. Weitere Depeschen ans Seite 5.

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